helft mir bitte mal......

Startbeitrag von sueesse am 29.08.2003 16:04

Hallo @all


brauch mal Euren rat:
Wie geht ihr persönlich mit angst vor ner größeren Op um?
Bekomme am 17.9. den ersten Op-termin und dann wird entschieden wie es mit mir nun weiter geht.
Der Mist ist, meine Kinderlein haben jetzt schon bammel und mir geht es ehrlicherweise auch nicht anders. Zumal ich nicht weiß was und wie es weitergeht und wie lange sich das Ganze hinziehen wird. Erschwerent kommt dazu, das ich deswegen entlassen wurden bin von meiner chefin. Habe allerdings recht viel glück mit meiner Arbeitsberaterin vom AA.
der erste termin entscheidet wie es weitergeht. Bei großem Pech werden es 3 eingriffe und bei großem Glück 2.
Nicht gerade rosige aussichten.
Dazu kommt noch 3 ADS-Kinder unterzubringen und das Bangen das in der zeit in der Schule nix schiefgeht. Die Kinder werden eh schon geknickt sein und mein Mann arbeitet. Omas fallen aus, die eine kann nicht, die andere will nicht. maximal ab zu mein schwesterlein. Haushaltshilfe wäre ne Idee oder zeitweise Heimunterbringung. Na mal sehen. Was macht Ihr in solchen Momenten und wie kann ich nur meine eigene Unruhe in den griff bekommen?????
Bin für jeden tip dankbar.

Alles eben doch irgendwie ein Mist.

lg
sueesse

Antworten:

Hallo Sueesse,

Angst vor einer großen OP ist völlig normal und nicht verwunderlich.

Ich habe in meinem Leben so ca 40 - 50 OP´s hinter mir, die meisten als Kind, zu einer Zeit, wo die Besuchszeiten nicht so liberal waren wie heute.

Die erfolgreichste OP war der Kaiserschnitt, der meiner Tochter zur Welt half, aber sonst? Ich hatte immer Angst, hätte ich heute wieder, obwohl die Methoden und Narkosen so viel besser und schonender sind.

Sei aber vor allem ehrlich zu den Kids, denn sie haben Angst und dürfen schon wissen, dass Du das nicht auf die leichte Schulter nimmst.

Eine Möglichkeit wäre die Haushaltshilfe, bezahlt von der Krankenkasse.

Das mit dem Heim wäre wohl nicht so der Hit, wer weiß, wie die das mit ADS sehen. Aber frage doch beim Jugendamt nach, es gibt so etwas wie Familienhelferin.

Frage doch mal bei der Caritas oder dem Diakonischen Werk, die haben da vielleicht auch Ideen.

Kann dein Mann nicht frei nehmen? Gibt es in seinem Tarifvertrag keine Regelung, dass im Falle von Krankheit beim Ehepartner, wenn man Kinder hat, zumindest ein paar Tage genommen werden können.

Ach, wenn Du in unserer Nähe wohnen würdest, wäre zumindest nachmittags für die Kids gesorgt, das wäre da keine Frage.

Hat die Schule denn keine Betreuung?

Wenn die Kündigung als Grund deine Krankheit hat, ist diese Kündigung nicht rechtens und vor einem Arbeitsgericht kann man zumindest auf Abfindung klagen. Das ist echt gemein von deiner Ex-Chefin.

Hast Du jemand, mit dem Du reden kannst? Kannst Du mit deinem Mann sprechen oder geht er, wie viele Männer in solchen Situationen, der Sache aus dem Weg.

Wenn Du eine gute Freundin hast, bei der Du dich auch ausweinen kannst, dann tu das, oder rufe jemand an, der Dir Hilfe und Kraft gibt.

Du kannst mir auch mailen, ich kenne solche Ängste von Kindesbeinen an.

Kopf hoch, ich werde feste an Dich denken und die Daumen drücken, dass alles gut läuft.

Doris

von Doris Schmitt - am 29.08.2003 17:15
Hallo suesse,

Schiss hatte ich vor meinen OPs ebenso wie Du. Ich selber mußte dann immer (vom Arzt oder aus dem Internet) ganz genau wissen, wie es im ungünstigsten Falle aussehen könnte und habe dann immer eine "worst-case-Planung" gemacht, also eine Planung für die schlimmste anzunehmende Katastrophe. Diese Pläne haben mich immer sehr beruhigt, da ich mich für diese Situationen vorbereitet fühlte. Damit meinte ich die Konsequenzen aus einer OP.

Die Planung für die Unterbringung der Kinder machst Du ja gerade jetzt. Was ist mit deiner Situation n a c h der OP?

Kannst Du für die Unterbringung Deiner Kinder eine Liste aller Möglichkeiten aufstellen, sortiert nach Prioritäten? Dann würde ich Heim-Unterbringung auch eher an einer der letzten Stelle sehen, aber nicht ausschließen.

Was ist mit Hort als Nachmittagsbetreuung? Ich hatte meinen Sohn mal für eine befristete Zeit in einem fremden Hort untergebracht. Beim Anfragen erwartete ich eigentlich keine Zusage, und freute mich dann doch, weil 2 Kinder zufällig zu genau dieser Zeit nicht da waren. Also konnte der Hort meinen Sohn mitbetreuen. Vielleicht passiert Dir so was ähnlich Zufälliges?! Aber diese "Zufälle" geschahen auch immer erst dann, wenn ich schon wochenlang am suchen und gucken war. Immer erst am Ende, kurz bevor ich verzweifelt aufgeben wollte. Also immer schön weitersuchen und überall nachfragen.

Wie sieht es mit den Klassenkameraden aus? Würden Deine Kinder gerne bei einem der anderen Kinder wohnen, sozusagen für eine gewisse Zeit?

Tagespflege und Pflege-Familien gibt es bei uns in Frankfurt auch. Das Ju-Amt ist dafür zuständig und hilft da weiter. Ich würde in einem solchen Falle die Familie vorher anschauen gehen und zur Vorbereitung die für Dich wichtigsten Fragen aufschreiben und mitnehmen.

Handy!! (fällt mir da gerade noch ein.) Mein Sohn fühlt sich immer viel besser, wenn ich ein handy mithabe und er mich anrufen kann. Klar, im Krankenheuas darfst Du kein handy anhaben, aber Du kannst Deine eingetroffenen sms lesen, die Dir deine Kinder mit Hilfe von Freunden geschrieben haben. So geht es denen etwas besser, wenn sie wissen, daß sie Dich erreichen können.

Zur Unterbringung fällt mir nichts mehr ein.
Zur Unsicherheit deiner Kinder: Kinder sind entspannter, wenn sie keine Angst haben Dich zu verlieren. Können sie Dich erreichen, so haben sie schon ein weitaus sicheres Gefühl. Hast Du Mann oder Freund? Der könnte doch mit den kids täglich eine Psotkarte schreiben und schickst vorher vorbereitet Postkarten an die Kids. So hast Du wenig Arbeit, aber der Effekt ist groß. (Nicht daß ich sowas regelmäßig mache!! Näää!! Aber in einem Krankenfall wie dem deinen hätte ich da keinerlei Bedenken. Denn es geht ja um das Wohlbefinden Deiner Kinder.)

Wenn Du nach der OP fit genug bist, kannst Du Deine Kids ja auch anrufen. Gut für das Sicherheiutsgefühl ist auch, eine regelmäßige feste Uhrzeit abzumachen. Z.B. täglich um 18.00 anrufen. Kinder können sich auch bei Unsicherheit dann an dieser Uhrzeit "festhalten".

Gut ist noch ein gemeinsamer Besuch im Krankenhaus. Zeige deinen Kindern alle diejenigen Stellen, die auch für Dich sympatisch und nett sind.

So, wenn mir noch was Praktisches einfällt, dann schreibe ich Dir.

Kopf hoch!
Es lassen sich Lösungen finden!! Nur nicht aufgeben.

sagt Dir
Marisa

von Marisa - am 29.08.2003 18:43
Hi sueesse,

habe dir gerade eine mail geschickt.

Alles Liebe und Gute
Hannelore

von Hannelore4 - am 29.08.2003 18:50
Hallo

und danke erstmal
Zur Kündigung: in ner Firma mit 2 Angestellten hast Du leider keinen Schutz und keine Chance auf Erfolg zumal du ohne Angabe von gründen gefeuert werden kannst, dank Herrn schröder........
Ansonsten meinMann muß Arbeiten, da gibt es keinen Pardon! Ich kann froh sein wenn er keine Überstunden schieben muß.
Mit Besuchen wird sicher etwas kompliziert werden, da ich wahrscheinlich in ne Fachklinik muß zu großen OP, da ich für das Problem wohl noch zu jung bin und schon einiges in der Art hintermir habe.
Die Unsicherheit der Aerzte hier vor ort macht es auch nicht gerade leichter.
Zu den Kindern, der Große ist 13 und im gymnasium und dort wird keine Betreuung geboten, die beiden Kleinen (11, Mittelschule; und 9 Hort ) sind zumindest der eine ganztagsbetreuung und Hort untergebracht. Nachmittags sehe ich da auch kein prob. Meine Kleine (9) kommt fast jede Nacht zu mir ins Bett und muß auch noch regelmäßig zur Therapie.Heimunterbringung wäre auch für mich der letzte Ausweg, obwohl das heim für ADSH-kinder +Eltern eine Familientherapie bzw. einen Kurs anbietet, der allerdings 150 euro kosten soll....
Meine 3 kinder wissen, das ich Muffensausen habe, ich denke das verstehen sie auch, gerade der Mittlere, den haben sie auch schon öfters operieren müssen.
Der Große ist das eigentliche Problem, er wird demnächst auf Medikamente eingestellt und befindet sich derzeit in der diagnostik und hat massiv probs seinen tagesablauf in den Griff zu kriegen, ich steh quasi hinter ihm und sage was er tun muß, sonst haben wir mit Verweisen usw. zu kämpfen. er ist der typische schulverweigerer mit Hochbegabung. Wenn das alles nicht wäre, wäre es auch für mich einfacher. Das was schief gehen könnte, daran denke ich nicht, ansonsten habe für solch einen fall ne Versicherung (!).........................aber wie gesagt deswegen habe ich nicht mal die angst, mehr um die Kinder.
Zumal mein Mann als abteilungsleiter schon arg unter stress steht......
Naja, bissel zeit ist ja noch bis dahin.
trotzdem lieben dank für Euren zuspruch, hilft doch etwas weiter.

lg sueesse, welche doch arg am grübeln ist..........

von sueesse - am 29.08.2003 19:47
Hallo süsse
habe dir eine mail geschickt.
Gruß Barbara

von Hypie Mama - am 29.08.2003 20:47

hallo suesse....,

das tut mir alles sehr leid und ich würde dir so gerne helfen wenn ich kann. wo wohnst du ?
wenn es in meiner nähe ist....mein stopper ist auch dreizehn....würde ich dir den grossen gerne abnehmen, wenn es möglich ist.

ich weiss wie es ist, wenn man aus der familie keine hilfe erhoffen kann.....so traurig es auch ist..

wie gesagt, wenn ich helfen kann....helfe ich sehr gerne.

lass es mich wissen suesse.

herzliche grüsse und grübel bitte nicht so viel....

vero



von Veronika Ehrenberg - am 29.08.2003 21:22
hallo barbara, hallo hannelore

danke für euren zuspruch melde mich wieder und antworte euch auch.

lg sueesse

von sueesse - am 29.08.2003 21:24
hallo vero

ich wohn in Sachsen, aber ich denke sie sollten wenn alle drei zusammen bleiben. Trotzdem vielen dank.

lg
sueesse

von sueesse - am 29.08.2003 21:27
Hallo Suesse!

Es gibt überall von z.B. Caritas, AWO usw. Familienhelferinnen, die zu den Zeiten ins Haus kommen, wo es nötig ist.
Während dieser Zeiten kümmern sie sich um den Haushalt, kochen, waschen, bügeln und putzen.
Übrigens auch in der Zeit nach einer OP, wo DU noch nicht wieder einsatzfähig ist.
Am Besten, Du rufst sofort am Montag dort an, denn oftmals sind diese Frauen ausgebucht.
Andernfalls könnte diesen Job auch eine Freundin oder Nachbarin übernehmen und bekäme eine finanzielle Entschädigung für die Zeit. Das kann Dir aber z.B. die Krankenkasse sagen.
Zur Angst vor OPs kann ich Dir auch etwas erzählen.
Bin im Lauf der Jahre etliche Male operiert worden, einige große OPs darunter.
Je gelassener man sich in diese Situation begibt (und dazu gehört z.B., dass man seine Privat/Intim-Sphäre an der Krankenhausaufnahme abgibt), desto besser wird man mit allem fertig.
Ein Krankenhaus ist kein Hotel, man muss auch als Patient mitarbeiten, und alle Fragen die auftauchen, solltest Du Dir aufschreiben und dem operierenden Arzt stellen.

Deine Genesung wird umso besser voran gehen, wenn Du Deine Kinder gut versorgt weisst und nicht immer in Gedanken zuhause bist.
Nachher wirst Du feststellen, dass die wenigsten Deiner Albträume Wirklichkeit geworden sind, denn wenn Mama nicht KANN, regelt sich so Einiges von selbst.

Versuch positiv zu denken, aber gib auch Deiner Angst einen (kleinen)Platz.

Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 30.08.2003 15:49
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