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Plauderforum
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Ich platze vor Zorn! Beruhigt mich bloß!

Startbeitrag von Nicole Lehrerin am 11.11.2004 20:02

Hallo zusammen!

Heute rief ich in der für mich zuständigen Einwohnerortsstelle an, weil ich meine Lohnsteuerkarte 2005 ändern wollte, da ich dachte, dass sie versehentlich falsch ausgestellt wurde.

Ich stand dort wieder in der Lohnsteuerklasse 1 mit einem halben Kinderfreibetrag.

OK, so weit so gut, denke mir nichts dabei, rufe an und frage, ob sie nochmals für die Änderung Finns Geburtsurkunde brauchen und meinen Personalausweis.

Denkste, mich traf hingegen bei der Antwort fast der Schlag, denn:

Seit dem 1. Juni diesen Jahres ist für unverheiratete Paare, also solchen, die in eheähnlicher Lebengemeinschaft leben, das Privileg wie bei verheirateten Paaren gestrichen worden, dass derjenige, der mehr verdient, in die Steuerklasse 2 gehen darf.

Ich dachte echt, ich höre nicht richtig.

Da haben wir bald 2 Kinder-so alles gut geht- und werden beide in die Steuerklasse 1 gebracht, mit der Begründung, dass wir ja eheähnlich zwar zusammenleben, aber eben nicht verheiratet sind.
Also, in meinem Haushalt würde ja ein über 18-jähriger wohnen, so siehst aus!!! Damit ist Ted gemeint, mein Lebenspartner!
Nun werde ich von der Stuerklasse 2 in die 1 zurückgestuft, trotz einem, bald 2 Kinder, was einen Nettogehaltsunterschied von gut 150 Euro (noch mehr) ausmacht!

Mit anderen Worten: Den Unverheirateten wird so das Kindergeld, was sie von anderer Stelle bekommen, wieder gestrichen, denn dadurch dass ich mehr als 150 Euro NETTO weniger ab Januar verdienen werde wegen der Steuerklasse 1 fällt quasi das Kindergeld weg.

Und nun frage ich euch: Wo leben wir eigentlich?

Es kann doch nicht sein, dass verheiratete Menschen bessere Menschen sind?

Es kann doch nicht sein, dass verheiratete Menschen bevorzugt behandelt werden, vor Menschen, die genauso eine Familie bilden nur ohne Trauschein!

Es kann doch nicht sein, dass Verheiratete subventioniert werden!

Nicht diese, sondern unsere Kinder müssen letzteres!

Zum Kotzen ist das! Langsam muss man sich wirklich überlegen, dass man mehr Geld zur Verfügung hat, wenn man nicht mehr arbeitet, und das sage ich selbst als Beamtin auf Probe.

Denn wenn ich bedenke, dass wir ab Februar den Höchstsatz von 400 Euro für Finns Krippenplatz im Monat zahlen müssen, dann bleibt unterm Strich von meinem Gehalt kaum mehr was, mal ganz zu schweigen von der horenden Miete! Und dann ab fwbruar 05 die volle Lehrerstelle! Also, man rackert sich ab und kriegt alles abgezogen!

Es ist einfach zum Kotzen!

Sorry, musste ich mal loswerden.

Das einzige, was uns bleibt, ist das zwanghafte Heiraten, um steuerlich wieder so dazustehen, dass es zum normalen Lebensunterhalt reicht.

Oder man trennt sich, damit ich in der Stuerklasse 2 bin--sehr lustig!

Ahhhh!

Beide Vorschläge sind absolut idiotisch, logischerweise.
Denn Heiraten nur wegen der steuerlichen Begünstigungen halte ich grundsätzlich für falsch, aber ehrlich gesagt, kommen einem solche Gedanken ,wenn man sieht, was am Ende vonm sauer verdienten Geld bleibt.


Zornige, ungläubige Grüße von Nicole!!! }:(

Antworten:

Hallo Nicole,

es ist natürlich immer ärgerlich, wenn einem Geld weggenommen wird. Bei der von dir angesprochenen Regelunggibt es allerdings bei echten Alleinerziehenden keine Nachteile. Ihr dagegen seid ein "Ehepaar" im Prinzip ohne gegenseitige Verpflichtungen.

Durch die Änderung der Gesetzgebung wurde eine Bevorzugung von Leuten wie euch wieder ausgeglichen, das ist der Hintergrund. Die Steuerklasse 2 beinhaltet nämlich den alten Haushaltsfreibetrag für Einelternfamilien als Ausgleich für ihre höheren Haushaltsführungskosten wegen der Kinder. Diese höheren Kosten habt ihr nun mal nicht. Deswegen steht euch logischerweise die Steuerklasse 2 nicht zu.

Deine Frage, ob Verheiratete bevorzugt werden dürfen, muss eigentlich mit einem Nein beantwortet werden. Sie dürfen nicht, sie müssen nämlich! Weil hinter dieser vorgeblichen Bevorzugung gar keine Bevorzugung steckt, sondern es wieder nur ein Ausgleich für die Benachteiligung ist, dass nicht Verheiratete nämlich im Prinzip keine Verpflichtungen füreinander eingehen. Bei Problemen fallen sie damit dem Staat zur Last, während bei Verheirateten einer für den anderen einstehen muss.

Dein Zorn ist also unberechtigt, wenn auch verständlich.

von ErichW - am 11.11.2004 21:06
Hallo Erich,
deinen gesamten letzten Absatz müsstest du mir erläutern!

Inwiefern fallen bitteschön nichtverheiratete Paare dem Staat zu Last bei Problemen, wohingegen bei Verheirateten diese selbst füreinander einstehen müssen?

Du meist, wenn Paare sich scheiden lassen und der eine dem anderen Unterhalt zahlen muss? Und der Staat damit schön aus dem schneider ist?

Ein bißchen zu reduziert gedacht, oder?

Fragen wir doch mal anders herum: Warum bekommen denn Verheiratete neben den günstigeren Stuerklassen auch noch weitere sog. Verheiratetenzuschüsse in erhöhter Form???

Wenn schon, denn schon: Dann müssten meiner Meinung nach nur die wirklich Alleinerziehenden Zuschüsse bekommen, alle anderen, ob nun auf dem Blatt Papier verheiratet oder nicht-aber eben solche, die in Familien zusammenleben nichts bekommen!

Und nochmals zurück: Selbstverständlich sind wir Paare mit gegenseitiger Verpflichtung. Denn im Falle der Trennung, muss unterhalt gezahlt werden für die Kinder! Auch Nichtverheiratete müssen das tun, an denjenigen, wo das Kind/die Kinder leben!

Soviel zum Themagegenseitige Verpflichtungen.

Von wegen der Staat müsste dafür mit aufkommen! Die Pflichten haben wir diesselben wie die Verheirateten im Bezug auf Unterhaltspflichten, diesselben Rechte haben "Leute wie wir"--notabene charmant ausgedrückt leider nicht.

Es bleibt dabei: Am gesten Heiraten, damit man die Vergünstigen bekommt, wie die echten Paare auch!

Heiraten aus steuerlichen Gründen. Sind wir doch mal ehrlich! Wer hat nicht schon dran gedacht? oder wieviele Paare haben eben jene Gedanken in ihre Heiratsabsichten mit eingeplant!

Verbitterte Grüße von Nicole

von Nicole Lehrerin - am 11.11.2004 22:08
Hallo Erich,
na da bin ich ja beruhigt, dass wir keine erhöhten Haushaltsführungskosten haben, wo du -oder wer?- es doch sagst.

Der Steuerklassenvorteil würde für uns auch wegfallen, wenn wir 10 Kinder hätten. Die Kosten für den dann benötigten Wohnraum würden wir dann vermutlich aus Luft und Liebe generieren.

Aus meiner Sicht hat weder eine Beziehung mit Trauschein noch ohne einen solchen staatlich subventioniert zu werden. Subventioniert werden sollten generell die Kinder. Pardon, jetzt habe ich doch glatt das fette Kindergeld zu erwähnen vergessen.

Für zwei Kinder sind für die Kigabetreuung von uns in kürze ca. 600 Euro auf den Tisch des Hauses zu blättern. Da haben wir ja Glück, dass wir nicht auch noch erhöhte Haushaltsführungskosten zu tragen haben.

Füreinander einzustehen, gedenken wir im übrigen auch zu tun. So flüchtig sind nichteheliche Gemeinschaften mit Kindern nämlich auch wieder nicht. Aber was zaubert man staatlicherseits nicht alles für faule Argumentationskrücken aus dem Hut.

Nicole's Zorn ist mehr als nur verständlich, welcher von meinem im Übrigen noch übetroffen werden dürfte. Ich könnte glatt den Rechner aus dem Fenster feuern. Aber dadurch entstünden mir möglicherweise erhöhte Haushaltsführungskosten und das wollen wir ja nicht.

Ich bin jedenfalls ganz schön...äh..."böse".

Lieben Gruß

Ted

von Ted* - am 11.11.2004 22:32
Liebe Nicole

ich kapier ja, dass du erst mal sauer bist, aber bitte reg dich erst mal ab....und denk nächste Woche noch mal in Ruhe nach...

Die gegenseitigen Verpflichtungen und Rechte beziehen sich ja nicht nur auf die Kinder. Und das Ehegattensplitting dient z.B. auch dazu, dass die vom Grundgesetz geschützte Ehe nicht in die Situation kommt, dass Ehepartner steuerlich schlechter stehen als unverheiratet zusammen lebende Paare. Dass die Ehe nichts als ein "Steuersparmodell" ist, halte ich nicht nur für ein Gerücht, sondern ich fände es auch beleidigend, mir als Verheiratete solche Ausbrüche wie deinen eben anhören zu müssen (jetzt grad verscuhe ich nicht beleidigt zu sein, weil mir klar ist, dass du eben gerade wohl unter zu viel Adrenalin leidest ;-) ).

Bevor wir hier aber jetzt eine Grundsatzdebatte darüber vom Zaun brechen, ob es denn richtig ist, dass der Gesetzgeber Ehe und Familie unter besonderen Schutz stellt (was übrigens mehr oder weniger auch nur theoretisch der Fall ist), sollten wir uns alle lieber noch mal genau zu Gemüte führen, wo im Einzelfall überhaupt die Rechte und Pflichten liegen...

Wie gesagt, ich verstehe deine Wut. Aber angesichts der Tatsache, dass es heutzutage nicht selten vorkommt, dass (verheiratete) Väter von vier Kindern mal eben entlassen und für 700 Euro weniger im Monat wieder eingestellt werden (doch, glaub mir, es gibt Tricks, das zu machen), ohne dass sie sich wehren können, finde ich deinen Ausdruck "verbittert" in diesem Zusammenhang auch nicht ganz passend....

Nichts für ungut
Petra

von Petra F. - am 11.11.2004 22:38
Hi Ted

also eine Diskussion über Grundgesetz, Verfassung und so...

na ich weiß ja nicht....


"aus meiner Sicht hat hat weder eine Beziehung mit Trauschein noch ohne einen solchen staatlich subventioniert zu werden" ist wohl der Einstieg in so was....

...und den Begriff Subvention finde ich auch nicht so optimal in diesem Zusammenhang, sorry....

aber eh ich hier noch Öl ins Feuer kipp, mach ich lieber mal den Rechner aus ;-)

Petra

von Petra F. - am 11.11.2004 22:41
Hallo Nicole,

es ist ganz einfach. Wenn in einer Ehe z.B. jemand arbeitslos oder krank wird, muss der andere für ihn einstehen. Wenn ihr eines Tages keine Lust mehr aufeinander habt, vielleicht weil der andere krank oder arbeitslos ist, dann geht einer einfach und ist seine Probleme damit los. Und den anderen hat die Gesellschaft am Hals.

FG Erich

von ErichW - am 11.11.2004 22:43

Re: Ich platze...@Petra!

Ohhhlala, Petra!

ich wollte doch nicht dich persönlich als Verheiratete angreifen mit meinem Wutausbruch!

Aber ich rechne morgen mal, was ein Trauschein für uns für enorme Begünstigungen bedeutet und dann nichts wie ab zum Standesamt!

Etwas gefakt das Ganze, weil unsere Beziehung eines Trauscheines nicht bedarf: Mit anderen Woren: Ich brauche nicht aus Liebe zu heiraten.Denn diese besteht auch ohne Trauschein!

Aber: Nicht, dass du mir jetzt an die Gurgel springst. ich wünsche, denen, die diesen Schritt tun, von Herzen und da meine ich auch so--sie werden ihre Gründe haben-alles Gute!

Meine Freundin heiratete vor 2 Jahren auch, eine tolle Hochzeit, eine sehr rührende, sehr schöne Feier in der Kirche, mir rannen die Tränen runter, weil es einfach schön ist, zu sehen, dass sich 2 gefunden haben und dieses in irgendeiner Form besiegelt wissen wollen.

Nur wenn ich an uns denke: Wir lieben uns auch und leben fest zusammen und wir haben uns entschieden--bislang--dass wir eben nicht diese Besiegelung--weiß nicht, wie ich es nennen soll.-brauchen.

Auch gut, jeder soll das für sich entscheiden!

Aber wenn ich mir das jetzt so durchrechne, dann haben wir es als verheiratete Menschen doch finanziell um einiges, um mehr als einiges leichter.

Sorry, letzteres ist Tatsache und sollte dich persönlich nicht beleidigen.

Ja, ich bezeichne das Verheiratetsein in dem Moment als Sparmodell, denn aus meiner Sicht kann man auch ohne Trauschein "verheiratet" sein und das Zusammenelben nicht weniger oder mehr glücklich führen wie verheiratete Paar auch!

Mit einem Unterschied: Man hat erheblich weniger in der Tasche!

Liebe Petra, sei bitte nicht persönlich beleidigt,ich versuchte durch das Beispiel mit meiner Freundin oben zu verdeutlichen, dass ich beide Wege richtig und schön finde.

Wenn aber nur für einen dieser beiden Wege staatliche Unterstützung gegeben wird, ja dann frage ich mich, ob man nicht den anderen nehmen sollte.

Mit diesen Sümmchen, das man dann da mehr im Jahr verdient lassen sich wieder ein paar hübsche Ziegelsteinchen für das späteren Eigenheim anfertigen!

LG von Nicole

von Nicole Lehrerin - am 11.11.2004 22:53
Jo Erich, dann habe ich also tatsächlich richtig gelesen *ggg*. Das ist eben mein Problem. Ich bin nicht der Typ, der in dieser Weise verfahren würde. Würdest du mich kennen könntest du es vielleicht erahnen, so muss es eben mal so stehen bleiben.

Da für mich dieses "Ende" so nicht in Frage käme -es gibt ja noch sowas, wie Moral- und ich dennoch steuerlich schlechter gestellt werde trotz erheblicher Aufwendungen muss man mir schon malgestatten, mich zu bekotzen.

Verzeihung

Ted

von Ted* - am 11.11.2004 22:59
Hallo Petra,
natürlich läuft es auf eine Grundsatzdiskussion hinaus und die wäre wie so oft frucht- und brotlos.
Man muss es eben einfach mal raushauen. Danach kann man es ja wieder vergessen, wie immer, weil man ja doch nichts ändern kann.

Subventionierung war nicht despektierlich gemeint *ggg*

Lieben Gruß

Ted

von Ted* - am 11.11.2004 23:03

Re: Ich platze...@Petra!

Also, Nicole,

wenn du dir in zwei, drei Wochen mal deine Postings noch mal anguckst, wirst du vielleicht feststellen, warum man es als beleidigend auslegen könnte....

Bevor du Ted heiratest: informiere dich gründlich über die Rechtsfolgen, Unterhaltspflichten im Arbeitslosen- oder Krankheitsfalle, Pflegebedürftigkeit, Vermögensausgleich, und auch dahingehend, ob bei Euch der Fall eintreten könnte, vom Sozialamt z.B. für Pflegeheimkosten der Schwiegereltern etc. in die Pflicht genommen zu werden, da wirst du u.U. geschröpft bis zu einem ziemlich minimalen "Selbstbehalt". Das nur so als kleiner Hinweis am Rande!

Im übrigen wird es vom Gesetzgeber so gesehen, dass man davon ausgeht: wenn Leute unverheiratet zusammenleben, dann eben genau DESHALB, WEIL sie die Rechtsfolgen der Eheschließung nicht haben wollen. Und damit können sie auch nicht die Vorteile einsacken. Das gilt- so blöd es im Einzelfall auch sein mag- auch für dich. So ist es nun mal.

Wenn du nun wegen der sogenannten finanziellen Vorteile (beachte die Rechtsfolgen für den Fall, dass es mal bei euch andere Lebensumstände gibt als die jetzigen!!!!) heiratest, bitteschön, aber in dem Falle erspare ich es mir, Euch zu gratulieren ;-)

Also, bevor du dich weiter reinsteigerst, erst mal genau nachlesen. Übrigens- auf den nächsten, der mir damit ankommt, ich solle mal ehrlich sein, ich hätte doch bei der Eheschließung an die Steuerklassen gedacht, bin ich dann tatsächlich böse *grins* - und dem rechne ich dann mal vor, was es mich kostet, wenn mein Mann (seit 35 Jahren Diabetiker) mal pflegebedürftig wird- im Vergleich zu einer unverheirateten Partnerin.

Übrigens habe ich schon zu meiner Verlobung gehört, dass ich total blöd bin, einen Mann mit einer Vorerkrankung zu heiraten. Die Person, die mir das sagte, war zwar ziemlich unverschämt, aber sie hatte dabei natürlich genau die Tatsache im Auge, dass meine Heirat nämlich RECHTSFOLGEN für mich hat :-)

Petra, die doch den Rechner noch nicht ausgeschaltet hat ;-)

von Petra F. - am 11.11.2004 23:03
Hi Ted

was für dich in Frage kommt oder nicht, kann der Gesetzgeber doch wohl nicht wissen. Ich freu mich zu lesen, dass du da an dich selbst gewisse moralische Ansprüche hast :-)
aber ich sag mal: behaupten könnte das ja auch jemand, der die nicht so hat wie du. Für den Staat ist da eben nicht maßgebend, was einer so bei sich denkt oder im Forum schreibt, sondern ob er die Ehe mit Rechten und Pflichten eben eingeht oder nicht.
Es ist ja nun mal auch häufiger, dass jemand sich einer Unterhaltspflicht entzieht, als dass er freiwillig einen nicht angeheirateten Angehörigen massiv und unter Aufgeben eines gewissen Lebensstandards unterstützt, wenn er dazu rechtlich gar nicht verpflichtet ist! Woher soll Vater Staat denn wissen, dass du nun die große Ausnahme bist?

Petra

von Petra F. - am 11.11.2004 23:08

Re: Nochmal an Petra!

Schön, dass deine Neugierde dich vor dem Ausschalten des PC´s bewahrt hat ;-)

Ähmm, vielleicht nochmal zur Klarstellung:
ICH habe dich als Verheiratete keineswegs auf den Punkt reduzieren wollen, dass du nur aus steuerlichen Gründen geheiratet hast. Das habe ich mit keinem Wort erwähnt und nicht mal gedacht!

Deshalb schon nicht, weil ich eben aus dem eig. Bekanntenkreis es anders erlebt habe!

Nun aber zurück zu dem, was da alles auf mich zukommen soll als Verheiratete:

Damit werde ich leben können aus dem einfachen Grund, dass ich ebenfalls noch etwas moralisch veranlagt bin, auch wenn ich im Punkt Verheiratetsein tatsächlich an die steuerlichen Vergünstigungen zuerst denke *ggg*

Ich könnte jetzt anders herum beleidigt sein, weil du den unverheirateten Paaren ja mit dem Hervorheben der Verpflichtungen unterstellst, dass sie allesamt eben nicht wegen der auf sie in der Ehe zukommenden Verplichtungen heiraten wollen.

Wie morallos hältst du uns denn? *staun*

Ja glaubst du, wenn Teds oder meine Mutter oder wer auch immer oder einer von uns ein Pflegefall wird, dass wir den anderen sitzen lassen und davonrennen?

Ich bin davon überzeugt, dass sich selbst mit dem Trauschein nichts ändern würde bei uns, außer vielleicht meiner extremen Allergien, die sich beim tragen eines Eheringes entwickeln könnten, aber da gibt es ja Materialien, die Gott sei Dank hautschonend sind. Ich denke da an Titan beispielswiese ;-)

Mal ernsthaft: Aber das ist ja gar nicht unser Ziel: Wir benötigen eben den Trauschein als Besiegelung für uns nicht. ist einfach so!

Aber deshalb ist es noch lange nicht einzusehen, warum wir weniger Rechte, auch finanzieller Art haben sollten, wenn wir bzgl. von Unterhaltszahlungen diesselben Pflichten haben und weiteren Zahlungen wie Höchstsatzzahlungen bei Kitaplätzen und, und und!

Mich erstaunt es im übrigen sehr, zu behaupten, dass wir geringere Haushaltsführungskosten--siehe Erichs Beitrag-haben als verheiratete Menschen!

Hmm, das muss man mir mal erklären!

Na denn liebe Petra, ich hoffe, du bist immer noch wach und liest mit, lol!
Guten Morgen übrigens du Nacheule!

Lg von Nicole, die froh ist, morgen mal länger schlafen zu können! Naja, bis 7 Uhr, dann klingelt der lebendige Wecker spätestens! ;-)

von Nicole Lehrerin - am 11.11.2004 23:19
Hallo Petra,
ich bezweifle, dass ich die große Ausnahme bin. Das würde den Gesetzgeber vermutlich auch nicht interessieren, selbst wenn er die Möglichkeit hätte die "Guten" und die "Bösen" zu unterscheiden. Aus ökonomischer Sicht, ist es für ihn praktischer, wenn man möglichst viele Paare per Vertrag zwingen kann, das letzte Hemd für den anderen oder seine Anverwandten zu geben.

Moral ist natürlich per Gesetz nicht fassbar, aber es stört mich gewaltig, man das Potential dazu auf null reduziert. Und ich könnte auch stinkig werden, wenn man mich dafür belächelt, wenn ich dieses Moralempfinden für mich beanspruche.

Wie gesagt, ich sehe schon ein, das solche Diskussionen zu nichts führen *ggg*.

Lieben Gruß

Ted

P.S. Weißt du nicht, wie man den PC runterfährt? - oder hast du umdisponiert? *fg*

von Ted* - am 11.11.2004 23:24

Re: Nochmal an Petra!

Hallo Nicole,

...Mich erstaunt es im übrigen sehr, zu behaupten, dass wir geringere Haushaltsführungskosten--siehe Erichs Beitrag-haben als verheiratete Menschen!...

Das ist doch Quatsch - lies bitte schön und schäume nicht nur vor dich hin! Ich habe mehrfach geschrieben, dass das Privileg (!!!!!!!), dass dir jetzt verlorengeht, ein Nachteilsausgleich für echte Alleinerziehende ist. Ihr habt die gleichen Kosten wie vrheiratete Erziehende, also steht euch dies Privileg nicht zu. Begreife es endlich. Mit der neuen Regelung werdet ihr so gestellt wie verheiratet Erziehende. Die Benachteiligung der verheirateten Eltern gegenüber euch wird beseitigt, und sonst nichts!!!

Grüße

Erich

von ErichW - am 12.11.2004 08:50
Hi Ted

mir fiel es wiederein, wie der PC ausgeht ;-)

Was die Sache mit der MOral angeht: der Unterschied zwischen uns und euch ist, dass es euch freisteht, im Falle des Falles füreinander einzustehen oder auch nicht. Dass ihr euch das so vornehmt, ist sehr schön, aber wie gesagt, es steht euch frei. Mir dagegen nicht, weil ich mich eben für die Rechtsfolgen der Heirat entschieden habe. Ich lasse mich also rechtlich verbindlich darauf ein. Und das ist natürlich ein Unterschied!

Nochmal: was du planst, sagst und denkst, ist für den Staat unerheblich, er kann das ja nicht unterscheiden, welche Moral der einzelne vertritt, und wer dann im Krisenfalle wie reagieren wird. Entscheidend ist, dass du nicht die gleichen Pflichten hast wie ein verheirateter Mann, dass man dich rechtlich gesehen nicht auf die gleichen Dinge festnageln kann!

Das Ganze hat doch nichts damit zu tun, wer wem welche moralischen Mängel unterstellt oder nicht, es ist vielmehr eine rein juristische Frage. Eine mündliche Zusage ist eben auch immer weniger wert als eine schriftliche (auch wenn mündliche Zusagen nicht "nichts" sind...) .

Wenn man die Rechtsfolgen der Ehe nicht will und also nicht heiratet, kann man nicht verlangen, dass einem dann automatisch zugetraut wird, im Zweifelsfalle für diese Folgen dann doch freiwillig geradezustehen.

Petra

von Petra F. - am 12.11.2004 10:31
Hi Nicole

ich zitier dich mal

"Heiraten aus steuerlichen Gründen. Sind wir doch mal ehrlich! Wer hat nicht schon dran gedacht? oder wieviele Paare haben eben jene Gedanken in ihre Heiratsabsichten mit eingeplant!"

Wie, glaubst du, kommt so was bei mir als Verheiratete an? Hm? Nicht im Traum daran gedacht, jemanden anzugreifen, klar, ich glaub dir das wirklich, aber der Text selbst sieht halt doch schon ein wenig danach aus....aber sei´s drum, ist ja egal :-)


Aber deine Vorstellung, was Heirat bedeutet, finde ich nicht nachvollziehbar. Zumindest die standesamtliche Trauung ist nicht mehr und nicht weniger als folgendes: zwei Leute gehen die Ehe ein mit den entsprechend dafür vorgesehenen Rechten und Pflichten. Das hat gar nichts damit zu tun, ob du das für deine Beziehung für "nötig" hälst, oder ob jemand glaubt, er sei damit "glücklicher". Was interessiert es denn den Staat, wie du deine Beziehung betrachtest. Den Staat interessiert doch da wirklich nur die Rechtsfolge, sozusagen, und du hast die Wahl, diese Sache zu wählen oder bleibenzulassen! Deine Gefühle, oder Ansichten über Beziehungen haben damit nicht viel zu tun.

Insofern hast du tatsächlich- da muss ich Erich zustimmen- keinen Anspruch auf die Vorteile der Ehe, wenn du keine Ehe eingehst. Dafür ersparst du dir auch die Verpflichtung. Ob du dich im Zweifelsfalle freiwillig für Partner und dessen Familie einsetzt oder nicht, ist deine Sache; es ist sicher eine moralische Frage und keiner hier will deine Moral in dieser Hinsicht anzweifeln, aber rechtlich gesehen dürfte das nicht von Bedeutung sein.

Und übrigens, die Kosten, die du für euch geltend machst, haben andere (verheiratete) Paare mit Kindern auch. Was Erich meinte, war die Situation der Alleinerziehenden. Und bei allem Respekt - alleinerziehend bist du nicht, oder?

So weit alles klar?

Petra

von Petra F. - am 12.11.2004 10:40
Hallo Petra!

Ich habe jetzt ebenfalls zig mal herausgestellt, dass Alleinerziehende das alleinige Recht hätten, steuerlich günstiger dazustehen als alle anderen, ob verheiratet oder nicht!

Aber ich kann es trotzdem auf den einen Punkt reduzieren undin einem kann ich dir wirklich zustimmen:
Da wir uns genauso füreinander verpflichtet fühlen auch bei Problemen füreinander da zu sein, ist es eigentlich idiotisch nicht zu heiraten, weil ja in Problemfällen es so aussieht, dass der eine dann alleine da steht, weil er nichts hat. Im krassesten Fall im Todesfall.

Also kann man dann tatsächlich heiraten, zumal man dann finanziell wirklich besser dasteht.

Nur um es nochmals zusammenfassend zu sagen: Unsere Liebe bedarf keines Trauscheines, nur dass wir Verpflichtungen auch ohne Trauschein gegenüber wahrnehmen, kann- und da stimme ich dir zu.der Staattatsächlich nicht wissen!

Ich finde es gerade in der heutigen Zeit dennoch altmodisch, anzunehmen, dass verheiratete Paare ihrer Verpflichtung, die sich ja irgendwo unterschrieben haben, nachkommen, wenn sie verheiratet sind.
Beim, Blick auf die Scheidungszahlen!!!
Das trifft genauso wenig oder oft zu wie für unverheiratete Paare!

Was machen Verheiratete, wen sie keine Lust mehr aufeinander haben und ihren Verpflichtungen, mal abgesehen vom Unterhalt nicht nachkommen wollen?

Sie lassen sich scheiden, peng! So einfach ist das!

Die anderen hingegen, die glücklich zusammenleben, ebenso wie jene die unverheiratet, aber glücklich zusammenleben genießen ihr Leben, nur mit dem Unterschied, dass man als unverheiratete Paare eben erheblich finanzielle Einbußen hat.

Am besten ist es demnach: Noch vor dem 1.1.05, amit man dann für dieses Jahr noch steuerlich etwas abzusetzen hat *ggg* zu heiraten, noch schnell ein Haus zu baune, den ersten Spatenstich machen zu lassen...lol!

Egal, der Staat hat ein anderes Interesse, klarer Fall! Und das, was wir hier diskutieren ist u.a. die Moralvorstellung einzelner, die eh nicht zu überprüfen sind.

Nochmals zu meinem ersten Absatz: Klar mag das für einige Verheiratete jetzt beleidigend klingen, aber Petra, wir wollen doch ehrlich bleiben und uns nichts vormachen! Schön, wenn das bei euch so nicht der Fall ist, aber bei vielen anderen ist das der Fall, nämlich auch der Gedanke daran, dass steuerliche Vorteile daraus entstehen!

Und wenn jetzt alle Verheiratete behaupten sollten, dass sie nie auch nur daran gedacht hätten, da muss ich sagen:
Das ist gelogen!


LG von Nicole, die nun aber das Thema beenden wird, weil es offensichtlich eh zu nichts führt und nur einmal mehr zeigt, dass man sich ja nicht beschweren darf, scho ngar nicht als Beamtin in der Probezeit!
Leider lässt sich nicht anders herum überprüfen, ob du in meinem Falle dich nicht ebenfalls über die Ungerechtigkeiten aufgeregt hättest, zumal wenn du feststellen musst, dass dein Nettoverdienst um gut 250 Euro monatlich sinkt, nur auf Grund der Tatsache, dass du eine Steuerklasse schlechter eingestuft wirst.

Macht bei mir ungefähr 3000 Euro weniger im Jahr aus und das ist definitiv!

Da schrieb Erich wonanders, dass dieses nicht stimmen könnte!

Es ist aber so, aber wie gesagt, es ist egal!

Offensichtlich dürfen sich in Bezug auf Geld bloß keine Beamten auf Probe auskotzen, sondern diese werde "angekotzt", ohne zu hinterfragen, wieviel sie wirklich verdienen!

Aber es ist überall dasselbe: Dahinter steckt nach wie vor derG edanke, dass sich Lehrer gar nicht beschweren müssen, weil sie allesamt zu wenig tun und zuviel dafür verdienen, ohne bei einzelnen mal zu hinterfragen, ob sie wirklich soviel verdienen, wie alle immer meinen!

mMl ganz zu schweigen davon, wenn man mal etwas mehr verdient, hat man eh nichts davon, weil man dann 600 Euro mal eben schnell wieder loswird, für Kinderbetreuung, die andere hintergeschmissen bekommen!

Urlaub können wir uns auch nicht mehr leisten! Jtzt auch schon nicht mehr, al abgesheen davon, aber vonLehrern nimmt man wahrscheinlich auch an, dass sie zig Urlaubsreisen machen können!
Also: Ich beschwere mich lieber nicht weiter, sonst eskaliert das Ganze noch, lol!

LG von Nicole, die sich zwar immer noch ärgert, aber ja entsprechend handeln könnte.

Und Petra: Keine Angst, ich schreibe nichts darüber in den Foren, sollte es je zu einer Hochzeit zw. mir und Ted kommen ;-) es sei denn, ich kann in meinem Hypiewesen die Klappe nicht halten, lol!

von Nicole Lehrerin - am 12.11.2004 11:39
Hallo Nicole,
ich finde es sehr enttäuschend, das Du das ganze auf einmal auf Deinen Beamtenstatus reduzierst. Dieses Gerede, von wegen als Beamtin dürfe man sich nicht beschweren und als Lehrerin schon gleich gar nicht, ist so untypisch für dich.
Die gesamte Diskussion finde ich sehr spannend und auch wenn man dadurch nichts ändern wird finde ich solche Diskussionen sehr wichtig.
Für mich zum Beispiel ist die eigentliche Ungerechtigkeit, das Ihr so hohe Beträge für die Kinderbetreuung zahlen müßt, das von Deinem Verdienst kaum etwas übrig bleibt.
So etwas, finde ich, sollte sich kein Staat leisten!
Von daher bin auch ich der Meinung, viel wichtiger als die Ehe zu unterstützen ist es für einen gute, bezahlbare Kinderbetreuung zu sorgen!
So, dann will ich noch zwei von Euren Vorurteilen bedienen. Wir haben geheiratet, weil wir die Absicherung wollten und sicherlich auch den Seuervorteil! Dann aber haben wir zusätzlich kirchlich geheiratet und glaub mir, da spielten weder Steuervorteile noch Gesellschaft oder sonst was eine Rolle !!!!!
Viele Grüße
Doris

von basmar - am 12.11.2004 12:11
Hallo Nicole

"Klar mag das für einige Verheiratete jetzt beleidigend klingen, aber Petra, wir wollen doch ehrlich bleiben und uns nichts vormachen! "

Was willst du eigentlich. Du darfst hier rumwüten - weil dir ein Vorteil, den du gegenüber verheirateten Paaren hattest, genommen wurde (und wie gesagt, ich verstehe ja, dass du deshalb sauer bist) -, und wenn ich sage, pass auf, dass du mit deinen Formulierungen nicht zu grob wirst, kommt so was!! Wenn mir direkt im Gespräch einer sagt "wir wollen doch ehrlich bleiben und uns nichts vormachen" dann meint er, ich hätte ihn angelogen. Was soll das eigentlich??? Geht das nicht reichlich am Thema vorbei??

Nicole, was du willst, ist die Vorzüge der Ehe und des Unverheiratetseins gleichzeitig zu haben, ohne die jeweiligen Nachteile. Und weil das nicht geht, findest du den Staat altmodisch. Meinetwegen, aber du wolltest was zum Thema wissen, warum du jetzt steuerlich anders dastehst- Erich hats gar nicht so übel erklärt, und jetzt wütest du auf den Staat, auf das Grundgesetz, das Ehe und Familie schützen will, auf verheiratete Paare, auf mich, auf Erich...vergiß es! Auf so eine Diskussion hab ich keinen Bock, aber ich bin auch selbst schuld, mich überhaupt darauf einzulassen...zugegeben....


Bevor du heiratest, informiere dich genau, ob Ehe wirklich nicht mehr ist als ein STeuersparmodell..überlege dir, was du als Ehefrau für Pflichten hast, wenn dein Mann arbeitslos oder pflegebedürftig wird, oder dessen ngehörige, was läuft, wenn er wesentlich weniger als du verdient, und ihr dann gemeinsam ins Rentenalter kommt, und und und....sonst kommt am Ende das böse Erwachen, und dann schreibt eine unvorsichtigerweise verheiratete Nicole hier was über die Nachteile, die ihr jetzt blühen... und übrigens werden auch Leute, die "nur wegen der Steuer" heiraten, anschließend mit allen Folgen der Heirat konfrontiert, so ist das, die Motivation spielt da keine Rolle.

Im übrigen ist eine Scheidung was ganz anderes als das Trennen Unverheirateter. Auch für Geschiedene gibt es andere Rechte und Pflichten als für sich getrennt habende Unverheiratete. Von wegen- die trennen sich einfach und peng. So läuft es normalerweise nicht!

Bevor du nun also weiter schäumst, reg dich ab, informiere dich genauer und sieh dann mal weiter. Okay?

Dass die Kinderbetreuung- gerade in Hamburg- ziemlcih eigenartig verläuft (um es mal nett zu sagen. Man könnte es auch als chaotisch bezeichnen, und dafür kannst du natürlich nichts), ist eine ganz andere Geschichte, aber darunter haben Verheiratete ebenso zu leiden wie Unverheiratete.

So, nun reichts echt für heute

Petra

von Petra F. - am 12.11.2004 12:42

@Doris!

Hallo Doris,

das kirchliche Heiraten ist sicherlich noch etwas anderes, das sage ich nicht nur als Religionslehrerin!

Aber dankeschön, dass du zumindest so sehrlich warst und gesagt hast, dass steuerliche Vorzüge auch bei der Heiratsidee im Vordergrund standen!

Vielleicht noch eines: Du hast recht, es ist diese Ungerechtigkeit, dass nun neben der ungünstigeen Steuerklasse, die extrem viel bei mir ausmacht, siehe oben hinzukommt, dass man horende Kitakosten zu bezahlen hat, in der Weise, dass nichts mehr übrig bleibt vom verdienten Geld.

ich finde es auch richtig, die Stuerklasse 2 wieder den wirklich Alleinerziehenden zuzusprechen, denn diese haben es tatsächlich nötig.
Auf der anderen Seite kann das nicht dazu führen, dass nun die unverheirateten und verheirateten Paare gegenüber ungleich behandelt werden. gerade in der heutigen Zeit nicht.

Und um Verpflichtungen zu entkommen, kann man sich auch scheiden zu lassen,für diejenigen, die so reduziert und unmoralisch denken! Wenns hier bei der Trennung nur darum geht, Kosten einzusparen, meinte ich!

Dass wir uns alle darüber einig sind, dass solche immensen Höchstsätze einfach nicht sein dürfen bei der Kitabetreuung, zumal, wenn man nur um 50 Euro über dem Nettoverdienst, der dennoch zusammengezählt wird von uns, weil wir schließlich zusammenleben, ist ja auch richtig so, drüber liegt, ist sicherlich verständlich!

Meine Hauptpunkte sind deshalb auch:

1. Es kann nicht angehen, dass berufstätigen Eltern nach wie vor das Fell derart über die Ohren gezogen wird, dass es sich schon fast nicht mehr lohnt zu arbeiten! Letzteres lohnt sich für mich natürlich, weil ich meinen Job liebe und mich persönlich auch schlecht ohne Arbeit fühlen würde.

Wie erkläre ich meinenSchülern das im Fach Arbeitslehre?? Sie rechnen mir doch an Hand der Verdienste ihrer Eltern deutlich vor, dass gleich zu Hause bleiben und von Vater Staat zu leben genauso effektiv, aber weniger stressiger ist.
Eine heikle Situation! Da kann ich nicht nur damit kommen, dass es für einen persönlicher doch besser ist, nicht auf Kosten anderer zu leben, so dass man ein befriedigendes Gefühl hat, wenn man seine Familie selbst ernähren kann.... da lachen meine Schüler drüber!


2.Es ist gut, dass die wirklich Alleinerziehenden wieder besser dastehen als Paare, die zwei Gehälter heimbringen. Das soll auch um Himmels Willen so bleiben. ich kann schließlich täglich genügend Erfahrungsberichte von alleinerziehenden Elternteilen mit nach Hause nehmen!
Es kann aber nicht damit einhergehen, dass nun verheiratete, den unverheirateten Paaren gegenüber besser dagestellt werden-in jeglicher Hinsicht!

Also, Ungerechtigkeiten in jeder Hinsicht!

deshalb frage ich mich, wo wir leben!

So etwas kommt in den skandinavischen Ländern in dieser Dimension nicht vor!

Und zu der Verärgerung darüber, die ich hier zum Ausdruck brachte, dass man sich offensichtlich als Beamtin nicht beschweren darf, kann ich nur sagen:, dass die Wogen in einem anderen Forum ebenfalls hochschlagen, dass sich mir persönlich dieser Eindruck auftun musste!

Dass ich eigentlich dieses nicht auf den Punkt des Beamtendaseins reduzieren wollte, dürfte deutlich geworden sein!

Viele Grüße von Nicole

von Nicole Lehrerin - am 12.11.2004 12:57
Liebe Nicole,

ich will einmal versuchen, diesen Wust von Gedanken einigermaßen aufzudröseln und zu sortieren.

Du sagst: "Ich habe jetzt ebenfalls zig mal herausgestellt, dass Alleinerziehende das alleinige Recht hätten, steuerlich günstiger dazustehen als alle anderen, ob verheiratet oder nicht!"

Ich weiß nicht, ob es heute noch so ist, aber als meine Kinder im Kindergarten waren, wurden Alleinerziehende bevorzugt. D. h. auch Paare wie Ihr, die unverheiratet zusammenlebten. Die Mütter haben sich als Alleinerziehend ausgegeben und wurden bei der Kindergartenplatzvergabe bevorzugt. Gerecht????

Angenommen, es wäre so, dass Leute (fast) ausschließlich aus steuerlichen Gründen heirateten, dann würde demzufolge die Zahl der Alleinerziehenden dann ja sprunghaft ansteigen, denn es gäbe ja Bares dafür. Die Zahl der ohnehin dünnhäutigen Familien würde ansteigen, mehr Kinder nur mit einem Elternteil - wahrscheinlich der Mutter - ansteigen.

Erstrebenswert im Sinne der Kinder????

Du beschwerst dich darüber, dass die Kinderbetreuung so teuer ist. Was wäre sie dir denn wert? Hast du dir schonmal überlegt, was du eigentlich dafür bekommst?

Du bekommst dafür eine lückenlose Arbeitszeit, einen fest zugesicherten Arbeitsplatz bis zur Rente, entsprechende Rentenansprüche, einigermaßen geregelte Arbeitszeiten. Wenn du dir die Kosten für eine gute Betreuung sparen würdest, würdest du auf dein Gehalt verzichten. Was ist denn besser oder billiger?

Zuviel bezahlt????

"Normalos" haben 6 Wochen Jahresurlaub, die Kinder haben aber 3 Monate Schulferien, d.h. es gibt ein Versorgungsloch von 6 Wochen pro Jahr, die bestenfalls durch eine Oma am Platz oder durch Freunde ausgeglichen werden können. Anderenfalls blecht man für eine Kinderbetreuung oder eine Kinder- bzw Jugendfreizeit.

Sorry, aber es ist so: Ich habe noch keinen Lehrer mit diesen Betreuungsproblemen erlebt und aufgrund der Nähe zu unserer Schule hatten wir sehr viele Lehrer in der Nachbarschaft.

Zur Steuerklasse: Ich finde es immer ganz interessant, wenn argumentiert wird: Unsere Liebe braucht keinen Schein!

Warum eigentlich nicht? Was ist so schlimm daran? Was ist so schlimm daran, offiziell bedingungslos ja zu sagen? Oder gibt es nicht doch so eine klitzekleine Hintertür, weshalb man doch nicht...., und man will es sich selbst nicht eingestehen? Manchmal stellt sich mir die Frage, wenn ich so manche
(nicht alle) beobachte, die auf diesem Standpunkt stehen. Der Vergleich mit der Scheidungsquote hinkt insofern, dass man hier sagen kann, dass sie es zumindest versucht haben.

Über die Steuervorteile habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Ich muss gestehen, dass ich gegen das reine Ehegattensplitting bin. Kinderlose Paare sind in der Regel Doppeltverdiener und brauchen m. E. diesen Steuervorteil nicht. Etwas anderes ist, wenn Kinder da sind. I. d. R. fällt erst einmal ein Verdienst weg, dafür sitzen mehr Personen am Tisch. Da finde ich es angebracht und notwendig. Ich fände es auch richtig, wenn Familien mit Kindern weniger in die Rentenkasse zahlen müssten als Kinderlose. Dann kommt zwar oft das Argument, dass nicht alle Kinderlosen freiwillig ohne Nachwuchs sind, es ändert aber nichts an dem Ergebnis. Gesellschaftlich gesehen "profitieren" sie von den Familien und sollten dann auch nichts gegen ihren Obulus haben, wenn sie dann auf der anderen Seite die Chance haben, beide voll berufstätig zu sein, entsprechend finanziell abgesichert oder sogar gut situiert. Es wäre einfach nur fair.

Alles in allem muss man sagen, dass Gesetze nun mal für die Masse gemacht werden. Es wird immer - egal unter welcher Regierung und bei welcher Gesetzgebung - Leute geben, die da durch's Raster gefallen sind und für die das eine oder andere ungerecht erscheinen mag.

Fakt ist aber, dass man sich einfach mal entscheiden sollte, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist. Liebe Nicole, bei deinem Beruf, den du dir ausgesucht hast, stehst du zumindest "arbeitslosentechnisch" gesehen auf der Sonnenseite. In Anbetracht dessen, dass der halbe Bundestag voller Lehrer ist, hast du deine Lobby auch gleich ganz vorn in der ersten Reihe sitzen und an deinem Sonderstatus - der dir auch von Herzen gegönnt ist - wird sich so schnell nicht viel ändern. Also sei ein bisschen zufrieden damit.

Nur ein Beispiel: Meine Freundin hatte sich zunächst für ihre Karriere entschieden und hat ihre Kinder erst später bekommen, hatte eine sehr gute Stelle im öffentlichen Dienst bei einer Bank. Nach dem Mutterschutz hat man ihr eröffnet, dass man sie - trotz Stellenzusage - nicht mehr weiterbeschäftigen kann, weil eben insgesamt Personal abgebaut wird. Hier: Alles über 50 fliegt!

Nun steht sie da mit all ihren Qualifikationen und es will sie keiner haben. Völlig überqualifiziert für normale Stellen, ein potentieller Unruheherd und keine Aussichten, dass sich das irgendwann einmal ändern wird. Und jetzt? Was tun?

Ich habe einige Jahre in der Entwicklungshilfe gearbeitet und eine Kollegin hatte ein tolles Plakat an der Wand. Ein großer weißer Teller mit Nichts darauf. Darunter den Satz: Guck mal über den Tellerrand und sieh mal wie die anderen leben.

Das hat mich sehr beeindruckt und ist mir sehr stark haftengeblieben.

Ich muss zugeben, dass ich mir selbst das auch des öfteren sagen muss, aber es ist ein wirksamer Satz.

In diesem Sinne :-)

Claudia

P.S.: Um evtl. aufbrausendem Temperament oder sonstigem Ärger vorzubeugen, möchte ich gleich dazu sagen, dass ich hier nichts persönlich gemeint habe, sondern einfach mal eine Reihe von Antworten zu den vielen Gedankensplittern geben möchte.

von ClaudiaW - am 12.11.2004 13:03

@Petra!

Hallo petra!

Jetzt bist du diejenige, die nicht richtig gelesen hat!

Woher nimmst du dir das Recht zu sagen,dass ich die ehelichen steuerlichen Vorteile will,ohne die Nachteile zu haben???

Das unterstellst du mir, weil ich noch nicht verheiratet bin oder wie?

Das wiederum ist ebenfalls nicht der Weg, den ich hier beschrieben habe oder gegangen bin!

Sorry, du fühlst dich persönlich davon betroffen, dass ich wahrheitsgemäß herausgestellt habe, dass viele beim Heiraten ganz nebenbei die steuerlichen Begünstigungen sehr wohl zu schätzen wissen!

Nochmals, es geht nicht um die Alleinerziehenden, die sollen endlich zu ihrem Recht kommen!

Um alle Fragen oder Überlegungen, die im Raum deinerseits zu beantworten:

Ich kenne meine Pflichten dann als Verheiratete, sehe diese aber für mich genauso in der unverheirateten Partnerschaft, nur das weiß der Staat wie gesagt ja nicht und damit wären wir wieder beim Punkt Moral angelangt!

Also was soll es!

Ich denke, die Diskussion kann geschlossen werden, wenn du anders herum mir jetzt unterstellst und das hast du eben mit diesem Posting getan, dass ich alle steuerlichen Begünstigungen haben will, ohne Pflichten wahrzunehmen!

Eine Behauptung, die absolut absurd und unwahr ist.
Wenn du meine Postings nicht verstanden hast in diesem Punkt, ist das nicht mein Problem, solche Unterstellung lasse ich mir nicht an den Kopf knallen!

Und ich habe mit keinem einzigen Wort über dich behauptet, du hättest nur aus steuerlichen Gründen geheiratet, wie käme ich denn dazu, so was zu behaupten!

Anders herum meint du, du könntest mir deratiges unterstellen und bevor das Ganze eskaliert, wars das von meiner Seite -nicht nur für heute-aus!

Schönes WE!

Nicole

von Nicole Lehrerin - am 12.11.2004 13:06

Re: Theorie gegen Emotion

Hallo,

vielleicht hier in dieser emotionalen Diskussion, etwas trockene Theorie.

Die Lohnsteuerklasse, sagt überhaupt nichts darüber aus, wieviel Steuern man für den Bezugszeitraum (Kalenderjahr) zu zahlen hat. Denn Lohnsteuer ist erst am Anfang des Folgejahres fällig. Die monatliche einbehaltene Lohnsteuer sind nur "Vorauszahlungen" auf die zu erwartende Steuerschuld. Die tatsächlich zu zahlende Steuer wird anhand der Lohn- bzw. Einkommensteuererklärung festgesetzt. Wer die natürlich nicht macht, schenkt dem Staat Geld (und das sind meiner Meinung nach zu viele).

Kinderfreibeträge (auch wenn auf der Lohnsteuerkarte angegeben) schlagen sich eigentlich überhaupt nicht, auf das Monatliche Nettoentgelt aus. Dafür bekommt ja jeder (arm oder reich) monatlich Kindergeld.

Als Verheiratete kann man sich jetzt gemeinsam veranlagen lassen , aus dem gesamten Familieneinkommen abzüglich Freibeträge, Sonderausgaben, Werbungskosten usw. wird die Steuerschuld ermittelt. Hiervon wird das was schon bezahlt wurde abgezogen und meist hat dann der Steuerzahler ein Guthaben (das der Staat dann sogar meist verzinst auszahlt).

Bei nicht verheirateten bzw. getrenntveranlagten gilt das ganze für jeden Individuel. Pech nur, dass man nur soviel Lohnsteuer zurückbekommen kann, wie man auch schon bezahlt hat. Man kann aber z.B. Kinderfreibeträge auch übertragen (dazu gibt es ein entsprechendes Formular bei Finanzamt). Sprich: man überträgt dem "Besserverdienenden" in einer Lebensgemeinschaft die vollen Freibeträge, somit können eventuelle "Steuernachteile" ausgeglichen werden. Auch Unterhaltszahlungen an die Mutter sind steuerbegünstigt. Arbeitende Alleinerziehende und Familien in denen beide arbeiten, können auch Betreuungskosten (Kindergarten, Hausaufgabenbetreuung usw.) geltend machen. Familien mit nur einem Erwerbstätigen können das nicht, da ist ja schliesslich die Mutter zuhause. (das finde ich zum Beispiel ungerecht, obwohl es mich nicht betrifft)

Also unter dem Strich sollte "theoretisch" alles wieder gerecht sein, wenn man eine Steuererklärung abgegeben hat! Wer seine Steuererklärung natürlich nicht macht, weil er eventuell etwas nachzahlen muss (was der Fall ist, wenn er eine günstige Lohnsteuerklasse gewählt hat und weniger Vorausgezahlt hat - Nachzahlung wäre somit gerecht), lebt somit auf Kosten des Gemeinwohls ...

Jetzt aber genug: Ich habe aus steuerlichen Gründen am 31.12.03 geheiratet, nachdem wir 5 Jahre lang zusammen gelebt haben. Unterm Strich haben wir jetzt genauso viel wie vorher, nur seit dem 1.1.04 monatlich mehr zur Verfügung.

Hoffentlich habe ich Euch nicht gelangweilt.

LG

Bedra,
die in ihren Steuervorlesungen einmal aufgepasst hat und bei jedem Steuerbescheid erstmal Gesetzestexte wälzt und Einspruch einlegt.

von Bedra - am 12.11.2004 13:38

@Claudia!

Hallo Claudia!
Du schreibst, dass du viele Lehrer im Umfeld hast, die keinerlei Probleme mit der Betreuung ihrer Kinder haben!
Die wohnen aber mit Sicherheit nicht HH, wo es dieses besch...Kitagutscheinsystem gibt! und arbeiten nebenbei bemerkt an einer Schule, die 55 Kilometer weit entfernt liegt--eine Arbeitsstrecke!

Zur Hochzeit. Nee, noch einfacher: Ich habe nie die Notwenigkeit darin gesehen, sich zu trauen!

Und das hat nichts mit Hintertürchen offenhalten zu tun! Das einzige was mich bislang davon abhielt, war zum einen, dass ich absolut nicht die notwenigkeit drin gesehen habe und zum anderen, dass ich offen gestanden, den Papier- und Ämterkram lieber meide, lol!

Du hast Recht, ich schrieb es Petra schon! Eigentlich könnten wir heiraten und nun erst recht, lol!

Neee, mal Spaß beiseite: Ich brauche wirklich keinen Trauschein, um meinetwegen bei unverheirateten Paare dann nur meinen moralischen Verpflichtungen nachzukommen!
Bei Verheirateten ist es ja so, dass sie das unterschrieben haben. Aber das wäre mein geringstes Problem, lol!
Aber so ist das Ganze eine Überlegung wert. Für uns änder sich dadurch in der Tat nichts, das einzig ärgerliche darin ist, dass man fast gezwungener Maßen heiraten muss, um die gleichen Rechte zu erhalten--von staatlicher Seite aus!

Und zu den Kitas:

Das, was du beschreibst, war einmal! Man kann sich nicht als Alleinerziehend ausgeben, eben weil ja locker überprüft wird, ob man in einer festen Lebensgemeinschaft lebt.

Geht also nicht! Und so etwas fände ich auch ungerecht, das, was du schreibst! Eine weitere Schweinerei, die vielleicht damit gestoppt wird, dass das nun zu recht geändert wurde.
Also, deshalb finde ich es gut, dass man Alleinerziehende bevorzugt behandelt und es ersichtlich wird, in welcher Form man zusammenlebt, aber nicht in dem Sinne, dass die verheirateten Paare über den anderen stehen und subventioniert werden!!!

Noch was du den Betreuungszeiten:
Glaubst du, ich muss in den Ferien nichts bezahlen für die Betreuung?
Das geht monatlich durch, egal, ob dazwichen 6 Wochen Ferien oder besser unterrichtsfreie Zeit liegen oder nicht! Oder meinst du allgemein, dass ich ja weniger Betreuungszeit im Jahr bräuchte als andere Arbeitnehmer!

Letzteres ist beruflich bedingt und damit folglich richtig, was aber nicht heißt, wenn ich bei einer Tagesmutter oder in einer Kitaeinrichtung mein Kind anmelde, dass ich dann in den Ferienzeiten mein Kind rausnehmen kann und nichts bezahlen muss!

BTW: Uns hätte es auch ein Einkommen gekostet, wenn wir nicht zufällig ne Oma parat gehabt hätten!
Schön, dass es Kollegen von mir gibt, die keine Probs mit der Kinderbetreuung haben. Meine übrigens auch nicht, aber die wiederum sind mit noch einem Lehrer verheiratet und reduzieren mal eben ihre Stunden, naja, und dann endet täglich der Unterricht für die Frau um 12 Uhr und dann kann sie locker ihr Kind abholen, denn der Mann verdient den Rest! Und bei einer Vierstunden-Betreuung, wenn ich die nur brauche, bezahlt man auch weniger als bei einer 10 Stunden Betreuung, auf die wir angewiesen sind!

LG von Nicole

PS:Ich wollte ebenfalls nur drauf aufmerksam machen, dass es leider so, wie du beschreiben hast, nicht mehr ist!

Die Kategorie 5 (also, so heißen die Eltern in HH, die beide berufstätig sind) waren die letzten, die überhaupt einen Betreuungsplatz zugesprochen bekommen haben.

Mit anderen Worten: Von staatlicher Seite wurde verlangt, dass der eine oder der andere Elternteil seinen Job aufgibt, Elternzeit macht, um die eig. Kinder zu betreuuen!

Wie sonst hätte man es machen können, wenn man arbeitet und nicht ne Oma hat, die einspringt?

Ach so, noch was zu den geregelten Arbeitszeiten: Hahaha, wenn wir auch Ganztagsschule werden, wirds besonders lustig. Dann wird an die berufstätigen Eltern der Schulkinder gedacht, nicht aber an Lehrkräfte, die ebenfalls noch kleine Kinder haben.
Die müssen dann soweit Stunden reduzieren, damit sich nicht Gefahr laufen, Nachmittags
unterrichten zu müssen.

Denn wie soll ich das bitteschön machen!

Aber das ist ein ganz anderes Thema!

Sicherlich auch nur interessant für Lehrkräfte mit kleinen Kindern!

Na denn, Claudia,

nur eines noch: Ja, ich habe mir überlegt, was ich dafür bekomme, für die horenden Kitakosten, die wir bezahlen müssen:

Ich arbeite voll durch und mir bleibt von meinem Gehalt kaum mehr was!

Oder ich bleibe zu Hause, oder reduziere soweit, dass diese Kitakosten mich nicht mehr erschlagen, weil ich dann weniger Betreuung bräuchte und am Ende sieht es mit der Finanzlage in etwa gleich aus!

Blöd nur, dass man sowas erst zu spät erfährt!

LG von Nicole

von Nicole Lehrerin - am 12.11.2004 14:06

Re: @Doris!

Hallo Nicole,

gut, dass du daran erinnerst auch Religionslehrerin zu sein. Dann lasse dir bitte mal jetzt zwei Bemerkungen gefallen.

Du weißt doch als Religionslehrerin um die entlastende und stabilisierende Funktion von Ritualen. Auch die Eheschließung ist solch ein Ritual. Indem man sich gegenseitig Ketten anlegt (Ringtausch) geht man ein besonderes Verhältnis ein. Künftig ist man aneinander gekettet, man muss nichts mehr für die Nähe tun. Wenn du auf dieses Ritual und das dazu gehörende einmalige (jedenfalls früher bzw. meistens) verzichtest, bist du gezwungen jeden Tag aufs Neue deine Beziehung zu stabilisieren. Das ist für die meisten eine Überforderung.

Diese Freiheit macht krank und unglücklich. Du glaubst es nicht? Klar, du darfst es nicht glauben, weil sonst deine Glaubensgrundlage gefährdet ist. Vielleicht hilft dir folgende Überlegung. Sicherheit hält gesund. Beamte haben die höchste Lebenserwartung unter den Berufsgruppen. Verheiratete leben statistisch länger. Die Zahlen kannst du dir sicher selbst besorgen.

Und nun das Zweite. Du bist ja evangelisch, nehme ich an. Also weißt du auch, dass die Ehe für Evangelische eine weltliche Sache ist. Die evangelische Kirche erkennt eine Ehe auch ohne Gottesdienst an, umgekehrt ist eine standesamtliche Ehe für die katholische Kirche keine in ihrem Sinn gültige Eheschließung. Ganz nüchtern betrachtet, ist in der lutherischen Tradition eine Ehe nur ein Zweckbündnis, in dem es noch nicht mal um Liebe geht. Wenn sie da ist, umso besser. Aber es geht auch ohne.

Eigentlich verstehe ich dich nicht. Du solltest diese Dinge alle wissen und deswegen die klassische Ehe nicht abtun. Dass die Menschen heute unglücklicher sind als früher, hat sich wohl längst herumgesprochen, auch wenn sie materiell nicht den geringsten Anlass dazu haben. Es hat allerdings viel mit der großen Freiheit zu tun, die aber auch eine große Last ist.

FG Erich

von ErichW - am 12.11.2004 14:10

Praktische Überlegungen

Hallo Nicole,
kannst du nicht deine immensen Fahrkosten als Freibetrag auf der Steuerkarte eintragen lassen, das würde dir das Geld sofort und nicht erst nächstes Jahr bringen.
Und noch ne Frage? Wäre evt eine Tagesmutter nicht günstiger als die Hamburger Kitapreise? Mir erscheint das wirklich wahnsinnig viel, aber die Kita-Gutscheine gehören eh in die Top Ten der Verrücktheiten..
Viele Grüße
Michaela

von Michaela# - am 12.11.2004 14:45

Re: @Claudia!

Liebe Nicole,

sei mir nicht böse, aber kann es sein, dass du ein kleines bisschen jammerst? :-)

Zur Entfernung: 55 km ist nichts! Gar nichts! Als wir im Großraum FFM gewohnt haben war das für meinen Mann das mindeste, es konnten aber locker auch mal 100 oder mehr km sein. Je nachdem. Das ist nunmal so. Entweder man wohnt im Niemandsland, dann bekommt man keinen job, oder man wohnt im Ballungsraum, dann muss man entweder hohe Mieten zahlen, oder weit fahren. Meine letzte Arbeitsstelle lag auch etwa 30 km entfernt. Rechnet man hinzu, dass man hier täglich im Stau steht, wenn man dann fahren muss, wenn alle fahren, konnte da mal locker eine Stunde Fahrzeit pro Fahrt bei rumspringen, manchmal sogar mehr. Wenn man dann aber sieht, wieviele sich erfolglos um eine der wenigen Teilzeitstellen bewerben, bekommt das trotzdem ein ganz anderes Gewicht.

Dass du die Kita in den Ferien mitbezahlen musst, ist klar, das müssen alle anderen auch. In der Schule ändert sich das, ich denke auch, dass dir das bekannt ist. Also reden wir hier von ein paar Jahren, die eben etwas knapper sind. Und?

Nicole, du erhältst dir deinen job. Mal ganz im Ernst, ich glaube nicht, dass eine vorübergehende Berufsaufgabe zwecks Kinderbetreuung eine ernstzunehmende Alternative für dich darstellen würde.

Aber gute Betreuung kostet eben Geld. Das ist nunmal so. Wenn es dir zuviel ist, gib deinen job auf und mach es selbst. Zwei so kleine Kinder können den Tag schon sehr ausfüllen, vor allem, wenn man es gut machen will. Da weiß ich jetzt ziemlich genau, wovon ich rede, denn ich bin die ersten Jahre zu Hause geblieben - eine Zeit, die ich niemals missen möchte. Ich musste damals meinen job aufgeben, schon allein deshalb, weil wir beruflich bedingt umziehen mussten. In unserem damaligen Wohnort hätte mein Mann niemals eine Arbeitsstelle bekommen.

Ich habe es damals für mich anders geregelt. Ich bin dann arbeiten gegangen, wenn sonst keiner wollte. Samstags oder Sonntags. Göga war dann zu Hause und ich habe in einer Bank die Frühschicht geschoben. 4 Uhr morgens aufstehen. 5.45 h anfangen. Genial für mich. Bis meine Lieben so richtig in die Pötte kamen, war ich mit meinem Arbeitstag fertig. Ich blieb im job, hatte meine Familienauszeit pro Woche und gut verdientes Geld.

Die meisten meiner Freunde und Bekannten haben das nicht verstanden. Für sie war das nur ein verkorkstes Wochenende und diese Lösung wäre für sie nie in Frage gekommen. So oder so kann man es sehen.

Mal im Ernst: Mütter und Väter, die in der (zur Zeit äußerst wackeligen) Industrie beschäftigt sind, müssen oftmals einen größeren Spagat hinlegen. Deshalb will ich deinen Ärger nicht abwerten, aber unter dem Strich stehst du da noch auf der Sonnenseite. Darüber solltest du dir im Klaren sein.

Nicole, ob du Ted heiratest oder nicht ist dem Staat eigentlich egal. Bei der Gesetzgebung hat man sich überlegt, was man fördert und was nicht. Hier hat man sich nunmal für die Ehe entschieden und damit Rechte und Pflichten verbunden. Magst du es nun gut finden oder nicht, wobei ich persönlich finde, dass man, sobald Kinder da sind, die Familie schon unter den Schutz des Gesetzes stellen sollte. Aber das ist meine ganz persönliche Ansicht dazu und hat überhaupt nichts mit Steuervorteilen zu tun, sondern eher mit Dingen wie Sorgerecht, Erbrecht usw. Ich habe es lieber, wenn alles klar geregelt ist.

Mutter sein ist eben mehr als nur Kinderkriegen. Da gibt es noch den job und den Partner und die Familie. Bei alledem muss man dann noch aufpassen, dass man sich selbst in dem ganzen Wirrwarr aus Aufgaben und persönlichen Zielen nicht auch noch selbst verliert.

Trotzdem sei dir gewiss, dass du noch auf der richtig guten Seite stehst. Deine Klagen sind zwar im Moment verständlich, aber leider nicht berechtigt.

In diesem Sinne :-)

Claudia

von ClaudiaW - am 12.11.2004 15:08

Re: Praktische Überlegungen

Nicole, auf das, was du mir da eben geschrieben hast, geh ich lieber erst nächste Woche ein.

Aber bevor du noch weiter jammerst:

klar verstehe ich deine Probleme, und dass es in Hamburg mit den Kitagutscheinen drunter und drüber geht, hat sich auch bis zu mir schon rumgesprochen.

Nur bist du bei weitem nicht die Einzige, die derartige Probleme hat, so dass ich deine Kritik, du seiest als Unverheiratete benachteiligt, nur schwer nachvollziehen kann.

Nur mal von mir ein paar Anmerkungen:

ich habe 2 mögliche Arbeitsstellen NICHT ANTRETEN können, weil keine Kinderbetreuung zu organisieren war (keine Krippe, keine Betreuungsgruppe, kein zuverlässiger Stundenplan vormittags, keine Tagesmutter, keine Oma....). Folge: ich bin so lange aus dem Job raus (ich bin Ingenieurin und seit 10 Jahren ohne Arbeit, jawohl!!!!!), dass ich wohl bestenfalls noch mal bei Aldi anner Kasse Aussichten hab, wenn überhaupt. Was das für meine Altersversorgung bedeutet- zumal mein Mann sicher nicht das Rentenalter als voll arbeitsfähiger Mensch erreichen wird- habe ich mir noch nicht auszurechnen gewagt. Aber ich denke nicht, dass diese Probleme für Verheiratete oder nicht verheiratete Leute unterschiedlich wären.

Mein Mann hat einen Arbeitsweg von bis zu 1800 Kilometern (ja, richtig gelesen - und gerade billig ist dieser Lebensstil auch nicht, das kannste mir glauben!! ). Soll heißen- er wird in der Welt herumgeschickt. Sicher hat das auch Vorteile, zum Beispiel den, dass er im Gegensatz zu vielen hochqualifizierten Kollegen noch nicht arbeitslos ist! Eine Wahl hat er nicht. Aber für mcih hieße das: ich könnte keinen Arbeitsplatz annehmen, bei dem ich auch nur einmal im Monat eine auch nur zweitägige Dienstreise antreten müsste oder so. Denn wie gesagt...keine Oma, keine Tagesmutter.......selbst wenn ich (wegen der Altersversorgung und alleine dafür, dass im Lebenslauf mal wieder was drinsteht, würde ich es tun!!!) mein gesamtes Nettogehalt für eine Kinderbetreuung raustäte, würde ich bei der derzeitigen Lage kaum Aussichten haben. Von der Frage, was ich um Himmels Willen anfinge in den SChulferien, bei SCHIlF, bei Unterrichtsausfall aus den Gründen a,b,c,d,e oder f (und der Schule fallen noch mehr Gründe ein), was ich an den unsäglichen beweglichen Ferientagen anfange (hier sind es fünf oder sechs an der Zahl, pro Schuljahr), mal ganz zu schweigen. Firmen, die Leute einstellen, bringen sehr wenig Verständnis auf dafür, dass Schulen hierzulande reichlich unorganisiert arbeiten. So ist die Lage!

Arbeitslos melden hätte übrigens finanziell gesehen für mich wenig Sinn, denn erstens hat mein Mann ja ein Einkommen und zweitens stehe ich ja wegen mangelnder Kinderbetreuung dem Arbeitsmarkt "nicht zur Verfügung", nicht wahr?

Ich verstehe auch nciht, wieso du so in die Luft gehst, weil ich vermute, dass du den Vorteil der Ehepaare haben willst, ohne zu heiraten. warum denn sonst hast du das erste Posting in diesem Strang überhaupt geschrieben? Da ging es doch genau um diesen einen Punkt! Oder war dein GEschriebenes soooo anders gemeint?

Warum ich einige deiner Formulierungen gar nicht gelungen fand- bei allem Verständnis für den Stress, den das unausgegorene Hamburger Betreuungssystembei dir natürlich auslöst- könnten wir eventuell wirklich besser nächste Woche klären.

Petra

von Petra F. - am 12.11.2004 15:24

Re:@Michaela!

hallo Michaela,

genau das habe ich heute mit meiner Stuerberaterin besprochen, grins!

Ich schicke ihr meine Steuerkarte morgen raus und sie füllt das entsprechnde Formular dazu aus und sendet diese Karte an das für mich zuständige Finanzamt weiter!

So kommt monatlich etwas mehr bei rum, was dann in die Kitabetreuung gesteckt wird!

Eine Tagesmutter rechnet sich nicht, im Gegenteil, ist für die Stundenzahl von 10 Stunden, die wir benötigen, weil ich ja zu euch raus eine knappe Stunde Fahrzeit habe--wie du weißt, lach- wesentlich teurer!

Da fällt mir ein, wie wäre es mal wieder mit einem spontanen Treffen an der Schule!

Lol, übrigens würden wir uns dann wieder treffen, wenn ich schwanger bin *ggg*

Kannst ja mal schauen, nur: Ab 29.1. bin ich nicht mehr im Dienst bis Mitte Mai 05. Mein letzter Arbeitstag wäre eigentlich der 2.2.05. Dazwischen sind irgendwie 2 Tage Zeugnisferien und das WE!

Insofern war das für mich Ende Januar!

Na denn, liebe Grüße von Nicole

von Nicole Lehrerin - am 12.11.2004 16:28

Re:@Nicole

Huhu Nicole,
aber gerne, wenn du das in deinen vollen Plan noch unterkriegst *g*
Hm, noch eine leicht verrückte Idee: Könntest du die Tagesmutter nicht am Dienstort nehmen? Würde allerdings bedeuten, dass Finn ausgiebig Auto fahren darf *g*. Wobei mein Kleiner für sein Leben gern Auto fährt, aber das ist ein anderes Thema.
Wir haben übrigens für den Großen den Schulbegleiter durchgesetzt und es läuft gut, allgemein und notenmäßig.
Nächste Woche ist für uns Elternabend und in 2 Wochen Elternsprechtag *supergespannt bin*
Liebe Grüße
Michaela

von Michaela# - am 12.11.2004 18:16
Hallo

eigentlich wollte ich mich zurückhalten aber jetzt reicht es mir.
Urlaub was ist das nach mehreren Jahren der arbeitslosigkeit, Kinderbetreuungsgelder hinterhergeschmissen, verdammt noch mal da hab ich wohl was verpasst, wer macht denn sowas??? Leider verdient mein Mann nicht genug, das sich die steuerausgleichszahlung nicht lohnt.....

Ich denke mal 2 lehrer verdienen echt genug um 2 kinder entsprechend gut großzuziehen , und Einbußen als familie, wer hat die denn nicht. Weihnachtsgeld gestrichen Urlaub verkürzt, Samstag arbeiten was nützt mir das das Steuersplitting, wenn einer in der familie arbeitslos ist,, nur das seltsame ist doch, das lehrer einen verdammt guten Kündigungsschutz gebießen dürfen während Arbeiter einfach nach Kündigungsfrist von durchschnittlich 4 Wochen einfach so gehen dürfen. Falls sich hier noch einer dran hält. Betriebe brechen einfach tarifverträge auf und wer sind die Dummen und machen brav mit.....Hab das derzeit live bei meinen Mann. Und wir meckern auch nicht ständig rum. Und Hartz IV macht es auch nicht leichter auch nicht für Verheiratete.

So, nun viel Spass beim zerklüften, bin derzeit arg hart im nehmen, arbeite derzeit für den halben Stundenlohn und muß froh sein noch gehen zu dürfen, oder wer macht als Lehrer für 4,08 Euro pro Stunde noch Unterricht??????Der Stundenlohn ist kein witz im handel bei einer Supermarktkette

lg
sueesse

von sueesse - am 12.11.2004 22:36
Hallo suesse,


:-) :-) :-) :-)!!!! Ganz genau so ist es. Man muss froh sein, wenn man einen guten job hat, der einen trägt. Und wenn dieser dann noch mit lebenslanger Beschäftigungsgarantie und Rentenanspruch ausgestattet ist, sollte man ganz still sein.

Bei alledem stellt sich mir noch die Frage danach, was Kinderbetreuung wert ist. Wenn ich 300 Euro rechne, verteilt auf 5 Stunden pro Tag, gerechnet auf durchschnittlich 22,5 Arbeitstage pro Monat, dann komme ich auf einen Stundensatz von 2,67 Euro pro Kind. Nun weiß ich aber nicht, ob da nicht noch Zusatzleistungen, wie Essen, Getränke und sonstige Dinge mit einkalkuliert sind.

Wer arbeitet in D für 2,67 Euro die Stunde. Also betreut man mehrere Kinder und dann gibt es eben 5,34 Euro für 2 Kinder und 10,68 Euro für 4 Kinder

Der Stundensatz für Putzfrauen liegt zur Zeit bei ca. 16 Euro pro Stunde, wenn sie angestellt und sozialversichert sind.

D. h. ca. 6 betreute Kleinkinder entsprechen der Stundenleistung einer Putzfrau.

Ist das zuviel für diese anspruchsvolle Arbeit?????

Wieviel ist die gute Betreuung der eigenen Kinder wert? Warum sollte eine Kinderbetreuung für lau arbeiten, damit man selbst für seine Arbeit unter dem Strich noch etwas übrig hat?

Ich denke, darüber sollte man sich erst einmal Gedanken machen, bevor man meckert und jammert, oder?

Nachdenklich

Claudia

von ClaudiaW - am 12.11.2004 23:05
Hallo Claudia,
eigentlich wollte ich ja jetzt die Füße still halten, aber bei deinen völlig falschen und unsinnigen Rechnungen muss ich noch was hinzufügen, wobei ich erstaunt bin zu Lesen, dass du nicht selbst darauf gekommen bist, dass da irgendetwas nicht stimmen kann:

1. ist der Höchstsatz von 400 Euro im Monat, den wir bezahlen müssen (nicht 300, sondern 400 und 200 für jedes weitere Kind) der Elternanteil!

Ein Krippenplatz mit Ganztagsbetreuung kostet logischherweise viel, viel mehr, nämlich gut 1500 Euro im Monat, die genauen Zahlen kann ich dir im Bedarfsfall gerne vom Bezirksamt geben, wenn du magst!

nur man kann ja schlecht von Eltenr, auch denne, die ein paar Euro mit dem Nettoeinkommen nach der Tabelle drüberleigen, mal eben verlangen, sie bezahlen 1600 Euro im Monat für ihrenKrippoenplatz, mal abgesheen davon, dass das auch mein monatliches Einkommen übersteigen würde, loool!

Also, bevor du weiterhin Rechnungen dieser Art aufstellst, sollte tatsächlich einmal mehr nachgedacht werden!


Aber iwe schon gesagtm, man darf sich nicht beschweren, bloß nicht die Lehrer, die dürfen nämlich sich nicht beschweren!
Sie dürfen hilfreiche Informationen hier geben, aber ansonsten die Füße stillhalten!


@Suesse: Auch dir möchte ich sagen, dass das Lehrerbeispiel, was ich brachte, nicht das unsrige ist!

Denn ted ist kein Lehrer und ich arbeite in Teilzeit und verdiene damit unwesnetlich mehr als das Durchshnittsgehalt vieler Angestellter!

Aber ich bin nun mal Lehrerin und da denken alle, diese haben egal ob in Teilzeit, egal ob unter 30 oder nicht, die dicken Tausenden auf ihren Konten!

So denm, das war es für mich, zerpflückt mich, besser meine postings ruhig weiter!


@BASMAR: DANKESCHÖN für deine Unterstützung! Denn du scheibst das, was ich auch denke: Meinungen kann man haben, auch wenn man sie nicht teilt, schwierig wird´s nur dann-und das füge ich an, wenn die Sachebene nicht von der Beziehungsebene getrennt wird und das Ganze in persönlichen Beleidigungen und Anschuldigungen ausartet!

von Nicole Lehrerin - am 13.11.2004 08:47
Hallo Nicole,

ich wusste, dass ich irgendwo die 300 Euro her hatte. Nun gut, also 400 fürs erste plus 200 fürs zweite - macht 600 für beide.

Trotzdem ist die Rechnung richtig, denn offensichtlich ist das der Preis für eine Teizeitbetreuung und die Durchschnittsrechnung stimmt.

Und wieder stellt sich die Frage, was diese wert sein muss. Wieso sollte das umsonst sein oder für einen Spottpreis?

Irgendjemand muss das nunmal bezahlen und hier sind es diejenigen, die diesen Service in Anspruch nehmen.

Die meisten Dinge sind so einfach.

Die Leute, die deine Kinder gut betreuen sollen, denn das ist es ja, was du willst, müssen auch ihr Geld verdienen, es müssen Sozialleistungen gezahlt werden, Räumlichkeiten, jede Menge Versicherungen, evtl. Nahrungsmittel und und und.

Das geht nicht für Nüsse!!!!

Ich rege mich jedesmal über die Mütter auf, die selbst ihre Kinder nicht betreuen wollen (zugegeben aus gutem Grund, sie möchten sich ihren Job erhalten), aber diejenigen, die es dann machen, die sollen es für umme tun. Das muss billig sein, damit unter dem Strich etwas übrig bleibt. Da läuft doch etwas schief!!!

Man muss sich einfach davon verabschieden, dass es irgendetwas umsonst gibt. Alles hat seinen Preis. Gerade in unserer Sozialleistungsgesellschaft. Und da nunmal unser Staat pleite ist, müssen die Eltern nunmal selbst dafür aufkommen, die über das Potential verfügen. Sozial schwächere bekommen nach wie vor ihre Unterstützung.

Da fällt mir ein Artikel ein, den ich kürzlich gelesen habe. Da hat unser Ex-Bundesbankpräsident sich ganz fürchterlich beklagt, dass er nach seinem Rausschmiss nun nur noch mit 8000 Euro klarkommen muss. Welch ein Desaster :-(((.

Diese Diskussion läuft so ein bisschen in diese Richtung. Sorry!

Wenn du den Höchstsatz zahlst, verdienst du auch entsprechend. So einfach ist das. Das du da im Grenzbereich liegst, ist halt in diesem Falle dein persönliches Pech. Das haben andere aber auch. Rechne aber mal gegen, was du bekommst. Jobgarantie! Rechne mal deine Rente aus, die du dir in dieser Zeit erarbeitest!

Sieh mal über den Tellerrand....

Viele Grüße

Claudia

Nicht persönlich gemeint, aber Wahrheit ist eben manchmal unbequem und man will sie auch nicht immer hören

von ClaudiaW - am 13.11.2004 09:07
Hallo,

tja, so einige Supermarktketten kommen auf ziemlich fürchterliche Ideen. Denen sollte man gehörig auf die Finger hauen.

Ich habe auch Freunde, die arbeiten zu solchen Löhnen und ich finde das furchtbar. Man sollte doch mit seiner Hände Arbeit (egal ob als Lehrer oder Maurer im Supermarkt) genug verdienen, um sich und seine Lieben vernünftig zu versorgen. Und das bitte im vernünftigen Stundenrahmen ca. 40h - alles andere ist, nicht ok, wenn man nicht zu Hause ist.

Auf Beamte bzw. Lehrer zeigen viele mit dem Finger, dass diese viel verdienen. Ok, es kommt darauf an! Der kleine Beamte, mittlerer Dienst A7, verdient verdammt wenig. Wenn man mit diesem Gehalt eine Familie ernähren muss, suuper.

Ein Kollege von mir bekommt das gerade. Seine Frau ist seit Februar arbeitslos, ein bekanntes Warenhaus hat Mitarbeiter vor dem "Knall" im Herbst freigesetzt. Viele der Leute waren über 50, trotz guter Ausbildung einfach auf der Straße. Die Chancen von über 50-jährigen brauche ich wohl niemanden zu erläutern. Wenn bei der Frau meines Kollegen das Arbeitslosengeld wegfällt, dann muss er auch noch die Krankenkasse finanzieren - dies alles dank Hartz IV.

Andere Beamter verdienen natürlich mehr.

Aber nicht alle Lehrer verdienen gleich viel. Der Gymlehrer erhält so einiges mehr als der GHS-Lehrer. Dabei haben die Gymlehrer und RS-lehrer immer das Bestreben, die "Problemkinder" an die HS abzuschieben. Pädagogisch wird an der HS nämlich viel geleistet und honoriert wird es, in dem man mal gleich einige Gehaltsstufen weniger erhält.

Zufällig kann ich, im Gegensatz zu den meisten Bürgern ermessen, was ein Lehrer in Nicoles Situation brutto verdient. Bei Steuerklasse 1 ist das dann zwar noch immer viel, aber je nach dem, wo man wohnt, muss man auch damit ganz schön knabbern. Denn z.b. die Mieten sind teilweise so unterschiedlich, dass es einem graust.

Als Beamter muss man seine Krankenkassenbeiträge übrigens selbst bezahlen und für jedes Familienmitglied extra.

Wer dann das Pech hat, wie ich z.B. als Schwerbehinderter muss auch noch Aufschläge bezahlen. Bei uns in der Familie belaufen sich die Kosten für die Kasse für alle Familienmitglieder ( 3) mittlerweile auf fast 400 € und dies einkommensunabhängig.

Die Beiträge für das Pflegegeld sind übrigens für alle gleich! Bei Beamten läuft das nicht einkommensabhängig. Für Ehepartner ohne Gehalt muss man (gilt ja für alle) als Verdiener mitbezahlen.

Zum Thema für wenig Geld unterrichten:

Im Land Berlin gibt es so ca. 1000 arbeitslose Lehrer, die Anspruch nach Hartz IV haben. Das Land Berlin ist nun auf die geniale Idee gekommen, viele dieser Lehrer auf 1-€ Basis in der Sprachförderung für ausländische Kinder einzusetzen.

Eigentlich eine Frechheit, denn so wird wertvolle Arbeit langsam auf die Billigvariante erledigt. Bisher konnte man da nicht genug machen.

Im benachbartem Landkreis bei uns setzt man arbeitslose Frauen z.b., egal welche Ausbildung auf 1 € Basis mit in der Kinderbetreuung in Kitas ein! Sie zeigten eine Bürokauffrau, die mit den Kindern spielt, sie betreut ect....

Das ist schlimm!

Leider sind die meisten Menschen im Gegensatz zu den Postern hier, nicht willens so viel zu überlegen und abzuwägen.

Denn nur deshalb können Betriebe z.B. mit den Menschen so umgehen.

Doris

von Doris Schmitt - am 13.11.2004 09:14
Entschuldige bitte, aber woher hast du die Beträge bei Putzfrauen? Ich hab zwei tage die Woche geputzt und zwar angemeldet- für 6,14 € die Stunde- 16€ bekommt man hier nicht für einen Putzjob!
Doris

von basmar - am 13.11.2004 15:32
Hallo Doris,

ich habe mich vor kurzem nach einer Putzfrau/Haushaltshilfe umgesehen. Hier in Düsseldorf gibt es ein Unternehmen, dass Putzfrauen dauerbeschäftigt, mit Sozialversicherung, Rente, Urlaub, Haftpflicht etc. Das hat den Vorteil, dass die Hilfe wirklich zuverlässig ist. Du bekommst immer dieselbe Kraft zum gleichen Zeitpunkt, wenn sie krank ist, kommt automatisch Vertretung. Sie hat einen festen Arbeitsvertrag mit allen Sozialleistungen.

Das ganze kostet mich als Auftraggeber 16 Euro die Stunde, die ich auch zahlen würde, weil ich einfach finde, dass auch Haushaltshilfen sozial abgesichert sein sollten. Ich möchte das offiziell haben. Die Haushaltshilfe bekommt diese 16 Euro bestimmt auch nicht.

Ich glaube noch nicht einmal, dass damit wirklich alle Kosten abgesichert sind, denn dieses Unternehmen wurde mit staatlicher Förderung ins Leben gerufen. Ich denke also, dass da noch einiges hinzukäme.

Dadurch ergibt sich schon ganz klar eine deutliche Differenz gegenüber den angemeldeten Kleinjobs.

Mir ging es einfach nur darum, einmal vergleichbare Beträge gegenüberzustellen und ich finde, dass ein Eigenanteil von 2 Euro irgendwas (ich weiß den genauen Nachkommabetrag jetzt nicht) für eine Stunde qualifizierte Kinderbetreuung absolut nicht zuviel ist.

Viele Grüße

Claudia

von ClaudiaW - am 13.11.2004 16:16

Betreuungskosten - noch ein Vergleich

Hallo nochmal,

gerade fiel mir noch ein anderes Beispiel ein.

Unsere Große nimmt ja auch babysitterjobs an. Der Stundenlohn für einen babysitter liegt hier bei ca. 5 Euro pro Stunde.

Gerechnet auf 5 Stunden täglich sind das 25 Euro pro Tag bzw. 125 pro Woche. Auf den durchschnittlichen Monat mit ca. 22,5 Arbeitstagen kommt da locker eine Summe von 541 Euro zusammen.

Das ist ohne Steuern, Sozialleistungen, Räumlichkeiten, Essen, Versicherungen, Urlaubs- und Krankheitsvertretung. Es ist keine qualifizierte Kraft sondern "nur" ein Aushilfsjob einer 16-jährigen Schülerin.

Die Amerikaner haben für so etwas eine wunderbare Bezeichnung: There's no free lunch!

Es gibt nichts umsonst.

Viele Grüße

Claudia

von ClaudiaW - am 13.11.2004 16:50

Re:@Nicole

5 Tage a. 10Stunden das sind 50 Stunden in der Woche .50x4macht 200 Stunden Betreuung im Monat.
Bei einem Kind 400 € Betreungunggeld bei zwei Kindern 600 €.

Jetzt teilen wir die 600 € durch 200 Stunden dann bleibt ein Betreuungsgeld von 3 € pro Stunde über.

Und das für die Verantwortung?


Gut Pampers müssen angeliefert werden,aber alles andere ist im Betreuungsgeld mit drin.

Da frage ich mich,was muß eine Mutter die zu hause ist verdienen?


Gaby



von Gaby - am 13.11.2004 19:26
Hallo

Doris zu den 1 Euro Jobs mal
Hier hast du als ALH-Empfänger leider keine Alternative als zu sagen ich mach es, sonst ist dein geld futsch!!!!
Und ehrlich wer privat sich versichern kann, dem kann es echt nicht soooo schlecht gehen. Wir haben keine Jobgarantie in der Wirtschaft, nein wir haben die Freiflugscheine gepachtet und ehrlich Lehrer sein möchte ich gar nicht und ich gönne denen echt ihr Geld, nur sollte man manchmal über den eigenen tellerrand rausschauen, gerade dann wenn ich Kinder in der Klasse sitzen habe, deren Eltern echt nicht wissen, wie sie mit Hartz IV deren Wünsche noch erfüllen können.

Steuerungerechtigkeiten treffen uns doch irgendwie alle. Ich durfte heute meine Knochen im wahrsten Sinne des Wortes verbiegen, 30 Wasserkästen usw. wollen gestpelt sein ua. Das Ganze für 4 Euro 9 die Stunde und das AA hält die Kralle auf, wenn ich über die 165 Euros hinaus bin also arbeitet man noch echt die letzte Woche im Monat umsonst und ab Januar hast du nur noch 30 Euro ohne Anrechnung wo man sich fragt, ob es sich noch lohnt.
Nur bin ich der Typ wie viele der ein Euro-Jobber auch, ich will mein Geld selber verdienen und nicht auf dem Staat angewiesen sein. Vielleicht solltet ihr mal darüber nachdenken, wenn ihr wieder einkaufen geht, was die Leute da schuften müssen.

lg
sueesse

von sueesse - am 16.11.2004 21:13

Re: Ich platze...@Petra!

Hallo Nicole

da ja nun die nächste Woche schon dick im Gang ist, wag ichs doch noch mal. Versprochen ist versprochen...

also, das meiste ist eh gesagt. Und ich bin immer noch an der gleichen Stelle wie letzte Woche.
Nämlich- ich verstehe deinen Ärger, über den Steuerkram, und über die eigenartige Organisationsweise der Kitas in Hamburg, und darüber, dass Kinderbetreuung so viel kostet, dass man sich fragt, wozu man arbeitet....(wobei ich Claudia absolut zustimmen muss, dass es nicht anders geht- warum soll jemand für nix auf dein Kind aufpassen, damit du Geld verdienen kannst, und er selbst kriegt dafür einen Hungerlohn ?)

aber du wolltest beruhigt werden, und das hätte ich nicht gekonnt, also hätte ich besser gar nix gepostet...denn nach wie vor bin ich bei allem Verständnis für dein Genervtsein immer noch der Ansicht, dass du nicht so richtig wirklich recht hast mit allem....
So steht es ja immer noch im Grundgesetz, dass Ehe und Familie unter besonderem Schutz steht. Obs einem nun paßt oder nicht, ist das immerhin eine gesellschaftlich wichtige Grundlage. Und wenn man auch eine Familie ist, so läßt doch der Verzicht auf die standesamtliche Trauung darauf schließen, dass man die bürgerliche Ehe nach deutschem Recht halt nicht will. Und damit ist es doch wohl logisch, dass man auch nicht als Ehepaar behandelt werden kann. Und dass der Staat sich nicht auf Eure -rechtlich gesehen vermutlich ohnehin als eher unverbindlich anzusehenden- hier im Forum geposteten Schwüre, im Zweifelsfalle wie ein Ehepaar füreinander einzustehen, verlassen kann, ist wohl logisch.

Das alles ist noch gar keine Frage der Moral. Sondern nur der Rechtslage.

Inwieweit du aufs Ganze gesehen nun wirklcih als Unverheiratete "benachteiligt" bist (eigentlich sinds ja nur "nicht vorhandene Vorteile für Verheiratete"), ist mir nach diversen Postings sowieso immer unklarer. Aber das wäre ja im Einzelfall nachzuvollziehen.

Den Einwurf von Bedra, dass es hier gar nicht um die Frage verheiratet oder nicht geht, sondern darum, dass Menschen mit Kindern gegenüber denen ohne Kinder benachteiligt sind, und zwar massiv, und das in einer Gesellschaft, die unter Kindermangel leidet, finde ich besonders wichtig. So ist es, genau so, und ich frage mich, warum wir uns das bieten lassen....

Das alles könnten wir, sofern die Schufterei für ein anständiges Auskommen und für die ordentliche Versorgung unserer Kinder uns dafür Luft lässt, bei Gelegenheit noch mal ausführlicher diskutieren (aber besser nicht jetzt sofort ...).

Was mich aber wirklich stört, sind Formulierungen a lá "seien wir doch mal ehrlich" und "machen wir uns nichts vor". So was ist ein absoluter Kommunikationskiller. Es sagt doch nichts anderes als "wer anderer Meinung ist, der lügt entweder oder er macht sich selbst was vor". Wie, denkst du, soll man denn da vernünftig weiterreden? Keine Chance....Alles, was ich danach sagen würde, würde ja doch nur unter "jetzt macht sie sich weiter was vor " abgespeichert....

Auch deine Vorstellung von Eheschließung schien mir befremdlich. Als einziges positives Beispiel fällt dir eine anrührende Hochzeitszeremonie ein. Ansonsten erinnere ich mich, dass Ted mal sauber in die Luft gegangen ist, als man ihn verdächtigte, mit dir verheiratet zu sein...anscheinend hat ihn diese Vorstellugn eher abgestoßen...und an Aussagen wie "ich brauche kein Papier für die Beziehung" (als ob DAS die entscheidende Frage wäre!) und "die meisten heiraten eh nur wegen....". Okay, so ist deine Vorstellung, ich kann das gerne so zur Kenntnis nehmen, aber ich möchte dann auch gerne dazu sagen, dass ich das ein wenig einseitig finde! Heiraten ist eben nicht nur das tolle Kleid, der schicke Anzug und die rührselige Stimmung. sondern ein Bündnis "durch dick und dünn" mit allen Folgen. Und die Unterstellung, die meisten Leute würden das bei ihrer Heirat gar nicht so meinen, finde ich- wenns auch möglicherweise sogar stimmt- ziemlich beleidigend für einige von uns Eheleuten. Wenn du also so was formulierst, musst du schon mit einigem Protest rechnen...ich meine, du kannst ja gegen das Heiraten sein. Aber deshalb ist es noch lange nicht als verlogen oder altmodisch anzusehen, wenn andere Leute andere Meinungen vertreten. Immerhin bewege ich mich da mit meiner Ansicht direkt auf dem Boden des Grundgesetzes ;-)

Trotzdem hoffe ich, wir diskutieren demnächst wieder freundschaftlich miteinander

und wünsch alles Gute für den Nachwuchs :-)

Petra

von Petra F. - am 16.11.2004 22:40

@Erich

Hi Erich

hihi

darauf ist schon so mancher reingefallen. Nur, weil jemand Religion unterrichtet, heißt das noch lange nicht, dass er so tiefgreifend über die Dinge informiert ist, die du da ansprichst (Stabilität, Rituale und so weiter...)...und selbst wenn, hieße das nicht, dass ers auch selbst glauben muss :-)

An Lehrer, die an staatlichen Schulen Reli geben, kannste da keine besonderen Voraussetzungen stellen.....eher im Gegenteil, eine zu starke Verwurzelung im christlichen Glauben ist da eher sogar hinderlich, aus verschiedenen Gründen (übrigens beneide ich niemanden, der in der Schule Religion unterrichten muss).

Übrigens weiss ich - um das Ganze mal an einem Beispiel zu veranschaulichen - von einer "Lehrerfortbildung" für "Religion", bei dem der Vortragende den anwesenden weiterbildungswilligen Lehrerinnen und Lehrern folgenden Lerninhalt präsentierte:

"Wenn man im Religionsunterricht einen biblischen Text durchnehmen will, ist es sehr hilfreich, wenn man den betreffenden Text selbst auch kennt und versteht. Es empfiehlt sich also, den Text vorher selbst mal zu lesen."


Spitze, oder? :-))

Zur Ehrenrettung der Spezies Pädagoge möchte ich anmerken, dass es durchaus welche gibt, die das schon vor der Weiterbildung gewußt haben *kicher*

Bei uns präsentiert sich z.B. Reli in der Grundschule teilweise so :

- wir zählen im Inhaltsverzeichnis die Kapitel
- wir malen schöne Buchstaben
- wir reden über tierliebe Menschen

Für meinen Sohn hoffe ich, dass es in der weiterführenden dann etwas mehr Substanz hat. Sonst besteht die Gefahr, dass er sich zu Tode langweilt oder den Lehrer irgendwann einfach nicht mehr für voll nimmt ;-)

Immerhin ist der Unterricht so inhaltslos, dass sogar Kinder, deren Eltern jeglichen Anklang ans Christliche als absolute und totale Zumutung empfinden, ihre Kinder daran teilnehmen lassen. Ist sicher auch ein Vorteil .

(@Nicole : ich will jetzt aber nicht behaupten, dass dein Reli-Unterricht ebenso leer ist. Ich gebe nur Beispiele aus meinem eigenen Umfeld....)

....

Petra, etwas kratzbürstig

von Petra F. - am 16.11.2004 22:54
Hallo Suesse,
das Problem ist, dass ein Beamter sich privat versichern MUSS.
Auch eine Beamtin auf einer Halbtagsstelle mit 5 Kindern muss sich und jedes Kind einzeln privat versichern.
Ich habe mich während des Erziehungsurlaubs schwarz geärgert, denn ich musste den Großteil der Krankenversicherung selbst bezahlen (einen kleinen Zuschuss gab es), während gesetzlich Versicherte in der Zeit beitragsfrei waren. Machte mal eben so gut 6000 DM aus. Und mein Mann war und ist Alleinverdiener und gewiss kein Großverdiener. Seit dem Ende des Erziehungsurlaubs bin ich familienversichert.
DieKinder konnten wir von Anfang an über meinen Mann versichern.
Die Private KK nimmt keine Rücksicht auf den Verdienst, nur auf Geschlecht und Eintrittsalter. Darüber hinaus ist es egal, ob du Amtsbote oder Oberstudiendirektor bist, eine ganze oder eine halbe Stelle hast.
Viele Grüße
Michaela

von Michaela# - am 17.11.2004 06:32
Hallo,
man, man, man, endlich habe ich es geschafft und alle Beiträge gelesen.

Ich kann nur sagen, unser System bezüglich Kinderbetreuung ist überhaupt nicht ausgereift.

Ich war bis vor einem Jahr alleinerziehend mit zwei Kindern. Als Beide im Kindergarten waren, habe ich von 9.00 bis 13.30 Uhr gearbeitet. Zum Glück hatte unser Kiga bis 14.00 Uhr auf. Wenn aber dann plötzlich ein Tag geschlossen wurde, z. B. einmal wegen Bombenentschärfung, musste ich sehen, wie ich es mache. Ich habe dann abends rumtelefoniert. Zum Glück war mein Ex zu der Zeit nicht auf See und hat die Kinder abgeholt. Aus meiner Familie ist keiner da, der mal einspringen kann. Arbeiten alle selbst.

Für die Ferienzeiten habe ich jedes Mal aufs Neue eine Tagesmutter suchen müssen. Vom Jugendamt ist mir da keine Hilfe gegeben worden. Hortplatz nützt mir da auch wenig, da die auch in den Ferien zu haben.

Richtig problematisch wurde es dann, als mein Sohn in die Schule kam. Keine verlässlichen Zeiten. Erst hatte ich eine Tagesmutter, die ihn hätte auch bringen und abholen wollen, aber die ist kurzfristig abgesprungen, weil mein Sohn ihr gegen das Schienbein getreten hat. Toll! So, nun mal schnell für den nächsten Tag jemanden finden! Jugendamt hatte mal wieder niemanden, der für mich in Frage käme. Glücklicherweise traf ich eine Bekannte, die zumindest die nächsten 2 Wochen meinen Sohn von der Schule mitnehmen konnte.

Naja, am Ende war es so, dass ich meinen Job aufgeben musste. Obwohl im Gespräch war, dass ich eine Vollzeitstelle kriegen könne. Ich war sehr traurig darüber, denn ich hatte einen tollen Chef. ich konnte sogar im Notfall meinen Sohn mit zur Arbeit nehmen. Alle Bemühungen, einen Hortplatz zu kriegen, sind fehlgeschlagen. Selbst meine Sachbearbeiterin beim Sozialamt hat noch mit dem Jugendamt gesprochen. Mir stünde keine Hortplatz zu, da ich ihn ja nicht ganz brauche. Wieso aber eine andere Mutter zwei Kinder im Hort hat, die nicht arbeitet, ist mir unerklärlich.

Als ich gearbeitet habe, hatte ich nicht wirklich mehr Geld. Um zur Arbeit zu kommen, brauchte ich ein Auto. Ich hätte es zeitlich nicht geschafft, mit dem Bus, die Kinder zum Kiga und zur Schule und dann noch pünktlich auf der Arbeit. Eigentlich hatte ich durch die Arbeit, mehr Stress, weniger Zeit für die Kinder, weniger Geld, aber ein Auto.

Heute lebe ich mit meinem Freund zusammen, wir haben ein sieben Monate altes Baby. Wir würden gern heiraten, aber nicht einfach mal schnell zum Standesamt. Es soll was besonderes sein. Eine Hochzeit, die man nicht vergisst. Und das kostet nun mal. Man heiratet ja nur einmal. Zumindest geht man davon aus.

Mein Freund ist mir gegenüber unterhaltsverpflichtet bis zum dritten Lebensjahr unseres Kindes. Ich selbst habe kein Geld von irgendwo her. Da der Vater meiner ersten Beiden nicht zahlt, wird dies vom Sozialamt übernommen. Mein Freund verdient zur Zeit zwischen 850,00 u. 900,00 Euro. Davon wird noch Unterhalt für seine Tochter abgezogen. Somit liegt er schon da an der Grenze zum Selbstbehalt. Zum Glück haben wir im Moment noch das Erziehungsgeld und für meinen Sohn das Pflegegeld.

Für uns sieht es so aus, dass wir besser nicht zusammengezogen wären, denn dann hätten wir mehrere Hundert Euro mehr. Ich könnte dann noch Bekleidungsgeld für mich und meine Kleinen bekommen und so einiges mehr.

Ich kann Nicole voll und ganz verstehen. Einerseits werden wir als eheähnliche Gemeinschaft angesehen z. B. beim Wohngeld. Aber auf der anderen Seite wieder nicht. Beim Sozialamt bekomme ich keine Unterstützung, da mein Freund mir unterhaltsverpflichtet ist, aber beim Jugendamt wird es bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigt.

C´est la vie.

Liebe Grüsse
Michaela



von Merlin2460 - am 22.11.2004 09:12
Hallo,
ich habe mir alle Beiträge nun durch gelesen und kann nur sagen, dass ich auch ein paar Jahre mit einem jetzigen Mann ohne Trauschein gelebt habe und dann mit Trauschein. Der Staat sucht sich bei verheirateten und unverh. immer das beste raus, wenn er Geld einsparen kann , zählt man als uv. wie eine Ehe und wenn er Geld geben soll, dann wird es wieder gedreht. Es gibt so viele Beispiele dafür, natürlich wird bei uv. bei Arbeitslosenhilfe das Einkommen des anderen mitgerechnet, was ja auch in Ordnung ist, wird ja bei vh, auch. Aber wenn z.B der Lebensgefährte, mit dem man auch Kinder hat, stirbt, bekommt man trotzdem keine Rente, nur für die Kinder. Ich habe eine Tochter mit in unsere Ehe gebracht, als der leibliche Vater keinen Unterhalt mehr bezahlt hat, bekam ich kein Geld für sie, da wurde dass Geld meines Mannes mit gerechnet und sie bekam nichts. Aber wenn es um den Unterhalt seiner ersten Frau geht, wird meine Tochter nicht mit angerechnet, ich überings auch nicht. Also immer so wie es der Staat braucht und dass finde ich nicht richtig. Wenn ein nicht verheiratetes Paar keine saatlichen Vorteile genießt, dann auch bitte keine Nachteile.Geheiratet haben wir natürlich auch aus Liebe, aber auch wegen der Kinder, damit im Falle eines Falles es keine rechtlichen Probleme gibt.
Viele Grüße
Bettina

von Sonne Bettina - am 23.11.2004 23:25
Hmmm.was den Unterhalt der Ex betrifft,da scheint aber etwas nicht so ganz zu stimmen.

Ich werde immer mit berücksichtigt,da mein Mann ja für mich unterhaltspflichtig ist in Sinne des Gesetzes.


Gaby



von Gaby - am 24.11.2004 06:27
Hallo Gaby,
es geht bei uns um den Unterhalt für seine nichteheliche Tochter. Wir sind nicht verheiratet und er war auch noch nicht verheiratet.

Also er bezahlt Unterhalt für seine Tochter. Was ja auch vollkommen in Ordnung ist. Nur finde ich es nicht in Ordnung, dass bei der Berechnung vom Jugendamt mein Unterhalt und der unseres gemeinsamen Babys nicht berücksichtigt wird, aber beim Sozialamt. Also d. h. würden wir heiraten, dann würden wir unter dem Existenzminimum sein und könnten wieder ergänzende Sozialhilfe bekommen. Davon mal abgesehen, wollen wir weg vom Sozi.

Was sich mit Hartz IV bei uns ändert, kann uns noch keiner sagen.

Wir sind eben keine Standardsituation. Lach...

Gruss
Michaela



von Merlin2460 - am 24.11.2004 08:14
Huhu Sonne Bettina und hallo Merlin,

DANKESCHÖN Ihr beiden!

Schön, dass ihr auf diese Unstimmigkeiten hingewiesen habt.

Und: Ich hoffe, euch bleibt Harz 4 erspart, denn dann kommt es ganz Dicke:

Beim Arbeitsamt seid ihr dann sozusagen--wie es dem Staat mal eben passt-eine Bedarfsgemeinschaft, mit denselben Pflichten, die Verheiratete, im Falle der Arbeitslosigkeit des Partners haben.

Und das bedeutet: Verdient der andere genug (wer das entscheidet, ob man genug verident, dürfte klar sein,lol) muss er für den arbeitslosen Partner aufkommen, ganz gleich ob man nun verheiratet ist oder nicht!

Also in diesem Fall: Dieselben Pflichten, aber steuerlich und in vielem anderen wird man wie ein Single beurteilt.
Alle Nachteile sind ja bestens von euch ausgeführt worden.
Man kann nur über betriebliche Lebensversicherungen oder auch private versuchen, den Lebensgefährten mit abzusichern!

Witwenrente bekommt man logischerweise nicht, weil man ja gerne für alle Zwecke als Bedarfsgemeinschaft, Lebengemeinschaft, meinethalben auch Bauherrengemeinschaft oder was auch immer benutzt wird, aber unter staatlichen Gesichtspunkten ist man denn doch keine Familie *ggg*

Also auf zum Standesamt!

Liebe Grüße von Nicole, die froh ist, dass es hier noch 2 gibt, die die Umstände realistisch darstellen und mir nicht sämtliche Worte im Mund umdrehen und mich auf den Aspekt des Herumjammers reduzieren und meinen, dass die Gesetze nun mal so sind.

Im übrigen ein recht einfacher Satz, der mir künftig hier und da bei Schulproblemen und ADS-Betroffenen auch von den Lippen gehen könnte, denn da auf einmal gibt es ja soooo viele Ungerechtigkeiten gegenüber ADLérn! Diejenigen, die natürlich verheiratet sind, wollen die Nachteile, nämlich die größtenteils gleichen Pflichten, in die man auch als Unverheiratete genommen wird, nicht sehen!


Ach so: Im übrigen sind ADSLér nicht die einzigen Schüler, die Probleme haben!

LG von Nicole, die demnach nach wie vor Schwierigkeiten hat, den Schülern vom Sinn--außer dem, dass man sich besser fühlt, des Arbeitens zu berichten, denn sie rechnen sich selbst aus, dass zu Hause bleiben sich genauso lohnt, weil im anderen Fall zu hohe KKosten überall das gehalt oder den Lohn verschlingen!

von Nicole Lehrerin - am 24.11.2004 14:40
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