Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Plauderforum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
xavalon1, Inge1, HeidiS, Moni23, Sternchen*, Angelika (TanteGela)

keine schöne geschichte....

Startbeitrag von xavalon1 am 31.10.2005 14:55

hallo ihr,

wie oft hab ich hier schon gelesen "ich muss mir mal luft machen" darf ich heute auch mal???

ich bin altenpflegerin und ich empfinde meinen beruf auch ein stück weit als berufung! aber was ich zur zeit mitmachen sprengt alles bisher dagewesene... betreu ms patientin... sie ist absolut immobil und ich muss sieben std am stück für sie da sein...
sie ist ungerecht , nörgelig und ich kann ihr nix recht machen.... kann nix beenden weil sie 10 forderungen in einem satz stellt und ich gar nicht dazu komme auch nur eine davon für sie (und für mich) zufriedenstellend zu beenden. morgens vor dem dienst denke ich..."heute packstes... das wird ein schöner tag" mittags schleich ich aus der wohnung und bin eigentlich zerstört!!!! sie will keinen lift ich muss mehrfach am tag transfer über meine kraft bewerkstelligen... eigentlich bin ich am ende...
dazu ads+h kind, behinderte tochter die 4 weissheitszähne gezogen bekommt,rücken und gelenkprobleme ohne ende und mann der nie da ist weil 12 std. dienste als polizist

so erst mal ist mir jetzt leichter weil ichs mal hier her schreiben konnte

liebe grüße von xavalon, die im november 18 dienste schieben muss

Antworten:

Oh Mensch Xavalon,
logisch darfst du auch mal,
sei erst einmal doll gedrückt.

Das ist ja mehr als ein Mensch tragen kann.
Du hattest doch letzte Woche schon von deinem Rückenproblem erzählt.

Gibt es da bei der Patientin keine andere Lösung?
Hast du ihr mal erzählt, wie schlecht es dir bei ihrer Behandlung geht?
Vielleicht würde sie danach ja doch mal darüber nachdenken und sich ein Stückchen ändern.

Hast du nur diese eine Stelle oder ist es über eine z.B. Diakoniestation. Dann könntet ihr doch vielleicht mal ab und zu wechseln.

Hat sie nicht auch dir gegenüber eine Verpflichtung und muss einen Lift annehmen??
Wenn dein Rücken erst ganz kaputt ist, dann bleibt ihr doch auch keine andere Wahl.

Mir fällt leider auch nicht so spontan die Lösung ein, werde aber meine eine Tochter mal fragen. Sie arbeitet auch nur mit solchen und ähnlichen Patienten.

Erst einmal noch ein "Drücker" und kleines Kraftpaket von
Inge

von Inge1 - am 31.10.2005 15:17
Hallöchen!

Klaro,darfst Du auch,dafür sind wir ja da.:D

Ich kann Dich gut verstehen,da ich als Nachbarschaftshelferin arbeite und auch schon so einige undankbare Patienten hatte,aber:

DU hast auch Rechte und einen Vorgesetzten,mit dem Du reden kannst,alles braucht man sich ja nicht bieten zu lassen.

Im letzten Jahr ging mir auch die Hutschnurr hoch,da meine Betreute meinte,immer ihre Tochter(die sich kaum kümmert) einbeziehen zu müssen,obwohl sie nicht da ist und NIX beurteilen kann,so nach dem Motto:
Frau X hat die nicht und das nicht ect.,grrrrrrrr....und die Zeit war knapp.
Außerdem sollte ich für sie Ämtersachen erledigen ohne Vollmacht.
Dann hat sie ein Toilettenproblem,welches ich mir auch so nicht gefallen lassen muß.

Da hab ich meine Vorgesetzte gefragt,was ich tun soll und wollte es schon abgeben,naja,sollte mit der Tochter sprechen,negativ.
Da hab ich beim Amt nachgefragt und der sachbearbeiter(selbst mal Pfleger) kam dann zu ihr nach Hause+die Tochter auch,so als die Tochter dann gäkisch meinte,ich müßte mal wieder staub wischen,sagte er zu ihr:

Fr.X ist nicht nur zum Staubwischen da,Arztbesuche+persönl.Kontakt,sowie einkaufen gehen vor,seitdem ist Ruhe.
Für die Ämtersachen habe ich jetzt eine Vollmacht und es klappt gut.
Tja,was das Toilettenprobl.betrifft,hab ich sie mir erzogen,ißt sie nicht Diabetikergerecht und Dinge,die sie nicht darf und sie hat wieder Probs es bei sich zu behalten,mache ich es nicht sauber,tja,dat wollte sie auch nicht,seitdem hatte sie kaum Probs damit und da ich ja nun immer mit zu ihrem Doc muß,hab ich Rückhalt+Unterstützung.

Als es mir die Tage nicht gut ging,bin ich am Do+Fr Zuhause geblieben und siehe da trotz Gipsarm hat sie überlebt und war froh,daß ich wieder da bin.

Man darf nicht vergessen,auch an sich selbst zu denken.

Hoffe,konnte Dir einwenig MUT vermitteln,rede mal Tachelis!

Mutmachende Grüße von Sternchen*
(die das auch erst lernen mußte) :D

von Sternchen* - am 31.10.2005 17:14
Hallo Xavalon!

Jeder darf mal Frust ablassen, aber sicher!!

Zu Deiner Patientin würde ich - so aus dem Bauch heraus - wirklich mal sagen, dass Du kein Lastesel oder Lastkran bist, sondern ein Mensch.

Ein Mensch, dem abends der Rücken fast durchbricht, der auch "nur" Nerven hat, und ein Mensch, der irgendwo auch eine GRENZE hat.

Also ich denke mir das so:

"Guten Morgen, Frau Sowieso! Bevor wir jetzt zur Tagesordnung übergehen möchte ich Sie gerne um Ihre Hilfe bitten.
Sie wissen ja, dass ich sie jetzt seit (Zeitraum) betreue, und dass sie mir ans Herz gewachsen sind.
Ich denke, Sie werden es ebenso empfinden wenn ich sage, dass wir beiden recht gut miteinander auskommen.
Mein Problem ist nun, dass ich die schweren Arbeiten von meinem Rücken her nicht mehr leisten kann.
Sicher können Sie mich verstehen!
Was denken Sie, wie wir beiden eine Lösung finden können die für uns beide zufriedenstellend ist?
Und dann hätte ich noch eine Bitte an Sie, damit unsere Zusammenarbeit auch weiterhin gut funktioniert.
Lassen Sie mir bitte ein klein bisschen mehr Zeit, Ihre Wünsche zu erledigen.
Vielleicht könnten wir zu Arbeitsbeginn gemeinsam eine Liste machen, was erledigt werden muss.
Dann kann ich mir meine Arbeitszeit- und Kraft einteilen, und es wird nichts vergessen"

Wenn Du ihr dabei das Gefühl vermitteln kannst, dass SIE auch noch einen Teil mitbestimmen kann, wird sie sich nicht mehr so elend abhängig fühlen und vielleicht sogar begreifen, wie es in DIR aussieht.

Für heute hast Du aber erstmal Feierabend, also leg die Haxen hoch und ruh Dich aus.
Dann geh in Gedanken durch, wie Du am besten mit ihr sprechen kannst.
Stell Dir vor, was sie sagt und wie sie reagiert. Je besser Du auf alle möglichen Variationen vorbereitet bist, um so besser.

Ich drücke Dir für morgen die Daumen!

Angelika (TanteGela)



von Angelika (TanteGela) - am 31.10.2005 17:24
Hallo xavalon,

na lar, darfst Du hier auch das Herz ausschütten - wozu sind wir denn da???

Meine Vorrednierinnen haben schon so gute Tipps gegeben, da brauch' ich nix mehr hinzufügen, möchte Dich nur fest drücken und viel Kraft rüberschicken!!

Gruss
Moni



von Moni23 - am 01.11.2005 10:30
Angelika,
meine Bewunderung, so Klasse formuliert - das könnte ich nicht und schon gar nicht, wenn einem der Hut eh schon hoch geht.................

Ganz Klasse
findet
Inge

von Inge1 - am 01.11.2005 15:23
hallo ihr lieben....

erst mal danke für euren beistand... das hat mir wirklich gutgetan !
habe heute nochmal im guten versucht mit ihr zu reden.... aber sie sieht wohl wirklich nur sich selbst..." alles andere ist unwichtig... der mensch der hier zu pflegen ist steht im vordergrund" (originalzitiat von heute früh)

naja... dann hat sie mich wieder so gehetzt, da ist mir dann ne glasflasche heruntergefallen... böser fehler... weil sie mit ihrem luftbereiften rollstuhl kann dann gar nicht mehr fahren.

aber da ist mir der kragen geplatzt!!!

ich hab in der küche das böse wort gebrüllt und ihr gesagt, das diese blöden flaschen ja gut und gerne auch noch 10 min hätten warten können und das ich das nicht mehr mache... 10 ansagen aufeinmal gehn nicht und langsam und vorsichtig gehn einfach nich mit schnell , schnell und sofort und gleich...

sie war etwas erschrocken und erst mal ne weile ganz still... danach aber sehr freundlich... nun gibts ja 2 möglichkeiten, entweder sie hat verinnerlicht das es so nicht weitergeht oder sie hat nach meiner tour im büro angerufen... ich werde es erfahren... fakt ist ich kann nur gut arbeiten wenn die situation es zulässt, sprich ich muss atmen können...

bin gespannt auf morgen...

euch erst mal ein ganz liebes danke

von xavalon



von xavalon1 - am 01.11.2005 18:06
Hallo Xavalon,

es gibt immer wieder mal Patienten, die ihre Unzufriedenheit über ihr Schicksal an den Pflegekräften auslassen. Meist waren diese Patienten bereits vor ihrer Krankheit "etwas schwierig"gegenüber den Mitmenschen.

Anscheinend arbeitest du unter einer Organisation. Hast du der Leitung von den Schikanen berichtet? Denn diese müssen mit der Patientin den Sachverhalt und Missstände klären.

Manchmal reicht es auch, die Pflegekraft bei solchen schwierigen Patienten auszuwechseln. Das bedeutet nicht, dass du eine "schlechte" Pflegerin bist.

Stimmt die Chemie nicht zwischen Kranken und Pflegekraft ist ein gutes Arbeiten kaum möglich.

Auch als Pflegerin musst du dich nicht schikanieren lassen.

Die Arbeiten sind bestimmt schriftlich festgelegt worden, wie auch den Einsatz des Bettenliftes. Natürlich geht das schneller mit Muskelkraft, aber dein Rücken macht das nicht lange mehr mit.

MS-Kranke können sich nämlich enorm versteifen.

Da diese Patientin extrem schwierig zu pflegen ist, frage im Büro nach Alternativlösungen, wie wöchentliche Wechsel der Pflegekräfte. Das ist das zwar nicht das Ziel von Ganzheitspflege mit möglichst wenig Pflegekräfte die Pflege zu gewährleisten, aber manchmal geht das nicht anders.

Viel Glück!

HeidiS

von HeidiS - am 02.11.2005 06:37
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.