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Plauderforum
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gaby Zielonka, Marisa, Mable63

Neu hier - Schule = Chaos

Startbeitrag von Mable63 am 23.01.2006 21:37

Hallo Zusammen,
habe eben einige Berichte gelesen und möchte gerne auch einige Tipps bekommen.
Mit meinem Sohn (gerade 10 geworden) habe ich schon seit seiner Kindergartenzeit eine Odysse erlebt, was sein Verhalten betrifft (erzähle hier nur die wesentlichen).

Anfangs waren es von Kindergärtnerinnen diagnostizierte Wahrnehmungsstörungen. Später habe ich ihn bei einer Kinderpsychologin auf ADS testen lassen - negativ.

Eine Ergotherapie hat er über einen längeren Zeitraum gemacht, das ihm auch sehr gut getan und zum Glück auch überwiegend gut gefallen hat. Seit der Schulzeit habe ich nur Stress. Seine Leistungen sind ok.

Nun habe ich ihn in der Uniklinik in Köln nochmals vorgestellt. Hier die Diagnose ADS. In der Schule macht er fast nur Blödsinn, arbeitet selten mit, schreibt aber dennoch zwischen 1 und 5 alle Noten (bei schlechten Noten liegt es daran, dass es draußen interessanter ist und er deswegen nur die Hälfte schafft).

Seine Klassenlehrerin ruft mich ständig an, da er aus der Klasse fliegt oder weil er sich die ganze Zeit weigert, sich am Unterricht zu beteiligen. Man hat mir gesagt, dass man einen Antrag auf eine E-Schule stellen wird. Anfangs hatte ich die schlimmsten Befürchtungen was diese Schulform betrifft. Da ich aber gerne in die Offensive geht, habe ich mich selbst erkundigt und am Freitag einen Termin dort.

Einen Therapietermin (Vorgespräch) habe ich für Mitte Mai!! bekommen.

Ich möchte nun gerne wissen, ob jemand sein hyperaktives Kind auf einer E-Schule hat und welche Erfahrungen dort gesammelt wurden. Wäre nett, wenn man mir da jemand Tipps geben könnte.

Auch in Bezug auf Ritalin und Folgen? Bin für jede Information dankbar.

Mein Sohn ist übrigens überwiegend in der Schule auffällig. Im privaten Bereich ist sein Verhalten wesentlich abgeschwächter - warum? weiß ich nicht
Gruß
Mable

Antworten:

Hallo Mable,

Mable63 schrieb:


In der Schule macht er fast nur Blödsinn, arbeitet selten mit, schreibt aber dennoch zwischen 1 und 5 alle Noten (bei schlechten Noten liegt es daran, dass es draußen interessanter ist und er deswegen nur die Hälfte schafft).


Heißt das, daß er mit besserer Aufmerksamkeit bei den Arbeiten so einfach ohne Anstrengung gute Noten schreiben würde?

Also ich finde das bemerkenswert: Nicht im Unterricht aufpassen und trotzdem gut sein. Wie kriegt der das hin? Helles Köpfchen?



Seine Klassenlehrerin ruft mich ständig an, da er aus der
Klasse fliegt oder weil er sich die ganze Zeit weigert, sich
am Unterricht zu beteiligen.


Nun, so manches Kind langweilt sich im Unterricht und macht dann nicht mit. Das könnte am langweiligen (=uninteressanten) Unterricht liegen. Bei langweiligen Lehrern still sitzen bleiben ist ja auch eine echt harte Herausforderung. Kann nicht jeder. Und ADS`ler erst recht nicht. Es soll Kinder und Erwachsene geben, die gerne aktiv sind, gerne lernen, ehrgeizig und unternehmungslustig sind. In langweiligen Situationen werden die unruhig. Versteh ich bestens.

Vielleicht ist der Unterrichtsstoff für ihn langweilig? Z.B. wenn er nett gemeinte ausführliche Erklärungen der Lehrerin schon längst verstanden hat und nun noch das Ende abwarten muß, bis sie zuende geredet hat. Oder wenn in seiner Klasse Kinder sind, denen ausführliche Erklärungen gut tun, er aber keine Geduld hat, so lange zu warten, bis es im Thema weitergeht. Auch in solchen Situationen kann so manch einer hibbelig werden.

Es soll auchhochbegabte Kinder geben, die nun einfach mal schneller begreifen als andere. Manbeachte: begreifen ist was anderes als lernen. Lernen ist behalten und anwenden. Das aber schaffen mache ADS-Kinder nicht. Sie verstehen (begreifen) möglicherweise recht schnell, vergessen aber wieder.

Nun, Du schriebst, daß Dein Sohn trotz seiner Weigerung am Unterricht teilzunehmen dennoch im Prinzip gute Noten schreiben würde. Als Lehrerin würde mich das stutzig machen. Ein Kind, daß nicht mitmacht ist trotzdem in seinen leistungen gut. Wieso kann der das? Eltern fragen (z.B. Geben die Elternan den nachmittagen Privat-Unterricht? Holt er zuhause alles nach was er in der Schule versäumt?) Wenn nicht, dann schenit dieses Kind eine schnelle Auffassungsgabe zuhaben.



Man hat mir gesagt, dass man einen Antrag auf eine E-Schule stellen wird.


Welche Begründung hat man Dir genannt?
Warum genau soll er dort besser aufgehoben sein als in seiner jetzigen Klasse? Was genau wäre für ihn genau an dieser E-Schule von Vorteil was er jetzt nicht hat?

Ich kenne Eure Situation und Eure Familie nicht und kann deshalb keine Ratschläge geben. Aber ich kann aus Erfahrung sagen, daß es immer wieder mal vorkommt, daß eine Lehrerin mit einem Kind nicht zurechtkommt. Und wenn es Lehrerkollegen gibt, denen es ebenso geht, dann wird in der einen oder anderen Schule nur die E-Schule als Lösung gesehen. Das mag für das eine Kindrichtig sein, aber für das andere evtl. nicht. Also nochmals: WAS genau wäre für Dein Sohn der Vorteil dieser Schulform?

Es gibt ja auch die Möglichkeit, in eine Paralell-Klasse zu wechseln, oder die Grundschule zu wechseln, oder sichzu überlegen, was genau Dein Sohn nicht am Unterricht mag. Wenn z.B. der Unterricht zu unstrukturiert ist, dann ist er evtl. hilflos, weil ohne Überblick. Alkso wäre eine gute Struktur aucheine Lösung. Ob Lehrer das dann auch so umsetzen, wie es für das Kind förderlich ist, ist was völlig anderes. Es wäre wünschenswert.

Auf jeden Fall müßt Ihr zunächst genau rauskriegen, was Deinen Sohn daran hindert, mitzumachen. Erst dann sucht Ihr Euch eine passende(!) Lösung, egal ob E-Schule oder Anmeldung in den Hochbegabten-Kursen Eurer Schule (falls die sowas haben).



Anfangs hatte ich die schlimmsten Befürchtungen was diese Schulform betrifft. Da ich aber gerne in die Offensive geht, habe ich mich selbst erkundigt und am Freitag einen Termin dort.


Sehr gute Einstellung! Selber hingehen. Selber schauen. Und gaaaanz präzise Fragen stellen. Sag dem gesprächs-Partner genau, was Du suchst (welche Unterstütung zu Deinem Kind paßt) und laß Dich informieren, wie diese Unterstützung an genaudieser E-Schule aussieht. Vorsicht bei allgemein-Formulierungen wie "das gibt sich schon" oder "Verlassen Sie sich auf unsere Kompetenz" oder "Lassen Sie sich doch einfach mal drauf ein." Fragt nach Tatsachen und Fakten und schau, was dann kommt. Aber beachte: Nerven und 15 mal nachfragen bringt nichts. Höre gut zu und überlkege Dir im Anschluß, welche Antworten Duauf deine Fragen bekommen hast. Der nach dem Gespräch nachwirkende Eindruck ist oft ein wichtiger Hinweis dafür, ob Du mit dem Konzept einverstandne bist oder Vertrauen hast.



Ich möchte nun gerne wissen, ob jemand sein hyperaktives Kind
auf einer E-Schule hat und welche Erfahrungen dort gesammelt
wurden.


Hier im Forum kannst Du mal im Archiv suchen. Da müßte sehr viel zu finden sein. Ich selber habe einen 11-Jährigen ADS`ler und hatte auch mal mit dem Gedanken gespielt, ihn in eine Schule zu tun, in der er besser gefördert wird. Aber eine E-Schule war niemals eine Lösung für uns.



Auch in Bezug auf Ritalin und Folgen?


Im Archiv suchen!
Mein Sohn hat beste Erfolge mit Ritalin und Co. gemacht: Konzentration gesträrkt, Impulsivität gesenkt, besseres Aufpassen im Unterricht und gutes Behalten. Es ist in unserer jetzigen Schule bei seinen Klassenkameraden hoch angesehen und von den guten Lehrern ebenfalls (obwohl Legastheniker und ADS`ler) Ich will sagen, das Kind hat sich unter Medieinfluß besser im Griff.

Na, dann jetzt mal gute Nerven und Durchhaltevermögen
wünscht
Marisa

von Marisa - am 24.01.2006 17:20
Hallo,
also Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor.Nur das ich das Glück hatte das bei meinem Sohn,8, direkt im ersten Anlauf ADHS diagnostiziert wurde.Da war er gerade 4 Wochen in der 1.Klasse.Seine Kindergärtnerinnen sagten immer das wird schon wenn er älter ist.Der Sohn meiner Freundin sollte nun auch gezwungenermaßen auf eine E-Schule gehen.Er saß in der Schule mehr auf dem Flur als in der Klasse,ständig kamen Anrufe,sie solle das Kind von der Schule abholen.Sie ist dann auch zum Arzt und nachder normalen Diagnostik stellte sich auch ADHS heraus.Der Junge bekommt jetzt ne Kombitherapie mit Medikinet,macht Ergo.Sein Verhalten hat sich extrem verbessert.Aber für die Lehrerin,die übrigens in 1 Jahr in Rente geht,und mit 30 Kindern mehr als überfordert ist,ist er halt immer noch ein Dorn im Auge.So mußte meine Freundin zu einer Schulpsychologin.Die hat nun aber gesagt,der Junge muß auf keine E-Schule.
Ich für meinen Teil habe mich für die medis entschieden.Mein Kind ist zufriedener und glücklicher,er kommt in der Schule gut mit,hat Freundschaften geschlossen und ist nicht mehr der Außenseiter,der aufgrund seiner Hyperaktivität immer war.Leider mußte ich jetzt vom Langzeitpräparat Concerta wieder umstellen,da nach knapp einem Jahr nicht mehr wirkte.Wir machen jetzt auch ne Kombimedikation mit Medikinet,mit Lang-und Kunzzeitpräparat,und es läuft ganz gut an.Ich hoffe ich kann Dir mit diesem Beitrag Mut machen es nicht so hinzunehmen was die Lehrerin machen will.Nach meiner Erfahrung liegt es nämlich am Lehrpersonal,wenn ADHS Kinder solche Probleme haben.Mangelnde Information,mangelnde Geduld sind da wohl die grundlegenden Faktoren.
Liebe Grüße
galufe


Hallo Zusammen,
habe eben einige Berichte gelesen und möchte gerne auch
einige Tipps bekommen.
Mit meinem Sohn (gerade 10 geworden) habe ich schon seit
seiner Kindergartenzeit eine Odysse erlebt, was sein
Verhalten betrifft (erzähle hier nur die wesentlichen).

Anfangs waren es von Kindergärtnerinnen diagnostizierte
Wahrnehmungsstörungen. Später habe ich ihn bei einer
Kinderpsychologin auf ADS testen lassen - negativ.

Eine Ergotherapie hat er über einen längeren Zeitraum
gemacht, das ihm auch sehr gut getan und zum Glück auch
überwiegend gut gefallen hat. Seit der Schulzeit habe ich nur
Stress. Seine Leistungen sind ok.

Nun habe ich ihn in der Uniklinik in Köln nochmals
vorgestellt. Hier die Diagnose ADS. In der Schule macht er
fast nur Blödsinn, arbeitet selten mit, schreibt aber dennoch
zwischen 1 und 5 alle Noten (bei schlechten Noten liegt es
daran, dass es draußen interessanter ist und er deswegen nur
die Hälfte schafft).

Seine Klassenlehrerin ruft mich ständig an, da er aus der
Klasse fliegt oder weil er sich die ganze Zeit weigert, sich
am Unterricht zu beteiligen. Man hat mir gesagt, dass man
einen Antrag auf eine E-Schule stellen wird. Anfangs hatte
ich die schlimmsten Befürchtungen was diese Schulform
betrifft. Da ich aber gerne in die Offensive geht, habe ich
mich selbst erkundigt und am Freitag einen Termin dort.

Einen Therapietermin (Vorgespräch) habe ich für Mitte Mai!!
bekommen.

Ich möchte nun gerne wissen, ob jemand sein hyperaktives Kind
auf einer E-Schule hat und welche Erfahrungen dort gesammelt
wurden. Wäre nett, wenn man mir da jemand Tipps geben könnte.

Auch in Bezug auf Ritalin und Folgen? Bin für jede
Information dankbar.

Mein Sohn ist übrigens überwiegend in der Schule auffällig.
Im privaten Bereich ist sein Verhalten wesentlich
abgeschwächter - warum? weiß ich nicht
Gruß
Mable
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von Gaby Zielonka - am 25.01.2006 14:07
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