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Forum der Handball-Oberliga Niedersachsen
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
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Harty1959

Spielbericht aus der OL-Nordsee

Startbeitrag von Harty1959 am 22.11.2004 13:42

Da hier ja so wenig Spielberichte gepostet werden hier mal was aus dem OL-Forum Nordsee:

TVN Opfer der eigenen Taktik
OBERLIGA Tabellendritter aus Bissendorf zeigt junger Mannschaft Grenzen auf
VON FRIED-MICHAEL CARL
Aufgelaufen sind die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt. Das Team aus Bissendorf war konditionsstark und routinierter.
NEERSTEDT - „Respekt! Mein Kollege Klaus Waldheim hat seine Mannschaft konditionell auf Vordermann.“ Frank und frei erkannte Dirk Franke, Trainer des Handball-Oberliga-Aufsteiger TV Neerstedt, die läuferische Leistung des Tabellendritten TV Bissendorf an. Da das Team auch spielerisch einiges zu bieten hatte, war der 43:38 (20:19)-Sieg der Gäste verdient.
Vor zwei Wochen in Bremen war Franke noch mit seiner sehr offensiven 3:3-Dekkungsvariante, die oftmals gar in eine komplette Manndeckung mündete, erfolgreich gewesen. Da war der Gegner Mitte der zweiten Hälfte konditionell eingebrochen und hatte dem basketballähnlichen Stil des TVN nicht mehr folgen können. Genau diese Taktik sollte auch gegen die Bissendorfer zwei weitere Punkte bringen.
Erfolg versprechend war das Konzept noch in der ersten Hälfte. Nachdem die Zuschauer sich an das andauernde Gewusel auf dem Feld eingestellt und akzeptiert hatten, dass technische Fehler ebenso dazu gehören wie eine schnelle Torfolge, entwickelte sich ein munteres Spielchen. Bissendorf wurde schon bei dem ersten Ballkontakt attackiert. Das wirkte sich aus Neerstedter Sicht bis zum 6:8 (10.) noch nicht so aus. Dann aber waren die Gäste sichtlich genervt von den ständigen Attacken der Gastgeber, die im Stile einer unbekümmerten jungen Truppe mit viel Engagement und Leidenschaft den schnellen Erfolg suchten. Der stellte sich beim 10:9 (15.) ein. Auch ein abermaliger Rückstand schockte das Team nicht (14:16). Als Dennis Dohle, der im ersten Abschnitt ein starker Rückhalt im Tor war, einen Siebenmeter hielt, kam auch so etwas wie Stimmung unter den 200 Fans auf. Noch mehr beim 19:18.
Jetzt brachte Waldheim mit dem „Torwart-Methusalem“ Manfred Ruhswinkel den Spieler, der die Wende einleiten sollte. Der 44-Jährige, der in dieser Saison bislang nur ein Spiel in der dritten Mannschaft bestritten hatte, hielt die ersten Würfe und sorgte damit für deutliche Verunsicherung bei den Neerstedtern.
Hinzu kam, dass diese in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts ihre Aggressivität augenscheinlich in der Kabine gelassen hatten, und Dohle nicht mehr so sicher zwischen den Pfosten des TVN-Tores agierte. Binnen sieben Minuten setzten sich die Gäste auf 26:20 ab. Rehme-Schlüter, Moldovan und Kavermann hatten jetzt endgültig das Zepter übernommen. Mit ihrer Erfahrung und ihrer spielerischen Klasse nutzten sie jetzt die Räume, die die Neerstedter durch das Nachlassen ihrer Kräfte entstehen ließen. Da sich die Gäste auch in der Defensive energischer zur Wehr setzten und Schulenberg und Co. mit entschlossenem Handeln zum Rückzug bewegten, kam der TVN bestenfalls noch einmal auf drei Tore (25:28/40.) heran.
Danach wurde der TVN Opfer seiner eigenen Taktik: In der Offensive lief es nicht mehr rund. Auch nicht, als Franke den lang verletzten Baris und Grotelüschen brachte. In der Defensive konnten die Neerstedter den Gästen immer seltener folgen. So blieb den Gastgebern diesmal die Erkenntnis, dass auch andere Teams konditionell gut drauf sind und nicht jedes Spiel mit Hurra-Handball umgebogen werden kann.

Also die hohe Pokalniederlage gegen Lehrte wurde wieder wett gemacht!

Gruß
Harty

Antworten:

Re: Spielbericht aus dem OL-Nordsee Forum

Und noch einer aus der OL-Nordsee

Diese schriftstellerischen Ergüsse gibts zu jedem Spiel, dann kann sich so mancher ein Beispiel dran nehmen!
Gruß Harty

Autor: Carsten Welker (213.7.53.67)
Datum: 07.11.2004 12:47

Hola!

So war es gestern bei uns, ein ansehliches Spiel zweier Mannschaften, von denen eine (Oldenburg), 50 Minuten lang die bessere war. Eindeutig ein Punktgewinn für uns, selbst wenn Sekunden vor Schluss noch ein Ding verknallt wurde.


ATSV Habenhausen 2 – Oldenburger TB 34:34 (16:20)


Sozialer Sinn

Gestern Abend, nach dem Spiel gegen Oldenburg, fand der Vereinsball des ATSV Habenhausen statt. Hier einige Gesprächsfetzen:

„Das Warum des Hier ist doch das Jetzige, welches in seiner Ek-sistenz sein Da-sein leidet. Ich meine, warum auch nicht, das kann man ja so und so sehen.“
„Apropos sehen, hast du dir vorhin das Spiel der Zweiten angeschaut, das war echt ein tolles Spiel für die Zuschauer, massenweise Tore, schlechte Deckungen, zugegeben, aber die Aufholjagd von Habenhausen war doch toll.“
„Ja, ich sah es. Gerade bei der Jagd, auch bei einer solch wenig martialischen wie im Handball, wo aus einem 6-Tore Rückstand 13 Minuten vor Schluss noch ein Unentschieden wird, Sekunden vor dem Ende sogar noch die Möglichkeit eines Sieges besteht, spürt man doch die Lust auf Leben, das wilde Verlangen seines Selbst in die Nacht.“
„Ähh, mag sein. Du, ich geh mal weiter, da hinten steht der Uwe, den hab ich schon länger nicht gesehen. Bis später!“

„Toll, vorhin, der Mirko Bruhn hat euch echt ins Spiel zurück gebracht, nachdem Stefan Timmermann bis zu seiner roten Karte echt geil gehämmert hat. Der hat euch echt geil im Spiel gehalten die ersten 40 Minuten. Klasse, total geil und so.“
„Jaa, das war echt geil, besonders für die Beiden. Das hat denen auch richtig Spaß gemacht. Und der Mirko war dann später noch der Einzige, durch den die Oldenburger nicht einfach durchgelaufen sind um Tore zu machen, da stand die Deckung ja auch einigermaßen. Also die Deckung war schon sauschlecht. Wenn ich Torwart wäre hätte ich die richtig angeschrieen, so verarscht wäre ich mir vorgekommen.“
„Tjoa, aber wenn alle schlecht sind lohnt es sich glaube ich nicht zu meckern, wen sollst du denn dann dafür verantwortlich machen, dass wirklich alle Oldenburger frei zum Wurf kamen? Andererseits, selbst die muss man erst mal so sicher verwandeln wie die, waren echt gute Leute dabei.“
Eine dritte Person, weiblich, betritt die Gesprächsrunde.
„Hallo, Bock zu tanzen? Ich bin ja so betrunken.“ Und somit war das Gespräch über Handball beendet. Doch an einem anderen Ort geht es weiter, dort kann noch gefachsimpelt werden.

„Wie kann man nur Bush wählen, ich kapier´s nicht. Und jetzt liegt Arafat auch noch im Sterben, die Welt geht doch kaputt. Krass, wie sehr Dinge von wenigen Menschen abhängen, das kann doch nicht richtig sein. Da muss es doch Regelungen geben, dass der Einzelne nicht so eine Macht besitzt.“
„Ich weiß auch nicht, aber selbst im Mannschaftssport ist doch Viel von Wenigen abhängig. Vielleicht ist das die menschliche Natur, komplexe Sachverhalte zu reduzieren und deshalb Entscheidungen von einer Person abhängig zu machen. Obwohl, bei Habenhausen hält sich das ja zurzeit die Waage, da ist mal der Eine, dann wieder der Andere gut.“
„Ja, ich glaube das erfüllt auch einen sozialen Sinn. Dann werden alle respektiert.“
„Respekt ist aber nicht von der Leistung abhängig. Jeder hat Respekt verdient dadurch, dass er seinen Beitrag leistet, indem er da ist.“ (Anschließend eine kurze Diskussion über Gott, Pat und Patachon, Turbine Potsdam, das Gefühlsleben von Mayonnaise auf Türklinken und anderen Dingen, die für unsere Belange nur von mäßigem Interesse sein dürften).

Dies mag für heute reichen, der Rest des Abends verblasst im faden Nebel alkoholgeschwängerter Erinnerungen.

von Harty1959 - am 22.11.2004 13:46
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