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vor 13 Jahren, 5 Monaten
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Bernd S.

Neue Regeln braucht das Spiel ?

Startbeitrag von Bernd S. am 06.01.2005 16:39

Hier ein Überblick auf die kommenden Regeländerungen

Neue Regeln braucht das Spiel

Immer wieder mal treffen sich die Experten der IHF-Regel- und Schiedsrichterkommission (RSK), um die ein oder andere bisherige Vorgabe abzuändern. Die anstehenden Neuerungen sind nicht so umfangreich wie in den Vorjahren, erklärte der soeben in El Gouna/Ägypten gewählte RSK-Präsident Christer Ahl (USA) den Delegierten des IHF-Kongresses. Insofern löste die satzungsgemäß vorgeschriebene Bekanntgabe der Regeländerungen keine größeren Verwunderungen aus. Der zuständige IHF-Rat hatte schon in seiner Sitzung am 24./25. September in Kuwait die speziellen Regeländerungen beschlossen. Sie treten am 1. August 2005 verbindlich für alle Mitgliedsverbände der Internationalen Handball Federation in Kraft. Theoretisch könnten bekannt gegebene Regeländerungen aber auch schon von einem Verband sofort für gültig erklärt werden.

Detlev Zenk (01.01.2005)

Die anstehenden Veränderungen im allgemeinen Überblick

1. Freiwurfausführung nach Ende der Spielzeit

Das übliche Prozedere verspricht zwar Spannung, doch selten springt ein Erfolg für die Ball besitzende Mannschaft heraus, auch weil die Abwehrformation schnell noch mit den längsten Spielern gebildet wird. Auf Ablehnung stieß bei der RSK der berühmte Kreis oder das Drängen um den späteren Werfer, da ohnehin nur ein Spieler den Ball halten dürfe und die anderen Spieler keine andere Funktion haben. Die Konsequenz der Überlegungen: Zur Ausführung des Freiwurfes nach Ende der Spielzeit darf ab nächster Saison nur noch die wurfausführende Mannschaft einen Spieler einwechseln. Die Mitspieler des Werfers müssen sich in einem Abstand von mindestens drei Metern zu ihrem Mannschaftskollegen befinden. Das abwehrende Team darf also keine Spieler mehr wechseln.

2. Anhalten der Uhr bei Spielunterbrechung

Plötzlich steht der Zeitnehmer auf und pfeift, etwa bei Team-Time-out oder Auswechselfehlern. Doch angesichts des Lärms überhören gelegentlich Schiedsrichter und Spieler den Pfiff, das Spiel nimmt seinen Lauf. Dies führt zu Verwirrung und Streit über die korrekte Spielzeit, da die Spielzeituhr nicht angehalten wurde. Dies wird mit der Regeländerung abgeschafft: "Bei Time-out entscheidet normalerweise der Schiedsrichter, wann die Uhr anzuhalten und wieder in Gang zu setzen ist. Erfolgt die Spielunterbrechung jedoch durch Pfiff des Zeitnehmers, darf dieser die Uhr anhalten."

3. 14 Spieler

Formal wurden für IHF-Wettbewerbe seit längerem 14 Spieler zugelassen, dies war aber noch nicht Bestandteil der Spielregeln. Künftig heißt die Regel: "Eine Mannschaft besteht aus bis zu 14 Spielern." In der Bundesliga gilt die Regelung schon, ist bislang aber mit der besonderen Berücksichtigung von mindestens zwei Spielern unter 23 Jahren verbunden.

4. Angemessene Bestrafung, wenn ein Spieler nicht im Spielprotokoll eingetragen ist

Traditionsgemäß ist die Bestrafung für einen Spieler, der nicht im Spielprotokoll eingetragen ist, hart: er wird disqualifiziert. Dabei, so die RSK, handelt es sich doch um einen administrativen Fehler. Die Bestrafung sei unverhältnismäßig hoch, auch im Vergleich zu den normalen Gründen für eine Disqualifikation. Da der Mannschaftsverantwortliche den Fehler begangen habe, müsse auch der bestraft werden. Schließlich sei es nicht gewollt, dass jeder einzelne Spieler prüfen muss, ob er im Protokoll aufgeführt ist. Die Regeländerung: "Der Mannschaftsverantwortliche muss dafür Sorge tragen, dass nur teilnahmeberechtigte Spieler die Spielfläche betreten. Ein Verstoß gegen diese Bestimmung muss wie unsportliches Verhalten des Mannschaftsverantwortlichen betrachtet und deshalb ... progressiv bestraft werden." Er würde also im günstigsten Falle, wenn er nicht zuvor gegen andere Regeln verstoßen hat, mit einer gelben Karte davon kommen.

5. Piercing

Die bisherigen Regeln nennen Beispiele von verschiedenen Gegenständen (Armbänder, Ringe, Uhren), die üblicherweise beim Spiel verboten sind, weil sie für andere Spieler eine Gefährdung darstellen können. Die "neue" Mode Piercing wird noch nicht in den Regeln aufgeführt, soll jetzt aber hinzugefügt werden. Die Rede ist von "sichtbarem Piercing-Schmuck" - nicht betroffen sind also Schmuckstücke unter der Spielkleidung oder im Mund. In Analogie zu Ringen und Ohrringen gilt es als vereinbart, dass Piercings abgenommen oder ordnungsgemäß getapt werden müssen.

6. Ein "kleiner" Stoß zur "falschen" Zeit

In der Regel 8:5 werden Regelwidrigkeiten behandelt, welche die Gesundheit des Gegners gefährden und mit Disqualifikation bestraft werden sollen. Üblicherweise geht es um Tätlichkeiten und schwere Zusammenstöße (zum Beispiel einen Spieler stoßen oder schlagen, Beinstellen, einen Spieler umreißen). Die RSK hat derweil beobachtet, dass "die Spieler leider zunehmend zu Meistern im Angreifen des Gegners ohne größeren Zusammenstoß werden. Aber genau in dem Moment, wo der Gegner - insbesondere im Sprung oder Lauf - völlig schutzlos und nichtsahnend ist, können sie mit einer kleinen Berührung zu einem schweren und ungeschützten Sturz beitragen." Dies soll nun verstärkt mit spezifischen Erwähnungen in Regel 8:5 und 8:3 unterbunden werden. "Die Gefährdung des Gegners - und nicht der scheinbar unbedeutende Körperkontakt ? ist ein leitender Aspekt bei der Entscheidung, ob diese Situation zu Disqualifikation führt oder nicht."

7. Berichtigung eines Widerspruchs

Bei einem Freiwurf, Siebenmeter, Einwurf und Anwurf darf der Werfer den Ball wieder berühren, nachdem dieser vom gegnerischen Tor abgeprallt ist (auch wenn der Ball keinen anderen Spieler berührt hat). Beim Abwurf ist dies bislang nicht berücksichtigt. Künftig soll dies aber der Fall sein und wird entsprechend ins Regelwerk eingebaut.

8. Einwurf statt Freiwurf, wenn der Ball die Decke berührt hat

Vor drei Jahren wurde der Schiedsrichterwurf abgeschafft. Wenn der Ball die Decke über der Spielfläche berührt hat, wird das Spiel mit einem Freiwurf für die Mannschaft, die den Ball nicht zuletzt berührt hat, wieder aufgenommen. Manchmal führt dies rein zufällig zu einem ungerechten und ungewollten Vorteil für die Mannschaft, die den Freiwurf erhält - zum Beispiel, wenn die ausführende Mannschaft sich ungehindert vor dem gegnerischen Tor befindet. Mit der Regeländerung wird das Spiel mit Ein- statt Freiwurf weitergeführt. Die RSK: "Somit haben beide Mannschaften die Möglichkeit, sich auf den Wurf vorzubereiten."

9. Freiwurfausführung im Torraum für Regelwidrigkeiten im Torraum

Ein Freiwurf etwa wegen Betreten des Torraums wird zunehmend als unattraktive Verzögerung betrachtet, wenn der Torwart den Ball holen und dann mit dem Leder zu einer vielleicht 10-15 Meter quer gegenüberliegenden Stelle unmittelbar außerhalb des Torraums laufen muss. Das Verbot für den Torwart, den Freiwurf in seinem Hoheitsgebiet auszuführen, entspringt einer alten Tradition und ist nicht wirklich zu rechtfertigen. Nach Auffassung der IHF-Kommission sollte der Torwart zudem den Freiwurf wie den Abwurf ausführen können, ohne Berücksichtigung besonderer Einschränkungen.

10. Einheitliche Bestrafung auch während der Halbzeitpause

Das umfassende Regelwerk kennt doch noch Lücken. So haben Schiedsrichter derzeit während der Halbzeitpause nur die Möglichkeit, für Vergehen von Mannschaftsoffiziellen (oder auch Spielern) die gelbe oder aber rote Karte zu zeigen. Nun werden die besonderen Regeln für die Pause gestrichen. Zur "Spielzeit" zählen dann die Verlängerungen, Time-outs und Halbzeitpausen.

11. Time-out beim Siebenmeterwurf ist nicht verbindlich

War man seinerzeit zu dem Schluss gekommen, dass zuviel Spielzeit beim Siebenmeterwurf verloren gehe und das verbindliche Time-out fairer sei, soll diese Entscheidung rückgängig gemacht werden. Die Erfahrung habe nämlich gezeigt, dass mit dem Pflicht-Time-out "die insgesamt benötigte Zeit für ein Spiel lediglich unnötig verlängert wird." Künftig sollen die Schiedsrichter wieder "ihr gewohntes Urteilsvermögen bezüglich der Notwendigkeit eines Time-outs walten lassen. Die Uhr soll nur dann angehalten werden, wenn ohne Spielunterbrechung ein unberechtigter Nachteil für eine Mannschaft entstünde - zum Beispiel bei einem Torwartwechsel.


Quelle: www.handball-world.de/

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