Schneverdingens EX "Manager" ein Betrüger?

Startbeitrag von scharlatan am 10.06.2009 08:35

Das ist ein lächerlicher Vorwurf"
Der vor Wochen von der MTV-Treubund-Sportmarketing GmbH gekündigte ehemalige Turnierdirektor des internationalen Handball-Cups in Lüneburg, Rolf Braun, erhebt schwere Vorwürfe gegen seine ehemaligen Partner: "Es wird extrem gemauschelt." Es geht ums Geld. Genauer gesagt um eine Summe von 19000 Euro, die der MTV als eigene Kosten in die Finanzkalkulation des Turniers im August, das für die Tschernobyl-Hilfe ausgespielt wird, eingestellt hat.


Braun zweifelt aufgrund dessen die Ehrenamtlichkeit bei der Durchführung des Turniers an, sieht den Erlös für die Kinder von Tschernobyl geschmälert und wirft dem MTV Treubund gar "Abzocke" vor. "Die zocken hier keine Kohle ab. Das Geld kriegen die Kinder von Tschernobyl", wird Braun in einer Hamburger Zeitung zitiert.

Beim MTV Treubund ist man permanente Angriffe von Brauns Seite seit Wochen gewohnt und reagiert gelassen: "Das ist ein lächerlicher Vorwurf, gegen den wir uns natürlich verwahren. Weder mauscheln wir, noch zocken wir ab oder wollen uns gar bereichern", sagt MTV-Treubund-Präsident Karl-Ernst Horn, "wir sind Veranstalter und nicht Sponsor des Turniers. Es ist völlig normal, dass ein Veranstalter eine Kostenkalkulation erstellt, um zu sehen, was auf ihn zukommt."

Im ersten, von Rolf Braun erstellten Finanzplan, waren die genannten Kosten noch nicht aufgeführt. Die Sportmarketing-GmbH erstellte eine eigene Kalkulation, "weil die von Herrn Braun vorgelegte Planung fehlerhaft und für uns unbrauchbar war" (GmbH-Geschäftsführer Jörn Lucas).

"Wir haben zunächst einmal 14000 Euro an festen Kosten sehr knapp kalkuliert", sagt MTV-Vize-Präsident Hartmut Deja, "9000 Euro sind Einnahmeausfälle zum Beispiel für das Studio für die drei Tage. Dabei ist der gesamte Sportpark sogar länger nicht nutzbar. 5000 Euro sind für etwa 200 zusätzlich anfallende und von uns zu bezahlende Überstunden für unser festes Personal. Tatsächlich sind das bestimmt gut 1000 Überstunden. Weitere 5000 Euro sind Eventualkosten für Sonstiges. Ob die anfallen, wissen wir noch gar nicht."

Die MTV-Verantwortlichen können über Brauns Vorwürfe nur noch mit dem Kopf schütteln. "Es ist absolut üblich, dass man eine vorhandene Infrastruktur vor allem dann nicht kostenlos Dritten zur Verfügung stellt, wenn dadurch erhebliche Einnahmeausfälle zu verzeichnen sind", so Karl-Ernst Horn. Abgerechnet werde zum Schluss und es verstehe sich von selbst, dass die Abrechnung sowohl der Landesstiftung "Kinder von Tschernobyl" als auch der Bundesarbeitsgemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl" vorgelegt werde. Horn: "Das ist die normalste Sache der Welt. Über so etwas reden wir normalerweise gar nicht." Mittlerweile gibt es beim MTV einen - ehrenamtlichen - Helferpool von etwa 50 Personen, vom unentgeltlichen Engagement des MTV-Präsidiums ganz zu schweigen.

Die Sportmarketing-GmbH hatte den Vertrag als Turnierdirektor mit Rolf Braun am 18. Mai aus "wichtigem Grund" gekündigt. In dem Kündigungsschreiben, das der LZ vorliegt, werden unter anderem die Missachtung zugewiesener Aufgabenbereiche genannt, ferner wird von Beschimpfungen und Verunglimpfungen gegen die MTV-Treubund-Sportmarketing gesprochen. Rolf Braun hat sich mittlerweile zumindest von Veszprem und Zagreb als Generalbevollmächtigter der Teams einsetzen lassen. Von den deutschen Mannschaften hat er eine solche Vollmacht nicht.

Hinzu kommt: Die Sportmarketing-GmbH habe Rolf Braun im März dieses Jahres ein privates Darlehen von 5000 Euro gewährt. "Das diente zur Überwindung eines einschneidenden persönlichen finanziellen Engpasses von Herrn Braun", sagt Hartmut Deja, "Herr Braun nannte uns damals als Sicherheit Verträge mit Zagreb und Veszprem, die nach dem Turnier noch weitere Gastspiele in der Region haben. Aus den Gewinnen dieser Spiele wollte er die 5000 Euro begleichen. Das sollte eigentlich bis zum 7. August zurückgezahlt werden. Wir hatten jetzt eine Rückzahlung bis zum 1. Juni verlangt, weil er nach unseren Informationen zum Zeitpunkt des Darlehens gar keine Verträge mit den Mannschaften hatte. Das Geld ist noch nicht da. Wir erwägen ernsthaft eine Anzeige wegen Betrugs."

Kommentar von Matthias Sobottka
Es geht nur ums eigene Ego

Eine Sportveranstaltung wie
den internationalen Handball-
Cup mit Weltstars en masse
und zu einem guten Zweck für
die Tschernobyl-Hilfe hat es in
Lüneburg noch nicht gegeben.
Dem MTV Treubund, der sich
bereit erklärt hat, dieses mit
unendlich viel Arbeit verbundene
Turnier auszurichten,
nun Mauschelei und Abzocke
zu unterstellen, ist abenteuerlich.
Jeder Veranstalter eines
Straßenfestes muss eine schlüssige
Kostenkalkulation aufstellen,
um nicht am Ende böse
überrascht zu werden.
Der internationale Handball-
Cup weist einen Etat in sechsstelliger
Höhe auf. Dass die
Sportmarketing-GmbH des
MTV Treubund kostendeckend
arbeiten möchte und nicht
noch zubuttern will, versteht
sich von selbst. Abgesehen davon
gab es noch gar kein
Turnier und demzufolge kann
es auch noch keine Abrechnung
geben, die man anzweifeln
könnte. Doch darum geht
es bei den Vorwürfen von Rolf
Braun auch kaum. Vielmehr
liegt der Verdacht nahe, dass
es hier nur noch um die Befriedigung
seines eigenen Egos
geht, das wahrscheinlich seit
der Kündigung als Turnierdirektor
schwer gelitten hat. Rolf
Braun steht bei dem Turnier im
August nicht mehr im Mittelpunkt
– das trifft ihn offensichtlich
hart. Auch die Landeszeitung
als lokaler Medienpartner
vor Ort hat Rolf Braun
in diversen Sitzungen, Diskussionen
und Telefonaten erlebt.
Eine gedeihliche, vernünftige
Zusammenarbeit war, ähnlich
wie im Fall des MTV Treubund,
wegen ständiger Querschüsse nicht möglich

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