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Forum Kinder- und Jugendtheater
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Katja Geiger, Dr. Kirstin Hartung

Vorstellungen - Weibliche Rollen im Kinder-und Jugendtheater

Startbeitrag von Katja Geiger am 26.04.2001 11:18

Die Ausstellung 'Vorstellungen. Weibliche Rollen im Kinder- und Jugendtheater' stellt Mädchen und Frauen im zeitgenössischen Theater für Kinder und Jugendliche in Deutschland aus drei verschiedenen Blickwinkeln vor.
Beispielhaft wird gezeigt, welche weiblichen Rollen auf den Bühnen zu sehen sind und wer sie verkörpert, welche Rolle(n) Frauen hinter der Bühne spielen und welche Bedeutung das weibliche Publikum hat. Wie korrespondieren die weiblichen Figuren im Theater mit den sozialen Rollen des Publikums außerhalb des Theaters? Wie sehen die konkreten Lebensläufe für Frauen im Kinder- und Jugendtheater aus? Gibt es ein geschlechtsspezifisches Interesse der Kinder und Jugendlichen am Theater?
Zum Dialog mit diesen und anderen Fragestellungen regen 50 großformatige Fotografien an. Sie werden zusammen mit einem Katalog angeboten, der die Illustrationen mit weiterführenden Texten vereint. Die Ausstellung eignet sich sowohl für ein erwachsenes Publikum wie für die Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Antworten:

Theaterfrauen

Theaterfrauen. Inszenierte Portraits von Katrin Schander

Autorin, Regisseurin, Choreographin, Dramaturgin, Theaterpädagogin, Maskenbildnerin, Verwaltungsdirektorin, Theaterleiterin

Durch Fototermine während des 4. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffens in Berlin ist eine Serie unterschiedlicher Frauenbilder entstanden. Aufnahmeort und -haltung wurden mit den Frauen abgesprochen, so dass ein Spannungsfeld zwischen der abgebildeten Persönlichkeit und der Eigenaussage der Umgebung entsteht. Die Berufsbilder werden durch den Blick auf den konkreten Arbeitsplatz, den beruflichen Werdegang oder auch metaphorische Räume charakterisiert.
Durch die komprimierte Selbst-Darstellung dieser Frauen im Bild werden die Haltungen von Frauen im gegenwärtigen Theater sichtbar gemacht. Wie groß ist heute die Durchsetzungskraft einzelner Frauen? Gelangen sie in die gewünschten Positionen? Und was ist ihr Preis?

von Katja Geiger - am 26.04.2001 11:19

Theaterfiguren

Theaterfiguren. Szenen und Portraits von Frank Roland-Beeneken u.a.

Märchen, Kindheit, Jugend, Erwachsene, Lebenswege, Paare, Kunst

Weltbekannte Figuren wie z.B. Pippi Langstrumpf werden vom Theater vielfach adaptiert - vom Rotkäppchen bis zur Tigerente. Die Ausstellung richtet den Blick dagegen auf die unbekannteren originären Figuren des Kinder- und Jugendtheaters. Stücke wie 'Das besondere Leben der Hilletje Jans' von Ad de Bont, 'Käthi B.' von Beat Fäh oder 'Liebe Jelena Sergejewna' von Ljudmila Razumovskaja zeigen Mädchen und Frauen in starken Rollen.
Diese Rollen auf der Bühne können auch in Beziehung zu den Rollen des kindlichen bzw. jugendlichen Publikums außerhalb des Theaters gesetzt werden. Spielt das Theater 'Geschichten, die das Leben schrieb'? Wie groß ist die Differenz zwischen Bühne und Zuschauerraum?

von Katja Geiger - am 26.04.2001 11:27

Theaterpublikum

Theaterpublikum. Portraits von Jörg Metzner

Theaterbesuch in der Familie, mit der Schülergruppe, unter Jugendlichen

Die Mädchen und Frauen werden in der Gesamtheit des Theaterpublikums gezeigt. Die Fotografien sind nach den drei Erscheinungsformen dieses Theaterpublikums geordnet: Kinder gehen zunächst im Familienverband ins Theater. Danach tritt mit dem Kindergarten bzw. der Schule die organisierte Gruppe auf den Plan. Schließlich besuchen die Heranwachsenden mit Gleichaltrigen ohne Erwachsene die Aufführungen.
Da das Theater mit Kindern und Jugendlichen eine Domäne von Mädchen und Frauen ist, bringen die Mädchen auch als Publikum des professionellen Theaters ein anderes Vorwissen mit. Was bedeutet dies für die Zuschauersituation im professionellen Theater für Kinder und Jugendliche? Gibt es eine weibliche Haltung des Publikums zum Theater?

von Katja Geiger - am 26.04.2001 11:28

Mädchen und Frauen als Vorbilder in den Künsten

Welche Bedeutung und Wirkung haben weibliche Rollen
in den unterschiedlichsten Kunstsparten?
Inwiefern dienen weibliche Rollen als Vorbilder?...

von Katja Geiger - am 26.04.2001 11:29

Geschlechterdifferenz in der Theaterpädagogik

In schulischen und außerschulischen Theatergruppen überwiegen Mädchen und junge Frauen. Welche Ursachen hat dieses Phänomen und wie wird man ihm dramaturgisch
und methodisch gerecht?
Welche Konsequenzen leiten sich daraus für Dramaturgie und Stückadaption, für die Autorenschaft bei Eigenproduktionen ab?
Welche Modelle gibt es - auch im Vergleich der unterschiedlichen kulturpädagogischen Felder - und welche müsste es geben?...

von Katja Geiger - am 26.04.2001 11:30

Der Katalog zur Ausstellung

Der Katalog zur Ausstellung präsentiert als Erstes Frauen, die als Autorin, Regisseurin, Tänzerin, Dramaturgin, Theaterpädagogin, Maskenbildnerin oder Theaterleiterin arbeiten. Mit sehr persönlichen Texten und ausdrucksstarken Fotos stellen sie sich und ihre Haltung zum Theater vor. Anhand von Theaterfiguren kommen Theateraufführungen zur Sprache und ins Bild.
Das im Katalog erscheinende weibliche Publikum zeichnet sich durch ernsthafte Auseinerandersetzung mit dem Theater und durch grosse eigene Spielerfahrung aus. Es scheint mit Fantasie und Vorstellungsvermögen Eindrücke in bewusste Ich-Bildung umzusetzen und Theateraufführungen mit Kompetenz zu hinterfragen, wie die Texte von jungen Frauen beweisen.

Bestellung über den Buchhandel oder beim Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, Tel: 069/ 296661

Ausstellungskatalog:
Vorstellungen. Weibliche Rollen im Kinder- und Jugendtheater. Hrsg. von Jürgen Kirschner. Frankfurt a.M.: Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland 1999. 96 S. ISBN 3-930759-10-1. 14,00 DM

von Katja Geiger - am 26.04.2001 11:36

Re: Geschlechterdifferenz in der Theaterpädagogik

Häufig bekommen meiner Erfahrung nach die Jungs die Hauptrollen, obwohl die Kinder- und Jugendtheatergruppe, z.B. in der Schule, aus fünfzehn Mädchen und zwei Jungen besteht. Folge kann sein, dass weniger talentierte und/oder theaterbegeisterte Jungen oder solche mit wenig Selbstdisziplin und geringer Sozialkompetenz problemlos zu den "Stars" werden und dass Mädchen mit mindestens gleichen Voraussetzungen die Nebenrollen bekommen oder gar aus der Theatergruppe ausgeschlossen werden.
Ursachen können u.a. sein: scheinbar wenige Vorlagen mit differenzierten weiblichen (Haupt-)Rollen, (gelerntes) größeres Selbstvertrauen der Jungen, Einseitigkeiten in der Wahrnehmung bei Gruppenleitern und -leiterinnen, Unwissenheit der Leitung in Bezug auf andere soziale und theatrale Möglichkeiten.

von Dr. Kirstin Hartung - am 18.06.2001 09:10

Geschlechtergerechte Theaterpädagogik- was kann das sein?

Wesentliche Mittel - aber keine Patentrezepte (!) - für ein Theaterspielen mit Kindern und Jugendlichen, das (die vielen) Mädchen mindestens genauso meint wie Jungen, sind meiner Meinung nach:
- Fortbildungen für SpielleiterInnen und AutorInnen zu den Themen "Geschlechterverhältnis in Kindheit und Jugend" (inclusive Differenzen in der Körper-/ Selbstwahrnehmung), "Mädchen und Frauen im Theater", "Weibliche Rollen im Theater", z.B. Besuch der Ausstellung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums: "Vorstellungen" + Workshopteilnahme, Literaturrezeption, z.B. "Handbuch feministische Theaterpädagogik" von G.Honens/U.Willerding,
- Förderung und Forderung von Theatertexten von Mädchen und Frauen, gerade auch von professionellen Autorinnen
- Gemeinsamer Besuch von Kinder- und Jugendtheaterstücken mit komplexen weiblichen Rollen mit anschließender Diskussion
- stärkere Teilhabe der Kinder und Jugendlichen an der Stückentstehung oder -bearbeitung, mehr Eigenproduktionen statt (klassischer) Texte
- je nach institutionellen Gegebenheiten eventuell die Gründung einer Mädchentheatergruppe bzw. theaterpädagogische Angebote für Mädchen innerhalb von Jugendzentren, Schulen etc.
- Es gibt sicher noch mehr, oder?

von Dr. Kirstin Hartung - am 18.06.2001 09:32
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