Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Bimmelbahn-Forum
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dampfachim, Nicki+Frank S

Aktuelle Bilder der "Wittow" (m4B)

Startbeitrag von Nicki+Frank S am 08.05.2009 21:47

Hallo Schmalspurfreunde,

heute gibt es mal ein paar Bilder der ehemaligen Kleinbahnfähre "Wittow". Sie ist eines der wenigen Zeitzeugen die noch an die Nordstrecke Bergen Ost - Altenkrichen erinnern. Die 1896 gebaute Fähre hat es als einzige bis in die heutige Zeit geschafft. Im Jahre 1911 bekam sie von einer weiteren Fähre Unterstützung, der "Bergen". Diese wurde allerdings 1997 abgewrackt. Link Beide Schiffe waren noch bis zum Jahr 1994 bzw. 1996 im Dienst. Bis zum Jahr 2005 lag die Wittow auch noch am alten Kleinbahnanleger in Fährhof. Sie sollte als Reserve für die neue "Wittow" dienen. Ob es jemals zu einem Einsatz gekommen ist?

Im Jahr 2005 wurde die "Wittow" von dem Technikmuseum "Zuckerfabrik" in Barth aufgekauft und im September des Jahres in den dortigen Hafen geschleppt. In Barth waren die beiden Fährschiffe keine Fremden. Hier waren sie regelmäßig in ihrer "Heimatwerft" zur Reperaturen und Instandhaltungsarbeiten.

Im Oktober 2005 verließ die "Wittow" das Wasser (wohl für immer?) und wurde an ihren heutigen Standort vor dem Museumsgebäude gehoben. Es ist geplant sie in ein Cafe umzubauen. Allerdings ist davon noch nichts zu sehen. Der Rost gewinnt mehr und mehr die Überhand über das Schiff.



Das Schliff steht relativ günstig im Hafengelände. Man kann es leicht finden. In den Öffnungszeiten des Museums kann man auf Nachfrage auch auf das Schiff.




Die Anschriften verblassen zunehmend...

Ich hoffe das das Schiff in Barth wieder bald im alten Glanz erstrahlt und so an die Nordstrecke erinnert.

Schöne Grüße
Tobias



Mein Inhaltsverzeichnis

Antworten:

Hallo Tobias,

da hast Du den Weg zum Zuckerfabrikhafen also gefunden.
Ganz in der Nähe dampften früher die meterspurigen Kollegen der FKB durch's Gelände.

Das Gebäude, in dem heute das Museum untergebracht ist, war aber keine Halle der Zuckerfabrik, sondern eine Lagerhalle der NVA. Dort wurden Möbel und Betten für die verschiedensten Kasernen zwischengelagert. Ein Bekannter von mir war da Zivilangestellter.

Das Hafenbecken neben der Wittow war früher der Werkshafen der Zuckerfabrik. Hier gab es sogar eine Seilbahn.
Von der eigentlichen Fabrik sind nur noch Rudimente erhalten.
Ein Teil einer Halle steht ziemlich unmotiviert in der Gegend rum. Innen ist die Dampfmaschine der Zuckerfabrik untergebracht, die früher aus der großen Dampferzeugung des Werkes gespeist wurde und somit heute bewegungslos ist. Sie ist aber gut gepflegt und war noch bis zur Wendezeit betriebsfähig.
In Spitzenbelastungszeiten wurde mit der Dampfmaschine ein riesiger Generator betrieben, der den zusätzlichen Strombedarf der Fabrik teilweise abdecken konnte.

Wenn was übrig war, konnte in das städtische Stomnetz eingespeist werden. So konnten sich die Bewohner der Barther Innenstadt im Winter 1978 / 79 so manche Stromabschaltung sparen. Die Rübenkampagne war ja gerade zu Ende und noch ausreichend Kohle im Bunker. Während dessen kämpfte man in den Braunkohletagebauen um jeden Kohlebrocken und somit gab es Energie nur rationiert. Immer wieder ging das Licht aus. Straßenbeleuchtung gab es gar nicht und stundenweise noch wochenlang Stromabschaltungen. Ältere Leute fühlten sich an Kriegszeiten erinnert.

So produzierte die alte Technik in Barth noch so manches Megawatt für die Fabrik und teilweise für einzelne Wohngebiete der Stadt Barth.
Die Maschine wird heute von einem Verein betreut und gilt schon viele Jahre als technisches Denkmal ( schon zu DDR-Zeiten )

Viele Grüße

Dampf - Achim Rickelt

von Dampfachim - am 09.05.2009 17:26
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.