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Bimmelbahn-Forum
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dampfachim, Nicki+Frank S, Robert Dröse

Meine Erlebnisse im Ferienlager Putbus (ohne Bild aber mit viel Text)

Startbeitrag von Robert Dröse am 16.05.2009 16:29

Hallo alle miteinander,

bevor es in den nächsten Tagen im Forum Pollolastig wird und da hier gerade mehrere Beiträge und aktuelle Meldungen über die Rügensche Bäderbahn veröffentlicht wurden, will ich mit dem folgenden Beitrag über das Ferienlager Putbus auch was zum Thema Rügen beitragen. Also um es gleich einmal vorweg zu nehmen, als Kind war ich nicht in dem Ferienlager, aber geschlafen habe ich dennoch dort, und zwar im Juli 1995!
Aber der Reihe nach:
Wer den aktuellen Preß´-Kurier gelesen hat, der wird bereits viele interessante Fakten über das Kinderferienlager am Bahnhof Putbus erfahren haben, daher möchte ich auch nicht weiter auf dessen Entstehung oder sonstiges eingehen. Meinen ersten Kontakt mit diesem Ferienlager hatte ich im Januar 1995. Es war die Zeit als die Pläne zu Privatisierung des Rasenden Rolands konkret wurden. Es wurden erste Termine für die Übergabe an den neuen Betreiber, der KEG genannt, ebenso wie das kommende Jubiläum 100 Jahre Putbus-Binz im Juli 1995. Während der Feierlichkeiten zum 100. wurde die offizielle Rückgabe beurkundet und die Betriebsführung ab 1. 1. 1996 an die Karsdorfer Eisenbahnges. ( KEG ) übergeben, die die RüKB als 100 % ige Tochtergesellschaft gründete. Für eben diese Veranstaltung am 22. / 23. 7. 1995 sollte auch eine Modelleisenbahnausstellung auf dem Bahnhof Putbus stattfinden. Organisiert wurde diese Ausstellung von Wolfgang Fröwis, dem bekannten Modellbahnhersteller. Dieser ist Mitglied in unserem Modellbahnverein „Interessengemeinschaft Mecklenburgische Eisenbahnen“ aus Bad Doberan. Es war geplant, das diejenigen Mitglieder die die Rügenschen Kleinbahnen im Modell gebaut haben, diese auf dem Bahnhof Putbus ausstellen. Nach einer Standortbesichtigung im Januar 1995 kam dann der Entschluss, diese Ausstellung im ehemaligen Kinderferienlager durchzuführen! Es oblag nun unseren Vereinsmitgliedern dieses über Jahre hinweg nicht genutzte Domizil für dieses eine Wochenende besucherfreundlich herzurichten, die Modellbahnen zu zeigen und darin selber zu übernachten!
Gesagt, getan! Ein Wochenende vor der geplanten Ausstellung habe ich mich mit einem Vereinsmitglied auf den Weg nach Putbus gemacht. Bewaffnet mit einer Motorsense haben wir erstmal den „Urwald“ beseitigt und so gut es ging die Wege gereinigt und auch die Innenräume hergerichtet. Dabei stellten wir fest, dass die sanitären Einrichtungen (Wagenkasten 974-451) und der Waschraum (97-42-58) zwar unbeschädigt waren, aber dadurch, dass das Wasser abgestellt war, konnten sie nicht mehr benutzt werden. Das sollte sich wenige Tage später ändern! Zum Glück haben wir ja Fredi!!! Der macht das....und das tat er auch. Fred ist ebenfalls ein Vereinsmitglied von uns und arbeitete zum damaligen Zeitpunkt als Gas-Wasser-Installateur. Er kam nach kurzer Absprache mit seinem Firmentransporter am Donnerstagabend, also zwei Tage vor der Eröffnung der Ausstellung und bastelte, schraubte und fluchte so lange, bis das Wasser wieder lief! Allerdings stand nur noch das Kaltwasser zur Verfügung. Zum Duschen mussten wir die Tage über in den Lokschuppen gehen, wo ich mehrmals Dampfachim übern Weg gelaufen bin, ohne es zu wissen.
Am Freitag ging der Aufbau der Rügenanlage los. Einige unserer Vereinsleute schliefen in Ferienwohnungen, einige im Ferienlager. Dazu gehörte auch ich. Schließlich mussten wir ja auch auf unsere Modellbahn aufpassen. So kam es also, dass die Räumlichkeiten des Ferienlager noch einmal für ein Wochenende im Sommer 1995 mit Leben gefüllt wurden. Die Wagenkästen 970-764 und 970-755 wurden zum Übernachten genutzt, in der linken Veranda stand die große Modellbahn und im Vorraum zum Wagen 970-764 war der typische Verkaufsstand wie er bei jeder Modellbahnausstellung zu finden ist.
Die in der Mitte des Lagerplatzes vorhandene Freifläche wurde von uns täglich zum Grillen und Frühstücken genutzt. Am Lagereingang befand sich die Kasse. Sicher ist es für manche schwer vorstellbar, aber das Feelig dieser Veranstaltung war einfach großartig! Morgens wurde man von den ersten Zügen geweckt, dann ging man in den 974-451 aufs Klo und starrte die Innenverkleidung eines Eisenbahnwagens an, anschließend traf man sich im 97-42-58 der als Waschraum diente, zum Waschen und Zähne putzen. Gefrühstückt wurde dank des schönen Wetters immer draußen. Langsam füllte sich der Bahnhof mit den ersten Besuchern und Dampfachim führte auf der Nicki+Frank S. die ersten Führerstandsmitfahrten durch. Zeitgleich kamen die ersten Gäste zur Ausstellung. Vorher wurde noch schnell die Luftmatratze vor der Modellbahn weggeräumt (einer schlief ja bekanntlich immer neben der Modellbahn) und dann gings los. Abends wurde dann gemeinschaftlich gegrillt und gefeiert. Dann gings zum Duschen in den Lokschuppen. Ich kann mich daran erinnern, das ich einmal bewaffnet mit Handtuch und Duschzeugs mit der Handhebeldraisine vom Bahnsteig in Höhe des Ferienlagers bis in den Lokschuppen gefahren bin!
Am Sonntagabend war dann Abbau der Modellbahnanlage. Einige Vereinsmitglieder fuhren noch am selben Abend nach Hause andere so wie ich, erst am Montagmorgen. Damit war diese lang vorbereitete Modellbahnausstellung beendet und das Kinderferienlager viel wieder in seinen Tiefschlaf zurück. Ob es nach uns noch andere Veranstaltungen oder Nutzungen gab, kann ich nicht sagen. Bei meinem nächsten Besuch in Putbus, im Juni 1999 hatte sich das Lagergelände wieder in einen Urwald verwandelt. Jedes Mal wenn ich in Putbus bin schaue ich am Gelände des Ferienlagers vorbei und schwelge in Erinnerungen von damals. Leider habe ich keine einzigen Fotos von dieser Ausstellung gemacht. Daher meine Frage: Gibt es hier Eisenbahnfreunde die zufälligerweise auf dieser Ausstellung gewesen sind und Bilder gemacht haben?

Ich hoffe euch mit meinen Ausflug in die Vergangenheit nicht allzusehr gelangweilt zu haben.

Gruß aus Kühlungsborn

Robert Dröse

(weitere Informationen mit Lageplan im aktuellen Preß´-Kurier)

Antworten:

Hallo Robert,

die Storry ist sehr unterhaltsam und keinesfalls Langweilig. Im 974-451 zur Sitzung, dann in den 97-42-58 Gebiss ausfegen und Körperfelge und dann mit der Draisine am Abend zum Lokschuppen zum Duschen. Das klingt doch mal noch "Abenteuerurlaub" für Schmalspurfans. Hast Du noch mehr solcher Storrys auf Lager?

Schöne Grüße
Tobias

von Nicki+Frank S - am 16.05.2009 21:02
Hallo Robert,

eine schöne Beschreibung der Geschehnisse in einem Gelände, das ich 1995 noch wenig beachtete.
Heute kam ein Teil des Lagers in der Prignitz ( 970-751 ) und ein anderer womöglich in Jöhstadt ( 970-214 ) zum Einsatz. So schön kann Eisenbahngeschichte sein.

Im Lokschuppen habt Ihr geduscht? ;-)

Wer hat denn den dicken Spritzschlauch gehalten???
Ein Fortschritt zum kalten Wasser im 970-451 war das ja wohl auch nicht. Der Schlauch gibt ja auch nur kaltes Wasser ab.
Wie viele Zuschauer hattet Ihr denn beim Duschen?


Schmunzelnde Grüße

Dampf - Achim Rickelt

von Dampfachim - am 16.05.2009 21:02
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