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VSSB: Spendenaktion für legendäre Lok der Gattung I K gestartet

Startbeitrag von Danilo Pietzsch am 12.01.2006 21:34

Die erste sächsische Schmalspurlokomotive - die legendäre I K - soll neu entstehen. Anlässlich der festlichen Eröffnungsveranstaltung für das Festjahr „125 Jahre Schmalspurbahnen in Sachsen" in Dresden wurde durch den Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen e. V. (VSSB) das Projekt des Neubaus dieser Lok erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
In den Jahren 1881 - 1892 fertigte die berühmte Sächsische Maschinenfabrik AG Chemnitz (ehemals Richard Hartmann AG) insgesamt 44 Exemplare dieser kleinen und wendigen Lokomotive, die in den Anfangsjahren der sächsischen Schmalspurbahnen den Personen- und Güterverkehr abwickelten.
Das letzte Exemplar dieser Lokomotive war noch bis 1964 auf einer Anschlussstrecke der Weißeritztalbahn in Betrieb. Leider blieb auch dieses Fahrzeug nicht erhalten.
Getragen durch eine Spendenaktion soll nun eine „neue" I K entstehen und nach ihrer Fertigstellung auf allen noch vorhandenen Strecken fahren und so mithelfen, die Attraktivität der sächsischen Schmalspurbahnen weiter zu erhöhen. VSSB-Vorsitzender Dr. Andreas Winkler: „Unser Ziel ist es, diese legendäre Lokomotive gemeinsam wieder entstehen zu lassen. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aus den Unternehmen der Metallindustrie mit Sachspenden ebenso, wie auf eine breite Unterstützung aller Eisenbahnfreunde mit Geldspenden."
Unternehmen können sich mit der Anfertigung einzelner Bauteile der I K selbst ein kleines Denkmal setzen. Möglich ist die Unterstützung in Form von ingenieurtechnischen Leistungen, aber auch der Lieferung oder Bearbeitung fast aller Einzelteile, von z. B. Blech- und Gussteilen.
Winkler: „Vielleicht gelingt es sogar, Lehrlinge in die Arbeit an der „neuen" I K einzubeziehen. Sie könnten dann direkt erleben, wie ihre Vorväter mit hohem Fachwissen und Können, aber ohne Computer, CAD und CNC, große Leistungen vollbracht und so den Ruhm des Maschinen- und Fahrzeugbaus in Sachsen begründet haben."
Jeder Euro ist willkommen, um das Finanzierungsvolumen von 1,5 Millionen Euro zu erreichen. Wer den Bau der Lokomotive in besonderer Weise begleiten möchte, kann mit einer Spende „Stifter - Actien" in verschiedenen Stufen - von Bronze bis Platin - erwerben.
Winkler dazu: „Wir freuen uns über jede Unterstützung. Auch für jeden Rat, der den neuen Bau der „neuen" I K zu einem großen Ereignis werden lässt, für jede historische Begebenheit oder Unterlage, die das Projekt ausschmücken hilft, sind wird dankbar. Vielleicht gelingt uns gemeinsam, im Kleinen etwas Vergleichbares zu schaffen, was mit der Dresdner Frauenkirche so beeindruckend gelungen ist."
Die Endfertigung der neuen Schmalspurlokomotive soll im Dampflokwerk in Meiningen erfolgen. Das Projekt wird aus 10 Bauabschnitten bestehen, um schrittweise an die Realisierung gehen zu können.
Im Rahmen der festlichen Auftaktveranstaltung zum 125. Jubiläum der Schmalspurbahnen haben die ersten Stifter ihre Actien aus den Händen des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Prof. Dr. Georg Milbradt erhalten: die Schmiedeberger Gießerei, die Wernesgrüner Brauerei und die Firma Jürgen Huss Räuchkerzenherstellung.
Für Spenden wurde ein Sonderkonto bei der Dresdner Bank eingerichtet:
Kontonummer: 4 000 900 20
Bankleitzahl: 850 800 00
Bank: Dresdner Bank AG, Filiale Dresden
Verwendungszweck: I K
Spender werden gebeten, ihre vollständige Anschrift mitzuteilen, damit die Spendenquittung zugesandt werden kann (Pressemeldung Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen e.V., www.ssb-sachsen.de, 13.01.06).

Text aus Lok-Report übernommen.

Tschüß,
Danilo

Antworten:

Ein Wahnsinns-Vorhaben.

von Stefan Bork - am 12.01.2006 23:44
Nett, aber ich spende lieber für Projekte, die schon "in Betrieb" sind; sorry für diese einfache Meinung.

von Rittersgrüner - am 12.01.2006 23:52
Das auch wieder.Lieber einen kleinen Obulus(bei mir ist das meistens der Kauf einer Fahrkarte) geben,um bestehende Fahrzeuge und Strecken zu erhalten.Aber trotz alledem ist das ein Wahnsinns-Projekt.Der Adler und die Saxonia wurden ja auch nachgebaut,der Adler soll ja ein 2.Mal entstehen.Aber 1,5 Millionen,da muß schon ein Großsponsor oder ein Multimillionär ran.

von Stefan Bork - am 13.01.2006 05:24

Man könnte es auch als...

...Irrsinnsvorhaben bezeichnen. Jedenfalls scheinen die werten VSSB-Herren irgendwo gaaaaaanz weit oben auf Wolke 7 zu schweben. Irgendwelche Parallelen mit der Frauenkirche zu ziehen, ist schon eine Frechheit und zeugt davon, daß man wohl von Geschichte wenig verstanden hat. Und was nützt eine Neubau-IK, wo es doch quasi keinerlei betriebsfähige Wagen mehr gibt, die dazu passen? Von den lächerlichen Anhängelasten ganz zu schweigen, denn einen Zug heute üblicher Kapazität kriegt so ein Dampfer keine Steigung hoch. Es gäbe wirklich sinnvollere Projekte auf dem Schmalspur-Sektor in Sachsen anzugehen!!! :-(

MfG
der099er

von der099er - am 13.01.2006 08:39
Wenn man schon eine historische Lok wiederentstehen lassen möchte wäre es da nicht sinnvoll die Vssb-eigene IVK, die derzeit in Carlsfeld ist, wieder betriebsfähig entstehen zu lassen - wegen mir diese dabei auch so gut es noch geht wieder vom Rekozustand in den (optischen) Ursprungszustand zurück zu versetzen?! Dieses Projekt wäre in meinen Augen realistischer, zumal für eine solche Lok auch geeignete Zuggarnituren und Anhängelasten vorhanden wären. Es wäre halt nur nicht die einzige IVK aber wenn man so will wenigsten eine echte und keine Kopie wie bei einer ohne Originalteile wiederaufgebauten IK.
Auch denke ich 1,5 Mio Euro wären im Moment sinnvoller eingesetzt bei den sächsischen Schmalspurbahnen, wenn man sich ein Denkmal setzen will könnte man das ja auch zum Beispiel als "Starter" des Wiederaufbaus der Weißeritztalbahn.

Gruß!

Alex

von -ALEX- - am 13.01.2006 09:39

sinnvollere Projekte

Es gäbe wirklich sinnvollere Projekte auf dem Schmalspur-Sektor in Sachsen anzugehen!!!

Dem ist eigentlich nichts hinzufügen - und wenn man das "in Sachsen" weglässt, fallen mir noch mehr sinnvollere Projekte auf dem Schmalspursektor ein...

von J.N. - am 13.01.2006 11:55
Hat sich beim VSSB mal jemand Gedanken über die Zulassungsfähigkeit einer solchen dann neuen Lokomotive gemacht :confused:? Ich könnte mir vorstellen, dass da so manche Institution (Berufsgenossenschaft, LfB) Forderungen aufmacht, die das Projekt von vornherein kippen :sneg:.

Außerdem bin auch ich der Meinung meiner Vorredner, dann lieber in die Aufarbeitung von vorhandenem Material zu investieren (z.B. 99 579 oder 555 :rp:)!

von Leo568 - am 13.01.2006 14:02

Re: sinnvollere Projekte

Wieder ein schöner Beitrag, der zeigt, wie sehr politische Entscheidungsträger und Verbände, das Große, Aufwändige, fernab der alltäglichen Realität lieben.

Dies ist keine Schelte - es ist systemimanent, zwangsläufig. So funktionieren derartige Strukturen nun einmal. Und in bestimmten Zusammenhängen kann es auch nützlich sein. Allerdings läßt auch die Passage aus der Pressemitteilung zur Notwendigkeit einer "gesamtsächsischen Lösung" für die Schmalspurbahnen nicht nur Gutes erwarten.

Um nicht mißverstandebn zu werden - daß es denn VSSB gibt, ist nur zu begrüßen, überhaupt, daß sich ein Wirtschaftsverband in so einem Thema derartig engagiert ist wohl einmalig.
Dennoch glaube ich, daß auch hier die Vorstellungen, was die Potentiale eines abwechslungsreichen (Eigenheiten der jeweiligen Strecke/Region betreffend) , alltäglichen Betriebs angeht langfristig unterschätzt und die Wirksamkeit von "Events" (wozu m.E. auch das Projekt IK gehört) überschätzt werden.

In dem Sinne braucht es (auch wenn es Wiederholung ist) das Engagement und den Einfluss auch der anderen Stömung. In dem Sinne kann man nur wünschen, daß die Protagonisten der Pressnitztalbahn, die Gruppe um Ingo Neidhardt und viele andere ihre eigenständige Sichtweise auch in Zukunft bewahren. Um der Vielfalt willen der sächsischen Schmalspurbahnen.

von echtdampf - am 13.01.2006 14:11

...oder als Größenwahn...

Hallo,

ich sehe das ganz genauso. Ich glaube, da ist jemand irgendwie größenwahnsinnig geworden.

Was soll denn das Projekt bewirken ? Laut VSSB eine "Erhöhung der Attraktivität der sächsischen Schmalspurstrecken". Nur frage ich mich ernsthaft, wie man das mit einer "IK Neubau" erreichen will ? Nicht nur, dass die Lok an sich 1,5 Mio Euro kosten soll - die erstmal zusammengebracht werden wollen - sondern es wird eine zusätzliche Lok geschaffen, die unterhalten werden muss. Dies wäre ja auch noch zu verkraften, wenn man mit der Lok wenigstens etwas anfangen könnte. Ich bezweifle allerdings, dass das der Fall sein wird. Erstens gibt es kaum geeigentes Rollmaterial, und zweitens wäre die Leistung der Lok so gering, dass man wohl auf einigen Strecken nur Züge fahren kann, die so wenig Sitzplätze haben, dass man kaum kostendeckend arbeiten kann. Ich denke da nur an den Rabenauer Grund oder die Calsfelder Himmelsleiter (wobei ich hoffe, dass da überall bald wieder Gleise liegen !). Mal abgesehen davon, dass vermutlich kaum zusätzliche Fahrgäste anzulocken sind, von einigen "Fans" mal abgesehen. Von den Schwierigkeiten der Neuzulassung will ich mal gar nicht reden. Und wer soll die Lok eigentlich unterhalten, wenn die Feiern zum 125-jährigen vorüber sind ?

Ich hoffe, dass man beim VSSB bald zur Besinnung kommt und sein Geld lieber für sinnvollere Projekte einsetzt. Wenn man unbedingt eine IK will, die mangels Leistung eh das ganze Jahr abgestellt ist, soll man sich mit einem rollfähigen Lokkasten begnügen. Der kostet auch kaum Unterhaltung und kann bei Bedarf leicht per LKW von einem Festival zum nächsten kutschiert werden.

MfG Jan

von Jan Eisold - am 13.01.2006 15:17
Hallo zusammen,

als relativ "neuer" Fan der sächsischen Schmalspurbahnen hört sich die Ankündigung des VSSB eine I K neu zu bauen natürlich super an. Sicher wird es nicht einfach sein, 1,5 Mio. ¤ zusammen zu bekommen, ob dies wohl gelingt ?

Angesichts der meist negativen Postings glaube ich aber kaum, das der Betrag so schnell oder überhaupt zusammen kommt. Hier müsste schon ein "Gross - Sponsor" (Modellbahnindustrie !?!) nachhelfen.

Es wird von einigen kritisiert eine solche Lok nach zu bauen, aber was spricht dagegen ? Der Adler, die Saxonia und die Crampton-Lok "Pfalz" wurden ja auch alle nachgebaut und der Adler entsteht sogar in den nächsten Monaten incl. Wagen wieder neu. Dies wird aber ohne Kritik hingenommen wieso denn nicht ein Nachbau einer I K ? Natürlich werden jetzt einige sagen "der Adler ist ein Stück deutscher Eisenbahngeschichte" - aber ist das denn eine IV K, VI K, 01 118.... oder eine I K denn nicht auch ?

Zugegeben, man könnte Einiges mit 1,5 Mio. ¤ für den Erhalt und Wiederaufbau von Schmalspurbahnen erreichen, aber möchte man das - seitens des VSSB auch ? Wenn ich den Text genauer durchlese, hört es sich so an, als wenn Alles schon beschlossen ist.

Somit ist dann auch die "Zulassungsfähigkeit" einer solchen Lokomotive mit Sicherheit im Vorfeld abgeklärt worden. Ob man viel oder wenig mit dieser Maschine anfangen kann, wird die Zukunft zeigen. Auch wird dann sicherlich jemand bereit sein, die Lok dauerhaft zu unterhalten.

Eines steht jedoch fest, die Lok muss laufen und "Geld einfahren". Vom Rumstehen auf Ausstellungen usw. kommt kein Geld rein.

Somit wären dann auch die Leute aufgerufen, die lt. ihren Aussagen "lieber eine Fahrkarte kaufen" als für so etwas Geld zu spenden.

Ausserdem frage ich mich, warum keine "passenden" Wagen mehr für eine stilreine Garnitur zur Verfügung stehen ? Soweit ich weiss sind in Radebeul ein Zugführerwagen, ein Postwagen, zwei 2-achsige Personenwagen sowie ein gedeckter 2-achsiger und ein offener 2-achsiger Güterwagen vorhanden. Ist das vielleicht kein Originalzug für eine
I K ????

Ob die Fahrzeuge nun betriebsfähig sind oder nicht, das steht auf einem anderen Blatt, aber sie sind vorhanden !!!

Auf jeden Fall wünsche ich dem VSSB ein gutes Gelingen für sein Vorhaben.

Viele Grüsse

Wolfgang Riedel

von Wolfgang Riedel - am 13.01.2006 19:22
Hallo,

Zitat

Angesichts der meist negativen Postings glaube ich aber kaum, das der Betrag so schnell oder überhaupt zusammen kommt. Hier müsste schon ein "Gross - Sponsor" (Modellbahnindustrie !?!) nachhelfen.

Wer sollte das sein ? Der Markt für Schmalspurlokmodelle ist recht eng, und bei kleinen Firme wie z.B. Technomodell, die die IK herstellen, hat man sicher andere Sorgen.

Zitat

Es wird von einigen kritisiert eine solche Lok nach zu bauen, aber was spricht dagegen ?

Wenn man alle Fahrzeuge, die vor Jahrzehnten verschrottet wurden, nun nachbauen würde, weil sie irgendwann mal die ersten ihrer Art waren, würden die Museums-BWs in Kürze voll sein. Man muss sich über kurz oder lang einfach damit abfinden, dass die Geschichte früher oder später alles Alte auffrisst. Unnötig Geld und Ressourcen in Träumerein zu verschwenden führt letztlkich nur dazu, dass die jetzt bestehenden Fahrzeuge geringere Überlebenschancen haben. Sicherlich wird das in den nächsten 10 Jahren kein Thema sein, aber in 100 Jahren schon.

Zitat

Somit ist dann auch die "Zulassungsfähigkeit" einer solchen Lokomotive mit Sicherheit im Vorfeld abgeklärt worden.

Ich geh erstmal in den Keller und lache eine Runde...

:joke: :hot: :joke:

...so, bin wieder da.

Zitat

Eines steht jedoch fest, die Lok muss laufen und "Geld einfahren". Vom Rumstehen auf Ausstellungen usw. kommt kein Geld rein.

Da das Angebot an Schmalspurstrecken und die Nachfrage seitens der Fahrgäste beschränkt sind, läuft es also auf eine direkte Konkurenz zu den alteingesessenen Betreibern und Vereinen hinaus. Diese werden sich bestimmt noch mehr freuen als Du...

Zitat

Ausserdem frage ich mich, warum keine "passenden" Wagen mehr für eine stilreine Garnitur zur Verfügung stehen ? Soweit ich weiss sind in Radebeul ein Zugführerwagen, ein Postwagen, zwei 2-achsige Personenwagen sowie ein gedeckter 2-achsiger und ein offener 2-achsiger Güterwagen vorhanden. Ist das vielleicht kein Originalzug für eine
I K ????

Ob die Fahrzeuge nun betriebsfähig sind oder nicht, das steht auf einem anderen Blatt, aber sie sind vorhanden !!!

Also soll man zusätzliche Fahrzeuge bereithalten, die ja auch nur Geld kosten. Zumal es immer teurer kommt, alte Wagen betriebsfähig zu halten, als vergleichsweise neuere. Und wer sagt, dass Radebeul, Oberrittergrün usw. ihre Wagen so einfach hergeben, auch und gerade unter o.g. Aspekten ?

MfG Jan

von Jan Eisold - am 13.01.2006 21:21
Hallo an alle,

an dieser Stelle klinke ich mich noch mal ein: wenn es dem VSSB schon um Schaffung eines neuen Highlightes mit Werbeeffekt für die sächsischen Schmalspurbahnen geht, warum dann nicht den Wiederaufbau vorhandenen Materials unterstützen?!?

Ich denke da in Bezug auf Wagen sofort an die noch vorhandenen Doppelwagen-Kästen in Zittau, die wenigsten noch einen klar erkennbaren Bezug zu der Historie hätten (und die sich auch gut hinter der wiederaufgearbeiteten Vereins-IVK machen würden!).

Ich meine, das in dieser Richtung noch genug zu machen ist und würde dies sicher eher begleiten, als dieses "Prestige-Objekt", mit dem man doch wohl eher sich selbst ein Denkmal setzen möchte.

;-)
Gruß vom Rittersgruener.

von Rittersgrüner - am 14.01.2006 10:35
Gudden Daach!

Ich treibe mich seit etwa 1988 auch in der Schmalspurszene herum und solange weiß ich davon, daß es Gedanken gibt, eine I K wieder auferstehen zu lassen. Dazu gab es seinerzeit - wie lange das allerdings noch zurückgeht, weiß ich nicht - die Idee, eine I K vor den Radebeuler Denkmalzug zu stellen. Für dieses reine Ausstellungsstück war an das Opfern einer IV K gedacht! Wer im Ledig/Ulbricht die Zeichnungen beider Loks vergleicht, wird ein paar wesentliche Gemeinsamkeiten feststellen: Raddurchmesser, Kesseldurchmesser, Höhe der Feuerbüchse. Man gedachte die zwei Achsen des hinteren Drehgestelles (Hallsche Kurbeln!) zu verwenden, wo die dritte Außenrahmen-Achse herkommen sollte, war unklar, Steh- und Langkessel sollten gekürzt werden, der "ganze Rest" wäre wohl neu zu fertigen gewesen. Zugegebenermaßen hatte der Gedanke einer passenden "Lok" vor dem Zug etwas. Heute noch mehr als damals muß man allerdings dankbar sein, daß letztendlich dafür keine IV K zerschnitten wurde.

Eine fahrende I K ist immer besser ;-), auch gestattet die gegenwärtige Aktion, durch die Einbeziehung des (vor allem sächsischen) Metallhandwerkes und der Metallindustrie ein paar m.E. auch für andere Lokomotiven notwendige Fertigkeiten zu erhalten. Denn hier geht es beispielsweise um die Herausforderung der Neuanfertigung einer Allan-Steuerung mit all ihren Hubscheiben - eine der in Deutschland erhaltenen T 3 könnte da profitieren. Es wird immer wieder vergessen, daß Denkmalschutz nicht nur das Konservieren irgendwelcher alter Stücke ist, sondern auch das Erhalten der zu ihrem Betrieb notwendigen Fertigkeiten! In dem Sinne ist ein Nachbau direkt hilfreich - obgleich er aus strenger konservatorischer Sicht "nichts wert" ist, in der angedachten Aktion ist er in der Lage, die (vorhandenen) notwendigen Fertigkeiten mit den Nutzern, den Vereinen, Verkehrsunternehmen und Dampflokwerkstätten zusammenzubringen.

Auf der Veranstaltung am Donnerstag bedankte sich Andreas Winkler u.a. bei Dr. Henkel für die bereits gewährte Unterstützung beim Start dieses Projektes. Dieser Dr. ist der LfB in Sachsen - insofern ist ein Lachen über die vorab-Klärung mit der Zulassungsbehörde tatasächlich fehl im Platze und zeugt nur von der Dummheit dessen, der anderen die Dummheit unterstellt, sich darüber nicht schlau gemacht zu haben.

Zu den Radebeuler Zweiachsern ist zu bemerken, daß diese im Eigentum des Dresdner Verkehrsmuseums stehen. Auch Vertreter dieser Institution weilten sicher nicht zufällig auf der Veranstaltung ...

Ach so: Ich bin für die I K Nr. 54!

Machds gudd!

Dor Sachse

von Dor Sachse - am 14.01.2006 12:17
Hallo,

Zitat

Eine fahrende I K ist immer besser , auch gestattet die gegenwärtige Aktion, durch die Einbeziehung des (vor allem sächsischen) Metallhandwerkes und der Metallindustrie ein paar m.E. auch für andere Lokomotiven notwendige Fertigkeiten zu erhalten.

Das klingt ja so, also sollte der Metallbetrieb, der die Teile für z.B. das Triebwerk liefert, künftig immer sowas machen. Da frage ich mich allerdings, ob es nicht besser wäre, das Wissen um die Fertigung / Unterhaltung von Dampfloktechnik an den Stellen zu erhalten, an denen auch regelmäßig diese Fertigkeiten benötigt werden. Prizipiell ist die Idee gut, sinnvoll wird das ganze aber nur, wenn man z.B. das DLW Meiningen einbezieht (oder einen ähnlichen Anbeiter von Dampflokaufarbeitungen, der mit dem Wissen etwas anfangen kann bzw. das Wissen auch nutzt), oder für Sachsen eine eigene "Fachwerkstatt" einrichtet, die sich auf sowas konzentriert. Letzteres ist allerdings aus finanziellen Gründen anzuzweifeln.

Zitat

Auf der Veranstaltung am Donnerstag bedankte sich Andreas Winkler u.a. bei Dr. Henkel für die bereits gewährte Unterstützung beim Start dieses Projektes. Dieser Dr. ist der LfB in Sachsen - insofern ist ein Lachen über die vorab-Klärung mit der Zulassungsbehörde tatasächlich fehl im Platze und zeugt nur von der Dummheit dessen, der anderen die Dummheit unterstellt, sich darüber nicht schlau gemacht zu haben.

Glaub mir, ich weiß schon, wovon ich rede. Es wäre nicht das erste "Projekt"...
Dass es bisher seitens des VSSB auch keinerlei öffentliche Aussagen zu Neuzulassung und vor allem künftiger Unterhaltung der Lok gibt, deutet schon darauf hin, dass man hier einige Aspekte einfach nicht zu Ende gedacht hat. Vielleicht will man die Zulassung ja auch irgendwie "über Beziehungen" hinbekommen.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal deutlich sagen, dass ich die Arbeit des VSSB zur Erhaltung des sächsischen Schmalspurerbes schätze, ebenso auch den Einsatz aller anderen Personen und Vereine, die sich diesem Ziel verpflichtet haben, nur finde ich, dass dieses konkrete Projekt völliger Unsinn ist.

MfG Jan

von Jan Eisold - am 14.01.2006 14:02
Viele der Antworten auf diesen Beitrag sind negativ. So richtig verstehe ich das nicht. Zu den einzelnen Entgegnungen möchte ich meine Meinung äußern.

1. Das Geld könnte besser angelegt werden - Ich bin der Meinung, daß eine so große Summe nur über Sponsoren zu gewinnen ist, wenn hinter der Spendenaktion ein spektakuläres Ereignis steht. Diese Summe für bestehende Bahnen oder Fahrzeuge zu sammeln, dürfte kaum möglich sein. Es geht also wohl durch den angedachten Bau der I K keinem etwas verloren.

2. Es gibt keine vernüftigen Zuggarnituren für die I K - In verschiedenen Vereinen und Schmalspurbahneinrichtungen sind noch Zweiachser vorhanden und man sollte bedenken, daß Sachsen die ersten 4-achsigen Schmalspurpersonenwagen bereits 1883 gebaut hat. Von welcher Lok, wenn nicht von einer I K, sollten die gezogen werden?

3. Die I K wäre mit den heutigen Zuglasten überfordert - Im Schmalspuralbum Band III von Neidhardt sind Fotos veröffentlicht von der ZOJE, auf denen eine I K vor 3 4-Achsern und einem Zugführerwagen abgelichtet wurde. Längere Züge werden heute auch von den IV K nur selten geführt.

Zudem denke ich, sollte die I K einst wirklich wieder dampfen, zieht das viele Fans an die Strecken und auch auch das sollte bei dieser Aktion bedacht werden.
Ich freue mich auf die I K.

von Matthias Weller - am 14.01.2006 14:03
Gudden Daach!

Zunächst ist auch - laut Presseerklärung, und die steht oben - das Raw Meiningen mit einbezogen. Und darüberhinaus darf der Mensch, der versteht, wovon er redet, auch nicht vergessen, daß Meiningen heute viele Arbeiten nach außen vergibt, vergeben muß. Es ist daran zu denken, bei der immer dünneren Personaldecke in Meiningen das vorhandene Wissen durch gezielte Verbreitung zu erhalten.

Machds gudd!

Dor Sachse

von Dor Sachse - am 14.01.2006 14:27
Hallo zusammen,

ich hoffe, das sich Jan von seinem Lachkrampf erholt hat. Wenn man ein solches Projekt in Angriff nimmt, muss man doch im Vorfeld klären, ob es überhaupt zulassungsfähig ist oder nicht.

Die Autoindustrie (gehört zwar nicht hierher, ist aber ein gutes Beispiel) plant und baut ja auch keine Autos, die später keine Chance haben zugelassen zu werden. Man hätte ja sonst Unsummen verprasst und kann keine Gewinne einfahren.

Oder baut Jan zuerst ein Haus und holt sich dann die Genemigung beim Bauamt ?!? So etwas muss auch im Vorfeld genehmigt werden.

Vor einigen Monaten wurde die bayerische Dampflok 70 083, die jahrzentelang auf dem Denkmalsockel gestanden hat, wieder in Betrieb genommen. Ich gehe mal davon aus, das die Sicherheitsanlagen vor 30 - 40 Jahren, als die Lok ausgemustert wurde, nicht den heutigen Standards entsprachen. Somit wurde die "neue" Lok so ausgestattet, das sie heute wieder im öffentlichen Personenverkehr eingesetzt werden kann.

Dementsprechend muss die "neue" I K auch den heutigen Standards angepasst werden.

Ich denke das die Verantwortlichen des VSSB schon Vorfeld die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewägt haben. Sonst würde man so eine Meldung nicht veröffentlichen.

Ein Vorteil für Sachsen ist es sowieso, da man sich wünscht, das sächsische Metallbauunternehmen sich an dem Projekt beteiligen. Dies bringt, wenn auch nur einen vorübergehenden, Vorteil für den Arbeitsmarkt. Sieht man es aus diesem Gesichtspunkt, so ist ein Neubau der I K unbedingt zu begrüssen !

Viele Grüsse

Wolfgang Riedel


P. S.: Übrigens bin ich auch für den Neubau der I K (und Wessi) :D

von Wolfgang Riedel - am 14.01.2006 14:31
Hallo Forum,

da fliegen ja hier im Forum fast schon wieder die Fetzen!
Das Wichtige zuerst: Ich bin für dieses IK-Projekt und werde es, so ich denn kann, unterstützen!

Es gab und gibt auch in Zukunft hier dazu verschiedene Meinungen - das steht selbstverständlich auch jedem frei. Doch für meinen Geschmack wird leider allzuoft spekuliert, als sachlich argumentiert.
Im Zusammenahng mit der Finanzierung sind viele vernünftige Gedanken geäußert worden: Sponsoren aus der Großindustrie, sächs. Metallbetriebe usw., die sich mit Sach- und Arbeitsleistungen einbringen können. Ich möchte aber noch einen anderen Aspekt ansprechen: Wenn nur jeder Fahrgast auf einer der noch betriebenen sächs. (oder doch insgesamt (ost)deutschen?) Schmalspurbahnen 5,00 Euro und jeder bei diesen Bahnen, auf denen die IK ja letztlich auch fahren soll, tätige Betriebs- oder Museumseisenbahner auch 5,00 Euro spendet, dann kann so schon ein erheblicher Beitrag von außerhalb der Industrie zum Gelingen des Projektes beitragen. Schätzungen über diese Größenordnung traue ich mir allerdings nicht zu, da mir aktuelles Zahlenmaterial über Fahrgäste, Mitarbeiter und aktive Museumseisenbahner in den landesweit bekannten Vereinen fehlen. Zu wünschen wären auf diesem Wege allerdings bis zu 200000,00 Euro!
Beleibt abschließend die Frage, wohin kann ich meine ersten 10,00 Euro überweisen?

Viel Erfolg dem VSSB bei diesem Projekt!
Mehr Optimismus bei allen Forumsteilnehmern!

Gruß Lutz Friedrich, Mitglied im PKML (POLLO)

von Lutz Friedrich - am 14.01.2006 15:43
Ich schließe mich diesem positiven Statement gerne an!

Ich finde es toll, dass damit ein Projekt auf die Tagesordnung kommt, dass sich doch in erheblichem Umfang von vielen anderen "normalen" Projekten abhebt.

Sicher sind das auch andere Dimensionen - aber ich kann mir gut vorstellen, dass für eine solche Vision neue und andere Spender und Sponsoren motiviert werden können. Ich bin gespannt, ob dieser Plan sich verwirklichen lassen wird.

Den Einwand, das Geld für andere Projekte sinnvoller einzusetzen, halte ich nicht für angemessen - darüber könnte man nur spekulieren, wenn das Geld schon verfügbar und nicht zweckgebunden wäre. Sonst wäre das "Äpfel" mit "Birnen" zu vergleichen.

Einen schönen Sonntag wünscht

Stefan

von chemnitz - am 15.01.2006 13:06
Zur Zugkraft der Ik:

Anscheinend wird hier vergessen, dass so ziemlich alle sächsischen Schmalspurstrecken mit der Ik eröffnet und in den ersten Jahren betrieben wurden. Und zwar nicht im musealen Schaubetrieb, sondern unter härtesten Bedingungen! Die Züge waren voll und es gab echtes Verkehrsbedürfnis! Die Ik hat auf mancher Strecke bis in die 20er Jahre durchgehalten. Und das sicher nicht, weil sie dreimal in der Woche hinter der ersten Ausfahrt liegengeblieben ist.
Wenn man die Nörgler und Schwarzseher hier am Bahnsteig stehen läßt wird sie's schon schaffen - keine Bange! :rolleyes:
Das Teil wird laufen, da bin ich mir hundertprozentig sicher und es wird ein super Botschafter für Sachsen und seine Schmalspurbahnen.
Erwatungsvolle Grüße
Joachim

von Der Betriebsfremde - am 16.01.2006 06:51
Hallo Schmalspurbahnfreunde,

mir gefällt die Idee einer Nachbau IK sehr gut. Und ich bin mir sicher, dass die die heute noch meckern, die ersten sein werden, die Fotos machen... . ;-)
Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg. Allen Kritikern zum Trotz werden alle Probleme von Leuten mit Vernunft und Sachverstand gelöst werden können.

mfg André, der spenden wird!

von André Simon - am 16.01.2006 07:37

Nachbau ADLER, SAXONIA ... warum nicht Sächs. IK ???

Es gab schon immer zu besonderen Feierlichkeiten Nachbauten von Fahrzeugen, nicht nur bei der Eisenbahn.
Die Idee ist doch schon mal gut!
Die Finanzierung eine ganz andere Seite, hier benötigt man sicherlich größere Sponsoren als uns Schmalspurbahner.

Herzliche Grüße aus Leipzig

von 99 600 - am 16.01.2006 10:54
Hallo Sachse,

der Verweis auf die Erhaltung von Wissen und Können für die Fertigung von Dampflokteilen scheint mir ein wenig überbewertet. Hier handelt es sich um ausschließlichen Metallbau, das kriegt unsere von Computern geprägte Zeit (Stichpunkt CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen) allemal hin, da bin ich voll überzeugt. Problem und daher Kostentreiber ist hier eher die Stückzahl.

Dass der LfB beim Projektstart anwesend war, heißt meiner Ansicht nach gar nichts. Hier handelt es sich um ein Neubautriebfahrzeug welches in keiner Hinsicht Bestandsschutz genießt. Deswegen kann ich mir durchaus vorstellen, dass auch andere behördliche Einrichtungen hier Anforderungen stellen werden z.B. zum Arbeitsschutz, die das Projekt schnell an seine Grenzen führen können. Warum soll z.B. die zuständige Berufgenossenschaft einem derartig beengten Arbeitsplatz wie es der IK-Führerstand war, zustimmen, wenn andererseits z.B. die Preßnitztalbahn in Jöhstadt die Toreinfahrt des Standes 3 verbreitern musste, um diesen weiter nutzen zu können? Hier half nicht mal Bestandsschutz! Ich glaube nicht, dass solche Erwägungen von den Projektinitiatoren bereits ernsthaft geprüft wurden!

Daher bleibe ich bei meiner Meinung, lieber Vorhandenes bewahren, als Luftschlösser bauen!

Leo568

von Leo568 - am 16.01.2006 11:52

I K NR. 54!

Hallo,

ich gebe zu, der Vorschlag dieser Loknummer hat etwas!
Man geht damit vielem aus dem Weg und hat keine Doppelbelegung, denn schließlich soll es sich ja um einen Neubau handeln.
Mein (privater und eigennütziger) Vorschlag wäre aber eher IK Nr. 12 oder IK Nr. 30,
so könnte ich meinen Modellen vielleicht mal den (geklonten) großen Bruder zeigen!

Ein Kommitee sollte weitere Vorschläge sammeln!

Weiterhin viel Spaß im Forum wünscht

Lutz Friedrich, Mitglied im PKML - POLLO!

von Lutz Friedrich - am 16.01.2006 14:07

Re: I K NR. 54!

Wenn schon, denn schon!

Nehmen wir doch die 55; ein geschwungenes V davor und ein B dahinter ...

Alles nicht so ernst nehmen, sagt der Rittersgrüner!

von Rittersgrüner - am 16.01.2006 16:34
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