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Bimmelbahn-Forum
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MBC, Michael Otto, Ronald Kretzschmar, der099er, tobtilo, Niels K., Frank Sp., Speedy:, Danilo Pietzsch

99 1747 im Lößnitzgrund und Hp Weißes Roß

Startbeitrag von Danilo Pietzsch am 01.12.2006 19:03

Hallo,

Ronny Kretzschmar hat sich heute mal mit der Kamera auf den Weg gemacht um von 99 1747 und am Hp Weißes Roß ein paar Bilder zu machen.



99 1747 mit P3008 kurz vor Friedewald Bad



mit P3009 an der Schefflermühle



und P3009 am Hp Weißes Roß



der neu gestaltete Hp Weißes Roß





und die neue Beleuchtung

Tschüß,
Danilo

Antworten:

Abartige Lampen!!! (owt)

:-(

von der099er - am 02.12.2006 19:51

Heimatvernichtung (owt)

.

von Ronald Kretzschmar - am 02.12.2006 23:45

Re: Heimatvernichtung

Welchen Grund mag es geben, eine Bahnsteigerneuerung als Heimatvernichtung darzustellen. Eine kulturelle Vernichtung wäre gewesen diese Strecke einzustellen. Angesichts der Tatsache das die BVO einen öffentlichen Personennahverkehr betreibt ist jede Neuerung, welche dem Erhalt der Strecke dienlich ist, begrüßenswert. Die Neuerungen sind für all die jenigen Gedacht, welche die Bahn zum einen als tägliches Transportmittel betrachten und zum anderen, um den Comfort für Elblandtouristen zu erhöhen.
Man sollte überlegen, bevor hier Schlagwort in den Raum gestellt werden, welchen erhöhten Sicherheitsfaktor ein solch gestalteter Bahnsteig bringt und vorallem welche Regularien selbiger zu erfüllen hat. Die BVO investiert damit in die Zukunft und nicht in die Heimatvernichtung des Elblandes.
Wir leben nicht in vergangenen Zeiten sondern im 21. Jahrhundert, oder würden Sie in Ihrem PKW auf elektrische Fensterheber und Klimaanlage, auf CD Radio und Navigationssystem freiwillig verzichten!

von Speedy: - am 03.12.2006 11:48

Re: Heimatvernichtung

hallo,

ich glaub, mir müßte doch mal jemand den Begriff "Heimatvernichtung" erklären, der paßt eher zu einer Zeit vor über 60 Jahren, aber es ist doch heut zu Tage was gebaut wird, da ist noch nichts fertig , da wird erstmal alles kritisiert. Ich möchte mal sehen, was diese Leute für Anlagen bauen würden, .... oder wenn erst noch eine landesweite Bürgerbefragung über Lampen am Bahnsteig erfolgen würde.
Ich finde es paßt ganz gut auch zu der Wartehalle.
Oder wäre ein Tram-übliches Glashäuschen mit Hallogenlampen angerbrachter bei Dampfbetrieb???

mfg Frank

von Frank Sp. - am 03.12.2006 13:19

Da muss ich "Speedy:" und "Frank Sp." zustimmen!!! (owT)

-.-

von MBC - am 03.12.2006 17:49

Nahverkehr

Man macht doch hier eindeutig Tourismusverkehr, wo Leute mit Zeitkarte nebenbei alibimäßig auch noch mitfahren dürfen. Und dafür ist der kantenlose unversiegelte historische Bahnsteig und die Holzmasten mit den alten Lampen, wie z.B. am Lößnitzgrund noch zu finden, genau das richtige Ambiente.

Die fetten Schüler werden die erste Stufe hoch in die Wagen schon schaffen, auch ohne höhergelegten Bahnsteig. Und der Omi am Krückstock wird der Bahnsteig auch nichts nützen, denn die zweite Stufe am Wagen bleibt so hoch wie sie ist.

Ich hätte ja überhaupt nichts dagegen, wenn man die Schmalspurbahnen, zumindest die beiden im Einzugsbereich der Dresdner S-Bahn wären dafür geeignet, zu echten zeitgemäßen Nahverkehrsmitteln weiterentwickelt, wie das im Landesenmtwicklungsplan Sachsen vom Anfang der 90er Jahre der Bevölkerung auch mal versprochen worden war. Mit einem Fahrplanangebot ähnlich z.B. der Müglitztalbahn. Aber von der Anschaffung von Triebwagen hört man ja nix mehr. Für moderne Triebwagen würden dann auch auf Triebwagenlänge hochgepflasterte Bahnsteige nachvollziehbar sein. Dazu würde natürlich auch der VVO-Tarif gehören, dann eben mit einem Zuschlag für die 2..3 verbleibenden Dampfzüge der Touris früh um zehn und nachmittags halb drei.

Als die KBS 509 noch erträgliche Fahrpreise hatte und ich sie aller zwei bis vier Wochen aus familiären Gründen tatsächlich als Nahverkehrsmittel benutzte (habe nämlich seit ich in Dresden wohne kein Auto mehr) konnte man noch von Nahverkehr sprechen, auch wenn es schon damals ein Schönheitsfehler war, daß man in der Zone Radebeul zweimal bezahlen mußte, aber eben noch im Rahmen. Jetzt ist die Bahn als ÖPNV für alle verloren, die sie mit ihren Steuern als Nahverkehrsmittel finanzieren dürfen, es sei denn man wohnt oder arbeitet in Radebeul, sodaß sich eine Zeitkarte lohnt. Niemand bezahlt doch 2 mal 4 Euro für zwei Stationen H+R für reinen ÖPNV plus Anfahrt zum VVO-Tarif für die Zone Radebeul. Da sind wir dann mit zwei Kurzstreckenfahrscheinen für den Zubringer bei 10,25 ¤ für 5 km Nahverkehr mit Rückfahrt, was ja wohl völlig unseriös ist. Also nix regulärer vollwertiger Nahverkehr.

Wieso man aber eine Touri-/Museumsbahn mit angeschlossenem Schülerzug, die sie ja nun geworden ist, optisch zur S-Bahn zwangssterilisieren muß, bleibt das Geheimnis der Macher. Historisches Ambiente wäre authentisch, ein zeitgemäßes Nahverkehrsmittel, wie oben angedeutet, mit zeitgemäßen Anlagen könnte authentisch sein, aber was wir jetzt sehen ist einfach nur Quatsch. Und das wird auch nicht besser davon, daß man es auf Rügen genauso macht. Fehlen nur noch die elektronischen Anzeigen an den Stationen, wann der nächste Zug kommt, wie bei den DVB.

MfG RK

von Ronald Kretzschmar - am 04.12.2006 09:25

Re: Nahverkehr

Ich frage mich auch, was eigentlich gegen eine ungebundene Bahnsteigbefestigung ("sandgeschlämmte Schotterdecke") spricht. Eine solche genügt auch den Anforderungen an ein mordernes Verkehrsmittel. Die Art der Befestigung ist hauptsächlich von den zu erwartenden Belastungen abhängig und diese sollte man bei den Personenströmen an einem Schmalspurhaltepunkt nicht überbewerten.
Mit einer ungebundenen Decke könnte man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
1. Sie ist billiger als alle anderen Befestigungsarten und
2. ist sie historisch authentisch und trägt viel zu einem harmonischen Gesamterscheinungsbild bei.

Wie Ronald schon schrieb, die Einstiegshöhenproblematik bleibt, da die zweite Stufe auch weiterhin überwunden werden muß.
Das Betonpflaster ist also vollkommen unnötig.

Zu den Lampen: Natürlich ist es 90 % der Mitreisenden egal, welche Lampen am Bahnsteig stehen. Wenn nun aber historisch korrekte Lampen den Bahnsteig erhellen, dann werden sich aus genau dem selben Grund diese Leute auch nicht daran stören. Die 10 % Schmalspurfreunde wird man aber zusätzlich zufrieden stellen. In der Summe haben also alle mehr davon.


Viele Grüße

Michael

von Michael Otto - am 04.12.2006 16:17

Re: Nahverkehr

Es gibt so viele Dinge über die man sich in Deutschland aufregen könnte, vor allem in punkto Eisenbahn, aber ein sauberer, gepflegter Haltepunkt gehört nun wirklich nicht dazu!
Natürlich könnte man einfach nur ein bisschen Kies hinschütten, aber die heutigen Vorschriften und Normen in Sachen Personenbeförderung und Kundenservice sind nun mal nicht mehr wie vor 50 Jahren.

Und schließlich sind die Wagen durch die BVO-Beklebung genauso "hässlich", wie ein moderner Bahnsteig, oder die widerlich moderne Haltepunkthütte "Weißes Roß"...;-)

Seid doch mal froh dass es die Bahn noch gibt, aber das Gelaber ist eben typisch deutsch, traurig...

MBC

von MBC - am 04.12.2006 17:30

Re: Nahverkehr

Was sagt eigentlich die Traditionsbahn dazu?

Ich kann mich noch an meine Zeit als Mitglied in diesem Verein erinnern. Damals hat man sich gegen alles gestreubt, was neu ist. Damals wurde versucht, die Bahn und Umgebung weitesgehend im Original-Zustand zu belassen. Das das nicht immer gelang, hatte andere Gründe. Aber man hatte es versucht.

Wenn man schon einen Bahnsteig am Weißen Roß bauen muß, warum nimmt man nicht ein Pflaster, was 'historsicher' aussieht? Auch bei den Lampen gibt es heutzutage Modelle, die historischer aussehen. Meiner Meinung nach hätten es die alten auch weiterhin noch getan - so viele Züge fahren ja eh nicht mehr bei Dunkelheit. Auch der neue Mülleimer wirkt irgendwie deplaziert.

Wenn man sich den Fahrplan und die Preise anschaut, dann ist die Bahn eher eine Tour-Kutsche als ein Nahverkehrmittel. Seit dem die Preise gestiegen sind und die Bahncard nicht mehr anerkannt wird, bin ich auch seltener mit der Bahn gefahren.

Ich kann nur hoffen, dass man bei der Weißeritztalbahn, wenn sie denn noch mal aufgebaut wird, nicht auch anfängt, alles modern zu machen.

von tobtilo - am 04.12.2006 21:10

Alte Bahn und moderne Bauweisen

MBC schrieb:

Zitat

Es gibt so viele Dinge über die man sich in Deutschland
aufregen könnte, vor allem in punkto Eisenbahn, aber ein
sauberer, gepflegter Haltepunkt gehört nun wirklich nicht dazu!


Die Kriterien "sauber" und "gepflegt" stehen in keinem ursächlichen Zusammenhang mit Betonpflaster oder modernen Lampen. Auch ein historisch authentischer Haltepunkt, einer, der sich harmonisch in Natur und Landschaft einfügt, kann genauso sauber und gepflegt sein.

Zitat

Natürlich könnte man einfach nur ein bisschen Kies
hinschütten,


Nein, kein Kies. Auf lockerem Rundkorn läuft es sich tatsächlich nicht besonders gut. Eine ordentliche Tragschicht aus gebrochenem Material, welche im oberen Bereich zum Ausgleich der Unebenheiten mit einem Brechsand-Splitt-Gemisch eingeschlämmt wurde, garantiert ein sicheres und bequemes Laufen und reicht vollkommen aus.

Zitat

aber die heutigen Vorschriften und Normen in
Sachen Personenbeförderung und Kundenservice sind nun mal
nicht mehr wie vor 50 Jahren.


Ich kenne keine Vorschrift, welche die Verwendung von ungebundenen Decken als Bahnsteigbefestigung verbietet. Vielmehr handelt es sich dabei um eine anerkannte und übliche Bauweise, welche besonders für Verkehrsflächen mit geringer Belastung geeignet ist.
Schau dich mal in deiner Umgebung um. Gerade in Parkanlagen und auf repräsentativen Flächen findest du sehr häufig ungebundene Decken. Und warum? Weil sie sehr ästhetisch und natürlich wirken.

Zitat

Und schließlich sind die Wagen durch die BVO-Beklebung
genauso "hässlich", wie ein moderner Bahnsteig


Genau. Weil eine Komponente schlecht geraten ist, müssen wir jetzt zusehen, daß alle anderen Komponenten auch schlecht werden...

Zitat

Seid doch mal froh dass es die Bahn noch gibt, aber das
Gelaber ist eben typisch deutsch, traurig...


Warum soll man sich mit 50 % zufrieden geben, wenn man auch ohne weiteres 100 % hätte erreichen können? Unser Anspruch sollte nicht in irgendeinem mittelmäßigen Rumgewurschtel liegen.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, neue Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und nicht unreflektiert jeder Mode nachzulaufen. Nach dem Motto: "Ich verstehe zwar den SInn nicht, es ist aber modern und deswegen machen wir es auch so" Ich habe oftmals das Gefühl, so eine Art naiven vorauseilenden Gehorsam zu beobachten.

Ästhetik und Schönheit sind ein hohes Gut. Das darf nicht kurzsichtig irgendwelchen Modeerscheinungen, welche man irrtümlich als unausweichlich annimmt, geopfert werden.


Viele Grüße

Michael

von Michael Otto - am 05.12.2006 09:09

Ich bin bekehrt!!!

Heute habe ich wieder viel gelernt:

1. Formschöne Laternen und gepflasterte Bahnsteige sind Heimatvernichtung!

2. Auf feinkörnigen Steinen läuft es sich besser, da sie natürlicher aussehen (das Auge läuft schließlich mit).

3. Meckern ist toll!

Ich danke euch für diese Erkenntnisse!


MBC

von MBC - am 05.12.2006 14:59

Re: Bahnsteige u.a.

Zitat R.K.:


Wie oft fährst Du selbst mit der Schmalspurbahn bzw. beobachtest "die Omi mit Krückstock" beim Einsteigen?
Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, daß der Schritt vom Schüttbahnsteig auf Schwellenhöhe zur 1. Stufe wesentlich höher ist, als die Differenz zwischen 1. und 2. Stufe bzw. Bühnenoberkante. Natürlich macht sich in solchen Fällen auch noch die Höhe der ebenfalls nicht "fuzzytauglichen" S49-Schienen bemerkbar.
Das sich die gepflasterten Bahnsteige auch noch in anderer Hinsicht recht gut machen, merkst Du spätestens, wenn Du mal einen kompletten Zug durchgekehrt hast.
Übrigens Thema Lampen: Wir haben in unserem historischen Stellwerk eine Lampe hängen, zu der wir die Besucher immer befragen: Die Altersschätzungen liegen so zwischen 80 und 50 Jahren. Richtig ist aber vor 5 Jahren bei IKEA gekauft ;-)

Das Wort "Heimatvernichtung" im Zusammenhang mit dieser eigentlich sinnlosen, aber voraussehbaren Diskussion zu verwenden finde ich schon mehr als lächerlich!

Gruß aus der Stadt mit dem ersten sächsischen Betonpflasterbahnsteig?

Niels

von Niels K. - am 05.12.2006 16:32

Danke ... Gedanken zu Heimatzerstörung etc.

Hallo nochmal,

vielen Dank für Deinen Eintrag. Leider ist man mit so einer Meinung hierzulande wohl ziemlich allein auf weiter Flur. Denkmalschutz ist doch im Blick der Allgemeinheit nur ein ärgerliches Hindernis auf dem Weg in die beton-asphalt-verglaste Zukunft. Vom Traditionsbahnverein, dem man nun noch am ehesten die Bewahrung des historischen Erbes auf "seiner" Strecke zugetraut hätte, gab es diesbezüglich nichtmal einen kleinen Protest. Oder? Schade, daß das Werk der Traditionsbahner der ersten Stunde (die sich einstmals für die historischen Stationsausstattungen einsetzten!) Stück für Stück dem unkontrollierten Modernisierungswahn anheim fällt. So wird Stück für Stück das Flair zerstört, welches sich allen Veränderungen der Umgebung zum trotz noch über die Jahrtausendwendewende authentisch erhalten hatte. Danach ging es los mit den neuen Stationsschildern und Papierkörben, setzte sich in der Neugestaltung des Bf.Moritzburg fort, und nun halt Weißes Roß! Was nützt da der schönste "Sachsenzug", wenn das Umfeld in Beton gegossen ist? Zwar ist freilich der Begriff "Heimatzerstörung" in Anbetracht anderer Veränderungen im Raum Dresden ("Stadtumbau Ost", Waldschlößchenbrücke, Postplatzumbau...) etwas überzogen, aber es sind halt auch die vertrauten Kleinigkeiten, die die Heimat ausmach(t)en...

MfG
der099er

PS: Übrigens fährt am Samstag letztmalig der "Fotozug" (7:55 Uhr Radebeul nach Radeburg). Künftig gibts dann keine Leistung mehr im stimmungsvollen winterlichen Morgenlicht, die nur leere Luft durch die Gegend karrt und die Fuzzys an der Strecke auf den Feldern von Berbisdorf erfreute. Ausnahmsweise eine Entscheidung, die ich im Interesse der Wirtschaftlichkeit und damit Zukunft der kleinen Bahn eindeutig begrüßen kann.

von der099er - am 05.12.2006 19:06
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