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vor 10 Jahren, 11 Monaten
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Peter Möller

OZ: Schlackeberg wächst in die Biosphäre

Startbeitrag von Peter Möller am 08.12.2006 10:22

heute war in der Ostseezeitung folgender Artikel zu lesen:

Schlackeberg wächst in die Biosphäre

Sparen ohne Ende ist scheinbar die Devise des Kleinbahn-Eigentümers. Die Schlacke wird seit Monaten nicht abgefahren, 2007 ein Zug gestrichen.

Putbus Im Kino steppt der Pinguin im Streifen „Happy Feet“. In Putbus fährt er Schlitten. Zwar fehlt der Schnee, doch ein riesiger Schlackeberg ist dafür auf dem Betriebsgelände der Kleinbahn gewachsen. Die schwarzgraue Masse rieselt zum Teil sogar rein ins angrenzende Biosphärenreservat Südost-Rügen. „Die Schweinerei muss mal in die Zeitung“, würden Kleinbahner statt mit dem Pinguin gern mit jemand anderem Schlitten fahren. „Da wird doch an der falschen Stelle gespart.“

Warum der Mount Schlacke wächst, weiß Harald Gau: „Auf Anweisung vom Geschäftsführer wird die Schlacke seit dem Frühjahr nicht mehr abgefahren“, so der Örtliche Betriebsleiter der Rügenschen Kleinbahn. Der große Chef, Unternehmenseigentümer Hermann Schöntag, habe angekündigt, sich um eine andere Entsorgung kümmern zu wollen. Bis dato hat Nehlsen, die Entsorgungsfirma auf der Insel, die Schlacke- und Aschereste immer auf Anruf hin abgeholt. Harald Gau: „Wir hoffen alle, dass der Berg in den nächsten Tagen verschwindet.“

Verschwunden aus dem Unternehmen ist Dirk Bahnsen. Der Kaufmännische Leiter der Kleinbahn hat gekündigt. Statt das eigene Engagement des Sparkurses wegen auf schmaler Spur fahren zu müssen, hat er sich nach einer neuen Wirkungsstätte umgeschaut und scheinbar mehr berufliche Entwicklungschancen bei der Harzer Schmalspurbahn gesehen. Sein verwaister Stuhl in Putbus wird nicht wieder besetzt, zitiert Harald Gau den großen Chef Schöntag. Die Arbeit des Kaufmännischen Leiters werde nun wohl in geeigneter Weise von der Geschäftsführung mit erledigt werden müssen.

Damit nicht genug, wird offensichtlich auch am Fahrplan gespart. Der Zug, der in den Sommermonaten zwischen Binz und Putbus im Stundentakt pendelte (10.54, 12.54 und 14.54 Uhr ab Putbus; 11.32, 13.32 und 15.32 Uhr ab Binz) ist im neuen nicht mehr zu finden. „Der fährt zur Saison 2007 nicht mehr“, informiert Gau. Dass dieser Zug vom Unternehmen sozusagen auf eigene Rechnung gefahren wurde, bestätigt er. Dass der Zug gestrichen wurde, weil das Land eine Beteiligung am Gewinn angemeldet hat, will er nicht kommentieren.

Knut E. Steffen, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft MV (VMV), verweist auf den geschlossenen Verkehrsvertrag zwischen Land und Kleinbahn: Das Land zeichnet verantwortlich für den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene, bestellt dafür die Fahrkilometer bei der Kleinbahn und zahlt einen Zuschuss, dessen Höhe u. a. auf der Grundlage kalkulierter Ertragserlöse berechnet wird. Mit dem besagten Zug habe die Kleinbahn Mehreinnahmen erzielt. „Laut Vertrag sind von denen 50 Prozent auf den Zuschuss anzurechnen.“ Diese Regelung war zwar bei der Kleinbahn ausgesetzt, so lange die an der Streckensanierung gearbeitet habe. Seit 2005 gelte sie aber wieder.

„Mit dem Eigentümer läuft es mehr als dürftig bei der Kleinbahn“, beschreibt Knut E. Steffen die VMV- und damit Landessicht auf das Traditionsunternehmen der Insel. Dabei hat er den Verkehrsvertrag vor Augen. Der läuft Ende 2007 aus, müsste noch in diesem Monat von einer Seite gekündigt werden, so keine automatische Verlängerung gewollt ist. „Wir haben noch Abstimmungsbedarf mit dem Landkreis“, blieb VMV-Chef Steffen gestern eine konkrete Antwort dazu schuldig. Hermann Schöntag war nicht zu erreichen.
UDO BURWITZ

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