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L-NV - Straßenbahn, Bus und Eisenbahn in Leipzig
Beiträge im Thema:
15
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Jörg L.E., Sascha Claus, André Loh-Kliesch, FraTo, Yoeto, carsten L.E., DAvE LE, TLpz, Sven F.

die Zukunft von Grünau

Startbeitrag von Sven F. am 17.01.2006 08:42

Im LVZ-Artikel wird ja bereits über eine Fahrtwegänderung in Grünau
nachgedacht (Einkürzung von Linien auf Grund des Überangebotes).
Wie seht Ihr das? Im Nahverkehrsplan kann man sehen, dass die
beiden Haupttrassen der Ratzelstraße und Lützner Straße auch
miteinander verbunden werden können, so dass eine neue Querverbindung
entsteht. Haltet Ihr dies für sinnvoll? SL 15 wird ja auf Stadtbahnniveau
ausgebaut.

MFG Sven

Antworten:

Wobei im Nahverkehrsplan festzustellen ist, daß die Trassenfreihaltung der Strassenbahn entlang der Brünner Str. verläuft. Eine Führung über das Allee- Center wäre m.E. sinnvoller.

von TLpz - am 17.01.2006 09:53
"über das Allee-Center" hieße: Schönauer Straße. Die soll aber "mittlerer Ring" (vierspurige Schnellstraße) werden, die Stadt wird Behinderungen mit der Straßenbahn fürchten. Außerdem sehe ich den Südteil der Trasse über die Brünner Straße als geplanten Ersatz der Strecke durch die Diezmann- und Kurt-Kresse-Straße - zwei so dicht benachbarte Trassen wird man wohl nicht parallel betreiben wollen.

Überhaupt macht die Verbindung nur dann Sinn, wenn dort auch Bahnen fahren. Bei der jetzigen radialen Ausrichtung des Netzes glaube ich nicht daran.

Viel wichtiger zur Entlastung des nördlichen Grünauer Asts wäre die viel kürzere Verbindung zwischen der Plagwitzer und der Neulindenauer Strecke durch die Saalfelder Straße. Da ist die Kanalbrücke schon vorbereitet (so tönte es jedenfalls anlässlich des Neubaus Mitte der 90er), und mit der S-Bahn-Brücke hätte man auch in der Brünner oder Schönauer Straße Arbeit. Außerdem könnte das die Stadt und Fördermittelgeber dazu veranlassen, gleichzeitig die längst fällige König-Albert-Brücke zu sanieren oder neu zu bauen. Im Moment wartet die LVB offenbar darauf, dass diese Brücke gesperrt wird und ein schöner Grund für die schon lange geplante Stilllegung der 14 geliefert wird.

Die Saalfelder Straße würde Grünau und Plagwitz verbinden: hier Internate und relativ billige Wohnungen, dort u.a. eine Fakultät der Universität. Sie würde die längst fällige Sanierung der Lützner STRASSE zwischen Merseburger und Plautstraße ermöglichen, indem eine Umleitungsmöglichkeit entsteht (zwar wurden vor einiger Zeit die Gleise dort gemacht, aber die Straße ist nach wie vor im katastrophalen Zustand). Außerdem glaube ich, dass die Anbindung an die City über Plagwitz schneller wird, da das Gekurve Odermannstraße / Lindenauer Markt / Kuhturmstraße entfällt.

Zu den Linien: Die 8 könnte bis Schönau ("Grünau-Nord") eingekürzt werden, dafür müsste die längere 14 bis Miltitz führen. So hat man von Militz aus keinen Verlust: die 15 fährt über Lindenau, die 14 über Plagwitz, und in Lindenau selbst das alte Angebot. Die Hauptlast Westkreuz ("Bushof Lindenau") Allee-Center ("Schönauer Ring") hätte dann drei Linien.

von André Loh-Kliesch - am 17.01.2006 13:39
Meine Variante:

Linie 1 nach Lausen
Linie 2 ab Ratzel-/Schönauer Straße über die Schönauer Straße zur Lützner Straße und weiter nach Grünau-Nord oder Miltitz.

Linie 15 nach Miltitz
Linie 8 ab Lützner-/Plovdiver Straße über die Krakauer Straße nach Lausen.Dort könnte ein Umsteigepunkt zur S-Bahn Sinn machen bei einer möglichen Verlängerung nach/von Markranstädt.

Das Busnetz müsste dann nur etwas angepasst werden.Hier besteht Einsparungspotenial durch unnütze Linienüberlagerung.

Die Tramtrasse via der Stuttgarter Allee entlang ist sehr interessant aufgrund guter Erschließungsmöglichkeiten.Nur bautechnisch dürfte die Schönauer Straße besser realisierbar sein.Diese ist sehr großzügig gestaltet.



von Jörg L.E. - am 17.01.2006 13:40
Zitat

Zu den Linien: Die 8 könnte bis Schönau ("Grünau-Nord") eingekürzt werden, dafür müsste die längere 14 bis Miltitz führen. So hat man von Militz aus keinen Verlust: die 15 fährt über Lindenau, die 14 über Plagwitz, und in Lindenau selbst das alte Angebot. Die Hauptlast Westkreuz ("Bushof Lindenau") Allee-Center ("Schönauer Ring") hätte dann drei Linien.


Statt der Linie 14 würde ich die 8 über Plagwitz fahren lassen.Die Linie 14 wäre dann überflüssig.Die 3 Haltestellen vom Bushof Lindenau bis Lindenauer Markt schafft die 15 locker alleine.

Wie das mit dem 14er-Nordabschnitt ausschaut ist rein spekulativ.Auf der einen Seite lohnt sich die Strecke nicht so sehr.Andernseits wäre im Bereich Wittenberger Straße die Anbindung zum Hauptbahnhof miserabel.Stichwort : Quartiersbus :confused:.

(Meine Variante: Eutritzsch/Markt - Wittenberger Str. - Strbf./Berliner Straße - Hamburger Straße - Schönefelder Straße - Eutritzsch/Markt)



von Jörg L.E. - am 17.01.2006 13:53
Hallo ..

@Jörg L.E.
Linie 8 ab Lützner-/Plovdiver Straße über die Krakauer Straße nach Lausen. Dort könnte ein Umsteigepunkt zur S-Bahn Sinn machen bei einer möglichen Verlängerung nach/von Markranstädt
oder von Hst. Plodiver Straße gerade aus nach Markranstädt, bzw. nur bis zum Kulkwitzer See vor :rolleyes: natürlich für beiden Linien, somit würde der Abzweig der jetzigen Strecke nach Miltitz entfallen, auch wenn schon die Haltestellen neu gemacht wurden :cool:



von DAvE LE - am 17.01.2006 14:42
Tagchen,

Zitat

Viel wichtiger zur Entlastung des nördlichen Grünauer Asts wäre die viel kürzere Verbindung zwischen der Plagwitzer und der Neulindenauer Strecke durch die Saalfelder Straße.

gute Gelegenheit, um den Vorschlag über Spinnerei- und Saarländer Straße wieder in den Ring zu werfen. Damit würde man viel mehr erschließen, eine Brücke in der Saalfelder Straße sparen und hätte auch gleich eine Umleitung für die Luisenbrücke. Die Idee ist übrigens älter als der Leoliner. :D



von Sascha Claus - am 17.01.2006 17:10
Die Querverbindung in Grünau wäre ein Ersatz für die durch Niemandsland donnernde 1 und 2 gedacht. Am Schnittpunkt Antonien- / Brünner Str. leben ja wieder Menschen.

Eine Ausdünnung muss nicht sein, wenn es gute Anschlussbusbeziehungen gibt. Wenn man vom Fluss alle Bäche fernhält, trocknet er auch aus....

Der Netzschluss zur K.-Heine -Str. wäre wünschenswert, aber z.Zt. führt irgendwie kein Weg in die Realisierung. Wenn er da wäre, ist es doch am sparsamsten, die 15 (!) dort langfahren zu lassen und über Westplatz zum Hbf. Die 8 rollt allein durch Lindenau, die 7 bringt die Leute zum Hbf und die 3 verhindert die Überfüllungen auf der 7... Die 14 könnte ersatzlos, damit kosteneffektiv, gespart werden. Im Norden muss doch wegen einer einzigen Haltestelle (Dessauer Str.) in Nachbarschaft zur Tram 9 kein Quartiersbus her!!

von carsten L.E. - am 17.01.2006 19:55
@Sascha Claus: Wieso braucht man eine Umleitung für die Luisenbrücke? Der Umweg über die Spinnereistraße ist m.E. unnötig - dadurch werden keine zusätzlichen Fahrgäste angelockt. Nur für die Spinnerei eine Strecke zu bauen wäre gesponnen.

@carsten L.E.: Ich sehe das wie du, die 15 ist auf der Heine-Straße am sinnvollsten aufgehoben. Dass die Fahrgastzahlen an der Strecke so gering ist, kann hier ein Vorteil sein - so geht wenig Zeit durch Haltestellenaufenthalte/Fahrgastwechsel verloren.

In Schwachlastzeiten könnte man die 8E dann immernoch bis Plautstraße fahren lassen, womit Lindenau immer noch bestens bedient wäre. Über den Lindenauer Markt drei Linien im 10-Minuten-Takt zu führen, ist unnötig (und eine Zumutung für die Anwohner, vor allem weil die Tatras so einen Lärm machen...).

Eine Straßenbahnstrecke bis Markranstädt zu führen ist m.E. vollkommen sinnlos - die Strecke müßte (wie auch eine mögliche Verlängerung der S-Bahn) nördlich vom Kulki vorbei, und hier verläuft ja schon die richtige Eisenbahn. Wenn, dann könnte man auf deren Gleisen eine S-Bahn einrichten.

Wo wir gerade beim Thema sind: Was ist das eigentlich für eine Strecke, die ab S-Bf. Schwartzestr. südlich vom Lausner Weg nach Lausen und weiter Richtung Göhrenz führt? War das auch mal eine S-Bahn?

von Yoeto - am 17.01.2006 20:39
Zitat

Im Norden muss doch wegen einer einzigen Haltestelle (Dessauer Str.) in Nachbarschaft zur Tram 9 kein Quartiersbus her!!


Für uns Jungspunte kein Thema,ganz klar. Aber es gibt auch mobilitätseingeschränkte Bewohner in diesem Gebiet.Der 90er ist da auch kein Allheilmittel.Die Wege werden am Eutritzscher Zentrum für diese Bevölkerungsgruppe auch nicht kürzer/einfacher.



von Jörg L.E. - am 17.01.2006 20:43
Zitat

Wieso braucht man eine Umleitung für die Luisenbrücke? Der Umweg über die Spinnereistraße ist m.E. unnötig - dadurch werden keine zusätzlichen Fahrgäste angelockt. Nur für die Spinnerei eine Strecke zu bauen wäre gesponnen.

Weil die Luisenrücke früher oder später mal abgängig wird. Zudem kosten Gleise über die Saalfelder Brücke, so sie nicht schon dafür ausgelegt ist, auch mehr als das übliche für Flachland. Weiß jemand, wie viel so etwa für Brücken anfallen?



von Sascha Claus - am 17.01.2006 22:09
Zitat

Wenn er da wäre, ist es doch am sparsamsten, die 15 (!) dort langfahren zu lassen und über Westplatz zum Hbf.


Die gute 15 vom historischen Fahrtweg abbringen.Seit 06.10.1896 feste Größe im Bereich Lindenau/Lützner Straße.Da würden 120 Jahre gute Erfahrung den Bach runtergehen.

Im Spätverkehr könnte ein erweiterter "Pendolino" von der Naunhofer Straße - Bayrischer Platz - Leuschnerplatz - Westplatz - Felsenkeller - Plagwitz - Plautstraße fahren.Solo TW dürfte da reichen.
Als Kombi-Linie 28 :D

Zitat

oder von Hst. Plodiver Straße gerade aus nach Markranstädt, bzw. nur bis zum Kulkwitzer See vor


Nimm der künftigen S-Bahn nach Markranstädt nicht noch die letzten Fahrgäste weg.Die Kulki-Fahrgast Variante ließe sich bestimmt mittels Busverkehr regeln.



von Jörg L.E. - am 18.01.2006 06:46
Nein, eine S-Bahn nicht, eine normale Nebenstrecke halt, von der es sogar noch einen Abzweig von Lausen quer durch den heutigen Kulkwitzer See nach Markranstädt gab. Etwas mehr gibts hier [www.leipzig-lexikon.de] . Schade drum, als Touristen-Verkehr nach Lützen (Gustav Adolf) und Röcken (Friedrich Nietzsche) wäre sie bestimmt zu halten gewesen bei entsprechenden Angeboten - am besten privat. Heute fährt als "Ersatz" irgend ein 16x-er Bus, aber auch nur ein Stück der alten Strecke, nicht bis Lützen oder gar Rippach.

von André Loh-Kliesch - am 18.01.2006 09:41
André Loh-Kliesch schrieb:

Zitat

Schade drum, als Touristen-Verkehr nach Lützen (Gustav
Adolf) und Röcken (Friedrich Nietzsche) wäre sie bestimmt zu
halten gewesen bei entsprechenden Angeboten - am besten
privat. Heute fährt als "Ersatz" irgend ein 16x-er Bus, aber
auch nur ein Stück der alten Strecke, nicht bis Lützen oder
gar Rippach.


Warum am besten privat? Die, die am lautesten Subventionsabbau fordern kassieren am meisten staatliche Zuschüsse und das alles von unseren Steuergeldern.
Die Privaten kochen auch nur mit Wasser und die von denen hinterlassenen Ruinen werden der Politik vor die Tür gekippt und wieder mit Steuergeldern beseitigt.
Noch mehr Neof... liberalismus? Nein Danke!
FTB

von FraTo - am 18.01.2006 11:12
Zitat

Die Privaten kochen auch nur mit Wasser

Private, die nur mit Wasser kochen, sind immer besser, als eine Staatsbahn, die nicht den geringsten Willen zeigt, überhaupt zu kochen.

Wie kommt’s, dass die Bayerische Oberlandbahn innerhalb weniger Jahre die Fahrgastzahlen verdreifacht hat, obwohl die gute alte Bundesbahn das in dreißig Jahren nicht geschafft hat? Wie kommt’s, dass die Prignitzer Eisenbahn innerhalb weniger Jahre die Fahrgastzahlen im spärlich besiedeltn Brandenburg verdoppelt hat? Wie kommt’s, dass die Freiberger Eisenbahn innerhalb weniger Jahre die Fahrgastzahlen verdoppelt hat?

Wenn man Private nicht zum Lohndumping missbraucht sondern als frischen Wind mit frischen Ideen nutzt, kann durchaus einiges herauskommen.

Zitat

und die von denen hinterlassenen Ruinen werden der Politik vor die Tür gekippt und wieder mit Steuergeldern beseitigt.

Welche Ruinen? Die Regiobahn? Die Rurtalbahn

Zitat

Noch mehr Neof... liberalismus? Nein Danke!

Neoliberalismus, das heißt doch, dass Herr Mehdorn sich stets an den Lohnsenkungen für seine Untergebenen beteiligt?

Lesetipp: 16 Beispiele erfolgreicher Bahnen im Nahverkehr, Allianz pro Schiene, 11,6MiB



von Sascha Claus - am 18.01.2006 14:48
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