Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
L-NV - Straßenbahn, Bus und Eisenbahn in Leipzig
Beiträge im Thema:
34
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
zk01, tourist, Michael B, der Berliner, waldkauz, X-Factor, Seb. Naumann, sfn, Ronny Kraus, Micha K, ... und 9 weitere

LVB zockt ehrliche Fahrgäste ab.

Startbeitrag von zk01 am 07.11.2007 17:25

Guten Abend !

Ich dachte ja immer die LVB sei ein gutes Unternehmen, doch seit heute ist das anderes.

Dazu die Geschichte:

Am 03.09. trat ich meinen 14 tägigen Urlaub an. 14 tägig wird später noch wichtig sein.
Dazu fuhr ich mit der Linie 11 von Wideritzscher Straße zum Connewitz Kreutz um gegen 7 Uhr dort mit dem Auto weiter zu fahren.
Da ich noch eine 4 Fahrtenkarte hatte die auf der Vorderseite schon entwertet war, entwertete ich die Rückseite und fuhr Richtung Connewitz Kreuz. An der Hohen Straße stiegen die 2 Kontrollleute ein, eine ältere Frau und ein junger Kollege. Nachdem der junge Mann den vorderen Waagen Kontrolliert hatte, zeigte ich der älteren Frau meinen Ausweis. Nach kurzem Blick auf den Ausweis nahm Sie den Fahrschein mit ohne ein Wort zu sagen !
Nun war ich verdutzt.
Sie gab den Ausweis Ihrem Kollegen und schickte Ihn zu mir.
Er dann ! Ich benötige Ihren Ausweis.
Ich: Wieso ?
Er: Der Ausweiß ist doppelt entwertet.
Ich: Bitte ?
Er: Ja hier hinten ist er doppelt entwertet:
Ich: Bitte ?
Er: Ich benötige Ihren Ausweis!
Ich: Die Fahrt von jetzt ist aber vorne entwertet und nicht hinten.
Er: Das spielt keine Rolle.

Ich schon leicht in Panik, da mein Auto nicht wartete und ich in den Urlaub wollte.


Ich: Gab ihm den Ausweis, da er schon ungeduldig wurde:
Er: Nahm die Daten auf
Ich: Wie soll das jetzt weiter gehen. Der Fahrschein ist in Ordnung:
Er: Das wird der Innendienst feststellen:

Wir waren inzwischen am Connewitz Kreuz angekommen und ausgestiegen. An der Haltestelle ging es dann weiter:


Ich: Ziegen Sie mir nochmal den Fahrschein und was dort doppelt entwertet ist?
Er: Hier bitte:
ICh: Und was ist jetzt doppelt:
Er: Hier sehen Sie doch.
ICh: Ich sehe hier garnix.

Ich muss ganz ehrlich sein es war wirklich nicht doppelt entwertet und die Schrift war nicht ganz klar gedruckt da der Stempelautomat zuviel Farbe hatte. Davon abgesehen, dass Sie immernoch die FAhrt auf der Vorderseite bemängelten und nicht die FAhrt auf der Hinterseite also die Aktuelle Fahrt.

ICh: Wer entscheidet denn, das der Fahrschein gültig ist oder nicht ?
Er: War ratlos und ging zur Kollegin und vergewisserte sich
Er: Ja der Fahrschein wird durch ein Gerät geprüft was zweifelsfrei Feststellt, ob er doppeltentwertet ist
Ich: Achso und dann
Er: Dann hat sich die Sache für Sie Erledigt falls er nicht doppelt entwertet ist
Ich: zeigen Sie nochmal den Fahrschein:
Er: Hier
Ich: Sehen Sie eine Doppelentwertung ?
Er: Schaute mich an sagte aber nichts rein garnichts . (ICh spürte das ich recht hatte und er wusste das auch sagte aber nichts)
ICh: Also der Innendienst wird das Feststellen ?
Er: Ja und dann bekommen Sie POst.

Ich: okay

Musste langsam los da es kurz vor 7 war:

Er: Sie müssen hier noch unterschreiben:
Ich: wo
Er: Hier damit Sie den Vorfall bestätigen
Ich: Unterschreiben
Er: Hier ist Ihr Feststellungsbeleg:

So das war Teil 1 .. ab zum Auto und ab in den Urlaub. Die Sache war für mich geklärt, da das Gerät ja Festsellen wird das der Fahrausweis nicht doppelt entwertet ist! Alles Klärchen.

Die Wochen vergingen bis heute:

LETZTE VORGERICHLICHE MAHNUNG

DAtum des Briefumschlags 5.11.
Heute: 7. 11.
2 Tage Briefverkehr innerhalb Leipzig

7 Tage Frist um 40 ¤ zu überweisen + 29,50 ¤ vorgerichtliche Kosten

Gut das ist ja Prima dachte ich mir, rufen wir mal bei der LVB an.
Nach 10 min Warteschlange war auch schon ein netter Herr am Apperat, der mir mittelte, dass ich bis 14 Tage nach dem Vorfall das Recht habe Widerspruch einzulegen. Wenn ich das nicht gemacht habe, muss ich zahlen.

Ich: Das wusste ich nicht.
Er: Das stand im Informationeblatt, was Sie bei der Kontrolle erhalten haben
Ich: Ich habe kein Informationsblatt erhalten
Er: Doch dafür haben Sie ja unterschrieben bei der Kontrolle:
Ich: Ich habe aber keins erhalten:
Er: Da steht Aussage gegen Aussage:

Ich erstmal Ratlos

Ich: Die Kontrollleute haben aber gesagt, dass der Fahrschein geprüft wird und ich dann Post bekomme
Er: Das glaube ich kaum:

Ich wieder Ratlos

Ich: Ich war 14 tage im Urlaub
Er: Sie können von überall Briefe schreiben

Ich: Was habe ich jetzt noch für Möglichkeiten
Er: Keine
Ich: Gut dann werde ich mich morgen nochmal persönlich an die LVB wenden:
Er: Das bringt nichts, da der Vorfall schon an die Sachsen Wasser GmbH abgegeben wurde:
ICh: Alles klar, dann muss ich mich dahin wenden:
Er: Das können Sie versuchen
Ich In Ordnung vielen DANK

Gut soweit so schlau aber was jetzt machen ???



Antworten:

Immer unter vorbehalt unterschreiben, LVB (bzw. LSB) betrügt nicht nur dich, mir wollte die in der Zone 151 mal eine ABO-Karte andrehen, obwohl ich eine SchülerMobilCard ("Gültig auf allen Linien der LVB einschließlich Sommerferien"!) vorgezeigt hatte, ich musste dann nur 7 Euro nachzahlen, obwohl das vollig sinnlos war ... achso: der Kontrolleur war ein Türke, der wirklich (!!!) nicht mal richtig Deutsch konnte!

von Tatra-Fan - am 07.11.2007 18:01
Das bringt mir jetzt auch nichts mehr .. reingefallen ist reingefallen, Problem ist das jetzt am besten machen ?

von zk01 - am 07.11.2007 18:03
Vielleicht einen Rechtsanwalt einschalten, da die LVB die Prüfung vielleicht nachweisen muss und dann raus kommt, dass du im Recht bist. Zumindest kenne ich jemanden der in Berlin mit dieser Methode Recht bekommen hatte. Problem ist nur, dass du aufgrund deiner Eile deinen Ausweis vorgezeigt hattest, da du ja schon der Meinung warst, dass er selbst bemerkte im Unrecht zu sein.

Der Berliner

P.S. ich wünsche dir im weiteren Verfahren viel Glück und gebe dir den Tipp vielleicht über die Medien über die schlechten Verhältnisse aufmerksam zu machen oder falls du noch die Namen der beiden hast kannst du auch noch anders vorgehen.

von der Berliner - am 07.11.2007 18:09

Bedauerlich

Hallo Andre,

früher hätte ich das für einen Fall der Ombudsfrau der LVB gehalten, aber die ist ja schon Geschichte.

Auch die Schlichtungsstelle Mobilität in Berlin kann dir leider nicht weiterhelfen, so daß ich es persönlich für unabwendbar halte, daß du vor Gericht landest. Sinnvoll wäre eventuell eine Erstberatung bei einem Rechtsanwalt, da gibt es Beratungsgutscheine beim Amtsgericht.

Du hast ja objektiv NICHT gegen die Beförderungsbestimmungen verstoßen, einen Fahrschein auf der Rückseite zu entwerten ist sicher nicht strafbar sondern ein Versehen.

Aus meinem Alltag kann ich dir aber noch eins mit dem auf den Weg geben:
Wenn man über seine Widerrufsrechte nicht informiert wurde oder unter falschen Tatsachenbehauptungen etwas unterschrieben hat, über dessen Inhalt man erst im Nachhinein informiert wurde gilt man im Verwaltungsrecht (da komm ich her) als nicht ausreichend belehrt und die Widerspruchsfrist verlängert sich auf ein Jahr! Die LVB als privates Unternehmen wenden natürlich keine Verwaltungsvorschriften an, dennoch gilt auf für die LVB das gute, alte BGB. Es ist eigentlich Pflicht(!) zu belehren was man unterschreibt (welche Risiken man eingeht usw. - gilt auch für freenet-Vertreter an der Haustür). Zu sagen, damit bestätigen Sie den Vorfall genügt nicht (gerade wenn dadurch Fristen beginnen zu laufen) und gerade dazu sind die Kontrolleure auch zu zweit unterwegs um als Zeuge in unklaren Situationen bereitzustehen.

Mein Tip wäre wie gesagt Rechtsbeistand oder das persönliche Gespräch mit einem Menschen von der LVB, womöglich kann Dir auch die Rechtsabteilung der LVB helfen, sowas haben normale Unternehmen eigentlich.

Im Übrigen hatte ich das Problem auch schon mal, da hatte ein Entwerter zweimal gestempelt, aber mit derselben Uhrzeit. Der Kontrolleur hat den Fahrschein gegens Licht(!) gehalten und damit festgestellt, daß ich unschuldig bin.

Viele Grüße
Martin

von 810 600-7 - am 07.11.2007 18:11
Zitat

Du hast ja objektiv NICHT gegen die Beförderungsbestimmungen verstoßen, einen Fahrschein auf der Rückseite zu entwerten ist sicher nicht strafbar sondern ein Versehen.


Es handelte sich um eine 4 Fahrtenkarte, so dass man hinten entwerten kann. Es war also absichtlich bei einer letzten Fahrt entwertet. Die Aktuelle Fahrt wurde vorn entwertet. Anerkannt wurde aber die alte Fahrt nicht.

Das ist ja das eigentliche, was ich nicht verstehe.

von zk01 - am 07.11.2007 18:24

Re: Bedauerlich

Es kann sein, dass ich mich etwas zu weit aus den Fenster lehne aber mir fällt ein, dass man ungültige Fahrten danach nicht mehr anfechten kann. Da du über deine Rechte nicht belehrt wurdest weist du ja eigentlich auch nicht was die Kontrolleure auf ihr Papier geschrieben haben. Somit liegt eine Arglistige Täuschung vor und zu dem werden sie auch mitbekommen haben, dass du in Eile bist und somit ist es eine Art Zwangsmaßnahme gewesen dich unterschreiben zulassen, dass du dich "schuldig" bekennst, was auch rechtlich gesehen nicht erlaubt ist.

Zudem gibt es die Möglichkeit, wenn du von jemanden nicht belehrt wirst zählt die Frist eigentlich erst an dem Tag wo du belehrt wurdest und dies war ja dann so gesehen heute.

Allerdings wie schon gesagt weis ich es nicht mehr genau.

Der Berliner

von der Berliner - am 07.11.2007 18:44
Was mir gerade noch einfällt:

Warum gibt es nur eine letzte Vorgerichtliche Mahnung ?

Ist es nicht üblich eine erste Mahnung zu verschicken ?

von zk01 - am 07.11.2007 18:48
Hallo

Nach deinen Ausführungen bist du im Recht.
Von daher Anwalt einschalten und darauf
hoffen dass die LVB das Verfahren einstellen.
Denn eine Klage ist für die LVB erstmal mit
hohen Kosten verbunden mit der Gefahr
auf den Kosten sitzenzubleiben.

Es ist jedem Gläubiger freigestellt wieviele Mahnungen
er vor Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides
an den Schuldner verschickt.Allerdings können die
LVB die Mahngebühren nicht willkürlich festlegen sondern
müssen diese dann vor Gericht aufschlüsseln.Man schreibt nicht
1.,2,3. Mahnung da dies dem Schuldner anzeigt dass man weitere
Mahnungen verschicken und erst einmal nicht klagen wird.

Viel Erfolg!!!

Gruss T4D-C

von T4D-C - am 07.11.2007 18:48
Zitat
zk01
Es handelte sich um eine 4 Fahrtenkarte, so dass man hinten entwerten kann. Es war also absichtlich bei einer letzten Fahrt entwertet. Die Aktuelle Fahrt wurde vorn entwertet. Anerkannt wurde aber die alte Fahrt nicht.

Das ist ja das eigentliche, was ich nicht verstehe.


Zitat
Beförderungsbedingungen des MDV §8
Fahrkarten, die entgegen den Vorschriften der Beförderungsbedingungen
oder des Beförderungstarifs benutzt werden, sind ungültig
und werden eingezogen; dies gilt insbesondere für Fahrkarten,
die
...
10. in einem Entwerterfeld mehrfach entwertet sind (von Kontrollpersonal
zusätzlich angebrachte Prüfzeichen zählen nicht als
doppelte Entwertung)
...


Demzufolge ist die Fahrkarte ungültig gewesen, wenn sie wirklich doppelt entwertet war, unabhängig davon das die beanstandete Fahrt nicht die aktuelle Fahrt gewesen ist.

von X-Factor - am 07.11.2007 18:49
In Ordnung also, wenn die Rückseite mehrfach entwertet worden wäre ist die LVB im Recht obwohl es nicht die Aktuelle Fahrt ist. ALLES KLAR soweit gehe ich mit.

Problem ist blos, dass dies nicht der Fall war ! PUNKT

von zk01 - am 07.11.2007 19:00
Hi,

die LVB muss nachweisen das du schwarz gefahren bist. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben die dein Fahrschein behalten. Ich würde persönlich zur LVB gehen und das dort klären, die müssten ja den Fahrschein dort haben.
Weswegen musst du jetzt die 40 ¤ bezahlen? Es muss ja ein Grund im Brief stehen.
Soviel ich weiß unterschreibt man nur das man erwischt wurde und das die Angaben stimmen, hab noch nie erlebt das ein Kontrolleur ein Informationsblatt einem Schwarzfahrer in die Hand drückt.

von tourist - am 07.11.2007 19:17
Hallo erst mal!

Ihr schreibt hier alle, dass er sich an die LVB wenden muß. Die LVB ist für Kontrollen in den Bahnen und Bussen nicht mehr zuständig, sondern die LSB. An die er sich auch wenden muß.

Die LVB hat sich schon aus diesen Bereich Kontrolle in den Bahnen und Busen schon im Jahr 2000 zurück gezogen. Seid dem haben nur noch der BSG und die LSB die Kontrollen durch geführt. Auch der Bereich EBE Büro ist auch aus der Hohen Straße 12 ausgezogen und ist jetzt am Johannisplatz siehe LSB.

Tschüss
Der Heiko

von Heiko Lehmann - am 07.11.2007 19:38

Ich bin vor 2 Jahren noch in die Hohe Straße gegangen.

von tourist - am 07.11.2007 19:41
Also jetzt liegen alle Falsch:

Die ganzen Daten sind nach Aussage des Infotelefonats mit der LVB heute an die Leipzig Wasser GmbH gegangen, so dass dort nach Aussage des Infotelefonats dort auch mein Fahrschein ist. Bin blos gespannt, ob den morgen dort auch jemand findet.

von zk01 - am 07.11.2007 20:00
Die LVB beauftragen korrekterweise die Leipziger Servicebetriebe (LSB) GmbH mit der Fahrausweisprüfung in Bussen und Bahnen. Das Kundenbüro für Erhöhtes Beförderungsgeld (EBE) gehörte zwar noch eine Weile zur LVB und war auch in der Karl-Liebknecht-Straße [!] 12 anzutreffen, wurde aber auch geraume Zeit später in die LSB ausgegliedert und hat jetzt seinen Sitz am Johannisplatz 21.

Die Sachsen Wasser GmbH ist das beauftrage Inkasso-Unternehmen der LSB, an welche die Vorgänge abgegeben werden, sobald ein Vorgang nach einer gewissen Zeit nicht abgeschlossen werden konnte.

EDIT und PS: Ob die Mitarbeiter der BSG noch Kontrollen durchführen bzw. dazu berechtigt sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

von 1138 - am 07.11.2007 20:31
Dann muss ich als Fahrgast vorher die Unternehmensstruktur auswendig lernen damit ich weiß bei welchem Problem ich mich an wen wenden muss, sehr guter Service.

von tourist - am 07.11.2007 20:38
Ich würde auf jeden Fall einen Anwalt einschalten, denn die LVB steht in der Beweispflicht. Außerdem gibt es Labortests, welche nachweisen können, ob das Ticket doppelt entwertet war oder nicht.

Nur was ich nicht ganz verstehe, welcher Straftatbestand liegt vor, wenn ein Ticket doppelt entwertet ist?
Wenn zwei Personen auf eine 4 Fahrtenkarte fahren, ist das Ticket auch doppelt entwertet. Wo liegt der Sinn des Sachverhaltes? Oder ist es reine Abzocke? Ich glaube die LVB spinnt langsam.


von Leutzscher - am 07.11.2007 21:55
Mir sieht es fast so aus, als hätten die Kontrolleure nicht geschnallt, dass es sich um eine Mehrfahrtenkarte handelte. Dieses kleine 2/4 kann man ja auch ganz leicht mal übersehen... Die Herrschaften haben den zweiten Stempel gesehen und darauf reagiert. Ist mir auch schon passiert, dass meine Entwertung angemeckert wurde. Bei mir saß der Stempel aber auf diesem Alustreifen. Und das wäre nicht rechtens, sagten die Kontrolleure. Man kann da wohl radieren, wegwischen oder so. Aber ich habe mehr Glück gahabt, bin mit einer Ermahnung davongekommen.

von SCHNAUF1966 - am 07.11.2007 22:12
Tagchen,
Zitat
zk01
Warum gibt es nur eine letzte Vorgerichtliche Mahnung ?

Ist es nicht üblich eine erste Mahnung zu verschicken ?

üblich ist bestenfalls, was vorgeschrieben ist. Das waren mal einige Mahnungen, in denen Fristen gesetzt werden mussten. Im Zuge der von der gemeinhin bekannten Zahlungsunmoral (im Handwerk) beschleunigten Entbürokratisierung darf es mittlerweile auch ein wenig weniger sein, wenn in der Rechnung schon eine Zahlungsfrist steht.

von Sascha Claus - am 07.11.2007 23:26
Die LVB sind hier eindeutig im Unrecht. Auch § 8 der MDV-Bestimmungen kann sich nicht auf Mehrfahrtenkarten beziehen sondern meint die erneute Stempelung eines bereits entwerteten Feldes für die aktuelle Fahrtberechtigung. Ob irrtümlich eine zweite Stempelung irgendwann zuvor irgendwo erfolgt ist, spielt keine Rolle, wenn für die aktuelle Fahrt ein extra Feld entwertet worden ist.

Man sollte der erstmaligen Zahlungsaufforderung bzw. Mahnung per Fax (vom PC aus, Absendebestätigung ausdrucken und gut aufbewahren) widersprechen und alle weiteren Anschreiben ignorieren. Höchstens zu einem Gerichtstermin wäre es dann sinnvoll zu erscheinen und den Fax-Ausdruck vorzulegen. Aber soweit wird es garantiert nicht kommen.

Es ist traurig, wenn derart inkompetente Kontrolleure unterwegs sind. Mir ist es passiert, daß die Zusage einer Erstattung für einen Automatenfehler zuerst nicht eingehalten worden ist. Ich habe aber auf der Zusage bestanden und protestiert. Die versuchen wohl erst mal, Kunden für dumm zu verkaugfen. Exakt nach einem Vierteljahr kam dann die Erstattung.

von waldkauz - am 07.11.2007 23:51
Hallo,

Zitat

Ich würde auf jeden Fall einen Anwalt einschalten, denn die LVB steht in der Beweispflicht.


Ob das der klügste Weg ist? Am Ende kostet ein Anwalt mehr, als die Erstattung. Wenn ich das Opfer wär, würde ich einfach die Briefe ignorieren und gleichzeitig diesen Vorfall irgendwie in den Medien publik machen lassen.

MfG Sebastian


von Seb. Naumann - am 08.11.2007 09:54
Zitat
zk01
Was mir gerade noch einfällt:

Warum gibt es nur eine letzte Vorgerichtliche Mahnung ?

Ist es nicht üblich eine erste Mahnung zu verschicken ?


Die letzte Vorgerichtliche Mahnung ist in der Regel die dritte bzw. vierte Mahnung. Außerdem muss man die geforderten Mahngebühren vor Gericht aufschlüsseln und diese werden laut BGB nach den geforderten Kosten berechnet. Ich weiß zwar nicht wie hoch der Prozentsatz bei der ersten Mahnung ist nur ich kann so viel sagen, dass dieser nicht über 50% liegt (Forderung der LVB 40,- EUR + 29,50 macht einen Zuschlag von 73,75 %).

@ Leutzscher: Das mehrfache entwerten eines Fahrtenfeldes bei 4-Fahrten-Karten ist mit zwei Straftatbestanden zu erklären:

1. Erschleischung von Leistungen (nicht bezahlen von Leistungsentgelten für erbrachte Leistungen)
2. Betrug bzw. Urkundenfälschung (wenn ein Entwerter sehr blass stempelt und man bei der Rückfahrt noch einmal den Fahrschein entwerten lässt bzw. es vorsätzlich ausführt)

Blödes Juristen- und Beamtendeutsch

Der Berliner

von der Berliner - am 08.11.2007 10:06
Hallo,

Könntest du besagten §8 bitte verlinken oder wortgenau zitieren. Es gibt Menschen, die die Tarifbestimmungen nicht zur Hand haben.

MfG
Michael

von Michael B - am 08.11.2007 10:17
Hallo,

1. man liest sich genau durch, was man unterschreibt. Wenn auf dem Schriftsttück, was du unterschrieben hast, drauf stand, dass du das Merkblatt bekommen hast, hast du schlechte Karten.
2. Grundsätzlich solltest du, für den Fall einer tatsächlich nicht erfolgten Belehrung, Allem schriftlich widersprechen. Solltest es noch nicht erfolgt sein, bittest du um Erläuterung des Sachverhalts und Zusendung des Merkblattes. Die Widerspruchsfrist gilt ab dem Zeitpunkt an dem du belehrt wurdest (auch wenn du im Urlaub bist). Wenden solltest du dich dabei an den, der auf dem Schreiben genannt ist, bzw. solltest du dich auf das Schreiben beziehen. Am besten gibst du das Schreiben vor Ort ab und lässt dir den Inhalt bestätigen. Auf jeden Fall solltest du aber für den Inhalt des Briefes bzw. dessen Absendung einen Zeugen haben.
3. Ich empfehle dir auf jeden Fall eine Rechtsberatung, die 10¤ bis maximal 190¤, abhängig vom Aufwand und dem Gegenstandswert, kostet. Den Beratungsschein gibt es nur unter Vorliegen bestimmter Vorraussetzungen.

MfG
Michael



von Michael B - am 08.11.2007 10:54

publik machen klingt gut

Das wäre auch mein Vorschlag. Täglich lassen sich zig-tausende in Leipzig von 3 oder 4 großen Buchstaben beeinflussen. Dass ein solcher Vorfall nicht gerade förderlich für das Image eines Verkehrsunternehmens ist (zumindest unter der Sachlage, wie Du sie hier beschreibst) dürfte klar sein. Der Verkehrsbetrieb stünde somit erstmal unter dem Druck, sachlich zum Vorfall Stellung zu nehmen. Wer was wann und wie falsch gemacht hat, dürfte sich dann so auch außergerichtlich klären lassen.

Aber andererseits kann ich die LVB auch verstehen. Die haben täglich mit Beschwerden, gegen (unberechtigtes) erhötes Beförderungsentgelt zu tun. Es ist leider normal, dass die Leute dann dort abstumpfen und auf mangelnde Konsequenz, bezgl. weiterer Schritte, des Beschwerenden hoffen. Irgendwo soll dann doch der Mensch im Vordergrund stehen und nicht der "Beförderungsfall", zumal, wenn es wie in Deinen Fall nicht um offensichtliches Scharzfahren geht.

Weiterhin muss ich sagen, dass die erste Anlaufstelle auch für mich die LVB wären. Ich habe deren Verkehrsmittel genutzt und nicht den "Service" des LSB Mitarbeiters in Anspruch genommen. Wenn die LVB ein Drittunternehmen zur Fahrkartenkontrolle und ein weiteres zum Geldeintreiben heranziehen, bleibt es immernoch ein Streit zwischen, dem vermeintlichen Leistungserbringer (hier nunmal die LVB) und mir.

von Micha K - am 08.11.2007 11:16
Zitat
waldkauz
Die LVB sind hier eindeutig im Unrecht. Auch § 8 der MDV-Bestimmungen kann sich nicht auf Mehrfahrtenkarten beziehen sondern meint die erneute Stempelung eines bereits entwerteten Feldes für die aktuelle Fahrtberechtigung. Ob irrtümlich eine zweite Stempelung irgendwann zuvor irgendwo erfolgt ist, spielt keine Rolle, wenn für die aktuelle Fahrt ein extra Feld entwertet worden ist.

Der §8 Bezieht sich auf die Fahrkarte (egal ob Einzel- oder Mehrfahrtenfahrkarte). Entwertest du ein Feld doppelt, ist die Fahrkarte ungültig und somit auch die auf ihr noch nicht genutzten Fahrten.

Zitat
Michael B
Hallo,
Könntest du besagten §8 bitte verlinken oder wortgenau zitieren. Es gibt Menschen, die die Tarifbestimmungen nicht zur Hand haben.
MfG
Michael


Tarivbestimmungen des MDV

von X-Factor - am 08.11.2007 11:46

LVB zockt ehrliche Fahrgäste ab TEIL 2

Nach der schönen Diskussionsrunde gestern und vielen Mails sogar von Mitarbeitern der LVB sowie sogar von ehemaligen Kontrollpersonal möchte ich mich erstmal bedanken.
DANKE

Was passierte heute (8.11.2007)

Erster Termin war früh 9 Uhr in der Stephanstraße, wo der Fall Bearbeitet wird.
Ich wollte einfach die Sache so schnell wie möglich klären und dachte, dass es in 10 min erledigt sei, denn ein Blick auf den Fahrschein reicht ja aus.
Wir erinnern uns, dass der Mitarbeiter der LVB am Servicetelefon gesagt hat, dass der Fahrschein dort wäre.


Ich schilderte meinen Fall und die Mitarbeiterin wieß mich darauf hin, dass ich 2 Wochen Zeit gehabt hätte, den Fahrausweis einzusehen. Daraufhin erzählte ich Ihr, dass mir dieser Zettel nicht ausgeteilt wurde und der Prüfer mich nicht darauf hingewiesen hat.
Sie: Könnte da nichts tun.
Ich: Wo ist denn der Fahrschein ?
Sie: wälzte die Ordner und fand recht schnell meinen Beleg jedoch ohne Fahrschein.
Sie: Der Fahrschein ist bei der LVB in der Hohen Straße.
ICh: OKay dann fahre ich jetzt dort hin und versuche eine Einsicht zu bekommen.
Sie: in Ordnung .. melden Sie sich dann nochmal
Ich: Ich Natürlich

Gut soweit alles schön und gut fahren wir mal zur LVB. Inzwischen ist es 9:15 Uhr
9:20 Uhr stehe ich in der Hohen Straße beim Pförtner


Ich: Schilderte Ihm den Vorgang
Er: Ihr Fahrschein ist nicht hier
ICh: Bitte
Er: JA der ist wenn dann am Johannisplatz
ICh: Achso am Johannisplatz
Er: JA am Johannisplatz
Er: Beschrieb mir den Weg was sehr nützlich war

So es war 9:25 Uhr ich fuhr nun zum Johannisplatz
An der Tür angekommen: Öffnungszeiten ab 10 Uhr
Also 30 min warten:
Punkt 10 ging die Tür auf und ich wurde zum Empfang begleitet.


Am Empfang:

Ich: Schilderte Ihm den Vorfall
Er: Das ist sehr ungünstig
Ich: Haben Sie den Fahrschein hier
Er: Nein der liegt bei der LVB in der Hohen Straße
ICh: Okay da war ich gerade und dort wurde mir gesagt, das er hier ist
Er: Nein das stimmt nicht. Er ist in der Hohen Straße. Sie kommen dort blos nicht ran, da die Abteilung keine Öffnungszeiten hat, da die Einsicht der Fahrscheins nur 2 Wochen nach der "Straftat" bei uns möglich ist, sofern Sie Einen Antrag gestellt haben.
Ich: Gut darauf wurde ich aber nicht hingewiesen, dass das mein Recht ist.
Ich: Werden die Fahrausweise von Ihnen nicht nochmal geprüft, wenn kein Antrag gestellt wird ? Sie leiten das Einfach durch ?
Er: JA wenn kein Antrag gestellt wird, wird es weitergeleitet.
Ich: Was habe ich jetzt noch für eine Möglichkeit eine Einsicht zu bekommen
Er: Ja am besten ist, wenn Sie in Widerspruch gegen die Mahnung gehen.
Ich: Okay das hilft mir jetzt erstmal weiter
Ich: DANKE

Soweit sogut es war inzwischen 10:15 und ich musste ja zum Glück nur um die Ecke zur Stephanstraße
Zum Glück musste ich nur 5 min warten und kam dann wieder ins Büro:

ICh: Schilderte nochmals meinen Fall (HAtte eine neue Bearbeiterin erwischt)
Sie: Gut was machen wir da jetzt?
ICh: Ich lege Widerspruch ein
Sie: Okay in Ordnung
ICh: Okay
Sie: Dann wird das Verfahren gestoppt bis der Wiederspruch bearbeitet ist
Ich: OKAy
Sie: Sie bekommen dann Post von uns
Ich: Okay schönen Tag noch

Nun war es 10:30 Uhr
Jetzt heißt es abwarten: Danke für alle hilfreichen Mails. Vorallem die sehr hilfreichen vom LVB Personal selbst.



von zk01 - am 08.11.2007 14:52
War es denn richtig, die Fahrkarte einfach den Kontrolleuren zu überlassen? Wenn die LVB nun einfach schreiben, dass die Fahrkarte doppelt entwertet wurde, um von Dir zu kassieren dann hast Du nix mehr in der Hand um das Gegenteil zu beweisen. Hier fehlt eine neutrale Instanz die das begutachtet.

von IngoKoer - am 08.11.2007 21:37

...Überschrift.

Ich würde mir übrigens mal Gedanken machen, ob so eine Überschrift für jemanden, der sich mit der Rechtsabteilung eines Unternehmens anlegen will, so gut gewählt ist... :rolleyes:

von Ronny Kraus - am 09.11.2007 01:21

Meinungsfreiheit

...es gibt nur wenige Konstellationen, wo dann für ein erstes Mal allenfalls eine Unterlassungserklärung abverlangt würde oder so etwas: persönliche Beleidigungen, Volksverhetzung... mehr fällt mir schon gar nicht mehr...

Wahrheitswidrige Behauptungen gegen Firmen gelten allenfalls als Geschäftsschädigung. Die Überschrift ist keine Geschäftsschädigung. Das ist gar nix.



von sfn - am 09.11.2007 14:25

Re: Schriftlich widersprechen

Dazu genügt wie gesagt immer ein Fax vom PC aus, weil das am kostengünstigsten ist und man dabei von einem guten Faxprogramm auch die Bestätigung hat "Fax erfolgreich gesendet". Das ist im Streitfall vor Gericht verwertbar. Briefporto mit Einschreiben-Rückschein oder persönliches Abgeben bei den LVB mit Gegenzeichnen wären für viele Kunden so auch mich unvertretbar aufwendig bzw. teuer. Es liegt hier ja eindeutig die Schuld bei den LVB. Eine versehentliche Fehlstempelung, die für die aktuelle Fahrt keinerlei Konsequenzen hat, darf nicht zu einem erhöhten Aufwand für den Kunden führen. Ein schuldhaftes Fehlverhalten in Betrugsabsicht müßte hier dem Kunden von den LVB auf ihre Kosten nachgewiesen werden, d.h. die LVB müßten erst einmal Klage beim Amtsgericht erheben. Nicht der Kunde hat sich auf seine Kosten zu verteidigen! Und so lange keine Klage erhoben ist, braucht der Kunde nach seinem einmaligen begründeten Widerspruch per Fax auf nichts mehr zu reagieren. Punkt, aus.

von waldkauz - am 10.11.2007 00:12

Re: Nachweis

Also die haben nun den Fahrschein offensichtlich verschwinden lassen, weil sie begriffen haben, daß die Anschuldigung hinfällig ist. Ungefähr so wie Hütchenspieler, die man problemlos öffentlich das nennen darf, was sie sind - kriminell. Wer in Rechtsabteilungen sitzt, sei dahingestellt. "Wes Brot ich eß, des Lied ich sing." Recht zu verdrehen, gehört zum Geschäft.

Wie gesagt: Nach einem ersten klar begründeten schriftlichen Widerspruch ist hier nichts weiter zu tun. Sind vier Jahre daraufhin vergangen, kann man alle Belege im Zusammenhang damit wegwerfen.

von waldkauz - am 10.11.2007 00:22
Hallo,

mir ist noch etwas aufgefallen, was ich bisher völlig übersehen habe.

"7 Tage Frist" ist nicht wirksam. Um jemanden in Verzug zu setzen, muss ein klares Datum oder ein nach dem Kalender bestimmter Tag genannt werden.
Aber das sollte für dich nicht wirklich interessant sein.

MfG
Michael

von Michael B - am 10.11.2007 16:46
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.