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L-NV - Straßenbahn, Bus und Eisenbahn in Leipzig
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vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
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carsten L.E., Ein Reudnitzer, FraTo, 1376, Andreas M, fly_AY, täglich_Linie_4, Limopard, Michael B, c_point_s, Jörg L.E., Triebwagen

S1 nach Grünau

Startbeitrag von FraTo am 17.11.2007 09:42

Im vorvorhergenden Beitragsfaden wurde es kurz angeschnitten - ohne die S1 nach Grünau würde es in Leipzig auch gehen.
Das Thema "umzubiegen" auf S-Bahn wäre jetzt unfair, deshalb eröffne ich dafür einen eigenen Thread.
Vor einem ähnlichen Dilemma steht ja auch die S7 nach Halle-Neustadt und Nietleben. Immer wenn´s irgendwie mit Personal oder Fahrzeugen knapp ist, ist die S7 das erste Opfer. Während des Streiks war die S7 gleich gar nicht eingesetzt. Vergleichbar mit S1 ist auf jeden Fall, daß die Straßenbahn sowohl Grünau als auch Halle-Neustadt besser erschließen und auch wesentlich schneller sind. Abgesehen davon, daß beide S-Bahnlinien einen größeren Umweg fahren, um zum Ziel zu gelangen. Ohne den Haltepunkt Silberhöhe wäre die S7 heutzutage in der Tat überflüssig.
*Verschwörungstheorie ein* Kann es sein, daß beide Länder, Bahn und Aufgabenträger mit dem Streik beweisen konnten, daß sowohl S1 als auch S7 verzichtbar sind? *Verschwörungstheorie aus*
Aus dem Dilemma führt meines Erachtens nur eine bessere Verzahnung beider S-Bahnteilnetze heraus, die als gemeinsames mitteldeutsches S-Bahnsystem angesehen werden sollten (und da ist die von Herrn Daehre geplante Regio-S-Bahn um Halle eher kontraproduktiv).
Ob mit Grünau oder ohne - für die Weiterexistenz des S7-Astes nach Trotha habe ich mittelfristig auch starke Bedenken.
Ansonsten halte mich aus dem Streikthema total raus. Aber als Mitglied der Linkspartei und Wicca könnt ihr Euch denken, wo ich stehe.
Gruß aus Halle-Neustadt
FTB

Antworten:

Hallo,

die Straßenbahn hat wohl einiges an Fahrgästen abgezogen, da sie nicht nur wesentlich mehr Fläche erschließt als die S-Bahn sondern auch schneller im Zentrum ist.

Als reines innerstädtisches Verkehrsmittel ist die S-Bahn überflüssig (HaNeu war früher eine eigenständige Stadt).

Meiner Meinung nach sollte der Nordast nach Trotha zu einer S-Bahn nach Weißenfels oder Naumburg ausgebaut werden. Sofern der Ast nach Dölau überhaupt erhalten bleibt sollte er mit der S10 verknüpft werden und evtl wieder nach Dölau oder gar darüber hinaus verlängert werden.

MfG
Michael

von Michael B - am 17.11.2007 13:42
Zitat

... S1 ist auf jeden Fall, dass die Straßenbahn sowohl Grünau ... besser erschließen und auch wesentlich schneller sind.


Wollt auch mal meine Meinung dazu geben.

Im Bereich L-Miltitzer-Allee nach L-Allee-Center / L-Grünauer Allee (auch wenn es zu Fuß gehen muss) / L-Lindenau kommt man mit den Grünauer Tramlinien auch recht gut. Plagwitz dagegen nur mit Umsteigen.

L-Industriegelände und L-Leutzsch erreicht man ja auch prima mit dem Bus.

Allerdings lohnt sich die S-Bahn S1 unter dem Aspekt L-Grünau/L-Lindenau – L-Möckern – L-Gohlis, denn da fährt man mit der Straßenbahn schon länger um an sein Ziel zu kommen.

Die DB oder die Stadt tut ja an den Bahnhöfen nicht mehr sehr viel, so das alle Bahnhöfe auf der S1 (oder der größte Teil, ich rede von L-Miltitzer Allee bis L-Leutzsch, dem verfall geweiht sind bzw. schon gezeichnet sind.

von c_point_s - am 17.11.2007 13:45
Ich bin der Meinung, dass mal irgendwo stand, dass der Ast der S7 von Halle-Hbf nach Trotha sowieso irgendwann vom Regionalverkehr in Richtung Halberstadt mit bedient werden soll. Die S-Bahn von Halle-Neustadt soll ja wohl nach Leipzig weiterfahren.

Thema Grünau: Vielleicht wäre es besser, die S1 (nach Fertigstellung Citytunnel) ab Leutzsch nach WSF fahren zu lassen. Da würde man nämlich auch gleich Markranstädt und Bad Dürrenberg mit einbinden. Und in Miltiz würde es auch einen Halt geben. Plagwitz hätte ja dann immer noch den Regionalverkehr in Richtung Zeitz... Wäre sicher auch kein abwegiges Konzept. Und Grünau hat ja wohl auch eine gute Tramanbindung ! Und die steht wohl nicht zur Disposition...

Man muss auch mal bedenken, dass es zu DDR-Zeiten vorgesehen war, dass 1 / 6 der Leipziger in Grünau wohnen sollten. Was sicher eine Rechtfertigung für eine S-Bahn ist / war. Wenn man sich das Verhältnis mal heute ansieht und die nächsten Jahre in die Zukunft guckt, naja, da kann man Zweifel bekommen, ob Grünau überhaupt eine langfristige Zukunft hat. Und da muss auch über das Thema S-Bahn nachgedacht werden... Was natürlich noch eine Option zum langfristigen Erhalt der S-Bahn in Grünau wäre, das ist sicher der Lückenschluss von Grünau nach Markranstädt. Somit könnte man den kompletten Verkehr aus Richtung Weißenfels über Grünau, Lindenau und Leutzsch in den Tunnel lenken. Eigentlich müsste man dadurch auch gefahrene Kilometer sparen, da ja dann nur noch die S-Bahn fahren würde und keine RB mehr. Wäre vielleicht auch interessant - kostet allerdings viel Geld. Hätte aber auch den Vorteil, dass man den Leipziger Südwesten ans S-Bahnnetz anschließen würde. Aber sächsische Lokalpolitiker können leider nicht bis hinter Markranstädt denken. Sie wissen leider nicht, dass dahinter "auch noch was ist". Da wohnen sogar Menschen!

von Ein Reudnitzer - am 17.11.2007 15:50
Zitat
Ein Reudnitzer
IWas natürlich noch eine Option zum langfristigen Erhalt der S-Bahn in Grünau wäre, das ist sicher der Lückenschluss von Grünau nach Markranstädt. Somit könnte man den kompletten Verkehr aus Richtung Weißenfels über Grünau, Lindenau und Leutzsch in den Tunnel lenken.


Absolute Zustimmung. :spos: :spos: :spos:

von Jörg L.E. - am 17.11.2007 17:54
Die S1 hat ihre Funktion hauptsächlich als Verbindung Grünau-Möckern. Frühmorgens werden die Angestellten der/des Arbeits-amt/-agentur/-gemeinschaft sowie der LVA nach Möckern gekarrt, später dann Kunden/Arbeitssuchende/Antragsteller. Am Nachmittag der Rückweg. Das bekommt die LVB so nicht hin. In Möckern wird die Kiste leer.

Ich selbst kann es mir aussuchen. Fahrstrecke Karlsuher Str. - Augustusplatz. Mit der Tram ist die Fahrt etwas länger, Ankunft aber direkt am Ziel. Mit der S-Bahn etwas kürzere Fahrt, aber Fußweg zum Augustusplatz (oder 1 HSt. Tram). Die S1 ist für mich eine nette Ergänzung aber keine zwingende Notwendigkeit.

"Faule" Variante: 61 bis Am Kirschberg, ab da 15 oder 8.

BTW: Die NGT12 auf der 15 lassen die S-Bahn-Wagen sehr, sehr alt aussehen...


von Limopard - am 17.11.2007 18:01
Zitat
Jörg L.E.
Zitat
Ein Reudnitzer
ISomit könnte man den kompletten Verkehr aus Richtung Weißenfels über Grünau, Lindenau und Leutzsch in den Tunnel lenken.


Absolute Zustimmung. :spos: :spos: :spos:


Ist aber so auch wieder nicht klug. Kosten/Nutzenfaktor ist zu gering. Es gibt einen Fahrzeitzusatz Richtung Leutzsch von über 10 min. Das macht dann die RB oder S1 aus Weißenfels/ Markranstädt gesehen nicht mehr attraktiv.

Grüße
Triebwagen

von Triebwagen - am 18.11.2007 12:11
eben, und deshalb muss man immer in der Region vernetzt denken. Sinn macht so ein Vorschlag nur, wenn es dafür einen RE geben würde, der diesen Namen verdient und mit Reisegeschwindigkeiten von ca. 90 km/h WSJ und NMB direkt an Leipzig bindet mit integralem S-Bahn-Anschluss (meinetwegen in Markranstädt) und die S1 dafür immer nach Merseburg abbiegen lassen. Das "Zwischenland" außerhalb von WSF und NMB sieht sehr mager aus....

Generell krankt das heutige System am Material und der mangelnden Initiative des Betreiber und Bestellers, bereits heute für Verbesserungen zu sorgen. Dafür kann man nach Inbetriebnahme CTL einen größeren Zuwachs vermelden.

Die S1 in Grünau hat sehr wohl ihre Berechtigung. Die Querspange nach Norden bekommt weder Bus noch Tram hin und die Gesamtreisezeit bis zur City liegt knapp unter der Bimmelzeit. In Zujunft entfällt Ind.-Gelände West und die Einfahrt in Hbf tief dürfte deutlich schneller sein. Das spart nochmal 2 bis 3 Minuten.

Gegenwärtig ist der lange Fußweg vom Hbf oben bis zur Tram (Umsteiger) oder City (Zielgebiet) alles andere als förderlich. Das fällt ja zukünftig auch besser aus.

Leider fehlt fast allen Aktueren die Angst, auch im Gesamtnetz adäquat zum CTL zu investieren.

mfg

von carsten L.E. - am 18.11.2007 20:47
Also ehrlichgesagt glaube ich auch nicht daran, dass die S-Bahn in Leipzig in ihrer Existenz bedroht ist. Man braucht sich nur mal derzeitige Entwicklungen ansehen. Thema DHL zum Beispiel, Jobticket, Re-Urbanisierung - alles Gründe, die der S-Bahn in die Hände arbeiten... Für Leipzig wird eine S-Bahn früher oder später unverzichtbar werden. Es wird Zeit dass der Tunnel fertig wird ! ;)

Ich kenne mittlerweile einige hartgesottene Autofahrer, die aus Kostengründen auf den ÖPNV umgestiegen sind. Wenn der Tunnel erstmal fertig ist, wird die S-Bahn mit Sicherheit mehr Fahrgäste haben...

von Ein Reudnitzer - am 18.11.2007 21:16
Darum, daß die Existenz der S-Bahn bedroht seil, ging es ja auch gar nicht. Ganz im Gegenteil.
Es stellt sich lediglich die langfristige Perspektive für den Ast nach Grünau und hier speziell von Plagwitz bis Grünau. Die S-Bahn Leipzig hat gute Aussichten, sich langfristig zu einem wichtigen Teil leipziger Nahverkehrs zu entwickeln. Im Moment steht sie ja leider eher "im Windschatten" von Bahn-Regionalverkehr und Straßenbahn. Mit dem CT wird sich bestimmt auch in Zukunft der Anteil an täglichen ÖPNV-Fahrgästen zu einem gewissen Teil zu Gunsten der S-Bahn verschieben und die zusätzlichen Fahrgäste werden nicht nur aus neu gewonnenen Fahrgastpotentialen kommen.
Den Ansatz, die Grünauer Strecke bis Markkleeberg zu verlängern, halte ich schon für entscheidend für einen möglichen Bestand dieser Strecke. Der noch zu erhaltende Fernverkehr über die "Erfurter Bahn" wird sich nach Eröffnung der ICE-Strecke nach Nürnberg - München zukünftig in Grenzen halten.
Die Kardinalfrage für den Grünauer Ast wird sich nicht heute oder morgen stellen. Man sollte aber heute schon die Frage stellen: "Quo vadis S1?".
FTB

von FraTo - am 19.11.2007 07:30
Hallo FraTo
"Den Ansatz, die Grünauer Strecke bis Markkleeberg zu verlängern"

Ich denke das du Markranstädt meinst , oder ?


von 1376 - am 19.11.2007 15:28
Das hilft sicher, ebenso die CTL-Durchbindung Richtung Stötteritz / Wurzen.

Kritischer sehe ich das Unvermögen, den Verkehr zwischen Leutzsch und Hbf zu ordnen. Das Totschlag-Argument Fernverkehr verhindert die eigentlich notwendige Taktverdichtung auf 15' Takt. Hier rächt sich die fehlende politische Gestaltungsfähigkeit des Schienennetzes. Vor allem der fehlende Integrale Taktverkehr (nach Schweizer Vorbild) verhindert, dass eindeutige Antworten gefunden werden, wo und wann sich unterschiedliche Verkehrsarten innerhalb des Schienennetzes behindern. Mit gezielten Baumaßnahmen wäre Abhilfe zu schaffen. Im derzeiten Planungsgefüge wird allerdings Verzicht geübt: Auf Fahrgäste, auf durchdachte Lösungen, letztlich auf die Vernunft. Den Schaden hat das gesamte System Öffentlicher Nachvekehr.

mfg

von carsten L.E. - am 21.11.2007 09:55
Wie lange soll den der FV denn noch über Leutsch gefürht werden.
Ich dachte nach Fertigstellung der NBS nach Erfuhrt würde alles zur Freude des Flughafens über Gröbers geleitet, um dort auf die schon vorbereitete NBS zu wechseln.

Andreas M

von Andreas M - am 21.11.2007 10:12
Und wann ist die Fertigstellung?? ;-)

Gruß
C

von carsten L.E. - am 21.11.2007 11:04
2015 hab ich mal gehört. Aber man hat schon angefangen.

von täglich_Linie_4 - am 21.11.2007 11:18
Und ist das realistisch??

mfg

von carsten L.E. - am 22.11.2007 07:51
Zumindest wird gebaut. Und das mittlerweile auch so, dass man das Projekt nicht mehr abblasen kann... Zum Glück !

von Ein Reudnitzer - am 22.11.2007 08:16
Meinen Schätzungen zufolge wird die NBS nach Erfurt nicht vor 2016, also eher 2017 bzw. noch später fertiggestellt.
Es sei denn man hebt die Investitionssummen noch an.

Erfurt-Nürnberg sieht ja noch komplizierter aus und hier versuchen einige Seiten auch noch das Projekt zu beeinflussen, sprich Änderungen zu erwirken.

viele Grüße
Matti

von fly_AY - am 22.11.2007 12:49
2016 / 2017 wird mittlerweile auch von offizieller Stelle angegeben.

von Ein Reudnitzer - am 22.11.2007 14:16
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