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Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehrsfreunde Naumburg - Jena e.V.
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 12 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bremsauge, kleinkonrad, Ferenc Kvatpas, Bowser, AK, Tobias.Hartmann

Sanierer nicht verteufeln!

Startbeitrag von Bremsauge am 17.04.2004 20:37

Zur Mäßigung rate ich beim Umgang mit den Leuten, die sich Gedanken um die Zukunft des schienengebundenen ÖPNV in Kleinstädten wie Naumburg machen. Sie stellen nur heute schon die Frage, die sich in 5-10 Jahren überall stellen wird: Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Und lieber ein paar knallharte Topsanierer, die heute Schlimmeres verhindern, als ein Gewurstel bis zum Bankrott. Deshalb sollten alle schon einmal nachdenken, ob sich ein Straßenbahnbetrieb in Naumburg wirklich rechnet. Wenn nein - dann heißt es wohl oder übel Abschied nehmen von der Wilden Zicke.

Antworten:

Hallo,
sehr geehrter "Bremsauge", Sie spielen sicher auf die Äußerungen von einem gewissen Herrn Felgenhauer an, wenn man sich das Auftreten des "Herrn Keferer" oder "Franz X. Leuenbach" in anderen Foren wie das des Eisenbahnkuriers, das Gästebuch der Stadt Sandersdorf oder im Saftbahnforum anschaut (vor kurzen gab es zu diesem Thema im Straßenbahnforum von Drehscheibe-online eine interessante Diskussion), dann hat Herr Hartmann noch vergleichsweise sachlich reagiert und sich nicht provozieren lassen, ich habe den Verdacht, dass "Herr Felgenhauer" genau darauf aus war.
Was die Anspielung auf die Busse der Firma van Hool angeht so wird sicher der Doppelgelenkbus AGG300 gemeint sein. Dieser hat eine Länge von gut 24 m, macht sich in vielen Straßen besonders gut :-). Diesen Bus bekommt man aber auch nicht gerade geschenkt. Nicht zu vergessen, dass man bei Stillegungen die schon getätigten Investitionen berücksichtigen muss, d.h. so scheiterte die Stilllegung der Straßenbahn in Cottbus schon allein daran, dass die Stadt es sich nicht leisten konnte die Fördermittel zurückzuzahlen, die in die Straßenbahn geflossen sind und Görlitz ging es nicht anders. Zwar macht die Straßenbahn nicht immer und überall sinn, jedoch steht es um den Bus meist nicht besser, (weniger Akzeptanz bei der Bevölkerung, d.h. weniger Einnahmen usw.). Was bringt es wenn ein Verkehrsmittel scheinbar billiger ist, jedoch nicht in dem Umfang von der Bevölkerung akzeptiert wird, d.h. das Geld quasi um sonst ausgegeben wird. Man muss bedenken der öffentliche Verkehr ist kein Selbstzweck sondern verkehrt für die Bevölkerung!
Was die Rentabilität angeht, so muss man bedenken, dass so gut wie nirgends ÖPNV echt rentabel ist und sein kann (im beriebswirtschaftlichen Sinn). Hier ist nicht die betriebswirtschaftliche sonder die volkswirtschaftliche Betrachtung wichtig, d.h. was bringt der ÖPNV noch an Synergien mit, z.B. Einsparung von Straßenbau und Erhaltung, Verkehrsentlastung von Stadtgebieten (ein Tatragroßzug spart 150 Autofahrten), Aufwertung von Stadtgebieten, guter ÖPNV-Anschluss ist hier bares Geld wert
[Fördergelder fließen übrigens i.d.R. nur wenn die "standardisierte Bewertung" ein positives Ergebnis bringt (Kosten-Nutzenverhältnis >1)]. Nicht zu letzt braucht man die Schieneninfrastruktur langfristig um nicht zu sehr vom Öl abhängig zu sein, denn das geht in den nächsten 40 Jahren aus bzw. wird arg teuer und nicht zuletzt liegen die meisten Öl-Reserven am Persischen Golf und was das bedeutet wenn es hart auf hart kommt, dass kann sich jeder selber ausrechnen. Jetzt soll niemand mit nichtkonventionellem Öl (Ölschiefer und Ölsande) kommen, das wird i.d.R. erst ab 100-150 US-$ das Fass rentabel (Ölgewinnung). Und mit Wasserstofftechnologie braucht mir auch keiner zu kommen, der Wasserstoff wird z.Z. aus Erdgas gewonnen und Wasserstoffgewinnung aus Wasser ist energetisch ein bescheidenes Kapitel, mit Methanolbrennstoffzellen steht es auch nicht besser wenn man bedenkt das das MeOH i.d.R. über die Methanolsynthesegasroute aus Erdgas gewonnen wurde.

MfG
AK

PS. @ Webmaster, sollte sich diese Diskussion unsachlich entwickeln, dann beseitigen Sie unbedingt den Thread.

von AK - am 18.04.2004 12:19
Hallo,


AK spricht mir aus der Seele, der Schienengebundene Nahverkehr mach in Zukunft sicher auch in Städten von der Größe wie Naumburg sinn.
Was mich interessiert ist ob es in Naumburg nicht Pläne gibt mal irgendwann eine Neubaustrecke zu Bauen um andere Stadtteile mit an Die Straßenbahn anzuschließen.

von Bowser - am 20.04.2004 21:39
Hallo,

vielen Dank, dass sich nun auch noch andere in die Diskussion einklinken. Ich dachte schon, dass wird hier nur ein Schlagabtausch zwischen zwei Personen.

Zur Frage der Pläne: die gab es seitdem es die Straßenbahn in Naumburg selbst gibt. Es waren mehrere Strecken im Gespräch. So sollte eine zum Ostbahnhof führen, wo man einen Anschluss an eine geplante 1000-mm-Schmalspurbahn bauen wollte. Weiterhin waren noch Erweiterung in Richtung Almrich (westlicher Ortsteil von Naumburg), in das Gebiet der Siedlung (nördlich des Zentrums) und in das südwestliche Stadtgebiet geplant. Wie so oft und wie teilweise auch anderswo scheiterte es am lieben Geld oder es kamen (welt-)polititische Situationen, die den Bau scheitern ließen. So ist es im Endeffekt beim Ring geblieben.

Derzeit sind keine Erweiterungen außer der Wiedereröffnung der Strecke zum Bahnhof und zum Salztor geplant.

Tschüß
Tobi

von Tobias.Hartmann - am 20.04.2004 21:58
@AK
Wo ist das Problem? Wenn auch der Bus nicht von der Bevölkerung angenommen wird, gibt es offenbar genug Alternativen. Dann hat offenbar fast jeder seinen PKW - ein gutes Zeichen für den Aufschwung in unseren neuen Bundesländern! Wenn es aber genügend Autos gibt, dann kann man auch den Busverkehr einstellen. Clever: Die Sparsumme steigt gewaltig an. Und für die wenigen, die kein Auto haben oder zu jung/zu alt sind reichen Schulbusse, Anrufsammeltaxis sowie das Taxis selbst. Damit wäre alles paletti.

von Bremsauge - am 21.04.2004 12:43

Bremsaug hat Recht

Ich denken solte Man nicht sein zu Streng mit sanirer. Weil Tram kostet gelder ist Teuer manchesmal. Und in Ungarn haben Wir gemachd auch umestelung von Tramen auf Bussen und ist Gut gangen.

von Ferenc Kvatpas - am 22.04.2004 09:32
Hallo, ich finde es nicht in Ordnung von Bremsauge. (wer auch immer dass sein mag). Es ist nicht vorstellbar, welches Verkehrschaos ohne Bahnen und Busse etc. herrschen würde. Desweiteren ist es nicht in Ordnung, auf der Internetseite eines Straßenbahnvereines irgendwelche "klugen" erklärungen über mögliche Straßenbahnstilllegungen und Doppelgelenkbusse abzugeben. Wer in den AGG 300 schon mitgefahren ist, wird mir bestätigen, dass der Motor vorallem in den hinteren Reihen relativ laut ist. Wenn man also als normaler Fahrgast über eine Stunde dort sitzt, ist man "zugedröhnt".
Straßenbahnen gehören in eine Stadt, welche momentan eine besitzt und mehr als 30000 Einwohner hat. Straßenbahnen fahren leiser und Umweltfreundlicher als Busse. Auch Gemeinden und Vororte dürfen Straßenbahnen haben. Für Kritik an Straßenbahnen ist ein Tramforum ja mit da, aber irgendwelchen Vereinsmitgliedern, welche über 12 Jahre schon in diesem Verein sind und der Straßenbahn praktisch das Überleben gesichert haben klarzumachen, dass sie 12 Jahre umsonst geschuftet haben, dass ist besch.......

Also, warte auf eure Antworten!!

kleinkonrad

von kleinkonrad - am 27.04.2004 17:03
Ach und noch was: Es kann sich nicht jeder täglich ein Taxi leisten, und auch nicht alle können sich ein Auto leisten. Bremsauge, nicht alle können das leisten, was du sicher kannst. Du wirst sicher sehr selten ÖPNV fahren, sonst wärst du anderer Meinung!!!!!

von kleinkonrad - am 28.04.2004 17:48
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