BSAG: Keine Anpassung des Busliniennetzes in HB Nord

Startbeitrag von T.Hancke am 05.07.2007 10:50

Im einem Artikel der Norddeutschen ist heute zu lesen, dass die BSAG ihr Busliniennetz in HB Nord nach Eröffnung der FVE im Dezember unverändert lassen will.
Man will erst abwarten und ggf. später Änderungen berücksichtigen.

Ein für mich unverständlicher Schritt der BSAG. Zumindest die Li. 70S und 74S stellen einen 100% Parallelverkehr zur FVE dar, zumal sie auch nach etwa Zeitgleich mit dem Zug z.B. ab BF Farge fahren, da ja Anschluß auf den gleichen Zug in Vegesack hergestellt wird.
Wo man sonst nach jedem einzusparenden Pfennig sucht ist hier ein Einsparpotential von 4 Bussen.Außerdem wird hier m.E. am Erfolg der FVE gekratzt, wenn hier Fahrgäste ein doppeltes Angebot vorfinden. Das ist ja so , als hätte man mit Einführung der Li. 4 die 30S weiterfahren lassen.

Das man auf den normalen Linien erstmal abwartet halte ich dagegen schon für sinnvoll, wobei ich denke ,dass langfristig die Doppelfahrt der Li. 71+74 uber die Lindenstr. nicht nehr nötig sein wird, da hier sicher auch viele den Zug nehmen werden.Vielleicht konnte man das Einsparpotentian nutzen um große Neubaugebiete der letzten Jahre in Leuchtenburg/Löhnhorst und Schwanewede an den ÖPNV anzuschließen, die bis jetzt überhaupt keine Anbindung haben.

Antworten:

Als die Linie 4 1998 eingeführt wurde hat man die Linie 30S weiterfahren lassen, eingestellt wurde diese erst mit der Verlängerung der Linie 4 nach Borgfeld. Und auch der Weiterbetrieb der Linien 70S und vor allem der Linie 74S macht durchaus Sinn.

Die Linie 74S schafft nämlich eine schnelle Verbindung von Schwanewede zum Bahnhof Vegesack, eine Aufgabe welche die FVE nicht übernehmen kann, da sie Schwanewede gar nicht bedient, natürlich kann man sagen die betreffenden Fahrgäste könnten am Bf. Blumenthal in die FVE umsteigen, aber dadurch müssten die Fahrgäste einmal mehr umsteigen. Dies macht also erst Sinn, wenn ab 2011 (?) die Züge zum Hauptbahnhof durchfahren, die Erhaltung der Linie 74S ist somit durchaus richtig, schließlich lässt man die Linie 630 und 670 auch weiterhin zum Hauptbahnhof durchfahren (um beim Beispiel Linie 4 zu bleiben) und hat sich nicht nach Borgfeld eingekürzt.

Etwas anders sind dies in der Tat bei der 70S aus, aber auch hier kann die FVE die Aufgaben nicht vollständig übernehmen: Die FVE hält im Bereich Farge seltener als die 70S und Rekum und Neuenkirchen bedient sie gar nicht. Allerdings sehe ich bei der 70S im Gegensatz zur 74S eine Einstellung schon als diskussionswürdig an

Auch sehe ich kein großes Einsparpotential wenn man entweder die Linie 71 oder 74 brechen würde, da man hierdurch am Bf Blumenthal und Bf Vegesack zusätzliche Wendezeiten für die gekürzten Linien vorsehen müsste. Vorstellbar wäre hier jedoch die Linie 76 auf den Abschnitt Rönnebeck - Bf Blumenthal und die 75 auf den Abschnitt Gröpelingen - Bf Vegesack einzukürzen und die Linie 71 die Strecke der Linien 75/76 zwischen Bf Vegesack und Bf Blumenthal übernehmen zu lassen. Wobei die Kürzung der 76 bis Blumenthal eigentlich auch erst bei durchgehendem Betrieb der S-Bahn bis zum Hbf. wirklich Sinn macht. Bei der Linie 75 bin ich mir auch nicht sicher, ob sie gekürzt bis Vegesack noch wirklich Sinn macht, hier wäre jedoch auch eine Verknüpfung mit der Linie 677 denkbar.

von D.Kleine - am 05.07.2007 11:36
Zu bedenken ist ja auch, daß die FVE zu einem nicht unerheblichen Teil am Rande der Ortsteile entlang fährt und nicht mittendurch wie die Buslinien. Wer etwa zum Straßenzug Lindenstraße möchte, dem wäre mit der am Rande Aumund-Hammersbecks entlang fahrenden FVE kaum geholfen.
Würde man später irgendwann mal den Bf Blumenthal zum zentralen Umsteigepunkt Zug/Bus machen wollen und damit also die heutige Funktion des Bf Vegesack ersetzen, dann müßte man wohl auch am Bf Blumenthal eine attraktivere Umsteigeanlage zwischen Bus und Zug schaffen.
Daß man das Busnetz zumindest bis zu einem durchgehenden Betrieb Farge-Hbf unverändert läßt, erscheint mir durchaus richtig.

von ChristophN. - am 05.07.2007 14:41
Gut über die 74S könnte man streiten, aber in Zeiten , wo man zur zusätzlichen Geldeinahme einen Nachtzuschlag einführt halte ich ein Zusätzliches Umsteigen für vertretbar, zumal es ja am BF. Vegesack Bahnsteig an Bahnsteig ist und der Zeitverlust gering.

Bei durchgehendem Betrieb ab 2011 könnte ich mir folgendes Busnetz vorstellen:

71 Bleibt
73 Bleibt
74 lang über Hammersbecker -statt Lindenstr in Fahrplanlage der 76
74 kurz wird 77 :In Schwanewede verlängert bis Vorberger Heide - Bis Bf Blumenthal > Anschlußgarantie zur 75
76 ab Bf Blumenthal > Anschlußgarantie zur 74 weiter über Waldschmiede (Anschluß FVE) - Wiesenstr. - Löhnhorst (Enstelle im Bereich Stundenweg/ Finkenei denkbar) Evtl nur alle 30 Min ab BF Blumenthal-Löhnhorst mit Anschluß FVE jeweils von Vegesack an der Löhstr/ Waldschmiede.

Dann hätte man große bis jetzt völlig unerschlossene Gebiete an den ÖPNV angeschlossen und müßte mit den Einsparungen der Li.70S+74S und der Doppelfahrt über die Lindenstr. ungefähr mit dem Derzeitigen Aufwang hinkommen.
Außerdem währen die direktfahrmöglichkeiten Schwanewede-Vegesack und Blumenthal / Vegesack weiterhin gegeben.



von T.Hancke - am 05.07.2007 15:28
> Gut über die 74S könnte man streiten, aber in Zeiten , wo man zur zusätzlichen Geldeinahme einen
> Nachtzuschlag einführt halte ich ein Zusätzliches Umsteigen für vertretbar, zumal es ja am BF.
> Vegesack Bahnsteig an Bahnsteig ist und der Zeitverlust gering.

Es ist zwar nur *ein* zusätzlicher, de facto für die meisten aus HB Stadt jedoch bereits der dritte Umstieg.
1 x BSAG --> DB im Zentrum
1 x DB --> FVE in Vegesack
1 x FVE --> Bus in Farge.
Auch die Fahrgäste da oben sind nur begrenzt belastbar. Und jeder Umstieg ist ein erheblicher Qualitätsverlust und gleichzeitig ein erhebliches Wiederstandsmoment bei Neukunden.

Anders sähe es bei einem Entfall des Umstieges in Vegesack aus. Vielleicht kann man mit der späteren S-Bahn mal flügeln (Man darf ja mal Visionen nennen dürfen).

von Tw22 - am 05.07.2007 16:16

Re: Bürger fordern Anpassung des Busnetzes

Die SPD Bürgerschaftsabgeordnete Arnold Cramer aus HB-Nord hat ihr Unverständnis über die Entscheidung der BSAG, ihr Liniennetz nicht zur FVE- Eröffnung anzupassen, geäußert.Es komme darauf an, von Anfang an Bus und Bahnverkehr möglichst gut zu verzahnen,um möglichst viele Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen.

Dann komt allerdings eine Forderung, die mit der FVE eigentlich wenig zu tun hat.
358 Bürger aus dem Bereich Bockhorn/Landesgrenze sprechen sich dafür aus, dass der Takt der Li.677 im Abschnitt Beckedorf/Bockhorn verdichtet und verstetigt wird, damit für die dort wohnenden Menschen eine schnelle Verbindung nach Vergesack entsteht, im Gegensatz zur "Umwegverbindung"der Li. 74 über Blumenthal.
Hier sieht man , dass solche Forderungen recht subjektiv sein können, die längere Fahrzeit der Li.74 über Blumenthal beträgt gegenüber der 677 gerade mal 4 Min.



von T.Hancke - am 07.07.2007 17:38
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