Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren
Beteiligte Autoren:
Torsten S., ChristophN., Kai B, VolkerP, MartinB., T.Hancke

20 Uhr Regelung voller Erfolg

Startbeitrag von T.Hancke am 11.07.2007 13:37

In einem Bericht im heutigen Weser Report wird aus einem Gespräch mit Georg Drechsler zitiert, der nach einer Woche kontrollietem Vordereinstieg Bilanz zieht.
Die Zentralen Aussagen sind:
1. Umsatzsteigerung bei Einzeltickets ab 20 Uh rvon durchschnittlich 800EUR auf 1200 EUR letzte Woche.

2. Erhöhte Zugriffe bei Schwarzfahrern in den jetzt stärker kontrollierten Bahnen (als Beispiel wird hier von 2500 im Juni 2006 auf 3500 im Juni 2007 angeführt , da gab es den kVe doch noch garnicht??).

3 Zufriedenheit auch beim Fahrpersonal, größere Verspätungen und Übergriffe blieben aus.

Fazit des Artikels: Die erwarteten Mehreinnahman vonn 400-500000 EUR werden erreicht werden, und man denkt in der BSAG Führungsetage darüber nach , wie man die Kontrollzeiteb ausweiten kann.

Antworten:

Verspätungen?

Hat mal jemand ein Auge auf die Verspätungen nach 20 Uhr geworfen? Ich hatte leider noch keine "Gelegenheit", mich mit dem 20-Uhr-Vorne-Kram persönlich auseinanderzusetzen, aber meine Vorhersage steht weiterhin, dass der konVE zu vermehrten Verspätungen führt. Durch die Anschlussgarantie (wenn sie denn eingehalten wird), dürfte sich das ja auf das gesamte Netz auswirken.

Dasselbe Problem ergibt sich dann übrigens bei der Ausweitung der Kontrollzeiten - der Mehrerlös wird durch zusätzliche Kurse, längere Fahrzeiten, mehr Treibstoffverbrauch und abwandernde Fahrgäste dann wieder aufgefressen. Oder man macht es so wie die VWG in Oldenburg: Die Sache mit den Verspätungen einfach aussitzen und dem Fahrgast aufbürden. Wenn die Busse 3-8 Minuten hinter dem Plan herfahren (in Oldenburg die Regel, nicht die Ausnahme!), spart sich der Kunde in Zukunft zumindest die 1,50 EUR für das Fahrplanbuch - es ist ja sowieso nur als Phantasie-Roman zu gebrauchen.

Die zusätzlichen Erlöse für Einzeltickets gehen ohnehin in den folgenden Wochen wieder zurück, wenn der Überraschungs-Moment weg ist und sich der Fahrgast entweder eine Monatskarte besorgt oder für alternative Fahrverbindungen (Fahrrad, Fußweg, abholen lassen etc.) gesorgt hat. Einen Beweis für eine nachhaltige Steigerung der Einnahmen durch den konVE hat bisher noch kein Verkehrsbetrieb erbracht...zumindest nicht, dass ich wüsste.

Kai

von Kai B - am 11.07.2007 13:48

Re: Ausweitung des konVE ...

... würde dann auf solchen eh nicht gerade pünktlichen Linien wie die 24-27 den Fahrplan zur Makulatur werden lassen. Diese Busse würden dann auch die Straßenbahnen behindern. Und auch weniger ausgelastete Linien wie die 55 würden kollabieren, da gerade bei der 55 die Umlaufzeit bereits jetzt ausgereizt ist.

Die nächste Steigerung wäre dann z.B. die Schülerlinie 173, die im Winter nur so überquillt. Aber vielleicht würden dann mal die Schulen aufbegehren und einen pünktlichen Unterrichtsbeginn einfordern.

Wenn denn der konVE so viel Einnehmen bringt, wäre es nur konsequent, auch bei den Straßenbahnen diesen einzuführen. Der brave Fahrgast wird sicherlich kein Problem damit haben, im Flexity erst mal zum Fahrer zu gehen und ihm sein Ticket vor die Scheibe zu halten. Oder sollte der Flexity eine Fehlinvestition sein?

----------------------------------------------------------------------------
konVE - nein danke! Warum machen bloß alle mit?
----------------------------------------------------------------------------

von Torsten S. - am 11.07.2007 20:30
Hallo,
als Delmenhorster, der es gewohnt ist, immer vorne einzusteigen und das Ticket vorzuzeigen, verfolge ich die Diskussion um den konVE einigermaßen amüsiert. Ich denke, daß es nach 20 Uhr keine größeren Probleme geben sollte (vielleicht mit Ausnahme von Großveranstaltungen wie Freimarkt, 6-Tage-Rennen). Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß die BSAG nach nur 1 Woche schon ernsthaft über eine Ausweitung nachdenkt, dafür sollten doch erst mal mehr Erfahrungen gesammelt werden. Die BSAG steht natürlich unter dem Druck, immer mehr Kosten zu sparen und die Einnahmen zu erhöhen. Trotzdem halte ich den konVE im Tagesbetrieb für nicht praktikabel, höchstens vielleicht auf einzelnen Linien wie 20, 51, 61. Vorstellbar wäre, es vielleicht sonntags rund um die Uhr zu machen.
Eine Frage zu Verspätungen: vor 2 Wochen wurde hier befürchtet, daß der Fahrplan der N7 durch den konVE überhaupt nicht mehr zu halten sein würde, weil er eh zu eng gestrickt sei. Aber warum ist er denn so eng, wenn in Neuenkirchen sowieso immer ein neues Fahrzeug startet ?

Gruß
Volker

von VolkerP - am 12.07.2007 18:24
Das Problem bei der N7 ist nicht die Abfahrt, sondern die viel zu engen Fahrzeiten. Beispielsweise sind die für Gröpelingen-Stader Landstraße vorgesehenen 11 Minuten nur zu halten, wenn mindestens jede zweite Haltestelle ohne Halt durchfahren wird und alle Ampeln grün bzw. ausgeschaltet sind.
Was die Delbus angeht: Wie dort der konVE gehandhabt wird, ist ja wirklich alles andere als kundenfreundlich. Da kommen Busse am ZOB an, der Fahrer öffnet jedoch erst nur die hintere Tür für den Ausstieg und läßt die einsteigewilligen Fahrgäste noch ein paar Minuten warten, bis er kurz vor Abfahrt auch die vordere Tür öffnet. So habe ich es jedenfalls schon öfter beobachtet, und das auch bei schlechten Wetterverhältnissen. Und wenn Fahrgäste, die die konVE-Regelung in DEL nicht kennen (da ja - soweit mir bekannt - darauf auch nirgends hingewiesen wird), durch die offene Hintertür einsteigen, ist die Reaktion des Fahrers oft alles andere als freundlich.

von ChristophN. - am 12.07.2007 22:01

Re: Einnahmen auf "unechten" Nachtlinien

Vor Kurzem berichtete ich über die Auslastung der Fahrten der Linien N6/58/55 ab RCT um 23:19/23:20/23:21, wobei üblicherweise die N-zuschlagspflichtige Fahrt der N6 die meisten scheinbar zahlungsfreudigen Fahrgäste verzeichnete.
Gestern, 12.07.07, konnte ich erstmals eine Trendwende erkennen: 9 Fahrgäste in der N6 und rund 16 in der 58. Auch die 55 wurde mal wieder von 2 Huchtingern benutzt.

Also, wenn es da heißt "1200 EUR statt 800 EUR" Einnahmen in der ersten Woche des konVE, dann kann sich die Differenz auch aus "unechten" *) Nachtlinienfahrten ergeben haben. Vielleicht haben die Fahrgäste ihre Lektion gelernt und suchen sich andere Fahrtmöglichkeiten, nämlich "normale" Linien oder zu Fuß (dann entfällt sogar noch der "Grundtarif"), und die zusätzlichen 400 EUR schmelzen wieder dahin.

*) "unecht" deshalb, weil zu den Abfahrtzeiten auf den meisten Linien noch zuschlagsfreier Betrieb angeboten wird und teilweise sogar eine zuschlagsfreie Alternative besteht.

von Torsten S. - am 13.07.2007 12:34

Re: Lückenhafte Tarifkenntnisse der kontrollierenden Fahrer

Beim Vorzeigen einer Sammelkarte PS S 2,00 ¤ auf der Linie 55 fragte der Fahrer, ob ich denn nur bis zur Landesgrenze wolle, da darüber hinaus eine 2,35¤-Fahrkarte notwendig sei.

Naja, der freundliche Fahrer ließ sich doch noch überzeugen, dass Sammelkarten eben günstieger sind. Die Aufschrift PS S kann man bei dem Funzellicht am Fahrerarbeitsplatz ohnehin nicht lesen.

von Torsten S. - am 13.07.2007 12:51

400 x 365 = 400.000?

Naja, wenn die BSAG Mehreinnahmen von 400 EUR laut Bericht im Weser Report (1.200 EUR statt 800 pro Nacht) angibt, kommen da niemals 400.000 EUR Mehreinnahmen heraus. 400 EUR pro Nacht mal 365 Nächte sind nach Adam Riese 146.000. Wo sollen denn die anderen 260.000 EUR herkommen??

Wie du schon richtig schreibst, wird der "Überraschungseffekt" des Kontrollierens abnehmen, und damit auch die Mehreinnahmen.

Und ich hoffe nicht, dass die BSAG die Kontrollettis aus den Bussen ganz abzieht. Ist man erst einmal am Fahrer vorbei (Möglichkeiten gibt's ja genug), kommt ja nie mehr jemand, der kontrolliert, ob man auch wirklich sein Bob-Ticket registriert oder die 4er-Karte abgestempelt hat. Einen Stempelautomaten an der 1. Tür gibt es ja nicht.
Dann stehen den Mehreinnahmen aus Einzelticketverkauf die fehlenden Einnahmen aus dem Schwarzfahrerentgelt gegenüber. 40 EUR (bald wohl 60 EUR) pro erwischte Person sind ja auch eine Stange Geld. Vielleicht hätte man einfach ein paar mehr Kontrollettis einstellen sollen - ist ja nicht so schwer zu berechnen, wie viele Schwarzfahrer er pro Schicht erwischen müsste, damit sich sein Lohn rentiert.

Von soher ist der Weser Report-Artikel mal wieder einseitig und schlampig recherchiert (wenn überhaupt).

Kai

von Kai B - am 13.07.2007 20:47

Re: noch mal N7

Zitat

Das Problem bei der N7 ist nicht die Abfahrt, sondern die viel zu engen Fahrzeiten. Beispielsweise sind die für Gröpelingen-Stader Landstraße vorgesehenen 11 Minuten nur zu halten, wenn mindestens jede zweite Haltestelle ohne Halt durchfahren wird und alle Ampeln grün bzw. ausgeschaltet sind.

Ja, aber ich wollte wissen, warum die Fahrzeiten so eng sind.
Wenn der Bus in Neuenkirchen nicht sofort zurück fahren muß, um den nächsten Anschluß am Hauptbahnhof herzustellen, sondern einrückt und ein anderer Bus für die Rückfahrt zum Hbf. eingesetzt wird, warum gibt man dann nicht mehr Luft in den Fahrplan und verlängert die Fahrzeit ? Liegt das an evtl. Anschlüssen in Vegesack + Blumenthal ?

von VolkerP - am 14.07.2007 13:15

Re: noch mal N7

Diese Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Auch in der NVZ sind die Fahrzeiten der 71 und 73 zumindest auf der Strecke Gröpelingen - Stader Landstraße völlig unrealistisch, warum man das so macht, weiß ich nicht.

von ChristophN. - am 14.07.2007 15:37

Re: Vorzeigen, aber bis wann?

Was mich stört, ist, dass es scheinbar keinen festen Zeitpunkt gibt, bis zu dem man seine Fahrkarte vorzeigen muss. Letztens nutzte ich einen Nachtbus um 4.30 Uhr ab Hbf. Die Hälfte der einsteigenden Fahrgäste zeigte ihr Ticket vor, die andere Hälfte nicht. Als ich daraufhin den Fahrer fragte, bis wieviel Uhr man denn vorzeigen müssen, kam von ihm nur ein Schulterzucken, begleitet von einem "Keine Ahnung". Wenn man so eine Regel einführt, dann sollte man sich über solche Fragen auch mal Gedanken gemacht haben und die Fahrer darüber informieren sollen.
Stattdessen lässt man Kunden und selbst das eigene Personal rätseln: Bis Tagesende (0.00 Uhr)? Bis Betriebsschluss (Mo-Fr)? Bis letzte Nachtlinienfahrt (Sa+So)? Bis zu irgendeiner anderen Stichzeit, z.B. 4 Uhr?
Am eindeutigsten wäre für mich: "Ab 20 Uhr und in allen Nachtbussen."

von MartinB. - am 16.07.2007 10:09
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.