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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
oefahrer, panowilly, Torsten S., T.Hancke, 243

Sielwallkreuzung

Startbeitrag von oefahrer am 29.06.2009 10:02

Mir ist gerade eben wieder aufgefallen, wie die Ampelschaltung effektiv zum Verkehrschaos beiträgt.

Aus Richtung Dobben kommend teilen sich Autos und Bahnen bis kurz vor der Kreuzung eine Spur. Erst unmittelbar vor der Kreuzung beginnt eine eigene Spur für die Bahnen (links neben der Autospur), die in der Regel nach links, jetzt rechts abbiegen. Die Fahrtrichtung wird auch von durchaus vielen Autos genutzt, dennoch ist die Grünphase für Autos SEHR kurz - worunter natürlich auch die Straßenbahn leidet, wenn sie zwischen den Autos steht.

Anscheinend wird aber durch das Nähern der Bahn bereits automatisch die Straßenbahn-Ampel aktiviert, und dies geschieht mehrfach (3x) pro Ampelzyklus. Die Folge: Die Grünphase für die Autos wir drastisch verkürzt (maximal 4 Autos können den Kreuzungsbereich passieren), die "Grün"-Phasen für die Straßenbahn kann nicht genutzt werden, da die sich nähernde Straßenbahn noch nicht die separate Fahrspur erreicht hat, und von den Autos blockiert wird, die ihrerseits durch die "tramfreundliche" Signalschaltung am Weiterfahren gehindert werden.

Ideal wäre es, wenn die Straßenbahn die Autoschaltung "positiv beeinflussen" könnte, zumindest aber nicht "automatisch gegenfunken" würde, sondern das Signal erst aktiviert, wenn die eigene Fahrspur erreicht ist - ist eine solche Schaltung nicht möglich??

By the way: Es ist kein bauplanbedingtes Phänomen: Aus dem Dobben kommen nämlich gerade nicht mehr Straßenbahnen als sonst auch...

Antworten:

Ich weiß nicht genau, welches System in Bremen verwendet wird, aber ich kann ja mal von den Gegebenheiten in Potsdam (wo ich mich mal näher mit beschäftigt hatte) berichten:

Auch im dortigen Bahnverlauf gab es eine Stelle (mittlerweile umgebaut), an der der Privatverkehr die Bahngleise mit benutzte. Dort wurde das Problem dergestalt gelöst, dass es 2 Auslösekreise gab. Der erste Kreis (Schaltkontakt) stellte die Ampel für die Autos in Fahrtrichtung auf Grün und in Gegenrichtung auf Rot (so dass diese den Kreuzungsbereich "räumen" konnten und der weite Kreis stellte die Straßenbahnampel auf grün (und die Autoampel auf rot), so dass die Bahn durchfahren konnte.

Ob das hier zum Einsatz kommen könnte, kann ich aber nicht sagen.......

von 243 - am 29.06.2009 10:52
Das Problem tritt immer dann auf, wenn viele MIV- Fahrzeuge die Relation Am Dobben - Sielwall benutzen , das scheint derzeit durch die Sperrung an der ST. Jürgen Str. so zu sein.
Bei Fußball o.ä. tritt es auch oft auf, im Normalbetrieb dagegen klappt es dort zu 90% wunderbar.
Es ist wohl schwer da , was zu machen, im Prinzip müsste es eine Messchleife geben, die die Strßenbahnanforderung unterdrückt, solange die Sonderspur noch blockiert ist.
Während Veranstaltungen wäre eine Regelung durch die Polizei sehr hilfreich.

von T.Hancke - am 29.06.2009 12:02
Zitat

Das Problem tritt immer dann auf, wenn viele MIV- Fahrzeuge die Relation Am Dobben - Sielwall benutzen , das scheint derzeit durch die Sperrung an der ST. Jürgen Str. so zu sein


Die Sperrung sollte die Situation eigentlich sogar begünstigen, denn aus dem Dobben dürfte ein Abbiegen nach links ins Steintor nun weitgehend uninteressant sein. Die Mehrheit der Autos fährt also geradeaus in den Sielwall und nach rechts in den O-Weg. Damit besteht kein Konfliktpotenzial mit den aus dem Sielwall kommenden Autos mehr. Es sollte dort also gerade jetzt eigentlich "flutschen".

Das Ampelproblem beobachte ich an der Kreuzung schon seit längerem. Insbesondere natürlich in Stoßzeiten.

Es gibt doch viele Kreuzungen, wo die Signalanlage vom Fahrer auf Knopfdruck gesteuert wird (m.W. überall da, wo dieses kleine weiße Schildchen mit den drei Punkten angebracht ist) - hier wäre doch so eine manuelle Ansteuerung ideal. Der Fahrer aktiviert erst, sobald er auf der ÖPNV-Spur steht, und hindert nicht die Autos am Weiterfahren, die wiederum ihn an der Weiterfahrt hindern...

von oefahrer - am 29.06.2009 12:28

Re: "virtuelle ÖPNV-Trasse"

Es gab mal Zeiten, in denen hat man alles dafür getan, für die Straßenbahn eine eigene Trasse einzurichten. Dies ist und bleibt die "sauberste" Lösung. Die Kehrseite dieses Paradigmas war, dass man - insbesondere in den 1960ern - überall dort, wo für eine solche Lösung keinen Platz hatte, die Strab kurzerhand einstellte.

Heute hätte man durchaus die Möglichkeit, der Strab oder dem Bus eine "virtuelle ÖPNV-Trasse" anzubieten: Auf einem kombinierten ÖV/MIV-Streckenabschnitt wird kontinuierlich die Menge der PKWs und LKWs gemessen. Sobald sich ein ÖPNV-Fahrzeug diesem Abschnitt nähert, wird der Abschnitt für den MIV signaltechnisch geschlossen, um ein Volllaufen des Abschnitts zu vermeiden. Dieses Schließen darf natürlich nicht erst wenige Meter vor der Haltestelle geschehen, sondern dort, wo für den MIV noch eine separate Fahrbahn zum Warten gegeben ist. Dies ist räumlich wohl nicht überall möglich sowie meistens kommunalpolitisch auch nicht gewollt. Technisch wäre das aber kein Problem.

von Torsten S. - am 29.06.2009 13:30
Die sinnvollste und wohl auch billigste Lösung wäre bestimmt eine Handanforderung durch den Fahrer wie zb. am HBF. Diese waere auch an anderen Ampel durchaus sinnvoll, besonders wenn die Haltestelle VOR der beeinflussten Ampel liegt.

von panowilly - am 29.06.2009 18:34

Re: "virtuelle ÖPNV-Trasse"

Zitat
Torsten S.
Heute hätte man durchaus die Möglichkeit, der Strab oder dem Bus eine "virtuelle ÖPNV-Trasse" anzubieten: Auf einem kombinierten ÖV/MIV-Streckenabschnitt wird kontinuierlich die Menge der PKWs und LKWs gemessen. Sobald sich ein ÖPNV-Fahrzeug diesem Abschnitt nähert, wird der Abschnitt für den MIV signaltechnisch geschlossen, um ein Volllaufen des Abschnitts zu vermeiden. Dieses Schließen darf natürlich nicht erst wenige Meter vor der Haltestelle geschehen, sondern dort, wo für den MIV noch eine separate Fahrbahn zum Warten gegeben ist. Dies ist räumlich wohl nicht überall möglich sowie meistens kommunalpolitisch auch nicht gewollt. Technisch wäre das aber kein Problem.


Ungefähr so wie an einigen Haltestellen praktiziert wird, damit der MIV nicht die ein- und aussteigenden Menschen erfasst?

Das Problem wird nur sein, dass hier dann schon Höhe Dobbenweg die Erfassung des ÖPNV/Blockierung des MIV beginnen müsste. In der Zeit haben sich aber schon genug Fahrzeuge im südlichen Teil, also vor der Sielwallkreuzung gesammelt. Eine ganz verzwickte Situation ;)

Dennoch verstehe ich nicht, was gegen eine manuelle Signal-Anforderung spricht. Auch, wenn die Haltestelle hinter der Kreuzung liegt. - obwohl: vielleicht doch: Funktioniert die Ansteuerung dann auch nur über solche Signalschlaufen unter der Fahrbahn? (Man weiß natürlich nicht, wie weit die Straßenbahn von der Ampel entfernt steht - steht sie direkt davor, ist die Einrichtung überflüssig, steht sie zu weit hinten, empfängt die Anlage die Anfordeung nicht). Ist das so? Gibt es keine Alternativen?

von oefahrer - am 29.06.2009 18:50
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