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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
strabatim, D.Kleine, 3070, fdbs-alexander, exbremer

Was ist 4761 / 4762. Wo sind sie hin gekommen.

Startbeitrag von exbremer am 28.09.2013 14:01

Sie sind im Fernsehen zusehen gewessen. Bei Sevus TV. Jetzt sind sie Altmetall. Sieht denn Film an.
Ab der 2 min.

Film

Was Sagt ihr dazu?

Antworten:

Der Film mit dem Busrennen ist hier schon mal Thema gewesen. Ausgemustert hin oder her, mir fehlt das Verständnis dafür. Ich kann aber auch nicht einschätzen, ob die in Osteuropa vielleicht noch fünf Jahre gute Dienste hätten leisten.

von strabatim - am 28.09.2013 22:34
Sehen wir es realistisch: Wären es nicht 2 Bremer Busse gewesen, hätten sie irgendwoanders ausgemustertes Material dafür gefunden. Mir persönlich wäre es auch lieber gewesen, wenn die beiden Busse weiter durch Bremen rollen würden und dafür dort 2 Solaris verheizt worden wären. Aber mal objektiv betrachtet wäre das nicht sonderlich sinnvoll gewesen.

Natürlich kann man darüber streiten, ob es wirklich sinnvoll ist zwei Busse bei einem Rennen zu crashen, aber eigentlich finde ich die Idee schon irgendwie ganz witzig. Formel 1 ist da z.B. weit sinnloser, da crashen sie extra für teures Geld gebaute Rennwagen. Da wird an einem Rennwochenende mit Sicherheit weit mehr Geld verbrannt. Vielleicht hätten die Wagen in Osteuropa noch gute Dienste leisten können, vielleicht wollte sie auch dort keiner mehr haben.

Auch finde ich die Einstellung, dass Fahrzeuge, die wir nicht mehr wollen, für Osteuropa noch gut genug sein sollen, ein wenig befremdlich. Sicher sind einige dort eingesetzte Fahrzeuge in einem noch schlechteren Zustand als das, was wir ausmustern, aber wirklich besser kann es dort auch nur werden, wenn diese Fahrzeuge durch Neufahrzeuge ersetzt werden.

Wenn die Fahrzeuge wirklich noch so gut wären, frage ich mich ernsthaft, warum sie nicht weiter bei uns rollen? In Bremen (Stichwort: Haushaltsnotlageland!) ist das Geld schließlich auch knapp...

von D.Kleine - am 29.09.2013 01:47

Re: Was ist 4761 / 4762, - Kosten- Nutzenfaktor

Du fragst warum die Wagen hier nicht weiter im Einsatz geblieben sind. Dazu ist zu sagen das es zum einen vom zustand der/ des Fahrzeuge/ s abhängt. Bei der VOG-Lüneburg habe ich gestern unsere ehemaligen 46er fotografiert wobei der 1257 (ex 4627) aufgrund zu großer Mängel schon als Teilespender abfgestellt wurde! Anhaltspunkte sind da der Gesamtzustand der Karosserie, die Wartungsanfälligkeit und der Kilometerstand um nur einige Punkte zunennen. Neue Busse können außerdem von der Steuer für einen gewissen Zeitraum abgeschrieben werden, und verursachen danach nur noch Kosten. Als Beispiel kann ich hier die Verkehrsbetriebe Kreis Plön mit Ihren 5 Betriebshöfen anführen, wo demnächst ein 2000er Citaro des Betriebs Schönberg erneuert wird da er aufgrund der hohen Laufleistung zwischen Kiel und dem Schönberger Strand fertig ist. Im Gegenzug werden auf den anderen Höfen MB O 407 der Baujahre 1996/ 97 erneuert das diese Fahrzeuge nicht so stark verschlissen sind aufgrund des Überland- und Schülerverkehrs. Bei der KVG-Kiel gibt es einen Vertrag mit der Stadt Kiel das die Busse nach 13 Jahren erneuert werden müssen, da man ein Durchschnittsalter von 6 - 7 Jahren vorgibt. Ein längerer Einsatz ist unter gewissen Punkten möglich, wie Fahrzeugverlust durch Motorbrand (Wg.950) oder Testbetrieb für eine neue Linie (Linie 60 & 80) wo nach einjähriger Probezeit für die Linie 60 Neufahrzeuge beschafft wurden und die Linie 80 wieder eingestellt wurde. Gruß, Alexander.

von fdbs-alexander - am 29.09.2013 10:28

OT: Verbleib 4768?

Wenn die 47er Neo's hier noch einmal Thema sind wollte ich mich gern anschließen und fragen, ob vielleicht jemanden was zum Verbleib zu 4768 bekannt ist?

von 3070 - am 29.09.2013 11:41

Re: Was ist 4761 / 4762, - Kosten- Nutzenfaktor

Mir ist schon klar, warum die Fahrzeuge hier ausgemustert wurden. Die Frage war mehr rhetorischer Natur und bewusst im Konjunktiv gestellt. All diese Punkte gelten doch auch bei einem Einsatz in Osteuropa: Der Zustand der Fahrzeuge wird ja nicht automatisch besser, nur weil wir sie sich nun im Osten befinden.

von D.Kleine - am 29.09.2013 13:34

Kosten - Nutzen und Fingerspitzengefühl

Für mich ist völlig unerheblich, ob das Bremer, Münchener, Züricher oder Florentiner Busse sind - aber was ist das für ein Signal!?! Diese Fahrzeuge sind mal mit Steuergeldern angeschafft worden. Da könnte sich Frau Linnert auch eine dicke Havanna mit einem 100 Euro-Schein anzünden ...

Die Befremdlichkeit interpretierst du aber in meine Worte hinein. Eine Abgabe von Fahrzeugen sehe ich nicht als "gnädige und milde Gabe für das unterpreviligierte Osteuropa", sondern in erster Linie als Anschub für die wirtschaftliche, technologische und ökologische Neuausrichtung der Flotten in Bulgarien und Rumänien. Inzwischen geht es ja eigentlich nur noch um diese beiden Länder und die ehemaligen Sowjetrepubliken. Andere Staaten wie Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, die Baltikums- und Balkanländer haben genau durch diesen Zwischenschritt mit "gebrauchten Westfahrzeugen" inzwischen den Anschluss an das "westliche Niveau" gefunden und setzen Neubau- und Niederflurfahrzeuge, z.T. aus eigener Produktion, ein. Was aber teilweise in Bulgarien und vor allem in Rumänien im Linienverkehr unterwegs ist, würde bei einem deutschen TÜV-Gutachter sofort einen Herzinfarkt auslösen. Richtig ist, dass die Fahrzeuge mit einer Umsetzung von Deutschland nach Rumänien absolut nicht besser werden, aber relativ sind sie dann eben doch besser als irgendwelche Ikarus- oder Roman-Kisten, die nur von rostigen Nieten und Hoffnung zusammengehalten werden.

Ein Blick in die Verbleibliste und Alexanders Erläuterungen zeigen, dass städtischen Linienbussen oft bei kleineren Betrieben oder "auf dem Land" noch eine zweite Karriere beschieden ist - so abgehalftert können sie demnach nicht sein. Steuerliche Abschreibungen bzw. deren kammeralistisches Ende sind in der Regel das Aus für Busse und Bahnen, weil dann wirklich nur noch reale Kosten und Nutzen betrachtet werden. Vielleicht muss man da in Zeiten, wo der Gürtel immer enger geschnallt werden muss, wirklich an neue, verlängerte Fristen denken.

von strabatim - am 29.09.2013 19:14

Re: Kosten - Nutzen und Fingerspitzengefühl

Genau die Fahrzeuge wurden zumindest durch Steuergelder mal gefördert. Man wird sie sicher nicht an Servus TV verschenkt haben und wahrscheinlich wird da mehr bezahlt worden sein, als ein bulgarischer bzw. rumänischer Betrieb oder ein Schrotthändler bezahlt hätte. Die Frage bleibt ja auch, ob die Fahrzeuge direkt von der BSAG in die Hände des TV-Teams gelangt sind oder über einen Zwischenhändler.

Letztlich ist es ja auch nicht so, dass die BSAG alle ihre ausgemusterten Fahrzeuge in Rennen kaputt fahren lässt. Du sagst es ja: Die Fahrzeugliste zeigt, dass die meisten Fahrzeuge noch eine zweite Chance bei anderen Betrieben erhalten. Wenn man dann mal zwei Fahrzeuge für so eine Spaß-Aktion nutzt, ist das denke ich auch zu verschmerzen. Denn mit zwei Fahrzeugen wird der osteuropäische Nahverkehr auch nicht gerettet, wahrscheinlich werden im westlichen Europa jedes Jahr mehr Fahrzeuge ausgemustert, als in Rumänien und Bulgarien überhaupt benötigt werden.

Viel schlimmer finde ich übrigens, dass die Deutsche Bahn nicht benötigte Fahrzeuge lieber verschrottet oder verrotten lässt, als sie an Wettbewerber zu verkaufen. Auch wenn dies mehr Geld bringen würde als den Schrottwert. Dieses Unternehmen ist zu 100% im Besitz der Bundesrepublik und die meisten Fahrzeuge, die ausgemustert werden, sind oft noch aus Bundesbahn-Zeiten und somit tatsächlich voll aus dem Staatshaushalt finanziert. Aber pünktlich zum Fahrplanwechsel kommt jedes Jahr die Preiserhöhung.

von D.Kleine - am 29.09.2013 20:54

Re: Kosten - Nutzen und Fingerspitzengefühl

Mit Mutmaßungen und Übertreibungen, die du dann selbst der Lächerlichkeit Preis gibt, können wir uns die Diskussion sparen. Servus-TV recycelt diesen Spot - er wurde hier schon vor einem knappen Jahr im Forum diskutiert. Ganz egal, wer die Macher dieses Spots sind und durch welche Hände die Busse gegangen sind, der Film liefert meiner Meinung nach einfach das falsche Signal - auch wenn für die Busse wohlmöglich noch "richtig" bezahlt wurde. Da hört bei mir einfach der "Spaß" auf (genau wie bei der bekannten Tomatenschlacht "Tomatina" im spanischen Buñol) ... Als Student siehst du das vielleicht lockerer und das ist auch ok, aber genauso darf ich mich von derartigem Anarcho-Humor distanzieren. Ich hätte mir eine nachhaltige Nutzung für die beiden Busse gewünscht.

Was die Verschrottung von Eisenbahnfahrzeugen angeht, bin ich ganz auf deiner Linie. Da wird "Volksvermögen" vernichtet, obwohl konkurrierende EVU bekanntlich Interesse an manchen Fahrzeugen gehabt hätten - und die Politik deckt diese Wettbewerbsverzerrung auch noch ...

von strabatim - am 01.10.2013 08:06
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