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Informationen zum Thema:
Forum:
bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
D.Kleine, Jonas Krok, O305G, Der Wolf und die sieben Geißlein, Gnubbl, HBOG, haubra

Automat ohne Bargeldzahlung, wie passt das zu den Beförderungsbedingungen?

Startbeitrag von D.Kleine am 28.02.2015 12:50

Wie im Presse-Thread berichtet wurde, hat man in Achim-Baden nun Fahrkartenautomaten aufgestellt, die ausschließlich Kartenzahlung akzeptieren.

[www.weser-kurier.de]

Die Beförderungsbedingungen des VBN regeln aber in §7, Abs. 1 ausdrücklich geregelt:
Zitat

Alleiniges zulässiges Zahlungsmittel ist der EURO (€).


In Absatz 5 heisst es ergänzend:
Zitat

Auf Linien und Strecken einzelner Verkehrsunternehmen können Tickets auch mittels der GeldKarte, SEPA-Lastschriftverfahren oder Kreditkarte bezahlt werden.


Demnach müssen die Verkehrsunternehmen grundsätzlich Bargeld akzeptieren und können zusätzlich Geldkarte, SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte akzeptieren. Das veträgt sich in meinen Augen irgendwie nicht mit einem Automaten, der kein Bargeld annimmt. Spannend wäre nun die Frage, was passiert, wenn jemand in Achim-Baden mit der Begründung, er hatte nur Bargeld dabei, einsteigt und sich eben genau auf diese Beförderungsbedingungen beruft...

Antworten:

Zitat
D.Kleine
Demnach müssen die Verkehrsunternehmen grundsätzlich Bargeld akzeptieren

Wieso? Wo steht das?

In den von dir genannten Abschnitten der Beförderungsbedingungen steht doch nur, dass die Zahlung ausschließlich in der Währung "Euro" zulässig ist. Von Bargeld steht dort nichts...?

von HBOG - am 28.02.2015 15:39
Trotzdem ist und bleibt es eine Diskriminierung, denn es gibt noch genug Menschen ohne Girokonto und somit ohne bargeldlose Zahlungsmöglichkeit. Einerseits wird mit einer unglaub-
lichen penetranz die Niederflurtechnologie, Hochbahnsteige und Blindenleitstreifen durchge-
setzt, daß man sich als "Normalo" schon fehl am Platz fühlt, dafür gibt es nun die soziale Aus-grenzung - passt zu unserer heutigen Gesellschaft.

von haubra - am 28.02.2015 18:30
Ich hab den Paragraphen sogar zitiert! Wenn man von Euro als Zahlungsmittel spricht, ist damit immer das Bargeld gemeint. Abgesehen davon, ist der Euro (als Bargeld) das gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland, welches jeder grundsätzlich zur Begleichung einer Schul anerkennen muss und im ÖPNV herrscht eine Beförderungspflicht, die Vertragsfreiheit ist insofern deutlich eingeschränkt. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass die Einschränkung auf Kunden mit einer EC-Karte oder Kreditkarte zulässig ist.

von D.Kleine - am 28.02.2015 23:24

Re: Zahlungsmittel bedeutet nicht Bargeld...

Guten Morgen,

normalerweise bin ich ja auch so der Erbsenzähler, aber hier kann ich D.Kleine nicht zustimmen, sondern muss mal ausdrücklich widersprechen...

Woher nimmst Du Deine Ansicht, dass mit Zahlungsmittel Bargeld gemeint ist? Die Definition von Zahlungsmittel sist -kurzgefasst- alles von Bargeld bis Buch/Bankguthaben...
In dem von Dir zitiertem Paragraphen ist lediglich die Währung festgelegt...nämlich ausschliesslich der Euro...keine griechische Drachme oder amerikanischer Dollar...

Kann es sein, dass Du Zahlungsmittel mit Zahlungsart verwechselst? Die Zahlungsart ist nämlich nicht festgelegt... Schau Dir AGBs von anderen Firmen an...dort werden in den Paragraphen oftmals die Zahlungsarten (z. B. Überweisung, PayPal oderoderoder) festgelegt...was beim VBN nicht der Fall ist...

...und tschüß...
Martin

von Gnubbl - am 01.03.2015 08:30

Re: Automat ohne Bargeldzahlung - Lösung

Die Lösung steht in #4 der Besondere Beförderungsbedingungen der Eisenbahnverkehrsunter- nehmen (EVU) (BB EVU): Ein Verkauf von Verbund-Tickets im Zug ist nur möglich, wenn ein Fahrgast dem Zugbegleiter vor einer Ticketkontrolle unaufgefordert mitteilt, dass bei Reiseantritt weder eine Fahrkar- tenausgabe geöffnet noch ein zur Annahme von Bargeld geeigneter Ticketautomat betriebsbereit war. Für Verbindungen innerhalb des Verbundraumes werden in Zügen des Nahverkehrs (RB, RE,) in diesen Fällen Verbund-Tickets ausgegeben. Beim Verkauf im Zug ist nur ein eingeschränktes Ticketsortiment erhältlich. In den IC/EC-Zügen sind nur Fahrkarten der DB AG – ggf. zum Bordpreis – gemäß den Tarifbestimmungen der DB AG erhältlich.

Leider gilt sie offiziell nicht für die S-Bahn...

von Der Wolf und die sieben Geißlein - am 01.03.2015 11:11

Re: Automat ohne Bargeldzahlung - Lösung

Diese Sparmaßnahme trifft ausgerechnet einige wichtige Nutzergruppen, für die der ÖPNV als Element der Daseinsvorsorge wichtig ist: Einerseits junge Menschen, die kein Girokonto besitzen, andererseits alte Menschen, denen bargeldlose Zahlungen noch immer fremd sind. Zudem natürlich die, denen, aus welchen Gründen auch immer, von Banken ein Girokonto verwehrt wird. Ein Punkt, den auch die LNVG als Leistunsbesteller sehr genau betrachten und bedenken sollte.

Zudem frage ich mich, ob ein Fahrkartenautomat wirklich 35.000 Euro kosten muss, kann jemand hier im Forum diese Zahl besttigen?. Und wenn das wirklich so ist, warum werden dann nicht "einfachere" Automaten beschafft? Ohne Touchscreen, ohne Kartenleser, sondern z.B. mit je zwei Knöpfen pro Preisstufe - einer "normal" und einer ermäßigt - und einem Münzeinwurf. In Frankfurt/ Main stehen solche Dinger an jeder Straßenbahnhaltestelle. Gibt es Gründe, dass dieses sicher günstigere Modell nicht auch in Achim-Baden angeschafft wird, wenn dort so eine extreme Bedrohungslage herrscht, wie im Artikel skizziert?
Gruß, JK

von Jonas Krok - am 01.03.2015 17:35

Re: Zahlungsmittel bedeutet nicht Bargeld...

Gesetzliches Zahlungsmittel ist ausschließlich Euro-Bargeld!

"In Deutschland sind auf Euro lautende Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Euro-Münzen sind beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, da niemand verpflichtet ist, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen" Quelle: Bundesbank

Plastikkarten jeglicher Art sind kein gesetzliches Zahlungsmittel.

von O305G - am 01.03.2015 20:25
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