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Informationen zum Thema:
Forum:
bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
amidala, krni, Peter Burtchen, Hinnak Hemmschuh, Uwe Brauns

Gröpelinger Sommer

Startbeitrag von krni am 07.06.2015 19:08

Moin,

erst einmal vielen Dank für die positiven Rückmeldungen zum Beitrag über den SEV auf der Linie 1. An diesem Wochenende fand aber auch das Gröpelinger Sommerfest statt:

1. Blick auf die Festmeile von ihrem östlichen Ende aus.


2. Die BSAG war auch mit einer Bude vertreten. Man konnte sich auch über die geplante Baustelle im Sommer informieren, die Aussagen von BOB GREEN haben sich dabei bestätigt.


3. Es wurden Pendelfahrten zum Sander-Center mit einem historischen Borgward-Bus (Baujahr 1953) angeboten. Am westlichen Ende der Festmeile wurde mittels Dreiecksfahrt gewendet.


4. Wegen des verkaufsoffenen Sonntages in der WATERFRONT wurde die Linie 3 in stadteinwärtiger Richtung auf einen 10-Minuten-Takt verstärkt. Im Bild Tw 3008 auf der Linie 3E und Tw 3025 auf der Linie 2, dessen Scheinwerfer unterschiedlich stark leuchten.


5. Die Rückfahrt erfolgte als Linie 10E über den Heerstraßenzug. Hier Tw 3047 bei der Einfahrt ins Betriebsgelände.


6. Mit diesem Bild von Horst 4489 wünsche ich euch einen gelungenen Start in die neue Woche. :-)
Gute Fahrt!

Antworten:

Tja, auch von mir ein Lob für die Bilder - wenn man als Butenbremer im Forum mit ließt sind Beiträge, die durch Bilder ergänzt werden immer von besonderem Interesse.
Bye
Uwe

von Uwe Brauns - am 07.06.2015 19:50

Frage zur Festmeile in der Lindenhofstraße

Ist denn in der Lindenhofstraße in irgendeiner Weise (durch Schautafeln, Bilder o. ä. durch die Geschichtswerkstatt oder am BSAG-Stand) zum Ausdruck gebracht worden, dass sich in eben dieser Straße einst (bis 1926) die Endstelle der Linie 2 sowie die Abfahrtstelle der (damaligen) Linie 8 befanden?

In ihren besten Zeiten fuhr die Linie 8, (die damals mehr oder weniger noch eine reine Ausflugslinie war), sogar doppelt behängt von dort nach Burg und zurück.

von Peter Burtchen - am 08.06.2015 07:44

Linie 8 nach Burg?

wie fuhr denn die Linie 8 nach Burg? Da sind doch gar keine Straßenbahnschienen.

von amidala - am 08.06.2015 08:53

Linie 8 nach Burg!

Stimmt; da sind keine Schienen.
Dort waren aber mal welche; und zwar bis 1949.

Die Geschichte der "alten" Linie 8 ist nachzulesen in "Die Elektrische" Nr. 6,
für 2,45 Euro (inkl. Versandkosten) erhältlich bei den Freunden der Bremer Straßenbahn e. V.
[www.fdbs.net]


Freundliche Grüße

von Peter Burtchen - am 08.06.2015 09:07

Re: Linie 8 nach Burg!

danke für die Info :)
Das wusste ich gar nicht. Schade, dass die da nicht mehr fahren, finde ich.
LG

von amidala - am 08.06.2015 12:11

Nein, es gab keine Hinweise zum alten Wendedreieck (owT)

.

von krni - am 08.06.2015 13:20

kurzer Exkurs zur Straßenbahnlinie 8 (1903-1949)

Die spätere Linie 8 (vorher grün-weiße Scheibe) fuhr ab 1903 wie die Busse heute auf dem Heerstraßenzug; die Endstelle war zunächst am Burger Wall und wurde 1924 bis (stadtauswärts betrachtet) rechts vor die Burger Brücke über die Lesum in die Grambkermoorer Landstraße verlegt, wo es eine zweigleisige Abstellanlage gab (die Baulücke an ihrer ehemaligen Lage ist bis heute auffällig). Die Linie war überwiegend eingleisig in Straßenmitte trassiert mit zunächst drei Ausweichen an Haltestellen, später auch längeren zweigleisigen Abschnitten, um Pünktlichkeit und Betriebsablauf zu stabilisieren. Wie Peter Burtchen richtig schreibt, war zuerst die Kuppelendstelle in der Lindenhofstraße Ausgangspunkt der Linie 8, ab 1926 der neugebaute Betriebshof Gröpelingen, wo es für die Linie 8 eine eigene Wendeanlage mit einem Bahnsteig mit recht auffälligem Betondach vor dem Betriebsgebäude gab, so dass man schon damals trockenen Fußes bahnsteiggleich aus der Stadt in Richtung Burg umsteigen konnte. Jede Fahrt der 8 begann seitdem mit der Umrundung des Betriebsgebäudes im Uhrzeigersinn, um dann die Gleisharfe vor der Wagenhalle zu queren und anschließend auf die Gröpelinger Heerstraße einzufädeln.

In der Zeit vor dem 1. Weltkrieg (kurzzeitig auch noch später) gab es tageweise regelmäßig durchlaufende Züge aus/in Richtung Stadt mit den Wendepunkten Sielwall und/oder Bürgerpark, was ihr (wie ich meine fälschlicherweise) bis heute den Ruf einer "Ausflugslinie" einbrachte, auch wenn im Burger Zentrum und an der Lesum einige beliebte Ausflugslokale lagen, die sicher einen gewissen Mehrverkehr erzeugten. Man darf nicht außer Acht lassen, dass Bremen jenseits von Oslebshausen damals noch sehr dörflich und dünn besiedelt war, so dass das Verkehrsaufkommen entsprechend mäßig war, weshalb die überwiegend eingleisige Trassierung wohl als ausreichend erachtet wurde. Bemerkenswert ist, dass die Linie 8 abgesehen von kurzzeitigen kriegsbedingten "Aussetzern" durch Bombenschäden an den Verkehrsanlagen bis zur Gesamteinstellung am 22. April 1945 durchgängig durchgängig fuhr. Hauptakteure auf der 8 waren die Längssitzer der ersten Generation (wie die heutigen Museumswagen "Molly" und Tw 134), Hansawagen der Nordwaggon kamen allenfalls als Durchläufer aus der Stadt zum Einsatz und die vornehmen Lindnerwagen dürften sich wohl nie nach Burg verirrt haben - jedenfalls kenne ich davon keine Bilder.

Nach dem 2. Weltkrieg kam die Linie 8 erst zwischen Juli und Oktober 1946 (!) abschnittsweise bis Oslebshausen/Pulverberg, Grambke/Wilhelmshöhe und Burg/Burger Wall (links unmittelbar vor der Bebauung der heutigen Ortsmitte) wieder in Fahrt; der letzte Streckenabschnitt bis zur Burger Brücke wurde nicht wieder in Betrieb genommen. Angeblich wurde die Infrastruktur während der Betriebsruhe kurzzeitig "gefleddert", um angesichts der Materialknappheit verkehrlich bedeutendere Stecken im Stadtgebiet schnell wiederaufzubauen. Wegen erheblicher Militär- und Versorgungstransporte auf der Heerstraße, die damals die einzige Fernstraße Richtung Bremerhaven war (die Autobahn gab es noch nicht), wurde die Linie 8 mehr und mehr zum Verkehrshindernis und schließlich auf Druck der amerikanischen Militärregierung am 25. September 1949 zunächst auf den Abschnitt Gröpelingen - Pulverberg verkürzt und nur 14 Tage später endgültig stillgelegt. Am 1. November 1949 übernahm der O-Bus bis 1961 das Regiment, der nun sogar bis nach Burgdamm zum heutigen Goldbergplatz - oder wie vielleicht die älteren unter uns noch sagen würden: bis zum "Gummibahnhof" - fuhr.

Die Aus- bzw. Neubaupläne einer Straßenbahnlinie zum Burger bzw. Oslebshausener Bahnhof aus jüngerer Zeit knüpfen an die kurze und leider etwas glanzlose Zeit der Linie 8 an und wären nach meiner Einschätzung angesichts der engtaktigen Überlagerung mehrerer Buslinien wünschenswert und sinnvoll.

von Hinnak Hemmschuh - am 08.06.2015 22:22
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