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67 Neue Bahnen, 10 GT8N werden modernisiert

Startbeitrag von GT8N 3067 am 26.06.2015 19:10

Wie aus den Koalitionsverhandlungen gerade durchgedrungen ist, werden 67 neue (anstatt 77 geforderter) Bahnen angeschafft, und 10 GT8N werden wohl modernisiert:
Buten un Binnen Bericht vom 26.06.2015

Wie ich finde, ist es ein großer Fehler, den Fuhrpark nicht zu erweitern, besonders in Angesicht all der geplanten Verlängerungen.... Auch kann der Takt nun nicht verbessert werden. Es freut mich, ein paar GT8N behalten zu können, aber das sieht mir nach einem faulen Kompromiss aus - schade.
Welche Kosten vermutet ihr? Ich denke, dass die Stadt ein Schnäppchen macht, falls sie den Preis unter 200 Mio. drücken kann.


(Ich denke, dass diese Meldung etwas diskussionswürdiger ist, als dass sie im Pressethread untergeht.)

Antworten:

77 neue Bahnen wären sicherlich schön gewesen, aber mit dem Kompromiss bin ich eigentlich ganz zufrieden. Ich hatte befürchtet, es käme aufgrund der Finanzlage schlimmer. Vielleicht bleiben ja auch mehr GT8N erhalten, falls sich herausstellt, dass die Anzahl allzusehr auf "Kante" kalkuliert worden ist.

von Arne Schmidt - am 26.06.2015 20:07
Hm, eine "Kleinserie" GT8N zu erhalten, ob das wirklich Sinn macht? Und so groß ist der Unterschied zwischen den Kosten für 67 und 77 Bahnen ja auch nicht...

von ChristophN. - am 26.06.2015 21:27
Da bin ich gespannt, was genau inm Koalitionsvertrag stehen wird.

wofür da was gespart werden soll.

Ob nun 10, 30 oder 2, ich persönlich halte es für wenig sinnig, jetzt noch ernsthaft GT8N-Triebwagen fürs Bremer Netz zu modernisieren, da sie nicht so breit sind, wie die GT8N-1-Wagen. Zu schmale Triebwagen sínd für einen barrierefreien, ebenerdigen Einstieg an barrierefreie ausgebauten Haltestellen wenig geeignet, weil da die Lücke zwischen GT8N-Triebwagen und Bordsteinkante größer ist als bei den breiteren GT8N-1-Triebwagen.

Wer sich ein Offshore-Terminal leistet, wird sich wohl auch die Mehrkosten für vernünftige Strassenbahntriebwagen finanzieren können.

von IngoF - am 26.06.2015 21:52

Re: 67 Neue Bahnen, 10 GT8N werden modernisiert - hier der Link zum Bericht im Weser-Kurier

WK: Zehn neue Straßenbahnen weniger

Trotzdem soll der ÖPNV - so Henrike Müller - "aufgewertet werden".

von Berliner Freiheit - am 26.06.2015 22:29
Meiner Meinung sind 67 neue Straßenbahnen deutlich zu wenig. Als damals die 77 Gt8Ns angeschafft wurden war das Streckennetz noch sehr klein. Doch heute wo sogar die Netzerweiterungen noch im vollen gange laufen währe es schlauer und zukunftsweisender gewesen, wenn man den Fuhrpark erweitert hätte. Ich habe aber noch nicht heraus gelesen, dass eine Option für weitere Fahrzeuge ausgeschlossen ist.
Das 10 Gt8N modernisiet werden ist meiner Meinung der größete Fehler, weil bis die nächste Generation in Serie gehen wird sind wir im Jahre 2020. Außerdem waren da doch auch noch Planungen für einen Prototyp.
Wenn dann also 2020 die neuen Fahrzeuge geliefert werden sind:
1. Die meisten Gt8N nicht mehr einsatzbereit.
2. Die Strecken der Linien 2, 3 und 10 auf die neue Fahrzeugbreite ausgebaut.
3. Die Gt8N-1 dann auch schon 15 Jahre alt. Die Haltbarkeit ist zwar auf 30 Jahre veranschlagt, aber ich kann mir vorstellen, dass ein paar Fahrzeuge wahrscheinlich auch früher in Rente gehen möchten.

Frage an alle was wird alles bei den Gt8N saniert?
Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass das Fahrzeug komplett ungebaut werden muss einschließlich Fahrgestell.

Mit freundlichen Grüßen
Linie 4

von Linie 4 Lilienthal - am 27.06.2015 06:35

Nutzungsmöglichkeiten für 10 GT8N

Was kann man mit "kleinen" 10 Straßenbahnen Sinnvolles machen?
1) Auf einer Linie - z.B. Linie 8 - zusammenziehen.
2) Nur auf Verstärkungskursen einsetzen.
3) Auf "hochfrequenten" Linien - z.B. Linie 6 - jeden zweiten Kurs damit bestücken.
4) Im Laufe der Jahre weitere GT8N sanieren, so dass man ohne viel Aufsehen irgendwann noch 10 weitere Strabs hätte.
Ein normaler Einsatz auf einer 10-min-Takt-Linie (oder gar am Sonntag während des 20-min-Taktes) wäre wohl aufgrund der "Unterkapazität" wenig vorteilhaft.

Wir erinnern uns sicherlich noch gerne daran, dass die Wegmänner auch als Miniserie noch jahrelang "mitliefen".

von Torsten S. - am 27.06.2015 08:23

Re: Umbauoptionen

Ich könnte mir auch vorstellen, dass aus allen vorhandenen GT8N die besten Teile zusammengefasst werden.
Für eine aufwendigere mechanische Sanierung spräche allerdings, dass man Zeit bis zur Neuauslieferung der 67 Bahnen irgendwie "überstehen" muss.

Eine aufwendige Designaufwertung wie in München halte ich hingegen für entbehrlich.
Wichtiger wäre m.E. hingegen der Einbau einer Klimaanlage, wobei ich aber befürchte, dass es bei der nervigen Lüftungsklappenlösung bleibt.

von Torsten S. - am 27.06.2015 08:30

Re: Nutzungsmöglichkeiten für 10 GT8N

Ich kann mich den vorherigen Kommentaren weitgehend anschließen, möchte jedoch trotzdem anmerken, dass (hoffentlich) ab 2019 auf der Linie 8 (und 1) nur noch "eisenbahntaugliche" Fahrzeuge eingesetzt werden können, das wird mit GT8N nicht möglich sein! Aus dem vorhandenen Material das Beste zusammenzufügen halte ich ebenfalls für problematisch, da die Schäden doch wohl in allen Fahrzeugen die gleichen sind.
Der Hauptfehler dürfte gewesen sein, dass bei der Beschaffung Anfang der 90iger Jahre nur auf die ja letztlich selbstverständliche Niederflurbauart geachtet wurde und dadurch ohne ausreichende Erfahrung mit den neuen Fahrgestellen gleich eine für bremische Verhältnisse zu große Serie in kurzer Zeit beschafft wurde. Die ersten aussortierten Wegmänner hätten sicherlichen mit den früher üblichen Unterhaltungsarbeiten (vollständige Überarbeitung alle 10 Jahre) noch weiterlaufen können, obwohl auch sie damals schon nicht mehr die Qualität der Hansawagen erreicht haben.

Viele Grüße
Dieter

von breeemer - am 27.06.2015 09:35

Re: 10 GT8N werden modernisiert

Wenn man tatsächlich noch 10 GT8N-Wagen modernisieren möchte, stellt sich bloß die Frage, für wie lange?
Ok, man hat genügend Spenderfahrzeuge für anfallende Ersatzteile.
Aber macht in meinen Augen trotzdem wenig Sinn für 10 Altfahrzeuge noch extra Teile vor zu halten.

Und außerdem stelle ich die düstere Prognose, daß aufgrund weiterer Sparmaßnahmen der Takt nicht mehr verdichtet wird, sondern im Gegenteil eher noch ausgedünnt wird.

von Jens Stein - am 27.06.2015 10:00

Re: 10 GT8N werden modernisiert und Taktausdünnung

Da Bremen keine U-Bahn und auch keine echte S-Bahn hat und wohl auch auf Sicht von mindestens 20 Jahren haben wird, bleibt die Straßenbahn das Rückgrat des Bremer ÖPNV. Unter solchen Bedingungen über Taktausdünnungen zu spekulieren, hieße Bremen in eine reine Fahrradstadt umzubauen, zumal die Autos ohnehin nicht gewollt sind.

Also hat man zunächst einen politische Kompromiss gefunden, um überhaupt aus dem Investitionsstau herauszukommen. Wenn irgendwann die Politiker, Allesablehner und Wutbürger zur Vernunft gekommen sein sollten, dürfte es ein Leichtes sein, 10 bis 20 Strabs nachzubestellen.

von Torsten S. - am 27.06.2015 16:18

Ein Kompromiss, mit dem ich leben kann

Guten Abend,

auch wenn ich fast der einzige hier im Forum bin, aber ich denke mit dem Kompromiss können die Stadt, die BSAG und auch die Fahrgäste leben. Ich bin wahrlich kein großer Freund von den Gt8N, aber man darf einen wesentlichen, sehr wichtigen Aspekt nicht vergessen, Bremen ist Haushaltsnotlageland und steht vor einigen Herausforderungen! Der Klinikneubau Mitte wird teurer, die Geno soll - wenn ich richtig informiert bin - umstrukturiert werden, Kita-Angestellte und weitere Angestellte des öffentlichen Dienstes wollen mehr Geld erhalten, auf dem Wohnungsmarkt sind Handlungsfelder zu erkennen, die Innenstadt muss weiterentwickelt werden und die Sicherstellung des ÖPNVs mittels neuer Straßenbahnen ist nur ein Baustein unter vielen. Und all das kostet richtig Geld. Geld, was die Stadt nicht hat. Als ich bis 2011 in Bremen gelebt habe, kam ich täglich an der Schuldenuhr vorbei und das war schon deprimierend, wenn die Bahn am FDP-Haus stand und auf "Grün" wartete und man zusehen konnte, wie viel Geld in wenigen Sekunden weg waren.

77 oder sogar mehr neue Straßenbahnen wären ohne Diskussion schon toll gewesen, aber man kann nicht alles haben. Die Frage ist doch, in wie weit die Gt8N modernisiert werden. Vielleicht erhalten ja die 10 Fahrzeuge eine Kernsanierung und Modernisierung und die BSAG hält sich weitere, "ummodernisierte" Fahrzeuge, bei denen man einfach mal schaut, wie lange die halten. Man weiß es nicht. Deswegen würde ich sagen, einfach mal abwarten was kommt. Meine Vermutung wird sein, dass die Gt8N dann als HVZ-Verstärker dienen werden.

Lg,

Passive Weiche

von Passive Weiche - am 27.06.2015 16:45

78 GT8N

Zitat
Linie 4 Falkenberg
Meiner Meinung sind 67 neue Straßenbahnen deutlich zu wenig. Als damals die 77 Gt8Ns angeschafft wurden war das Streckennetz noch sehr klein.


Damals wurden 78 GT8N beschafft, als Ersatz für 78 GT4 mit 48 GB4.
Die 43 GT8N-1 ersetzen 60 GT4(6) mit 57 GB4.

Ein GT8N (3067) und zwei GT4 (428 und 522) wurden vorzeitig nach Unfällen ausgemustert.

Was das für das Platzangebot in den Fahrzeugen bedeutet, kann ich gerade nicht sagen, da ich die Zahlen nicht vorliegen habe, aber es sind auf jeden Fall bisher 17 Triebwagen weniger geworden, bei einem deutlich größeren Netz.

von Martin von Minden - am 28.06.2015 16:15
Also können wir uns gedanklich schon einmal darauf einrichten, dass mittel- bis langfristig – bei wachsendem Netz wohlgemerkt! – weitere 10 Kurse eingespart werden müssen. Denn die modernisierten GT8N werden nicht so lange halten, wie die 67 Neufahrzeuge. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie durchhalten bis die GT8N-1 zum Ersatz anstehen. Und selbst wenn: Bei der Beschaffungspolitik wäre ich schwer erstaunt, wenn man dann 53 Neufahrzeuge beschaffen würde um die GT8N-1 und die verbleibenden GT8N zu ersetzen.

Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass man sich damit auf längere Sicht ohne Not nun eine kleine Serie an Fahrzeugen hält, die spätestens dann, wenn die 67 Neuen ausgeliefert sind, einen Fremdkörper im Fuhrpark bilden. Man muss aber auch künftig immer Rücksicht auf diese Fahrzeuge nehmen. Wirklich barrierefreie Bahnsteige sind damit erstmal auf lange Sicht unmöglich, sofern man bei der Modernisierung keine Schiebetritte installiert, die aber den Haltestellenaufenthalt verlängern. Der Hublift ist schön und gut für Haltestellen den Übergang und Haltestellen, die man nicht umbauen kann. Und egal wie man sie umbaut und modernisiert: Sie bleiben eng, haben eine geringere Kapazität, eine Klimaanlage dürfte schwer bis gar nicht nachrüstbar sein (wird man sich also sparen); die Fahrzeuge werden also gegenüber dem Rest immer deutlich unattraktiver für den Fahrgast bleiben. Schon heute warte ich, wenn die Zeit es erlaubt, gerne mal auf die nächste Bahn, wenn kein GT8N-1 kommt.

Und dann kommt noch hinzu: Eigentlich kann man erst dann auf GT8N verzichten (und sie so für die Modernisierung freisetzen), wenn die ersten neuen Züge da und in Betrieb sind! Das wird aber noch Jahre dauern, wir erinnern uns: Noch ist nichts ausgeschrieben, geschweige denn verbindlich bestellt.

Und dann stelle ich mir die Frage: Wozu erst ein teures Gutachten, welches klar besagt, dass es am wirtschaftlichsten ist, alle 77 GT8N zu ersetzten, wenn man dann doch etwas ganz anderes macht. Das halte ich in einem Haushaltsnotlageland eigentlich für einen schlechten Scherz, man hätte sich das Gutachten sparen können, wenn man sowieso nicht die wirtschaftlichste und damit gerade für ein Haushaltsnotlageland sinnvollste Lösung wählt.

Mal wieder eine halbgare Lösung also, man könnte meinen, dass die Stadt möglichst alle Fahrgäste in den eigenen PKW treiben will...

von D.Kleine - am 28.06.2015 16:53
bezogen auf die 77 gt8n und die 67 neuen: 14% weniger Bahnen aber 30% mehr Kapazität pro Bahn. Man wird folglich auch trotz verringertem Takt mehr Fahrgäste transportieren können.

Wenn man die Regio-S-Bahn weiter ausbaut (Föhrenstraße, Uni, Achterdiek, Huchting) begründet das sicherlich einen Nachfragerückgang bei der Straßenbahn und damit sowieso eine berechtigte Taktausdünnung. Streckenverlängerung nach Osterholz wird nicht kommen, da die Feldmark nicht bebaut wird. Oslebshausen muss man eventuell die zusätzlich gebrauchten Fahrzeuge einpreisen, aber umgekehrt spart man ja auch bestimmt 3 Busse pro Straßenbahn. Horn-Riensberger- und Malerstraßen-Spangen würden eher Fahrzeuge einsparen als Zusatzbedarf verursachen.

von outsider99 - am 28.06.2015 17:08
Ich würde das alles nicht überbewerten. Der Koalitionsvertrag gilt ja nur bis maximal zur nächsten Wahl. Dann werden die Karten doch eh neu gemischt.

von WUMAG121 - am 28.06.2015 17:10

Klimaanlage in GT8N

Zitat
D.Kleine
Und egal wie man sie umbaut und modernisiert: Sie bleiben eng, haben eine geringere Kapazität, eine Klimaanlage dürfte schwer bis gar nicht nachrüstbar sein (wird man sich also sparen)


Haben ihre Berliner Verwandten nicht Klimaanlagen im Dachkasten? (der - wie ich finde - den Bahnen sehr gut steht) Damit wäre die Nachrüstungsmöglichkeit mit einer Klimaanlage zumindest technisch gegeben.

Die Kapazität der GT8N wird gering bleiben, für die Linie 8 reicht es aber allemal. ;)

Zur Grundsatzentscheidung möchte ich mich erst äußern, wenn alle Details feststehen.
krni

von krni - am 28.06.2015 17:23

Re: Klimaanlage in GT8N

Würde sich in Bremen nicht lohnen, weil diese sowieso nur für den Fahrer währe. Außerdem muss der Fahrer diese an den Endhaltestellen sowieso abstellen.

von Linie 4 Lilienthal - am 28.06.2015 17:50

Re: Klimaanlage in GT8N

Zitat
krni

Die Kapazität der GT8N wird gering bleiben, für die Linie 8 reicht es aber allemal. ;)


Von der Kapazität her schon, ja. Aber wenn die Linie verlängert worden ist, können die GT8N dort aus technischen Gründen ("Eisenbahnzulassung") auch nicht mehr eingesetzt werden, wie ja hier schon häufiger diskutiert.

von Arne Schmidt - am 28.06.2015 18:15

EBO-Zulassung

Ja, stimmt. Woran scheitert die EBO-Zulassung der GT8N eigentlich genau? Ließe sie sich vielleicht nachrüsten?

von krni - am 28.06.2015 18:30
Zitat
outsider99
bezogen auf die 77 gt8n und die 67 neuen: 14% weniger Bahnen aber 30% mehr Kapazität pro Bahn. Man wird folglich auch trotz verringertem Takt mehr Fahrgäste transportieren können.


30 Prozent mehr Kapazität? Lässt man künftig dann endlich alle Sitzplätze weg, damit Monster-Bollerwagen für Kindergärten endlich genug Platz haben? Oder werden die neuen Bahnen länger. Ansonsten kommt diese Zahl hinten und vorne nicht hin. Wenn ich vom Fahrgast-Forum GT8N ausgehe mit seinen 74 Sitz- und 129 Stehplätzen, hat man Platz für 203 Fahrgäste (die meisten GT8N haben aber noch mal mehr Sitzplätze und somit Platz für bis zu 213 Fahrgäste), wären 30 Prozent mehr Kapazität also 264 Fahrgäste. In den GT8N-1 der in meinen Augen schon sehr großzügige Multifunktions- und damit Stehplatzflächen hat man dann 105 Sitz- und 134 Stehplätze, also 239 Fahrgäste haben Platz. Von daher bezweifel ich, dass die neuen wirkloch 30% Kapazität haben, realistisch dürfte sich die Kapazität eher im Bereich um die 15 bis 20% pro Fahrzeug erhöhen. Und die wird man auch ohne Taktausdünnung dringend brauchen. Für die Linie 4 habe ich es mal durchgerechnet. Bei der gleichen Stundenkapazität könnte man ausgehend von reinem GT8N-Betrieb gerade mal von einem 5-Minuten-Takt auf einen 6-Minuten-Takt ausdünnen, wenn man auf vollständig GT8N-1 umstellt. Tatsache ist aber: Schon heute fahren viele Kurse mit GT8N-1 und diese sind auch gut gefüllt. Auf der Linie 6 hat man schon auf 6 Minuten gekürzt und die anderen Linien mit ihrem 10-Minuten-Takt in der HVZ verbieten sich geradezu für Kürzungen. Das Angebot wird damit einfach zu unattraktiv. In einer Großstadt mit 500.000 Einwohnern, erwarte ich auf den Hauptstrecken (und nichts anderes sind Straßenbahnstrecken!) einen Turn-Up-and-Go-Service mindestens tagsüber an Werktagen – also eine Taktfolge, bei der ich nicht in den Fahrplan schauen muss, weil sie eben dicht genug ist.

Zitat

Wenn man die Regio-S-Bahn weiter ausbaut (Föhrenstraße, Uni, Achterdiek, Huchting) begründet das sicherlich einen Nachfragerückgang bei der Straßenbahn und damit sowieso eine berechtigte Taktausdünnung.


4 Haltepunkte/Bahnhöfe werden keinen deutlichen Rückgang in den Straßenbahnlinien verursachen, zumal die S-Bahn-Strecken in Bremen leider erschließungstechnisch doch äusserst suboptimal verlaufen. Und dann bleibt der größte Haken an der Regio-S-Bahn: Innerbremisch fressen die geringen Takte die Fahrzeitvorteile auf, zusätzliche Umstiege verschlechtern die Reisezeit weiter. Man sieht es zur Zeit auch schön in Berlin: Die neue Straßenbahnstrecke zum Hauptbahnhof wird sehr gut genutzt, obwohl die bisher einzige Linie einen Umweg fährt und man durch Umstieg auf die S-Bahn unterwegs Fahrzeit einsparen könnte, bleiben viele Fahrgäste sitzen, weil es bequemer ist durchzufahren. Dafür nehmen sie auch eine längere Fahrzeit in Kauf.

Der Ausbau der Regio-S-Bahn-Halte wird sicher mehr Nutzer für den ÖPNV gewinnen, aber dann eher durch bessere Verknüpfung mit der Straßenbahn (Föhrenstraße) mehr Fahrgäste in die Straßenbahn spülen. Einzig zur Uni könnte eine S-Bahn-Linie auf der Linie 6 ernsthaft für Entlastung sorgen, aber dafür braucht es auch passende freie Trassen auf der Strecke.

Auf der Linie mit dem bisher dichtesten Takt bringt die Regio-S-Bahn aber praktisch keinerlei Entlastung. Schwachhausen, Horn, Borgfeld, Lilienthal, Kattenturm, Arsten und die Neustadt werden durch die Regio-S-Bahn praktisch gar nicht bedient und könnten nur durch Neubau von Strecken überhaupt durch die Regio-S-Bahn erschlossen werden.

Zitat

Streckenverlängerung nach Osterholz wird nicht kommen, da die Feldmark nicht bebaut wird. Oslebshausen muss man eventuell die zusätzlich gebrauchten Fahrzeuge einpreisen, aber umgekehrt spart man ja auch bestimmt 3 Busse pro Straßenbahn. Horn-Riensberger- und Malerstraßen-Spangen würden eher Fahrzeuge einsparen als Zusatzbedarf verursachen.


Horn-Riensberger-Spange wird eh nicht kommen, die Verbindung durch die Steubenstraße wird mehr Fahrzeuge binden: Welche Linie auch immer dorthin umgeleitet wird, die Strecke ist länger als nach Sebaldsbrück/zum Weserwehr. Auch eine Spange über die Malerstraße erfordert mehr Fahrzeuge, bedeutet sie doch, dass eine Linie über das Weserwehr hinaus verlängert wird.

von D.Kleine - am 28.06.2015 18:48

Re: EBO-Zulassung

Da es auf der Strecke ja Mischverkehr mit Vollbahn-Verkehr (Güterzüge) geben soll, sind die Auflagen wohl relativ hoch. Ich meine auch, dass die Breite da eine Rolle spielt. Abgesehen davon: Bei dann ca. 25 Jahre alten Fahrzeugen macht diese Investition nicht wirklich sinn.

Daneben halte ich es für fraglich, ob es überhaupt noch bei den GT8N-1 möglich ist diese für EBO-Betrieb nachzurüsten. Hier war es bei der Ausschreibung gefordert, aber diese liegt ja nun auch schon über 10 Jahre zurück und die EBO hat sich weiter entwickelt.

von D.Kleine - am 28.06.2015 19:00
Ich halte die Beschaffung von "nur" 67 neuen Straßenbahnen und die Reparatur von 10 alten GT8N für falsch.

Gegen eine Reparatur der alten Bahnen spricht meines Erachtens folgendes:
-Kosten evtl. eine Million Euro pro Bahn
-Nach vielleicht 10 Jahren sind die Bahnen dann endgültig schrottreif
-Laut Staatsrat/Senatsrat aus dem Verkehrsressort sind die alten Bahnen eine Fehlkonstruktion (Aussage von vor einigen Monaten)
-Neue Drehgestelle müssten produziert werden, da die alten ja alle "schrottreif" sind: Wer sollte diese Drehgestelle denn produzieren?
-Selbst heute gibt es kaum Ersatzteile für die Bahnen: So einfache Teile wie Fenster zum Öffnen wurden in vielen GT8N durch Festfenster ersetzt
-Bahnen haben keine Klimaanlage
-GT8N sind viel zu eng, wenn es voll wird und dann auch noch viele Rollatoren/Kinderwagen/Rollstühle mitfahren müssen

Die Reparatur der GT8N ist somit unverhältmässig teuer, da man die "alten" Bahnen bei weitem nicht so lange einsetzen könnte wie neue Fahrzeuge.
Spätestens in 10 Jahren muss man dann doch 10 neue Bahnen kaufen.

Statt dessen sollte man lieber 77 neue Bahnen kaufen und sich eine Option auf 20 zusätzliche Bahnen sichern. Diese könnte man dann einlösen,
wenn es zu Verlängerungen wie z. B. zum Bahnhof Burg, zur Osterholzer Heerstraße/Weserpark oder einer Bahn durch Findorff käme.

Geld genug ist ja offenbar vorhanden: 180 Millionen für einen Offshore-Terminal in Bremerhaven, der wahrscheinlich sowieso deutlich über 200 Millionen kosten wird.
Hier ist fraglich, ob dieser Hafen jemals einen Gewinn abwerfen wird. Das neue Krankenhaus Bremen-Mitte kostet durch mangelhafte Kontrollen und Planung wohl auch
40 bis 100 Millionen mehr, ohne dass es dadurch einen Zusatznutzen geben wird. Allein in diesen beiden Fällen werden etwa 250 bis 300 Millionen Euro "in die Tonne" gedrückt.

Viele Grüße

Manfred

von Manfred Morzik - am 28.06.2015 20:11

Re: 78 GT8N

Teile von mir sind aber noch in anderen Bahnen im Einsatz! :)

von GT8N 3067 - am 28.06.2015 23:20
Wie ich das auch schon erwähnt habe wäre ich auch dafür 77 Fahrzeuge mit einer Option von weiteren 20 Fahrzeugen beaufzutragen.

Zukunft der Gt8N: (nach meiner Meinung)
Die Bsag behält alle 17 Gt8N mit Igbt.
Drei Fahrzeuge gehen an die Freunde
1 Fahrzeug könnte als Kultur/Partybahn umgebaut werden.
Der Rest wird wenn möglich bzw. wenn man Käufer findet verkauft.

LG
Linie 4

von Linie 4 Lilienthal - am 29.06.2015 05:34
Zitat
Linie 4 Falkenberg

Zukunft der Gt8N: (nach meiner Meinung)

Drei Fahrzeuge gehen an die Freunde
LG
Linie 4


Nett, dass auch jemand an den Verein denkt. Vielleicht sollten wir für die nächste Bürgerschaftswahl auch noch die Vergrößerung des Straßenbahnmuseums einfordern. :rp:

Gruß
Dietmar

von Dietmar Krebs - am 29.06.2015 06:56

Bestand fürs Museum

Moin,
wer soll bitte 3 GT8N unterbringen ???
Der GT6 Proto ist da und ein GT8N ist völlig ausreichend, wenn es sich bei den Problemen der Bahnen überhaupt lohnt einen zu erhalten.

Als Partywagen sind die Wagen aus meinen Augen völlig untauglich, in jeder Kurve darf sich der Partygast dann ein neues Getränk holen.

Die Fahrzeuge werden ganz langsam im Liniendienst runtergenudelt werden.

Außerdem müssen ja Partywegmann und 3538 auch noch Platz haben. (Hihi)

von StrabaMax - am 29.06.2015 10:55

Re: Bestand fürs Museum

Hier sind aber auch Traumtänzer unterwegs!

Am besten auch noch von jeder Busgeneration drei Stück zur Seite stellen, dann kann bald die gesamte Osterholzer Feldmark mit Museumsfahrzeugen zugepflastert werden....

Ich denke, die "Freunde" haben jetzt schon genug damit zu tun, den vorhandenen Bestand zu pflegen und zu unterhalten, richtig?

von Arne Schmidt - am 29.06.2015 11:14

Re: Bestand fürs Museum

Also EIN GT8N sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall erhalten werden. Ich mag die Fahrzeuge sehr und es sind schließlich auch die ersten 100% Niederflurserienwagen der Welt!

von GT8N 3067 - am 29.06.2015 13:38

Verkauf der GT8N

Zitat
Linie 4 Falkenberg
Der Rest wird wenn möglich bzw. wenn man Käufer findet verkauft.


Macht keinen Sinn: Grund für die Aussonderung der GT8N ist ja ihr schlechter Zustand, und der wird nicht besser, wenn man sie nach Osteuropa verkauft. Ich glaube nicht, dass man dort verschlissene Bahnen haben möchte.

Gruß, krni

von krni - am 29.06.2015 15:01

Bestand Museum

Moin!

Man sollte erstmal abwarten wann die neuen Bahnen Bestellt werden.
Und im Museum einen am laufen zu halten ist auch so ne sache.
Habt ihr bis jetzt einen Strassenbahn Verein entdeckt der einen Niederflurwagen im Betrieb hält ???Und Außerdem 3 Gt8n im Museum abzustellen idt meiner Meinung nach Schwachsinn wofür soll man das den machen ??? Nur damit welche überleben ??? Da reicht auch einer !!


Gruss Wegmann

von Wegmann Fan - am 29.06.2015 16:18

Re: Bestand Museum

Zitat
Wegmann Fan
Man sollte erstmal abwarten wann die neuen Bahnen Bestellt werden.
Und im Museum einen am laufen zu halten ist auch so ne sache.
Habt ihr bis jetzt einen Strassenbahn Verein entdeckt der einen Niederflurwagen im Betrieb hält ???Und Außerdem 3 Gt8n im Museum abzustellen idt meiner Meinung nach Schwachsinn wofür soll man das den machen ??? Nur damit welche überleben ??? Da reicht auch einer !!


Natürlich reichen 3801 plus ein GT8N vollkommen aus. Einer davon betriebsfähig wäre wunderbar, aber dürfte schwerer werden als mit den alten Wagen. Generell muss man sagen: Natürlich sind in anderen Vereinen noch keine Niederflurer im großen Stil angekommen, weil die meisten Niederflurer noch im Planbetrieb eingesetzt werden. Die GT8N waren mit die ersten 100%-Niederflurer und dürften somit auch mit die erste größere Serie sein, die ausgemustert wird.

von D.Kleine - am 29.06.2015 17:31

Re: Verkauf der GT8N

Zitat

Zitat

Der Rest wird wenn möglich bzw. wenn man Käufer findet verkauft.


Macht keinen Sinn: Grund für die Aussonderung der GT8N ist ja ihr schlechter Zustand, und der wird nicht besser, wenn man sie nach Osteuropa verkauft. Ich glaube nicht, dass man dort verschlissene Bahnen haben möchte.


Ach, wo Arbeit billig ist, lohnt es sich viel mehr, Sachen in Stand zu setzen oder zu halten. Auch wenn es nicht genau passt. Egal (siehe neulich in der Ukraine, wo man dann einfach amerikanische Kernbrennstäbe in ein AKW sowjetischer Bauart einbaut....).

von outsider99 - am 29.06.2015 18:00
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