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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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vor 2 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 6 Monaten
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Der Wolf und die sieben Geißlein, Torsten S., Arne Schmidt, Christian A., outsider99, Gnubbl, IngoF, Manfred Morzik, D.Kleine, Fahrdrahtschnüffler

Überfälle auf Busfahrer im Bremer Süd-Osten (Bereich Huckelreide, Habenhausen, Kattenturm) nehmen überhand! Konsequenzen?!

Startbeitrag von Fahrdrahtschnüffler am 26.07.2015 08:40

Unzählige Male hat es in diesem Jahr bereits Überfalle im Bremer Süd-Osten auf Busfahrer und Busfahrerinnen an Tagesrandzeiten gegeben. Zuletzt am Freitag den 25.07. (vgl. Presselinks).
Fast ausschließlich oder besonders betroffen sind vor allem die Linien 51 und N9 im Stadtteil Obervieland.
Einen Täter (unter 30 Jahren) konnte die Polizei bereits festnehmen. Leider gibt es Nachahmer.

Als logische Konsequenz wäre eine Einstellung der N9 zwischen Huckelriede und Huckelriede sinvoll, sodass diese nur zwischen Huckelriede und Neue-Vahr (und zurück) verkehrt, sowie das Streichen der Fahrten der 51 in den frühesten Früh- und spätesten Spätfahrten. Stattdessen könnte man ein AST (ANRUF-Sammel-Taxi/-Bus) einführen, das telefonisch bestellt werden muss. In diesem Fall hätte man eine Telefonnummer auf die man mit polizeilicher Unterstützung dann zurückgreifen könnte, wenn im nachhinein etwas passiert. Ein anderer potenzieller Täter wäre im vorhinein also nicht über die tatsächliche Fahrtdurchführung informiert, außer er bestellt telefonisch selber eins.
Während der Ferien sind es zur nächtlichen Stunde "sowieso nur" unter 30jährige Disco-Gänger die von dem Entfall der Spätfahrten betroffen wären?!

Ein weiterhin dort stattfindenen Spätverkehr der regulären 51 und N9 sollten die betroffenen Fahrer und Fahrerinnen nur mit Gefahrenzulage und Begleitung von Security-Personal akzeptieren. Dies dürfte aber für die BSAG wesentlich teurer als die effizientere Lösung des AST sein.

Rettet nicht nur die Umwelt, sondern auch unser solziales Umfeld!

Sicherheitsbedürftige Grüße

Antworten:

Solchen Taten sind wirklich mehr als armselig. Ich meine, wie viel kann man bei einem Busfahrer um diese Zeit erbeuten? 50 €? Wo soll das noch hinführen...

Langfristig gesehen würde ich es gut finden, wenn die Busse ebenfalls mit Fahrkartenautomaten ausgerüstet werden und die Fahrer eine geschlossene Kabine bekommen.
Kurzfristige Lösung ist in der Tat: Betroffene Kurse streichen und ein AST einrichten.

von Christian A. - am 26.07.2015 09:08
Ob es das wirklich bringt, die betroffenen Kurse im Süd-Osten zu streichen? Vermutlich würden der oder die Täter ihren Wirkungsbereich nur verlagern. Wird Zeit, dass endlich Fahrkartenautomaten in den Bussen kommen.

von Arne Schmidt - am 26.07.2015 09:49
Zitat
Fahrdrahtschnüffler
Unzählige Male hat es in diesem Jahr bereits Überfalle im Bremer Süd-Osten auf Busfahrer und Busfahrerinnen an Tagesrandzeiten gegeben. Zuletzt am Freitag den 25.07. (vgl. Presselinks).
Fast ausschließlich oder besonders betroffen sind vor allem die Linien 51 und N9 im Stadtteil Obervieland.
Einen Täter (unter 30 Jahren) konnte die Polizei bereits festnehmen. Leider gibt es Nachahmer.


Diese Überfälle sind in jedem Fall strikt zu verurteilen.

Zitat

Als logische Konsequenz wäre eine Einstellung der N9 zwischen Huckelriede und Huckelriede sinvoll, sodass diese nur zwischen Huckelriede und Neue-Vahr (und zurück) verkehrt, sowie das Streichen der Fahrten der 51 in den frühesten Früh- und spätesten Spätfahrten.


Es gibte andere weit logischere Konsequenzen:
- Sicherheitspersonal in zivil auf den betreffenden Kursen (erhöht auch die Chance die die Täter zu schnappen und damit das eigentliche Problem ggf. zu lösen)
- Einstellung des Fahrkartenverkaufs auf den betreffenden Kursen
- Installation von Fahrkartenautomaten auch auf den Fahrzeugen
- Keine weiteren Einsparungen bei der Polizei

Ich finde es – gerade für ein ÖPNV-Forum – schon ein wenig erschreckend, dass als erste Konsequenz die Einstellung gesehen wird. Damit werden doch letztlich nur die Fahrgäste bestraft.

Zitat

Stattdessen könnte man ein AST (ANRUF-Sammel-Taxi/-Bus) einführen, das telefonisch bestellt werden muss. In diesem Fall hätte man eine Telefonnummer auf die man mit polizeilicher Unterstützung dann zurückgreifen könnte, wenn im nachhinein etwas passiert. Ein anderer potenzieller Täter wäre im vorhinein also nicht über die tatsächliche Fahrtdurchführung informiert, außer er bestellt telefonisch selber eins.


Und? Dann schnappen sich die Täter halt ein Taxi am nächsten Taxistand bzw. winken es an der Straße heran. Oder sie rufen von einer Telefonzelle an, die werden zwar auch seltener, aber noch gibt es sie. Alternativ weicht man dann – wie hier schon von Arne Schmidt erwähnt – auf andere Stadtteile aus.

Abgesehen davon ist so ein AST ist schlicht und ergreifend kein attraktives ÖPNV-Angebot für eine Großstadt, da es einfach unflexibel ist. Gerade an Wochenenden dürfte in den meisten Kursen auch so viel los sein, dass es zu viel kostet.

Zitat

Während der Ferien sind es zur nächtlichen Stunde "sowieso nur" unter 30jährige Disco-Gänger die von dem Entfall der Spätfahrten betroffen wären?!


1.) Nur weil Ferien sind, fällt die arbeitende Bevölkerung nicht auf einmal ganz weg. Es sitzen mit Sicherheit nicht nur unter 30-Jährige Disco-Gänger in den Bussen.
2.) Selbst wenn: Sind das schlechtere Fahrgäste? Es besteht offensichtlich ein Verkehrsbedürfnis. Es ist mir weit lieber, diese Klientel sitzt im Bus, statt – weil der Anruf bei der AST-Hotline so aufwendig ist – volltrunken am Steuer des eigenen Autos.

Zitat

Ein weiterhin dort stattfindenen Spätverkehr der regulären 51 und N9 sollten die betroffenen Fahrer und Fahrerinnen nur mit Gefahrenzulage und Begleitung von Security-Personal akzeptieren. Dies dürfte aber für die BSAG wesentlich teurer als die effizientere Lösung des AST sein.


Auch wenn es dort eine Häufung gibt, ist es ja nicht so, dass es anderswo noch nie Überfälle auf Busfahrer gegeben hätte. Den Einsatz von Security-Personal auf den betreffenden Kursen halte ich auch für sehr sinnvoll. Gerade auf den Nachtlinien erscheint das – stadtweit! – sinnvoll. Schließlich zahlt man hier ja auch einen Zuschlag und gerade hier gibt es ja auch andere potenzielle Szenarien, die man so entschärfen könnte.

von D.Kleine - am 26.07.2015 12:57
Hallo,

eine Einstellung des Verkehrs auf den betroffenen Linien halte ich für falsch, auch wenn es "nur" in den Abendstunden wäre.

Hierzu ein anderes, etwas abweichendes Beispiel:
Heute (26.07.2015) habe ich an der Haltestelle Emmastraße der Linie 6 eine zertrummerte Scheibe eines Haltestellenhäuschens gesehen. Solche Art von Vandalismus konnte ich selbst schon in den 70er Jahren in Schwachhausen beobachten. Es kam/kommt allerdings keiner auf die Idee, den Verkehr auf der Linie 6 einzustellen, um damit die Kosten für den Ersatz der demolierten Haltestellenhäuschen zu sparen.

Zurück zu den betroffenen Buslinien:
a) Man könnte Sicherheitspersonal in den "gefährdeten" Stunden mitfahren lassen. Um nicht alle Kurse damit ausstatten zu müssen, werden diese Kurse zufällig ausgewählt. Somit würde sich die Gefahr für die Täter erhöhen, gleich erwischt zu werden. Im Idealfall käme es gar nicht erst zu solchen Taten.
b) Der Fahrkartenverkauf wird abends oder ganz in Bussen eingestellt und auf Automaten umgestellt. Dann gibt es auch keine Fahrer mehr, die ausgeraubt werden könnten.

Die Idee mit dem Sicherheitspersonal wäre allerdings auf allen Straßenbahn- und Buslinien der BSAG angebracht. Das gilt auch für die normalen Tageszeiten. Der Grund ist relativ schnell erklärt:
Die BSAG bringt Aufkleber in den Fahrzeugen an, die sich an "Dreckspatzen" wenden, die die Busse und Bahnen verschmutzen (Schuhe auf den Sitzen, Essenreste, Müll usw.). Die "Dreckspatzen" werden sich wohl kaum für die Aufkleber interessieren. Mitfahrendes Sicherheitspersonal könnte solche "Dreckspatzen" dann gleich vor die Tür setzen. Die "normalen" Fahrgäste würden dann deutlich saubere Busse und Bahnen vorfinden.

Außerdem würde dann die Zahl der Vandalismusfälle in den Fahrzeugen der BSAG (zerkratzte Scheiben usw.) abnehmen.

Viele Grüße

Manfred Morzik

von Manfred Morzik - am 26.07.2015 17:22
GIbt es eigentlich vorne auch Kameras die den Täter gefilmt haben könnten oder sind "aus Rücksicht auf die persönlichen Rechte des Busfahrers" vorne keine Überwachungskameras installiert?

von outsider99 - am 26.07.2015 17:38
Selbstverständlich wäre (ziviles) Sicherheitspersonal die allerbeste Lösung aber wir alle kennen den Haushalt und wissen, dass für die sinnvollsten Investitionen nie Geld da ist...

von Christian A. - am 26.07.2015 21:52

Re: Überfälle auf Busfahrer im Bremer Süd-Osten (Bereich Huckelreide, Habenhausen, Kattenturm) nehmen überhand! Weitere Lösung

Bevor man den Busverkehr ganz einstellt, könnte man abends den Barverkauf einstellen oder alternativ die Barbestände radikal verringern, indem kein Wechselgeld mehr ausgegeben wird, sondern nur, wie heute schon bei großen Beträgen, ein Gutachein zur Auszahlung im Service-Center.

von Der Wolf und die sieben Geißlein - am 27.07.2015 06:21

Re: Barverkauf

Gerade abends oder gar in der Nacht dürfte es kaum praktikabel sein, den Barverkauf auszusetzen; es sei denn, man würde den Nachtzuschlag und den konVE wieder abschaffen.

von Torsten S. - am 27.07.2015 11:42

Re: Barverkauf - Alternativen

Ich finde, es gibt ziemlich viele Alternativen zum Barverkauf mit Wechselgeld:

  1. Bar und passend zahlen. Die "Beute" ist dann nur noch sehr niedrig.
  2. Bar zahlen und statt Wechselgeld eine Quittung zur Auszahlung im Service-Center.
  3. BOB-Ticket
  4. VBN-HandyTicket
  5. Vorverkauf


Ein Beispiel sind die Züge in Niedersachsen: Dort kann man auch nicht im Fahrzeug ein Ticket kaufen.

von Der Wolf und die sieben Geißlein - am 27.07.2015 16:50
Schlechter Vergleich. Bei den Zügen steht an jedem Bahnsteig ein Automat, der Bargeld annimmit und wechselt.

von outsider99 - am 28.07.2015 05:24
Zitat
outsider99
Schlechter Vergleich. Bei den Zügen steht an jedem Bahnsteig ein Automat, der Bargeld annimmit und wechselt.


Das könnte er ja (wie bereits in den Straßenbahnen) in den Bussen auch. Einzig der konVE müsste entfallen.

von Arne Schmidt - am 28.07.2015 06:37

Re: Barverkauf - Alternativen

Es ist ja nicht etwa so, dass ich ein Verfechter des verspätungsfördernden Barverkaufs beim Fahrer oder gar des konVE wäre. Aber ausgerechnet im Spät- und Nachtverkehr mit der Abschaffung zu beginnen, halte ich für wenig praktikabel, insbesondere schon deshalb, weil ja immer wieder betont wird, wie einnahmeförderlich der konVE wäre. Sicherlich ist ein konVE auch ohne Barzahlung z.B. mittels Bobkarte möglich und wird ja auch so gemacht, aber die Fahrgäste müssen auch mitmachen.

Warten wir mal ab, was die neuen Init-Geräte bringen werden. Der Widerspruch ist eben konVE versus eTicketing.

von Torsten S. - am 28.07.2015 08:43
Zitat
Fahrdrahtschnüffler
....
Während der Ferien sind es zur nächtlichen Stunde "sowieso nur" unter 30jährige Disco-Gänger die von dem Entfall der Spätfahrten betroffen wären?!
....


Mit ziemlicher Sicherheit sind neben den auffälligen Diso-Gänger nachts auch Arbeitnehmer unterwegs, z.B. Schichtarbeiter vo der Spätschicht oder zur Frühschicht im Krankenhaus, Pflegestation, in den Kiosks des Hbfs, Fahrprrsonal diverser Unternehmer, Beschäftigte im "Disco-"Gewerbe, etc. Sie haben nicht immer Monatskarte oder Freifahrt, sondern zahlen auch schon mal nachts bar, wenn sie dafür nur gelegentlich auf die öffentlichen Verkehrsmittel in Bremen nutzen.

von IngoF - am 05.08.2015 09:43

PM der Polizei: Tatverdächtiger festgenommen

[www.presseportal.de]

von Gnubbl - am 14.08.2015 11:32
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