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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Fahrdrahtschnüffler, outsider99, Nordbengel, IngoF, T.Hancke

Ersatzverkehre und Umleitungen führen zu Baustellen in den Köpfen der Fahrgäste / Power-Baustellenwochenende

Startbeitrag von Fahrdrahtschnüffler am 05.10.2015 20:34

Hallo,

nachdem in den Medien auf den Ausfall der Verstärkerfahrten mit Straßenbahnen und von mir auf die politischen Hintergründe (Link zum gemeinten Beitrag [klick]) hingewiesen wurde, fuhr heute Vormittag eine weiterhin im Online-Fahrplan geführte Verstärkerfahrt zwischen Domsheide und Universität und umgekehrt als Straßenbahn. Davon konnte ich mich selbst überzeugen. Gleichzeitig fuhren nur zu den ca. 5 genannten Uhrzeiten Busse statt Straßenbahnen auf der Linie 6E. Diese Wagen fahren über die Parkallee und enden am Hauptbahnhof. Ein Umstieg in Richtung Domsheide setzt die folgende Nutzung der Linien 4 oder 6 voraus, während Baustellen im Gleisbereich der Bahnhofstraße, am Schüsselkorb und der Violenstraße eingerichtet sind. Die nur montags bis freitags verkehrenden Solo-Busse (im 20Min.-Takt) der Linie 8E (an Wochenenden fährt die Straßenbahn zur Kulenkampffallee) fahren (nur!) in stadteinwärtige Richtung ebenfalls über die Parkallee zum Bahnhof, weiter aber über den Brill zur Domsheide. Zurück geht es über die Ersatzhaltestellen Herdentor und Hauptbahnhof, und aber auch über die Brahmsstraße zur Kulenkampffallee.
Bei aller politischer Misere in Bremen, stellt sich mir die planerische Frage, warum man die 8E nicht wie die N9 zwischen Crüsemannallee und Blumenthalstr. in beide Richtungen über Brahmsstraße verkehren lässt oder diese zumindest nicht durch eine zeitweise Verlängerung zur Universität mit der 6E verknüpft?
Durch meinen ketzerischen Gedankeneinwurf in einem anderen Beitrag, in dem die 6E in der 8E, und diese widerum in der über die Domsheide geleitete und über die Uni nach Horn verlängerte 63 aufgeht, ist sogar zwischen Domsheide-HBF-Horner Kirche eine Entlastung der Linie 4 involviert, während wir Straßenbahnmangel haben:
Zitat
Fahrdrahtschnüffler
Ich für meinen Teil plane nun aufgrund der aufgezeigten Erfahrungen zukünftig mit neuen Buslinien, statt mit Straßenbahntrassen:
Die 63 könnte man aus dem GVZ kommend über Langemarckstraße-Westerstraße-WilhelmKaisenBrücke-Domsheide-HBF-AmStern-Brahmsstraße-Kulenkampffallee-UNI,NW1-UNI,Zentralbereich-LinzerStr.-Hochschulring(Autobahnzubringer)-Berufsbildungswerk-Achterstraße(& Riensberger Str.)-direkt auf die Wendeanlage Horner-Kirche/Lestra führen. So kann man sich die Buslinien 6E und 8E sparen, schafft neue Verknüpfungen und nutzt die neu zu bestellenden Busse sinnvoll, anstelle sie für Straßenbahn-Ersatzverkehre zu verschwenden, um die sich die Politik (als kommunale ÖPNV-beauftragende Instanz) kümmern müsste. Spätestens, wenn dann andere beauftragte Privat-Busfirmen am Ersatzverkehr scheitern und einzelne (Straßenbahn-)Linien ganz zusammenbrechen, fällt auf, daß etwas falsch gelaufen ist.


Außerdem vekehrt auf den Linien 2/10 nachmittags wieterhin auch mind. 1 Kurs der Straßenbahn als Verstärkerfahrt zwischen Gröpelingen und Innenstadt zur Entlastung des dortigen Schulverkehrs. Morgens hingegen verkehren Busse als 10E zwischen HBF und Wartburgstraße.
Ein punktueller Querschnittsausfall wie nun auf einzelnen Straßenbahn(verstärker)linien ist aus meiner Sicht uneffizienter als ein Längsschnittausfall, bzw. vorübergehender (evtl. über eine Fahrplanperiode andauernder) Komplettausfall einer ganzen Straßenbahnlinie, um die restlichen vorhandenen Fahrzeuge umzuschichten: So hätte man die 8 komplett (bis Huchting) auf Busbetrieb umstellen können und die freiwerdenden restlichen Straßenbahnfahrzeuge durch ausgeklügelte Disposition auf die nun ausfallenden Verstärkerfahrten anderer Linien umdisponieren können. Damit hätte man die 10E-Busse, die 6E-Busse und den Ausfall von Einzelfahrten auf der 4 gespart. So hätte man nur ein Fahrgastpublikum (derer Stadtteile der einen entsprechenden Linie, ~ Li. 8) mit dem Wegfall von Straßenbahnen und dem Ersatz durch Busse konfrontiert und nicht die "gesamte Stadt" (hochgespitzt gesagt). Ebenfalls hätte man somit in Huchting durch den Einschnitt (bzw. Wegfall der Straßenbahnlinie 8) Abhilfe durch eine zeitabhängige Verknüpfung der 57/58 mit der dann durch Busse betriebenen Linie 8 schaffen und einen Umstieg (Bus>Bus) entfallen lassen können. In diesem Fall hätte das Unternehmen und deren Belegschaft (Planer+Fahrer+etc.) in dieser schwierigen Situation Flexibilität bewiesen, die die Politik in Bremen nicht hat.
Zumindest ist mir fragwürdig, warum man morgens Bahnen auf der 2/10, nachmittags hingegen auf der 6 und teilw. auf der 4 entfallen lässt, statt sich auf "eine Linie" ( ~ bevorzugt komplette Linie 8) zu beschränken.

Fern von diesem Gedankenspiel von hätte/wäre/könnte/soll, steht demnächst ein Power-Baustellen-Wochenende vor der Tür, zudem der Schüsselkorb gänzlich vom ÖPNV abgeschnitten wird, bzw. nur in Richtung HBF mit einer in der Nähe befindlichen Ersatzhaltestelle erreichbar sein wird:

Allein die derzeitige Umleitung der 24/25 könnte vom Fahrgastverständnis schwer nachvollziehbar sein, scheint sie selbst dem Fahrpersonal teilw. noch nicht ganz verständlich: So musste ich heute per Kurznachricht von Gleichgesinnten erfahren, daß mind. 1 Bus in/durch einen der drei Baustellenbereiche (hinein) gefahren ist.
Während in Richtung Weidedamm/Rablinghausen momentan von beiden Linien auf alle Fälle über den Brill gefahren wird, wird in Richtung Osterholz/Neue-Vahr auf alle Fälle von beiden Linien über die Domsheide gefahren. Die gewohnten Haltestellenpositionen am Hauptbahnhof werden nur in stadteinwärtige (Innenstadt-)Richtung angefahren, während in Gegenrichtung nur die Ersatzhaltestelle am sog. "Tivoli"-Hochhaus genutzt werden kann. Zur Zeit bedienen nur die Linien 4 und 6 den Schüsselkorb.
Doch wie sieht es am Power-Baustellenwochenende aus? -> Vom 09. (abends) bis zum 12. Oktober (Betriebsbeginn) wird die Domsheide neben der 2+3 nur von der 24/25 in Richtung HBF bedient.

Momentan ist es übrigens so, daß jene Fahrzeuge der N5 die an der Domsheide mit der 25 in Richtung Weidedamm verknüpft waren/sind (Frühfahrten) weiterhin als N5 vom HBF über den Brill zur Domsheide fahren und von dort wieder zurück als 25 über den Brill und weiter in Richtung Weidedamm "kurven".

Egal wer für dieses Chaos im ÖPNV zustädnig ist (politische Misere u.a. im ÖPNV und Sperrung bzw. Einbahnstraßenregelung der allgm. Ausweichstrecke Straße "Am Wall": Politik / Baustellen und Feinplanung des ÖPNV-Angebots: BSAG) sind die Kunden bzw. die Fahrgäste die Leidtragenden, die sich teilweise wohl leider ins Auto flüchten.

Die Frage stellt sich nun, wie ein langfristiger verstärkter Konsẹns im Bremer ÖPNV erreicht werden kann, indem Grundideen von Fahrgästen+Unternehmen+Politik enthalten sind und gegenseitig Erfordernisse - ohne Verdruss bei anderen Beteiligten hervorzurufen - deutlich gemacht werden können. Die Bremer Politik, muss ich leider sagen, ist in diesem Fall ein schlechtes Vorbild (daher im ersten Satz erneut auf meinen kritischen Beitrag zur polit. "Farbenspiel"-Lage in Bremen verlinkt).

Wie die Fahrgäste die Freimarkts- und Winterzeit überleben, bleibt abzuwarten. Für die Freimarktszeit sind zumindest an den Abenden der Samstage Verstärkerfahrten im momentan geplanten Angebot.

Aufrichtige Grüße
Fahrdrahtschnüffler

(P.S.: Wie ich nun gestern erfahren musste, sind durch die Schwierigkeiten der Niederflurstraßenbahnen und die damit verbundenen Mehraufwände bzgl. Reparatur tatsächlich auch die Freunde der Bremerstraßenbahn e.V. betroffen: Die Werkstatt und die damit verbundenen Abstellplätze in der Wagenhalle Sebaldsbrück werden für reparaturtechnische "Notmaßnahmen" der BSAG benötigt und in Betrieb genommen, so daß der Verein in seiner bisher genutzten Fläche in der Halle eingeschränkt bzw. platzmäßig halbiert wird. Abstellplätze für "Exponate" können unter bestimmten Gesichtspunkten nun rar sein.)

Edit: Ein "P.S." wurde ergänzt und korrigiert

Antworten:

Es war die Forderung über den Tag 6 Straßenbahnen einzusparen, das geht in der Früh HVZ über die 8 ( 2 Fahrzeuge alle 20 Min RCT-DOH statt 8 Fahrzeuge alle 10 Min RCT-KKA).
Nachmittags Klappt das nicht , da die 8 seit der 1. Einschränkungsmaßnahme nur noch mit 5 Fahrzeugen alle 15 Min verkehrte. Daher müssen nachmittags 3 zusätzliche Bahnen eingespart werden, eben 2x 6E und 1X 4.
Der Ersatz der 10E morgens durch Busse resultierte ebenso aus der 1. Einschränkungsmaßnahme , damals Einstellung SL 3S/10E (Umstellung auf Busse) 4 Fahrzeuge und Einstellung 2 E-Wagen SL 4+SL 6 Morgens. (ersatzloser Entfall) 2 Fahrzeuge ,
Nachmittags SL 8 alle 15 statt 10 Min(3 Fahrzeuge) und SL 10E nur mit 1 Fahrzeug 2 Einzelfahrten (3 Fahrzeuge).

von T.Hancke - am 05.10.2015 21:04

Das bedeutet: 6+6=12 Straßenbahnen weniger im Linieneinsatz, als geplant

Hallo,

das bedeutet, im Vergleich zu dem von der BSAG eigenlich aufgestellten Fahrplanangebot, musste die Fahrzeuganzahl der Straßenbahnen um 6+6=12 Fahrzeuge des Linieneinsatzes reduziert werden?

Im ersten Einschränkungs-Step vor einem Jahr (2014):
- 6 Fahrzeuge am Vormittag durch Streichung von 4 Strab-Fzg. der 3S/10E und 2 Strab-Fzg. der Verstärkung auf der 4 und 6
- 6 Fahrzeuge am Nachmittag durch Streichung von 3 Strab-Fzg. auf der 8 und 3 Strab-Fzg. auf der 10E
= Ganztägig 6 eingesparte Fahrzeuge

Im zweiten Einschränkungs-Step seit Anfang dieser Woche (2015):
- 6 Fahrzeuge am Vormittag durch Streichung von erneuten 6 Strab-Fzg. der Linie 8
- 6 Fahrzeuge am Nachmittag durch Streichung von 3 Strab-Fzg. (im Vgl.) der Linie 8, 2 Strab-Fzg. der Linie 6E und 1 Strab-Fzg. der Linie 4
= Ganztägig 6 weitere eingesparte Fahrzeuge

De Facto sind 12 Straßenbahn-Fahrzeuge weniger im Linieneinsatz, als die BSAG bereit wäre (fahrplantechnisch) einzusetzen.

Sollte nicht ein Wunder geschehen und der sich verschlimmernde Schadstand an den Gt8N aufgehalten werden, muss nächstes Jahr wohl mit weiteren Einschränkungen gerechnet werden, da die Politik die Neubeschaffungen nicht als dringend einstuft und Straßenbahn-Ersatzfahrzeuge frühestens 2018 fit für den Einsatz seien dürften.

Ein beispielloses aber umgängliches Desaster in Bremen, was durch politische Entscheidungen zu Gunsten der eigenen Gesichtswahrung auf hoher Ebene durch "ausschwitzen", bzw. Aufschieben von Entscheidungen (zur Fahrzeugbeschaffung) auf Bremer, regionaler Ebene entschieden wurde.

Aufrichtige Grüße
Fahrdrahtschnüffler

von Fahrdrahtschnüffler - am 06.10.2015 08:57
Ich finde es als Fahrgast allemal angenehmer, wenn Zusatzfahrten (E-Fahrten) der Straßenbahn durch Busse ersetzt werden als die planmäßigen Linien im Grundtakt.

Wenn schon die 8 durch Busse ersetzt werden, dann ist es durchaus sinnvoll, sich hier nur auf den Ast Domsheide - Kulenkampfallee zu beschränken. Denn hier fährt der Bus fast immer auf dem Gleiskörper und kann an den Stationen da haltern, wo sonst der Straßenbahnzug hält. (soweit es die Bauarbeiten zulassen)

Beim Ast nach Huchting fährt die 8 parallel zur 1 auf der aufgeständerten Strecke durch Grolland. Die Bushaltestellen sind da ganz woanders. Wo soll denn da der Fahrgast hingehen, wenn er z. B die nächste Fahrt in die City errreichen will? Zur bushaltestelle der 8 oder Straßenbahnhaltestelle der 1?

Zudem sind die Fahrten der 8 auf dem Huchtinger Ast m. W. gut gefüllt. Da ist es dann auch angemessen, weiterhin mit den längeren Straßenbahnfahrzeugen zu fahren als mit kürzeren (Solo-)Bussen.

von IngoF - am 06.10.2015 10:05

Back to the roots

Warten wir es mal ab. Wenn noch mehr GT8N kaputt gehen, drehen wir das Rad mal 40 Jahre zurück und fahren die 10 nur noch Waller Friedhof - Georg-Bitter-Straße ;-)

von Nordbengel - am 06.10.2015 11:28

Geniale Idee E-Bus Hauptbahnhof-Uni-Horn

Wenn die BSAG solche Ideen hätten.
Auf der 4 gestern am ersten Betriebstag absolutes Chaos. Aus der 15-Minuten-Taktlücke der 4 in der nachmittaglichen HVZ wurde natürlich wie im anderen Thread erwartet, eine 20-Minuten-Taktlück. Ich stelle gerne einen Fotobeweis von gestern um 17:30 hier ein. Der Stau auf dem Langen Jammer wird auch von Woche zu Woche schlimmer. Wenn das Wetter schlecht wird und die Jan-Reiners-Radler auf Auto oder Bahn umsteigen, dürfte es noch 100 Mal schlimmer werden.

von outsider99 - am 06.10.2015 14:49
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