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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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vor 2 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 12 Monaten
Beteiligte Autoren:
T.Hancke, Manfred Morzik, Torsten S., outsider99, Hinnak Hemmschuh, D.Kleine, Arne Schmidt, krni, Peter Burtchen, Marvo, Fahrdrahtschnüffler, Bremer89

Online-Petition zum Thema "Anschaffung neuer Straßenbahnen"

Startbeitrag von Manfred Morzik am 08.10.2015 21:41

Hallo,

das Problem mit den defekten alten Bremer Straßenbahnen (GT8N) und die Tatenlosigkeit des Bremer Senats zu diesem Thema haben mich veranlasst eine Online-Petition zu diesem Thema einzureichen.

Seit drei Jahren war die Störanfälligkeit der GT8N bekannt und selbst jetzt scheint sich noch nichts zu regen in Sachen Bestellung neuer Bahnen.


Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr Euch meine Online-Petition (Webseite der Bremischen Bürgerschaft - Online Petitionen - S19/30 Anschaffung neuer Straßenbahnen / Oder mit einer Suchmaschine nach "Bremen Online Petitionen" suchen) ansehen und bei Gefallen mit unterzeichnen.

Vielleicht erreichen wir ja so, dass sich der Senat doch noch schnell mit dem Thema beschäftigt.

Viele Grüße

Manfred Morzik

Antworten:

Direktlink zur Petition

[petition.bremische-buergerschaft.de]

von krni - am 08.10.2015 22:00
Dort können aber vermutlich nur Bürger mit Wohnsitz in Bremen unterzeichnen, oder?

von Arne Schmidt - am 09.10.2015 06:57
Also ich habe die Petition gerade unterzeichnet und es gab ein Feld, in dem man das Bundesland auswählen konnte.

von Marvo - am 09.10.2015 11:36
Zitat
Marvo
Also ich habe die Petition gerade unterzeichnet und es gab ein Feld, in dem man das Bundesland auswählen konnte.


Ok, hat geklappt. Bin mit dabei! :xcool:

von Arne Schmidt - am 09.10.2015 14:24
Zitat
Arne Schmidt
Zitat
Marvo
Also ich habe die Petition gerade unterzeichnet und es gab ein Feld, in dem man das Bundesland auswählen konnte.


Ok, hat geklappt. Bin mit dabei! :xcool:


Dito!

von Bremer89 - am 09.10.2015 16:27
Auch wenn ich glaube, dass das bei den Dickköpfen in der Politik nichts hilft, habe ich die Petition mal mitgezeichnet...

von D.Kleine - am 09.10.2015 16:51
Als Nutzer der Bremer Straßenbahnlinien 1, 2, 8 und 10 bin ich direkt betroffen, obwohl ich in Stuhr wohne. Ich hatte weder technisch noch inhaltlich Probleme, diese Petition zu unterschreiben.

Die "neue" Linienführung der "8" über den Brill ist zwar für mich äußerst angenehm, aber ich weiß natürlich, dass alles, was in den nächsten "Notfahrplan"-Stufen kommen wird, für alle richtig unangenehm wird.
97 neue Bahnen erscheint zwar erstmal übertrieben, aber bis die letzten 20 geliefert würden, werden die Flexitys auch schon ihre Probleme haben.

Eigentlich sollten alle ca. 300 Forumteilnehmer und alle BSAG-Mitarbeiter abzüglich der Schnittmenge unterschreiben. Nach dem Schneeballprinzip sollten zumindest die Bremer versuchen, noch paar Nachbarn zu gewinnen. Inwieweit es erlaubt wäre, in den noch fahrenden Bahnen Flugblätter zu verteilen, weiß ich nicht.

von Torsten S. - am 09.10.2015 19:05

Eigenwillige Flugblätter

Hallo Torsten S.,

Zitat
Torsten S.
Eigentlich sollten alle ca. 300 Forumteilnehmer und alle BSAG-Mitarbeiter abzüglich der Schnittmenge unterschreiben. Nach dem Schneeballprinzip sollten zumindest die Bremer versuchen, noch paar Nachbarn zu gewinnen. Inwieweit es erlaubt wäre, in den noch fahrenden Bahnen Flugblätter zu verteilen, weiß ich nicht.


Die Verteilung von Flugblättern in den Bahnen/Fahrzeugen (der BSAG) benötigt einen Antrag bei der BSAG. Den Flugblättern sollte kein politisch motivierter Hintergrund zu Grunde liegen. Sie sollten (dürften sie denn dann unentgeltlich verteilt/aufgehangen werden) hingegen nur auf die allgemeine tatsächliche und recherierte Situation aus Sicht der nicht direkt am Prozess beteiligten Bürger (am besten Zusammenschließen) stammen und die Absicht haben, Fahrgäste wohlwollend im Sinne der BSAG auf die missliche Situation bzgl. Fahrgzeugbeschaffung aufmerksam zu machen. Im ersten Step wäre eine offizielle Benachrichtung mit allgemeinem Hinweis auf das Vorhandensein dieser nun existierenden Petition sinnvoll.
Mundpropaganda (am Stammtisch im Verein, bei Nachbarn oder wie hier im Forum, vielleicht auch in Form eines Leserbriefes in der Zeitung) ist ein modernes und aber auch wirkungsvolles, wenn nicht gar wirkungsvolleres Werkzeug (als lästige Flugblätter, die mich persönlich nur an Werbematerial erinnern), um zur Unterstützung der Petition, und damit der Sache im eigentlichen Sinn, aufzurufen.

Die Mobilmachung von "an der Sache interessierten Vereinen" und "sich bildenden Interessengemeinschaften" ist darüberhinaus überaus zu befürworten um die Zukunft des Bremer ÖPNV ohne Einschränkungen und mit Qualität zu sichern.
Der Politik in Bremen könnte momentan der Eindruck vorliegen, die Bürger hätten mehr Interesse an der Koexistenz des Uni-Bades, als an einem intakten ÖPNV mit Verstärkerfahrten.

Die ganze politische Sachlage mit ihrer politisch bedingten Verunsachlichung in Bremen, ist unabhängig der politischen Misere im ÖPNV, ein Fall für einen öffentlichen Auftritt, etwa wie bei "Extra3 auf NDR" oder der "HeuteShow im ZDF", um über das politisch kleine Niveau einen Zirkelschluss zum bürgerlich satirisch/ironischen Niveau herzustellen.

Verstärkte Grüße
Fahrdrahtschnüffler

von Fahrdrahtschnüffler - am 09.10.2015 19:46

97 Bahnen

Angesichts der Haushaltslage ist es vielleicht doch übertrieben mal so 20 Bahnen "auf Halde" zu bestellen, um dann vielleicht mal "Neue Stadtteile" zu erschließen.
Lt. BSAG sind 120 einsatzfähige Bahnen vollkommen ausreichend, auch für die geplanten Verlängerungen der SL 1+8 und die Querverbindung.
Ich denke man sollte erst mal sehen, dass man das hinbekommt und dann beim Ersatz der GT8N-1 nicht wieder den gleichen Fehler machen und rechtzeitig ausschreiben.
Vielleicht könnte man noch 5 Fahrzeuge als Option draufpacken, dann hat man ja noch ca. 4 Jahre , um zu sehen , ob man die wirklich braucht.

von T.Hancke - am 10.10.2015 11:05

Re: 97 Bahnen

Zitat
T.Hancke
Angesichts der Haushaltslage ist es vielleicht doch übertrieben mal so 20 Bahnen "auf Halde" zu bestellen, um dann vielleicht mal "Neue Stadtteile" zu erschließen.
Lt. BSAG sind 120 einsatzfähige Bahnen vollkommen ausreichend, auch für die geplanten Verlängerungen der SL 1+8 und die Querverbindung.


Das Zauberwort ist "einsatzfähige Bahnen". Wenn ich 120 einsatzfähig brauche, muss ich schon mal mindestens 130 im Bestand haben, ein paar mehr wären auch nicht schlecht. Zumal man schlecht mal eine einzelne Bahn nachordern, kann wenn ein Fahrzeug durch einen Unfallschaden ausgemustert werden muss. Und auch vor dem massiven GT8N-Ausfall und ohne die Verlängerungen war der Fahrzeugbestand auf Kante genäht – genau darum muss man ja nun schon zum zweiten Mal Kurse streichen! Und ich sehe eigentlich eher Potenzial für Angebotserweiterungen, statt für Kürzungen.

Zitat

Ich denke man sollte erst mal sehen, dass man das hinbekommt und dann beim Ersatz der GT8N-1 nicht wieder den gleichen Fehler machen und rechtzeitig ausschreiben.
Vielleicht könnte man noch 5 Fahrzeuge als Option draufpacken, dann hat man ja noch ca. 4 Jahre , um zu sehen , ob man die wirklich braucht.


Ich würde sagen, dass es 87 Neue eigentlich fest sein sollten und weitere 10 als Option. Das Problem bei der jetztigen Ausschreibung ist ja, dass die GT8N gerade ungeplant früher ersetzt werden müssen. Die BSAG hätte vor 3 Jahren – als die Probleme bekannt wurden – sicher gerne auch sofort ausgeschrieben (bzw. hat ja sogar schon etwas im EU-Amtsblatt veröffentlicht), wurde aber von der Politik zurückgepfiffen. Hätten die Fahrzeuge wie geplant mindestens 30 Jahre durchgehalten, wäre das wohl alles anders gelaufen.

von D.Kleine - am 10.10.2015 14:56

Re: 97 Bahnen

Einsatzfähig meinte hier solche, die nicht ständig außerplanmäßig in die Werkstatt müssen.
Der Auslauf wäre mit Verlängerung SL1+8 104 zur Winter Früh-HVZ, wenn dann SL 3S und die E- Wagen wieder fahren würden. Dann hätte man eine Reserve von 16.

von T.Hancke - am 10.10.2015 18:01

Re: 97 Bahnen

Das bedarf schon einer Erläuterung.
Wie viele Ausläufe haben wir jetzt noch bzw. wie viele hatten wir, als die 3S noch fuhr?

Unabhängig davon wäre es eine Überlegung wert, wie viele Fahrzeuge benötigt würden, wenn man zu einer "gesunderen" Jahreskilometerleistung zurückkehren wollte.

von Torsten S. - am 10.10.2015 18:14

Zusatzbedarf durch Streckenverlängerungen?

Wie viele Bahnen würden denn durch die Verlängerung der 1 und der 8 bei derzeit geplanter Taktung benötigt? Wie viele Bahnen würde die Umschwenkung der 3 mit neuem Ziel Tenever benötigt (nehmen wir mal an, die 1E-Verstärker könnten dann entfallen)?
Wenn wir an den VEP im Zeitraum "Lebensdauer der GTN8-1" denken: Wie viele Bahnen würde die Verlängerung bis Oslebshausen binden (eine Linie im 10-Minutentakt). Wie viele Bahnen eine Verlängerung der 8 bis zur Uni (und damit verbundener Entfall der 6E-Verstärker)?

von outsider99 - am 10.10.2015 18:47

Re: Auslauf

Kommt drauf an, wie weit man zurückgeht:
Mit 3 S und E- Wagen 2E Haferkamp, 4E Uni, 4E Gröpelingen waren es mal 102 , ohne 3S und E- Wagen dann 98 , jetzt dürften es dann noch 92 sein.

von T.Hancke - am 10.10.2015 20:36

Re: 97 Bahnen

Hallo,

ich hatte 97 Bahnen aus diesen Gründen vorgeschlagen:

Theoretisch reichen laut BSAG 120 Bahnen. Zurzeit sind davon 25 nicht fahrfähig, es sollen angeblich alles GT8N sein. Kauft man nur 77 Bahnen, hätte man die alten Bahnen alle ersetzt.

Nun kommt der große Haken an der Sache:
Bei einer sofortigen Ausschreibung und dann schnellstmöglichen Bestellung ist die erste neue Bahn frühestens irgendwann im Jahr 2018 in Bremen. Die Auslieferung der 77 neuen Fahrzeuge würde sich dann wohl bis mindestens 2023 hinziehen.

Dann sind die ersten GT8N-1 auch schon 18 Jahre alt. Wenn diese 43 Bahnen nun "zufällig" nach 20 Jahren ebenfalls schrottreif sind wie jetzt die GT8N, hätte man nur einige Jahre später das gleiche Drama wie heute: 33% der GT8N-1 wären fahrunfähig oder dauernd in der Werkstatt, das wären dann bereits 14 Fahrzeuge, für die man dann keinen Ersatz hätte.
Somit wäre die "überdimensionierte" Reserve von 20 Fahrzeugen auf sechs Bahnen geschrumpft.

Die Verlängerungen der Linie 8 zur Universität (falls sie denn kommt) und die Linie 3 in die Vahr sollen ja keine neuen Fahrzeuge benötigen. Das Gleiche gilt für die Verlängerungen der 1 und 8 in Huchting.

Wenn man aber die Linie 10 (oder 2) von Sebaldsbrück zum Weserpark/Bf. Mahndorf und eine Linie von Gröpelingen zum Bahnhof Oslebshausen verlängern würde, wären bei einem 10-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit eventuell sechs neue Fahrzeuge nötig.

Somit hätte man dann überhaupt keine Bahnen mehr übrig.

Meiner Meinung nach wäre eine Bestellung von "nur" 77 Bahnen absolut töricht, weil man dann spätestens ab 2025 wieder vor dem gleichen Problem steht wie heute: Es fehlen fahrfähige Bahnen.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass man in den 90er-Jahren etwa 118/120 Bahnen als Ersatz für die Hansa-Gelenkwagen kaufen wollte. Der Überschuß von etwa 40 Bahnen war für die Linien 4 und 6 gedacht. Jeder weiß heute, dass nur 78 Bahnen gekauft wurden.
Der Preis dafür ist bekannt: Durch die hohen Laufleistungen sind die GT8N nach 20 Jahren schrottreif statt nach 30 Jahren.

Bremen ist zwar angeblich Haushaltsnotlageland, aber es werden jedes Jahr mindestens 4,3 Milliarden Euro ausgegeben, das wären in 20 Jahren weit über 80 Milliarden Euro. Durch die Inflation bleibt es bestimmt nicht bei 4,3 Milliarden Euro pro Jahr. Sollten nun 97 neue Bahnen tatsächlich 300 Millionen Euro kosten und nur 20 Jahre halten, stünden dann bei einer gleichmäßigen Verteilung über die Jahre nur 15 Millionen Euro 4,3 Milliarden Euro gegenüber, das entspräche gerade einmal 0,35 % der Gesamtausgaben. Davon würden dann die etwa 100 Millionen Fahrgäste pro Jahr profitieren.

Nur zum Vergleich:
1. Der Offshore Terminal Bremerhaven soll 180 Millionen Euro kosten, was bei den üblichen Kostensteigerungen durchaus auch 300 Millionen Euro werden können. Hiervon profitiert dann niemand außer vielleicht der Direktor des neuen Hafens...

Es gibt keine ernst zu nehmenden Hinweise, dass so ein Hafen jemals auch einen Euro Gewinn einfahren würde oder gar dass dort dauerhaft neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

Hier hat der Bremer Senat keine drei Jahre gebraucht, um 300 Millionen Euro "sinnlos in die Tonne zu drücken".

2. Der Neubau des Krankenhauses Bremen-Mitte kostet jetzt dank mangelhafter Planung und Transparenz (laut externer Untersuchungen) auch schon mindestens 50 Millionen Euro mehr. Jede Diskussion über die dortige Kostenexplosionen wurden sofort vom Bremer Senat "abgewürgt".

3. Der Neubau oder Ausbau einer Kaje für die Bremerhavener Lloyd-Werft sollte 30 Millionen Euro kosten. Einen Tag später hieß es 45 Millionen Euro.

Die vermeidbaren Kosten aus den Punkten 1. bis 3. belaufen sich somit auf 260 bis 400 Millionen Euro. Hierzu gibt es keine Diskussionen oder gar dreijährige Beratungsprozesse ohne Ergebnisse...

Man sieht, Geld für sinnlose Ausgaben ist in Bremen genug vorhanden. Mit den eben errechneten Beträgen könnte man lässig die neuen Bahnen bezahlen und wahrscheinlich viele andere Sachen mehr (Renovierung maroder Schulen, mehr Polizisten und Feuerwehrleute usw.).

Wer weiß, wieviel Geld für sinnlose (Punkt 1) oder überteuerte Projekte (Punkte 2 und 3) Bremen in den 20 bis 30 Jahren der Lebensdauer einer Straßenbahn ausgibt?

Das dürften dann mehrere Milliarden Euro sein.

Geld scheint also doch vorhanden zu sein.

Viele Grüße

Manfred Morzik

von Manfred Morzik - am 10.10.2015 22:18

Bremen

Es ist nicht gesagt, dass die GT8N-1 genauso schnell verschleißen wie die 1. Generation. In DSO gibt es einen interessanten Thread zum Thema, wo der Verschliss technisch erklärt wird. Das Problem war, dass man nicht ganz passende Technik für die Bremer Kurvenradien, etcc.. angeschafft hat, typisch, wenn man vorschnell der Erste sein will mit einer neuen Technik (beim Niederflurausbau).
Ähnlich ist es bei der Inklusion in der Schule. Man muss unbedingt das erste Land sein, dass es flächendeckend einführt. Das Problem an dieser wie beim Niederflur an sich guten Sache ist, dass man nicht genug Geld hat für Lehrer und Sonderpädagogen und nun die gesamte "Inklusions-oberschul"-Bildungssystem an die Wand gefahren wird. Ich glaube, da gibt es viele Beispiele für in der Bremer Politik.

von outsider99 - am 11.10.2015 07:22

Re: Auslauf (Zusatzbedarf Südverlängerung)

Besten Danke für die fachkundige Information.
102 Ausläufe waren es also mal und bei voller Reaktivierung aller E-Wagen, Linie 3S und 8 sowie Verlängerung der Linie 1 und 8 im Süden sollen es dann nur zwei (!) zusätzliche Kurse benötigt werden. Ist das nicht bisschen knapp gerechnet? Dann bräuchte man für das "Rest-Busnetz" in Huchting und Moordeich wohl mehr Busse als für beide Straßenbahnverlängerungen zusammen. M.E. müssten zwischen Roland-Center und Mittelshuchting beim 10-min-Takt (nachmittags wird ja schon heute im 7,5-min-Takt gefahren) bei einer Fahrzeit von 7 min (geschätzt) schon 2 Bahnen in Huchting unterwegs sein.

von Torsten S. - am 11.10.2015 09:57

Re: Auslauf (Zusatzbedarf Südverlängerung)

Es ist wohl so , dass man bisher wieder mit der 7 Min Wendezeit plant.
Muss sich dann zeigen , ob das funktioniert, beim letzten Mal ging das ja schief...

Außerdem sehe ich nicht , dass die zusätzlichen E- Wagen jemals zurückkehren, zumal man ja dann durchgehend größere Fahrzeuge hat. Ich denke ,dass man froh sein kann , wenn die 3 S jemals wieder fährt. Und ansonsten der volle Takt auf den Linien wiederhergestellt wird.

7,5 Min Takt auf SL 1 gibt es ja nur in der Spät HVZ, der ist Fahrzeugneutral, da die Fahrzeuge dafür von der nur Morgens verkehrenden 1S/E verwendet werden.

von T.Hancke - am 11.10.2015 12:20

Re: Zusatzbedarf durch Streckenverlängerungen

Für die Straßenbahn-Ausbaupläne komme ich auf folgende Mehrbedarfe (im 10-Minuten-Takt):

- Linie 1 Roland-Center - Brüsseler Straße: 2-3 Fahrzeuge
- Linie 2 Weserwehr - Spange Malerstraße - Sebaldsbrück: 2-3 Fahrzeuge
- Linie 2/10 Sebaldsbrück - Bf. Mahndorf: 3-4 Fahrzeuge
- Linie 3 Benningsenstraße - Kurt-Huber-Straße (- Tenever): 0/(3) Fahrzeuge
- Linie 3/10 Gröpelingen - Bf. Oslebshausen: 2 Fahrzeuge pro Linie
- Linie 8 Roland-Center - Leeste: 3 Fahrzeuge (20 Minuten-Takt)
- Linie 8 Kulenkampffallee - Universität: 2-3 Fahrzeuge

Die Minimal-Angaben beruhen auf den hochgerechneten bzw. geschätzten Fahrzeiten; im Zusammenhang mit den bestehenden Fahrplänen und deren Fahrzeitreserven bzw. je nach Ausbaustandard der Infrastruktur (Streckenhöchstgeschwindigkeit, Signalisierung/Vorrangschaltung, eingleisige Abschnitte, ...) kann ein weiteres Fahrzeug erforderlich sein, um eine höhere Fahrplanstabilität zu gewährleisten (so wie z.B. kurz nach der Verlängerung der 1 bis Nusshorn ein zusätzlicher Kurs eingelegt wurde, weil der rechnerisch mögliche Fahrplan von der Realität mit Verspätungen eingeholt wurde).

Für einige Abschnitte gibt es zur Zeit noch widersprüchliche Informationen zum Bedienkonzept: Während in BSAG-Unterlagen die "neue" Linie 3 nur zur HVZ über die Kurt-Huber-Straße hinaus nach Tenever fahren soll, ist im Zielnetz des VEP grundsätzlich Tenever als Endstation vorgesehen. Im Einzelfall wäre außerdem zu prüfen, ob sich an Endhaltestellen mehrerer Linien Übergange von einer Linie auf eine andere positiv auf den Gesamtumlaufbedarf auswirken. Voraussetzung dafür ist, dass möglichst viele Bahnen freizügig im Netz einsetzbar sind (Stichworte Fahrzeugbreite oder EBO-Ausstattung).

von Hinnak Hemmschuh - am 11.10.2015 14:20

Re: Zusatzbedarf durch Streckenverlängerungen

Das scheint mir doch sehr großzügig gerechnet,
Wie gesagt für die 1 ist 1 Fahrzeug geplant, bei großzügiger Wendezeit 2
SL 2 : durch die Spange Malerstr. würde doch kein Mehrbedarf entstehen ,die Fahrzeut wurde sich bestenfalls um 1 M-1,5 Min verlängern, das ist in der Wendezeit drin.

Querspange Ost sollte 1-2 Fahrzeuge benötigen.

Verlängerung Oslebshausen wird ja erst deutlich später spruchreif, das könnte dann mit dem GT8N- 1 Ersatz geplant werden, außerdem sieht die Planung derzeit nur die Verlängerung einer Linie vor.
Das gleiche gilt für UNI- Kulenkampffallee, da gibt es ja dann auch Einsparungen auf SL 6.

von T.Hancke - am 12.10.2015 10:39

Re: Zusatzbedarf durch Streckenverlängerungen

Zitat
T.Hancke
Das scheint mir doch sehr großzügig gerechnet,


Vorweg: Ich bin kein Fachmann und natürlich kann es sein, dass mir auch mal Denkfehler unterlaufen - insbesondere, da mir keine internen BSAG-Unterlagen zur Fahrplangestaltung zugänglich sind, z.B. was Fahrzeitreserven oder Wendezeiten angeht. Grundlage meiner Überlegungen war einfach, dass man im 10 Minuten-Takt pro 10 Minuten mehr Fahrzeit jeweils ein zusätzliches Fahrzeug benötigt. Dennoch stehe ich aber zu einer größeren, verfügbaren (!) Reserve als heute, denn regelmäßige Fahrtausfälle, notgedrungene Taktstreckungen, unfreiwillige Traktionsumstellungen oder damit einhergehende Brechungen von Linien machen den ÖPNV unattraktiv und werden sich in sinkenden Fahrgastzahlen niederschlagen. Unterm Strich werden damit jahrelange Bemühungen (und Investitionen!) zur Stärkung des kommunalen Nahverkehrs zunichte gemacht. Pendler, die bei unsicheren Anschlüssen zwei Mal umsteigen oder wegen unzureichender Transportkapazitäten längere Distanzen stehen müssen, werden dauerhaft nicht in Bus und Bahn zu locken sein.

Zitat
T.Hancke
Wie gesagt für die 1 ist 1 Fahrzeug geplant, bei großzügiger Wendezeit 2


Ich kenne diese Prognose aus dem Erläuterungsbericht des Planfeststellungsverfahrens von Herrn Polzin, kann sie aber nicht nachvollziehen. Ich erwarte eine Fahrzeit von 8 bis 9 Minuten für die Neubaustrecke, was rechnerisch einen Mehrbedarf von 2 Fahrzeugen bedeutet. Mit nur einer zusätzlichen Bahn auszukommen würde nach meinem Verständnis bedeuten, dass die aktuelle Wendezeit in Huchting mehr als 10 Minuten beträgt. Wegen des eingleisigen Abschnitts soll die Fahrplanlage zugunsten der Betriebsstabilität zudem um 5 Minuten verschoben werden, trotzdem halte ich ein optimistisches Auf-Kante-Nähen des Fahrplans für gewagt, wenn dauerhaft behinderungsfreies Kreuzen im BTE-Abschnitt auch bei 2 oder 3 Minuten Verspätung gewährleistet sein soll. Aus dem gleichen Grund halte ich eine allzu kurze Wendezeit an der Brüsseler Straße von um die 5 Minuten vielleicht rechnerisch bei optimalen Bedingungen für machbar, betrieblich aber für wenig sinnvoll, weil dann die gleiche Situation entsteht wie damals wie bei der Verlängerung nach Nusshorn, d.h. eine Verspätung wird sofort auf die Gegenrichtung übertragen, was im ungünstigen Fall die unkomplizierte Kreuzung im eingleisigen Abschnitt verhindert und für weitere Verspätungen sorgen könnte. Solange ich nicht den Bildfahrplan für diesen Fall gesehen habe, der meine Bedenken zerstreut, bleibe ich skeptisch.

Zitat
T.Hancke
SL 2 : durch die Spange Malerstr. würde doch kein Mehrbedarf entstehen ,die Fahrzeut wurde sich bestenfalls um 1 M-1,5 Min verlängern, das ist in der Wendezeit drin.


Dies ist wieder so ein Fall, wo es in verschiedenen Publikationen unterschiedliche Betriebskonzepte gibt - insofern reden wir da vielleicht aneinander vorbei. In BSAG-Unterlagen wird die Linie 2 Richtung Neue Vahr-Süd, im VEP die Linie 3 gelenkt, aber unterm Strich kommt das beim Fahrzeugbedarf wohl aufs Gleiche raus, ob auf der Linie 2 oder der Linie 3 zusätzliche Bahnen benötigt werden.

Wenn die Linie 3 vom Weserwehr via Spange Malerstraße nach Sebaldsbrück verlängert werden soll, weil die 2 zur Kurt-Huber-Straße fährt, braucht man mehr Fahrzeuge als heute. Die aktuelle Fahrzeit mit Bus und Straßenbahn beträgt 12 Minuten, abzüglich 2 Minuten Umsteigezeit an der Föhrenstraße. Demzufolge gehe ich davon aus, dass mindestens zwei Bahnen mehr als heute für die 3 benötigt werden.

Zitat
T.Hancke
Querspange Ost sollte 1-2 Fahrzeuge benötigen.


Die Führung der Linie 2 zur Kurt-Huber-Straße benötigt kein zusätzliches Fahrzeug, da die Distanz ab Benningsenstraße in etwa der nach Sebaldsbrück entspricht. Die neue Wegführung hat zwar eine Haltestelle mehr, aber ich unterstelle auf der Neubaustrecke und auf der Stadtbahnstrecke in der Neuen Vahr eine optimierte Vorrangschaltung und eine höhere Reisegeschwindigkeit aufgrund der unabhängigen Trasse. Auch die längere Schleifenfahrt durch den weitläufigen Betriebshof Vahr habe in der Wendezeit kompensiert, deswegen hatte ich oben auch "0 Fahrzeuge" angegeben. Bleibt zu hoffen, dass es in der Steubenstraße bei den gemeinsamen Unterführungströgen unter den Eisenbahnstrecken nicht zu Rückstauungen des Autoverkehrs bis auf die Straßenbahngleise kommt.

Sollte wie im VEP (gedruckte Fassung S. 155) eine (wenigstens zeitweise) Führung bis Tenever vorgesehen sein, um zur HVZ auf der Linie 1 auf den 7,5-Minuten-Takt verzichten zu können, benötigt man für diese Variante bei der aktuellen Fahrzeit von 11 Minuten mindestens zwei zusätzliche Bahnen, sollte die aktuell vorhandene Wendezeit im Vorfeld bereits zu stark aufgezehrt sein, eventuell zugunsten der Fahrplanstabilität eine dritte (analog zu den dargelegten Nusshorn-Erfahrungen), die aus dem Verzicht auf die Verdichterkurse der Linie 1 gewonnen werden können - mit dem Mehrwert, dass man sogar einen 5-Minuten-Takt in einer der bevölkerungsreichsten Gegenden Bremens anbieten kann.

Zitat
T.Hancke
Verlängerung Oslebshausen wird ja erst deutlich später spruchreif, das könnte dann mit dem GT8N- 1 Ersatz geplant werden, außerdem sieht die Planung derzeit nur die Verlängerung einer Linie vor.


Grundsätzlich sicher richtig, aber für eine systemische Betrachtung spielt es eigentlich keine Rolle, wann der Bedarf entsteht und ob er als Option in die bevorstehende Bestellung oder erst in die GT8N-1-Ersatzbeschaffung eingearbeitet wird. Auch bei dieser Netzerweiterung gibt es übrigens wieder eine Diskrepanz bei den Bedienkonzepten in den Publikationen, denn der VEP sieht die Verlängerung der Linien 3 und 10 nach Oslebshausen vor, was mir angesichts von heute 3 1/2 verkehrenden Buslinien auf der Strecke und einem erhofften Fahrgastzuwachs wenigstens zur HVZ sinnvoll erscheint.

Zitat
T.Hancke
Das gleiche gilt für UNI- Kulenkampffallee, da gibt es ja dann auch Einsparungen auf SL 6.


Stimmt, das hatte ich nicht ausdrücklich erwähnt, dass der Mehrbedarf in diesem Fall durch eine Taktstreckung auf der 6 kompensiert werden kann.

Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass mir die von Manfred geforderten 97 neuen Fahrzeuge auch etwas hoch gegriffen erscheinen, aber die im März 2013 im Zusammenhang mit der wieder zurückgezogenen NOSE-Anfrage genannten 85 Straßenbahnen durchaus nachvollziehbar sind, wenn man mittelfristig wieder zu Laufleistungen zurückkehren will, die das Material nicht vorzeitig verschleißenden. Man sollte bei künftigen Verträgen die optionalen Tranchen weitsichtiger planen, damit man bei im Moment noch nicht konkret absehbaren Ausbauplänen (z.B. Überseestadt, Findorff, Tangentiallinie) und Taktverdichtungen oder einer vorzeitigen unfallbedingten Ausmusterung nicht sofort wieder aus dem letzten Loch pfeift. 67 neue Straßenbahnen und 20 grundsanierte GT8N mögen vielleicht als der Finanzlage geschuldete Zwischenlösung funktionieren, aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass damit notwendige Investitionen letztlich nur in die Zukunft verschoben werden und dann in vielleicht 20 Jahren eben 63 Nachfolger für die GT8N-1 beschafft werden müssen.

von Hinnak Hemmschuh - am 13.10.2015 21:52

Frage zum aktuellen Stand der Petition

Der Artikel über Petitionen im heutigen "Kurier am Sonntag" veranlast mich zur Frage nach dem aktuellen Stand dieser Petition:

Liegt schon eine Antwort vor?

von Peter Burtchen - am 28.02.2016 17:52

Re: Frage zum aktuellen Stand der Petition

Hallo,

mir liegt inzwischen eine Stellungnahme vor.

Darin wird die Beschaffung von 97 neuen Bahnen aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt.

Es gibt auch etwas Positives:

Man möchte "nur" 67 neue Bahnen beschaffen, es soll aber Optionen geben für Neubaustrecken und für den Fall, dass sich die vorgesehene Reparatur der alten 10 Bahnen vom Typ GT8N nicht lohnen würde.

Die endgültige Antwort steht noch aus.

Allerdings läuft ja nun schon eine Ausschreibung für die neuen Bahnen seit Januar 2016.

Viele Grüße

Manfred Morzik

von Manfred Morzik - am 29.02.2016 21:20
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