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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Jens Stein, Andreas Arfmann, Hinnak Hemmschuh, Arne Schmidt, Martin von Minden

Älteste Straßenbahn Bremerhavens nun in einem Privatmuseum

Startbeitrag von Arne Schmidt am 31.10.2015 20:03

Link zum Beitrag aus heutiger "Buten un Binnen" Sendung

Antworten:

Älteste Straßenbahn Bremerhavens nun auf einem Flohmarkt zu bestaunen

Ja, schön. Ein Café soll da rein. Aber was solls? Scheint hier ja keinen zu interessieren.
Verkaufen wir doch auch die Molly, die fährt doch eh kaum.

von Martin von Minden - am 01.11.2015 22:50

Re: Älteste Straßenbahn Bremerhavens nun auf einem Flohmarkt zu bestaunen

Na ja, wenigstens wurde sie jetzt nicht verschrottet oder rostet irgendwo rum, wie andere ex Bremerhavener Straßenbahnen.
Mein Traum wäre es ja, wenn man einen von den Hansawagen 475-479 aus Timisoara, oder auch Temeswar, zurück holt und in VGB Ursprungslack zurück versetzt. Dann hätte man wenigstens mal was aus der Seestadt. Glaube aber kaum, daß sich da Leute finden, die das machen wollen. Und bei unsereiner scheiterts an den Finanzen. :-(

Aber wer sich die alte Bahn aus dem Film nochmal in Natura anschauen möchte, hier ist sie zu finden:
[www.flohmarkt-rotersand-bremerhaven.de]

von Jens Stein - am 02.11.2015 11:01

"Scheint hier ja keinen zu interessieren."

Ich bin nach dem buten-un-binnen-Beitrag nach wie vor hin- und hergerissen in der Meinungsbildung. Einerseits kann man nur froh sein um jedes Fahrzeug, dass der Nachwelt in akzeptablem Zustand erhalten bleibt - immerhin sind Straßenbahnen technische Denkmäler und ein Stück Stadt- und Kulturgeschichte. Andererseits bin ich unsicher, ob dieses - vornehm ausgedrückt - "Privatmuseum" der richtige Rahmen ist, wo der Wagen zwischen Jahrmarktsattraktionen und Beatles-Attrappen abgestellt und zweckentfremdet wird. Moralisch wären eigentlich der Verkehrsbetrieb, die Stadt oder das Land und deren Museen gefordert, sich um derart historisch wertvolle Exponate zu kümmern, denn eine Privatperson kann damit auf Dauer allein in finanzieller Hinsicht nur überfordert sein. Herr Jochimsen ist 68 Jahre alt - was passiert denn mit der Bahn in zehn oder 20 Jahren? Ich denke, dass der Oldtimer thematisch eigentlich ins Historische Museum Bremerhaven gehört, wo ihm der nötige Sachverstand und die entsprechende denkmalschützerische Pflege angedeihen sollten. Alternativ könnte man an das Focke-Museum als Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte denken, aber Straßenbahnwagen sind nun mal der sehr lokal verortete Objekte, die vielleicht schon in der Nachbarstadt nur noch bedingt Interesse erregen.

Aus diesem Grund dürften auch die Freunde der Bremer Straßenbahn kaum Interesse an dem Fahrzeug haben. Ohne den Wortlaut der Satzung im Detail zu kennen, könnte diese dagegen sprechen, sich fremder Fahrzeuge anzunehmen (auch wenn das genauso leicht geändert werden könnte und immerhin auch schon ein Bremerhavener Bus zur Sammlung gehört). Man könnte argumentieren, dass die Bahn bei der Norddeutschen Waggonfabrik gebaut wurde und somit ein besonderes Stück Bremer Industriegeschichte darstellt, denn diese Bremerhavener Fahrzeugserie verließ als erste (!) die Hallen der neugegründeten Firma. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass die FdBS mit den vorhandenen und in Aufarbeitung befindlichen Fahrzeugen bzw. der sichergestellten Arbeitsreserve mehr als genügend eigene Baustellen hat. Wenn ich das im Zusammenhang mit dem (nicht) möglichen Erwerb des MB O305G 4290 richtig verstanden habe, scheint die inzwischen recht stattliche Sammlung langsam an Platzgrenzen zu stoßen, was nahelegt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren - so hart das im Einzelfall auch sein mag.

Wie leicht sich (Museums-)Vereine an ihren Ansprüchen verheben, haben u.a. die Vorgängerinstitution des heutigen Museums in Wehmingen und zahlreiche Sammlungen von Privatleuten und Interessensgemeinschaften gezeigt, aktuell in unserer Nähe z.B. in Heinschenwalde; ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass die dort abgestellten "Schätze" noch für die Nachwelt zu retten sind ... Ohne die Möglichkeit, eine Straßenbahn in Aktion zu erleben, sind sie wie Fische auf dem Trockenen. Als schwergewichtige und voluminöse Exponate stellen sie für jedes Museum schon räumlich eine Herausforderung dar, unabhängig davon, wie gut sie zur thematischen Ausrichtung des Hauses passen. Dann kann man das gute Stück vielleicht besser öffentlich im Foyer der Sparkasse oder der Stadtbücherei, im "Mediterraneo" oder in der Schalterhalle des Hauptbahnhofs als Denkmal ausstellen; in Hamburg kann man eine "ausgestorbene" Straßenbahn sogar in einem Baumarkt bewundern, der auf dem Gelände eines ehemaligen Betriebshofes steht!

Lange Rede, kurzer Sinn: Die jetzige Lösung kann doch nur eine vorübergehende sein ... im Sinne einer behelfsmäßigen Sicherung oder Bewahrung; dafür gebührt Herrn Jochimsen Dank. Noch ist der Triebwagen in meinen Augen aber nicht "gerettet", weil eine langfristige Perspektive fehlt, damit er in zehn oder 20 Jahren nicht doch noch Opfer des Schweißbrenners wird.

von Hinnak Hemmschuh - am 03.11.2015 23:07

Re: Älteste Straßenbahn Bremerhavens nun auf einem Flohmarkt zu bestaunen

Seien wir doch froh das Tw 7 im trockenen steht, denn mit den anderen Bremerhavenern Straßenbahnen sieht es ja nicht so toll aus.
Vielleicht gibt es in 10 oder 20 Jahren eine bessere Lösung.







von Andreas Arfmann - am 04.11.2015 00:24

Re: Älteste Straßenbahn Bremerhavens nun auf einem Flohmarkt zu bestaunen

Zitat
Andreas Arfmann
Seien wir doch froh das Tw 7 im trockenen steht, denn mit den anderen Bremerhavenern Straßenbahnen sieht es ja nicht so toll aus.
Vielleicht gibt es in 10 oder 20 Jahren eine bessere Lösung.


Wichtig ist erstmal, daß Herr Jochimsen das gute Stück baulich nicht verändert und so lässt, wie es ist.
Das der Wagen in einer Halle steht und nirgends der Witterung ausgesetzt ist und vergammelt, ist auf jeden Fall schonmal sehr positiv zu bewerten.

von Jens Stein - am 04.11.2015 09:01
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