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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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vor 2 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Andreas Arfmann, Linie 4 Lilienthal, Hinnak Hemmschuh, krni, GT8N 3067, 243, Torsten S., T.Hancke, Gnubbl, Stefan19913, Bremer89, D.Kleine

Beschaffung von 67 Niederflurstraßenbahnen.

Startbeitrag von Andreas Arfmann am 13.01.2016 22:42

Nun ist es endlich soweit, die BSAG hat mit der Ausschreibung der GT8N-2 begonnen.
[ausschreibungen-deutschland.de]

Interessant ist, dass man nun doch 100% Niederflurbahnen ausschreibt, mit 3 oder 4 Wagenteilen.

Desweiteren gibt es auch Optionen!
Zitat

Beschreibung der Optionen: Fahrzeugoption 1: Bestellung von 10 zusätzlichen Fahrzeugen als Ersatz für gegenwärtig zur Generalüberholung vorgesehene vorhandene Fahrzeuge, sofern sich deren Generalüberholung als technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ergeben sollte. Die Auftraggeberin kann die Option bis zum Ablauf des Jahres 2020 wahrnehmen.
Fahrzeugoption 2: Bestellung von weiteren 7 zusätzlichen Fahrzeugen zur Deckung eines zusätzlichen Bedarfs, der durch die Umsetzung von im Verkehrsentwicklungsplan 2015-2025 vorgesehenen Streckenverlängerungen entstehen kann. Die Auftraggeberin kann die Option bis zum Ablauf des Jahres 2022 wahrnehmen.






Antworten:

Re: Beschaffung - nur BOStrab tauglich?

Guten Morgen,

ich bin ja nicht so der Techniker...aber sollten/müssten die Fahrzeuge nicht auch EBO-tauglich sein für die geplante Verlängerung der Li. 1/8?

Interessant aber die Option auf 10 weitere Fahrzeuge...

...und tschüss...
Martin

von Gnubbl - am 13.01.2016 23:46
Ich finde Option 2 viel interessanter, weil dadurch der Fahrzeugpark um sieben Fahrzeuge erweitert werden kann.

von Linie 4 Lilienthal - am 14.01.2016 06:34

Re: Beschaffung - nur BOStrab tauglich?

In der Ausschreibung ist die EBO Tauglichkeit erwähnt. *Oder auch nicht hab mich verlesen
Gruß Stefan

von Stefan19913 - am 14.01.2016 10:31
Warum sollten zwei Einheiten gekuppelt keine 75 Meter überschreiten? Was interessiert die maximal zugelassene Länge ohne Ausnahmegenehmigung? In diesem Dorf wirds sowieso auch in Zukunft keine Doppeltraktionen im Planverkehr geben.
Dass man nicht zumindest mal auf etwas längere Fahrzeuge setzt, die um um die 42 bis 45 Meter lang sind. Haltestellenlänge hin oder her. Lässt sich genau so umbauen wie der Gleismittenabstand (eher sogar noch schneller und einfacher) und würde flächenmäßig mehr Platz für Fahrgäste bringen (bei 45-Meter-Bahnen) als die damalige Umstellung der Wagenkastenbreite von 2,30 auf 2,65..

von Bremer89 - am 14.01.2016 12:05

Re: FAHRZEUGLÄNGE

Es hätte ja auch Auswirkungen auf die Abstellkapazitäten und die Werkstätten, da wäre schon einiges umzubauen.....

von T.Hancke - am 14.01.2016 16:34

Rolle rückwärts?

Es geht vorwärts und anscheinend sogar mit mehr Weitsicht als in der Vergangenheit - zumindest, wenn man sich die Optionierungen anschaut: 67 + 10 + 7 = 84; damit sind wir praktisch wieder bei den ursprünglich gewünschten 85 Neuanschaffungen aus dem NOSE-Projekt. Trapst da möglicherweise schon die Nachtigall der Erkenntnis um die Ecke, dass die errechneten eine Million Euro Sanierungskosten pro Fahrzeug für zwei HU-Perioden bei den GT8N nicht sonderlich wirtschaftlich sind?

Wenig begeistert bin ich über die Festlegung auf 100% Niederflur; warum will man unbedingt durchgehende Niederflurbahnen, wenn der Fahrgast dann doch wieder eine Stufe in jede Sitzgruppe steigen muss? Angesicht der Vorgaben bei Wagenkasten-/Achszahl fallen Multigelenker weg und aktuell haben weder Bombardier, Stadler oder Vossloh ein Fahrzeug im Portfolio, das die Ausschreibungsbedingungen erfüllt - oder übersehe ich da was?

Es dürfte dann wohl auf ein Rennen zwischen Solaris Tramino und Siemens Avenio (evtl. auch Combino Plus wie für Almada, falls der noch weiter gebaut wird) hinauslaufen, es sei denn, ein anderer Hersteller "erfindet" noch schnell eine passende Konstruktion. Ich hätte mir weitere Flexitys gewünscht, evtl eine vierteilige und zehnachsige "Stretch-Version" (analog zum Pesa-Twist 2014N "Krakowiak"), die man auf den Linien 1, 4 und 6 sicher gut gebrauchen könnte!

von Hinnak Hemmschuh - am 14.01.2016 20:51

Fahrzeugtypen 100% NF

Zitat
Hinnak Hemmschuh
Es dürfte dann wohl auf ein Rennen zwischen Solaris Tramino und Siemens Avenio (evtl. auch Combino Plus wie für Almada, falls der noch weiter gebaut wird) hinauslaufen, es sei denn, ein anderer Hersteller "erfindet" noch schnell eine passende Konstruktion. Ich hätte mir weitere Flexitys gewünscht, evtl eine vierteilige und zehnachsige "Stretch-Version" (analog zum Pesa-Twist 2014N "Krakowiak"), die man auf den Linien 1, 4 und 6 sicher gut gebrauchen könnte!


Neben den „4-teiligen“ Kurzgelenkwagen, Siemens Avenio und Solaris Tramino, gibt es auch noch die „3-teiligen“ 100% Niederflurbahnen. Alstom bietet für den nordamerikanischen Markt den Citadis Spirit an und Bombardier hat den Flexity Swift in einer 100% NF-Ausführung für Melbourne. Diese Fahrzeugtypen könnten diese Hersteller auch für den deutschen Markt anbieten. Auch Stadler bietet doch inzwischen einen 100% NF-Tram mit Drehgestellen an und die Firma Heiterblick den Vamos 100.







von Andreas Arfmann - am 15.01.2016 01:35

Re: Fahrzeugtypen 100% NF Mein Favorit

Mein persönlicher Favorit ist der Bombardier Flexity Swift e class. Erstens sieht er von der Bauweise sehr ähnlich, wie die Bremer Flexity Classic Serie und die Elektromotoren hören sich nicht wie beim Siemens Avenio, unangenehm an.
Ich hoffe, dass der Flexity Swift die Ausschreibung erhalten wird.

Mit freundlichen Grüßen
Linie 4

von Linie 4 Lilienthal - am 15.01.2016 06:29

Re: Rolle rückwärts?

Zitat
Hinnak Hemmschuh
Es geht vorwärts und anscheinend sogar mit mehr Weitsicht als in der Vergangenheit - zumindest, wenn man sich die Optionierungen anschaut: 67 + 10 + 7 = 84; damit sind wir praktisch wieder bei den ursprünglich gewünschten 85 Neuanschaffungen aus dem NOSE-Projekt. Trapst da möglicherweise schon die Nachtigall der Erkenntnis um die Ecke, dass die errechneten eine Million Euro Sanierungskosten pro Fahrzeug für zwei HU-Perioden bei den GT8N nicht sonderlich wirtschaftlich sind?


Wir haben doch bereits ein Gutachten, dass eindeutig belegt, dass die Sanierung unwirtschaftlich ist. Die Aussage war ja: Der komplette Ersatz ist die wirtschaftliche Lösung. Die Politik hat dieses Gutachten nur großzügig ignoriert.

von D.Kleine - am 15.01.2016 10:56

Re: Fahrzeugtypen 100% NF (Warum?)

Ich hätte auf den Vossloh NET 2012 (Karlsruhe) getippt, der ziemlich genau dem Bremer Flexity entspräche, aber eben nur 80 % Niederflur. Naja, vielleicht wird man sich dabei noch entgegen kommen.

Ich konnte der Ausschreibung beim Überfliegen nicht entnehmen, warum die BSAG wieder 100 % Nf haben möchte. Ich hoffe nicht, dass man wieder zu einer Türanordnung wie beim GT8N mit der "Gedrängelecke" vorne beim Fahrer zurückkehren möchte.

von Torsten S. - am 15.01.2016 11:45

Re: Mein Favorit

Na, dann möchte ich auch mal meinen Wunsch loswerden:

Siemens Avenio

Habe aus München nur positive Rückmeldungen gehört.

Gruß

von krni - am 15.01.2016 17:43

Re: Fahrzeugtypen 100% NF

Die Flexitys machen sich ja recht gut, oder? Und mit Bombardier wird man sich auch keine potentiell bösen Überraschungen wie mit den Solaris Bussen auf die Schienen holen. Nur weshalb muss bei der Flexity Swift die Front so furchtbar albern aussehen?

von GT8N 3067 - am 16.01.2016 10:43

Re: Fahrzeugtypen 100% NF

Zitat
Andreas Arfmann
Neben den „4-teiligen“ Kurzgelenkwagen, Siemens Avenio und Solaris Tramino, gibt es auch noch die „3-teiligen“ 100% Niederflurbahnen. Alstom bietet für den nordamerikanischen Markt den Citadis Spirit an und Bombardier hat den Flexity Swift in einer 100% NF-Ausführung für Melbourne. Diese Fahrzeugtypen könnten diese Hersteller auch für den deutschen Markt anbieten. Auch Stadler bietet doch inzwischen einen 100% NF-Tram mit Drehgestellen an und die Firma Heiterblick den Vamos 100.


Moin Andreas,

was die Marktübersicht angeht, hast du recht, aber es ging mir nicht einfach nur um das weltweite Angebot an Niederflurfahrzeugen, dann würden auch noch Modelle von PESA, Skoda, CAF, Transtech und anderen fehlen. Ich hatte versucht das Augenmerk auf Bahnen zu richten, die ich für chancenreich halte; letzteres schätzt jeder sicher anders ein.

Den Vamos 100 hatte ich zugegebenermaßen nicht im Blick; klingt trotz der dürftigen Information auf der Homepage interessant, weil u.a. bis zu 100% Adhäsion möglich sind. Das ist ein gewisses Manko bei den Bomabardier-"Bertas", die bei schlüpfrigen Schienen aufgrund ungünstiger Gewichtsverteilung zum Schleuderen neigen und ihre Kraft einfach nicht auf die Schienen kriegen. Bleibt die Frage, ob es klug ist, ein noch nicht erprobtes Modell zu ordern. Die Homepage von HeiterBlick bezeichnet das Fahrzeug als "in Entwicklung"; selbst wenn die BSAG zunächst einen Probewagen/Prototypen testen will, bevor die Serienlieferung beginnt, halte ich "Bananen" (= Ware reift beim Kunden) in unserer Situation für äußerst riskant. Es wäre anders, wenn man eine ausreichend große und fitte Bestandsflotte hätte, die es allmählich zu verjüngen gilt, aber wir brauchen schnell möglichst von Anfang an zuverlässige Fahrzeuge, um wieder zum Normalbetrieb zu kommen. Beim Tw3000 für Hannover gab es Fertigungsprobleme (Risse an Schweißnähten), das würde mir als Entscheider nicht gerade Mut machen, auch wenn der Vamos Bielefeld recht geräuschlos in Betrieb ging. Nachteilig dürfte außerdem die laut Datenblatt maximale Länge von 32 m sein.

Der Stadler-Wagen ist ein deutsch-russisches Joint-Venture für den russischen Markt und entspricht von der Länge der dort weit verbreiteten Doppeltraktion von Tatra-Wagen (oder entsprechenden heimischen Fahrzeugen); mit einer Länge von nur 27 m dürfte er für Bremen nicht in Frage kommen. Man könnte ihn zwar um ein Mittelfahrwerk und eine Sänfte verlängern (wie bei bei den GT8-70D/N von Düwag/Siemens für Karlsruhe, 301-325), aber damit würde er nicht mehr den Ausschreibungskriterien entsprechen.

Alstom scheint sich mit dem deutschen Markt schwer zu tun, nicht zuletzt wohl wegen der Stückpreise des Citadis, wie ich mal aus Insider-Kreisen gehört habe. Der an sich erfolgreiche 80%-Niederflur-Tw NGT8D (Magdeburg, Darmstadt, Braunschweig, Gera) wird nicht mehr gebaut und lediglich Kassel hat sich bei den Regio-Trams für eine Tram-Train-Version des Regio-Citadis entschieden. Wenn ich die Infos zum Citadis Spirit richtig verstehe, verfolgt man dort ein kombiniertes light rail-Konzept aus Straßen- und S-Bahn (Vmax 105 km/h!), was bei den Dimensionen der Städte in Amerika und Kanada mit weit entfernten Suburbs sicher auch Sinn macht. Ob die dortigen Zulassungsparameter mit europäischen harmonieren, kann ich nicht beurteilen. Für mich war das k.o.-Kriterium, dass die Fahrzeuge (bislang) nur in den USA und Kanada gebaut werden - ob das zu ändern ist, bleibt spekulativ.

Aus gleichem Grund hatte ich auch den Flexity Swift E Class (vielleicht zu vorschnell) ausgeschlossen, da er bislang nur in Australien gefertigt wird, wenn auch mit deutschen Komponenten. Grundsätzlich ist es natürlich nur konsequent, dass Bombardier den erfolgreichen Flexity Classic nun auch komplett niederflurig anbietet, wenn der Markt danach verlangt. Aus Bremer Sicht wäre es sicher z.B. für Werkstätten und Ersatzteilvorhaltung vorteilhaft, wenn man wieder einen Fahrzeugtyp mit gleicher Länge bzw. konstruktiver Aufteilung vom gleichen Hersteller bestellt und vielleicht würde sich das sogar positiv auf den Stückpreis auswirken; andererseits sind die Auftragsbücher bei Bombardier gut gefüllt ...

Den Solaris Tramino habe ich bislang nur in Braunschweig erlebt und war ziemlich enttäuscht. Neben den Stufen in die Sitzgruppen, die ziemliche Stolperfallen sind, fand ich vor allem die fiependen Geräusche der E-Komponenten und das ruppige Fahrverhalten sehr unangenehm, da hilft auch das recht ansprechende (Innen-)Design nicht.

Siemens übt sich beim Avenio auf seiner Homepage nicht gerade in Zurückhaltung und Understatement: DIE Straßenbahn der Zukunft, wenn man den markigen Werbesprüchen glaubt. Vieles wirkt durchdacht, fortschrittlich, kundenorientiert und in München macht man nach dem Variobahn-Desaster auf eitel Sonnenschein und scheint zufrieden mit dem Avenio. In Youtube-Videos sind allerdings wieder die nervig-fiependen Geräusche zu hören und leider auch immer wieder Kurvenquietschen. Naja, einen Tod muss man wohl sterben ... vielleicht haben wir Glück und der Wagen ist einfach zu teuer. :rp:

Ein Fahrzeug, das man vielleicht auch noch ins Kalkül ziehen könnte, obwohl es ein krasser Außenseiter ist, wäre der Artic von Transtech/Skoda für Helsinki. Ähnlich wie der Flexity Swift E Class im Grunde eine leicht verkürzte komplett niederflurige Berta, nur auf Meterspur. Optisch für mich die gelungste Straßenbahn seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten!

Alles in allem bleibt mein Favorit aus Fahrgastsicht Bombardier - und wenn schon keine weiteren Bertas, dann eben Swift E Class. :spos:

Zitat
D.Kleine
Wir haben doch bereits ein Gutachten, dass eindeutig belegt, dass die Sanierung unwirtschaftlich ist. Die Aussage war ja: Der komplette Ersatz ist die wirtschaftliche Lösung. Die Politik hat dieses Gutachten nur großzügig ignoriert.


Schon richtig, aber die Politik ist nun mal der Entscheider bzw. Bezahler. Insofern ist es doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, dass man die beiden Optionen in der Ausschreibung verankert hat! Wenn Bremen nun auch noch von der Neuregelung des Länderfinanzausgleichs und den sprudelnden Steuereinnahmen profitiert, wäre es doch nur erfreulich, wenn man dem gesunden Menschenverstand folgt und eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung ermöglicht.

Zitat
GT8N 3067
Die Flexitys machen sich ja recht gut, oder? Und mit Bombardier wird man sich auch keine potentiell bösen Überraschungen wie mit den Solaris Bussen auf die Schienen holen. Nur weshalb muss bei der Flexity Swift die Front so furchtbar albern aussehen?


Genau das ging mir auch durch den Kopf, aber das hat wohl mit energiezehrenden Crash-Elementen zu tun, die irgendeine DIN-Norm oder EU-Richtlinie verlangt; ansonsten folgt die Kopfgestaltung eigentlich dem Kundenwunsch. In Augsburg hat man vor einigen Jahren sogar die Bürger in den Entscheidungsprozess eingebunden.

von Hinnak Hemmschuh - am 16.01.2016 11:28

Gibt es eigentlich Neuigkeiten bei der Beschaffung von 67 Niederflurstraßenbahnen.

Moin allerseits,

gibt es mittlerweile irgendwelche Nachrichten, wie hier Stand der Dinge ist?

Habe schon ziemlich lqnge nichts mehr gehört.

Schöne n Sonntag noch!

243

von 243 - am 01.05.2016 20:47
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