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Irgendware, strabatim, outsider99, Hinnak Hemmschuh, IngoF, Felix-M, krni, VolkerP

Neuer Bundesverkehrswegeplan 2030 online

Startbeitrag von strabatim am 16.03.2016 19:22

Wie ihr vielleicht in den Medien bereits mitbekommen habt, ist heute der neue Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgestellt und auch bereits online gestellt worden. Darin sind zahlreiche Projekte (A281, Wesertunnel, B6n, Alpha-E-Trasse, ...) enthalten, die Bremen und umzu betreffen. Wegen des großen Umfangs und der vielen Teilgebiete bzw. Einzelstudien empfehle ich den Link zur thematisch sortierten Übersichtsseite, wo man sich je nach persönlicher Interessenslage die entsprechenden Teile herunterladen kann. In Bremen ist der BVWP 2030 auch im Foyer der Senatsbehörde für Umwelt, Bau und Verkehr, Contrescarpe 72, ausgelegt, wo er montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr eingesehen werden kann.

Viele Grüße
Tim

PS: Aktuell scheinen die Server wegen hoher Zugriffszahlen an der Kapazitätsgrenze zu arbeiten, so dass es gelegentlich zu Fehlermeldungen kommt - Geduld haben und nicht aufgeben. :-)

Antworten:

Details aus dem BVWP 2030 im Raum Bremen

Ohne in der Kürze der Zeit alles sorgfältig durchgearbeitet zu haben, hier mal ein paar Schlaglichter auf den Bereich Schiene im Raum Bremen:

aufgenommene Maßnahmen
- drittes Gleis Verden - Sebaldsbrück und Bremen-Rangierbahnhof - Burg (was hoffentlich auch den Ersatz der sanierungsbedürftigen Lesum-Brücke bedeutet)
- Blockverdichtung Bremen-Burg - Bremerhaven-Speckenbüttel
- drittes Gleis Bremen - Delmenhorst
- NBS Oberneuland - Rangierbahnhof

Immerhin sind damit wichtige Rahmenbedingungen den Ausbau der Regio-S-Bahn bzw. deren Taktverdichtung bei zunehmendem Güterverkehr geschaffen.

"durchgefallene" Maßnahmen
- Ausbau Hamburg - Ruhrgebiet für Vmax 230 km/h
- NBS Güterumgehungsbahn Bremen (Argument: es wurde keine konkrete Trasse vorgeschlagen)
- Ausbau und Elektrifizierung Delmenhorst - Osnabrück (Argument: keine Relevanz für Fern- und Güterverkehr)
- Ausbau, zweites Gleis und Elektrifizierung Bremerhaven - Bremervörde - Rotenburg/Buxtehude (EVB-Netz)
- durchgängig zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung der "Amerikalinie" Langwedel - Uelzen
- Kombiverkehr-Terminal Bremen-Rangierbahnhof
- Eisenbahn-Wesertunnel zur Verknüpfung der Strecken Bremerhaven - Bremen und Nordenham - Oldenburg
- zweites Gleis und Elektrifizierung Bremerhaven - Cuxhaven
- zweites Gleis Oldenburg - Leer
- zweites Gleis und Elektrifizierung oder wenigstens zusätzliche Kreuzungsbahnhöfe Oldenburg - Cloppenburg - Osnabrück

Nach jahrelangen und vollmundigen Erklärungen, wie wichtig der effektive Ausbau der Hafenhinterland-Verbindungen sei, und der Umplanung des ehemals für den Fernverkehr gedachten Großprojekts "Y-Trasse" zugunsten des Güterverkehrs kreißte nun also der Berg und gebar eine Maus: die deutlich bescheidenere "Alpha-E-Variante", die vor allem aus der Ablehnung vieler Bürger gegenüber effektiveren (und teureren) Neubaumaßnahmen resultiert. Im Bürgerbeteiligungsprozess hatte sich nämlich schnell abgezeichnet, dass einschneidende Großprojekte aus Sorge vor Kostensteigerungen und Lärmbelastung sowie zugunsten von Natur- bzw. Umweltschutz in der Heide nicht durchsetzbar waren, so dass als Kompromiss Ausbau und Ertüchtigung folgender vorhandener Strecken beschlossen wurden:

- drittes Gleis Lüneburg - Uelzen
- zweites Gleis Rotenburg - Verden
- neun Begegnungsabschnitte und Elektrifizierung Langwedel - Uelzen
- Blockverdichtung Verden - Nienburg und Celle - Lehrte
- geringfügiger Ausbau Nienburg - Minden
- zweites Gleis Uelzen - Stendal (war bereits im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit vorgesehen, wurde dann aber aus Kostengründen gestrichen).

Mit dem Verweis auf die "Alpha-E-Variante" wurden weitere sinnvoll erscheinende Einzelmaßnahmen zur nachhaltigen (!) Kapazitätssteigerung der Schieneninfrastruktur im Dreieck Hamburg - Bremen - Hannover nicht in den BVWP 2030 aufgenommen. Bei genauerer Betrachtung sind aber viele Details dieses Projekts noch gar nicht geklärt, u.a. die damit zu erreichende Kapazitätssteigerung im Verhältnis zu den Prognosen zur Zunahme des Güterverkehrs und die erklärten bremischen Ziele, den regionalen Personenverkehr auszubauen oder die Lärmbelästigung durch die innerstädtischen Bahnstrecken zu reduzieren. Sicherlich sind solides Wirtschaften und Schonung der natürlichen Ressourcen geboten, aber es zeichnet sich ab, dass die Anwohner an den betreffenden Bestandsstrecken wenigstens in puncto Lärm die Dummen sein werden. Außerdem sind wahrscheinlich schon in wenigen Jahren weitere Maßnahmen erforderlich, wenn man nicht wieder wie aktuell dem tatsächlichen Bedarf hinterherlaufen will. Insbesondere der Abschnitt Verden - Nienburg (- Wunstorf) mit rund 300 Zügen pro Tag zeichnet sich als neues Nadelöhr ab; statt der Blockverdichtung zur Kapazitätssteigerung wäre hier (wenigstens bis Nienburg) ein drittes Gleis sicherlich die nachhaltigere Lösung gewesen. Auch die Blockverdichtung Richtung Bremerhaven bleibt ein minimalistisches Vorhaben, das allenfalls mittelfristig ausreichen wird, um dem prognostizierten Verkehrszuwachs Herr zu werden. Völlig unberücksichtigt sind Maßnahmen für den Hinterlandverkehr vom und zum Jade-Weser-Port; hat der Bund etwa schon den Glauben an den einzigen deutschen Tiefseehafen aufgegeben oder will man etwaige Investitionen nur solange aufschieben, bis dort mehr Güter umgeschlagen werden? Pikantes Detail am Rande: Durch das geplante dritte Gleis zwischen Verden und Sebaldsbrück muss die noch junge "Mobilitätsdrehscheibe" am Bahnhof Mahndorf erheblich um- und teilweise neu gebaut werden (das dürfte wohl nicht der Bund zahlen). So sinnvoll das dritte Gleis auf diesem Abschnitt ist, sollte man dann nicht auch die neue Brücke an der Zeppelinstraße gleich dreigleisig planen, wenn unmittelbar davor und danach dreigleisige Streckenabschnitte liegen? Erschwerend wird der neue S-Bahn-Haltepunkt Föhrenstraße zum Teil auf diesem Bauwerk liegen, das damit auch ein Nadelöhr zu werden droht. Aber immerhin werden ja gleichzeitig Autobahnen im Raum Bremen abschnittsweise großzügig auf sechs und acht Spuren ausgebaut ... :rolleyes:

von strabatim - am 21.03.2016 12:57

Vielen Dank!

Moin,

ich wollte mich eben für doch ziemlich ausführliche Darstellung der Maßnahmen bedanken.
Als regelmäßiger Nutzer der Strecke Bremen - Bremerhaven freue ich mich natürlich über das zusätzliche Gleis bis Burg und die Blockverdichtung, gerade im nördlichen Teil der Strecke ist da noch deutlich Luft nach oben.

von Felix-M - am 21.03.2016 17:12

Blockverdichtung

Ich hätte mir noch eine Blockverdichtung auf dem Abschnitt Vegesack - Burg gewünscht. Dieser Streckenabschnitt kommt mit 15-Minuten-Takt der Regio-S-Bahn und gelegentlichem Güterverkehr nicht selten an seine Kapazitätsgrenze, obwohl die entsprechende Schieneninfrastruktur für mehr Züge eigentlich vorhanden wäre.

von krni - am 21.03.2016 19:20

Entwurf BVWP 2030 - Stellungnahmen erwünscht

Neu an der Aufstellung des BVWP ist diesmal, dass sich jeder während des sechswöchigen Beteiligungsverfahrens bis zum 2. Mai 2016 zum BVWP äußern kann.

Mehr zur Abgabe einer Stellungnahme auf der Homepage vom Bundesministerium unter

[www.bmvi.de]

von IngoF - am 22.03.2016 14:37

Re: Details aus dem BVWP 2030 im Raum Bremen

Danke für die Auflistung !

Es hört sich ja gut an, dass zusätzliche Gleise gebaut werden sollen, aber das ist doch erst mal auch nur Theorie. Man hat sich zwar von der Y-Neubaustrecke verabschiedet, aber zusätzliche Gleise an den Bestandsstrecken bedeuten mehr Lärm und benötigen auch Platz, der nicht überall vorhanden ist. Man wird auch dafür Grundstücke erwerben und Häuser abreißen müssen, was dazu führen wird, dass sich dort auch wieder Bürgerinitiativen bilden, die protestieren und klagen werden.
Außerdem müsste man dort bei laufendem Betrieb bauen, was länger dauert und starke Verkehrs-Beeinträchtigungen über Jahre hinweg bedeutet.

Ich tippe mal, dass bis 2030 nicht sehr viele von diesen Projekten umgesetzt werden.

von VolkerP - am 23.03.2016 21:09

Re: Details aus dem BVWP 2030 im Raum Bremen

Woher hast die Information, dass der Ausbau um drei Gleise auf den beiden Strecken aufgenommen worden ist?
Ich kann weder im BVWP Dokument noch im PRINS etwas dazu finden.

So wie ich es sehe zählen diese Maßnahmen eher in die Liste der durchgefallenen Projekte :-(
Es ist einzig zu lesen:
"Der Projektvorschlag wird unter der Projektnummer PB K-999-V99 im potenziellen Bedarf untersucht". Da nicht mal genug Geld für den vordringlichen Bedarf vorhanden ist (deshalb gibt es nun den Vordringlichen Bedarf Plus für besonders wichtige Projekte) ist der potentielle Bedarf eher eine Liste von Projekten, die für die nächsten 15 Jahre erstmal in der Schublade verschwinden.

von Irgendware - am 25.03.2016 20:12

Re: Details aus dem BVWP 2030 im Raum Bremen

Zitat
VolkerP
[...] zusätzliche Gleise an den Bestandsstrecken bedeuten mehr Lärm und benötigen auch Platz, der nicht überall vorhanden ist. Man wird auch dafür Grundstücke erwerben und Häuser abreißen müssen [...] Außerdem müsste man dort bei laufendem Betrieb bauen, was länger dauert und starke Verkehrs-Beeinträchtigungen über Jahre hinweg bedeutet. [...]


Grundsätzlich hast du sicher Recht, dass die Maßnahme "drittes Gleis" ein herausforderndes Großprojekt ist. Ich sehe das allerdings nicht ganz so skeptisch wie du, weil der Handlungsdruck einfach sehr groß ist. Ich habe online eine sehr aufschlussreiche Untersuchung zur Leistungsfähigkeit des Eisenbahnnetzes im Großraum Bremen aus dem Jahr 2013 gefunden (Langfassung und Powerpoint-Präsentation), die zeigt, dass sich die durchschnittliche Streckenbelegung im Jahr 2030 auf den Relationen Bremerhaven - Burg, Hauptbahnhof - Langwedel und Delmenhorst - Hauptbahnhof/Rangierbahnhof um 50 bis 100 % (!) gegenüber 2012 erhöhen wird. Die höchste Belegung wird mit im Durchschnitt prognostizierten 445 Zügen/Tag (Spitzenbelastung sogar 489 Züge/Tag) der Abschnitt Burg - Rangierbahnhof aufweisen - das ist ohne massiven Ausbau nicht zu leisten! Die sehr umfassende Studie empfiehlt übrigens auch den Ausbau des EVB-Netzes - erstaunlich, dass das Bundesministerium über diese fachliche Einschätzung einfach hinweggeht ... Auch wenn die Untersuchung in der Langfassung für Laien etwas beschwerlich zu lesen ist, lohnt sich die Mühe auf jeden Fall, weil dort auch viel über die konkrete Entwicklung des regionalen SPNV zu finden ist.

Zurück zum dritten Gleis: Anders als bei Neubauprojekten, wo aus Bürgersicht oft ungewiss ist, worauf man sich einstellen muss, kennen die Anwohner in diesem Fall die Bahnstrecke bereits. Dem zusätzlichen Lärm wird man mit Schutzwällen und Fenstersanierungen begegnen können, was für die Anrainer eine Verbesserung gegenüber dem aktuellen Zustand bedeutet. Ich kann mir vorstellen, dass neben dem zusätzlichen Gleis im Hinblick auf die deutlich höhere Belegung der Strecke auch weitere Bahnübergänge durch Unterführungen ersetzt werden (müssen), was auch vielen Anwohnern aus dem Streckenumfeld Vorteile bringen wird. Nicht zuletzt werden vielleicht auch manche Bürger die neuen S-Bahn-Haltepunkte Grambke und Arbergen als Gewinn sehen, für deren Umsetzung des dritte Streckengleis erforderlich ist.

Ich habe mir die Raumsituation entlang der Bahntrasse zwischen Burg und Verden bei Google Maps und Bing Maps in der Luftbilddarstellung angeguckt und bin erstaunlicherweise nur auf wenige offenkundige Engstellen gestoßen. Sicher werden einige Gartenlauben und Garagen beseitigt werden müssen, aber kaum Wohnhäuser, was sicher auch damit zu tun hat, dass die betroffenen bremischen Bereiche eher dörflich oder vorstädtisch strukturiert sind. Deswegen sehe ich auch nicht so große Probleme bei den Verkehrsbeeinträchtigungen beim Bau des dritten Gleises, weil das größtenteils parallel unabhängig vom laufenden Verkehr geschehen kann; kniffelig werden dann allenfalls die Vernetzung mit Weichen zur Bestandsstrecke oder die Installation der Signalisierung.

von Hinnak Hemmschuh - am 25.03.2016 21:00

drittes Gleis Burg - Verden u.a.

Zitat
Irgendware
Woher hast die Information, dass der Ausbau um drei Gleise auf den beiden Strecken aufgenommen worden ist? Ich kann weder im BVWP Dokument noch im PRINS etwas dazu finden. So wie ich es sehe zählen diese Maßnahmen eher in die Liste der durchgefallenen Projekte :-(


Der dreigleisige Ausbau Burg - Rangierbahnhof und Sebaldsbrück - Verden wie auch die anderen von mir aufgezählten Maßnahmen laufen in der Sammlung "Projektliste Schiene" als Nummer 1-253 unter dem Titel "Knoten Bremen". Dort sind sie ausdrücklich NICHT verworfen worden (vergleiche z.B. Ausbau EVB-Netz, Nummern 1-039, 1-040 und 1-222, oder NBS Güterumgehungsbahn Bremen, Nummer 1-313), sondern sollen "unter der Projektnummer PB K-999-V99 im potenziellen Bedarf untersucht" werden. Im großen Referentenentwurf taucht der Knotenausbau gleich mehrfach wieder als Maßnahme K-999-V99 auf - und zwar unter:

- "Laufende und fest disponierte Vorhaben" als laufende Nummer 37, Seite 163 (ausdrücklich mit "Bezugsfall Bremen")
- "Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf und Vordringlicher Bedarf Engpassbeseitigung" als laufende Nummer 20, Seite 171
- "Neue Vorhaben, Weiterer Bedarf" als laufende Nummer 2, Seite 172
- "Vorhaben des Potentiellen Bedarfs, die in den Vordringlichen oder Weiteren Bedarf aufsteigen können" als laufende Nummer 42, Seite 176 (mit dem Hinweis "Projektauswahl, -definition und -bewertung erfolgen entsprechend Bedarf")

Zitat
Irgendware
Da nicht mal genug Geld für den vordringlichen Bedarf vorhanden ist [...] ist der potentielle Bedarf eher eine Liste von Projekten, die für die nächsten 15 Jahre erstmal in der Schublade verschwinden.


Dem ersten Teil stimme ich zu, den zweiten Teil halte ich für eine (Fehl)Interpretation. Der Begriff "potenzieller Bedarf" ist nicht eine weitere Klassifizierung noch unter dem weiteren Bedarf, wie du es verstehst, sondern in dieser Kategorie finden sich wie oben beschrieben Maßnahmen, über deren Potenzial noch nicht entschieden ist, weil sie zum Redaktionsschluss des BVWP-Entwurfs z.B. noch nicht ausreichend tief oder abschließend untersucht wurden und die deshalb noch "aufsteigen" können, wenn sie die erforderlichen Wirtschaftlichkeitskriterien erfüllen. Das ergibt sich auch aus der Formulierung "Der Projektvorschlag wird unter der Projektnummer PB K-999-V99 im potenziellen Bedarf untersucht." Untersuchung bedeutet nicht Umsetzung oder "Schublade", sondern Prüfung. Selbst die in meinem ersten Posting erwähnten Streckenausbauten als Kernmaßnahme der Alpha-E-Variante finden sich im Referentenentwurf sowohl unter

- "Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf (VB-E u. VB)" als laufende Nummer 3, S. 165 wie auch unter
- "Vorhaben des Potentiellen Bedarfs, die in den VB oder WB aufsteigen können" als laufende Nummer 1, Seite 172.

Entscheidend ist, dass das Projekt dort als "Ausbaumaßnahmen im Raum Hamburg/Bremerhaven - Hannover" geführt wird mit der ausdrücklichen Ergänzung "inkl. Anbindung Lehrte u. Bremen/Bremerhaven (in BVWP-Untersuchungen positiv bewertete Maßnahme)". Gegenüber den DB-Planungen betrachtet das Bundesverkehrsministerium also auch die Zu- und Ablaufstrecken zur eigentlichen Alpha-E-Variante mit dieser als ein Gesamtpaket, d.h. ein Teilbetrag für die Ausbaumaßnahmen in Bremen (z.B. drittes Gleis) bzw. Richtung Bremerhaven (z.B. Blockverdichtung) könnte bereits in den veranschlagten 3 Milliarden Euro berücksichtigt sein.

Schließlich möchte ich noch auf die Übersichtskarte Bundesschienenwege verweisen, in der die fraglichen Streckenabschnitte im Rahmen des Projekts 02-003-V01 als "Vordringlicher Bedarf" gekennzeichnet sind, ohne allerdings detaillierte Maßnahmen auszuweisen.

Ob das dritte Gleis Burg - Verden letztlich dem "Knoten Bremen", der "Engpassbeseitigung" oder der "Alpha-E-Variante inkl. Anbindungen" zugeschlagen wird, ist offen; theoretisch kann die Maßnahme auch noch verworfen werden, was ich persönlich für wenig wahrscheinlich halte, wenn die von Hinnak gefundene Studie für 2030 bis zu 489 Züge pro Tag zwischen Burg und Rangierbahnhof prognostiziert. Das bedeutet nämlich, dass dort rechnerisch im Mittel alle 177 Sekunden (!) ein Zug verkehrt. Aufgrund der dargelegten mehreren möglichen Zuordnungen ist es sicher nicht verkehrt zu sagen, dass der dreigleisige Ausbau in den BVWP aufgenommen wurde, wenn auch ohne eindeutige Priorisierung oder Garantie auf Realisierung.

von strabatim - am 26.03.2016 13:29

Re: drittes Gleis Burg - Verden u.a.

Zitat
strabatim
Dem ersten Teil stimme ich zu, den zweiten Teil halte ich für eine (Fehl)Interpretation. Der Begriff "potenzieller Bedarf" ist nicht eine weitere Klassifizierung noch unter dem weiteren Bedarf, wie du es verstehst, sondern in dieser Kategorie finden sich wie oben beschrieben Maßnahmen, über deren Potenzial noch nicht entschieden ist, weil sie zum Redaktionsschluss des BVWP-Entwurfs z.B. noch nicht ausreichend tief oder abschließend untersucht wurden und die deshalb noch "aufsteigen" können, wenn sie die erforderlichen Wirtschaftlichkeitskriterien erfüllen.

[...]
Ob das dritte Gleis Burg - Verden letztlich dem "Knoten Bremen", der "Engpassbeseitigung" oder der "Alpha-E-Variante inkl. Anbindungen" zugeschlagen wird, ist offen;.


Das was du schreibst gibt in der Tat die Beschreibung wieder, wie die Kategorien theoretisch gedacht sind. Praktisch ist das Problem doch, dass eine Investitionsrahmenplanung gemacht wird, die erstmal die Projekte aus dem Bereich Vordringlicher Bedarf Plus vorsieht.
Selbst wenn es einzelne Projekte in ein paar Jahren nachträglich in den vordringlichen Bedarf schaffen sollten, sind die Gelder für absehbare Zeit schon verteilt. Dass ein Nachrücker-Projekt noch finanziert werden kann, ist sehr unwahrscheinlich. Es gab auch schon viele Projekte im alten BVWP im vordringlichen Bedarf, in die bis heute nicht ein Euro investiert worden ist, obwohl sie fertig geplant sind.
Ich würde es mir wirklich für unsere Region wünschen, aber daran glauben kann ich nicht.

Bzgl. Knoten Bremen: Das ist meines Erachtens das alte Knoten-Projekt aus dem BVWP 2003, welches fortgeschrieben wird. Im Bereich Bremen wurde es definiert als Ausbau von Gleis 1 sowie Bau der zusätzlichen Kurve im Bremer Hbf nach Oldenburg. Beides ist schon gebaut worden und deshalb auch als Bezugsfall im Kommentar erwähnt.

Die dritten Gleise müssten demnach separate Projekte werden, da sie auch getrennt von dem abgeschlossenen Projektteil zu bewerten sind.

Interessant ist allerdings das Detail, welches dir in der Übersichtskarte aufgefallen ist, dort ist tatsächlich der rote Streifen bis nach Bremen Hbf durchgezogen. Allerdings muss es sich dabei um einen Fehler handeln, da aus den Dokumenten zu der Einigung und aus der Projektbeschreibung hervor geht, dass die Amerikalinie nicht mehr ertüchtigt werden soll - in dem Kasten daneben steht auch, dass man sich im Bürgerdialog auf die gelbe Variante geeinigt hat. Vermutlich ist die Info erst so spät gekommen, dass man die Grafik nicht mehr überarbeiten konnte - anders kann ich mir das zumindest nicht erklären.

von Irgendware - am 29.03.2016 13:23

Re: Details aus dem BVWP 2030 im Raum Bremen

Zitat
strabatim


aufgenommene Maßnahmen

- NBS Oberneuland - Rangierbahnhof

Immerhin sind damit wichtige Rahmenbedingungen den Ausbau der Regio-S-Bahn bzw. deren Taktverdichtung bei zunehmendem Güterverkehr geschaffen.


Wo soll diese NBS denn langgehen? Entlang der Bestandsstrecke oder der A27? Ein drittes Gleis durch Oberneuland und Horn-Lehe bis zur Abzweigung Weidedamm zu bauen wäre ja interessant aber doch nur eine Errichtung von Dreigleisigkeit. Die Wutbürger wehren sich ja schon gegen eine Straßenbahnverbindung zwischen Horn und Riensberg. Was ist dann mit den ganzen Brücken/Über/Unterführungen, was mit dem Bü Achterstraße? Auf der Karte ist hier nix eingetragen

von outsider99 - am 29.03.2016 16:16

Re: drittes Gleis Burg - Verden u.a.

Noch eine kleine Ergänzung:
Hier lässt sich sehr gut erkennen, dass die Strecke Bremen Hbf-Langwedel und darüber hinaus nicht mehr Bestandteil des vordringlichen Bedarfs ist und im Moment sogar nicht einmal unter potentieller Bedarf gelistet wird:
http://www.bvwp-projekte.de/map_railroad.html

Ich denke mal das hängt mit dem Abschied von der Y-Trasse zusammen.
Dazu habe ich gerade eine Stellungnahme abgegeben.

von Irgendware - am 01.04.2016 13:38

Re: drittes Gleis Burg - Verden u.a.

Zitat
Irgendware
Noch eine kleine Ergänzung:
Hier lässt sich sehr gut erkennen, dass die Strecke Bremen Hbf-Langwedel und darüber hinaus nicht mehr Bestandteil des vordringlichen Bedarfs ist und im Moment sogar nicht einmal unter potentieller Bedarf gelistet wird:
http://www.bvwp-projekte.de/map_railroad.html

Ich denke mal das hängt mit dem Abschied von der Y-Trasse zusammen.
Dazu habe ich gerade eine Stellungnahme abgegeben.


Verstecken sich diese Ausbaumaßnahmen im Bremer Stadtgebiet nicht alle unter dem Punkt "Knoten", der definitiv umgesetzt wird aber zu dem es keine Projektbeschreibung gibt? Vielleicht ist das alles zu brenzlich (wie die NBS Oberneuland-Gröpelingen) und es wird lieber geheim geplant bis die Bagger anrollen...

von outsider99 - am 04.04.2016 12:11
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