(oT) Hamburg und Berlin wollen gemeinsam Elektrobusse bestellen

Startbeitrag von Hinnak Hemmschuh am 02.09.2016 10:22

Das Portal NahverkehrHAMBURG.de meldet, dass die Regierenden Bürgermeister von Hamburg und Berlin am 30.08.2016 eine Vereinbarung zu einer „gemeinsamen Beschaffungsinitiative für emissionsfreie Linienbusse im ÖPNV“ unterschrieben haben. Damit soll die deutsche Industrie ermuntert werden, sich stärker der Entwicklung von Elektrobussen zu widmen und marktfähige Großserienmodelle anzubieten, für die schon in wenigen Jahren ein großer Markt absehbar ist. Weitere Verkehrsunternehmen sind eingeladen, sich dieser Initiative anzuschließen, weil erst eine planbare, "garantierte" Abnahme von hohen Stückzahlen angesichts der enormen Entwicklungskosten zu marktfähigen Stückpreisen führen wird.

Den gleichen Gedanken hatte bereits der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) im März 2016 in einem sehr lesenswerten Positionspapier "Elektromobilität im ÖPNV weiter fördern" formuliert und ein Szenario erarbeitet, wie durch eine gezielte finanz- und steuerpolitische Förderung die Umstellung von Stadtverkehren auf Elektrobusse beschleunigt werden kann. Das Konzept setzt auf drei Säulen:

1. Investive Förderung, um bei der Umstellung die hohen Anfangsinvestitionen für Werkstätten und Infrastruktur wie Ladestationen, höheren Beschaffungskosten, ... abzufedern.
2. Standardisierung der Systeme, um kostspielige technische Einzellösungen einzudämmen und in der Folge die Beschaffungskosten zu senken. Anreize für großserienreife Elektrobusse "made in Germany" sind eine praxisnahe Wirtschaftsförderung, die die schleichende Know-how-Abwanderung verhindern kann und einheimische Arbeitsplätze sichern bzw. schaffen wird.
3. Erleichterung bei den Betriebskosten durch Angleichung der Ermäßigung bei der Stromsteuer und Ausweitung der Begrenzung der EEG-Umlage für alle Arten des elektromobilen ÖPNVs unabhängig vom Verkehrsmittel.

Besonders interessant ist die Gegenüberstellung der möglichen Hebeleffekte der vorgeschlagenen Förderkulisse im Vergleich zum aktuellen"Rohrkrepierer" der staatlichen Kaufprämie für private Elektroautos, die zeigt, dass mit einem erheblich geringeren Investitionsvolumen ein wesentlich ökologischerer, wirtschaftlicherer und nachhaltigerer Kurs eingeschlagen werden könnte.

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