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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 5 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Hinnak Hemmschuh, Torsten S., D.Kleine, T.Hancke, Citaro C1, strabi74

Fragen zum GT8N...

Startbeitrag von Citaro C1 am 20.06.2017 08:15

Laut einiger Quellen sollen ja 10 GT8N ertüchtigt werden, um auf den Linien 2/(3?)/10 eingesetzt zu werden. Nun meine Frage:

Werden die Fahrzeuge nur technisch auf Vordermann gebracht oder auch optisch aufgefrischt (wie R2.2 Mod der MVG oder GT6N der VAG)? Falls dies passieren soll, was wird verändert (Sitze, Beleuchtung, Deckenkonstruktion, FIS,...)?

Antworten:

moin,

die zehn GT8N werden nur Grundsaniert und haben dann wieder ihren Lieferzustand.
Also ein Fahrzeug aus einer anderen Zeit ohne Klimaanlage und wenig Stauraum. Ausserdem muss man auch noch Ersatzteile für diese kleine Flotte vorhalten. Für mich is das bedenklich, aber politische Forderung.

von strabi74 - am 20.06.2017 09:41
Zitat
strabi74
Für mich is das bedenklich, aber politische Forderung.


Hättest du da mal einen Beleg bzw. eine Quelle für diese Aussage? Meiner Meinung nach ist das in dieser extremen Verkürzung nämlich nicht korrekt.

von Hinnak Hemmschuh - am 20.06.2017 23:11
Es ist ja auch noch nicht festgeschrieben.
In der Ausschreibung für die neuen Fahrzeige sind ja Optionen enthalten, falls sich die Erneuerung der GT8N als nicht wirtschaftlich erweisen sollte.
Es wird also noch geprüft...

von T.Hancke - am 21.06.2017 05:03
Das ist mir bekannt, aber nicht der Punkt. Meines Wissens gibt es keine dezidierte "politische Forderung" nach einer Sanierung von zehn GT8N, sondern lediglich den Auftrag, die Sanierung von diesen Fahrzeugen zu prüfen und dann unter Berücksichtigung des Anschaffungspreises der GT8N-2 abzuwägen, was wirtschaftlicher ist - das ist ein anderer Sachverhalt. Ein GT8N (3017?) ist doch extra mit umfangreicher Messsensorik ausgestattet worden, um den Verschleiß und die Kosten für wirksame Gegenmaßnahmen auszuloten.

Neben dem reinen Kostenunterschied im Verhältnis zur (Rest-)Nutzungsdauer bleibt zu berücksichtigen, dass auch die dann notwendige flexible Ausstattung für unterschiedliche Wagenbreiten in den umzubauenden Werkstätten oder anderer Infrastruktur und die verhältnismäßig aufwendige Ersatzteilvorhaltung für eine Splittergattung zusätzliche Kosten verursachen - selbst, wenn man überwiegend brauchbare Teile aus abgängigen Altfahrzeugen ausbaut; Ausbau, Lagerung, Aufarbeitung, Bevorratung usw. kosten auch und binden zusätzlich Arbeitskraft.

Zehn GT8N mit frischen Hauptuntersuchungen oder passablem Erhaltungszustand als eiserne Reserve oder für den Stadionverkehr vorzuhalten macht sicher mehr Sinn als um die 1,5 Mio € oder mehr in ein Fahrzeug zu stecken, dass vielleicht mit Glück noch 16 Jahre durchhält, aber anfällig bleibt und vor allem dem Bedarf (Platzkapazität, Stellflächen, Klimatisierung, Verfügbarkeit usw.) nicht gerecht wird.

von Hinnak Hemmschuh - am 21.06.2017 20:29
Vor allem: Es gab bereits ein - sicher nicht ganz billiges - Gutachten, dass doch schon bescheinigt hat: Der vollständige Ersatz der GT8N ist die wirtschaftlichste Lösung. Die Stadt will das Geld aber nicht locker machen. Von daher ist die Sanierung schon eine politische Forderung, weil es kurzfristig günstiger ist, langfristig aber eben dann eben nicht.

von D.Kleine - am 21.06.2017 20:49
Ich gehe davon aus, dass mit der für Bremen recht einträglichen Neuregelung des Länderfinanzausgleichs und den konkreten Zahlen aus dem vorliegenden Angebot von Siemens die Karten durchaus noch mal neu gemischt werden, zumal die geplante Fertigung in einem neuen Werk im Niedriglohnland Türkei den Weg zu "Kampfpreisen" ebnet (die ungewisse wirtschaftliche und politische Zukunft des Landes bzw. die daraus resultierenden Konsequenzen für den deutschen oder europäischen Arbeitsmarkt lasse ich mal beiseite). Wenn das alte Gutachten (das ich auch in Auszügen noch nie selbst gelesen habe) wirklich schon zu den Akten gelegt oder endgültig abgehakt wäre, warum würde das Ganze jetzt auf Basis der Messungen am 3017 noch mal praxisnah überprüft?

2019 wird Bremen vermutlich den Status als Haushaltsnotlagegebiet ablegen können, was neue Spielräume für Investitionen eröffnet. Nachdem sich die politischen Entscheider in Sachen neue Straßenbahnen mit ihrer "Hinausschieberitis" bislang wenig mit Ruhm bekleckert haben, kann ich mir vorstellen, das man unter dem öffentlichen Druck der nächsten Bürgerschaftswahlen und einer möglicherweise neuen Regierungskoalition im Licht verbesserter finanzieller Rahmenbedingungen doch noch den Weg der Vernunft findet.

von Hinnak Hemmschuh - am 21.06.2017 22:28
Soweit ich den Entscheidungsprozess noch in Erinnerung habe, ging es tatsächlich darum, irgendwie einen Anfang zu finden. Natürlich weiß jeder, der Ahnung von der Materie hat, dass die Sanierung von 10 Altfahrzeugen statt einer vollständigen Neubeschaffung betrieblicher und wirtschaftlicher Unsinn ist. Aber es hat nicht jeder die wünschenswerte Fachkompetenz und der Aufschrei ob der Kosten inkl. Werkstattumbauten war seinerzeit sehr groß. Es gibt auch kaum etwas, worüber sich Menschen - nicht nur Politiker - mehr echauffieren können als über Straßenbahnen. (Das hat übrigens auch eine Podiumsdiskussion am Dienstag im Bremer Tor in Brinkum mal wieder gezeigt. Es ging um MIV wie A281, B6n etc. und die Strab durch Stuhr und Weyhe. Interessiert haben sich die Gäste fast nur für das Straßenbahnthema.)
Unter diesen Voraussetzungen ist der 67+10-Kompromiss schon ein beachtlicher Erfolg. Mal sehen was zu guter Letzt gemacht wird.

von Torsten S. - am 22.06.2017 19:20
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