Bauarbeiten in Huchting (m. 17 B.)

Startbeitrag von krni am 03.10.2017 12:13

Moin,

an diesem verlängerten Wochenende finden Gleisarbeiten am Roland-Center statt, die einen SEV erforderlich machen. Ich habe mir das Ganze gestern Nachmittag angesehen.

1. Die Linien 1 und 8 fuhren nur bis zum Brill, und von dort aus weiter als Linie 6E zum Betriebshof Neustadt. Rechts steht ein Bus der Linie 58E:


2. Die Linie 8 wurde über Obernstraße - Am Brill - Westerstraße zum BSAG-Zentrum geführt. Auf diesem Bild biegt Tw 3038 gerade in die Bürgermeister-Smidt-Straße ein:


3. Linie 8 auf der Bürgermeister-Smidt-Brücke:


4. Was sprach eigentlich dagegen, noch zwei Haltestellen weiter bis zum Hauptbahnhof zu fahren? Gut, am Regio-ZOB könnte es dann etwas voll werden, aber man könnte ja auch am Hugo-Schauinsland-Platz wenden. Bei einem SEV auf den nördlichen Zulaufstrecken fährt dieser eigentlich immer zur Domsheide weiter, da sollte umgekehrt auch ein SEV im Südnetz bis zum Bahnhof durchgebunden werden:


5. Richtung Huchting hielten die Busse am Fahrbahnrand, was bei der zweispurigen Straßen zu abenteuerlichen Umsteigevorgängen führte:


6. Die Linie 58E trug das illustre Ziel "Mittelshuchting via Huchting". Damit war sie die einzige, auf allen anderen Relationen wurde das Zwischenziel mit "via Roland-Center" angegeben:


7.+8. Ich fuhr dann mit dem völlig überfüllten SEV zum Roland-Center, wo diese beiden Bilder von der Baustelle entstanden:



9. In der Ausfahrt aus der Wendeschleife waren auf dem stadteinwärtigen Gleis eine Sh2-Tafel und ein Erdungskabel aufgestellt. An der Solinger Straße gab es das Gebilde noch einmal, dort auf dem stadtauswärtigen Gleis:


10. Auch die Ausfahrweiche wurde erneuert. Bei BahnBremen ist der alte Zustand von Freitagabend zu sehen:


11. Die Infoschilder gab es auch wieder :spos:, allerdings nur am Roland-Center. Am Brill konnte ich keine finden:sneg::


12. Die Busse waren nicht nur überfüllt, sondern litten auch unter dem hohen Verkehrsaufkommen auf der B75. Statt des vorgesehen 5-Minuten-Taktes gab es daher regelmäßig Pulkfahrten:


13. Laut Aushang sollten die Busse Richtung Am Brill an der hinteren Halteposition halten, tatsächlich hielten die Busse am Roland-Center jeweils zwei Mal. 4685 hat eine leicht veränderte Frontgestaltung: Normalerweise ist der Bereich innerhalb des Mercedes-Sterns schwarz:


14. Bis zum Roland-Center lautete das Ziel "Am Brill via Roland-Center", im Bild 4676 in der Flämischen Straße:


15. Bei der Gelegenheit habe ich mir natürlich den Baufortschritt an der Heinrich-Plett-Brücke angesehen. Die Brücke an sich ist fertig:


16. Es fehlt allerdings noch der Straßenbau: Gut zu erkennen der zukünftige Gleiskörper in der Mitte:


17. Als Abschluss zeige ich dieses Bild von 4580 zwischen den Haltestellen Delfter Straße und Am Sodenmatt. In einigen Jahren wird hier hoffentlich die Linie 1 fahren. An dieser Stelle hat die Heinrich-Plett-Alle bereits eine straßenbahntaugliche Breite:


Außerdem noch die Tonaufnahme der Sonderansage am Roland-Center [youtu.be].

Ich wünsche eine schönen Tag der Deutschen Einheit.

Antworten:

Power-Baustelle in Huchting: Der Abschied von Gleis 3

Wie ich aus verlässlicher Quelle mehrerer ÖPNV-Mitglieder erfahren konnte, wurde am vergangenen viertägigen Power-Baustellen-Wochenende in Huchting das Gleis 3 (das Abstellgleis) stillgelegt.
Grund: Reduzierung der gesamten Streckennetzlänge der Straßenbahn. Da man es in Bremen (bezogen auch auf intakte Gleise) nur schwer aushält zu stagnieren und festgestellt hat, daß man mit den Streckenausbauten der Straßenbahn momentan nicht voran kommt, hat man sich für nur übrig bleibende Maßnahmen des Rückbaus entschieden. Binnen der nächsten 10 Jahre sollen weitere Maßnahmen unabhängig der tatsächlichen Gleisabnutzung folgen bzw. Gleise stillgelegt werden: U.a. die Havemannstraße soll eingleisig werden bzw. ein Richtungsgleis verlieren (so aus Kreisen von Schienenfreunden zu hören). Aus anderen Fachkreisen war zu hören, daß die Betriebsstabilität ausgereizt und mindestens Sonder- oder Baufahrzeug-Verkehre auf die Straße verlegt werden sollen. Damit – und mit den eingesparten Wartungsarbeiten (alle gefühlten fünf Jahre Weicheninspektion) – werden Betriebskosten gespart… und Fahrpreise erhöht. Um außerdem zu sparen, spart man sich den Abriss des Abstellgleises und lässt es ohne Oberleitung und ohne funktionsfähige (vermutlich verschweißte) Weiche einfach liegen.

Die Huchtinger Straßenbahngegner haben dieses Geschehen mir gegenüber (ich wurde beim Weser-Kurier geschult) in einem kurzen Interview mit folgendem Statement zur Kenntnis genommen: „Endlich können wir uns bestätigt fühlen. Die Frage ist nur noch, wann die restlichen Gleise nach Huchting außer Betrieb genommen werden und wir uns auf die lang ersehnte umsteigefreie dauerhafte Busverbindung in Richtung Stadt freuen können“ (Marcus-B. K.). Auf Nachfrage weiter: „Wenn die Autofahrer ihre bekannten Qualitäten zukünftig auch im Nahverkehr wiederfinden, dürfte sogar mit steigenden Fahrgastzahlen zu rechnen sein. Eine dieser Qualitäten ist beispielsweise der Stau auf der B75, den man bisher in der Straßenbahn zwischen Huchting und Grolland nicht erleben konnte. Aber genau auf diesen Stau freuen sich jeden Morgen in ihren Autos zahlreiche Berufspendler aufs Neue. Das würde mit den Bussen nun auch möglich werden! Das haben wir am vergangenen Power-Baustellen-Wochenende selbst erlebt. Dankenswerter Weise hat man jeweils am Samstag und Sonntag mit SEV die gleichzeitige Sperrung der B75 zwischen Huchting und Delmenhorst (Brückenbau [Anmerkung des Autors]) nicht berücksichtigt und die Fahrzeiten für den Fahrplan der 57E/58E angesetzt, wie wenn alle Autofahrer nicht(!) durch Huchting fahren. Diese Qualitäten des Stau-Erlebnisses haben direkt für überfüllte Busse gesorgt. Das lässt auf steigende Fahrgastzahlen schließen. Wobei sich leider nicht überprüfen lässt, inwiefern hier von anderer Seite durch ausgefallene (oder bis ins Unendliche verspätete) Ersatzbus-Fahrten nachgeholfen wurde, um das Sitzplatzangebot der noch verkehrenden Busse auszureizen“ (Marcus-B. K.).

Hieran anschließend möchte ich zum Power-Baustellen-Wochenende ergänzen, daß meinen Beobachtungen entsprechend, vor allem der Umstieg am Brill von Bus zu Bahn und umgekehrt optimal funktioniert hat um die Fahrgäste zu strapazieren. Vor allem das (schon am Freitagabend) einfach erscheinende Abbiegen der Leerfahrten in Richtung Radio Bremen hat die an der Straßenbahnhaltestelle Richtung Huchting wartenden Fahrgäste beeindruckt. Diese standen dort Dienstagabend immer noch, da die bei Ankunft am Brill größtenteils als Leerfahrt beschilderten Ersatzbusse Richtung Huchting am Straßenrand (und nicht im Gleisbereich) hielten. Erst wesentlich später stand die Linie am Fahrzeug.

Für das ermöglichte Interview möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Marcus-B. K. von den Huchtinger Straßenbahngegnern bedanken und verbleibe mit

Aufrichtig stillgelegten Grüßen
Fahrdrahtschnüffler

Anlässlich einer Gedenkminute zur Stilllegung des Gleises 3 am Roland-Center wird von den Huchtinger Straßenbahngegnern ein Tag in der kommenden Woche gegen 19 Uhr zu Burger King an der Kirchhuchtinger Landstraße, oder bei weniger Nachfrage gegen 17 Uhr des (Werk-)Folgetags zu Mc Donalds im Roland-Center eingeladen.

von Fahrdrahtschnüffler - am 07.10.2017 11:16
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