FDP will 25 Mio. € bei der BSAG sparen

Startbeitrag von haubra am 16.11.2017 18:03

Ich muss diese Pressmitteilung hier einfach mal kommentieren:
Nachdem die Sparschraube bei der BSAG schon ziemlich fest angezogen wurde - und noch fester
angezogen werden wird (Neue Linienführung Habenhausen/Arsten, Kahlschlag im Busnetz Bremen-
Nord), möchte die "liberale" Partei nochmals gerne 25. Mio. im Jahr kürzen. Wie soll das gehen? Soll die BSAG genau so kaputt gespart werden, wie die Bremische Verwaltung, wo schon jetzt kaum noch was funktioniert? Aber ich denke das auch kaum einer der FDP-Abgeordneten regelmäßig den ÖPNV nutzt, geschweige denn Frau Steiner, die zu der von Papa übernommen, Firma im GVZ, kaum die Linie 63 nutzt sondern mit dem Vorstadt-Panzer (SUV) bequem von Tür zu Tür fährt und dann von dieser lästigen ÖPNV-Vorrangschaltung ständig ausgebremst wird. Freie Fahrt für freie Liberale - Nein Danke!

Antworten:

Ich musste auch nur den Kopf schütteln, als ich das Gebrabbel der FDP-Tante gesehen habe ...

von Passive Weiche - am 16.11.2017 18:50
Danke, dass Du den Bericht nochmal herausgehoben hast: Dieses Interview ist einfach eine Zumutung hoch drei. So etwas flaches und sinnentleertes habe ich selten gehört. Ohne jeden Maßnahmenvorschlag einfach mal halbieren. Lächerlich ...

Sie sollte sich einfach mal informieren, was in den letzten Jahren bei der BSAG - vor allem intern bevor überhaupt das Angebots angefasst wurde - bereits gemacht wurde oder sich einfach mal den Geschäftsbericht durchlesen, bevor sie mit solch platten Sachen kommt. Die Mitarbeiter und Leitung der BSAG sollten sich zurecht verhöhnt vorkommen. Aber das wäre wohl schon viel zu viel verlangt.

Die nächste Forderung sollte dann die Verlegung der Straßenbahn in die Martinistraße sein, dann wäre die Sache rund.

von HM2204 - am 17.11.2017 03:38
Zitat
Passive Weiche
Ich musste auch nur den Kopf schütteln, als ich das Gebrabbel der FDP-Tante gesehen habe ...


Ach, sie will doch nur ihr Wahlkampfversprechen einlösen, das blonde Engelchen.
"Freitag Nachts um halb 3 am Bremer Hauptbahnhof - endlich sicher fühlen"
Wenn es dann keinen Nahverkehr mehr gibt, kommt auch kein Gesindel (Menschen ohne Hausfrauenpanzer) in die Innenstadt.

von outsider99 - am 17.11.2017 09:39
Und vor allem, wieder Spricht sich doch die Sache. Man soll doch die Öffentliche Verkehrsmittel ( Sprich BSAG nehmen) um die Umwelt zu schonen damit nicht zu viele mit ihrem PKW in die Innenstadt Fahren. Auch die von außerhalb von Bremen kommen. Oder verstehe ich hier was Falsch !!:rolleyes:

von R.Tönjes - am 17.11.2017 12:57
Mit diesen Forderungen outet sich die FDP wieder einmal als klassische Milliardärspartei, die man nicht ernst nehmen kann und schon gar nicht wählen kann.

Obwohl zwei Drittel des Straßenbahnfuhrparks schrottreif sind, liegen die Fahrpreise genauso hoch wie in Städten mit nicht schrottreifem Fuhrpark.

Wenn man jetzt noch die Zuschüsse so dramatisch kürzt, steigen die Fahrpreise in astronomische Höhen, die durch nichts gerechtfertigt sind. Dann kann man den Laden gleich schließen, da die Fahrgäste scharenweise auf das Auto umsteigen würden.

Wie vernünftige Stadtentwicklung ohne einen leistungsfähigen Nahverkehr aussehen soll, ist mir ein Rätsel. Das scheint der FDP allerdings auch vollkommen egal zu sein.

von Manfred Morzik - am 17.11.2017 17:41
Das schlimme ist vorallem, dass dies laut dem Artikel immerhin die 50% der bisherigen Zuschüsse sind, das ist doch völlig utopisch, noch dazu wo man eigentlich den ÖPNV ausbauen sollte und jeder von E-Mobilität redet.

von National Rail - am 17.11.2017 18:12
Zitat
haubra
Ich muss diese Pressmitteilung hier einfach mal kommentieren:
...
Aber ich denke das auch kaum einer der FDP-Abgeordneten regelmäßig den ÖPNV nutzt, geschweige denn Frau Steiner, die zu der von Papa übernommen, Firma im GVZ, kaum die Linie 63 nutzt sondern mit dem Vorstadt-Panzer (SUV) bequem von Tür zu Tür fährt ...


Na gut, ich kann die Leute schon verstehen, die sich einen SUV kaufen - bei dem schlechten Zustand, den viele Bremer Straßen mittlerweile haben. Da möchte man dann mit einem Kleinwagen mit vielleicht filigraner Radaufhängung nicht drüberfahren.

Ansonsten war mir die Frau bisher recht sympathisch, bringt sie doch etwas frischen Wind in den Bremischen rot-grünen Filz. Mit ihren Äußerungen bezüglich der BSAG hat sie sich aber auch bei mir ins Abseits gestellt. Rote Karte!

von Arne Schmidt - am 18.11.2017 16:13
Also ich habe mit meinem Peugeot 107 in Bremen noch nie Probleme gehabt. Und zu Frau Steiner: Diese Frau war mir von Anfang an sowas von unsympathisch...
Wenn man mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, sollte man sich mit Ratschlägen, wie man sein Leben am Besten zu führen hat, doch eher zurückhalten. Mir kam sie immer etwas wie Susanne Klickerklacker vor, die war früher in der Sesamstraße auch immer das klügste Mädchen der Welt und am Ende fiel sie doch immer herein...
Ich finde nur schade, dass die Wähler auf solche Dummheiten hereinfallen und diese Partei auch noch wieder in den Bundestag gewählt haben.

[www.youtube.com]

von haubra - am 18.11.2017 17:35
Die von der FDP-Politikerin vorgeschlagene Kürzung wäre sicherlich der erste Schritt zur Abschaffung des ÖPNV in Bremen. Mutmaßlich hat diese Frau mal irgendwas in den Raum gestellt, ohne sich vorher sachkundig gemacht zu haben, um mal ihre Wählerklientel zu bedienen. Eigentlich ist das schade, weil gerade diese kleine Partei der "Mitte" oftmals auch durch positive – nicht Mainstream-getriebene – Beiträge auffällt.
Ich wage es kaum zu hoffen, dass es ganz anders gemeint war, nämlich als bewusste Provokation gegen die letztendlich auch nicht besonders ÖPNV-fördernde Koalition.

Mal paar Beispiele aus der Gemeinde Stuhr:
Alle Parteien haben der Verlegung des ZOB Brinkum auf einen Hotelparkplatz zugestimmt. Nur die FDP nicht, weil man dort erkannt hat, dass dort keine Verknüpfung der Regionalbuslinien mit der Straßenbahn gegeben wäre und dass man erst mal die endgültige Entscheidung pro oder contra Straßenbahn (für die die FDP auch ist) abwarten möge. Genau richtig so!
In diesem Monat wurde vom Gemeinderat die Verbesserung des Busverkehrs im Sinne eines Vorlaufbetriebes zur Linie 8 beschlossen. Zu den einzelnen Punkten gab es ca. 95 % Zustimmung. So weit so gut. Bei einigen Punkten hat sich die FDP enthalten, allerdings mit der Sicherheit im Rücken, dass es eine deutliche Pro-Mehrheit geben würde. M.E. war hier in Anbetracht der unausgegorenen Maßnahmen eine kritische Einstellung vollauf angebracht.

Zurück nach Bremen:
Wenn man sich den Eiertanz um die Straßenbahnneubeschaffung nochmal vergegenwärtigt, dann ist die "Autofahrerpartei" FDP (aber auch nur mit einer Einzelmeinung) leider gar nicht so weit von der angeblich ÖPNV-freundlichen Partei der Grünen entfernt. Von einem "echten Grünen" hätte ich mehr erwartet, aber Herr Lohse ... naja.

von Torsten S. - am 19.11.2017 12:59

Wie die Dame zur FDP gelangte (Link)

Hallo Politik-Interessierte,

Zitat
haubra
Ich finde nur schade, dass die Wähler auf solche Dummheiten hereinfallen und diese Partei auch noch wieder in den Bundestag gewählt haben.


Lencke Steiner hat sich erst wählen lassen und ist dann in die FDP eingetreten:
https://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Lencke-Steiner-tritt-in-die-FDP-ein-_arid,1121186.html
Die FDP hat auf diesem Weg ein "zusätzliches" Mandat sichern können, anders als wenn sie zuvor eingetreten wäre. Außerdem hat es taktische Vorteile gebracht (bzgl. Stimm-Anteile), jegliche Verbindungen zwischen ihr und der FDP dem Wähler vor der Wahl gegenüber nicht klar und eindeutig darzulegen.

Wer die Dame näher kennenlernen möchte, kann sich im Internet Videos ansehen, wo sie bei VOX in der Castingshow "Die Höhle der Löwen" (2014, ein Jahr vor der Bremen-Wahl) als Jury-Mitglied bzw. "Löwe" aktiv war. Zur Sendung schreibt Wikipedia: "In der Show werben Erfinder und Unternehmensgründer um Risikokapital zum Wachstum ihres Unternehmens. Sie stellen ihre innovativen Geschäftskonzepte den „Löwen“ vor und bieten ihnen Geschäftsanteile in Relation zum ermittelten Unternehmenswert an. Die „Löwen“ sind prominente Investoren, die eigenes Geld in Unternehmen ihrer Wahl investieren und diese mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung fachlich begleiten." (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_H%C3%B6hle_der_L%C3%B6wen).

Wer an dieser Stelle von Selbstinszinierung spricht, ist in der Politik richtig aufgehoben.

Aufrichtige Grüße
Fahrdrahtschnüffler

von Fahrdrahtschnüffler - am 19.11.2017 13:05

...und wer noch mehr "Nervennahrung" braucht (OT, Link)

Link zu Stern TV, etwas runterscrollen

von Arne Schmidt - am 19.11.2017 17:41
Das ist typisch FDP, einfach mal einen Vorschlag mit der Rasenmähermethode raus hauen, Konsequenzen egal.
Dass derart massive Einsparungen nur mit deutlichen Kürzungen im Angebot gingen, was Wirtschaft lähmen und Straßen verstopfen würde, kommt da keinem in den Kopf.

Gleiches sieht man ja auch bei der Begründung der geplatzten Verhandlungen auf Bundesebene. Eigene Kompromisse nein, Prinzipien reiten ja.

von Irgendware - am 20.11.2017 15:11
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