Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 1 Woche, 2 Tagen
Letzter Beitrag:
vor 1 Woche, 1 Tag
Beteiligte Autoren:
Fahrdrahtschnüffler, HB-Nord, Arne Schmidt, Linie 8, Citaro C1

Haben Busfahrer eine Zukunft?

Startbeitrag von Citaro C1 am 10.01.2018 20:57

Ich hoffe es ist nicht off-topic oder so, ich habe einfach nach einem Ort gesucht, wo man am Besten darüber diskutieren kann. Tut mir Leid wenn das nicht direkt was mit dem VBN zu tun hat.

Autonomes Fahren liegt momentan voll im Trend. Diese Technik ist auch schon (einigermaßen) marktreif, was Hersteller wie Tesla bereits bewiesen haben. Es gibt ja auch schon diese Minibusse, die die DB entwickelt hat bzw. weiter daran arbeitet.

Da Technik sehr im Wandel ist (vor 5 Jahren war es noch nicht sonderlich denkbar, dass Künstliche Intelligenz und Autonomes Fahren einige Jahre später möglich ist), ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Technik serienmäßig angeboten wird und reihenweise Busfahrer gekündigt werden, weil Personaleinsparung Umsatz bringt.

In einem halben Jahr werde ich eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb machen (nicht im VBN, aber in einer Stadt, wo u.A. autonome Busse getestet werden) und mache mir Sorgen, ob ich nicht vielleicht schon in 5 oder 6 Jahren mein Job los bin oder direkt nach der Ausbildung gekündigt werde.

Nur eine Frage der Zeit, bis irgendein VUnternehmen im VBN auf die Idee kommt, diese Busse zu testen und evtl sogar bei der Entwicklung mitzuwirken.

Was denkt ihr darüber?

Antworten:

Ich würde mir da keine Sorgen machen. Autonomes Fahren ist etwas für geschlossene Systeme, in denen der Faktor Mensch keine Rolle spielt. U-Bahnen z.B. Auf den Straßen mag man zwar großspurig herum testen, aber im Endeffekt ist das nur eine Masche der Hersteller um davon abzulenken, dass die Elektromobilität mal wieder verschlafen wurde.

von Linie 8 - am 10.01.2018 22:18
Zitat
Citaro C1

In einem halben Jahr werde ich eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb machen (nicht im VBN, aber in einer Stadt, wo u.A. autonome Busse getestet werden) und mache mir Sorgen, ob ich nicht vielleicht schon in 5 oder 6 Jahren mein Job los bin oder direkt nach der Ausbildung gekündigt werde.


In 5 - 6 Jahren sicherlich nicht. Wenn man aber die Entwicklung in den letzten Jahren beobachtet, wäre ich mir aber über einen Zeitraum von, sagen wir mal, 10 - 15 Jahren nicht sicher.

von Arne Schmidt - am 11.01.2018 08:58
Es gibt ja auch Meinungen wie "wollen wir uns wirklich so weit abschaffen und die Maschinen alle Arbeit tun lassen?" oder vergleichbar - das muss letztendlich die tolle Politik dieses Landes entscheiden. Ich denke jedoch nicht, dass autonomes Fahren nur etwas für geschlossene Systeme ist. Über Assistenzsysteme wie zum Beispiel aktive Spurhalteassistenten würde ich mich als Fahrer auch jetzt schon freuen, sowas gibt es ja bereits in Serie (nur selten in Bussen, leider). Ebenso habe ich - perspektivisch - keine Lust, ewig selbst auf gut ausgebauten Autobahnen zu fahren, das darf gerne mein Fahrzeug übernehmen. In nicht eindeutigen Situationen oder je nach Laune möchte ich mein Fahrzeug allerdings noch selbst steuern können.

von HB-Nord - am 11.01.2018 13:30

Der Schwindel um die Fahrerlosigkeit ist die Wahrheit über erweiterte Fahrerassistenzsysteme

Hallo liebe Science-Fiction-Fans!

Kurz- und mittelfrsitig, also innerhalb der nächsten 20 Jahre, geht es nicht darum die Fahrer aller Verkehrsmittel (Flugzeug, Auto, LKW, Zug, S-/U- und Straßenbahn sowie Linien-/Reisebus) zu ersetzen, sondern ihnen (je Verkehrsmittel durch entsprechende eigene sich ähnelnde Systeme diverser Hersteller) Erleichterungen zu bieten und die Fahrer in ihren Routinetätigkeiten zu entlasten (wie Technik es auch in anderen Branchen z.B. an irgendeinem Fließband tut) bzw. diese z.B. in Gefahrensituationen zu unterstützen: https://youtu.be/D20fZB7bgGo (Video [7:25]: Bus der Zukunft - Welt der Wunder)
- Es sei in Sequenz [1:19] darauf zu achten, daß der im Film gezeigte "fahrerlose Bus" auf einer für ihn oder den reinen Busverkehr gesperrten Straße fährt, damit der Fahrer das Lenkrad loslassen kann.

Vor 60 Jahren träumten die Menschen auch von einem Flug ins Weltall zu anderen Planeten. Ja, wir sind diesem Schritt in dieser Zeit näher gekommen. Aber bisher nie wirklich näher, als es sich die Menschen in dem Jahrzehnt des ersten bemannten Mond-Flugs (auch Teil der 60 Jahre, nämlich so ziemlich genau 48 Jahre her!) für die damals nahe Zukunft vorstellten.

Ja, wenn es doch so einfach wäre fahrerlos zu fahren (wir reden nicht über die beim Fahrradfahren losgelassen Lenker sondern quasi von der vom Fahrzeug übernommenen Antriebs- und Führungsleistung in Geschwindigkeit und Fahrtrichtung unter Bedingungen anderer Verkehrsteilnehmer) hätte man doch schon längst bei spurgeführten Schienenfahrzeugen anfangen können ;)
Von einem angehenden Fachmann konnte ich aber vor kurzem erfahren, daß selbst bei Schienenfahrzeugen das fahrerlose Fahren noch in den Kinderschuhen steckt und jetzt erstmals nach einer Entwicklungszeit von 7 Jahren (allein für die Anwendung der Technik, die auf dem ETCS-Level 2 beruht, vgl. neue Schnellfahrstrecke Berlin-München) ein Güterzug in Australien unter Aufsicht eines Lokführers mit Fahrberechtigung (!) weitestgehend eigenständig durch unbewohnte (!) Steppe verkehrt.

Also jeder der erzählt, den Job des Fahrers wird es bald nicht mehr geben, der erzählt wohl auch, daß wir (als Mensch und nicht als unbemannter Technik-Haufen der anschließend zu Weltraumschrott wird) morgen zum Mars fliegen (und dort angekommen Aliens antreffen).

Denn der Job des Fahrers wird nicht verschwinden, er wird sich nur ändern. So wie sich die Pferdegespanne der Straßenbahn auch zu elektrischen Fahrzeugen entwickelt haben, geht dabei der Job nicht verloren, denn die Fahrerlaubnisse werden trotzdem benötigt (auch bei der zukünftigen Fahrzeugüberwachung im fließenden Straßenverkehr). Nur die Ausbildung zum Fahrer dürfte sich den neuen technischen Fortschritten wie immer anpassen...

Manche Menschen leben von der Vorstellung das alles irgendwann ein Ende hat. Ich habe die Vorstellung, daß das Gewesene durch die gewonne Erfahrung in irgendeiner Form weiterlebt, so auch Dein Job.

Doch momentan verdient die Industrie sehr gut damit Visionen durch (auf das fahrerlose Fahren bezogen) marginalen Fortschritt zu verkaufen und damit nicht nur Hoffnungen sondern auch Ängste zu schüren - andere Verkäufer haben schon viel eher festgestellt, daß man durch das Auslösen von Emotionen viel besseren Umsatz generieren kann.

Aufrichtige Grüße
Fahrdrahtschnüffler

(Edit: Beitrag durch Vernunft in Wort und Schrift etwas mehr Anstand verliehen)

von Fahrdrahtschnüffler - am 11.01.2018 16:08
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.