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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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8
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ingo Teschke, Martin von Minden, BS&AG, D.Kleine, Frank Küpper, T.Hancke

SEV auf Linie 1 und 8

Startbeitrag von Ingo Teschke am 06.06.2004 22:24

Hallo,

in dieser Nacht werden in der Baustelle Langemarckstr. die Bau- bzw. Kletterweichen ersetzt. Ab Betriebsbeginn 07.06. benutzen die SL 1 und 8 auf dem eingleisigen Abschnitt das alte stadtauswärtige Gleis (bislang das stadteinwärtige).

Ab 20.00 Uhr fahren die SL 1 und 8 im Schienenersatzverkehr (Busse auf den Straßenbahnkursen), wobei zwischen Westerstr. und Neuenlander Str. über Hohentorsplatz (Hst. der OL 24), B75 und Neuenlander Str. gefahren wird. Die Haltestelle Pappelstr. wird nicht bedient.
Zwischen Osterholz und Kurt-Huber-Str. werden weiterhin Bahnen eingesetzt. Für den Pendelverkehr werden drei (!) Fahrzeuge benötigt (3057, 3058, 3064).
An den Haltestellen standen Hinweisschilder, die DFI zeigte leider überhaupt keinen Hinweis an, nicht einmal an den nicht bedienten Haltestellen Pappelstr. und Hochschule Bremen!

Für mich bleibt es völlig unverständlich, wieso die BSAG schon wieder fast die kompletten Linien auf Bus umstellt. Der Schienenersatzverkehr ist eine echte Zumutung für die Fahrgäste (geringes Sitzplatzangebot, nicht bediente Haltestellen wie z.B. am Dobben stadteinwärts, Norderländer Str., große Verspätungen), die Fahrzeiten sind aufgrund falsch geschalteter Ampeln sowie den Umweg zwischen Barbarossastr. und Julius-Brecht-Allee nicht zu halten, wodurch etliche Anschlüsse verloren gehen (die Anschlussgarantie gilt ja wahrscheinlich nicht).

Dabei hätte mal wieder eine logische Verknüpfung stattfinden können, und zwar hätten die SL 1 und 8 auf dem Linienweg Osterholz - Hauptbahnhof - Westerstr. - Domsheide - Kulenkampffallee verkehren können, im 20-Minuten-Takt wäre es ohne große Standzeiten an der Westerstr. weitergegangen. Zwischen Westerstr. und Huchting hätten natürlich Busse fahren müssen. Diese Lösung wäre nicht nur besser für die Fahrgäste gewesen, man hätte sogar Fahrzeuge eingespart (die drei Pendelwagen nach Osterholz mussten ja zusätzlich besetzt werden!).

Ich frage mich, warum ist es bei der BSAG nicht möglich, kundenfreundliche Baupläne aufzustellen? Haben die Fahrplanmacher etwa keine Lust und machen sicher das Leben einfach, indem sie einfach die gleichen Kurszettel in die Busse packen? Dies ist keine gute Werbung für die BSAG und geradezu kontraproduktiv, wenn die Belegschaft mit "100 % BSAG für Bremen" um Sympathien wirbt!

Hier noch ein Bild vom Umsteigen an der Kurt-Huber-Str. Da auch noch ein Rollstuhlfahrer mit umsteigen musste, hat das ganze fast 5 Minuten gedauert! Am Bus 4501 sieht man den Schriftzug "100 % BSAG für Bremen".



Ingo Teschke

Antworten:

>An den Haltestellen standen Hinweisschilder, die DFI zeigte leider überhaupt keinen Hinweis an, nicht einmal an den nicht bedienten Haltestellen Pappelstr. und Hochschule Bremen!

Die DFI zeigten nicht nur keinen Hinweis auf den SEV, nein, sie zeigten sogar die eigentlichen Abfahrten der Linien 1 und 8.
Das hatte zur Folge, dass sich jede Menge Fahrgäste an den Haltestellen versammelten, sich die Beine in den Bauch standen, sich wegen der langen Wartezeiten ärgerten und auf ihre Bahnen warteten.
Zwei Mal habe ich Leute an der Haltestelle Pappelstraße auf das kleine Zettelchen hingewiesen, dass da heute keine Bahn mehr kommen würde.
Ganz klar, wenn das DFI anzeigt, dass in fünf Minuten eine Bahn kommt, dann warte ich als Fahrgast auch ab und habe auch gar keinen Grund mich um einen rot umrandeten Zettel zu kümmern, der in der Vitrine hängt.

Nur wenn die Anzeigen einen Hinweistext zeigen, oder ganz abgeschaltet sind, dann gucke ich als Fahrgast auch mal, was in der Vitrine hängt, sonst wohl eher nicht.

Ganz schön laue Planung und Kundenservice, BSAG!

von Martin von Minden - am 07.06.2004 00:23
Moin!

Hälst du es wirklich für sinnvoll, die Linien 1 und 8 an der Westerstraße zu verknüpfen und nur zwischen Westerstr. und Huchting Busse einzusetzen. Dem kann ich nicht ganz folgen. Wozu? Auf diese Weise müßen etliche Fahrgäste in der Neustadt umsteigen, während bei der jetzt durchgeführten Aktion nur einige wenige Fahrgäste der Linie 1 im Endabschnitt davon betroffen waren. Umsteigen sorgt für zusätzlichen Unmut bei den Fahrgästen und sicherlich an der Westerstr. für erhebliche Verwirrung. Nicht immer bekommt jeder die Ansagen mit und bis der letzte begriffen hat, daß er jetzt in einen Bus steigen muß der auch noch an einer anderen Haltestelle steht, vergehen sicherlich Minuten. Und dann müßen auch noch mehrere Fußgängerampeln überquert werden um den Ersatzbus zu erreichen!
Wenn du davon ausgehst daß die Bahnen aus der Stadt geringfügig verspätet fahren (was ja durch die Blockabfahrten an der Domsheide und am Hbf durchaus die Regel ist) kannst du davon ausgehen daß die Ersatzbusse mit 5 - 10 Minuten verspätung fahren werden, weil das umsteigen halt Zeit kostet (gerade wenn hier auch noch ein Rollstuhlfahrer umsteigen muß). Was ist dadurch gewonnen? Der Bus der Linie 1, mit dem ich Sonntag unterwegs war, konnte dagegen auf der Fahrt vom Hbf nach Huchting die Fahrzeit der Straßenbahn halten (trotz Umleitung), und hatte lediglich Verspätung durch die Blockabfahrt am HBF!
Übrigens stellt sich die Frage, wo die Ersatzbusse an der Westerstr. eigentlich ihre Standzeit abstehen sollen. Die Haltestelle der Linie 24 (wohl die einzige Alternative) bietet nur für einen Gelenkbus platz. Man muß ja auch davon ausgehen, daß durch das Abwarten der Anschlüße hier auch mal ein Bus mehr stehen muß. Ganz davon abgesehen, daß die 24 nirgendwo mehr hinpasst. Deren Haltestelle müßte dann an den Fahrbahnrand verlegt werden, aber das gibt ja noch mehr Chaos!

Daß der Buseinsatz bis Kurt-Huber-Str. ungünstig ist, ist keine Frage. Aber letztendlich betrifft das zusätzliche Umsteigen nur die Fahrgäste einer Linie im Endabschnitt, in der Neustadt wären deutlich mehr Fahrgäste betroffen. Ich halte das für akzeptabel, zumal die Anschlußgarantie am Sonntagabend eingehalten wurde (entgegen der Angabe im Fahrplan, wonach die Anschlußgarantie bei Umleitungen nicht gilt).

Von einer Überfüllung der Busse hab ich übrigens nichts gemerkt; die Fahrt der Linie 1 nach Huchting ab HBF 22:14 war nur mit ca. 15 Personen besetzt, die Rückfahrt ab Huchting um 22:43 (Linie 8) sogar nur mit 2 (!) Personen. Das mag gegen acht, als der Ersatzverkehr begann, anders gewesen sein. Aber ich denke, die meisten Leute werden wohl verständnis haben, wenn sie in einer besondern Situation wie Sonntag mal ein paar Haltestellen stehen müßen. Es betrifft ja schließlich nur einen geringen Zeitraum spätestens um zehn herrschte in den Bussen ja bereits gähnende Leere...

Ich persönlich denke, der Ersatzverkehr war ganz gut so, wie er war!

Grüße,
Frank

P.S.: Zwei kleine Fehler hab ich noch zu korrigieren:
1. Die Ersatzbusse hielten auch stadteinwärts an der Hst. Am Dobben (ehemalige Hst. der 30er Linien)
2. Die Busse hielen nicht am Hohentorsplatz, sondern fuhren ab Westerstr. geradeaus direkt auf die B75 zur Neuenlander Str. (Gegenrichtung entsprechend)
Jedenfalls war das bei den Bussen so, mit denen ich gefahren bin, möglicherweise haben das manche Fahrer anders gemacht?

von Frank Küpper - am 08.06.2004 13:49
>2. Die Busse hielen nicht am Hohentorsplatz, sondern fuhren ab Westerstr. geradeaus direkt auf die B75 zur Neuenlander Str. (Gegenrichtung entsprechend)
Jedenfalls war das bei den Bussen so, mit denen ich gefahren bin, möglicherweise haben das manche Fahrer anders gemacht?

Die meisten Fahrer haben die Haltestelle Hohentorsplatz auch mitbedient. Es gab nur wenige Ausnahmen, so meine Beobachtungen.

von Martin von Minden - am 08.06.2004 14:43
Ich denke , wenn der SEV nur den späten Abend betrifft ist es schon in ordnung Busse fahren zu lassen, anders ist es jedoch wenn es sich um Wochenend "power-Baustellen" handelt,dann kommt es wie die Vergangenheit gezeigt hat, zu den Angesprochenen Problemen,um die Umsteigeprobleme in der Neustadt zu vermeiden , könnten die SEVBusse bis zum HBF parallel geführt werden,da die Hauptrelationen der Fahrgäste ja meist Huchting -Am Brill /Domsheide bzw Osterholz - Hbf.

So würde für viele das Umsteigen entfallen und man hätte Platz für die Busse.

von T.Hancke - am 08.06.2004 18:13
Auch moin,

ja, ich halte weiterhin einen SEV auf der Linie 1 zwischen Vahr in Innenstadt für eine Zumutung, die es - wenn irgend möglich - abzuwenden gilt. Auf diesem Streckenabschnitt liegen sehr viele Haltestellen auf eigenem Gleiskörper und eben nicht direkt auf der Straße. Dies führt häufig zu falsch wartenden Fahrgästen. Bis die dann beim Bus sind, geht mehr und mehr Zeit verloren. Die Busse haben keinerlei Lichtsignalanforderungen für ihre Spuren - im Gegenteil: Das Signal an der Kirchbachstr. wurde aufgrund der Codierung "Linie 1" angefordert, aber die Bahn kam ja nicht zum Wieder-Abmelden. Für den übrigen Verkehr gab's dadurch lange Wartezeiten. Am Dobben wurde zwar die Ersatzhaltestelle bedient, aber die ist für die wartenden und umsteigenden Fahrgäste kein adäquater Ersatz.

Die Folge bei meiner Fahrt (ab Züricher Str. 20.42 Uhr):
- Umsteigen Neue Vahr: 5 Minuten Verspätung
- Nicht jeder Fahrgast hatte einen Sitzplatz - die Bahn war eben gut gefüllt (hat mich allerdings auch überrascht)
- Kirchbachstr.: 8 Minuten Verspätung - Anschluss an SL 4 weg
- durch Abkürzung Schleifmühle Ankunft am Hbf nur noch 3 Minuten verspätet - allerdings hatte man alle anderen Anschlussbahnen und -busse schon abfahren lassen, so dass lediglich Sichtanschluss bestand (man konnte die Rücklichter noch sehen ...)
- Hochschule Bremen und Pappelstr. wurden gemäß Ansage nicht bedient. Als der Fahrer jedoch den Gegenbus am Hohentorsplatz halten sah, hielt er auch in Richtung Huchting.
- Gegenrichtungen verspätet: Kurt-Huber-Str. an +10 Min., Hbf ab Richtung Osterholz +8 Min.

Fazit: Meiner Ansicht nach sollte die SL 1 durchfahren. Über die 8 ließe sich diskutieren, wobei ich die Durchbindung mit der SL 8 aus wirtschaftlichen Gründen schon gemacht hätte. Wendemöglichkeit und Stellfläche Westerstr. gäbe es auf dem neuen Marktplatz gegenüber Hachez, ggf. Ersatz-/Zusatzhaltestelle zum Umsteigen gegenüber der Haltestelle der SL 8 in der Westerstr.

Soweit zu diesem Thema. Wie sollten denn der Ersatzverkehr aussehen, wenn demnächst an der St.-Jürgen-Str. die Weichen getauscht werden? Ich meine, dass man wie 1994 die SL 2 und 10 wunderbar am Sielwall verknüpfen sollte, SL 3 kann über Dobben - Hbf zurück zur Domsheide fahren. SEV Sebaldsbrück - Hauptbahnhof bzw. Domsheide und Weserwehr - Domsheide. Ich fürchte allerdings, dass nach üblichem Spiel mal wieder komplett Bus gefahren wird...

Ingo Teschke



von Ingo Teschke - am 08.06.2004 18:20
Ich finde es generell traurig, wie bei der BSAG das Thema SEV gehandhabt wird (wenn ich mich recht erinnere, war das früher auch mal anders). Ich erinnere mich noch als anno 2001 die Strecke Westerstrasse erstmalig für eine Umleitung genutzt wurde und dort sogar passende Haltestellenschilder standen! (Also für die Linien die dort umgeleitet fuhren!) Und eigentlich überall zumindest durch überkleben provisorisch die Haltestellen-Fahrpläne angepasst wurden! Was mich an der Aktion wundert ist, dass die BSAG nicht auch auf dem Abschnitt Kurt-Huber-Str. bis Züricher Strasse noch versucht hat mit Bussen zu fahren, so viel unpraktischer als zwischen Kirchbachstrasse und Julius-Brecht-Allee ist das auch nicht mehr...

Solange das wirklich "nur" an einem Sonntag-Abend ist, denke ich wirklich, dass dies zu verschmerzen ist, aber die BSAG macht dies ja auch bei Umleitungen, die über ein ganzes Wochenende gehen. In den verkehrsschwachen Zeiten geht das ja auch noch gut, aber Samstags zur Shopping-Primetime wird das eng, vor allem, wenn nach 16 Uhr eh nur noch alle 20 Minuten gefahren wird.
Ich erinnere mich noch an das letzte Jahr: Das Himmerlfahrtswochenende, an dem die Linie 4 am Freitag im 5 Minuten-Takt durch Busse ersetzt wurde und zwar bis auf den Abschnitt Arsten - Huckelriede auf voller Länge! Dabei wäre es dort wirklich kein Problem gewesen die 1 und 4 zwischen Huchting bzw. Arsten und Bürgerpark pendeln zu lassen und erst ab Hbf. SEV bis Borgfeld/Osterholz; für sowas hat man die Schleife doch. Zum Glück hat man, glaube ich, nicht so viele Busse, als das man wenn im Sommer an der Domsheide gebaut wird, die Linien 2, 3, 4, 5, 6 und 8 durch Busse ersetzen könnte, ich befürchte sonst würde man das glatt auch noch versuchen, nur um keine neuen Fahr- und Dienstpläne erstellen zu müssen...

Aber generell unterscheidet sich der Aufwand, den man zu Umleitungen/SEVs treibt gewaltig. Als an der Westerstraße gebaut wurde und die 24 über Wochen (oder waren es Monate) in Richtung Neue Vahr über Am Brill und Martinistraße umgeleitet wurde, hat man wenn ich mich recht erinnere nicht mal die Durchsagen und Anzeigen der Haltestellen angepasst! Als die 26/27 über Theater am Leibnizplatz umgeleitet wurde, weil in der Pappelstrasse gebaut wurde, hat man dies gemacht und auch auf der ganzen Strecke passende Bau-Fahrpläne ausgehängt. Wobei ich das Gefühl habe, dass in letzter Zeit der Aufwand für jede Umleitung und SEV so minimal wie möglich gehalten wird...

von D.Kleine - am 08.06.2004 20:10
Hallo,
Warum ist denn dieses Bild nicht in der Fahrzeugliste enthalten ?

von BS&AG - am 16.02.2007 20:52
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