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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Christian Triebsch, Torsten S., Harald, straphan, Martin B., Andreas Busch, T.Hancke

Fahrbericht Solarisbus

Startbeitrag von T.Hancke am 27.01.2006 19:38

Gestern hatte ich auch mal die Gelegenheit eine Fahrt mit dem 4701 zu machen, folgendes war auffällig.
Der DAF -Motor läuft sehr ruhig und die Getriebeabstimmung ist auch gut gelungen,die Beschleunigung ist auch recht ansprechend.
Nach mehreren Einsatztagen war am Auspuff kaum Rußanhaftung zu sehen.
Auch der Federungskomfort war gut, technisch also ein gelungenes Fahrzeug.

Die Innenausstattung hat mir nicht so gut gefallen,es macht alles einen sehr beengten Eindruck , auch durch die etwas dunkel wirkenden Farben.
Das größte Manko ist aber die nach Innen schwenkende Mitteltür,dadurch ist der Kinderwagen/Rollstuhlplatz SEHR beengt und es kommt garantiert nur 1 Rollstuhl/Kinderwagen mit. Unverständlich,dass man hier wieder die Technik von vor 20 Jahren wählt, meiner Meinung nach ein echter Rückschritt.
Dies scheint noch nicht mal ein Solarisfehler zu sein,die Fahrzeuge für Hannover z.B. haben Außenschiebetüren wie die GT8N,das wäre sicher eine bessere Lösung gewesen.

Antworten:

Re: Schwenkschiebetüren

Ich hab gehört, dass die Schwenkschiebetüren bei Omnibussen sehr störanfällig sein sollen und deshalb von vielen Verkehrsunternehmen grundsätzlich nicht (mehr) verwendet werden. Bei der Straßenbahn soll das wohl nicht so problematisch sein, da das Fahrzeug nicht so großen Erschütterungen ausgesetzt ist. Aber wie gesagt: Ich hab das nur gehört und kann es nicht beweisen... Wär nur 'ne mögliche Begründung.

Gute Nacht!

von Martin B. - am 28.01.2006 01:40

Türen Bus, Kritik Solaris

Schwenkschiebetüren bei Bussen sind sehr anfällig, da sie ganz anderen Belastungen als bei einem Schienenfahrzeug ausgesetzt sind.

Die BSAG hätte wieder auf die Außenschwenktüren wie bei den anderen Bussen zurückgreifen sollen, da diese bei Bussen gut funktionieren, nicht ganz so teuer wie Schwenkschiebtüren sind und vor allem im Fahrzeug selbst viel mehr Platz lassen. Rechts und Links der Türen müssen keine Schutzscheiben angeordnet werden. So konnte man bei den Bussen bisher rechts neben der 2. Tür einen großen Stehbereich schaffen. Da die Scheiben im Eingangsbereich fehlen, ist auch der Fahrgastfluß wesentlich besser. Und zu guter Letzt kann der gesamte Türraum zur Not auch als Stehbereich dienen.

Die BSAG hat hier einfach nur voll auf die Kostenschraube gesetzt und einfach das Günstigste genommen, aber nicht unbedingt das Beste.

Und warum in einen Bus, der keine 4. Tür hat, ein stehender Motor eingebaut werden musste, ist mir völlig unbegreiflich. Es fallen Sitzplätze weg und der Raumeindruck ist erheblich eingeschränkt. Der Turm wirkt erdrückend. Und mitnichten ist die Technik beim stehenden Motor einfacher. Zusätzliche Probleme sind die asymmetrische Gewichtsverteilung und der höher liegende Schwerpunkt. Die Fahrer werden damit zu kämpfen haben (Erfahrung aus Dresden).

Desweiteren passen die gelben Haltestangen nicht zum Erscheinungsbild der BSAG (rot oder Edelstahl müßte es sein) und der Durchgang im Gelenk ist viel zu niedrig. Und was soll überhaupt die ganze Solaris-Werbung im Bus? Fahren wir mit der BSAG oder einem neuen polnischen Verkehrsbetrieb? Ich finde, der Solaris Urbino 18 ist kein gelungenes Fahrzeug. Man hat hier nur auf den Preis geschaut, aber nicht das beste Preis-/Leistungsverhältnis erhalten. Bitte das nächste Mal wieder MAN oder Mercedes.

von Andreas Busch - am 28.01.2006 12:52

Re: Türen Bus, Kritik Solaris

ZITAT: Und warum in einen Bus, der keine 4. Tür hat, ein stehender Motor eingebaut werden musste, ist mir völlig unbegreiflich.

Solaris-Busse sind i.d.R. mit einen Tower ausgestattet - wenige Wagen haben einen liegenden Motor (z.B. die in Delmenhorst), das sind aber nur die U12er. Es gibt keinen U18 mit einen liegenden Motor. Entweder also baut Solaris grundsätzlich U18 nur mit einen Tower, oder die BSAG müsste extra für einen liegenden Motor bezahlen.

Gruß
Karol Tyszka
ex-Bremer :D

von straphan - am 28.01.2006 16:33

Re: Türen Bus, Kritik Solaris

Hallo,
als ich finde der Bus ist ein klarer Rückschritt. Da konnte selbst 4901 von 1988 einiges besser.
Der beste und modernste Bus im BSAG Fuhrpark bleibt der MAN 313 (4501-4530). Hoffentlich werden die geplanten Solobusneubeschaffungen keine Solaris, dann doch lieber ein alter O405N oder MAN.
PS: Ich habe nichts gegen Solaris, die in Hannover und Düsseldorf machen einen anständigen Eindruck. In Bremen durfte wohl kein Cent zuviel ausgegeben werden.

Harald

von Harald - am 28.01.2006 19:27

Re: Türen Bus, Kritik Solaris

> Die BSAG hätte wieder auf die Außenschwenktüren wie bei den
> anderen Bussen zurückgreifen sollen, da diese bei Bussen gut
> funktionieren, nicht ganz so teuer wie Schwenkschiebtüren
> sind und vor allem im Fahrzeug selbst viel mehr Platz lassen.

Und dem Fahrgast beim Öffnungsvorgang vor die Nase schlagen (vor allem denen, die es nicht gewohnt sind, dass die Tür beim Öffnen 20cm entgegen kommt). Zusätzlich sind viele Haltestellen mittlerweile behindertengerecht, also mit sog. Kasseler Bord ausgestattet. Eine Außenschwenktür setzt da unter Umständen auf und wer dann noch Kneeling macht, hat eine Tür weniger.

> Und warum in einen Bus, der keine 4. Tür hat, ein stehender
> Motor eingebaut werden musste, ist mir völlig unbegreiflich.

Das liegt wohl am Besteller, oder? Es gibt den Urbino 18 auch als 3-Türer mit liegender MAN-Maschine...

> Zusätzliche
> Probleme sind die asymmetrische Gewichtsverteilung und der
> höher liegende Schwerpunkt. Die Fahrer werden damit zu
> kämpfen haben (Erfahrung aus Dresden).

Schwerpunkt mag sein, aber der liegende Motor in jedem MB oder MAN liegt auch hinten links...

Christian.

von Christian Triebsch - am 03.02.2006 08:33

Re: Klima, Innendesign, Hersteller, WgNr.

Peinlich, aber nicht für den Hersteller, ist der abermalige Verzicht auf eine Klimaanlage oder einer Luftkühlungs-/entfeuchtungs-Anlage wie im GT8N-1. Was will der Besteller (BSAG) dem Fahrgast damit mitteilen? Wir alle wissen, dass auch ein klimatisierter Bus nicht so komfortabel ist, wie eine Strab, also muss der Komfortunterschied zwischen Bus und Strab nicht noch künstlich vergrößert werden. Es fehlen einfach verbindliche Vorgaben durch den VBN/ZVBN, um die zahlenden Fahrgäste vor überhitzten und zugeklebten (Vollwerbung) Fahrzeugen zu schützen.

Zur den Haltestangen:
Mir persönlich gefallen die gelben Stangen wesentlich besser als die roten Stangen; wobei designmäßig wohl die 1997 mit roten Stangen, Grafitti-Muster und Schmuddellichtlampen ausgelieferten Busserie (46xx) wohl das Unmöglichste war, was seit den frühen 70er kreiert worden ist.

Zum Hersteller:
Die Zeit wird zeigen, wie gut oder schlecht diese Fahrzeuge im Vergleich zu anderen sind. Der Besteller entscheidet üblicherweise nach verschiedenen Kriterien, u.a. den Lifecycle-Kosten.

Zur Wagennummer:
Ich hätte eher auf 4901ff getippt, weil dort Platz für 99 Solarisbusse wäre; bei 47er passen bis ca. 2010 nur 50 rein. Hält man die 49er-Nummer etwa für die U-Bahn-Fzg. zum Spacepark frei *)?

Zu den Türen:
Auch in anderen Städten geht man teilweise wieder zu Innenschwenktüren über. Die Außenschwingtüren wurden ja ursprünglich nur in Überlandlinienbussen eingebaut mit dem Argument, dass der damals noch hochflurige Wagenkasten dadurch stabiler sei, aber mit den bekannten Nachteilen Langsamkeit und Platzbedarf im Fahrzeugaußenbereich.
Für die ersten Nf-Busse wurden sie dann auf Stadtbusse adaptiert, da man davon ausgehen musste, dass die damals Nf-ungeübten Fahrgäste mit "Innenschwingern" - weil auf gleicher Fußbodenhöhe - in Konflikt geraten könnten. Schwenkschiebetüren stören zwar weder innen noch außen, aber sind für Tür 1 ungeeignet, womit stets bei ein und demselben Bus verschiedene Türmechanik inkl. Ersatzteile zum Einsatz kommen muss.

*) Achtung, das ist ein Scherz

von Torsten S. - am 03.02.2006 12:08
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