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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Peter Burtchen, Frank Meier, Ingo Teschke

DIE CHRONIK: HEUTE VOR 25 JAHREN

Startbeitrag von Peter Burtchen am 01.02.2006 11:17

In memoriam Karl Möller

Aus - vorbei. Gestern fand die Abschlussversammlung der "Interessengemeinschaft ÖPNV" statt. Damit endete nach exakt 25 Jahren eine Ära, die am 1. Februar 1981 begann. Die Gründe, die zur Auflösung führten, sind hinreichend bekannt und brauchen hier wohl nicht noch zusätzlich weiter erwähnt werden. Im Folgenden möchte ich mich daher lediglich auf die Schilderung der Situation vor 25 Jahren beschränken.

Das Verdienst zur Gründung dieser Gemeinschaft steht wiohl zweifelsohne Karl Möller zu und ihm gebührt posthum unser aller Dank.
Zuvor war M. jahrelanger 2. Vorsitzender des Vereins "Eisenbahnfreunde Bremen e.V." (dem auch viele Straßenbahnfreunde angehörten) und hatte in dieser Funktion erfolgreich zahlreiche Fahrten zu allen möglichen Gegebenheiten organisiert. Durch seine Tätigkeit bei der Bremer Straßenbahn AG im Betriebshof Gröpelingen hatte M. guten Kontakt zum Busunternehmer Wiebking, der seinerzeit im Auftrage der BSAG die damalige Buslinie 29 (Hohweg - Hemmstraße/Annaweg) betrieb und seinen Bus in Gröpelingen stationiert hatte. Diesen Bus konnte M. am Wochenende günstig anmieten und machte davon für den Verein sehr oft Gebrauch. Das mißfiel allerdings dem 1. Vorsitzenden, einem erzkonservativen Verfechter des Schienenverkehrs, der den Standpunkt vertrat, dass Schienenfreunde ihre Ausflugsfahrten selbstverständlich nur auf der Schiene durchzuführen hätten, während M. mit den günstigen Preisen für die Busfahrten argumentierte. Nachdem zwischen beiden keine Einigung erzielt werden konnte, zog M. sich aus dem Vorstand zurück und führte seine Fahrten fortan unter eigenem Namen durch.
Doch schon bald musste er erkennen, dass das für ihn als Einzelperson wesentlich schwieriger war, besonders was die Wünsche nach Besichtigungen bei anderen Betrieben und auch das Aushandeln günstiger Übernachtungspreise betraf. "Als Verein mit einem zugkräftigen Namen war das vorher viel einfacher" sagte M. mir damals.
So entschloss er sich, einen neuen Verein zu gründen. Im Kollegen- und Freundeskreis waren schnell Mitstreiter gefunden und so wurde am 1. Februar 1981 die "Interessengemeinschaft ÖPNV" gegründet - heute vor 25 Jahren.

Obwohl die IG kein eingetragener Verein ("e.V.") war, wurde sie aber dennoch wie ein Verein geführt; mit fünfköpfigem Vorstand - bestehend aus 1. und 2. Vorsitzenden, Kassenwart, Schriftführer und Beisitzer - , zwei Kassenprüfern, sowie einer jährlichen Hauptversammlung mit turnusmäßigen Wahlen. Zur Abdeckung der Porto- und Kopierkosten für die Rundschreiben wurde ein symbolischer Mitgliedsbeitrag von 6 DM pro Jahr erhoben. Dieser günstige Beitrag, vor allem aber das attraktive Programm ließ die Mitgliederzahl schnell auf weit über 100 anwachsen. Neben dem monatlichen Vereinsabend, auf dem in den ersten Jahren sehr oft das damals neue Medium Video die Zuschauer begeisterte, standen zahlreiche Tagesfahrten zu interessanten Veranstaltungen jeglicher Art (heute würde man das "Event" nennen) und Besuchen bei Verkehrsbetrieben in der näheren und weiteren Umgebung auf dem Programm. Mindestens einmal jährlich fanden Wochenend-Tripps (Fr - So) nach Berlin statt, an denen ich selbst mehrmals teilgenommen habe. Das unbestrittene "Highlight" waren jedoch die jährlichen Mehrtagesfahrten mit der DB im Gesellschaftswagen zu weiter entfernten Zielen, wie z. B. nach München mit Abstecher zur Zugspitzbahn oder auch (nach der "Wende") nach Rostock ("Molly") oder Dresden mit Dampfeisenbahn nach Radebeul und Ausflug zur Kirnitschtalbahn.

Es war eine schöne Zeit.

Antworten:

Nein,

Hallo Peter,
ich wußte noch nicht mal, dass diese Gruppe existierte. War es nur für BSAG-Mitarbeiter?
Gibt es noch mehr unbekannte Vereine / Gruppierungen in Bremen, die sich mit dem Thema Bahn beschäftigen? (Freunde der Bremer Straßenbahn ist bekannt, die EF Bremen und die hier genannte IG gibt es nicht mehr - noch was vergessen?)

Warum wurde die IG aufgelöst? (Oder gibt es dann wieder Streit und Beschimfpungen)

Gruß
Frank

von Frank Meier - am 01.02.2006 20:27

Re: Nein,

Frank Meier schrieb:
>
> Hallo Peter,
> ich wußte noch nicht mal, dass diese Gruppe existierte. War
> es nur für BSAG-Mitarbeiter?

Nein; die Gruppe hatte zwar viele BSAG-Mitarbeiter als Mitglied, stand aber allen Interessierten offen.

> Gibt es noch mehr unbekannte Vereine / Gruppierungen in
> Bremen, die sich mit dem Thema Bahn beschäftigen? (Freunde
> der Bremer Straßenbahn ist bekannt, die EF Bremen und die
> hier genannte IG gibt es nicht mehr - noch was vergessen?)
>
> Warum wurde die IG aufgelöst? (Oder gibt es dann wieder
> Streit und Beschimfpungen)

Bevor ich hier etwas Falsches schreibe, frage lieber mal Ingo Teschke oder Martin von Minden; die können es sicher besser erklären.

Gruß
Peter Burtchen

von Peter Burtchen - am 02.02.2006 09:19

Gründe für die Auflösung der IG ÖPNV

Hallo,

zunächst einmal bin ich ein bisschen verwundert, warum Peter die Frage nicht selbst beantworten kann. Er hat schließlich im vergangenen Jahr ebenfalls für die Auflösung der IG ÖPNV gestimmt.

Aber gut, dann versuche ich es kurz zu erklären:
Insbesondere nach dem Ausscheiden von Karl Möller aus dem Vorstand der IG ÖPNV Anfang der 90er Jahre wurde das Programm der IG ÖPNV immer dünner:

Tagesfahrten wurden kaum noch angeboten, weil das Interesse zurückgegangen war (es waren ja alle erreichbaren Ziele schon mal besucht worden). Die wenigen Tagesfahrten waren dann teilweise auch noch Fahrten, die man nicht unbedingt in einer Gruppe durchführen muss (z.B. Weihnachtsmarkt in Lübeck, was mit ÖPNV ja nicht viel zu tun hat).

Bei den Vereinsabenden, die immer in einer Gaststätte abgehalten wurden, fanden keine Vorträge oder Bilderabende statt, weil es häufig die Räumlichkeiten gar nicht hergaben. Es entwickelte sich daher ein Stammtisch, bei dem manchmal diskutiert wurde, was nicht unbedingt mit ÖPNV zu tun haben musste (gleichwohl gab es auch darüber Diskussionen).

Mehrtagesfahrten waren auch in der Akzeptanz gesunken, weil bei der DB durch den ICE-Verkehr kein Barwagen mehr mitgeführt werden konnte. Für mich war das überhaupt kein Problem - im Gegenteil. Aber viele hatten die Fahrten als einen feucht-fröhlichen Ausflug verstanden, der so nun nicht mehr möglich war.

Kurzum, in den letzten 10 Jahren gab es so gut wie keine nennenswerten Aktivitäten. Damit war der Zweck der IG ÖPNV nicht mehr gegeben, und nur einen Verein am Leben zu halten, um in Erinnerungen zu schwelgen, macht keinen Sinn. Als der langjährige Vorsitzende für letztes Jahr seinen definitiven Abschied angekündigt hatte, kam dann u.a. von mir der Antrag an die Versammlung, das Vereinsleben geordnet auslaufen zu lassen. Es spricht ja nichts dagegen, dass sich der Stammtisch weiterhin einmal monatlich in der Gaststätte trifft, nur bedarf es keines Vereins mit Satzung, Kasse und Hauptversammlung.
Dem Antrag wurde bei der letztjährigen Hauptversammlung mit einer Gegenstimme stattgegeben.

Ich fand die IG ÖPNV gerade in der Anfangszeit wirklich klasse. So konnte ich dadurch Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen und vielen BSAG-Mitarbeitern beim Erzählen von tollen und weniger tollen Geschichten zuhören. Daher danke ich allen IG-ÖPNV-Machern der letzten 25 Jahre ausdrücklich für ihr Engagement.

Ingo Teschke



von Ingo Teschke - am 02.02.2006 20:45

Eigentlich Schade...

, aber danke für die Erläuterungen!

Gruß
Frank

von Frank Meier - am 03.02.2006 23:27
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