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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ingo Teschke, Manfred Morzik, D.Kleine, T.Hancke

BSAG Chef wird Unfähigkeit vorgeworfen.Vertragsverlängerung fraglich.

Startbeitrag von T.Hancke am 18.02.2006 16:28

Dieser Artikel war heute im WK zu lesen:>>


Ist das jetzt ein Komplott gegen die Straßenbahn?

Nachdem bereits der Straßenbahnfreundliche Verkehrssenator Eckhoff abgeköst wurde,scheint man nun auch den Motor des Straßenbahnausbaues Herrn Drechsler loswerden zu wollen.

Bis jetzt wurden doch die Einsparvorgaben durch die BSAG immer erfüllt?

Kennt jemand Hintergründe dieser Aktionen?

Antworten:

Meine Einschätzung

Hallo,

ob man's glaubt oder nicht - ich kann zumindest aus dem Artikel etwas Positives herauslesen. Und zwar meine ich die Tatsache, dass man sich bereits ein Jahr vor Vertragsende darüber Gedanken macht, wie es danach weitergehen soll. Dies ist in anderen Städten überhaupt keine Selbstverständlichkeit.

Ich denke, dass zur Zeit Vertragsverhandlungen mit Herrn Drechsler laufen. Und hier versucht die Stadt Bremen als Anteilseigner, sein Gehalt zu drücken. Vor etwa zwei Jahren gab es ja schon einmal kritische Äußerungen was die Höhe seiner Bezüge angeht. Inwieweit das gerechtfertigt ist oder nicht, vermag ich nicht einzuschätzen - ich kenne weder das Gehalt von Herrn Drechsler noch branchenübliche Vergleichszahlen.

Ich finde es allerdings beschämend, dass solche Dinge überhaupt in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Hier ist m.E. ganz gezielt etwas lanciert worden, wahrscheinlich um Druck auf Herrn Drechsler auszuüben (s.o.). Der zuständige Redakteur, Wigbert Gerling, hat ja sehr gute Verbindungen in die Politik (er war ja mal kurzzeitig Pressesprecher von Bürgerschaftspräsident Weber). Dass der WK bei solchen Ränkespielchen mitmacht, ist für mich ebenso unverständlich, denn die Botschaft soll ja nach meiner Einschätzung nur einer von ca. 200.000 Lesern eigentlich lesen.

Ingo Teschke



von Ingo Teschke - am 18.02.2006 17:13
Als ich das eben in der Zeitung gelesen habe, fragte ich mich auch was das soll. Zumal ich mich frage, wo man noch mehr hätte sparen sollen? 10 Millionen pro Jahr sind ja nun auch nicht gerade wenig, immerhin schon mehr als 25.000¤ am Tag, dafür muss man denke ich schon mehr als einen Kurs jeden Tag einsparen und auch 25.000 zahlende Kunden pro Tag (angenommen Kurzstrecke) sind wohl auch nicht einfach zusätzlich zu gewinnen, ohne das Angebot zu verbessern (würde aber zu Mehrausgaben führen).

Man kann Herrn Drechsler ja wohl nicht anlasten, dass in Bremen in Sachen Straßenbahnbau zwischen den späten 70ern bis in die späten 90er quasi nichts passiert ist, etliche Strecken, die letztes Jahr beschlossen wurden, sind eigentlich schon länger überfällig. Und das man dort dann mit Bussen fährt ist schließlich unvermeidlich, denn durch Huchting oder zum Weserpark fahren die Busse ja nicht als ABM-Massnahme sonder weil es dort Fahrgäste gibt, dies gilt insbesondere auf dem Weg zum Weserpark, wo mit der 25, 38 und 40/41, wohl von Vegesack, Oslebshausen und der Stadtmitte abgesehen mit die meisten Busse vorbei fahren dürften...

Aber wenn es um Einsparen geht, kein Problem, Hauptlinien nur noch alle 15 Minuten, ab 21 Uhr alle 60 Minuten, die Nachtlinien brauchen wir ja auch nicht wirklich und Sonntags sollte es auch reichen ab 9 Uhr alle 30 Minuten zu fahren. Naja Straßenbahngleise brauchen wir auch keine neuen, wenn die abgefahren sind können wir uns die Bauarbeiten sparen und einfach Busse fahren lassen. Die Busse können künftig ja auch 20 Jahre fahren und wenn dann der letzte zahlende Kunde vertrieben ist können wir den ÖPNV komplett dicht machen, dann kostet uns das gar nichts mehr: Ziel erreicht!

Durchschnittlich gut geführte ÖPNV-Unternehmen in VERGLEICHBAREN Städten haben in der Regel aber auch einen höheren Anteil an schienengebundenen Verkehrsmitteln und wie wir wissen sind diese meist ökonomischer als Busse. Naja die Bremer Politiker wollen halt lieber noch mehr Geld in das Millionengrab Space Park und ähnlich Projekte kippen, denn von einem haben die wirklich Ahnung: Von sinnloser Geldvernichtung!

von D.Kleine - am 18.02.2006 17:20
Hallo,

ich finde es auch teilweise schon ziemlich krass, was den Fahrgästen der BSAG an Fahrplänen zugemutet wird (im Vergleich zu den 70er-Jahren). Wollte man noch mehr sparen, könnte man den ÖPNV in Bremen gleich ganz einstellen.

Hierzu Beispiele:
An Sonntagnachmittagen wird z. B. auf den Hauptlinien nur noch alle 20 Minuten gefahren, während Städte wie Hannover und Dortmund längst wieder zum 15-Minuten-Takt zurückgekehrt sein sollen, weil 20 Minuten doch als zu selten empfunden werden.

Letzte Woche am Mittwoch durfte man in Huchting in der Rush-Hour mal wieder 20 Minuten auf die Buslinie 58 warten, weil ein Bus ausfiel.
Angeblich gibt es jetzt schon in der HVZ keine Gelenkbusreserve mehr, so dass (wenn überhaupt) 2-Achser zum Einsatz kommen. Diese sind aber auch schon ziemlich alt...

Zur Unfähigkeit der Bremer Politiker fällt mir dann folgendes ein:
Von den Versäumnissen in den 70er/90er-Jahren ganz zu schweigen: Da hatte die Bremer Landesregierung jedes Jahr bis zu 35 Millionen Mark an Bundesmitteln verfallen lassen, weil man keine neuen Bahnstrecken haben wollte....

Selbst "Weltstädte" wie Mannheim (deutlich kleiner als Bremen) haben in der City bis auf eine Buslinie nur Straßenbahnlinien...

Es gibt so gut wie keine nennenswerten Verknüpfungen von BSAG und DBAG in den Stadtteilen, obwohl es in anderen Städten schon seit Jahren Bahnhöfe gibt, an denen zwischen Straßenbahn und Eisenbahn umgestiegen werden kann.

Richtige Park+Ride-Parkplätze sind auch Mangelware.

Viele Grüße

Manfred Morzik

von Manfred Morzik - am 19.02.2006 01:29

heute Artikel im Weser Report

Hallo,

heute steht im Weser Report ein Artikel zum gleichen Thema, der einen völlig anderen Tenor hat. Demnach wird die Vertragsverlängerung von der großen Mehrheit des Aufsichtsrats gewünscht, so der CDU-Politiker Pflugradt.

Es wird vermutet, dass der gestrige Artikel im Weser Kurier gezielt aus der Umgebung vom (scheidenden) Bausenator Eckhoff lanciert wurde, und dass die Vorwürfe auf einem mehr als 1 Jahr alten Papier beruhen.

Ingo Teschke



von Ingo Teschke - am 19.02.2006 19:45
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