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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Peter Burtchen, D.Kleine, Martin von Minden, heiko, T.Hancke

DIE CHRONIK: Gestern vor 20 Jahren

Startbeitrag von Peter Burtchen am 02.10.2006 09:56

1. Oktober 1986:
Gestern vor zwanzig Jahren wurde die BREMER KARTE eingeführt, eine übertragbare Monatskarte zum damals sensationell günstigen Preis von 40 Mark (im Jahresabonnement sogar nur 35 Mark pro Monat). Das neue Angebot war vom Start weg ein großer Erfolg und brachte der BSAG viele neue Stammkunden. Neben der Übertragbarkeit bot die Karte zudem noch die Mitnahmemöglichkeit einer zweiten Person ab 19 Uhr bis Betriebsschluss bzw. ganztags am Wochenende und an Feiertagen. Darüber hinaus war die Karte auch in vielen norddeutschen Städten und sogar in Aarhus (Dänemark) gültig, da die BSAG dem sog. Nordverbund angehörte. Das führte dann schon mal zu der ungewöhnlichen Situation, dass ein aus Braunschweig stammender Student in Bremen ein Jahresabo für die BREMER KARTE abschloss und die Karte und die Monatsmarken zu seiner Oma in Braunschweig schickte, die damit billiger als mit einer dort gekauften Monatskarte fahren konnte…
Von 1993 bis 1995 gab es die BREMER KARTE auch als Kulturkarte. Die Trägerkarte kostete fünf Mark pro Monat und bot mit aufgeklebter Monatsmarke teilweise erhebliche Vergünstigungen in zahlreichen Kulturstätten.

Auch optisch hatte man sich mit der BREMER KARTE etwas Neues einfallen lassen. Die Trägerkarte war erstmalig aus Kunststoff in Größe und Form einer Scheck- oder Telefonkarte. Die Vorderseite war mit einem bunten Motiv versehen und auf der Rückseite wurden die Monatsmarken aufgeklebt. Bei der Einführung standen sechs verschiedene Motive zur Auswahl. Das machte die Karte auch bei Sammlern sofort beliebt. Unterstützt wurde die Sammelleidenschaft durch immer neue Motive. Anfangs wurden die Karten, mit Ausnahme der besonders beliebten Hologramm-Weihnachtsmotive, kostenlos abgegeben. Später wurde dann eine Schutzgebühr von zwei Mark erhoben. Doch das tat der Sammelleidenschaft keinen Abbruch; ganz im Gegenteil: Die Karten waren sehr begehrt. Das zeigte sich besonders auf diversen Veranstaltungen, auf denen Karten getauscht werden konnten. Der Verein „Freunde der Bremer Straßenbahn“ gab Kartenkataloge heraus, die reißenden Absatz fanden, und in Bremen-Nord hatte sich sogar eine Interessengemeinschaft „Freunde der Bremer Karte“ gebildet, die sich monatlich regelmäßig in einer Gaststätte in Gröpelingen zum Tausch trafen.

1987 wurde die BREMER KARTE durch das BREMER KÄRTCHEN ergänzt, das im Gegensatz zum heutigen Tagesticket volle 24 Stunden gültig war und unter den Sammlern ebenfalls viele Freunde fand.

Den Höhepunkt der Beliebtheit hatte die BREMER KARTE wohl zum 5-Jährigen Bestehen erreicht, das mit einem großen Fest begangen wurde. Wochenlang fuhr der Tw 502 im Design der zu diesem Anlass erschienenen Karte durch Bremen und am Domshof stand jahrelang ein mit diesem Motiv bemalter Schaltkasten. Auch zum 10-Jährigen wurde noch einmal in großem Stil die Werbetrommel gerührt. 111 Motive waren bis dahin erschienen („10 Jahre Bremer Karte – alle auf einer“ gab es als Poster, als Mousepad und weiteren Werbeartikeln). Doch das Interesse hatte eigenartigerweise erheblich nachgelassen. Auf sog. Tauschbörsen fanden sich kaum noch Besucher ein. Zwar gab die BSAG anschließend noch etliche neue Motive heraus, aber unter den Sammlern waren die kaum noch gefragt. Das vorerst letzte Motiv erschien 2001 zum 125. Bestehen der BSAG.
Damit war eine Legende beendet. Begonnen hatte sie am 1. Oktober 1986, gestern vor zwanzig Jahren.

Antworten:

Bei zwei Details bin ich mir gerade nicht sicher, ob sich nicht kleine Fehler eingeschlichen haben:

1.) Die Mitnahmemöglichkeit bei der Bremer Karte wurde meines Wissens erst 1992 mit der Einführung der VBN-Tarife auch für Bremen (zuvor ja dort noch eigene BSAG-Tarife) eingeführt.

2.) Das Bremer Kärtchen war glaube ich auch nicht 24 Stunden gültig, sondern an zwei zusammenhängenden Tagen, bevor es (auch bei Einführung des 92er-Tarifs) zum Tagesticket wurde.

Die beiden Punkte habe ich zumindest so in Erinnerung hab jetzt im Moment auch nicht die Zeit auf den Dachboden zu klettern um das nochmal nachzuschauen...

von D.Kleine - am 02.10.2006 15:43
David Kleine schrieb:

Zitat

Bei zwei Details bin ich mir gerade nicht sicher, ob sich
nicht kleine Fehler eingeschlichen haben:

1.) Die Mitnahmemöglichkeit bei der Bremer Karte wurde meines
Wissens erst 1992 mit der Einführung der VBN-Tarife auch für
Bremen (zuvor ja dort noch eigene BSAG-Tarife) eingeführt.

2.) Das Bremer Kärtchen war glaube ich auch nicht 24 Stunden
gültig, sondern an zwei zusammenhängenden Tagen, bevor es
(auch bei Einführung des 92er-Tarifs) zum Tagesticket wurde.

Die beiden Punkte habe ich zumindest so in Erinnerung hab
jetzt im Moment auch nicht die Zeit auf den Dachboden zu
klettern um das nochmal nachzuschauen...


Antwort zu 1) Jetzt bin ich mir selbst nicht mehr ganz sicher,wann die Mitnahmeregelung ab 19 Uhr eingeführt wurde. Aber das spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, da der Schwerpunkt meiner Ausführungen auf der BREMER KARTE als Sammelobjekt lag.

Antwort zu 2) Das BREMER KÄRTCHEN war in der Tat an zwei aufeinander folgenden Tagen gültig, aber eben nur 24 Stunden! Ein um 10 Uhr gekauftes Kärtchen galt bis 10 Uhr des Folgetages, ein um 15 Uhr demzufolge bis 15 Uhr des folgenden Tages und wer um 21 Uhr noch ein Kärtchen kaufte, konnte es bis 21 Uhr des folgenden Tages benutzen! Mit der "Tarifhochzeit" am 1. Juli 1992 war es damit dann aber vorbei; da wurde das BREMER KÄRTCHREN zum Tagesticket.


In einer Broschüre aus dem Jahre 1992 heißt es dazu (Zitat):

DIE BREMER KARTE.
Seit fast sechs Jahren wird sie gekauft, gesammelt, gehandelt, verschenkt und vor allem benutzt. Nun wird sie zum ersten Mal - leider - teurer. Statt 40 DM koistet sie ab 1. Juli 1992 50 DM. Sie bietet dafür mehr Mobilität und Flexibilität. Denn künftig gilt sie im Gesamtnetzt der BSAG, unabhängig von den Stadtgrenzen, darüber hinaus auch für alle Regionalbusse der VBN und alle Bundesbahnzüge in Bremen, ausgenommen der oben erwähnten kleinen Einschränkung [/i](damit war die Tarifgrenze beim Bahnhof Oslebshausen gemeint). Ebenfalls neu: an Wochenenden und Feiertagen kann die ganze Familie (2 Erwachsene, 4 Kinder) damit fahren.

DAS BREMER KÄRTCHEN.
Das beliebte Bremer Kärtchen bleibt erhalten. Es gewinnt sogar an Attraktivität, denn bis zu 2 Erwachsene und 4 Kinder können gemeinsam an Wochenend- und Feiertagen damit fahren. Aber: Es gilt künftig nur noch als Tagekarte. Es bleibt übertragbar und kostet wie bisher 6 Mark.

(Zitat Ende.)


von Peter Burtchen - am 04.10.2006 14:10
> Das BREMER KÄRTCHEN war in der Tat an zwei aufeinander folgenden Tagen
> gültig, aber eben nur 24 Stunden!

Nein, das ist nicht korrekt.
Auf meinem Bremer Kärtchten zu 6,00 DM (noch ohne VBN) steht folgendes:
BREMER KÄRTCHEN 6,00 DM
- übertragbar -
Gültig an zwei zusammenhängenden Tagen
o Knicken o Stempeln o Aufbewahren
Bremer Straßenbahn AG
Bei Antritt der ersten Fahrt stempeln

An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen Mitnahme 1 Erwachsener und 2 Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.
Bitte beachten Sie unsere Tarif- und Beförderungsbedingungen.

Dann habe ich noch weitere Bremer Kärtchen (mit VBN) ebenfalls zu 6,00 DM, aber auch zu 6,50 DM und 7,00 DM. Darauf steht folgendes:
BREMER KÄRTCHEN
Preisstufe I übertragbar
7,- DM
Bei Antritt der ersten Fahrt stempeln.
Gültig am Entwertungstag bis Betriebsschluß im Gesamtnetz der BSAG sowie auf den DB - Strecken und Regionalbuslinien bis Bremen - Oslebshausen. An Werktagen (mo-fr) ab 09:00 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Mitnahme 1 Erwachsener und 4 Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.
Bitte beachten Sie Tarifbestimmungen und Beförderungsbedingungen der VBN.

Soweit der Originaltext. Der sinnvolle Artikel "der" fehlt im letzten Absatz tatsächlich.

von heiko - am 04.10.2006 15:20
Peter Burtchen schrieb:

Zitat

Antwort zu 2) Das BREMER KÄRTCHEN war in der Tat an zwei
aufeinander folgenden Tagen gültig, aber eben nur 24 Stunden!
Ein um 10 Uhr gekauftes Kärtchen galt bis 10 Uhr des
Folgetages, ein um 15 Uhr demzufolge bis 15 Uhr des folgenden
Tages und wer um 21 Uhr noch ein Kärtchen kaufte, konnte es
bis 21 Uhr des folgenden Tages benutzen! Mit der
"Tarifhochzeit" am 1. Juli 1992 war es damit dann aber
vorbei; da wurde das BREMER KÄRTCHREN zum Tagesticket.


Da ich das wie gesagt anders in Erinnerung hab und mir das nicht wirklich Ruhe ließ, hab ich noch mal geschaut und die Tarifbestimmungen von Oktober 1990 habe ich zum Glück doch nicht auf den Dachboden verbannt. Dort heisst es:
"2.2 2-Tage-Karte ("Bremer Kärtchen")
Das "Bremer Kärtchen" ist eine 2-Tage-Karte und gilt am Entwertungstag sowie am darauffolgenden Kalendertag bis Betriebsschluß im Gesamtnetz der BSAG."

von D.Kleine - am 04.10.2006 15:39
Tja im Prinzip haben alle Recht, weil nämlich diese Versionen alle mal Gültig waren, die genauen Jahre weiß ich nicht mehr aber ich versuche mal anhand meiner Fahrkartensammlung eine Tageskartenchronologie .

Meine 1.Tageskarte ist von 1979 2-Tageskarte (Tag der Entwertundg und nächster Tag bis Betriebsschluß). Nur in Vorverkaufstellen für 5 DM, die Gültigkeitstage und der Name wurden per Hand eingetragen.

Anfang der 80er kam dann die 24 Std. Karte und war auch in den Fahrzeugen erhältlich.(Nicht übertragbar Name mußte eingetragen werden)

Bei Einführung des Bremer Kärtchens dann wieder als 2 -Tages Karte und ohne Mitnahmeregelung.(Übertragbar)

Bei irgendeiner Tarifänderung dann wieder als Tageskarte bis Betriebsschluß.
(Übertragbar +Mitnahmeregelung)

von T.Hancke - am 04.10.2006 17:16

Re: Danke für die Hinweise!

Vielen Dank für die Hinweise.
Da hab' ich doch tatsächlich was verwechselt.
Aber, wie bereits erwähnt, es ging mir in der Chronik hauptsächlich um die Karten als Sammelobjekt.

Frage an den Admin:
Die Funktion "Kursivschrift" hat im oberen Beitrag nicht funktioniert. Woran lag das?

von Peter Burtchen - am 05.10.2006 07:37

Kursive

Erst kommt die Klammer mit dem i, am Ende mit /i.

Bei dir war das glaube ich genau andersrum. Deswegen hat es wohl nicht funktioniert.

von Martin von Minden - am 05.10.2006 08:58
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