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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Martin von Minden

Startsignal für den Ausbau der Farge-Vegesacker Eisenbahn

Startbeitrag von Martin von Minden am 28.11.2006 14:44

Gemeinsame Pressemitteilung des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr und der Farge-Vegesacker Eisenbahn GmbH

Für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Farge-Vegesacker Eisenbahn stehen nun endgültig die Signale auf grün. Nachdem bereits im Spätsommer die Zusage des Bundes, einen Großteil der Investitionen zu tragen, vorlag, ist nun der Bau- und Finanzierungsvertrag zwischen dem Senator für Bau, Umwelt und Verkehr und der Farge-Vegesacker Eisenbahn GmbH unterzeichnet worden.

Damit steht einem Beginn der Sanierungsarbeiten im ersten Quartal 2007 nichts mehr im Wege. Die Strecke wird von der Ausfädelung aus dem Bahnhof Vegesack bis zum Endbahnhof Farge heutigen technischen Standards angepasst. Das bedeutet, die Schienenlage wird den Komfortansprüchen des Personenverkehrs angepasst. Dazu müssen teilweise auch die Gleise gänzlich ausgetauscht werden. Es werden insgesamt 7 Haltepunkte an der Strecke wieder aufgebaut bzw. entstehen neu (siehe dazu die Linienübersicht der Farge-Vegesacker Eisenbahn in der Anlage). Ein Schwerpunkt der Aktivitäten ist der Bereich der Sicherungstechnik. Ein hochmodernes, speziell für Nebenbahnen entwickeltes Signalsystem wird die Absicherung des Gesamtbetriebes mit Personen- und Güterzügen übernehmen. Daneben werden 15 Bahnübergänge technisch neu gesichert. Drei davon bekommen erstmals eine Sicherungsanlage.

Mit der Aufnahme in das Bundesprogramm für kommunale Verkehrsinvestitionen ist eine Beteiligung durch den Bund mit rund 12,1 Mio. ¤ sichergestellt. Der Eigentümer der Infrastruktur, die Farge-Vegesacker Eisenbahn wird rd. 2,2 Mio. ¤ selbst aufbringen. Der restliche Finanzbedarf wird im wesentlichen durch das Land Bremen getragen, das dafür Mittel einsetzt, die es vom Bund zweckgebunden für Verbesserungsmaßnahmen im Öffentlichen Verkehr zur Verfügung gestellt bekommt. Für einen projektierten P+R-Platz an der Löhstraße sind auch Fördermittel des Landes Niedersachsen in Aussicht gestellt worden. Die Gesamtkosten des Projektes werden sich auf rd. 21,8 Mio. ¤ belaufen.

Der Ausbau und die Inbetriebnahme der Strecke ist zweistufig vorgesehen: eine erste Inbetriebnahmestufe sieht die Herrichtung der Infrastruktur für einen Dieselpendelbetrieb zwischen Farge und Vegesack vor. Die hierzu notwendigen Maßnahmen werden im Laufe des Jahres 2007 durchgeführt. Erste Ausschreibungen für die Signaltechnik werden in Kürze abgeschlossen. Auch die Baumaßnahme selbst wird so zeitnah vergeben, dass ein Baubeginn unmittelbar nach dem Winter erfolgen kann. In einer zweiten Baustufe werden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Züge bis nach Bremen Hauptbahnhof und nach Verden durchfahren können. Damit entfällt dann der Umstieg am Bahnhof Vegesack. Hierzu muss die Strecke elektrifiziert werden und es sind Gleismaßnahmen im Bahnhof Vegesack notwendig. Diese zweite Betriebsstufe soll nach derzeitiger Planung im Jahr 2011 aufgenommen werden.

Der Fahrplan zwischen Farge und Vegesack sieht vom Beginn des Verkehrs im Dezember 2007 an einen täglichen 30-Minuten-Takt von etwa 06:00 bis Mitternacht vor. Ein entsprechender Verkehrsvertrag mit der NordWestBahn ist bereits abgeschlossen. Es kommen modernste dreiteilige Dieseltriebwagen des Typs TALENT zum Einsatz. (s. Foto) Die Anschlüsse in Vegesack werden zeitlich optimiert gelegt und auch räumlich sehr kurz und komfortabel konzipiert sein.

Für den Neubau der beiden Haltepunkte „Löhstraße“ gegenüber des Klinikums Nord sowie „Kreinsloger“ sowie die technische Neuausrüstung von 3 Bahnübergängen läuft derzeit ein Planfeststellungsverfahren. Die Projektverantwortlichen gehen davon aus, dass dieses so zeitnah abgeschlossen werden kann, dass auch diese Anlagen zur Betriebsaufnahme im Dezember 2007 zur Verfügung stehen.

Zur Bedeutung des Projektes für Bremen-Nord nimmt Bausenator Ronald-Mike Neumeyer anlässlich der Unterzeichnung des Ausbauvertrages Stellung: „Die verkehrliche Anbindung Bremen-Nords deutlich zu verbessern, gehört zu den ganz wichtigen Zielen der Bremer Verkehrspolitik. Mit der Wiederinbetriebnahme der Farge-Vegesacker Eisenbahn für den Personenverkehr wird nicht nur ein von vielen langersehnter Traum Wirklichkeit, es wird auch die Standortqualität dieses wichtigen Siedlungsschwerpunktes nachhaltig gestärkt.“

„Der Bremer Norden kann sich auf eine der modernsten Nahverkehrsstrecken in der Bundesrepublik freuen. Mit modernen und leisen Zügen wird der öffentliche Nahverkehr eine neue Qualität erhalten und damit noch mehr Pendler von der Straße auf die Schiene holen“ ergänzt der Geschäftsführer der Farge-Vegesacker Eisenbahn, Heinz Wolfgramm.

Um auch die Zeit während des Baus insbesondere für die Anwohner so erträglich wie möglich zu machen, verspricht der örtliche Betriebsleiter der FVE, Martin Mehrtens, die Bauaktivitäten örtlich konzentriert und schnell durchzuführen und die Bauzeiten an Wochenenden und in der Nacht weitestgehend auszuschließen. Eine regelmäßige Information über den Baufortschritt für die Anwohner und für alle Interessierten in Bremen-Nord während der gesamten Bauzeit kündigt er an.

Plan

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