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bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
MartinB., Torsten S., Jonas Krok, Andreas Arfmann, heiko, Wilfried, D.Kleine, M. Bartz, T.Hancke, BS&AG, Jens Stein

Wenn man den Nachtzuschlag sparen kann...

Startbeitrag von Jens Stein am 04.02.2007 11:54

Ich habe letzte Nacht ein neues Phänomen beobachten können. Nachtzuschlagsparing.
Es ist so, daß ab Bf Burg um 01:02 Uhr die N7 nach Neuenkirchen fährt. Um 01:07 Uhr folgt noch eine 75 nach Rönnebeck. In der N7 befanden sich 5(!) Fahrgäste und in der 75 konnte ich die Fahrgäste so schnell nicht zählen, aber sagen wir es mal so: Wieviele Fahrgäste passen in einem 48er Neoplan? Also die Kapazität war ziemlich ausgeschöpft. Der Bus war so voll, daß die Scheiben schon total beschlagen waren. Ok, der Fairneshalber sei gesagt, daß ja zur Zeit auch die Zeit der Kohlfahrten ist. Mag also sein, daß sich das noch ändert.

Genauso habe ich jetzt gehört, fährt man jetzt eher mit der 25 um 00:30 Uhr ab Hauptbahnhof nach Findorff statt mit der schnelleren N7. Diesen Bus gibt es im neuen Fahrplan weiter, während man die letzte 3 nach Gröpelingen gestrichen hat mit dem Hinweis, bitte die Nachtlinie ab Hauptbahnhof benutzen.

...und Tschüß!
Jens

Antworten:

Sehr schön... das zeigt doch, dass die Leute sich nicht alles gefallen lassen. Und vielleicht 10 Minuten länger unterwegs sein und somit einen Euro zu sparen, ist schon eine lohnende Alternative. Doch irgendwie habe ich die böse Vorahnung, dass wir bald zwei neue Nachtlinien N25 und N75 haben werden... :rolleyes:

Gruß Martin B.
Nachtzuschlag abschaffen!

von MartinB. - am 04.02.2007 12:44
Moin!
Überleg doch mal! Seit Jahren gibt die Stadt Bremen immer weniger Geld für die BSAG aus. Seit 2006 kommt auch weniger aus Berlin. Wer soll das denn nun bezahlen?
Man sollte generell alle Linien mit Nachtzuschlag versehen. Ich denke da an 22:00-6:00 Uhr?!?

von Wilfried - am 05.02.2007 09:00
Komisch aber, dass nahezu alle Großstädte in Deutschland einen zuschlagfreien Nachtverkehr anbieten. Beispiele: Bonn, Mannheim, München, Berlin, Schwerin, Hamburg, Dresden, Düsseldorf, Kiel, Rostock, Hannover,... In einer modernen Großstadt sollte es heutzutage selbstverständlich sein, dass rund um die Uhr was fährt. Und zwar transparent zum Normaltarif. Schon allein als Standortfaktor für Bremen ist dies enorm wichtig. Wer zieht denn in eine Großstadt, wo einem allen Ernstes erklärt wird, dass es "purer Luxus" sei, dass nach 0:00 Uhr nochwas fährt und daher dieser "Luxus" zuschlagpflichtig sei? Der Nachtzuschlag bringt vielleicht 200.000 Euro zusätzlich pro Jahr in die Kasse. Ein Betrag - von wem auch er immer er aufgebracht wird - der ein Witz ist gegenüber den vielen sinnlosen Projekten, in denen unser Senat die Steuergelder verschwendet. Einen Zuschlag von 22 - 6 Uhr, wie du ihn vorschlägst wäre wohl einmalig für eine deutsche Großstadt und ein Armutszeugnis sondergleichen.

Gruß Martin B.

von MartinB. - am 05.02.2007 12:39
Man könnte natürlich noch Gelenkbuszuschlag, Sonntagszuschlag,Frühzuschlag einführen(wer hat noch Ideen?) , aber Spaß bei Seite, man hat mit dem Nachtzuschlag halt versucht, eine relativ kleinen Fahrgastgruppe für die ein relativ großer Aufwand betrieben wird stärker zur Kasse zu bitten, ob das nun organistorisch und marketingtechnisch so klug ist, sei dahingestellt, mir wäre es eigentlich lieber , wenn man dann die Monatskarte noch ,50ct teurer gemacht hätte und en Einzelfahrschein vielleicht auf 2,15 EUR erhöht hätte , dann gäbe es keine stressige Diskussion und man hätte das Geld auch im Sack.

von T.Hancke - am 05.02.2007 18:00
Hallo,
Ich habe noch ein Paar Ideen
GT8N-1zuschlag :joke:
S-Linienzuschlag :o

Tschüß

von BS&AG - am 05.02.2007 19:12
> Komisch aber, dass nahezu alle Großstädte in Deutschland einen zuschlagfreien
> Nachtverkehr anbieten. Beispiele: Bonn, Mannheim

Du willst nicht im Ernst das Angebot der Mannheimer MVV Verkehr AG (bzw. nunmehr rnv) als positives Beispiel benennen, oder?
Das einzige, was wir von dort lernen können ist die Fahrgastabschreckung.

Ich halte auch nix vom Nachtzuschlag (obwohl er mich nichtmal betrifft), aber im Großen und Ganzen bin ich mit dem Angebot der BSAG hochzufrieden. Mir fallen sogar nur ganz wenige Betriebe ein, die ein gleichwertiges, verlässliches, Angebot fahren.

> Einen Zuschlag von 22 - 6 Uhr, wie du ihn vorschlägst wäre wohl einmalig für eine
> deutsche Großstadt und ein Armutszeugnis sondergleichen.

In Frankfurt gab es bis vor wenigen Jahren einen HVZ-Zuschlag.

von heiko - am 05.02.2007 19:18
heiko schrieb:

Zitat

Du willst nicht im Ernst das Angebot der Mannheimer MVV
Verkehr AG (bzw. nunmehr rnv) als positives Beispiel
benennen, oder?
Das einzige, was wir von dort lernen können ist die
Fahrgastabschreckung.


Naja, immerhin haben sie einen zuschlagfreien Nachtverkehr. Ich hab ja nicht gesagt, dass das gesamte Angebot des rnv für uns als Vorbild gelten soll.

Zitat

Ich halte auch nix vom Nachtzuschlag (obwohl er mich nichtmal
betrifft), aber im Großen und Ganzen bin ich mit dem Angebot
der BSAG hochzufrieden. Mir fallen sogar nur ganz wenige
Betriebe ein, die ein gleichwertiges, verlässliches, Angebot
fahren.


Mit der Zuverlässigkeit bin ich auch höchst zufrieden. Der Takt ist aber im Gegensatz zu vergleichbaren Städten oft weniger dicht, vor allem abends und sonntags.

Zitat

In Frankfurt gab es bis vor wenigen Jahren einen HVZ-Zuschlag.


Ja, das finde ich auch nicht gut. In Frankfurt betrug der Zuschlag aber gerade mal 20 Cent, also 1/5 des Bremer Nachtzuschlags und war wohl mehr ein Versuch die Spitzenzeiten zu entzerren.
Aber man sollte einfach nicht Leute benachteiligen, die zu bestimmten Zeiten mit Bus und Bahn fahren.
Zum "großen Defizit" der Nachtlinien: Es gibt nun mal Linien, die mehr in Kasse spülen als andere. Trotzdem zahle ich für eine Fahrt mit der Linie 20 genauso viel wie für eine mit der Linie 4, obwohl die 20 wohl um einiges defizitärer fahren dürfte als die 4 und sogar die N4. Warum soll ich dann für eine Fahrt mit der N4 mehr bezahlen, für die 20 aber nicht? Das ist in meinen Augen einfach ungerecht und wird es auch bleiben.

von MartinB. - am 05.02.2007 19:49
> Naja, immerhin haben sie einen zuschlagfreien Nachtverkehr. Ich hab ja nicht
> gesagt, dass das gesamte Angebot des rnv für uns als Vorbild gelten soll.

Ehrlich gesagt, mir fällt nix, aber auch wirklich garnix ein, was in Mannheim besser als in HB gelöst ist.

von heiko - am 05.02.2007 20:00
Nachtzuschlag sparen, einfach nicht Zahlen!!!
So habe ich es letzten Samstag/Sonntag in der N5 erlebt. Nach dem ja die Haltestelle Rembertistraße angesagt wird, wird auf den Nachtzuschlag hingewiesen. Zwei Leute sind darauf zum Fahrer und haben den Euro bezahlt. Nun stiegen auch Kontrollöre ein, und bis zu meiner Haltestelle Stader Str. wurden immer wieder Leute zum Fahrer geschickt, die kein Nachtticket hatten. Es waren schon einige, vieleicht ca. 10 Leute.

von Andreas Arfmann - am 05.02.2007 22:12
S-Linienzuschlag gab es durchaus schon Mal in Bremen, z.B. für die bis 1976 verkehrende Buslinie S3 (City - Huchting) oder auch in Hamburg. Grundsätzlich spricht auch einiges dafür, eine nach Leistungskriterien wie Durchschnittsgeschwindigkeit und Fahrzeugkomfort differenzierte Tarifierung einzuführen. Das die derzeitigen Tarifsysteme nur bedingt leistungsorientiert sind (ich denke hierbei gerade auch an den gesamten Verkehrsverbund), ist ja nicht von der Hand zu weisen. Aber ohne echtes (nicht gemeint sind BOB oder Chippen) E-Ticketing läuft so etwas nicht.

von Torsten S. - am 05.02.2007 22:58
In Frankfurt wurde nicht nur vorübergehend mit unterschiedlichen Preisen für HVZ und NVZ/TVZ experimentiert, sondern über mehrere Jahrzehnte etabliert. So heißt es noch heute:
"Im Tarifgebiet Frankfurt am Main (Tarifgebiet 50) fahren Sie mit Einzelfahrkarten außerhalb der Verkehrsspitzenzeit zu einem ermäßigten Fahrpreis. Als Verkehrsspitzenzeit gilt von Montag bis Freitag der Zeitraum von 6.00 bis 9.00 Uhr und 16.00 bis 18.30 Uhr mit Ausnahme der Feiertage. Als Feiertage gelten hierbei alle gesetzlichen Feiertage in Hessen sowie der 24. und 31. Dezember."

Also kein HVZ-Zuschlag, sondern NVZ/TVZ-Nachlass. Dort wird aber genau umgekehrt argumentiert: Dann wenn man mit dem Auto im Stau steht, kann man vom Fahrgast bisschen mehr verlangen, während ansonsten, wenn man mit dem Auto schneller ist, lieber bisschen zurückhaltender kassieren sollte.

von Torsten S. - am 05.02.2007 23:08
Das wird sich aber bald ändern. Dann sind 40 ¤ fällig.
Übrigens, wenn Du Deine Fahrkarten im Vorverkauf holst oder mit BOB fährst, sind gerade mal 15 Cent mehr zu zahlen.

von Wilfried - am 06.02.2007 04:50
Einen S-Linien-Zuschlag gibt es übrigens auch in Bremen: Kurzstreckentickets gelten ja nicht auf S-Linien!
Gruß, JK

von Jonas Krok - am 06.02.2007 09:00
Zitat

Das wird sich aber bald ändern. Dann sind 40 ¤ fällig.
Übrigens, wenn Du Deine Fahrkarten im Vorverkauf holst oder mit BOB fährst, sind gerade mal 15 Cent mehr zu zahlen.


Du meinst wohl 15 Cent weniger, wenn du im Vorverkauf holst oder mit BOB fährst!
Das weiß ich doch. ;-)
Ich hatte das Jahres Ticket Plus von mein Vater, das spart noch mehr! :p

von Andreas Arfmann - am 06.02.2007 10:55
Naja das kann man ja nicht als Zuschlag ansehen, da dies ja durchaus Sinn macht, seit dem wir da die 3-Haltestellen-Regelung haben, denn 3 Haltestellen auf einer S-Linie sind ja auch deutlich mehr Fahrtstrecke, als auf der parallelen normalen Linie (wenn man denn von den Abschnitten ausgeht, an denen Haltestellen ausgelassen werden).

von D.Kleine - am 06.02.2007 14:03

Wie man nur 50 Cent mehr zahlt

Ich selbst frage mich auch wie Wilfried darauf gekommen ist, wenn in meinen Augen die billigste Variante für eine Fahrt in einer N-Linie nehme, komm ich nur auf 0,50¤ mehr gegenüber einem Einzelticket, und soviel spare ich auch gegn den normal Ticket+ Nachtzuschlag

Ein Einzelticket(PS 1) kostet: 2,10¤
plus Nachtzuschlag: 1,00¤
kommt man auf 3,10¤

für eine Nachtfahrt in Bremen-Stadt

Wenn man sich aber die jeweiligen 4er-Tickets holt spart man dabei einiges

4er-Erwachsenen-Ticket 7,00¤ Einzeln: 1,75¤
4er-Nachtticket 3,40¤ Einzeln: 0,85¤
Kommt man auf 10,40¤ Einzeln: 2,60¤



Also ergibt sich eine Differenz von 0,50¤


Da aber hier soviel drüber diskutiert wird, ob der Nachtzuschlag sinnvoll ist oder nciht, frage ich mich wie stark ihr selbst davon betroffen seit. Den das Klientel bei den N-Linien sind ja meist die Disco-Gänger. Villeicht auch noch ein paar Arbeiter (deswegen auch nur bis 4:00).
Aber wirklich stark seit ihr (so glaube ICH) nicht stark davon betroffen. und ein paar mal im Jahr kann man auch das Geld dafür hinblechen, ob jetzt einmal mehr oder weniger bei der Würstchenbude um die Ecke essen zu gehen ist doch auch egal.

von M. Bartz - am 06.02.2007 16:02

Re: Wie man nur 50 Cent mehr zahlt

M. Bartz schrieb:

Zitat

Da aber hier soviel drüber diskutiert wird, ob der
Nachtzuschlag sinnvoll ist oder nciht, frage ich mich wie
stark ihr selbst davon betroffen seit. Den das Klientel bei
den N-Linien sind ja meist die Disco-Gänger. Villeicht auch
noch ein paar Arbeiter (deswegen auch nur bis 4:00).
Aber wirklich stark seit ihr (so glaube ICH) nicht stark
davon betroffen. und ein paar mal im Jahr kann man auch das
Geld dafür hinblechen, ob jetzt einmal mehr oder weniger bei
der Würstchenbude um die Ecke essen zu gehen ist doch auch
egal.


Also ich nutze die Nachtlinien ca. alle zwei Wochen (im Durchschnitt) für die Heimfahrt von Disco- / Kneipenbesuchen oder wenn ich von Freunden komme. Ich denke, viel aus diesem Forum sind ebenfalls im Altersbereich von 18 - 30 Jahren (Studentenalter). Deswegen mutmaße ich mal, dass auch diese Leute die Nachtlinien durchaus rege nutzen(?). Doch auch andere Altersschichten und Klientel findet man in Nachtlinien. So musste ich einmal eine Woche lang jede Nacht die N1 um 3:45 ab Hbf. nutzen, weil ich einen Job bei der Redaktion einer Festival-Zeitung hatte. Dort stieg z.B. jeden Tag am Herdentor ein Rentner-Ehepaar samt Rollator ein. Da staunte ich schon nicht schlecht.
Wer die N-Linien nur ein paar Mal im Jahr nutzt, den stört der Zuschlag vermutlich weniger. Es geht, und so denke sicherlich nicht nur ich, ums Prinzip. Warum zahl ich für eine stets gut gefüllte Nachtlinie einen Zuschlag, aber für die oft leer durch die Gegend fahrende Linie 37 nicht. Zu einer ÖPNV-Grundversorgung gehört einfach beides, sowohl auch weniger dicht besiedelte Bereiche anzubinden (z.B. Linie 61/62) als auch nachts ein Sparflammen-Angebot aufrechtzu erhalten. Das ist die Aufgabe des ÖPNVs, und zwar zu einheitlichen Tarifen, egal wie wirtschaftlich meine jeweilige Linie ist.
So, das war jetzt auch mein letzter Beitrag zu diesem Thema, da ich denke, dass wir hier nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden. Menschen haben eben unterschiedliche Ansichten.

Gruß Martin B.

von MartinB. - am 06.02.2007 16:51

S-Linien doch teurer

Trotzdem bleibt z.B. die Fahrt zur dritten Haltestelle nach Einstieg teurer, wenn zwischendurch fahrplanmäßig nicht gehalten wird. Gerade die 4S hält ja stellenweise eben an jeder dritten Haltestelle an (z.B. Am Lehester Deich - Kopernikusstraße). Auch wenn es in der offiziellen Diktion nicht so genannt wird, bleibt es ja eine Art Zuschlag.
Gruß, JK

von Jonas Krok - am 06.02.2007 17:32
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