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Kay B, 102.1, iro, carkiller08, Sandy N, WiehengeBIERge, Felix II, Nohab , PowerAM , Peter Schwarz , ... und 3 weitere

Die GEMA und ihre fragwürdige Funktion

Startbeitrag von Kay B am 06.05.2012 21:16

Die GEMA dürfte hier eigentlich jeder kennen.

Eigentlich sollte der Auftrag dieser Organisation sein, die Gebühren für die Rechte von urhebergeschütztem Material aus dem künstlerischen Bereich zu sammeln und den Künstlern zukommen zu lassen.

Wenn man aber soetwas hier
http://www.ddr-antennengemeinschaften.de
liest, dann fragt man sich schon, welche Ziele die GEMA überhaupt verfolgt.

Es ist schon seltsam und noch dazu absolut unlogisch, daß Antennengemeinschaften, die gemeinnützig und kostendeckend arbeiten und somit keinerlei Gewinn erwirtschaften, von der GEMA zur Kasse gebeten werden, wo doch eigentlich die über die Antennengemeinschaft übertragenen Inhalte schon durch die GEZ (bzw. die Werbung) finanziert wurden.

Wenn auf der Kirmes urheberrechtlich geschützte Lieder aufgeführt werden, ist es ja verständlich, daß hier Gebühren anfallen, weil neue Inhalte auf der Basis geistigem Eigentum anderer geschaffen werden und dazu noch meist etwas Gewinn erwirtschaftet wird (wenn es auch bei einer Kirmes in erster Linie gar nicht darum geht).

Werden aber TV- und Radioprogramme nun über eine gemeinschaftliche und zentrale Antennenanlage statt über Individualanlagen empfangen, werden keine neuen Inhalte geschaffen. Es ist ja nicht mal so, daß hier Dienstleistungen Dritter in Anspruch genommen werden, da man selbst Teilhaber an der Gemeinschaftsantennenanlage ist.

Mit welchen Argumenten bittet die GEMA nun eigentlich Antennengemeinschaften zur Kasse?

Und ich kann auch immer noch nicht die Notwendigkeit der GEMA verstehen. Eigentlich wäre es doch sinnvoller, wenn die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte direkt mit den Rechteinhabern abgerechnet wird. Das mag kompliziert klingen, aber Radiosender könnten die Rechte doch einfacher direkt bei den Plattenfirmen erwerben und für kleinere Aufführungen (z.B. Kirmesaufführungen) ein pauschaler Prozentsatz an den Einnahmen festgelegt werden.

Was meint ihr?

Antworten:

Das ganze System GEMA ist ueberholungsbeduerftig.

von PowerAM - am 07.05.2012 05:23
Zitat
Neelie Kroes
Der Kommission sei klar geworden, dass eine Copyright-Reform dringend und rasch erforderlich sei. Kroes zeigte sich in dieser Frage fest überzeugt, dass "Kreative eine angemessene Vergütung" für ihre Arbeit erhalten müssten. Insbesondere das gegenwärtige Verteilungssystem über die traditionellen Verwertungsgesellschaften sei dabei aber eher hinderlich als förderlich.

95 Prozent der vertretenen Künstler hierzulande erhielten nur Ausschüttungen in Höhe von 1000 Euro pro Jahr, knüpfte Kroes an ihre Grundsatzrede zur Urheberrechtsnovellierung im Herbst an. Bei den Verwertungsgesellschaften handle es sich um Monopole, denen es nur um den Schutz des Systems selbst gehe. Gefragt seien stattdessen alternative, kreative Vergütungsverfahren.

Gefunden hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Kommissarin-Macht-euch-keine-Sorgen-mehr-wegen-ACTA-1568070.html

Warum die meisten Künstler wesentlich weniger bekommen als ihnen zusteht:
DIE "SOLIDARPRINZIPIEN" EINER SOLIDARGEMEINSCHAFT
Das geheime Finanzierungsumverteilungssystem der GEMA.

von Nohab - am 07.05.2012 06:28
Die GEMA ist ein VEREIN, der sich gerne als BEHÖRDE aufspielt. So ähnlich wie der TÜV. Letzterem wurden zumindest etwas die Zähne gezogen, in dem er Konkurrenz erhalten hat. Es könnte durchaus auch Konkurrenz für die GEMA geben, in anderen Ländern ist das so.

von Peter Schwarz - am 07.05.2012 12:13
Die GEMA muss dringstens ganz abgeschafft werden! Ist längst nicht mehr zeitgemäss

von Rheinländer - am 07.05.2012 13:23
Zitat
PowerAM
Das ganze System GEMA ist ueberholungsbeduerftig.


Das ist es in der Tat. Sie gehört aber eben nicht abgeschafft, wie viele fordern, das ist nicht realisierbar und ergibt eigentlich auch keinerlei Sinn.

von WiehengeBIERge - am 07.05.2012 16:46
Zitat

Gema erhöht Speicher-Gebühren um 1850 Prozent


1850 % ....unklar sowas: sueddeutsche

Darüber hinaus ist das hier äußerst lesenswert.

von Felix II - am 01.06.2012 21:47
Häh, geht das denn, daß die GEMA jetzt einseitig neue Tarife festlegt?

Es scheint die GEMA wird seitens der Politik und der Aufsichtsbehörden so wenig beachtet, daß sie treiben kann, was sie will. :mad:

von Kay B - am 02.06.2012 16:42
Warum sollte das nicht gehen. Dein örtlicher Supermarkt darf doch auch den Jogurtpreis von 0,19 € auf 119 € erhöhen. Du musst ihn ja nicht zu dem Preis kaufen. Allerdings könntest Du zu einem anderen Supermarkt gehen, zu 'ner anderen GEMA geht allerdings nicht...

Und: was für eine Aufsichtsbehörde denn? Gibt es eine, die für die GEMA zuständig ist? Was sollte die Politik denn machen (können)?

von iro - am 02.06.2012 17:44
Zitat

Gibt es eine, die für die GEMA zuständig ist?


Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft. Sie hat die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins und steht unter der Vereinsaufsicht der Senatsverwaltung für Justiz, Berlin. Ihre Arbeit unterliegt ferner der Aufsicht und Kontrolle durch das Deutsche Patent- und Markenamt und das Bundeskartellamt.

von carkiller08 - am 02.06.2012 18:21
Das Deutsche Marken-und Patentamt schreibt dazu:
Zitat
DMPA
Schiedsstelle nach dem Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten

vermittelt bei Streitigkeiten zwischen Verwertungsgesellschaften und Nutzern urheberrechtlich geschützter Werke

Die Schiedsstelle nach dem Urheberrechtswahrnehmungsgesetz vermittelt bei Streitigkeiten zwischen urheberrechtlichen Verwertungsgesellschaften und den Nutzern urheberrechtlich geschützter Werke. Dazu gehören
beispielsweise Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) und Konzertveranstaltern, Diskothekenbetreibern, Sendeunternehmen
und Tonträgerherstellern.

Daneben befasst sich die Schiedsstelle auch mit Auseinandersetzungen zwischen Sendeunternehmen und Kabelnetzbetreibern. In den Verfahren geht es häufig um die Frage, ob die von den Verwertungsgesellschaften aufgestellten Tarife im Einzelfall anwendbar und angemessen sind.

Die Schiedsstelle bemüht sich um eine gütliche Beilegung der Streitigkeiten. Gelingt dies nicht schon im Laufe des Verfahrens, beispielsweise durch einen Vergleich, so unterbreitet sie den Beteiligten einen Einigungsvorschlag. Dieser Vorschlag entfaltet - wenn ihm keine Seite widerspricht - ähnliche Wirkung wie ein gerichtliches Urteil. Die Schiedsstelle ist zwar organisatorisch in das DPMA eingebunden, sie ist jedoch eine eigenständige Institution, das heißt mit dem DPMA als Aufsichtsbehörde der Verwertungsgesellschaften nicht identisch.


von carkiller08 - am 02.06.2012 18:27
:danke:

von iro - am 03.06.2012 14:42
Wieso die GEMA Kabelanbieter und auch noch Antennengemeinschaften abzocken darf, habe ich bisher aber immer noch nicht verstanden.

Die Finanzierung der übertragenen Inhalte ist doch eigentlich über die Rundfunkgebühr bzw. die Werbung abgegolten. Ein Mehrwert wird doch eigentlich nur darin geschaffen, daß man dem Endkunden die Installation und Wartung einer eigenen Antennenanlage abnimmt. Neue Inhalte, die zu finanzieren sind, werden dadurch nicht geschaffen.

Und noch dreister ist es ja bei den Antennengemeinschaften. Da wird ja streng genommen überhaupt kein Mehrwert geschaffen, da die Nutzer gleichzeitig die Anbieter sind und sich nur die Aufbau-, Erweiterungs- und Wartungskosten teilen.

Irgendwie fehlt da jegliche Logik. Wer hat die Festlegungen darüber, was die GEMA abrechnen darf und was nicht, eigentlich gemacht?

von Kay B - am 03.06.2012 19:43
es gibt in Deutschland einige Organisationen, die zwar vom Grund her sinnvoll sind, allerdings fragwuerdige Praktigen deswegen haben, da es keinen oeffentlichen Diskurs dazu gibt und sie auch noch in einem Rechtsraum agieren, der sie bei Ihren Aktivitaeten bevorzugt.

Dazu gehoert nicht nur die GEMA sondern auch die GEZ.

von 102.1 - am 06.06.2012 13:12
Artikel aus der heutigen Freie Presse, Annaberg vom 02.11.12:

Erste Antennengemeinschaften verklagt

Trotz erfolgreicher Petition gegen den umstrittenen Paragrafen 20 b kommen die kleinen Antennen- betreiber nicht zur Ruhe. Wer nicht zahlt, den zieht die Gema vor Gericht.

VON MARIO ULBRICH

AUE/ARNSFELD - Der Bundestagsabgeordnete Günter Baumann bezeichnet den Widerstand der Antennengemeinschaften im Erzgebirge als Riesenerfolg. "Es ist nahezu einmalig, dass wir mit einem Problem, das im Prinzip nur einen Teil von Sachsen betrifft, eine Gesetzesänderung auf Bundesebene bewirken konnten", sagt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Petitionen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Das Problem, von dem Baumann spricht, besteht in folgendem: Bürger, die sich in der DDR zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben, um Westfernsehen empfangen zu können, sollen heute Lizenzgebühren an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) bezahlen - weil die in Gemeinschaftsarbeit entstandenen Antennenanlagen Rundfunk- und Fernsehprogramme an ihre Mitglieder weiterleiten, wie es auch kommerzielle Kabelnetzbetreiber tun. Dass die Antennengemeinschaften nicht gewinnorientiert arbeiten, bleibt im Paragrafen 20 b des Urheberrechtsgesetzes unberücksichtigt.

Ungewisse Zukunft

Eine Petition soll Abhilfe schaffen. Die Eingabe war erfolgreich, laut Baumann muss der umstrittene Paragraf geändert werden. Dennoch herrscht Verunsicherung. "Wir haben nur einen Teilerfolg erzielt", sagt Matthias Reuter aus Annaberg, einer der Petenten. "Noch wurde das Gesetz nicht geändert, und was mit den Forderungen wird, welche die Gema rückwirkend bis 1998 aufgemacht hat, wissen wir nicht."

Bei den Forderungen geht es um mehrere Tausend Euro je Antennengemeinschaft. Die Gema lässt keine Zweifel aufkommen, dass sie diese Summen eintreiben will, egal, was eine Gesetzesänderung bringen mag. Gegen vier Gemeinschaften hat die Gesellschaft inzwischen Klage beim Landgericht Leipzig eingereicht. Betroffen sind die Antennengemeinschaft Hilmersdorf bei Wolkenstein, die Antennengemeinschaft Affalter bei Aue, die Firma Antennenbau Aue, die bis voriges Jahr eine Gemeinschaftsanlage betreut hatte, sowie die Antennengemeinschaft "Am Hirschkopf" Carlsfeld. "Aus dem Altkreis Annaberg ist bislang noch niemand verklagt worden", sagt Günter Reuter von der Arnsfelder Antennengemeinschaft. Er hält das Ganze für "Dummfang" seitens der Gema. "Die probieren es einfach mal, jetzt, wo auf Grund der Petition Ungemach droht", so Reuter. Nach Aussage der Gema könnten allerdings weitere Klagen folgen. Sprecher Peter Hempel: "Das ist einzelfallabhängig. In den genannten Fällen blieben die Verhandlungen seit geraumer Zeit ohne Ergebnis."

Sprich: Wer zu erkennen gibt, dass er nicht zahlen will, wird verklagt. Diese Strategie zeigt Erfolge. Die Zahl der Gemeinschaften, die einen Lizenzvertrag mit der Gema geschlossen haben und damit die Forderungen anerkennen, liege mittlerweile "im dreistelligen Bereich", so Hempel. Auch mit den verklagten Hilmersdorfern sei inzwischen ein Vertrag geschlossen worden. Vertreter der Antennengemeinschaften in Affalter und Aue wollten sich zum Streit mit der Gema nicht äußern.

Widerstand schwindet

Ulrich Rockstroh, Vorstandsmitglied der Carlsfelder Anlage, tritt hingegen für offenen Widerstand ein. "Wir sind kein Unternehmen", sagt er. "Wir sind nicht mal ein Verein. Die Beiträge unserer Mitglieder fließen zu 100 Prozent in die Anlage. Für uns wurde der Paragraf 20 b gar nicht gemacht." Um die Forderungen der Gema begleichen zu können, müsse man die Mitglieder zusätzlich zur Kasse bitten. "Das wird dazu führen, dass Leute abspringen", glaubt er. "Dann macht sich jeder eine Satellitenschüssel aufs Dach - und muss keine Lizenzgebühr mehr bezahlen." Rockstroh prophezeit ein Sterben der Antennengemeinschaften, falls die Gema mit ihren Forderungen durchkommt. In der Carlsfelder Gemeinschaft ist sein Standpunkt aber nicht unumstritten. So gibt es auch Stimmen, die Widerstand gegen die Gema für sinnlos halten. Das Bundesjustizministerium prüft indes weiter eine Änderung des Paragrafen 20 b, sagte ein Ministeriumssprecher.

von Sandy N - am 02.11.2012 17:38
In Deutschland zitiert man gerne Paragraphen und man streitet gerne. Schade !

von 102.1 - am 02.11.2012 20:04
In Deutschland will man aber auch gerne immer alles umsonst haben...

von WiehengeBIERge - am 02.11.2012 20:24
ich kenne das aus UK oder anderso her nicht.

Ganz egal ob Gemeinschaftsanlage oder was auch immer.
TV License u. Subscription ist faellig, oder anteilig was in den Service Charges eines Apartments dann abgerechnet wird, das wars.

von 102.1 - am 02.11.2012 21:30
@ WiehengeBIERge

Zitat

In Deutschland will man aber auch gerne immer alles umsonst haben...


Ja, das mag sein, wenn jemand einen Mehrwert schafft und dafür kein Geld bekommt. Nur die GEMA schafft ja definitiv keinen Mehrwert bei den Antennengemeinschaften und will trotzdem Geld haben.

Man bekommt ja immer Geld FÜR etwas. Sobald man hinter dieses FÜR nichts stellen kann, dann ist eine Forderung eigentlich nicht gerechtfertigt.

Die GEMA bekommt Geld von den Antennengemeinschaften FÜR [bitte ergänzen].

von Kay B - am 03.11.2012 09:31
So ist es leider:

[attachment 1239 Gegen_die_GEMA.jpg]

http://www.facebook.com/Menschen.gegen.die.GEMA

von Kay B - am 12.03.2013 18:38
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