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Kurioser Grenzverkehr

Startbeitrag von Rosti 2.0 am 10.10.2012 15:19

Mir war mal wieder etwas langweilig... :D

Man gehe zurück in die Zeit des eisernen Vorhangs und versetze sich in die damalige Situation.
Ungarn richtig da war doch was, dass war das Land wo DDR-Flüchtlinge einfach so über die grüne Grenze gelangten (natürlich vorausgesetzt man hatte die Erlaubnis ins sogenannte sozialistische Ausland zu fahren!).

Auf den ersten Blick, eine ganz normale T-Kreuzung auf dem Land:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=46.952276,16.244847&spn=0.002809,0.004823&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=46.952386,16.245646&fspn=0.002809,0.004823&z=18

Schaut man aber genauer hin, sieht man, dass hier eine ungarische Landstraße ganz unscheinbar und ohne Grenzkontrolle in eine österreichische Landstraße mündet :eek: War das damals schon so?

selbes Spiel hier:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.142646,16.464488&spn=0.001399,0.002411&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.142646,16.464488&fspn=0.001399,0.002411&z=19

Da gibt es noch eine ganze Stange weiterer solcher Grenzübergänge:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.047376,16.480565&spn=0.005607,0.009645&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.047376,16.480565&fspn=0.005607,0.009645&z=17

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.034472,16.444055&spn=0.005609,0.009645&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.034475,16.444055&fspn=0.002804,0.004823&z=17

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=46.968627,16.277683&spn=0.002808,0.004823&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=46.965464,16.277039&fspn=0.002808,0.004823&z=18

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=46.92768,16.18961&spn=0.001405,0.002411&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=46.927524,16.189299&fspn=0.001405,0.002411&z=19

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.650203,16.478079&spn=0.001386,0.002411&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.650074,16.47821&fspn=0.001386,0.002411&z=19

(Schuschenwald :D ;) )
https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.757144,16.62236&spn=0.001383,0.002411&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.756781,16.621928&fspn=0.001383,0.002411&z=19

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.7434,16.658079&spn=0.002767,0.004823&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.7434,16.658079&fspn=0.002767,0.004823&z=18

hier kann man wenigstens sowas wie ein Grenzhäusschen erkennen:
https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.687886,16.912605&spn=0.001385,0.002411&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.68805,16.912487&fspn=0.001385,0.002411&z=19

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.777692,17.06103&spn=0.001382,0.002411&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.777341,17.062401&fspn=0.001383,0.002411&z=19

Hier ging die Straße wohl mal weiter... wenn ich das richtig erkenne liegen hier zwei Straßensperren quer:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.864533,17.01441&spn=0.00276,0.004823&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.864515,17.014829&fspn=0.00276,0.004823&z=18

und auch hier:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.153274,16.451608&spn=0.001399,0.002411&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.153274,16.451608&fspn=0.001399,0.002411&z=19

hier ging die Straße früher sicher auch mal weiter:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.716587,16.544147&spn=0.001384,0.002411&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.716157,16.54423&fspn=0.001384,0.002411&z=19

Kurioser finde ich jedoch diese "Sackgasse" :eek:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.172051,16.4615&spn=0.001399,0.002411&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.172051,16.4615&fspn=0.001399,0.002411&z=19

Diese Ecke finde ich auch ganz interessant, hier hat man sich wohl bis zur Straßensperre einfach eine Abkürzung freigemacht :D

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.619336,16.57728&spn=0.001387,0.002411&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.619222,16.577259&fspn=0.001387,0.002411&z=19

auch hier gehts nur bis zur Straßensperre:

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.706849,16.51692&spn=0.000692,0.001206&sll=46.854868,16.081737&sspn=0.002814,0.004823&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.706874,16.516914&fspn=0.000692,0.001206&z=20

=============

So CUT ganz andere Ecke :D

Scheibenhard-Scheibenhardt: Der nur durch einen Grenzfluß geteilte Ort im Elsaß/Pfalz
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Scheibenhardt

https://maps.google.de/maps?q=scheibenhardt&hl=de&ll=48.979763,8.136363&spn=0.00135,0.002411&oe=utf-8&client=firefox-a&hnear=Scheibenhardt,+Rheinland-Pfalz&t=h&z=19

verfolgt man den Grenzverlauf weiter, so kommt man zur Bienwaldmühle

https://maps.google.de/maps?q=scheibenhardt&hl=de&ll=48.999352,8.068256&spn=0.005399,0.009645&oe=utf-8&client=firefox-a&hnear=Scheibenhardt,+Rheinland-Pfalz&t=h&z=17

hier war sicherlich nie eine offizielle Grenzkontrolle!

das selbe Spiel hier mitten im Pfälzer Wald:

https://maps.google.de/maps?q=wissembourg&hl=de&ll=49.04539,7.904137&spn=0.002697,0.004823&sll=48.999352,8.068256&sspn=0.005399,0.009645&t=h&hnear=Wissembourg,+Bas-Rhin,+Elsass,+Frankreich&z=18

Ich hab mir gedacht, man könnte sowas einfach mal hier im Thread sammeln, vielleicht fällt euch ja auch noch was ein!

Antworten:

Zitat
Rosti 2.0
Man gehe zurück in die Zeit des eisernen Vorhangs und versetze sich in die damalige Situation.
Ungarn richtig da war doch was, dass war das Land wo DDR-Flüchtlinge einfach so über die grüne Grenze gelangten (natürlich vorausgesetzt man hatte die Erlaubnis ins sogenannte sozialistische Ausland zu fahren!).

Einfach so über die grüne Grenze H => A ? Das war erst im letzten Vierteljahr vor dem Mauerfall so. Vorher war auch diese Grenze "dicht". Überall Zäune, Grenzschutzstreifen, Hunde, usw.


Zitat
Rosti 2.0
hier war sicherlich nie eine offizielle Grenzkontrolle!

Da würde ich nicht wetten. Kenn das von ähnlichen kleinen Übergängen im Saarland. Da wurden erst Ende der 60er-Jahre Zoll und Grenzschutz abgezogen und die Straße mit einer Schranke gesperrt. Einheimische Fußgänger konnten dann frei passieren; wurden aber gelegentlich vom Streifendienst kontrolliert.
Und vor 1940 waren auch diese kleinen Übergänge streng überwacht.


Zitat
Rosti 2.0
das selbe Spiel hier mitten im Pfälzer Wald:

Irrtum. - Das ist der Grenzübergang St. Germanshof. Dort wurde bis zum Inkrafttreten von Schengen eifrig kontrolliert. An einem Feiertag hat mich dort mal ein (dt.) Zöllner richtig gefilzt. Der war wohl sauer, weil er am Feiertag Dienst schieben musste. Sowas soll's ja geben. :D

An dem Übergang findest du auch noch ein altes DLF-Schild.

---> http://s14.directupload.net/file/d/3039/kgsei8ib_jpg.htm

von Manager. - am 10.10.2012 16:22
Ich frage mich noch immer, wie es wohl in Dinxperlo (bei Bocholt) wohl vor Schengen ausgesehen hat. In Dinxperlo (NL, Gelderland) ist es an einer Straße so, dass eine Straßenseite zu Deutschland gehört und die andere zu den Niederlanden, und das nicht nur auf ein paar Metern, sondern ein paar Kilometer.
Man kann es da auch Baustil der Häuser erkennen, dass die eine Straßenseite D ist und die andere NL ...

von WiehengeBIERge - am 10.10.2012 17:28
gerade entlang des eisernen Vorhangs war alles völlig dicht. Du darfst nicht vergessen, dass oftmals die Grenzsperranlagen nicht direkt an der Grenze selbst, sondern weiter im Landesinneren waren. Man konnte diese manchmal gar nicht sehen - das war auch an der Grenze CSSR -Bayern so. Da standen wie heute nur Schilder "halt Grenze" aber man sah gar keinen Zaun. Der war dann erst ein paar Hundert Meter weiter im Wald... daher standen auch überall Warnschilder herum, weil man leicht über die Grenze treten konnte, ohne dass man es sofort merkte.

von Terranus - am 10.10.2012 17:29
Zwischen Oesterreich und Ungarn gab es immer schon eine rege Verbindung, und die Wege dort sind recht alt. Hinzu kommt noch, dass das Burgenland frueher ein Teil von Ungarn war, nicht von Oesterreich, allerdings deusch und kroatischsprachig. Den eisernen Vorhang, der in Ungarn immer schon etwas loecheriger war, als sonstwo im Ostblock, stellte man dort einfach nur auf, und baute mann dann wiederum ab. Zumal sonstige Vorkehrungen nicht notwenidg waren, da das Gebiet meist eben war, und leicht von weitem einsichtig.

Gerade was das Burgenland betrifft, so gibt es eine Vielzahl von Strassen die einfach so ueber die heutige Grenze gingen. Staedte wie Oedenburg, die ehemalige Hauptstadt des Burgenlandes, heute Sopron, wurden durch eine Volksabstimmung zu Ungarn zugezogen. So ist es kaum verwunderlich, dass bis heute das historisch gewachsene Strassennetz danach ausgerichtet ist.

von 102.1 - am 10.10.2012 17:52
@ WiehengBIERge:
Das war ähnlich wie in Herzogenrath/Kerkrade oder Naßweiler/Rosbruck.

---> http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&q=+47%C2%B038%2714.07%22N++10%C2%B0+4%2748.19%22E&ie=UTF8&z=18&ll=47.637114,10.0798&spn=0.003336,0.008497&t=h&om=1

Naßweiler/Saar grenzt dort kilometerlang an die französische Route Nationale N3 (Paris-Saarbrücken). Dort wo jetzt der Grünstreifen ist, war (wenn ich das noch recht weiß) früher ein niedriger Zaun. Der ist aber schon lange weg; genauso wie der Schlagbaum am ehem. Straßenübergang.

von Manager. - am 10.10.2012 18:05
ich denke, dass es an der Grenze von Oesterreich zu Ungarn, und insbs. von Oesterreich nach Tschechien besonders haeufig vorkommen duerfte. Nicht nur war es historisch ein Land, sondern war gerade im Falle von Tschechien das heutige Grenzgebiet deutschsprachig besiedelt.

von 102.1 - am 10.10.2012 18:11
Wenn ich daran denke, wie viele kleine Grenzübergänge fur Fußgänger es alleine in Basel und Riehen gibt, da würde bei jedem Einwanderungsneurotiker der sofortige Herzstillstand eintreten. Wohlgemerkt, es handelt sich hier um eine EU-Außengrenze! ;)

(zur Beruhigung: meines Wissens sind alle diese Übergänge zumindest mit Videokameras versehen)

von Wrzlbrnft - am 11.10.2012 05:56
Zitat
Manager.
Einfach so über die grüne Grenze H => A ? Das war erst im letzten Vierteljahr vor dem Mauerfall so. Vorher war auch diese Grenze "dicht". Überall Zäune, Grenzschutzstreifen, Hunde, usw.

Richtig, ist mir auch bekannt ;) NUR so eine Straße ist nicht mal eben so schnell angeschlossen (und sieht auf dem Bild auch nicht sonderlich neu aus). Ist ja interessant mit diesen versetzten Grenzkontrollen im Hinterland, wie hat man das dann an der T-Kreuzung gemacht? Stand da wirklich so ein einsames Männlein am Straßenrand oder war gar eine Art Baucontainer aufgestellt (wenn ich mich recht erinner -ich war erst 7 Jahre alt- war das am Grenzübergang der DDR bei Eisfeld/Thüringen der Fall, nur war hier auch ein Riesenparkplatz!)

Btw. ist mir durchaus bewusst, dass es sicherlich auch in Ungarn wie in der DDR eine Fünf-Kilometer-Sperrzone im Landesinneren gab ;)

Zitat
manager
Irrtum. - Das ist der Grenzübergang St. Germanshof. Dort wurde bis zum Inkrafttreten von Schengen eifrig kontrolliert. An einem Feiertag hat mich dort mal ein (dt.) Zöllner richtig gefilzt. Der war wohl sauer, weil er am Feiertag Dienst schieben musste. Sowas soll's ja geben. :D

OK :D Ich bin da zweimal in der Nach-Schengen-Zeit durchgefahren, mir fielen keine sonderlichen Befestigungen auf (so aus dem Gedächtnis)

Zitat

An dem Übergang findest du auch noch ein altes DLF-Schild.

---> http://s14.directupload.net/file/d/3039/kgsei8ib_jpg.htm

Stimmt, ist mir natürlich auch schon aufgefallen :D

Zitat
TerranusI
gerade entlang des eisernen Vorhangs war alles völlig dicht. Du darfst nicht vergessen, dass oftmals die Grenzsperranlagen nicht direkt an der Grenze selbst, sondern weiter im Landesinneren waren. Man konnte diese manchmal gar nicht sehen - das war auch an der Grenze CSSR -Bayern so. Da standen wie heute nur Schilder "halt Grenze" aber man sah gar keinen Zaun. Der war dann erst ein paar Hundert Meter weiter im Wald... daher standen auch überall Warnschilder herum, weil man leicht über die Grenze treten konnte, ohne dass man es sofort merkte.

Danke für die Info, genau das wollte ich eigentlich wissen!

von Rosti 2.0 - am 11.10.2012 07:40
Oder die Tram aus Basel, die auch das elsässische Leymen anfährt. In dieser Gegens gibt es einige nicht kontrollierte Grenzübergänge, die auch mit Autos befahren werden können. Dort ist/war aber auch die mobile Grenzwache sehr aktiv.

von WellenJäger - am 11.10.2012 07:40
Baseler Straße in Berlin? Wahlweise 12205 oder 13407. :sozusagen:

von PowerAM - am 11.10.2012 07:47
Zitat
WellenJäger
Oder die Tram aus Basel, die auch das elsässische Leymen anfährt. In dieser Gegens gibt es einige nicht kontrollierte Grenzübergänge, die auch mit Autos befahren werden können. Dort ist/war aber auch die mobile Grenzwache sehr aktiv.

ARG wie cool ist das denn, auf dem Google maps Bild ist sogar eine Tram zu sehen :D



von Rosti 2.0 - am 11.10.2012 08:30
Zitat
WiehengeBIERge
Ich frage mich noch immer, wie es wohl in Dinxperlo (bei Bocholt) wohl vor Schengen ausgesehen hat. In Dinxperlo (NL, Gelderland) ist es an einer Straße so, dass eine Straßenseite zu Deutschland gehört und die andere zu den Niederlanden, und das nicht nur auf ein paar Metern, sondern ein paar Kilometer.
Man kann es da auch Baustil der Häuser erkennen, dass die eine Straßenseite D ist und die andere NL ...

Hab mir das gerade angeschaut, ist schon interessant :D Gibts in der Straße wenigstens Kabelanschluss :D

von Rosti 2.0 - am 11.10.2012 10:20
Da hab ich nochwas gefunden,paßt auch ganz gut,eine falsche Grenze der Tschechen gen Westen

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1847042/

von Robert S. - am 11.10.2012 10:49
Hier kannst du es heute noch sehen: http://goo.gl/maps/ETKvO

Man sieht im Norden noch immer den Grenzstreifen, wo sich die Sperranlagen befanden, der gerade hier recht waagrecht von West nach Ost verläuft. Der eigentliche Grenzverlauf ist weiter südlich und total verschlungen. Einige Flächen lagen also vor der Grenzabsperrung, zB dieser "Hasenreuth" Wald.
Von der Westseite standen da nur Warnschilder und man hätte da rein laufen können... einige Bauern durften das teils sogar offiziell um zu ihren Feldern zu gelangen.

von Terranus - am 11.10.2012 11:30
Zitat
WiehengeBIERge
Ich frage mich noch immer, wie es wohl in Dinxperlo (bei Bocholt) wohl vor Schengen ausgesehen hat. In Dinxperlo (NL, Gelderland) ist es an einer Straße so, dass eine Straßenseite zu Deutschland gehört und die andere zu den Niederlanden, und das nicht nur auf ein paar Metern, sondern ein paar Kilometer.
Man kann es da auch Baustil der Häuser erkennen, dass die eine Straßenseite D ist und die andere NL ...

Das ist ja echt krass, bei einem Gebäudekomplex gibt es sogar einen Übergang zwischen 2 Häusern, ow eines in NL und eines in D liegt :xcool:

von Harald P. - am 11.10.2012 11:43
@TerranusI:
Da gabs im Harz noch mehr solcher Stellen, wo die Grenze teils kilometerweit im Landesinneren war. Die meiste Verwirrung sollte allerdings durch den "inneren" Zaun geschaffen werden, also der Zaun vor dem eigentlichen Zaun. Hat ein Flüchtling diesen überwunden, wähnte er sich meist in trügerischer Sicherheit! In dem Bereich dazwischen patroullierte man und beackerte die Flächen bzw. bearbeitete diese mitunter auch mit Unkrautvernichter(!) damit man frische Spuren schnell sah und entsprechend handeln konnte (mein Vater könnte es genauer erklären, er war zwangsweise dort eingesetzt... nach der Wende haben wir es uns oft genug angesehen...)

von Rosti 2.0 - am 11.10.2012 12:23
@Robert:
Das ist auch ein sehr interessanter Bericht, den kannte ich noch nicht!

von Rosti 2.0 - am 11.10.2012 13:07
Zitat
Rosti 2.0
Zitat
WiehengeBIERge
Ich frage mich noch immer, wie es wohl in Dinxperlo (bei Bocholt) wohl vor Schengen ausgesehen hat. In Dinxperlo (NL, Gelderland) ist es an einer Straße so, dass eine Straßenseite zu Deutschland gehört und die andere zu den Niederlanden, und das nicht nur auf ein paar Metern, sondern ein paar Kilometer.
Man kann es da auch Baustil der Häuser erkennen, dass die eine Straßenseite D ist und die andere NL ...

Hab mir das gerade angeschaut, ist schon interessant :D Gibts in der Straße wenigstens Kabelanschluss :D


Wie einer meiner Vorredner schon schrieb, es gibt da sogar einen Gebäudekomplex (meines Wissens ein Altenheim), welches mit einem Übergang über der "Grenz"straße verbunden ist :cool: .

Kabel gibt es da (auf der deutschen Seite) meines Wissens nicht, Kabel liegt nur in Bocholt-City (wo der Muchel wohnt :D).
In Dinxperlo auf der NL Seite wird es vermutlich (NL-)Kabel geben, so wie in NL fast überall.

(Wikipedia-Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e3/2008-05-09_Dinxperlo_Heelweg_Haus_%C3%BCber_Stra%C3%9Fe.JPG/800px-2008-05-09_Dinxperlo_Heelweg_Haus_%C3%BCber_Stra%C3%9Fe.JPG)
irgendwo hab ich auch noch eigene Fotos aus diesem Ort...

von WiehengeBIERge - am 11.10.2012 16:29
Zitat
Rosti 2.0
NUR so eine Straße ist nicht mal eben so schnell angeschlossen (und sieht auf dem Bild auch nicht sonderlich neu aus). Ist ja interessant mit diesen versetzten Grenzkontrollen im Hinterland, wie hat man das dann an der T-Kreuzung gemacht? Stand da wirklich so ein einsames Männlein am Straßenrand oder war gar eine Art Baucontainer aufgestellt (wenn ich mich recht erinner -ich war erst 7 Jahre alt- war das am Grenzübergang der DDR bei Eisfeld/Thüringen der Fall, nur war hier auch ein Riesenparkplatz!)

Da stand kein einsames Männlein rum, denn da gab es gar keinen Übergang. Da war alles komplett dicht. Es gab an den Grenzen zum Ostblock nur ganz wenige Grenzübergänge. Die vielen kleinen Übergänge wurden erst im Zuge des politischen Umbruchs 1989/90 eingerichtet.

Zur Ferienzeit und vor langen Wochenenden waren diese wenigen Grenzübergänge zur DDR und CSSR sowie nach Ungarn und Jugoslawien "Stammgast" in den Verkehrsmeldungen von Bayern 3 und Ö3.

Der Übergang an der B 4 bei Coburg/Eisfeld wurde auch erst in den 70er-Jahren als Folge des "Grundlagenvertrags" zwischen Bundesrepublik und DDR für den "kleinen Grenzverkehr" (zusammen mit B 247 Duderstadt/Worbis und B 71 Bergen/Salzwedel) eingerichtet.
Zuvor gab es nur B 104 Lübeck-Schlutup/Selmsdorf, B 5 Lauenburg/Horst (später A 24 Gudow/Zarrentin), A 2 Helmstedt/Marienborn, A 4 Herleshausen/Wartha und A 9 Rudolphstein/Hirschberg.
An der Grenze Bayern/CSSR gab es mit Schirnding B303, Waidhasu B 14, Furth i.W. B 20, Bayerisch Eisenstein B 11 und Philippsreut B 12 auch nur 5 Grenzübergänge.

Und an den Außengrenzen Österreichs war das genauso.
- CSSR: Wullowitz/OÖ, Gmünd/NÖ, Grametten/NÖ, Kleinhaugsdorf/NÖ, Drasenhofen/OÖ und Berg/NÖ
- Ungarn: Nickelsdorf/B, Klingenbach/B, Rattersdorf/B und Heiligenkreuz i.L./B
- Jugoslawien: Bonisdorf/B, (Bad) Radkersburg/St, Spielfeld/St, Großwalz/St, Radlpass/St, Lavamünd/K, Seebergsattel/K, Loibltunnel/K und Wurzenpass/K


Zitat
TerranusI
Von der Westseite standen da nur Warnschilder und man hätte da rein laufen können...

Auf westlicher Seite der deutsch-deutschen Grenze gab es in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen Warnschilder des Bundesgrenzschutzes "Halt! Hier Grenze" auf weißen Pfählen mit rotem Kopf.
---> http://geo.hlipp.de/photo/25047

In Bayern stellte die Bayerische Grenzpolizei eigene Schilder "Landesgrenze" an der Grenze zur DDR bzw. "Staatsgrenze" an der CSSR-Grenze auf weißen Pfählen mit blauem Kopf auf.
---> http://192.68.214.70/blz/eup/01_11_themenheft/3.asp ganz unten
---> http://www.wieimmerherzlichegruesse.de/reise.html weit oben

Dort, wo die Grenze durch einen Wald verlief, waren die letzten bayerischen Bäume mit weiß-blauer Farbe gekennzeichnet (selbst nähe Mellrichstadt gesehen)!

von Manager. - am 11.10.2012 17:30
Wieso gab es denn zum "Blockfreien" Jugoslawien auch nur so weniger Grenzübergänge?

von WiehengeBIERge - am 11.10.2012 17:32
Zitat
Manager.

Dort, wo die Grenze durch einen Wald verlief, waren die letzten bayerischen Bäume mit weiß-blauer Farbe gekennzeichnet (selbst nähe Mellrichstadt gesehen)!


Was mich bei der innerdeutschen Grenze interessiert, ist tlw. wurden dort wieder Baeume gepflanzt, tlw. ist ess immer noch frei gelassen. Warum?

von 102.1 - am 11.10.2012 18:00
@ WiehengeBIERge:
YU war ja auch eine kommunistische Diktatur; bloß nicht im Ostblock. Entsprechend wenig Waren- und Personenverkehr gab es. Da reichten die wenigen Übergänge. Und mehr wollten die sicherlich auch nicht. Hauptsache Kontrolle. Mich haben sie dort auch mal unter vermeintlichem Spionageverdacht verhaftet. Kam aber schnell wieder frei...


@ 102.2:
Schwer zu sagen. Hängt sicher vom Einzelfall ab, warum das mal so oder so ist.

von Manager. - am 11.10.2012 18:13
Das hat Naturschutzgründe

von Robert S. - am 11.10.2012 18:23
Zitat
Manager.
@ WiehengeBIERge:
YU war ja auch eine kommunistische Diktatur; bloß nicht im Ostblock. Entsprechend wenig Waren- und Personenverkehr gab es. Da reichten die wenigen Übergänge. Und mehr wollten die sicherlich auch nicht. Hauptsache Kontrolle. Mich haben sie dort auch mal unter vermeintlichem Spionageverdacht verhaftet. Kam aber schnell wieder frei...

Das schon, aber ich kenne es aus Erzählungen von ehemaligen Jugoslawen (die man hier recht häufig antrifft^^) so, dass die weit weniger abgeschottet vom Westen waren als der Ostblock mit seinem "antifaschistischem Schutzwall" :bruell: ...

von WiehengeBIERge - am 11.10.2012 18:51
Das ist richtig. Aber nur nach außen. Im Innern war das auch eine knallharte Diktatur.
Sie konnten aber im Gegensatz zu den Ostblockländern (zum arbeiten) in den Westen reisen.

Und: Zwischen YU und den anderen Balkanländern gab es auch ein kleines Wohlstandsgefälle.

von Manager. - am 11.10.2012 19:05
Slovenien und Kroatien gings damals innerhalb Yugoslaviens auch schon besser, als dem Rest des Landes.

von 102.1 - am 12.10.2012 06:57
> Kurioser finde ich jedoch diese "Sackgasse"

https://maps.google.de/maps?q=Szombathely+tesco&hl=de&ll=47.172051,16.4615&spn=0.001399,0.002411&sll=47.258845,16.556911&sspn=0.089359,0.154324&t=h&hq=tesco&hnear=Steinamanger,+Ungarn&fll=47.172051,16.4615&fspn=0.001399,0.002411&z=19

Google lügt manchmal oder ist Jahre zurück ...

Da ist eine ganz normale Straße:

http://gis.bgld.gv.at/WebGIS/synserver?project=Kataster&stateID=e3b2b1ee-a783-451d-813f-e2616c653603

Die angegebenen Beispiele sind übrigens keine Grenzübergänge.

von andimik - am 12.10.2012 09:21
Zitat
WiehengeBIERge
Wieso gab es denn zum "Blockfreien" Jugoslawien auch nur so weniger Grenzübergänge?


Ich wohne 2 km von der Grenze zum heutigen Slowenien entfernt, daher hier meine Antwort.

Ganz einfach:

- Topografie (in den Karawanken Passhöhe oder Tunnel notwendig)
- Kosten
- Kontrollmöglichkeit

Es gibt übrigens Staatsverträge für die Anrainer (es gibt Österreicher, die haben im Ausland Besitzungen oder Berechtigungen, zB Almen)

von andimik - am 12.10.2012 09:25
Zitat
andimik
Zitat
WiehengeBIERge
Wieso gab es denn zum "Blockfreien" Jugoslawien auch nur so weniger Grenzübergänge?


Ich wohne 2 km von der Grenze zum heutigen Slowenien entfernt, daher hier meine Antwort.

Ganz einfach:

- Topografie (in den Karawanken Passhöhe oder Tunnel notwendig)

Gegen Osten hin war die Gegend aber auch zu Jugoslawien-Zeiten schon deutlich weniger karawankig. ;)

von Wrzlbrnft - am 12.10.2012 11:27
Zitat
cougar1989

in die CSSR:
Schönberg (bei mir in der Nähe)
Zinnwald
Schmilka
Seifhennersdorf
So sehen einige Grenzübergänge aus meiner Gegend heute aus
Klingenthal
noch ein weiterer Grenzübergang in Klingenthal
Wernitzgrün bei Markneukirchen
Schönberg
Bad Elster / Doubrava
Bad Elster / Hranice
Ebmath / Hranice
Selb
Schirnding
Waldsassen


waidhaus/rozvadov, Waldsassen, fürt in Wald bei cham usw... diese übergänge gab es auch schon vor der Wende


bei einen übergang an der grenze lügt Googel aber, an der Grenze zu Waldsassen gibt es die omv tankstelle nicht sondern da steht die "CS NORD" tankstelle... da hat wohl jemand fließig bildbearbeitung gemacht :D
Waldsassen

von Kohlberger91 - am 12.10.2012 15:13
Bezüglich geteilter Straße ist der Finkenkruger Weg in Berlin ganz interessant. Genau in der Straßenmitte verlief die Zonengrenze:

https://maps.google.com/maps?q=berlin&hl=ja&ie=UTF8&ll=52.549199,13.145142&spn=0.003399,0.009141&sll=37.0625,-95.677068&sspn=35.957999,74.882813&hnear=%E3%83%89%E3%82%A4%E3%83%84+%E3%83%99%E3%83%AB%E3%83%AA%E3%83%B3&t=m&z=17&layer=c&cbll=52.549312,13.143033&panoid=syuhy24h15kRnPFnY03pcA&cbp=12,161.32,,0,8.98

Kann man schön am Kopfsteinpflaster und dem asphaltiertem Weg sehen. Die erste Mauer verlief an der Grundstücksgrenze.

Insbesondere viele selbstgemachte Online-Karten stellen den ehemaligen Mauerverlauf in Staaken falsch dar. Ein Teil Staakens wurde aufgrund britischer Bedürfnisse an einem eigenen Flughafen im britischen Sektor an die Sowjetverwaltung abgegeben. Später erfüllte dieser Flughafen dafür einen wichtigen Teil bei der Berliner Luftbrücke.

Bzgl. DLF Schild: So ein Ding steht auch noch am Grenzübergang Otterbach zur Schweiz. (Es gibt in diesem Schild-Zusammenhang noch ein Kuriosum: Tief im ehem. SWF Gebiet gibt es zumindest eine Notrufsäule im Landkreis Lörrach, die noch heute mit einem SDR Schild a la "gesponsert von", versehen ist...)

Raum Basel: Ist selbst auf dem offiziellen Wanderweg auf Chrischona mitten im Wald so eine Videokamera? Fiel mir noch nie auf.

von CBS - am 13.10.2012 15:33
Zitat
cougar1989
in die CSSR:
bei einen übergang an der grenze lügt Googel aber, an der Grenze zu Waldsassen gibt es die omv tankstelle nicht sondern da steht die "CS NORD" tankstelle... da hat wohl jemand fließig bildbearbeitung gemacht :D
Waldsassen

Meinst du diese 'OMV'-Tanke?
Die Aufnahmen sind laut Text links unten vom Juni 2011. Besitzerwechsel?
Google bearbeitet nämlich nur in besonderen Fällen (Personen erkennbar, auffällige Dinge, dummsinnige Hausverschleierungen.)
Addendum: Daily Mail: Secrets of a Google StreetView Driver.

von Nohab - am 13.10.2012 20:39
Ich finde dieses Bild hier immer wieder faszinierend:

https://maps.google.de/?ll=54.421752,20.068502&spn=0.010449,0.033023&t=h&z=16

Das ist die ehemalige Autobahn Königsberg - Elbing, die während des Krieges nur einspurig gebaut werden konnte und heute die polnische S22 bzw. die russische P516 ist.
Der Kontrast zwischen dem brandneu erscheinenden polnischen Teilstück inklusive der protzigen, aber total leeren Grenzübergangsanlage und dem auf Feldwegniveau vergammelten Stück auf russischer Seite könnte nicht größer sein, auch wenn hier wohl Aufnahmen von unterschiedlicher Qualität und Datum übereinander gelegt wurden.

von Saarländer (aus Elm) - am 14.10.2012 13:45
Zitat
Nohab
Zitat
cougar1989
in die CSSR:
bei einen übergang an der grenze lügt Googel aber, an der Grenze zu Waldsassen gibt es die omv tankstelle nicht sondern da steht die "CS NORD" tankstelle... da hat wohl jemand fließig bildbearbeitung gemacht :D
Waldsassen

Meinst du diese 'OMV'-Tanke?
Die Aufnahmen sind laut Text links unten vom Juni 2011. Besitzerwechsel?
Google bearbeitet nämlich nur in besonderen Fällen (Personen erkennbar, auffällige Dinge, dummsinnige Hausverschleierungen.)
Addendum: Daily Mail: Secrets of a Google StreetView Driver.


jep meine ich
http://www.toami.cz/CS-NORD-Svaty-Kriz/239.html

von Kohlberger91 - am 14.10.2012 15:44
An der Deutsch/Niederländischen Grenze gibt es noch mehr Kuriositäten.
Zum einen Oldenkott: https://maps.google.de/maps?hl=de&ll=52.09772,6.7559&spn=0.001658,0.003449&sll=51.440313,7.668457&sspn=3.417238,7.064209&t=h&z=18&layer=c&cbll=52.097668,6.756027&panoid=m5Pty3Krvw4meXVC7N2Jyg&cbp=12,129.46,,1,11.21
Da läuft die Grenze mitten durch den Ort und sogar durch einen Gullydeckel.

Etwas weiter befindet sich der "Ter Huurne Holland Markt", genau auf der Grenze. Den gab es auch schon vor Schengen.
https://maps.google.de/maps?hl=de&ll=52.12818,6.867517&spn=0.001656,0.003449&sll=51.440313,7.668457&sspn=3.417238,7.064209&t=h&z=18
Deutsche kaufen dort Frikandeln, Medikamente, Kaffee und Getränkedosen, dieser Teil befindet sich auf Niederländischen Gebiet. Niederländer kaufen dort Spirituosen, der Teil befindet sich nämlich in Deutschland :-)
https://www.terhuurne.nl/slijterij.php
Es lohnt sich dort allerdings nicht alles. Ein Teil der Sachen bekommt man in normalen NL-Supermärkten günstiger, zumal es sich zum Teil um Restposten handelt.

von Marc_RE - am 14.10.2012 19:44
Zitat
CBS

Raum Basel: Ist selbst auf dem offiziellen Wanderweg auf Chrischona mitten im Wald so eine Videokamera? Fiel mir noch nie auf.


Meines Wissens nicht, auch nicht an vielen anderen kleinen Übergängen, von den inoffiziellen (nicht gekennzeichneten) mal ganz abgesehen. Die Videokameras gibt es nur dort, wo relevanter Verkehr an Fussgängern und Velofahrern ist.

73 de Uli

von ulionken - am 16.10.2012 16:05
Hier in meiner Gegend, im Dreiländereck zu Italien und Slowenien gibt's zwischen Italien und Slowenien im Raum Gorizia/Gorica/Görz auch Grenzübergänge mitten in der Stadt.

Die Stadt wurde 1945 quasi fast wie Berlin geteilt: Während das historische Zentrum in Italien verblieb, ging der wichtige Bahnhof für die Wocheinerbahn an das damalige Jugoslawien - hier wurde dann eine neue Stadt errichtet - "Nova Gorica" (=Neu Görz) genannt.

Für mich ist es eine der Städte, in der man das "Friedensprojekt" EU und ihre ganze Symbolik am meisten spürt.
1945 wurden ganze Familien auseinandergerissen, Grenzen mitten im Garten gezogen. DIe Italiener errichteten auf der Görzer Burgfestung eine riesige, italienische Flagge, Jugoslawien in Nova Gorica ebenfalls.
Mit dem Zerfall Jugoslawiens wurde die Lage schon einfacher, es folgten viele Grenzübergange zusätzlich zwischen Slowenien und Italien.
Aber symbolträchtig war 2004: Mit dem EU-Beitritt Sloweniens wurde ein neuer Platz zwischen den zwei Städten eröffnet - ganz ohne Zäune oder Hinweistafeln in welchen Staat man sich nun befindet.
Mit dem Fall der Grenzen 2007 dank Schengen wuchs die Stadt erst richtig zusammen, die Grenzhäuser existieren teilweise gar nicht mehr, nur die unterschiedliche Beschilderung unterscheidet sich noch. Ansonsten kann man zwischen den Städten wechseln wie man Lust hat - sowie es auch überall sein soll!

Ich kann mich noch an die Kontrollen vor 2007 errinnern, die zwar nicht heftig waren, aber es gab eben Kontrollen - dank Schengen fielen nicht nur diese weg, sondern auch mehr und mehr die Grenzen in den Köpfen - nirgends ist der Gedanke der EU für mich lebendiger als in dieser Stadt!

Im Umland, das für mich ebenbürtig, wenn nicht sogar schöner als die Toscana ist, gibt es viele kleine Straßen, die kreuz und quer von dem einen Land in das andere laufen, ich bin letztens glaub ich 10x einfach von dem einen ins andere Land gewechselt.
Weil Grenzen nur trennen - die Menschen jedoch zusammengehören, nirgends spüre ich die Symbolik der EU mehr als im Alpe-Adria Raum! Und es fasziniert mich immer noch - auch nach meinen wohl 50. Besuch!

Auf dieser Straße zum Beispiel vom Soca-Tal passiert man kurz italienisches Gebiet, um sich dann gleich wieder in Slowenien zu befinden, in der traumhaften Goriska Brda kann man dann hin und her wechseln wie man will und die atemberaubende Landschaft genießen - ganz ohne Grenzen und Hindernisse:

http://goo.gl/maps/UXdO5

Piazza della Transalpina:
.. früher


... und heute

(Wikipedia-Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d3/Piazzale_della_Transalpina_%282%29.jpg/800px-Piazzale_della_Transalpina_%282%29.jpg)



von RTL 102.5 Fan - am 16.10.2012 18:31
Ein regelrecter belgisch-niederländischer Flickenteppich ist die Ortschaft Baarle (Nassau bzw. Hertog). Da weiß man tatsächlich nie, ob die Straße oder das Haus nun zu Belgien oder den Niederlanden gehört.

Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Baarle

von WellenJäger - am 17.10.2012 06:35
Danke für diesen tollen Thread (und danke an RTL 102.5 Fan für's drauf-aufmerksam-machen ;)). :spos:

Ein sehr spannendes Thema. Vielleicht sollte ich doch öfter ins OT-Forum schauen...

von DigiAndi - am 17.10.2012 08:30
In Baarle ist das bei geteilten Häusern so: Die nationale Zuständigkeit liegt bei dem Land, in dem die Haustür liegt. Es gibt mindestens ein Haus, wo Erdgeschoss und Etage unter verschiedene Jurisdiktion fallen, weil die Wohnungen jeweils eigene Straßeneingänge haben.

Die Grenze wird dadurch aber nicht horizontal,
und streng genommen bräuchte beispielsweise eine Hausdurchsuchung einer Wohnung zwei Durchsuchungsbefehle und die Beamten des einen Landes hätten kein Recht, den Teil der Wohnung zu betreten, die im jeweils anderen Land liegt. Zur Not müssen die durch ein Fenster herein, in der Realität aber sind wohl sowieso gemischte Teams von den beiden Polities unterwegs.

von Alqaszar - am 18.10.2012 02:43
Zitat

in der Realität aber sind wohl sowieso gemischte Teams von den beiden Polities unterwegs.

Mit Sicherheit. in Dinxperlo und auch anderen NL-Grenzorten gibt es auch eine gemischte Polizei.

von WiehengeBIERge - am 18.10.2012 06:41
Gemischte Polizei? Du meinst Polizisten und Politessen?

von Bolivar diGriz - am 19.10.2012 06:48
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten, sind schon einige Kuriositäten dabei :D von dem belgisch-niederländischen Baarle hatte ich schonmal gehört (wars hier im Forum??)

von Rosti 2.0 - am 19.10.2012 09:30
Dazu habe ich gerade noch eine tolle Seite gefunden: Das Grenzpuzzle von Baarle
http://www.kurzidim.de/baarle.htm

Wer sich über merkwürdige Grenzverläufe informieren möchte (mit Fotos) sollte sich mal durch folgende Seite klicken:

http://www.grenzen.150m.com/grenze.htm

von WellenJäger - am 19.10.2012 17:08
Etwas ähnliches gibt es auch in Monschau, wo die ehemalige Bahnlinie und auch Bahnhöfe zu Belgien gehören. Bei Google Maps sieht das dann auch so aus, als sei der Kartenzeichner mit dem Stift abgerutscht: https://maps.google.de/maps?q=monschau&ie=UTF-8&ei=SSx_Uo_HHuaN4ASO3oDoBw&sqi=2&ved=0CAgQ_AUoAg

von Bolivar diGriz - am 10.11.2013 06:48
Ein Hoch auf die EU -.-

von Robert S. - am 11.11.2013 11:09
Wenn die EU nicht wäre, würd es auch weniger regnen!

von Alqaszar - am 11.11.2013 20:04
Nicht nur in der EU, aber auch zwischen Canada und USA gibts Grenzziehungen, die gehen quer durch Haeuser und Geschaeftslokale und Kneipen, unterschiedliche Schanklizenzen und Alkoholgesetze gehoeren natuerlich dazu. Der Grund darin liegt, dass der Ort in dem das der Fall ist, aelter ist, als die Grenzvertraege, die man einfach relativ geradelinig gezogen hat. Es gibt auch einen Klein-Flughafen, dessen Landebahn von Canada nach USA geht.

von 102.1 - am 11.11.2013 20:36
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