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DAB+ in der DDR

Startbeitrag von RheinMain701 am 02.01.2013 20:27

21. Januar 2014 - Die Deutsche Demokratische Republik verkündet hiermit mit der Inbetriebnahme des Senders Löbau auf dem Schafberg den vollständigen Ausbau des digitalen Standards DAB+ im ganzen Land.

Während die kapitalistischen Konzerne in Westdeutschland weiterhin um die Finanzierung eines solchen digitalen Netzes diskutieren, zeigt sich hier, dass unser sozialistisches Wirtschaftssystem weit überlegen ist. Alle Bürger der Deutschen Demokratischen Republik können von nun an über digitalen Rundfunk ihre gewohnten Radioprogramme in der Küche, im Bad und auch anderswo hören.

Eine Abschaltung des alten, analogen Rundfunks ist zunächst nicht geplant. Über diese sollen die Bürger Westdeutschlands, die kein digitales Radio empfangen können, über die Ereignisse, die Kultur und die Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik informiert werden.

Technische Details:

Der Mux der DDR sendet auf dem Kanal 13A und besteht aus den folgenden Programmen:

DDR 1 128 kbps
DDR 2 128 kbps-Stereo
Berliner Rundfunk 128 kbps
Stimme der DDR 128 kbps
DT64 128 kbps

Die Standorte im Einzelnen:

Inselsberg 10 kW
Bleßberg 10 kW
Karl-Marx-Stadt 10 kW
Dresden 10 kW
Leipzig 10 kW
Löbau 10 kW
Cottbus 10 kW
Berlin 10 kW
Helpterberg 10 kW
Marlow 10 kW
Schwerin 10 kW
Dequede 10 kW
Brocken 10 kW

Gesendet wird zwischen 6 und 22 Uhr. Im Grenzgebiet zu Westdeutschland wird der Betrieb bereits um 5 Uhr aufgenommen. Im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen bei elektrischer Energie kann es örtlich zu abweichenden Sendezeiten kommen.

Die 50 interessantesten Antworten:

DT64 mit 10kW vom Brocken? Och ja, also.....warum eigentlich nicht? Und da es sich hier um DDR-DAB handelt, wird garantiert nicht Richtung Westen ausgeblendet. So gesehen hätte die Nummer ja glatt einen echten Mehrwert gegenüber der Realität. Ich sach nur 3,2W Richtung 31162...:joke:

von Mc Jack - am 02.01.2013 22:17
Ich würde gerne einen schrankgroßen DAB+-Empfänger von RFT oder so sehen. Auch als nur 25 kg schweres Rucksackmodell zum Unterwegshören erhältlich, den Akku zieht man in einem Handwagen hinter sich her...

Vorteil: Die Muxdaten werden auf 24.678 Lochkarten mitgeliefert, so dass man keinen Suchlaf starten muss und direkt loshören kann. Unter dem Ladentisch aber werden die Muster für die Lochkarten gehandelt, welche auch den West-Mux-Empfang ermöglichen.

Nachteil: Bei den Kawuttkes aus Querfurt ist der Boden des Wohnzimmers eingebrochen, nachdem Herr Kawuttke neben dem DAB-Radio auch einen DVB-T-Empfänger sowie eine Spielkonsole aus DDR-Produktion aufgestellt hat.

Der Wohnungsbauminister der Deutschen Demokratischen Republik weist an dieser Stelle darauf hin, dass nach der TGL-Norm volkseigene Fußböden der DDR mit nicht mehr als einer Tonne per Quadratmeter belastet werden dürfen. Unterhaltungselektronik solle man daher möglichst auf verschiedene Zimmer verteilen. Keinesfalls dürfe bei Vorhanden sein von mehr als zwei Geräten auch noch die Badewanne bis zum Rand gefüllt werden.

von Alqaszar - am 03.01.2013 00:10
Haha, köstlicher Thread! :joke:

Zitat
Wrzlbrnft
Ich wäre noch für das Jugendsportprogramm 99elf.


Und für die reifere Jugend: Absolute Vodka Radio! ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 03.01.2013 05:17
aber mal in ernst:
wenn die wende nicht gekommen wäre, der BRD im DAB (- oder +) nur noch senden würde, weils ein erfolgsmodell ist, und UKW so gut wie tot dort ist, was würden die DDR mitbürger denn da machen??? sicherlich eigene DAB (- oder +) geräte in kleinen stuben basteln! :)

von Tesco.live - am 03.01.2013 06:48
Möglicherweise hätte man einen eigenen Digitalstandard kreiert. Aber so hinterwäldlerisch mit tonnenschweren Geräten wäre es wohl nicht geworden. Auch die DDR würde wohl Chips aus China beziehen, wie jedes andere Land heute auch. Und wenn man sich die Homecomputer der 1980er anschaut: Der KC85 und auch der KC87 brauchten sich keineswegs hinter Westmodellen verstecken. Auch dort wäre die Zeit nicht stehengeblieben. Außerdem hätte man den RFT Digital Tonfunk Empfänger (kompatibel zu DTF und DTF+) ja auch als "Bruns DAB+" im Westen verkauft, möglicherweise nur mit anderer Betriebssoftware. Das wäre ja ein guter Devisenbringer geworden.

In diesem Zusammenhang kann ich dieses Buch empfehlen: http://www.simonurban.de/plan-d/das-buch.html

Ruhig mal ein bisschen auf der Seite rumprobieren, da gibt es interessante versteckte Gimmicks :)

von Bolivar diGriz - am 03.01.2013 09:34
Zitat
Hallenser
Wer weiß ob es in der DDR heutzutage schon Handy geben würde,damals hatte ja nicht mal jeder daheim ein Telefon...Von Digitalradio würde ich da gar nicht mal anfangen.

Selbst in Nordkorea gibt es heute Smartphones.

Die Frage ist eher: Was wäre passiert, hätte die demokratische Welt nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz in Peking ihre Embargopolitik gegen die chinesische und andere Diktaturen durchgezogen und nicht dem schnellen Geld geopfert...

von DH0GHU - am 03.01.2013 12:08
Zitat
Hallenser
Wer weiß ob es in der DDR heutzutage schon Handy geben würde,damals hatte ja nicht mal jeder daheim ein Telefon...Von Digitalradio würde ich da gar nicht mal anfangen.

Die könnte man schon kriegen, ist absolut kein Problem. Die Wartezeit beträgt Pi mal Daumen 8 Jahre.

von RheinMain701 - am 03.01.2013 12:14
Pressemeldung:

"Der VEB Klapptelefone Kölleda hat heute mit der Auslieferung der ersten GSM-Telefone mit intelligenter Benutzeroberfläche aus eigener Produktion begonnen. Dies erfolgt nur eine Woche nach Aufrüstung der ersten drei von insgesamt 175 Mobiltelefonbasisstationen der Post der DDR auf den neuen UMTS-Standard. Die ersten Mobiltelefone hierfür werden bereits bei ROBOTRON entwickelt. Wenige Jahre nach Einführung dieses Standards zeigt dies erneut die Überlegenheit unseres sozialistischen Wirtschaftssystems, das im 12. Fünfjahresplan bereits die Versorgung von 500.000 DDR-Bürgern mit Mobiltelefon erreichen konnte.
Interessierte Benutzer können sich überdies MfS-Zertifizierte Anwendungen für das Betriebssystem Robot 1.0 vom HO-Anwendungsportal unter mobil.ho.ddr herunterladen."

von DH0GHU - am 03.01.2013 17:15
Das ZK hat bekanntgegeben, dass zum 15.1. ein neuer DAB-Standard eingeführt wird: DAB minus. Mit DAB+-Empfängern sind die Programme nur noch in Mono zu hören und die Slideshows sind schwarzweiss. Nur die "Stimme des Friedens 904" (Schwerpunkt: westliche Rockmusik) sendet im DAB+-Modus (5A vom Brocken mit 50 kW, gerichtet 180°-360°).

von Staumelder - am 03.01.2013 17:24
Ich hab in meine Minetta gerade eine DAB+-Platine reingelötet und empfange jetzt DT64 mit der Sendung "Pogi Mahoni" und das "Beschiss-Quiz" sowie "Dr. Kaos mit Karsten Blumental" in absolut sauberen und unkomprimierten 128kbp/s aus der Nalepastraße. Ein Hoch auf die Microtech-Gefell UM70 Mikrofone!

Ich würde mir einen Arm abhacken wenn es wirklich so wäre..........

von nürnberger - am 03.01.2013 18:01
Zitat
Ulrich Hilsinger
Interessierte Benutzer können sich überdies MfS-Zertifizierte Anwendungen für das Betriebssystem Robot 1.0 vom HO-Anwendungsportal unter mobil.ho.ddr herunterladen."

Tipp: damals wollte man .dd für die DDR aktivieren. Wäre das Land nicht aufgelöst worden, könnten wir jetzt auf Seiten wie uni-jena.dd stöbern.

von RheinMain701 - am 03.01.2013 18:35
Zitat
Ulrich Hilsinger
Pressemeldung:
(…) unter mobil.ho.ddr herunterladen."


Es hätte mobil.ho.dd heißen müssen.

Aber man sollte nicht vergessen, dass der Rückschritt des Ostens nicht durch unfähige Ingenieure entstand, sondern durch die fehlenden Devisen und bestehden Embargos, die es nicht erlaubten, die benötigten Rohstoffe, Bauteile usw. auf dem Weltmarkt zu beziehen. In vielen, heute primitiv anmutenden Lösungen, steckt wesentlich mehr Entwicklungsarbeit als in vergleichbaren westlichen Artikeln seinerzeit. Es war im damaligen RGW genau geregelt, wer was herstellen darf bzw. muss, es war also rein politisch geregelt und keine Frage des Potenzials an fähigen Fachleuten. Die Ausbildung letzterer schien aber nicht so schlecht gewesen zu sein, denn (Elektro-)Ingenieure, die zu Zeiten der DDR diplomierten, waren und sind heute immer noch gefragte Leute.

von Radio_DDR - am 03.01.2013 21:21
Zitat
Radio_DDR
Aber man sollte nicht vergessen, dass der Rückschritt des Ostens nicht durch unfähige Ingenieure entstand, sondern durch die fehlenden Devisen und bestehden Embargos, die es nicht erlaubten, die benötigten Rohstoffe, Bauteile usw. auf dem Weltmarkt zu beziehen.


Der erste Teil ist durchaus richtig. Die Ingenieursausbildung in der DDR war von exzellenter Qualität.
Der zweite Teil nur bedingt. Der Mißerfolg und das Scheitern des sozialistischen Wirtschaftsraums ist durch diesen selbst bedingt. Unter anderem Ursachen sind:
- Das Diktat aus Moskau (verbot einer DDR-Luftfahrtindustrie durch Moskau, Stichwort Elbe-Flugzeugwerft; Verbot z.B. einen Nachfolger des "Trabis" auf den Markt zu bringen, obwohl es den gegeben hätte)
- Die fehlende Motivation, mehr zu leisten, als vorgegeben war. Warum sollte ein noch so fähiger Ingenieur mehr tun, als nötig, wenn's eh nichts an seiner persönlichen Situation ändert? Wenn ein Ingenieur (West) fähig ist, kann er beruflich aufsteigen und damit seinen Wohlstand (durch höheres Einkommen) steigern, der Ingenieur (Ost) bekam eine Medaille und Anerkennung, aber in der Regel deshalb nicht mehr Wohlstand - das kommunistische Prinzip motiviert nunmal nicht durch materielle Anreize (solls ja auch nicht, und in der Theorie ist das auch ganz toll - widerspricht aber nunmal dem menschlichen Streben nach Verbesserung).
Rohstoffe hatte "der Ostblock" eigentlich genug.

Bauteile hat er sich dann, wenn echter Bedarf bestand, auf Umwegen besorgt - zur Not durch Spionage zwecks Beschaffung von Produktionsunterlagen.

von DH0GHU - am 03.01.2013 22:09
gab es zu DDR Zeiten eigentlich nie irgendwelche Interessen ein eigenes Rundfunksystem einzufuehren, - um etwa Westempfang im Radio komplett auszuschliessen.

Die DDR gehoerte offenbar zu den einzigen Ostblock-Laendern, die niemals das OIRT Band fuer Radiouebertragungen benutzten.
Bei der harten "Tonlage und Gangart" die die DDR benutzte (STASI, Schussbefehl, automatische Schussapparate, etc...) verwundert mich gerade diese Praxis dennoch etwas.

von 102.1 - am 04.01.2013 08:38
Das hat mich eigentlich auch verwundert, der einzige Unterschied zum Westen war die Farbnorm.
Dabei wäre so einiges möglich gewesen, um den Westempfang für die Masse zu verhindern.
(Siehe Frankreich.)

von Nohab - am 04.01.2013 10:31
@Rosti 2.0
Diese Propagandazwecke hatte ich auch als Grund vermutet, dass man sich in der DDR gegen das OIRT Band entschied.

Nur, habe ich zwei Meinungen, die ich im gleichen Frequenzband den Hoerern zugaenglich mache, habe ich wiederum Wettbewerb, und Wettbewerb war ja im Kommunismus nie gewollt. Der Buerger in der DDR sollte nicht entscheiden, sondern das System akzeptieren.

Betrachtet man den harten Umgang der DDR mit ihren Buergern, dann mutet eine FDJ Gruppe die von Haus zu Haus laeuft um Ochsenkopfantennen zu beanstanden, relativ harmlos an.....

von 102.1 - am 04.01.2013 12:51
Politik und Logik passen selten zusammen, aber...

man darf nicht vergessen, daß in den 50er Jahren der Osten(!) von einer Wiedervereinigung Deutschlands redete, die der Westen damals immer wieder (wegen nicht akzeptabler Bedingungen) ablehnte. Deshalb hatte man damals in der "Zone" einen Deutschlandsender und ich behaupte, die Umstellung der Fernsehnorm von 6,5 MHz Tonabstand auf 5,5 MHz und die Verwendung des CCIR-UKW-Bands haben denselben Grund. Vielleicht hat man geglaubt, den Empfang von "Feindsendern" im eigenen Land durch andere Maßnahmen kontrollieren zu können.

In den 60er Jahren war die Politik mittlerweile ganz anders und deshalb SECAM statt PAL beim Farbfernsehen.

Catperson

von catperson - am 04.01.2013 18:01
Zitat
DH0GHU
Selbst in Nordkorea gibt es heute Smartphones.

Die Frage ist eher: Was wäre passiert, hätte die demokratische Welt nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz in Peking ihre Embargopolitik gegen die chinesische und andere Diktaturen durchgezogen und nicht dem schnellen Geld geopfert...
In Nordkorea hat imho die Normalbevölkerung keinen Zugang zu Internet und Mobilfunk. :(

In Weissrussland sind DSL Anschlüsse und Handys hingegen schon üblich.

Aber die DDR war ja nie so streng wie Nordkorea, deshalb hätte es da sicher auch Internet und Mobilfunk für die Bevölkerung gegeben.

von Martyn136 - am 04.01.2013 19:22
Warum aber Kanal 13A? Dieser Frequenzbereich wurde doch von den Imperialisten für Richtfunkverbindungen zwischen der BRD und der selbstständigen politischen Einheit Westberlin genutzt.

P.S.

... für meinen speziellen humorlosen Freund: das war Ironie!

von hegi_ms - am 04.01.2013 19:49
Zitat
102.2
gab es zu DDR Zeiten eigentlich nie irgendwelche Interessen ein eigenes Rundfunksystem einzufuehren, - um etwa Westempfang im Radio komplett auszuschliessen.


Aus der Zone kommen doch etliche moderne Erfindungen. Beispielsweise der DDR-RAM, der SED-Fernseher oder der Mielke-Waschvollautomat. :nichtzufassen:

von PhanTomAs - am 04.01.2013 21:58
@hegi_ms: Na, die Richtfunkstrecken wären doch sicher zugunsten einer Glasfasertrasse entlang der Transitautobahnen (mit Abhöranschluß für den BND das MfS) aufgegeben worden. Der Vorteil von 13A ist, dass es der DDR dann möglich ist, Einkanal-DAB-Empfänger zu bauen, die den Empfang von West-DAB, das bekanntlich unterhalb Kanal 13 läuft, nicht ermöglichen. Der Anteil der dänischsprachigen DDR-Bevölkerung ist hinreichend klein...

von DH0GHU - am 04.01.2013 23:56
Zitat
DH0GHU
@hegi_ms: Na, die Richtfunkstrecken wären doch sicher zugunsten einer Glasfasertrasse entlang der Transitautobahnen (mit Abhöranschluß für den BND das MfS) aufgegeben worden. Der Vorteil von 13A ist, dass es der DDR dann möglich ist, Einkanal-DAB-Empfänger zu bauen, die den Empfang von West-DAB, das bekanntlich unterhalb Kanal 13 läuft, nicht ermöglichen. Der Anteil der dänischsprachigen DDR-Bevölkerung ist hinreichend klein...


Dann hätte man in der BRD an den Grenzsender z.B Ochsenkopf usw... den BRD Deutschland mux auch auf einen 13er Kanal gesendet :D

von Kohlberger91 - am 05.01.2013 07:00
Zitat
Mc Jack
Wieso nur hören?
Von Schnitzlers sozialistisches Kassengestell gab es bei uns in 4:3 zu bewundern. Sudel-Ede ohne Bild wäre nur der halbe Spaß gewesen! :D


Bei uns war er schwarz/weiß - Vom Bild her, nicht nur inhaltlich :D

von Murky - am 05.01.2013 10:21
Zitat
Exidor
Die DDR hat zu keiner Zeit irgendeinen westlichen Sender weggejammt.


Bis Ende November 1978 wurde RIAS auf der Mittelwelle gejammt aber vom Feinsten !
RIAS wechselte dann die Frequenzen. Der " Jammer " folgte nach kürzester Zeit .
Nördlich Berlins in Flecken Zechlin liess sich durch Entsprechendes Ausrichten des Radios
der Jammer nahezu komplett ausblenden.

von RADIO354 - am 05.01.2013 14:47
Ja, es war HUNDERT,6. Allerdings wurden nur die Nachrichten durch Rauschen gestoert. Das laufende Programm blieb unberuehrt. Den Empfang konnte man im Berliner Stadtgebiet teilweise wirklich unterbinden, in den Randbezirken sowie dem Umland waren die Stoerungen nicht mehr als ein Zwitschern.

von PowerAM - am 05.01.2013 15:00
Zum Thema "Was wäre wenn" (also wenn es heute noch die DDR gäbe und keine Wiedervereinigung stattgefunden hätte) kann ich euch den Roman "Plan D" von Simon Urban empfehlen (habe ich vor wenigen Tagen als Hörbuch gehört)!

Da gibts dann noch Robotron-PCs und VEB-Handys, die "Minsk" heissen.... :joke:

von Sarstedter - am 05.01.2013 17:08
Die DDR wollte auch EC Karten `rausbringen und Robotron- Qualitätsgeldautomaten im Dienste
der Staatsbank. Ich habe mal ein Prospekt bekommen wo eine Grünfarbene DDR EC Karte
als Entwurf abgebildet war. So Richtig mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz.

von RADIO354 - am 05.01.2013 18:21
Zitat
Sarstedter
Da gibts dann noch Robotron-PCs und VEB-Handys, die "Minsk" heissen..


Speziell in der Winterzeit ist das Sowjet-Modell "Raduga GSM" äußerst beliebt. Obwohl die Nachteile (5kg Gewicht, Asbestverkleidung) nicht von der Hand zu weisen sind, zeigt es doch bei größter Kälte, was es kann: Einfach morgens vor dem Losfahren das Handy in den Trabi legen und 5min. lang bimmeln lassen. Der Innenraum ist dann mollig warm und die Scheiben sind restlos abgetaut. Man muss nur aufpassen und vorher den Motor starten, ansonsten ist die für die Spannungsversorgung zwingend notwendige Starterbatterie komplett leergesaugt.

:D :D

von Mc Jack - am 05.01.2013 18:41
Zitat
RADIO354
Die DDR wollte auch EC Karten `rausbringen und Robotron- Qualitätsgeldautomaten im Dienste
der Staatsbank. Ich habe mal ein Prospekt bekommen wo eine Grünfarbene DDR EC Karte
als Entwurf abgebildet war. So Richtig mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz.

DDR-Geldautomat: http://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/computer/geldautomat.htm

von Nohab - am 05.01.2013 19:24
Wenn du den verlinkten Artikel gelesen hättest, wüsstest du, dass ein paar Hundert von den Dingern in Betrieb waren. Ein paar Hundert ist nun nicht gerade viel für die ganze DDR (vermutlich standen davon wiederum die meisten in Berlin), von einer flächendeckenden Verbreitung konnte also keine Rede sein. Im Westen wurde der erste Geldautomat zwar schon 1968 aufgebaut, aber die meisten Menschen haben auch hier wohl erst im Laufe der 1980er mit einem Geldautomaten erste Bekanntschaft gemacht.

von Bolivar diGriz - am 06.01.2013 08:25
Um sich mal zu verdeutlichen, was flächendeckend heißt:
Die CashGroup alleine hat ca. 9000 Automaten in Betrieb, Cashpool nochmal über 2900 Geräte,
dazu dann noch Sparkassen, Volksbanken und diese teuren Reisebankdinger. Teilt man diese Zahlen durch 3
kommt man auf die Anzahl, die ungefähr für eine flächendeckende Versorgung der DDR notwendig gewesen wäre.
Ich denke, Automaten gab es damals wirklich nur in den großen Städten, ich wüßte nicht, wie man mit den begrenzten Mitteln der DDR eine mit heute vergleichbare Versorgung hinbekommen sollte.

von Nohab - am 06.01.2013 09:26
Zitat
Nohab
Um sich mal zu verdeutlichen, was flächendeckend heißt:
Die CashGroup alleine hat ca. 9000 Automaten in Betrieb, Cashpool nochmal über 2900 Geräte,
dazu dann noch Sparkassen, Volksbanken und diese teuren Reisebankdinger. Teilt man diese Zahlen durch 3
kommt man auf die Anzahl, die ungefähr für eine flächendeckende Versorgung der DDR notwendig gewesen wäre.
Ich denke, Automaten gab es damals wirklich nur in den großen Städten, ich wüßte nicht, wie man mit den begrenzten Mitteln der DDR eine mit heute vergleichbare Versorgung hinbekommen sollte.

1. ist die DDR kleiner, 2. kommt man gut hin wenn man auch in Großstädten wie Berlin nur einen Geldautomat hinstellt.

von RheinMain701 - am 06.01.2013 16:39

Re: DDR-Geldkarte

Na klar gabs in der DeDeEr Geldkarten+Geldautomaten, son grünes Ding hatte ich auch, vom Postcheckamt Magdeburg. Abgehoben habe ich damit meist am Automaten außen zugänglich am Hauptpostamt Halle-Neustadt, neustädter Passage. Ansonsten konnte ich Ost-Geld damit in jedem Postamt und Sparkasse der DDR am Schalter abheben.
Damit entfiel endlich das lästige Ausfüllen der grünen Checkformulare beim Geldabheben.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 06.01.2013 20:41
Zitat
Chief Wiggum
90elf hiesse 18achtundachtzig , hätte 10 Unterkanäle und würde ständig Reden von Hitler und Göbbels ausstrahlen. Dazu gäbe es noch einen Musiksender für deutsche Volksmusik. Mehr nicht.


Zuzueglich zur deutschen Volksmusik haette es auch noch einen Kanal fuer Wagner-Opern gegeben.
Moeglw. auch einen Propagander-Sender der Kirche, der das Christentum heroischer darstellt, als andere Religionen.

Hinzu waere noch ein Soldatensender um diese zu motivieren, und ein weiteres Programm um die Bevoelkerung ueber "angebliche" Siege und "heroische" Frontmeldungen zu informieren.

von 102.1 - am 07.01.2013 08:16
Und es würde Spartenkanäle geben die die "Größten Hits der 30'er und 40'er " spielen würden.
so wie hier in etwa ;)
http://www.youtube.com/watch?v=MwqW3oA3jdI
:verpiss:

von Robert S. - am 07.01.2013 13:29
DAB+ pardon NTF+ hätte sich seinerzeit sehr schnell durchgesetzt. An jeder Ecke ein Propagandaplakat auf dem "Deutsche, kauft NTF+" oder "Ein echter Deutscher hört NTF+" steht.

Und der kleine Guido K. sagt zu seiner Mama "oh, sowas will ich auch." ;)

von PhanTomAs - am 07.01.2013 20:36
Auf Helgoland wird demnächst eine neue UKW-Frequenz aufgeschaltet, auf der der Ton von Sky Film 1 ausgestrahlt wird - natürlich analog verschlüsselt.

Auf Anfragen, ob es auch einen Sky-DAB-Mux in Helgoland geben wird, hieße es, ein solcher sei nicht geplant.

von RheinMain701 - am 08.01.2013 12:03
Minderheiten-DAB-Threads dürfen dort bleiben, wo sie gestartet wurden.
Siehe Österreich/Schweiz-Forum




































































































































































:verpiss:

von Chief Wiggum - am 23.11.2013 14:31
Seine Hoheit haette es nicht in die DDR-Regierung geschafft. Man nahm nur verdiente Nazi-Groessen, deren Vergangenheit man aber verschwieg, oder man nahm verdiente Widerstandskaempfer. Adlige wurden gern enteignet, nachdem sie freiwillig rueber machten. Solange sie es noch konnten.

von PowerAM - am 23.11.2013 15:37
Was aber kaum jemand bemerkt haette, schliesslich waren die Herren Direktoren und Verbindungsoffiziere in diesem Netz ja unter sich. Und Karl-Eduard haette es sicher nicht mit Berichten mit der Einblendung "Bild + Ton BRD-Fernsehen" kommentiert.

von PowerAM - am 23.11.2013 16:17
Der elitaere Kreis derer, die sich mit einem 9.6er oder 14.4er Modem haette einwaehlen koennen, der waere aber auch recht ueberschaubar gewesen. Der erste oeffentliche Telefonanschluss in meinem Wohngebiet wurde uebrigens 1992 geschaltet. Zuvor gab es an der Ecke eine Telefonzelle mit Muenzfernsprecher, jedoch oft genug ohne Hoerer. :eek:

von PowerAM - am 23.11.2013 16:24
Quatsch.
Jeder Haushalt bekam ein DAB Radio vom DAB Propagandaminister Peqsche persönlich überreicht.

Fest Eingestellt auf Kanal 10A. Zum besten Empfang von DDR1 und DDr2.

von Chief Wiggum - am 23.11.2013 16:44
Nach dem Beitritt Westdeutschlands zur Deutschen Demokratischen Republik ist es uns endlich möglich, die Rundfunkprogramme der Deutschen Demokratischen Republik auch im Westen zu übertragen. Hiermit können die Bewohner Westdeutschlands nach vielen Jahren qualitativ hochwertiges Programm hören.

Das digitale Netz der Deutschen Demokratischen Republik im Westen startet im Juni 2014. Der analoge UKW-Hörfunk wird aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen im Energiesektor zur gleichen Zeit abgeschaltet. Im folgenden sind die Standorte aufgelistet, über die Sie Ihre Programme empfangen können. Die Sendezeit beträgt 6-22 Uhr.

Sollten Sie die digitalen Hörfunkprogramme nicht empfangen können, empfehlen wir Ihnen die Benutzung einer auf den nächstgelegenen Standort ausgerichteten Dachantenne. In der Nähe des Ostens der Deutschen Demokratischen Republik sind Sie angewiesen, die dortigen Standorte anzuvisieren.

Flensburg Engelsby 10 kW
Bungsberg 10 kW
Hamburg Moorfleet 10 kW
Steinkimmen 10 kW
Teutoburger Wald 10 kW
Langenberg 10 kW
Ahrweiler 10 kW
Göttelborner Höhe 10 kW
Donnersberg 10 kW
Friedrich-Engels-Stadt Großer Feldberg 10 kW
Dillberg 10 kW
Aalen 10 kW
Hornisgrinde 10 kW
Feldberg Schwarzwald 10 kW
Grünten 10 kW
Zugspitze 10 kW
Brotjacklriegel 10 kW

von RheinMain701 - am 23.11.2013 20:32
Nach 22.00 Uhr übernimmt dann Radio Moskau die Rundfunkversorgung. Eigens dafür wird in BRAUNlage ein neues Sendezentrum eingerichtet (Короткие волны центр Браун ситуация). Das Programm besteht aus den besten Reden der 50 bis 80er Jahre sowie ernster Kosaken-Musik (казаки).

Zu empfangen sind diese Sendungen in bester Tonqualität Dank DRM-Modus, verbreitet werden sie auf allen zur Verfügung stehenden Frequenzen. Um Frequenzen zu beschaffen wurde den europäischen Auslandsrundfunkdiensten die Finanzmittel entzogen, sie mussten ihren Sendebetrieb auf der Kurzwelle einstellen. Für den Westen der DDR werden neue Sender im 88 Meter-Band in Betrieb genommen (ist ganz rechts auf der Skala).

Ergänzung: Die DRM-Selbstbau-Empfänger werden im ersten Qartal 2014 durch die Reichspost via Reichsbahn kostenlos zugestellt. Der VEB "Revolution DRM" ist daher mit einer Produktionskapazität von 132% überlastet.

von Staumelder - am 24.11.2013 11:55
Die Werktaetigen gaben in einer feierlichen Versammlung eine Sonderverpflichtung ab, durch Uebernahme von Zusatzschichten und Einfuehrung der Siebentagewoche die Planvorgaben um weitere 20 % ueberzuerfuellen und so den Bedarf der DDR-Buerger an modernen Heimrundfunkempfaengern bis zum Ende des laufenden Fuenfjahresplans zu decken. In Anerkennung der bisher geleisteten Arbeit wird der Brigade "Sonnenschein" nunmehr der Name "Adolf Hennecke" verliehen.

von PowerAM - am 24.11.2013 12:16
Wann werden eigentlich Radios mit UKW-EMpfänger eingezogen? Gerade hier an der Süd- und Westgrenze werden allzuoft noch UKW-Programme aus dem nichtsozialistischen Ausland, insbesondere der kapitalistischen Schweiz und dem nicht weniger kapitalistischen Großherzogtum Luxemberg sowie dem zu sehr westlich beeinflußten blockfreien Österreich, gehört.

Als besonderes Problem muss dabei angesehen werden, dass einige Radios, obwohl dies möglich wäre, den Empfang von Multiplexen von außerhalb der DDR nicht unterbinden. Besonders an der CH-Grenze ist das kritisch. In AUT gibt es glücklicherweise kein DAB.

von DH0GHU - am 21.12.2013 14:48
Zitat
Staumelder
Stimme der DDR Weihnachtsmelodien ist ein ziemlich gutes Programm. Ich höre den Sender täglich.

Du hast Dich wohl im Namen geirrt. Jahresendmelodien heißt das!

von DH0GHU - am 21.12.2013 17:33
@ pomnitz26

Zitat

Soweit ich weiss hat TechniSat vieles von RFT und einigen anderen DDR Werken übernommen?
RFT lebt weiter.


Technisat hatte anfangs sogar komplette Geräteserien von RFT übernommen und mit einem neuen Namen versehen.

Zum Beispiel wurde die RFT-Komponentenanlage S4000 von Stern Radio Sonneberg ab 1990 unter dem Namen "Technisound" angeboten:

https://homepage-creator.telekom.de/imageprocessor/processor.cls/CMTOI/cm4all/com/widgets/PhotoToi/11/28/69/74/13c5372754e/scale_548_0/13c5372754e
https://homepage-creator.telekom.de/imageprocessor/processor.cls/CMTOI/cm4all/com/widgets/PhotoToi/11/28/71/08/13c53847dfc/scale_548_0/13c53847dfc
( http://www.rft-geraete.de/Musikanlagen )

Das war keine schlechte Qualität.

von Kay B - am 21.12.2013 23:14
Diese Qualität habe ich zum Teil auch noch. Mit Sharxs und danach DAB mit den vielen Zusatzprogrammen wurde fast alles in den Keller verbannt. DAB+ hat dann die jährliche Nutzung der immernoch intakten DDR Geräte in den Minutenbereich verdrängt. Kasetten nutze ich keine mehr wenn die überhaupt noch laufen würden.
Der SKR 701 mit KW, MW, LW und UKW gegen das Dual DAB50 bleibt traurig zurück. Wenn der MDR dann auch noch die Lieblingsmusik entfernt und auf DAB Private auftauchen die genau da voll einspringen war es das.
Woanders konnte ich einige DDR Holzradios mit einem 1,4m Dipol an den 300Ohm Anschluss retten. Die gehen bei UKW bis 100MHz. Auf dem Dach läuft ein Sailor SA-260 im Dauerbetrieb damit diese Geräte wieder aktiviert werden.

von pomnitz26 - am 22.12.2013 00:19
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