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Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Laden"

Startbeitrag von Robert S. am 24.02.2013 19:28

Bei uns beobachte ich seit kurzer Zeit ein passives Supermarktsterben in den kleineren Ortschaften die um die 1000 bis 2000 Einwohner haben bzw einigen Vororten der Kleinstädte.
TEGUT hat hier in den letzten Jahren 4 Filialen dicht gemacht,die in Steinheid folgt im März :(
Auch PENNY,NETTO und DISKA haben Standorte aufgegeben.
Dafür eröffnen hier und da wieder kleinere sogenannte "Dorfläden" die man wohl mit dem DDR Konsum bzw BRD Tante Emma Laden gleichstellen kann,auch wir sollen einen bekommen.

Schon eine interessante Entwicklung,in den 90'ern schossen die Supermärkte wie Pilze aus dem Boden und verdrängten die kleinen Geschäfte,nun schließen sie und die kleinen Läden kommen zurück...
Wie ist es bei euch in der Gegend ?

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Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

Hier in Südwestthüringen gibt es Überbleibsel des Konsums bestenfalls noch in größeren Dörfern, die für die umliegenden Dörfer eine Art Zentrumsfunktion haben (also Gemeindesitz). Meist wird das dann noch mit einem Bäcker, einer Bank (bei der dann alle älteren Dorfbewohner Kunde sind) und einer Postfiliale kombiniert.

Das sind dann aber meist kleinere Supermärkte und etwas größer als der Tante-Emma-Laden, den man so kennt (also ein mittelgroßer Raum mit einer Theke, hinter der Tante Emma steht).

Im benachbarten Unterfranken sind die kleinen Tante-Emma-Läden aus den Dörfern auch so in den 90ern größtenteils verschwunden. Die gehörten damals meistens zu EDEKA.

Die sind halt meist dem Einkaufstrend zur Grünen Wiese zum Opfer gefallen. Wenn man sich die Alterspyramide in Deutschland anguckt, muß man sich fragen, ob der Trend nicht bald in die Gegenrichtung geht. Für die ganzen rollenden Läden, die hier so kommen, scheint sich das zu rentieren. Dann könnten sich also Tante-Emma-Läden auch bald wieder rentieren.


Das letzte Mal, als ich in so einem Tante-Emma-Laden war, ist gut 10 Jahre her. Das war auf der Schwäbischen Alb. Eine Eingangstür, direkt dahinter ein Gang mit ca. 1,5 x 5 Metern Grundfläche! Auf einer Hälfte dieses Gangs stand den Gang entlang ein Regal, das mit den Waren bestückt war. Daneben hatte man also gut 75 cm als Zugang. Die Kasse war nicht größer als das Kassengerät selbst und war noch irgendwie in eine Lücke zwischen Eingangstür und diesem Regal gesteckt. :D

von Kay B - am 24.02.2013 23:00

Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

@ Peter Schwarz

Zitat

Die grossen Ketten betreiben erst einmal Konkurrenzvernichtung und lassen dadurch defizitäre Standorte so lange laufen, bis alle anderen aufgegeben haben. Und dann schliessen sie alle Filialen, die nicht die gewünschten Zahlen bringen.


Das ist ja geil. Die Ketten machen sich gegenseitig nieder und der letzte räumt dann sowieso das Feld.

Irgendwann sind wir soweit, daß die Versorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs wieder durch die öffentliche Hand sichergestellt werden muß.

Da haben also definitiv einige BWLer zu lange bei Prof. Dr. Homo Oeconomicus studiert. :mad:

von Kay B - am 25.02.2013 11:55

Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

Hier in Luhe gab es mal einen allseits bekannten Tante-Emma-Laden, bis der vor 10 jahren geschlossen wurde. Als Kind war ich da öfters drin. Da bekam man alles mögliche, Obst, Gemüse, Kaffee, Süßwaren...

Die Ladeneinrichtung war seit dem großen Brand von 1928 unverändert.
An dem Haus wurde auch schon seit vielen Jahrzehnten nichts mehr gemacht.

Bis heute steht an dem Haus auf der linken Hälfte "Friseur Johann Ruf" und auf der rechten Hälfte "Kolonialwaren". Problem ist nur dass der Friseur Johann Ruf schon 40 Jahre tot ist...

von BetacamSP - am 25.02.2013 11:56

Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

Hier ist eine eher gegenteilige Entwicklung festzustellen.
Nachdem ich hier immer den Eindruck hatte, dass dier Tante-Emma-Läden schon länger durchgeahlten haben als anderswo, sind hier in den letzten 5 Jahren die letzten Geschäfte dieser Art alle geschlossen worden. Das betrifft nicht nur die "Tante-Emma-Läden", sondern im Grunde alle Arten von kleinen Fachgeschäften, wobei die Tante-Emma Läden komplett verschwunden sind.

Ist aber auch kein Wunder, hier im Dorf (knapp 2500 Einwohner) gibt es inzwischen 3 Supermärkte (Jibi, Netto, Penny), in den Nachbardörfern ist es ähnlich...
Es gibt hier im Dorf fast mehr Einkaufsmöglichkeiten (auch andere Arten von Geschäften) als in der Fußgängerzone in der 25.000 Einwohner-Kernstadt...

@ Kay B
Zitat

Im benachbarten Unterfranken sind die kleinen Tante-Emma-Läden aus den Dörfern auch so in den 90ern größtenteils verschwunden. Die gehörten damals meistens zu EDEKA.

Die gehörten nicht zu Edeka, sondern kauften da ein ;-).

von WiehengeBIERge - am 25.02.2013 12:04

Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

Den Trend kann man in Österreich nicht finden. In den letzten Jahren sind die Supermärkte eher mehr geworden, sodass fast jedes Kaff schon seinen Spar oder Billa besitzt.
Generell gesagt haben sich Rewe (mit Billa, Merkur, Adeg, Bipa) und Spar (Spar, Interspar, Eurospar) den Markt unter den Nagel gerissen, abgesehen von den Discoutnern (Hofer (ALdi) und Lidl) gibt es nichts.

Das führt dazu, dass es den berühmten "Österreich-Zuschlag" gibt, d.h. alles ist teurer, weil diese Oligpol-Stellung von Rewe und Spar dazu führt, dass die ordentlich die Preise raufschrauben. Mit dem Vorwand "Produkte aus Österreich" werden auch viele Produkte aus dem Ausland augesperrt und somit die Warenvielfalt reduziert (Ich bin kein Feind von Regionalen Produkten, nur in der Masse wie es gerade in Österreich aufgeführt wird).
Kosmetikartikel sind zum Beispiel teilweise um bis zu 50% teurer als in Deutschland.

Daher laufen gerade Untersuchungen der Arbeiterkammer, denn eine wirkliche Vielfalt ist in Österreich nicht gegeben: Weder am Angebot der Supermärkte (Rewe/Spar) noch an der Produktvielfalt.

von RTL 102.5 Fan - am 25.02.2013 17:51

Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

Situation in Mönchengladbach:
Zuviel Einzelhandelsfläche, wenn die MFI-Arcaden aufmachen in 2014, gibt's noch mehr.
Und dafür woanders in der Fußgängerzone eben Leerstand.
An Supermärkten sind wir hier reich gesegnet, Aldi & Co. sind alle mehrfach im Stadtgebiet vertreten.
Dazu 2 mal real,- in Walmartgröße. Nur Walmart's Supercenter sind noch größer.
Und trotzdem läuft der kleine Windbergmarkt bei mir im Stadtteil seit Jahren.
Ok, der läuft auch als Kiosk mit, aber die ganzen alten Leute aus der Umgebung kaufen da ein.
Ich mitunter auch, wenn ich mal wieder was vergessen habe.

Bei mir im Stadtteil sind zudem 2 Supermärkte (Rewe & Kaiser's) in 10 Minuten Geh-Abstand, beide laufen gut.

von Nohab - am 25.02.2013 23:57
Ich mag diese kleinen Tante-Emma-Läden ja total. Hier in Roxel gab es vor zehn Jahren noch einen klitzekleinen Edeka (okay, kein Tante-Emma, aber einen vergleichbaren Charme hatte er). Der wurde dann Ende 2003 dichtgemacht, sodass es hier noch Netto (damals Plus) und Kaufpark (damals Extra) gab. Später gesellte sich dann im Rahmen von Neubauten ein K&K (Klaas & Kock - regionale Supermarktgröße in Westfalen und im westlichen Niedersachsen) dazu.

Was mich aber hier freut, ist, dass die lokalen Fachgeschäfte (Radio- und Fernsehtechnik, Metzgerei) alle noch vorhanden sind. Als ich meinen Technisat-Receiver für meine Wohnung besorgt habe, bin ich bewusst zu dem Fachgeschäft gegangen.

von NurzumSpassda - am 03.05.2013 10:39
Zitat
Kay B
Die ganzen Tante-Emma-Läden müßten sich halt irgendwie unter einer Handelskette organisieren um auch langfristig preislich mit den Supermärkten mithalten zu können.


Das tun sie doch! Da gibt es beispielsweise die "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler" (abgekürzt "Edeka".) Oder die aus den Niederlanden stammende Einkaufsgenossenschaft "Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig“ (Abgekürzt: Spar).

Der "Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften" (REWE) ist auch eine solche Einkaufsgenossenschaft.

von Bolivar diGriz - am 03.05.2013 11:24
Zitat
Exidor
Zitat
Kay B
Die ganzen Tante-Emma-Läden müßten sich halt irgendwie unter einer Handelskette organisieren um auch langfristig preislich mit den Supermärkten mithalten zu können.


Das tun sie doch! Da gibt es beispielsweise die "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler" (abgekürzt "Edeka".) Oder die aus den Niederlanden stammende Einkaufsgenossenschaft "Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig“ (Abgekürzt: Spar).

Der "Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften" (REWE) ist auch eine solche Einkaufsgenossenschaft.


Besser werden die Lebensmittelketten auch nicht dadurch, dass es Genossenschaften sind ;-)

von Japhi - am 03.05.2013 12:19

Re: Supermarktsterben auf dem Land-Rückkehr des "Konsums" bzw "Tante Emma Ladern"

Zitat
vivaSt.Pauli
Zitat
Japhi
Nix gibts mehr in der Richtung hier :( Wir haben volle Versorgung mit allen Supermärkten, zwar nicht im Ort, aber im Nachbarort und drumrum. Alles in maximal 10km Entfernung. Und hier ist eigentlich jeder mit nem fahrbaren Untersatz ausgestatten, sonst kommt auch der Eiermann sowie Klofrost.


Da widersprech ich dich ma ganz wehemennt und werf dat Stichwort Bude aka Trinkhalle innen Raum ;)

Die aber im Pott und am Niederrhein inzwischen in der Regel nicht mehr von Tante Emma, sondern von Onkel Murat betrieben werden (anderswo zwar auch, aber in der Gegend auffällig oft).
Generell scheinen diese "Büdchen" in der genannten Gegend besonders beliebt zu sein, während es anderso viel weniger davon gibt (z.B. hier, auch in größeren Städten gibt es nur wenige davon, nicht so wie z.B. in Dusiburg an jeder Straßenecke - es gibt da aber wohl auch mehr Korn und Bier Kunden als anderswo^^).

von WiehengeBIERge - am 03.05.2013 12:35
@ WiehengeBIERge

Zitat

Die aber im Pott und am Niederrhein inzwischen in der Regel nicht mehr von Tante Emma, sondern von Onkel Murat betrieben werden (anderswo zwar auch, aber in der Gegend auffällig oft).


Achso, also hat dieser Kioskbesitzer
http://images.e-media.de/flbilder/max04/auto04/auto32/04320035/m1500.jpg
( https://spielemax-games.weltrecords.com/movies/details/1050827__alles_atze_die_komplette_erste_staffel_2_discs-schroeder_atze.html )
sein Geschäft an seinen Nachfolger abgetreten.

Und so sieht der Laden jetzt aus:
http://dreibeinblog.de/atze-schroder-pleite/
http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/163664

von Kay B - am 03.05.2013 13:24
Supermarktsterben erlebe ich vor allem "nebenan" in St-Louis, wo in den letzten Jahren Norma und Intermarché :heul: dicht gemacht haben. Stattdessen wurden andernorts in der Stadt zwar ein gammeliger Aldi-Marché (noch nie so einen verranzten Aldi-Nord gesehen) und ein Lidl eröffnet, aber würdiger Ersatz ist das nicht.

Umgekehrt bin ich großer Freund von den ganzen Onkel-Murat-Läden (geiler Name :D) in Basel, welche oft interessante Artikel im Sortiment haben, die ich in Allerweltsläden vergeblich suchen würde (so bekomme ich jetzt neuerdings im Laden um die Ecke kosovarische Limos und Energy-Drinks^^).

von Wrzlbrnft - am 04.05.2013 16:53
"Von Rewe kenne ich aber nur grössere Märkte."
Das war klar, Martüüüüün. Rewe hat für die kleineren Märkte ein anderes Label, und zwar "Nahkauf". Läden, die zu Rewe gehören, erkennst Du im Zweifelsfall an den "Ja"-Produkten im Regal.
Edeka hat dagegen "Gut&Günstig" und führt auch Geschäfte unter anderen Namen wie z.B. "neukauf", "aktivmarkt" oder "Nah&Gut". Auch der Discounter "Treff 3000" gehört zur Edeka, nebst Netto (ohne Hund).

Ein Problem der Lebensmittelbranche ist, dass in Deutschland mittlerweile ein Quasi-Oligopol herrscht. Die Branchenriesen Edeka, Rewe, Metro-Gruppe, Kaisers-Tengelmann, Lidl&Schwarz sowie Aldi teilen sich den Markt grossteils auf. Nur regional mischen noch ein paar "Exoten" mit, wie der Hunde-Netto im Nordosten oder Feneberg und V-Markt im Allgäu.
Vor 20 Jahren dominierten noch lokale Anbieter, bei uns waren das damals Topkauf, Multimarkt, Nanz/EZA, Esbella. Bei diesen Namen wird man mittlerweile schon fast nostalgisch.

Dies hat allerdings in der derzeitigen Phase vor allem für die Lieferanten verheerende Auswirkungen, da die Oligopolisten mehr und mehr Preise und Lieferkonditionen bestimmen können. Der Kunde profitiert zumindest scheinbar zunächst davon, da die Preise in einem mitunter ruinösen Konkurrenzkampf sinken. Allerdings zeigen sich mehr und mehr auch negative Auswirkungen für den Konsumenten. Denn das oberste Gebot in diesem Rennen ist die Rentabilität. Vergleicht man heute einen Großteil der Läden bezüglich Service, Sauberkeit, Präsentation mit der Lage von vor 20 Jahren, bekommt man häufig die Krise. Zudem werden weniger rentable Filialen geschlossen. Dies sind häufig Filialen in direkter Wohnumgebung, nicht nur auf dem platten Lande, sondern vor allem auch in Stadtteilen und sogar in Stadtzentren (wer einmal versucht hat, in Stuttgart in der City einen Lebensmitteleinkauf zu starten, weiss wovon ich rede). Präferiert werden von den Konzernen gleichförmige Häuser an autoorientierten Standorten mit grossem Parkplatzangebot, am liebsten in Eigenbesitz. Aus der Miete geht man meistens heraus, ich kenne hier aktuell im Umfeld immer weniger Lebensmittelgeschäfte dieser Ketten, die sich zur Miete in Einkaufszentren oder in anderen Gebäuden befinden.

Da viele Städte und Gemeinden mit Leerständen und Brachflächen zu kämpfen haben, wird oftmals (allerdings nicht immer) den recht steifen und brachialen Forderungen dieser Anbieter nachgegeben und es tauchen mitunter Geschäfte an Standorten auf, die in vielerlei Hinsicht fraglich sind. Dabei sind diese sich auch für kreative Umgehungen von Auflagen nicht zu schade. Da wäre z.B. der Edeka in Frickenhausen-Linsenhofen in Ortsrandlage, der aufgrund der geringen Zentralität des Ortes (Verhinderung von Kaufkraftabflüssen) nur eine bestimmte Verkaufsfläche aufweisen durfte. Kurzerhand baute man zwei Gebäude: Im einen findet man ausschliesslich Lebensmittel, im anderen (auf der anderen Seite des Parkplatzes) Getränke und Non-Food-Angebot. Mal sehen, wie lange dort noch der kleine "nahkauf" im Ort selbst durchhält. Der ursprüngliche Eigentümer hatte schon das Handtuch geschmissen, auch hier sprang der erwähnte "Onkel Murat" ein, der das gewohnte Angebot um ein paar landestypische Spezialitäten erweiterte (Spätzle gibts aber auch noch :D)
In dem Aachener Stadtteil, in dem ich einige Jahre lebte, schlossen binnen kurzer Zeit zwei Plus-Filialen und ein Aldi (letzteres ist wirklich sehr selten). Die Wege zu den Alternativstandorten waren für reine Fußgänger eigentlich nicht zu bewältigen, zumindest nicht bei grösseren Einkäufen. ÖPNV-Verbindungen dorthin gab es nicht oder äusserst umständlich.

Eine Lösung für kleine Orte sind wirklich genossenschaftlich organisierte Märkte. Wenn diese entsprechend gestaltet werden hinsichtlich Sortiment und Aufmachung, z.B. auch frische Back- und Metzgerwaren (von Handwerksbetrieben der Umgebung) und weitere regionalen Produkte verkaufen, vielleicht noch durch ein kleines Café ergänzt werden, dann können diese Geschäfte wirklich die Lebensqualität am Ort erhalten oder sogar noch erhöhen. Düsterer sieht es diesbezüglich in den erwähnten Wohnlagen in grösseren Städten aus. Dort sind aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung und oft höheren Fluktuation solche Ideen schwerer umzusetzen. Da wird es also schon einige Strassenzüge geben, die unterversorgt bleiben. Die Kommunen machen sich aber darüber schon wirklich Gedanken. Für Aachen wurde da z.B. ein Konzept entworfen: http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/planen_bauen/_materialien_planen_bauen/stadtentwicklung/stadt/einzelhandel/zentrennahversorgungskonzept_hoch.pdf. Mal sehen, wie das dann in der Realität in Zukunft umgesetzt wird.

von Peter Schwarz - am 04.05.2013 23:30
In Hanau schlossen in einer Straße Lidl und Aldi. Bei Lidl gerade noch verständlich, da die in ein nahes Einkaufszentrum gezogen sind; Aldi hingegen hat sich komplett zurückgezogen und tritt das Feld scheinbar kampflos an die Konkurrenz ab - sehr ungewöhnlich, zumal in dem Gebiet sehr viele Hartz-IV-Empfänger und damit genau das Aldi-Klientel lebt. Insofern ist die Entscheidung mir völlig unverständlich.

Das mit dem Aussterben der Zentren kenn ich aber zu gut. In Göllheim gab es in der Innenstadt einen kleinen Einkaufsladen, den ich schon seit meiner Kindheit kenne und wo eigentlich jeder die Dinge des täglichen Bedarfs eingekauft hatte. Tja, der machte letztes Jahr zu, jetzt ist dort Sense. Wer einkaufen will, muss raus auf die grüne Wiese. Schöne neue Welt.

von RheinMain701 - am 04.05.2013 23:45
@ Peter Schwarz

Zitat

wer einmal versucht hat, in Stuttgart in der City einen Lebensmitteleinkauf zu starten, weiss wovon ich rede


Das dürfte derweil in jeder Stadt so sein. Selbst in Kleinstädten ist es derweil so, daß man als Innenstadtbewohner raus auf die Grüne Wiese zum Einkaufen muß. :-(

Ich frage mich bis heute, wie dieses Phänomen entstanden ist, daß man in den Innenstädten Schminkartikel, irgendwelche exotische Mode, Schmuck und diversen anderen Kram, den man eigentlich gar nicht braucht, in gefühlt jedem Schaufenster angeboten bekommt, aber für Waren des täglichen Bedarfs raus auf die Grüne Wiese fahren muß.

Demnach dürften immobile Menschen in der Innenstadt keine Lebensgrundlage mehr haben.

Sind die Umsätze eines kleinen Supermarktes in der Innenstadt wirklich niedriger als die eines Klamottenladens mit gleicher Lage und gleicher Größe, sodaß der Supermarkt nicht bestehen kann?

Oder sind Supermärkte in den Innenstädten stadtplanerisch nicht gewollt, sodaß man möglichst nur Läden zur Deckung des Luxusbedarfs in den Innenstädten haben möchte?

Oder stellen sich die Vermieter der Ladenflächen gegen Supermärkte quer? Das würde sich aber etwas widersprechen. Da sich meist Wohnungen überhalb der Ladenflächen im Erdgeschoß befinden, müßte die Wohnlage durch einen Supermarkt und damit kurzen Wegen zur Deckung des täglichen Bedarfs aufgewertet werden.

von Kay B - am 05.05.2013 00:26
Ich denke, das funktioniert einfach nicht mit Supermärkten in der Stadtmitte, da man dort nicht parken kann. Mit vollbepackten Taschen oder gar Getränkekisten läuft keiner durch die Stadt bis zu seinem Auto. Hier gab es gegenüber vom Rathaus lange Zeit noch einen Kaiser's, vor 25 Jahren gab es in der City noch zusätzlich einen "Schätzlein" und ein "Götzen". Bei Kaiser's war ich auch regelmäßig Kunde, vor allem um mich mit Dingen für die Mittagspause, Milch für den Kaffee oder nach Feierabend, wenn ich bei Real oder Aldi was vergessen hatte, mich damit einzudecken. Dummerweise machten es die anderen Kunden genauso. Selten war ein Einkauf über 15 EUR. Von den Anwohnern deckten sich dort die Rentner ein, allerdings auch nur mit kleinen Einkaufsbeutelchen. Gemüse und Obst wird zudem auf dem Wochenmarkt gekauft. Bleiben als Stammkunden noch die Penner, die sich dort ihr Dosenbier und Jägermeister (ja, das ist noch nicht lange ein "Kultgetränk". Früher wurde das Zeug nur von Pennern getrunken) gekauft haben. Große Gewinne waren also auch in diesem letzten Supermarkt in der Stadtmitte nicht mehr möglich.

Heute ist in dem Ladenlokal ein "DM". In der Fußgängerzone von Moers (100.000 Einwohner) gibt es idiotischerweise drei DM-Filialen, außerdem natürlich noch Rossmann. Ich frage mich wirklich, wie sich das rentieren kann.

von Bolivar diGriz - am 05.05.2013 05:34
Zitat

Ich frage mich bis heute, wie dieses Phänomen entstanden ist, daß man in den Innenstädten Schminkartikel, irgendwelche exotische Mode, Schmuck und diversen anderen Kram, den man eigentlich gar nicht braucht, in gefühlt jedem Schaufenster angeboten bekommt, aber für Waren des täglichen Bedarfs raus auf die Grüne Wiese fahren muß.

"Luxusartikel" findet man in den Innenestädten von kleineren und mittleren Städten auch immer seltener.
Am Beispiel Minden: Vor 25-20 Jahren bekam man in der Innenstadt quasi alles was das Herz begehrt.
Wenn man heute drauf achtet: Das meiste sind billige Modegeschäfte, ganz viele Billigläden (1 Euro Shops usw.), schmierige Dönerbuden, Tabakgeschäfte / Kioske (auch meist von "Onkel Murat" geführt), An- und VErkaufläden von Onkel Murat und ein paar wenige alteingesessene Fachgeschäfte sind noch übrig geblieben.
Von den 3 großen Kaufhäusern gibt es nur noch eines, Lebensmittel kann man im Innenstadtbereich überhaupt nicht mehr kaufen (in Lübbecke gibt es immerhin noch einen Edeka direkt an der Fußgängerzone).

Früher konnte das durchaus mit den Innenstädten von etwas größeren Städten wie z.B. Osnabrück verglichen werden, jetzt aber längst nicht mehr.
Dafür gibt es eben weit außerhalb der Innenstadt riesige Einkaufszentren, wo sich nicht nur Lebensmittelmärkte angesiedelt haben, sondern auch andere Geschäfte (die sich eben dort angesiedelt haben, weil dort weit mehr Publikumsverkehr herscht als in den Innenstädten, wo sich früher solche Geschäfte befanden).
Aldi, Lidl, Netto, WEZ, NP usw. gibt es auch an ganz vielen Straßenecken, aber alle außerhalb des Innenstadtbereiches, und meist stehen diese dann auch gleich im Dreierpack nebeneinander...
Da braucht man sich eigentlich nicht wundern, dass die Innenstädte tot sind...

von WiehengeBIERge - am 05.05.2013 07:49
Naja, ist ja eigentlich ganz einfach: Entweder man geht einkaufen oder bummeln, aber man tut nicht einkaufen beim bummeln (Lebensmittel), hieße ja man schleppt sich dumm und dämlich. Ausnahme wäre man hätte das Auto in Reichweite, was ja aber beim bummeln meistens nicht gegeben ist wegen Parkplatzmangel. Oder es existieren nur Bezahlparkplätze (auf Zeit), solche Sachen spielen da alle mit rein...

Im Einkaufszentrum dagegen ist parken frei, man schnappt sich den nächsten Einkaufswagen und los geht die Einkaufsorgie.

btw.: Ich stell mir grade vor wie die Leute mit Einkaufswägen durch die Fußgängerzone ziehen...Kopfkino

von Felix II - am 05.05.2013 08:19
Kauft ihr eigentlich alle immer nur für eure Großfamilien ein? Ich höre immer nur "Auto", "Kisten schleppen", "Großeinkauf"... In Schweizer Städten klappt das mit städtisch gelegenen Einkaufsfilialen eigentlich wunderbar. Sogar Aldi und Lidl haben sich in Zürich oder Basel auch innerhalb einiger urbaner Stadtzentren niedergelassen (Migros, Coop und Denner sowieso). Schafft man das heute echt nicht mehr, einen gut bestückten Rucksack und vielleicht noch 1-2 Einkaufstüten ein paar Stationen mit dem Bus oder gar zu Fuß nach Hause zu schaffen? :confused:

@Peter Schwarz: Weil du Feneberg erwähnt hattest (kenne ich von Einkauftrips von meiner alten Heimat nach Lindau ;) ), kennst du noch weitere solche "regionalen Lebensmittelketten"? Der Hunde-Netto aus Dänemark ist mir freilich ein Begriff, in und um Hessen herum kenne ich noch tegut (powered by Migros :D), der V-Markt in Bayern sagte mir bis anhin aber z.B. gar nichts.

von Wrzlbrnft - am 05.05.2013 10:58
Zitat
Wrzlbrnft
Kauft ihr eigentlich alle immer nur für eure Großfamilien ein? Ich höre immer nur "Auto", "Kisten schleppen", "Großeinkauf"... In Schweizer Städten klappt das mit städtisch gelegenen Einkaufsfilialen eigentlich wunderbar. Sogar Aldi und Lidl haben sich in Zürich oder Basel auch innerhalb einiger urbaner Stadtzentren niedergelassen (Migros, Coop und Denner sowieso). Schafft man das heute echt nicht mehr, einen gut bestückten Rucksack und vielleicht noch 1-2 Einkaufstüten ein paar Stationen mit dem Bus oder gar zu Fuß nach Hause zu schaffen? :confused:

Wenn man nur Nahrungsmittel kauft klappt das schon... aber die meisten wollen auch Getränke, und die Kisten kann man nicht mal eben mehrere Kilometer schleppen - da ist das Auto unverzichtbar.

von RheinMain701 - am 05.05.2013 16:56
Der Migros in Reutlingen-City hat zugemacht. :heul: ...fällt mir da grad ein.
Zu gut für das deutsche Ramschpublikum.
Die Innenstadtlagen...da sind die Mieten einfach zu hoch. Die Pacht in den 1A und 1B-Lagen können sich in zunehmendem Maße nur noch Ketten aus dem Textilbereich leisten, immer öfter Marken-Outlets (Esprit, S. Oliver und Co.)
Übrigens habe ich an meiner ersten eigenen Wohnstatt 90% zu Fuß eingekauft. Ein grosser Supermarkt (damals Comet, heute http://www.rewe-stenten.de/) war 150m entfernt. Ich schleppte oftmals linkerhand eine Kiste Mineralwasser, rechter Hand eine Kiste Saft, dann noch eine Tüte und auf dem Rücken den bis zum Platzen gefüllten Rucksack. 150m die Strasse lang, dann vier Stockwerke hoch...im Sommer dann nach Ankunft einmal eine 1,5l-Flasche Eistee geext und eine Stunde aufs Bett geknallt, danach die zweite Flasche, dann war ich wieder lebendig. :xcool:

von Peter Schwarz - am 05.05.2013 17:06
Da scheint ja KÖLN die große Ausnahme zu sein. Dort an fast jeder Ecke in Onkel-Murat-Laden, zudem Lidl, Aldi, Rewe City (bis 24 Uhr geöffnet) usw.

Auch in Koblenz gibt's in der Innenstadt Netto und einen großen Globus. Onkel Murat-Läden allerdings eher selten.

Mönchengladbach ist soweit ich das beurteilen kann auch gut versorgt. Hier dominieren Kaiser's und Hit. Zu Fuß kann ich Hit, Norma und Aldi erreichen. Kisten schleppen ist zwar etwas mühsam zu Fuß, aber meine Oma hat das mit dem Einkauf damals auch gepackt ohne Auto. Heute ist man ja etwas bequemer geworden ;-) Onkel Murat ist hier übrigens sehr stark vertreten.

von WellenJäger - am 05.05.2013 18:59
In der Stadt gibt es natürlich Supermärkte. In den Fußgängerzonen gibt es praktisch keine Supermärkte mehr.
Ich wohne am Rande der Stadtmitte, zu Fuß brauche ich weniger als 10 Minuten zur Fußgängerzone. In die andere Richtung habe ich im gleichen Abstand allerdings auch Edeka, Rewe und Aldi. Da erledige ich selbstverständlich auch alle Einkäufe zu Fuß. Lediglich für Getränkekisten oder Großeinkäufe zu bestimmten Ereignissen mit viel Besuch nehme ich das Auto. Oder wenn ich frisches Gemüse und Grillfleisch bei Onkel Murat kaufen will, der hat seinen Laden zu weit von meiner Wohnung. Ebenso wie die großen Kwas-Flaschen von Дядя Ивана магазин (der russische "Grand Supermarkt"), das geht noch mit dem Fahrrad, aber meistens fahre ich da vorbei, wenn ich ohnehin noch woanders hin will.

von Bolivar diGriz - am 06.05.2013 12:06
Zitat

kennst du noch weitere solche "regionalen Lebensmittelketten"?

Ging zwar nicht an mich, aber:
- AEZ im Raum München
- aktiv-irma im Raum Oldenburg
- Coma im Emsland und rund um Cloppenburg
- Combi und famila (Bünting-Gruppe) im Weser-Ems-Gebiet und umzu, sowie famila XXL in Oldenburg
- Inkoop in Delmenhorst (offenbar unabhängig, aber EDEKA-Partner)
- Jibi, ungefähr von Lingen bis Hannover
- K+K Klaas & Kock im Münsterland und Umgebung
- multi in Leer und Emden
- Sky und Plaza in Nordostdeutschland

von Jobi - am 06.05.2013 14:17
Zitat
Jobi
Zitat

kennst du noch weitere solche "regionalen Lebensmittelketten"?

Ging zwar nicht an mich, aber:
- AEZ im Raum München
- aktiv-irma im Raum Oldenburg
- Coma im Emsland und rund um Cloppenburg
- Combi und famila (Bünting-Gruppe) im Weser-Ems-Gebiet und umzu, sowie famila XXL in Oldenburg
- Inkoop in Delmenhorst (offenbar unabhängig, aber EDEKA-Partner)
- Jibi, ungefähr von Lingen bis Hannover
- K+K Klaas & Kock im Münsterland und Umgebung
- multi in Leer und Emden
- Sky und Plaza in Nordostdeutschland


WEZ im Raum Minden, ist aber auch eine Edeka-Tochter. Die hier verbeiteten Diskount-Märkte von Edeka unter dem Namen NP scheint es auch nicht überall zu geben. Dafür gibt es bei uns keine REWE (mehr), Kaiser's (brauche ich auch nicht unbedingt ;-)) und NORMA.
Diese drei findet man dafür hier im Raum Köln / Bonn sehr oft.
Hier gibt es auch noch "HIT".

@ Jobi
Famila gibt es hier in Nord-OWL auch, ebenso gibt es zumindest im Westen des Kreises auch K&K, im norden gibt es auch noch MAGRO.

von WiehengeBIERge - am 06.05.2013 15:59
Im Norden gibt es tatsächlich noch die meisten regionalen Ketten. Hit gibt es in Aachen auch, die scheinen wirklich noch in Familienbesitz zu sein, kaufen aber auch über die Rewe rein. Das scheint wohl kaum anders zu gehen, da man sonst nicht an die Konditionen kommt und nicht wettbewerbsfähig ist. Ansonsten kenne ich hier keine regionalen Ketten mehr. Es gibt noch toom, aber das ist einfach das SB-Warenhaus von Rewe. Das entsprechende Pendant von Edeka heisst Marktkauf. In Baden-Württemberg sind mir ausser dem Treff 3000, der ja der Discounter der Edeka Südwest ist, auch keine regionalen Ketten mehr aufgefallen. Alles schade, irgendwie. Gut, hier hat man noch eine gewisse Vielfalt durch die Grenznähe. Wobei sich aber wiederum die niederländischen Supermärkte alle sehr ähneln von Aufbau, Angebot und Preisstruktur. In Belgien wieder ganz anders: Dort differiert die Auswahl zwischen richtig verratzten Ramschläden und sehr gediegenen Hypermarchés.
In den Niederlanden achtet man sehr darauf, dass die Supermärkte über die Siedlungsbereiche verteilt sind und sich in den Wijkcentra, also den Stadtteilzentren befinden. Grosser Warenhäuser und Hypermärkte auf der grünen Wiese gibt es hier eigentlich gar nicht. Dafür ist die Zahl der Bäcker und Metzger aber auch nicht sehr gross, das kauft man also auch ganz gerne im Supermarkt. Dafür gibt es in Belgien wiederum noch Unmengen an Bäckern und Metzgern, die man auch in kleineren Orten noch findet. Die Supermärkte dort befinden sich dagegen auch eher an Ausfallstraßen sowie tlw. in Gewerbegebieten. Aber auch in den Innenstädten ist man dort noch gut versorgt.
Am Auffälligsten war es wie gesagt bislang für mich in Stuttgart. Dort habe ich im Zentrum wirklich keinen Supermarkt gefunden, nur eben die Markthalle, wo man Lebensmittel kaufen kann.

von Peter Schwarz - am 06.05.2013 22:24
In Deutschland werden einerseits die City-Standorte der Lebensmitteldiscounter wirklich rar. Vorallem Plus (jetzt Netto City) und Norma hatten früher sehr oft Innenstadtfillialen. Aber die werden leider immer weniger. Dafür baut man dann draussen zwischen REWE, Lidl und Aldi noch nen grossen Netto oder ne grosse Norma dazu. Dann gabs noch Schlecker wo es zumindest etwas gab, aber die sind ja Pleite und Geschlossen.

Andererseits ist es aber in Deutschland auch so das nur ein Teil der Bevölkerung wirklich in der Stadt wohnt. Ein beachtlicher Teil der Bevölkerung wohnt in reinen Wohnsiedlungen die nur unzureichend an das ÖPNV Netz angeschlossen sind.

Menn ich mich an Bülach zurück erinnere dann gabs da mitten in der Stadt den grossen Migros wo ich glaub auch ein kleiner Denner dabei ist, und noch dazu einen kleineren Spar und einen kleineren Volg. Für die alltäglichen Sachen reicht das auf jeden Fall.

von Martyn136 - am 06.05.2013 22:29
Zitat
Wrzlbrnft


"Wobei, samstags holt immer ein junger Mann aus Steinheid seine Semmeln bei mir".

Find ich sehr löblich™ von dir, Robert! :D :D :D


Das bin ich nicht ;-)
Da wir in Steinheid selber noch einen Bäcker haben zu dem ich gehe:rp:

von Robert S. - am 07.05.2013 23:48
Zitat
RheinMain701
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Da fährt kein öffentliches Verkehrsmittel hin?

Morgens um sechs fährt ein Bus. Mittags um 13 Uhr fährt ein Bus zurück.

Mehr gibt es nicht.


Du sprichst in dem Fall nicht von Kupferberg, Stadt Wipperfürth? Das wäre nämlich mit der Linie 338 des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg gar nicht mal sooo schlecht angebunden.

Trotzdem natürlich kein Vergleich zu meinem Schlaraffenland™... :)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 09.05.2013 15:24
Update: hier in den umliegenden orten bis ca 25 km Umkreis hat nun auch noch der letzte mir noch bekannte Laden, der als "Tante Emma-Laden durchging, auch noch geschlossen :-(.

Hier im Dorf sind übrigens auch inzwischen bis auf 2 alteingesessene Betriebe (damit meine ich jetzt nicht nur Tante-Emma-Läden) aus dem Ort alle anderen inzwischen nicht mehr existent. Es sind zwar tlw. neue Betriebe in die ehemaligen Gebäude eingezogen, aber die sind alle in anderen Branchen tätig als die vorherigen, vieles steht auch einfach leer, und die neuen Betriebe halten sich meist nur 1-2 Jahre und sind dann wieder weg...
Einer von den alteingessenen betrieben sind wir noch, aber das ist auch nur noch eine Frage der Zeit, hauptsächlich den Supermärkten und den völlig geänderten Einkaufsgewohnheiten (ganz besonders dass die Supermärkte bis 22 Uhr geöffnet haben ist ein Problem) der Kunden sei dank ...

von WiehengeBIERge - am 24.07.2013 19:00
Bayern hat auch Samstags "8 bis 20 Uhr". Ich halte das für einen guten Kompromiß, wobei ich persönlich ein früheres Ende Samstags und dafür einen Wegfall der Grenzen von Mo. bis Fr. besser finden würde. Ich halte es für sehr bedenklich, dass immer mehr Erwerbstätige regelmäßig am Wochenende arbeiten müssen. Es bringt ja nix, dann Montags frei zu haben - da arbeitet der Rest des sozialen Umfelds längst wieder. Die planbare Freizeit für Arbeitnehmer (und ihr Umfeld)im Dienstleistungssektor beschränkt sich mittlerweile weitgehend auf Sonntage. Wenn dann nicht noch Sonntagmorgens der Backshop bedient werden muß, oder man nicht in der Gastronomie, bei der Bahn etc. arbeitet.

von DH0GHU - am 25.07.2013 15:00
Das ist tatsächlich so, dass in den meisten Berufen der Samstag schon ein selbstverständlicher Werktag ist. Beim Sonntag beschränkt sich das auf das Notwendigste (Medizin, Polizei, u.Ä.) weil die Arbeitgeber dann ordentlich Zuschläge zahlen müssen, daher hat sich der Sonntagsdienst im normalen Dienstleistungsgewerbe noch nicht so durchgesetzt, eher nur als Notbesetzung oder zu besonderen Anlässen.
Sonntag ist der einzigste Tag, den ich mit meiner Freudin fast immer fest planen kann, oft müssen wir an unterschiedlichen Samstagen arbeiten und sehen uns dann kaum. Wenn ich dann Mitten in der Woche einen Tag frei habe oder Sie, dann muss der anderer Partener oder andere Freunde und Bekannte arbeiten. Der zu arbeitendende Samstag trägt zur Verarmung von sozialen Kontakten mit Freuden erheblich bei, keiner hat mehr Zeit, ich bekomme nie mehr eine größere Meute von z.B. arbeitenden 8-10 Leuten z.B. Samstag Abend zum Grillen oder Ähnliches zusammen, immer hat jemand etwas vor oder es muss Jemand arbeiten in der Spätschicht. Das war früher mal ganz anders, dann hat auch in den letzten Jahren eine deutliche Arbeitsverdichtung statt gefunden, mann braucht länger sich davon zu erholen als früher.
Wenn nur ein Lebens-Partner arbeitet, reicht hier im Osten das Geld hinten und vorne nicht, in der Arbeiterklasse und in der Klasse der kleinen Angestellten ist das fast unmöglich so noch ohne Einschränkungen zu leben.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 25.07.2013 16:07
Zitat
RheinMain701
Zitat
PowerAM
Mit Grauen denke ich an die Zeiten, in denen Laeden von 9 bis 12 und 14 bzw. 15 Uhr bis 17 oder manchmal auch bis 18 Uhr geoeffnet waren.

Berufstätige ohne Angehörige mussten da wohl hungern. Gut, damals hat man noch Samstags gearbeitet und Verpflegung gab es ja im Betrieb, aber Sonntags sah es echt übel aus, da musste man ohne Essen auskommen.

So ein Blödsinn. Ich rede jetzt von Supermärkten, die haben sich früher an den Öffnungszeiten der "Tante-Emma"-Läden orientiert, hatten aber grundsätzlich immer schon etwas länger auf und soweit ich mich erinnern kann auch Anfang der 90er schon keine Mittagspausen...
Gängige Öffnungszeiten von Supermärkten waren noch bis vor einigen Jahren hier meist 9:00 - 19:00 ohne Mittagspause, die kleinen Tante-Emma-Läden machten meist früher auf (besonders dann, wenn sie auch Backwaren verkauften), 7:00-13:00 oder 8:00- 13:00 und 14:00 oder 14:30-18:00. Bei den kleinen Geschäften gab es dann meist einen Nachmittag in der Woche, wo diese geschlossen hatten.

Es kann mir keiner erzählen, dass man da nicht genug zeit zum einkaufen gehabt hätte, da muss man dann schon das enorme Pech gehabt haben, exakt die gleichen Arbeitszeiten gehabt zu haben wie die Supermärkte, man musste halt mal seine Mittagspause dafür opfern oder halt den Einkauf auf dem Hin- oder Rückweg von der Arbeit erledigen, außerdem hatte man noch die langen Samstage und meist einen tag in der Woche, wo dann bis 20:00 geöffnet war.

Inzwischen haben sich die Kunden schon so daran gewöhnt, zu fast jeder Tageszeit einkaufen zu können, so dass es einige gibt, der tatsächlich erst um 20:00 zum Einkaufen losfahren, obwohl es ihnen auch schon weitaus früher möglich gewesen wäre.
Das blöde ist nur, die "Tante-emma" oder vergleichbaren Läden haben dann, wenn diese Kunden gerade losfahren, schon geschlossen und können bei solchen Öffnungszeiten natürlich nicht mithalten. Darum fehlen diese Kunden schon mal (ich denke mir das nicht aus, ich kriege es ja täglich mit)...

von WiehengeBIERge - am 25.07.2013 16:21
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern da hatten alle Supermärkte hier im Kreis von 8 bis 12 Uhr und von 14:30 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet. Mittwoch Nachmittag war zu. Samstags war von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Einmal im Monat gabs dann den langen Samstag da war durchgehend von 8 bis 16 Uhr auf. Irgendwann kam dann der lange Donnerstag wo die Geschäfte bis 20 Uhr geöffnet sein durften und relativ schnell danach die Erlaubnis 6 tage die Woche bis 20 Uhr offen zu lassen.

Das Gesetz wurde bei uns im Saarland so oft geändert da blickte irgendwann keiner mehr durch. Der große Globus und der real Markt haben aktuell an 6 tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr geöffnet. real macht jetzt aktuell sogar Werbung das man bereits um 7 Uhr öffnet. Das wird sich wohl Globus nicht gefallen lassen und demnächst sicher auch schon um 7 die Türen aufsperren.

In Saarbrücken und Völklingen gibts mehrere Märkte die Montag bis Freitag von 6 bis 22 Uhr offen haben. Samstags von 6 bis 18 Uhr. Bei uns im Ort schließt der Rewe Markt auch schon um 6 Uhr auf wegen des Backshops. Dieser hat zwar einen separaten Eingang aber den hat man nur kurzzeitig genutzt. Irgendwann kam man auf die Idee gleich den ganzen Laden um 6 Uhr zu öffnen. Und wie mir eine Bekannte erzählte die dort arbeitet muss sich das echt lohnen. Vor allem jetzt im Sommer. Da erledigen viele ihre Einkäufe vor Arbeitsbeginn um sich nach Feierabend gleich ins Freibad oder den See begeben zu können. Da nimmt man es dann auch gerne hin das der Rewe Markt hier nicht zu den preiswertesten Läden am Platz gehört.

Zitat

Der zu arbeitendende Samstag trägt zur Verarmung von sozialen Kontakten mit Freuden erheblich bei, keiner hat mehr Zeit, ich bekomme nie mehr eine größere Meute von z.B. arbeitenden 8-10 Leuten z.B. Samstag Abend zum Grillen oder Ähnliches zusammen, immer hat jemand etwas vor oder es muss Jemand arbeiten in der Spätschicht.

Ich kenne das gar nicht anders. Mehr als 8 oder 9 Leute kriegst du hier nie zusammen. Das war aber im Saarland immer schon so. Die Hauptarbeitgeber sind die Ford Werke mit ihren Zulieferern, die Dillinger Hütte mit ihren ganzen Schwesterbetrieben und die ZF. Damals kamen noch die Kohlegruben mit dazu. Schichtarbeit, gerade am Wochenende, gabs hier also immer schon. Große Partys wo man wirklich alle Freunde und Bekannte dabei hat kennt man hier nicht. Selbst auf Hochzeiten und dergleichen gibt es immer mehrere die später nachkommen oder früher gehen müssen.

von Spacelab - am 26.07.2013 07:16
Was die geringer werdenden sozialen Kontakte anbelangt, so ist mir persönlich das immer noch lieber, als in meiner Freizeit genau dann irgendwo hin zu müssen, wenn alle anderen auch dort sind. Mann, hat mich das vor einigen Jahren genervt, Samstags einkaufen gehen zu müssen, ausschließlich am Wochenende mal irgendwo in die Berge fahren zu können (wenn eben die halbe restliche Schweiz auch dort raufpilgert) oder eben dann Sonntags frei zu haben, wenn das ÖPNV-Angebot am Miesesten ist.

Grundsätzlich würde ich mir aber deutlich mehr Mitarbeiterschutz gerade im Detailhandel wünschen. Ob Lidl oder Edeka, die Arbeitsbedingungen für das Supermarktpersonal sind überall miserabel.

von Wrzlbrnft - am 26.07.2013 11:54
Ich muss zugeben, ich bin auch öfters noch nach 22 Uhr im Kaufland, da ist noch genug los! Wenn ich z.B. wie jetzt Spätschicht habe, dann bin ich da ganz froh drüber und meine Freundin steht auch von 9-19 (Dienstag bis nach 20Uhr) in ihrem eigenen Laden, so ist das halt wenn man selbstständig ist.

Stimmt den REWE gibts noch (der in PF hat auch bis 22 Uhr auf), nur keiner mehr hier in der Nähe... der letzte wurde von EDEKA übernommen. Nun haben wir zwar 4 EDEKA-Märkte an der B10, aber keinen REWE mehr... naja vermissen tu ich den sowieso nicht!

Globus hatte am Anfang auch mal damit experimentiert bis 24 Uhr auf zu machen (das war vor 5 Jahren, so lang ist das nun schon wieder her!), danach sind sie auf Mo-Sa 8-22 Uhr zurückgegangen und mittlerweile haben sie nur noch Do-Sa bis 22 Uhr auf, hat sich wohl nicht gelohnt, aber gut die stehen auch auf der grünen Wiese und ringsum nur Dörfer. Da geht das Leben sowieso noch anders. In Eppingen war Samstag nach 16 Uhr tote Hose, auch wenn der Aldi bis 20 Uhr offen hatte (ich zähle das mal zu einem größeren Dorf *duck* :D )

Aber warum seid ihr so erstaunt? In Ungarn bspw. kann man 24h / 7 Tage die Woche einkaufen gehen (TESCO)!

von Rosti 2.0 - am 26.07.2013 13:07
Naja, man arbeitet in der Regel ~ 8 Stunden, die meisten Geschäfte (Supermärkte sowieso) hatten auch vor Jahren schon mindestens 9 Stunden geöffnet.
Beispiel (unser eigenes Geschäft, eher klein):
In den 90ern: 7:00-13:00 und 14:30-18:00. Macht 9,5 Stunden. Inzwischen ist es noch etwas länger geworden, es wird noch früher geöffnet.
Supermärkte hatten auch damals bereits meist von 9-19:00 durchgehend geöffnet. Da blieb genug zeit zum einkaufen, auch wenn man von 9-17:00 oder 8-16:00 arbeiten musste...

Ich sehe das ganze aber wohl sowieso etwas anders, da wir quasi direkt von den Nachteilen der inzwischen fast "unbegrenzten" Öffnungszeiten betroffen sind - lange halten wir das nämlich nicht mehr durch - vorher ging es immerhin fast 70 Jahre lang gut...

von WiehengeBIERge - am 26.07.2013 16:29
Also hier bei mir machen alle Supermärkte inklusive Kaufland um 20.00 Uhr zu. Die Baumärkte schließen im Kreis Hof schon um 19.00 Uhr ihre Pforten.

In der Stadt Helmbrechst hat jetzt LIDL dichtgemacht, da im benachbarten Münchberg (5km) Lidl neu im Gewerbegebiet an der A9 aufgemacht hat und seinen alten Standort in der Stadt geschlossen hat.
Somit gibt es in Helmbrechts(9000Einwohner) jetzt nur noch Edeka,Netto,Norma und Rewe.

Die Zeiten des unbegrenzten Wachstums der Discounter ist vorbei. LIDL und Aldi stagnieren.Stattdessen bauen EDEKA und REWE allerortens neue Einkaufstempel und ersetzen ihre alten

2011 in Schleiz..dort zog EDEKA vom Stadtrand in die Innenstadt mit einem Markt der Generationen..auch in Selbitz baut REWE gerade völlig neu und schließt im Herbst seine alte Filiale...und in Münchberg ist auch ein Neubau von EDEKA an neuem Standort geplant.
Auch kleine Läden laufen hier und da ganz gut.-.man zahlt zwar etwas mehr..bekommt aber auch ein reichhaltiges Angebot und spart sich Zeit und Fahrweg/Sprit in größere Städte.So zum Beispiel gibt es solche Art Geschäfte in Saalburg(Treffer Markt mit Fleischerei) oder in Wurzbach(Sparmarkt mit Fleisch- und Fischtheke) oder in Schauenstein wo ein Bäcker,Metzger und Lebensmittel Konzernunabhängig unter einem Dach sind.

von Starsailor001 - am 27.07.2013 13:54
Öffnungszeiten in Prüm (MO-SA)

HIT: 07:00-22:00 Uhr
REWE: 08:00-22:00 Uhr
Netto: 07:00-21:00 Uhr
LIDL: 08:00-21:00 Uhr
ALDI: 08:00-20:00 Uhr

Vor gut 10 Jahren war unter der Woche spätestens nach 20 Uhr Schluss und am SA um 16:00Uhr, ehe daraus 18:00 und am Ende eine Vereinheitlichung wurde...



Naja, derzeit baut hier REWE ebenfalls neu (Green Building Eröffnung im Dez) und rückt näher in die Innenstadt und verlässt den Stadtteil Niederprüm (Neuer Standort ca. 2km vom alten entfernt).
Im Dezember 2010 schloss man den großen REWE inkl. EXTRA Baumarkt (Toom Sortiment) im Stadtteil Dausfeld (ehemals EXTRA und EXTRA Bau&Hobby), da das Gebäude an ein angrenzendes Unternehmen verkauft wurde.
Nun investiert man wohl die Kohle die man damals für die 5000m² große 70er Jahre "Bruchbude" bekommen hat.

Hier findet derzeit eher eine Konzentrierung der Märkte statt, denn vor rund 5 Jahren zog auch LIDL vom Stadtteil Niederprüm Richtung Innenstadt, unweit vom neuen REWE Standort.
Auch PLUS (heute NETTO) verließ sein altes Gebäude und bezog auf dem Nachbargrundstück seinen Neubau. Welches fast gegenüber von LIDL liegt.
Der HIT liegt zwar etwas weiter weg, aber dafür mitten im Wohngebiet und hat vor 3 Wochen nach Erweiterung (u.a. um ein BISTRO und größerer Obstabteilung, Verkaufsfläche usw.) Neueröffung gefeiert.
Auch der ALDI ist vom Stadtkern in 5 Minuten fußläufig zu erreichen.

Vorher lagen die Märkte halt neben der Innenstadt (ALDI, HIT, PLUS, SPAR (2005 geschlossen)) noch in den Stadtteilen Dausfeld (EXTRA) und Niederprüm (REWE, LIDL).
Dort gibts ab 2014 also keine Lebensmittel (ausgenommen Imbisse) mehr zu kaufen, abgesehen von einem Cafe auf Dausfeld.

von maadien - am 27.07.2013 17:27
Zitat
BetacamSP
An Sonntagen sollte auf jeden Fall geschlossen bleiben. Klar wäre es bequem auch am Sonntag einkaufen zu gehen, aber man muss auch mal an die Mitarbeiter denken, die haben sicherlich keine Lust auch am Sonntag zu arbeiten.


Ich arbeite Sonntags und konnte mir das auch nicht "aussuchen". Wichtig wäre einfach ein entsprechender Mitarbeiterschutz für Supermarkt-Mitarbeiter, der so aber natürlich nie kommen wird. Deswegen muss ich freien Sonntagskeinkauf für mich selbst weiterhin moralisch ablehnen. Reicht schon, dass das Gastronomie- oder Pflegepersonal zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten präsent sein soll, ohne dass dies entsprechend gewürdigt wird.

von Wrzlbrnft - am 28.07.2013 15:26
Ich würde das so nicht sagen. Bei meinem Vater auf der Dillinger Eisenhütte, aber auch bei den Ford Werken und deren Zulieferern gibt es permanent Gerangel wer denn am Sonntag und am Feiertag arbeiten gehen darf. Bei einer Freundin die bei der ZF arbeitet hat mittlerweile mal der Vorarbeiter durchgegriffen und nun darf jeder nur noch maximal einen Sonntag im Monat arbeiten gehen. Dort gab es nämlich solche Spezialisten die nur am Wochenende arbeiteten und dadurch so viele Freistunden auf ihrem Konto angesammelt hatten das sie fast den ganzen Rest der Woche zuhause bleiben konnten. Und bei der Dillinger Hütte ist es wegen den Prozenten. Da klingelt nämlich die Kasse wenn man Sonntags und/oder Feiertags arbeiten geht.

von Spacelab - am 28.07.2013 15:42
Mittlerweile werden die Öffnungszeiten schon wieder zurückgefahren, was ja auch absehbar war. Kost eh nur Geld, so lange Leute hinzustellen, der Umsatz vermehrt sich um 0,0%. Nur der Stundenumsaztz sinkt. Jeder blutige Anfänger in Betriebswirtschaft weiss, daß das Gegenteil Ziel der Bemühungen sein sollte. Die anfangs voll ausgenutzten Öffnungszeiten dienten höchstens der Konkurrenzverdrängung. Eine solche geht ohnehin nur zulasten der kleineren Anbietern, die sich den Spuk nicht leisten können.
Ergebnis eines vollkommen liberalisierten Ladenschlussgesetzes: Jeder sucht sich die Stunden aus, die ihm den grössten Umsatz bringen. Damit haben wir dann schlussendlich ein Chaos, das für den Endkunden undurchschaubar ist. Um dies zu vermeiden, haben Händler in Innenstädten ja schon seit langem gemeinsame Verbände gegründet, deren Ziel es immer schon war, gemeinsame Öffnungszeiten zu vereinbaren. Was bringt es denn, wenn ich bei jedem Laden erst mal nachschauen muss, ob er offen hat?

von Peter Schwarz - am 30.07.2013 08:33
@PAM: Genau, so schaut's aus. Die Auslastung ist nur punktuell bei 100%, in manchen Läden auch mal drüber, vor allem samstags. Aber unter der Woche siehts abends gähnend leer aus in den Läden. Morgens zwar auch, aber da muss die Klitsche eh besetzt sein, weil Anlieferungen kommen. Da kann man dann sowieso auch gleich aufmachen. Viele hatten hier mit 8-22 Uhr, manchmal auch 7-22 Uhr angefangen. Sukzessive geht es jetzt rückwärts, die meisten sind schon wieder bei 21 Uhr. Die Dagobert Ducks unter den Discountern, die Albrecht-Märkte, haben den Schwachsinn erst gar nicht mitgemacht und bleiben gleich bei 20 Uhr. Die haben sich gesagt: Wir beobachten das erst und ziehen dann ggf. nach. Und nun halt nicht, wie es ausschaut.

von Peter Schwarz - am 30.07.2013 14:38
Rewe macht als einziger Einzelhaendler freitags und sonnabends bis 22 Uhr, die anderen machen um 20 Uhr zu. In den je zwei Stunden ist es brechend voll dort. Ungefaehr so voll wie bei Scottie, Netto-rot, Penny oder anderen von 19 bis 20 Uhr. "8 - 20" hat sich hier durchgesetzt, das machen alle. Rewe ab 7.

Die verbreiteten Forderungen nach Ruecksicht auf die Beschaeftigten im Einzelhandel kann ich dagegen nicht mehr hoeren. Die Berufswahl hat jeder selbst in der Hand, solange die tatsaechlichen Arbeitszeiten auch bezahlt werden ist mir das total egal. Mit Schichtdienst muss man im Einzelhandel rechnen - wer das nicht will oder kann, der hat den falschen Beruf gewaehlt.

von PowerAM - am 30.07.2013 15:29
So sieht es aus, ich habe im Einzelhandel gearbeitet und weiß auch wovon ich spreche. Anlieferungen finden (bis auf kleine Ausnahmen, die es aber z.B. beim Aldi gar nicht gibt!) nicht in den Märkten direkt, sondern in den Zentralllagern statt ( unter anderem diese Anlieferungen bei dem großem ehemaligen Staatsunternehmen disponiere ich täglich).

Die LIDL-Filialen hier in der Gegend werben sogar seit kurzen damit jetzt länger bis 21 Uhr offen zu haben (hier hat es also eine Ausdehnung der Öffnungszeiten gegeben), ebenso der kleine Edeka in Wilferdingen. Klar verteilt sich der Umsatz mehr, wo soll das Geld auch herkommen? Einen Rückgang zu den alten Öffnungszeiten kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen und die Läden sind nach 20 Uhr wirklich tlw. brechend voll...

EDIT2: ein paar typpfühler vom smarten phone beseitigt...

von Rosti 2.0 - am 31.07.2013 06:34
Zitat
BetacamSP
Also ich habe wirklich keine Lust am Samstag und Sonntag zu arbeiten. Da will ich meine Freunde treffen und eine schöne Zeit haben, alles das machen wofür unter der Woche von Montags bis Freitags keine Zeit bleibt.


Ja, warum hat man denn unter der Woche zu nix mehr Zeit? Weil einen das System™ so in die Mangel nimmt. Man sollte sich aber fragen, ob genau das wirklich der Maßstab sein soll?

Ich selber arbeite nun seit einem Jahr unregelmäßig und bin seither regelrecht aufgeblüht. Auf einmal habe ich wieder Zeit und Lust für Dinge, die während der Montag-Freitag-8-17-Uhr-Butterei hinten anstanden. Und ich hackel auch gelegentlich Sonntags, denn da wollen die Leute ja auch irgendwie mit dem Zug wo hin fahren. Bei sowas war's der Gesellschaft auch immer schon wurscht, ob der Herr seinen Tag hat oder nicht... Ohne jetzt irgendwelche religiösen Gefühle verletzen zu wollen, aber dieses ganze Geheuchel, dass man am Sonntag ruhen soll, geht doch immer nur soweit, wie man selber nicht allzu sehr eingeschränkt wird. Wenn dann mal plötzlich die Bahn nicht mehr fährt, alle Gastwirtschaften in Streik treten, Das Erste statt Tatort ein christliches Schwarzbild sendet oder das Krankenpflegepersonal mal eben einen faulen Tag macht... Mann, Mann, was DAS für einen Aufstand gäbe!

von Wrzlbrnft - am 31.07.2013 20:27
Du sprichst das aus was ich mir schon die ganze Zeit gedacht habe. Ich werde nie vergessen wie meine Oma mich damals am Sonntag mit ins Gemeindehaus geschleppt hat und unser Pastor während einer Diskussion lauthals das "Und am siebten Tag sollst du ruhen und nicht Arbeiten" von sich gegeben hat. Im gleichen Moment schob er sich das Schnitzel rein das der Koch zubereitet und die Bedienung ihm gebracht hat. :rolleyes:

Mal davon abgesehen ist es sicher eine Sache der Gewöhnung. Aber Wochenendarbeit muss nicht unbedingt schlecht sein. Für viele ist es wichtiger während der Woche frei zu haben. Denn dann sind alle Geschäfte auf und man hat generell mehr Möglichkeiten was zu unternehmen als am Wochenende. Mal vom schon bereits erwähnten "Zuckerli" wie zusätzliche Freistunden oder mehr Lohn der zur Wochenendarbeit lockt ganz zu schweigen.

von Spacelab - am 31.07.2013 20:43
Zitat
Spacelab
Mal davon abgesehen ist es sicher eine Sache der Gewöhnung. Aber Wochenendarbeit muss nicht unbedingt schlecht sein. Für viele ist es wichtiger während der Woche frei zu haben. Denn dann sind alle Geschäfte auf und man hat generell mehr Möglichkeiten was zu unternehmen als am Wochenende. Mal vom schon bereits erwähnten "Zuckerli" wie zusätzliche Freistunden oder mehr Lohn der zur Wochenendarbeit lockt ganz zu schweigen.


Genau so sieht's auËs. Z.B. lassen sich dann auch Waschmaschinen zum Wertstoffhof bringen, ohne dass ein kostbarer Urlaubstag geopfert werden muss... :verpiss: ;)
Nein, ganz im Ernst. Auch Behördengänge u.ä. lassen sich so tatsächlich viel einfacher bewerkstelligen. Und wenn man am Vortag beispielsweise einen "normalen Bürodienst" geschoben hat und am Folgetag erst um 16 Uhr auftauchen muss, hat man mehr oder minder trotzdem einen ganzen gemütlichen Werktag zur freien Verfügung.

von Wrzlbrnft - am 31.07.2013 21:51
Es ist ueberhaupt aber zunehmend so, dass gewoehnliche Angestellte und/oder Arbeiter ueberhaupt keinen Tag mehr frei haben. Der Sonnabend ist hier in meinem Freundeskreis laengst regulaerer Arbeitstag bis zum Abend, nicht einmal mehr nur ein halber Tag. Und zunehmend greift man sich auch den Sonntag, haeufig sogar ohne Zulagen fuer die Sonntagsarbeit: "Steht im Vertrag nicht drin und wenn Du's nicht machst, dann macht's irgendwer..." Ich kenne inzwischen einige, die sieben Tage je Woche arbeiten, dafuer 40 h geschrieben bekommen und ggf. mal einen fuer irgendwelche Erledigungen benoetigten Tag dann als Urlaub nehmen muessen. Ganz selbstverstaendlich! Die wenigsten haben gegen Sonntagsarbeit irgendetwas, den Ausgleich dafuer gibt es aber auch in der Woche nicht.

von PowerAM - am 31.07.2013 23:06
Bei mir im Ort hat wenigstens das Rathaus zu arbeitnehmerfreundlichen Zeiten auf - entweder früh morgens oder abends (18-20 Uhr!) - ohne die Mitarbeiter ums Wochenende zu bringen.

Es ist ja ganz toll, wenn man mal unter der Woche einen freien Tag hat - aber was bringt einem das, wenn z.B. ein Partner (ganz schlimm bei Fernbeziehungen!), der Freundeskreis, etc. nicht frei hat? Veranstaltungen (z.B. vom Verein) sind auch selten unter der Woche...
Die zunehmende Wochenendarbeit führt zu einer zunehmenden Desozialisierung. Der arbeitsfreie Samstag war eigentlich mal eine ganz zentrale Errungenschaft der deutschen Gewerkschaften in vielen Branchen. Dass das nicht in allen Branchen geht, ist ja noch verständlich (da greift dann die Möglichkeit der freien Berufswahl) - aber muss man das auch noch auf die Spitze treiben durch Sonntagsverkauf etc.?

Wenn Arbeitnehmer das dann noch nichtmal entsprechend vergütet bekommen, fehlen offenbar entsprechende rechtliche Regelungen und eine entsprechend strafbewehrte Durchsetzung. Ausbeutung und Verstöße gegen gesetzliche Regelungen müssen Arbeitgebern richtig weh tun (komme mir keiner mit Auftragsspitzen, dafür gibts Ausnahme-Regelungen!). Nötig wäre dies nicht nur zum Schutz der Beschäftigten, sondern vor allem auch zum Schutz vernünftiger Mitwettbewerber. Auch ein Grund, warum ich bei Leuteschindern wie Lidl und Schlecker nicht

von DH0GHU - am 01.08.2013 07:56
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