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Italien hat gewählt - Un giorno nero per l'Italia

Startbeitrag von RTL 102.5 Fan am 25.02.2013 20:05

Wie ich schon auf Facebook gepostet hab:
"Un giorno nero per l'italia"
--> EIn schwarzer Tag für Italien

30% hat Berlusconi erhalten, die Person, die die schweren Probleme verursacht hat.
10% hat Monti erhalten, die Person, die versucht hat die schweren Probleme zu lösen

Ergebnisse:
http://tg24.sky.it/tg24/
http://elezioni.interno.it/senato/scrutini/20130224/S000000000.htm

Berlusconi hat perfekt mit den Populismus und seiner Allmacht im TV gearbeitet, um das Blaue vom Himmel zu versprechen und den ungeliebten Sparkurs (der aber einzig und richtig ist) noch ungeliebter gemacht.

Wiedermal sorgte Populismus dafür, dass eine Partei (fast) gewonnen hat, die eigentlich nur Chaos verursacht hat. Die Leute vergessen leider zu schnell und die Leute verschließen lieber die Augen vor der Realität, die nunmal nicht die ist die Berlusconi da verspricht.

Pierluigi Bersani von der PD (Sozialdemokratisch) ist zwar noch hausdünn vorne, aber es handelt sich nur mehr um 1-2 % im Senat, wo es damit keine Mehrheiten für keine Seiten gibt - die Unregierbarkeit ist wohl da.

Gleichzeitig hat der Komiker Beppe Grillo mit knapp 24% es geschafft drittstärkste Kraft zu werden - hauptsächlich Protestwähler. Inhaltlose Politik mit unerfahrenen Leuten.

Und der Monti, die einzige wirkliche wählbare Option? Nur 9%, weil er eben auf Populismus allà Berlusconi verzichtet hat und die Sachpolitik hochhalten wollte. Mit Monti wäre es weiter gut gegangen, Italien hätte seine Schulden abgebaut und eine ruhige und sachliche Führung erhalten. Dazu gäbe es noch eine gute EU-bezogene Politik.

Aber die Italiener haben sich von Berlusconi einmal mehr um den Finger wickeln lassen, von seinem beschissenenen Populismus, unhaltbaren Wahlversprechen und seinen mafiösen Methoden.

Die Unregierbarkeit droht und die Finanzwirtschaft wartet nicht: Die Probleme sind zurück, Italien hat sich eindeutig falsch entschieden!

Antworten:

Sind nur Frauen zu Wahl gegangen? Denn, je mehr man Frauen schlägt desto lieber laufen sie einem nach ...

Bunga Bunga als nicht vor dem Aus? :D

von Scrat - am 25.02.2013 21:25
Silvio Berlusconi würde sogar als Mumie noch wiedergewählt werden .... :verpiss:

von Saarländer (aus Elm) - am 25.02.2013 22:03
Weißt du überhaupt was in Italien unter Monti abgegangen ist?

Das kam hier nämlich nicht im Fernsehen und in der Zeitung stand auch nix davon. Mich wundert es das der überhaupt auf 10% gekommen ist.

Wer mit 65 in Rente gehen wollte und wie andere 25% keinen Job grad hatte- Pech gehabt, Alter auf 66 angehoben.
Hartz IV gibts nicht, also Sozialhilfe... gibts aber nicht wenn man das Pech hat ne 20m² 1 Zimmer Wohnung zu besitzen... also mal schauen wie man jahr rumbekommt...

Spritpreis? Benzin sind 2€ oder so im Moment, von einem Tag auf den anderen gleich 10 und 14 cent rauf...

Jedes stinkende Alte Bauernhaus kostet jetzt paar Hundert Euro Steuern im Jahr die man im Norden zwar hat, aber im Süden nicht unbedingt. Klar wählen die Berlusconi wenn der sagt sie bekommen ihr Geld zurück.
Steuerfahndung rausgeschickt und wenn ein Kind in nem Familienbetrieb bissel mitmacht schon riesen Aufstand und zigtausend Euro verlangt. Alles über 1000€ Barzahlung verboten.

Mwst auf 23%... Nahrungsmittelpreise sind in Italien exorbitant mittlerweile. 250g Butter kosten hier 89-99ct. In Italien 2,50€ und mehr.

"Einfache" Leute haben oft trotz Vollzeit Bruttolöhne im 500-600€ Bereich.... die schröpft man, die sollen "sparen"... die Fragen sich nur wo.

Alle Parteien hatten die Fresse voll von Monti, deswegen hat er auch hingeschmissen.

Italien ist zwar einiges gewohnt, aber drauf Bock als drittgrößte Volkswirtschaft in der EU unter den Lebensstandard von Griechenland zu fallen hat man dann doch nicht...

Was glaubste denn woher der Komiker seine 25% "Protestwähler" hat?

Wenn man das was in Italien und Griechenland teils gemacht hat in Deutschland durchziehen würde wäre so schnell die Hakenkreuzflaggen wieder auf der Straße, so schnell könntest du gar nicht schauen.

von Detektordeibel - am 26.02.2013 00:48
Bersani hat mit der Paritito Democratico und seiner Koalition immerhin eine (knappe) relative Mehrheit erreichen können; Beppe Grillo ist aber auch so stark geworden mit seinen Cique Stelle, dass ohne ihn nichts geht - was will Beppe Grillo mit Cinque Stelle konkret erreichen?
Unsere NZZ schreibt dazu: http://www.nzz.ch/aktuell/international/beppe-grillos-marsch-auf-rom-1.18018393

... Um dem Vorwurf zu begegnen, er beschränke sich auf «Antipolitik», hat Grillo vor ein paar Wochen eine Prioritätenliste veröffentlicht. Darauf stehen vor allem ein (nicht weiter quantifiziertes) garantiertes Mindesteinkommen für Bürger, die Abschaffung der öffentlichen Parteienfinanzierung sowie die auch von Berlusconi geforderte Eliminierung der Immobiliensteuer auf Eigenheimen. Zudem soll gar die Verpfändung des Eigenheims verboten werden. Viele der Vorschläge wirken eher links und «no-global», ihre Finanzierbarkeit und Umsetzung ist höchst zweifelhaft. Welche Bank wird noch ein Eigenheim finanzieren, wenn Pfändung nicht mehr zulässig sein soll? ...

Irgendwie interssante, eigentlich vernünftige Dinge, aber wie will er das ganze umsetzen? Das hat doch auch etwas mit der Quadratur des Kreises, die Unverpfändbarkeit der Häuser jedenfalls.

Könnte Bersani mit Grillos Cinque Stelle eine Regierung bilden?

Es sind aber wirklich sehr viele Parteien in Italien; und Berlusconi wurde eben doch auch wieder richtig stark, da kann man nun sehr hoffen, dass da niemand der Versuchung erliegt, mit Berlusconi zu koalieren.

von dxbruelhart - am 26.02.2013 05:21
Warum nicht? wenn es darauf ankam, hat berlusconi in der vergangenheit auch den Mülll unterschrieben den man von ihm erwartet hat.

Alllerdings muss er das nun im Schöublealter nicht mehr.

von Detektordeibel - am 26.02.2013 07:37
Sorry, wenn ich so blöd frage, aber hat diese Cinque Stelle Partei eigentlich etwas mit dem gleichnamigen TV-Sender (http://www.cinquestelletv.it/) zu tun?

von Peter Schwarz - am 26.02.2013 08:41
@ Peter Schwarz:
Dieser CinqueStelleTV dürfte rein gar nichts zu tun haben mit Pepe Grillos Movimento Cinque Stelle.
Fünf Sterne - cinque Stelle ist einfach quasi eine Qualitätsauszeichnung, mit der sich manche Sender oder manche Bewegungen auch gerne schmücken.

von dxbruelhart - am 26.02.2013 10:40
Schade, dass Berlu nicht gewonnen hat. Dann hätte es aber richtig geknallt in Europa und wenn die meinen dass er ihre Probleme lösen kann, bitte sehr. Soll er doch mal machen und Italien und später den Europa den finalen Todesstoß versetzen.

von zerobase now - am 26.02.2013 10:58
Bei Monti darf man auch nicht vergessen, dass der von Goldman Sucks kommt. Die Bankster haben Europa überhaupt erst in die Scheiße geritten. Danach ausgerechnet einen dieser Verbrecher zum Ministerpräsidenten zu machen, da kann man wirklich lieber Bunga Bunga oder einen Clown wählen.

Die drastischen Sparmaßnahmen nutzen Italien zudem gar nichts. Sie senken kurzfristig die Zinsen für Staatsanleihen, mittelfristig bricht die Binnennachfrage zusammen, und damit auch die Wirtschaft. Das Volk verarmt, damit die Zinsen für ein paar Scheißbankster gezahlt werden können. Zurück bleibt verbrannte Erde. Diese Situation ist ja nicht neu. In Deutschland hatte ab 1930 Reichskanzler Brüning das gleiche versucht. Wie die Lage dann 1933 aussah, ist bekannt. Unter Hitler ging es dann wirtschaftlich bergauf, allerdings zu dem Preis einer gigantischen Zunahme der Staatsverschuldung, die man dann durch geografisches Wachstum (Krieg) wieder ausgleichen wollte.

Montis (und auch Merkels) Politik führt nur zu einem: Massiver Verarmung des Volkes, Zusammenbruch der Wirtschaft durch wegfallende Binnennachfrage. Wenn niedrige Löhne, fehlende Sozialleistungen und Steuerentlastungen für Reiche gut für die Wirtschaft eines Landes wären, müssten ja Rumänien und Bulgarien wirtschaftlich darstehen wie eine Eins. Man braucht wirklich kein Experte für Volkswirtschaft sein, um zu sehen, dass diese Politik nur einigen wenigen Lobbyisten aus der Bankenbranche und der internationalen Industrie nützt.

von Bolivar diGriz - am 26.02.2013 11:05
Zitat
zerobase now
Schade, dass Berlu nicht gewonnen hat. Dann hätte es aber richtig geknallt in Europa und wenn die meinen dass er ihre Probleme lösen kann, bitte sehr. Soll er doch mal machen und Italien und später den Europa den finalen Todesstoß versetzen.


Nimms nicht persönlich bitte, aber: So Sprüche kotzen mich massiv an. Dir ist schon klar, dass der Todesstoß für Europa gleichzeitig ein Todesstoß für Deutschland ist? Kein großes Land in Europa hat annähernd so viel von Europa und vom Euro profitiert wie Deutschland. Das hat zwar etwas Geld gekostet, aber das Geld floß vielfach zurück. Der relativ schwache Euro war ein einziges großes Konjunktorprogramm für die deutsche Industrie, und nur dank des Binnenmarkts kann unser Mittelstand heutzutage große Teile des Erlöses im Ausland einfahren (schon mal überlegt, was das für ein Aufwand wäre, wenn es wieder Verzollung in dieser Region gäbe, oder für jeden Markt wieder eigene Zugangsregeln gelten würden?)

Knallt es in Europa richtig, so wird der Knall in D am lautesten sein und am längsten nachhallen. In diesem Fall würden wir schlagartig mindestens mit einer Verdopplung unserer Arbeitslosenzahlen rechnen dürfen.

von DH0GHU - am 26.02.2013 11:24
Es knallt doch schon länger, nur nicht so laut, sondern leise und schleichend. Und bei manchen knallts mehr, bei manchen weniger.

von Japhi - am 26.02.2013 11:28
BUMM!

von Japhi - am 26.02.2013 11:31
Nur dass das Geknalle bisher zum Glück nicht zu einem Auseinanderbrechen der EU oder einem Untergang des (recht stabilen!!) Euros geführt hat.
Das Wichtigste ist in solchen Situationen, dass ein Kurs, der ein mal zur Beruhigung geführt hat, durchgezogen wird. Alles andere führt automatisch zu Unruhe an den Finanzmärkten, was wiederum Risikoaufschläge auf Staatsanleihen steigen läßt. Das wiederum verschärft die Probleme.
Da man das bestehende Finanzmarktsystem nicht von heute auf morgen ändern kann (auch ein Kasperle wie Grillo könnte das nicht, nichtmal mit absoluter Mehrheit... man hat zugelassen, dass diese sich weitgehend außerhalb staatlicher Kontrolle bewegen, nationale Lösungen können sowas nicht alleinstehend korrigieren), gibts zu sowas leider keine Alternative.
Dass die Folgen gerade für den kleinen Mann schlimm sind, ist auch nur eine logische Folge der zügellosen neoliberalen Cash-über-alles-Politik der vergangenenen 20 Jahre.

von DH0GHU - am 26.02.2013 11:38
@ Detektordeibel: Und wie stellst du dir das vor, wenn ein Staat über 100% des BIP Staatsverschuldung hat? Noch mehr Schulden machen? Den Kopf in den Sand stecken und so weiter machen?
Klar, es muss auch langfristige Verbesserungen geben (Verwaltung, Politikeinsparungen etc.) und jeder von Montis Schritte war vielleicht auch nicht ganz gut gewählt, aber die Mehrheit seiner Aktionen waren genau richtig - sie haben die Finanzwelt beruhigt und es war geplant weiterhin diesen Kurs zu halten, nur so kann man dann langfristig die Schulden reduzieren.

Zitat
Detektordeibel
Spritpreis? Benzin sind 2€ oder so im Moment, von einem Tag auf den anderen gleich 10 und 14 cent rauf...


Der war auch vor Montis Antritt schon hoch und hängt auch von den weltpolitischen Bedingungen ab. Derzeit ist er in Italien übrigends bei etwa 1,72 - also weit weg von 2 Euro

Zitat
Detektordeibel

Mwst auf 23%... Nahrungsmittelpreise sind in Italien exorbitant mittlerweile. 250g Butter kosten hier 89-99ct. In Italien 2,50€ und mehr.


Ich kaufe einmal im Monat in Italien ein, auch Güter des täglichen Bedarfes. Ich konnte hier keine wesentliche Steigerung sehen, eher die normale Teuerung.
Wenn man aus deutscher Sicht die Preise vergleicht ist klar, das alles teurer ist. Deutschland genießt die geringsten Lebensmittelkosten Europas (mal abgesehen von osteuropäischen Ländern), die Preise in Italien sind teilweise noch unter denen von Österreich.

Nicht nur Sparen, das ist richtig, aber es muss Bestandteil sein, wenn ein Staat derart hohe Staatsverschuldung aufweist. Ohne diese Grundlage ist Italien bald ein Staat wie Griechenland...

Zitat
DH0GHU
Das Wichtigste ist in solchen Situationen, dass ein Kurs, der ein mal zur Beruhigung geführt hat, durchgezogen wird. Alles andere führt automatisch zu Unruhe an den Finanzmärkten, was wiederum Risikoaufschläge auf Staatsanleihen steigen läßt. Das wiederum verschärft die Probleme.


Vollste Zustimmung - Sparkurs weiterführen und Reformen anfangen, um langfristig das Land zu stabilisieren.

von RTL 102.5 Fan - am 26.02.2013 16:57
Wie kann man nur einen Mann wieder wählen, der über sein eigenes Land gesagt hat: "Questa una paese die merda...."?

von nürnberger - am 26.02.2013 19:54
Ich mag den "Duce" ,auch wenn er ,naja, net soo der Richtige ist,die Italiener sind doch selbst Schuld wenn sie ihn immer wieder wählen :joke:

von Robert S. - am 26.02.2013 21:38
Irgendwann wird Italien sein Staatsgebiet verkaufen müssen, um die Schulden zu begleichen. Südtirol an Österreich, Triest an Slowenien, das Aostatal an Frankreich und Sardinien an Spanien...

von RheinMain701 - am 27.02.2013 09:41
Zitat
RheinMain701
Irgendwann wird Italien sein Staatsgebiet verkaufen müssen, um die Schulden zu begleichen. Südtirol an Österreich, Triest an Slowenien, das Aostatal an Frankreich und Sardinien an Spanien...


Ein so ein Blödsinn. Wenn dann verkaufen die eher den Süden, weil der bringt wirtschaftlich nichts.

Die Lösung ist ein Sparkurs, aber wenn ja schon manche Leute hier vorschlagen lieber so weiterzumachen und das Volk auch keinen will, schauts halt schlecht aus. Populismus und Realitätsverweigerung anstatt Taten.

von RTL 102.5 Fan - am 27.02.2013 11:38
Laufen die Wahlen in Italien eigentlich korrekt ab? Redet man mit Italienern, dann will niemand etwas von Berlusconi wissen. Am Ende ist er aber doch wieder vorne (nun ja, jetzt nicht so ganz, aber immerhin).
Das ist wohl das Bildzeitungsparadoxon: Niemand liest die Bild, aber sie hat doch die höchsten Auflagen:rolleyes:

von MHM - am 27.02.2013 11:52
Zitat
MHM
Laufen die Wahlen in Italien eigentlich korrekt ab? Redet man mit Italienern, dann will niemand etwas von Berlusconi wissen. Am Ende ist er aber doch wieder vorne (nun ja, jetzt nicht so ganz, aber immerhin).
Das ist wohl das Bildzeitungsparadoxon: Niemand liest die Bild, aber sie hat doch die höchsten Auflagen:rolleyes:


Exakt das gleiche in Kärnten mit der FPK (FPÖ) und Haider bzw. nun Dörfler: Niemand wählt ja die Partei in direkten Gesprächen, aber dann hat sie auf einmal total viele Stimmen. Das man diesen chaotischen, populistischen, rechten Haufen überhaupt Stimmen gibt ist ja unverständlich.

Am Sonntag wird in Kärnten gewählt, ich hoffe diese Partei fliegt endlich raus mit ihren ganzen Skandalen - hinterlassen wird sie ein fast pleites Land, heruntergewirtschaftet vom System Haider.

von RTL 102.5 Fan - am 27.02.2013 11:54
Ich wußte gar nicht, daß es um Kärnten so schlecht bestellt ist.
Vielleicht wird Berlusconi von großen Unternehmern und der "ehrenwerten Gesellschaft" gewählt, keine Ahnung.
Bist Du nachher mal kurz online im Gesichtsbuch?

von MHM - am 27.02.2013 12:02
@MHM: Den Schröder wollte irgendwann auch keiner gewählt haben :D

Was mich an der ganzen Süd-EU-Sache stört: Es wird immer so getan, als wäre die Bevölkerung immer nur gut, rechtschaffen und brav und Opfer, und die Politiker sind immer die Bösen.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass die Probleme z.B. sind:
- Steuerhinterziehung (dazu gehört auch der kleine Handwerkerkunde, der keine Rechnung braucht),
- Ungezügelter Konsum --> Überschuldung der Privathaushalte --> Privatinsolvenzen, und dadurch kollabierende Immobilienmärkte und Finanzmärkte
- Wahl unfähiger Bauernfänger durch das Volk - 10 Jahre Berlusconi wurden niemandem durch die EU aufgezwungen...
- Kompromißlose Haltung von Interessengruppen - da lobe ich mir z.B. die moderaten DGB-Gewerkschaften.

von DH0GHU - am 27.02.2013 12:02
Der Südländer wäre kein Südländer, wenn er nicht wie ein Südländer leben, denken und agieren würde.

Bööööööse...;)

von Mc Jack - am 27.02.2013 12:22
Viva Silvio :D

:verpiss:

von Robert S. - am 27.02.2013 16:41
Kurios ist, dass die Mitte-Links-Koalition nur mit Hilfe der Südtiroler Volkspartei die stärkste politische Gruppierung geworden ist. Der Abstand zwischen Mitte-Links (= Barsani) und Mitte-Rechts (=Berlusconi) beträgt nämlich nur 124.000 Stimmen, die SVP wurde aber von 147.000 Leuten gewählt.

von Wasat - am 28.02.2013 11:12
Zitat

Nur dass das Geknalle bisher zum Glück nicht zu einem Auseinanderbrechen der EU oder einem Untergang des (recht stabilen!!) Euros geführt hat.
Das Wichtigste ist in solchen Situationen, dass ein Kurs, der ein mal zur Beruhigung geführt hat, durchgezogen wird. Alles andere führt automatisch zu Unruhe an den Finanzmärkten, was wiederum Risikoaufschläge auf Staatsanleihen steigen läßt. Das wiederum verschärft die Probleme.


Das ist doch Scheissegal, der Währungskrieg ist angebrochen. Der soo stabile Euro der sich so massiv aufgewertet hat, die USA drucken massiv Geld mit quantitative Easing etc. die Japaner haben den Yen um über 15% runtergeballert vor paar Wochen... Kursverhältnisse und Wechselkurse strebt man aber parität an das die Musik bei der Reise nach Jerusalem weiterläuft...

Und gestern... "gelungene Auktion italienischer Staatsanleihen"... Und am Ende werden die dann doch von der EZB massiv aufgekauft. Wer die Rechnung am Ende zahlt. Aktuell läuft hinter den Kullisen ne massive Rettungsaktion. Defakto gibts da keinen Unterschied zum Mefowechsel, läuft bloß über EZB.

Und dieses ewige geseiere von wegen "Deutschland profitiert vom Euro" ist schwachsinn, wir haben nur noch die stärkste Volkswirtschaft in Europa der der Euro im Vergleich nur am wenigsten Schaden genommen hat während die wirtschaftlich schwächeren Länder sich mangels funktionierender Industriemaschinerie mittlerweile seit Jahren in der Depression befinden.

Und wie macht Deutschland das? Indem wir unsere Exporte realwirtschaftlich verschenken, Handelsbilanzüberschuss nach dem anderen, alles quersubventionieren und massiv Lohn und Preisdumping betreiben und das allgemeine Wohlstandsniveau von 2000 aus gesehen wieder auf den Level von 1981 zurückgefallen ist. Die realen Einzelhandelsumsätze sind in Deutschland verglichen mit den nominalen Papiergewinnen in der Wirtschaft ein schlechter Scherz.

Das Griechenland und Italien jemals irgendwie wieder auf die Füße kommen müssen se raus. Aber diese bonierten Volldeppen in Brüssel und in den Hauptstädten fahren jetzt noch schnell Frankreich an die Wand, und wenn das Vertrauen in das Leistungsvermögen der dummen überdeutschen zusammenbricht ist das Maß sowieso voll...

von Detektordeibel - am 28.02.2013 19:23
Zitat
Detektordeibel
und das allgemeine Wohlstandsniveau von 2000 aus gesehen wieder auf den Level von 1981 zurückgefallen ist.


Selten so einen Schwachsinn gehört. "Die In der Vergangenheit war alles schöner"-Ansicht beruht auch nur auf persönlichen Empfindungen.

Wenn man Sündenböcke sucht, dann findet man sie auch: Die EU und der Euro. Die EU wird für alles was nicht korrekt abläuft verantwortlich gemacht ob es stimmt oder nicht. Jedes ungebliebte Gesetz ist irgendwo die Schuld der ach so bösen EU, auch wenn die EU nichts damit zu tun hat.

Diesen gigantischen EU-Hass gewisser Leute kann ich einfach nicht verstehen. Klar, es ist kein supertolles Projekt mit Erfolgsphasen, die EU und sämtlichen politischen Handlungsträger der vergangenen Jahre haben bewusst die Augen zugedrückt bei der Aufnahme von Griechenland in die Euro-Zone etc, es gibt einige Konstruktionsfehler.

Der EU die alleinige Schuld für die derzeitige Wirtschaftslage und der allgemeinen Situation zuzuschieben ist aber wiedermal typisch - man sucht einen Sündenbock.

Die jetzige Krise ist eine Krise des WELTWEITEN Finanzsystem, das ohne wesentliche Regelungen arbeitet und überall zu Problemen ausgehend von den USA geführt hat. Dazu kommen vergangene Regierungen.
Detektordeibel, dieser "Wohlstand" den du meinst mit 1981 wurde vor allem durch unerlässiges Schulden machen verursacht. In allen europäischen Ländern wurden Schulden, Schulden und nochmal Schulden gemacht - es war ja egal, weil man sich das mit immer neuen Anleihen wunderbar wieder refinanzieren konnte. Das ging gerade in den 80ern enorm vor sich und führte dazu, dass die Staaten riesige Schuldenberge aufbauten - aber nicht nur die Problemländer.
Österreichs Regierung des "Schenkens und Gebens" unter Kreisky und Nachfolgern baute einen riesigen Schuldenberg auf, der erst durch den EU-Beitritt (Maastricht-Kriterium von 60%) gesenkt werden musste.
Die weltweite Finanzkrise hat das ganze dann verschärft - die Schulden sind wieder gestiegen.
Auf wen schieben die Landespolitiker oder das VOlk die Schuld? Die EU! Ist ja einfacher als sich einzugestehen, dass man Schulden gemacht hat.

Dann schlug die FInanzkrise halt mal auf die Realwirtschaft über und das System der Refinanzierung mit Anleihen funktionierte nicht mehr ganz so gut wie früher - die Ratingagenturen, einst gelobt von allen, stuften die Staaten runter und mutierten in den Augen der Politiker dann zu den "Bösen".

Was ich sagen will: Die derzeitige Krise ist nur zu einem bestimmten Teil die Schuld der EU, die Schuld tragen auch die Landespolitiken der Länder des Schuldens machen und das undurchschaubare Finanzsystem.

Auch die USA hat massive Finanzierungsprobleme, nicht nur Europa. Es ist eine weltweite Krise verursacht durch ein weltweites System - nicht die EU trägt daran die alleinge Schuld, auch wenn es vielen Leuten so passen würde.

Und nochmal:

Die Europäische Union ist die größte Errungenschaft, die Europa je hatte. Wirtschaftliche Zusammenarbeit sichert Frieden und diese sinnlosen Grenzen werden endlich reduziert. Gleichzeitig wächst die Welt immer mehr zusammen, daher kann man sich dieses kleinstaatliche Geeiere nicht mehr leisten.

Eine Rückbesinnung darauf, dass Europa noch nie solch einen Wohlstand hatte wie in den letzten Jahrzehnten und das hier die EU federführend beteiligt war würde einigen populistischen Leuten, die laut nach einem Ende der EU rufen gut tun.

Denn wenn man alles zusammenzählt erkennt man es gibt nur einen gemeinsamen europäischen Weg der Zusammenarbeit ohne sich zu vereinheitlichen - frei nach dem Motto "In Vielfalt geeint".

Ein mehr an EU und Europa wäre daher das Richtige und anstatt die ganze Energie in diese endlosen Contra-EU Rufe zu investieren sollte man eher versuchen konstruktiv an den Fehlern der EU zu arbeiten, denn sie sind meiner Meinung mit viel Fleiß und Zusammenhalt überwindbar, man muss nur Nationalismus und Populismus überwinden und dann kann man dieses Projekt noch besser machen.

"Wer Grenzen schafft, stirbt darin"

von RTL 102.5 Fan - am 28.02.2013 19:47
Ds Poblem ist, dass Detektordeibel -- zumindest auf den ersten Blick -- Recht hat. Also kann man so einen Polterer auch gleich zum Cheffe wählen. Berlusconi hat zuletzt versprochen, er würde 4 Milliarden aus eigener Tasche für die Immobiliesteurückzahlung dazutun. Ok, das kann Detektordeibel nicht, aber er will ja auch nicht Kanzler werden.

Dass Rechte und Populsiten so auftrumpfen können, liegt auch an der windelweichen Haltung der Linken, egal ob es Bersanis Pd oder die SPD ist, die niemand besseren als Steinbrück als K-Kandidat findet.

Banken kann man auch entschädigungslos Verstaatlichen, gleiches gilt für Unternehmen aus der Rohstoff- und Strombranche. Steuern für Reiche kann man drastisch erhöhen, damit diejenigen, welche an Hedgefonds verdienen (da investiert man nur, wenn man die entsprechede Kohle hat) auch für den Schaden zur Kasse gebeten werden.

Ach ja, Grillo mag undurchsichtig erscheinen, aber sein Hauptthema ist die Abschaffung der Priviligeien der Politiker. In Österreich läuft derzeit auch so ein Typ herum, ich glaube er heißt Stronach. Irgendwie ist Österreich sowieso sehr ähnlich zu Italien.

Anders ausgedrückt: Wenn die Demokratie den Populisten keine Chance geben will, dann dürfen die Demokraten ihnen keine so einfache Angriffsfläche bieten.

von Alqaszar - am 28.02.2013 20:15
Ach du lieber Gott, der eine glaubt immernoch an das Recht/Links Showbusiness und der andere an die Euro-EU... weil Glühbirnenverbote und der Euro mit dem Europäischen Einigungsprozess in einen Topf geschmissen werden, während man von einer politischen Einheit sich in Wirklichkeit gerade immer weiter entfernt...

Wenn sich die Leute schon gegenseitig als Clowns bezeichnen..

von Detektordeibel - am 01.03.2013 05:05
Politik wird immrt in der Mitte gemacht. Dort entstehen aber keine Ideen, höchstens Komprimisse.

Von daher ist die politische "Gesäßgeografie" also nur der Beschreibung eines Zustandes, um Dichotomien in Ideen beschreiben zu können.

Dass in Talshow-Schland dieses inzwischen Teil des Showbusiness ist, hat Italien -- als politisches Labor -- bereits vor 20 Jahren so erlebt.

Jetzt läuft alles auf eine Minderheitsregierung von Bersani hinaus, geduldet von den Grillini. Mario "Angela Merkel" Monti ist da zum Glück genau so außen vor wie der "nano" mit dem vom zu vielen liften zu Schlitzen verzerrten Augen.

von Alqaszar - am 02.03.2013 00:17
Obwohl in Rom nichts weitergeht, die PD zerbröselt und nun Letta die Lage retten soll - das kleine Friaul hat einen bedeutsamen Regierungswechsel hingelegt.

Die kleine Region Friuli Venezia Giulia, die Nachbarregion von Kärnten, zu der ich einen besonders intensiven Kontakt habe, hat nach Kärnten im März auch den Wechsel von rechts nach links vollzogen.

Renzo Tondo, jahrelang Regionspräsident der kleinen Region an der Grenze zu Slowenien und Österreich, und seine Partei PdL, die von Berlusconi geführt hat, hat Friuli verloren.

Debora Serracchiani, 1970 in Rom geboren, wird als erste Frau nun Friuli führen.

Den Slogan mit "seplicmente europea" also "einfach nur europäisch" fand ich einen der besten Slogans der letzten Jahre!! :spos:



von RTL 102.5 Fan - am 25.04.2013 21:19
Mussolini Berlusconi ist wieder an der Macht! :wall: :kotz: :boese:

Enrico Letta hat koaliert mit Berlusconi und seine Macht so wieder in die Regierung voll eingebracht.
5 Vertraute von Berlusconi sind in dieser ansonsten bunten Regierung dabei.

von dxbruelhart - am 27.04.2013 18:28
Ohne ihn geht eben nichts mehr in Italien. Ich habe die Hoffnung verloren.

von Hunsrücker - am 27.04.2013 18:36
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