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EU will Zyprioten zugunsten ihrer Banken enteignen! :(

Startbeitrag von Martyn136 am 18.03.2013 21:35

Bei diesem Vorgang wird wirklich der Rechtsstaat mit Füssen getreten. Und das Vertrauen in die EU Staaten als Rechtsstaaten und den Euro als Währung weiterhin geschwächt.

Das ein Teil der Einlagen russisches Schwarzgeld ist noch lange keine Rechtfertigung. Denn es trifft auch die ganz normalen Zyprioten.

Und auch wenn es jetzt nur 6,75% sind, ist das Vertrauen zu 100% weg. Denn wenn es einmal so einen Cut gibt, ist die Wahrscheinlichkeit gross, das es auch einen zweiten, dritten, vierten Cut gibt. Und das dann das nächste mal noch mehr enteignet wird. Am Ende könnten dann durchaus die Hälfte der Einlagen enteignet sein.

Und es ist ja nicht nur Zypern. Als nächstes könnten andere Kriesenlander folgenen, und am Ende sogar die anderen EU Staaten die nur gebürgt haben, wie Deutschland.

Mit dieser Aktion ist das Vertrauen in die EU und den Euro jedenfalls auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Den Friedensnobelpreis zurückgeben wäre da das mindeste was die EU machen sollte.

Angeblich soll es zum Ausgleich wohl irgendwelche Bonds geben, aber die sind vermutlich nichtmal das Papier wert auf dem sie gedruckt sind.

Antworten:

Und was hat das jetzt im Radioforum zu suchen? Das gehört wenn dann ins OT Forum. Mods bitte verschieben.

von BetacamSP - am 18.03.2013 21:42
1. falsches Forum?
2. früh gemerkt...

von DH0GHU - am 18.03.2013 21:43
In wenigen Jahren sind wir in Deutschland bestimmt auch damit drann :-(. Der Teuro geht komplett den Bach runter....

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 18.03.2013 21:45
Mürtün krügt mal wüder nix mit.
Abgesehen, dass es das falsche Forum ist, hat er auch mal wieder sonst nix verstanden. Bitte, bitte, kümmere Dich um Deine Macces-Burger und halte Dich um alles in der Welt aus der Politik raus.

von Noch'n Saarländer - am 18.03.2013 23:08
[attachment 1249 tn.jpg]
bei so vielen crosspostings kann man schon mal durcheinanderkommen...

von iro - am 19.03.2013 04:45
Und was hat solch eine populistische Schlagzeile im Radioforum zu suchen?

von Hunsrücker - am 19.03.2013 05:52
Propaganda!

Das wird hier auch noch kommen, wartet's ab! Spaetestens dann, wenn reine Steuererhoehungen nicht mehr das einbrachten, was man sich von ihnen versprach. Allerdings bedarf es dazu erstmal eines Bauernopfers - und das ist hier Zypern. Unter Verweis darauf, dass man das auch dort gemacht hat, ist es in jedem anderen EUR-Staat moeglich. Der Grundsatz der Gleichbehandlung ist auch in EU-Recht zumindest auf dem Papier vorhanden und wird nach Bedarf gern zitiert. Dafuer hat man jetzt den Grundstein gelegt.

von PowerAM - am 19.03.2013 06:27
Leistung lohnt sich ja schon länger nicht mehr, dann gilt dies jetzt also auch noch für's Sparen. Zum Glück degradiert sich Deutschland ohnehin immer mehr zum Billiglohnland, womit man wenigestens der Unterschicht™ nichts wegnehmen kann. Ein Hoch auf das System™!

(ich hab heute Nacht echt zu wenig geschlafen...)

von Wrzlbrnft - am 19.03.2013 07:21
Man wird hierTM niemand ausnehmen, auch die Unterschichten nicht.

von PowerAM - am 19.03.2013 07:45
Irgendwann wird auch hier das Finanzministerium brennen....:rolleyes:

von Chief Wiggum - am 19.03.2013 11:58
Ohne diese Abgabe würden halt die Banken pleite gehen - und der Staat würde sie nicht retten können. Nebnbei würden vermutlich auch noch die letzten Reste sozialier Sicherungssysteme pleite gehen. Dann wird nicht nur denen was genommen, die was haben, sondern erst recht auch denen, die nix haben.

Dann sind vermutlich mehr als 6,75 % der Kleinvermögen weg.

Ich hielte es allerdings für selbstverständlich, Kleinsparer vor der Abgabe zu verschonen. Die "Großsparer" trifft es in absoluten Zahlen zwar hart, aber wer von 100.000 € auf 90.000 € Guthaben fällt, fällt relativ weich.
... und denen, die ihr Geld nach Zypern getragen haben, um zuhause Steuern zu sparen, denen würde ich auch einen härteren Fall von Herzen gönnen.

Jetzt auf das Fehlverhalten der Banken zu schimpfen, mag zwar in der Sache richtig sein, hilft aber auch nichts mehr. Die Ursache - fehlende / mangelhafte Spielregeln - wurde in früheren Jahren geschaffen. Die Bilanzsumme der zypriotischen Banken übersteigt das BIP Zyperns nahezu um Faktor 10 - üblich ist in Europa ein Faktor von 3,5.
Jetzt müssen die Investoren* bluten.

*Investor = jemand, der der Bank Geld gibt - also z.B. auch ein Sparer.

Erinnert mich irgendwie an Island. Alle waren ganz geil auf die hohen Zinsen, die die isländischen Banken geboten haben, auch in D. Hohe Zinsen = hohes Risiko für die Anlage.
Ähnlich wie bei Steuern: Niedrige Steuern = hohes Pleiterisiko für den Staat.
Und im Fall von Zypern: Viele Schlupflöcher für Kriminelle = hohe Chance, selbst zum Opfer zu werden.


Auch Raubtierekapitalisten werden irgendwann gefressen.

von DH0GHU - am 19.03.2013 12:12
Zitat
DH0GHU
Ohne diese Abgabe würden halt die Banken pleite gehen - und der Staat würde sie nicht retten können. Nebnbei würden vermutlich auch noch die letzten Reste sozialier Sicherungssysteme pleite gehen. Dann wird nicht nur denen was genommen, die was haben, sondern erst recht auch denen, die nix haben.

Dann sind vermutlich mehr als 6,75 % der Kleinvermögen weg.


Sehe ich auch so. Die haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Allerdings würde ich es auch begrüssen, wenn es einen Freibetrag für Kleinverdiener geben würde. Ich würde noch die belasten die mehr als 10 tsd. EUR auf der Bank haben, dafür die, die mehr als 50 tsd. EUR haben, deutlich mehr belasten. Wahrscheinlich wird es auch so kommen.

von zerobase now - am 19.03.2013 12:16
Zitat

Bei diesem Vorgang wird wirklich der Rechtsstaat mit Füssen getreten.


Seit wann stört dich denn sowas?

Warste nicht sonst hier immer so ein Euro-EU-Jubelperser?


Zitat

Und es ist ja nicht nur Zypern. Als nächstes könnten andere Kriesenlander folgenen, und am Ende sogar die anderen EU Staaten die nur gebürgt haben, wie Deutschland.

Mit dieser Aktion ist das Vertrauen in die EU und den Euro jedenfalls auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Den Friedensnobelpreis zurückgeben wäre da das mindeste was die EU machen sollte.


Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen was die Scheisse soll, selbst den Bürokraten in Brüssel muss klar sein das das Signal das sie damit setzen auf den ganzen Euroraum wirkt... Entweder die sind wirklich so dämlich/unfähig oder das ist auf dem Mist des US-IWF gewachsen der damit den Währungskrieg weiter anheizt...

Wozu überhaupt kleinsparer belästigen? Absolut unnötig, einfach 20 oder 25% auf alle Konten mit über 250 000€ bei den ganzen angeblichen Millionen und Millarden die da gebunkert sind sollte das doch kein Problem sein? Ach, ne man will ja die Reichen nicht großartig verprellen... Die 10% sind verschmerzbar, ist ja nur ein Renditeverlust wenns schon länger da liegt... 2-3 Jahre zinsen.
Also fi*** man lieber die, denen es am meisten wehtut und die am wenigsten für können, also die Kellner, Taxifahrer, und die Ersparnisse der Rentner...


So ein Großmaul ausgerechnet von der verstaatlichten Commerzbank hat gleichzeitig auch schon verzapft das er das in Italien auch gerne sehen würde mit 15% oder so... Wenn das die Italiener in der Zeitung lesen denken die sich eh schon das man sich schonmal auf die kommende Abpressung einstellen kann... Diesmal halt von Brüssel aus wenn man schon den EU-Gouvernör Monti losgeworden ist...

Schuld sind am Ende sowieso wie immer die Scheissdeutschen.

Friedensprojekt Euro.. von wegen...

Diese Psychopathen treiben diese Euroscheisse noch soweit das man wieder aufeinander schießt...

von Detektordeibel - am 19.03.2013 14:09
Ich hoffe sehr dass man eine Lösung findet, die Kleinsparer von dieser teilweisen Enteignung (um nichts anderes handelt es sich hier) auszunehmen. Ansonsten kann man sich in ganz Europa nicht mehr sicher sein. Hatte nicht die EU für die Sicherheit von Spareinlagen bis 100.000 € garantiert? Und zwar für alle EU- Europäer? Zyprioten sind genauso EU- Bürger wie wir Deutsche. Wenn man dort jetzt diesen absoluten Tabubruch zelebriert, dann darf schon die Frage erlaubt sein, wann es in Spanien oder Italien soweit ist. Vertrauen kann man so schnell zerstören... Wenn dann auch in den übrigen Ländern die Menschen ihre Konten plündern wollen, ist das einzige was garantiert ist der Supergau für unser Währungssystem. Man kann nur hoffen, dass es in Europa noch ein paar Politiker mit so viel Hirn gibt, dass sie eins und eins zusammenzählen können und dieses Szenario verhindern.
Abgesehen davon, kann ich jedem betroffenen Kleinsparer nur raten, gegen diesen staatlich verordneten Diebstahl gerichtlich vorzugehen. Sammelklagen mindern in diesem Fall das individuelle Prozesskostenrisiko.
Leider müssen die Politiker in letzter Zeit immer häufiger auf das Gesetz hingewiesen werden. In Deutschland würde eine derartige Zwangsabgabe dem GG widersprechen.

http://dejure.org/gesetze/GG/14.html

Grundgesetz, Artikel 14

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.


@ Detektordeibel: Ich sehe das genauso wie Du, wollte es aber etwas seriöser formulieren. :D

von dlf-fan - am 19.03.2013 14:44
Y: "Bei diesem Vorgang wird wirklich der Rechtsstaat mit Füssen getreten"

Ist Zypern nach deutschen Maßstäben ein Rechtsstaat oder erhebt dieses Land überhaupt den Anspruch, ein solcher zu sein?

Im übrigen: Schön ist es nicht, aber es gibt schlimmeres als 6,75 % seines Kapitals zu verlieren. Z.B. wenn in einem Rechtsstaat ein 20jähriger mit Füßen zu Tode getreten wird (Stichwort: Weyhe). Wo bleibt da der empörte Aufschrei aus Weiden?

von hegi_ms - am 19.03.2013 14:48
@dlf-fan:

Grundsätzlich wäre es in Deutschland möglich, eine Vermögenssteuer wieder einzuführen. Das Bundesverfassungsgericht hat hierzu die noch zulässigen Grenzen definiert. Die in Zypern beabsichtigten Massnahmen würden aber am BVerfassG scheitern (Übermaßverbot, Rückwirkungsverbot, usw.).

von hegi_ms - am 19.03.2013 14:57
"Wo bleibt da der empörte Aufschrei"

Wieso soll es den geben? Der gehört nunmal zu der Schicht die Politik, Gesellschaft und Medien am wenigsten Wert ist, nämlich gar nix... Außer zum Ausbeuten und Abzocken für nix gut...

Hast du das noch nicht verstanden? Die Blockparteien klatschen da höchstens noch Beifall...

von Detektordeibel - am 19.03.2013 14:58
Ach, Teufelchen, verstanden hab' ich das wohl. Aber es ist so schwer, etwas daran zu ändern.

Die von dir als "außer zum Ausbeuten und Abzocken für nix gut" bezeichneten glauben nämlich, Demokratie und Freiheit seien schon dann verwirklicht, wenn sie zwischen zig Sorten Burgern wählen dürfen.

von hegi_ms - am 19.03.2013 15:07
Meine Güte, hier wird wieder viel Schwachsinn geredet.

Zitat
Martyn
EU will Zyprioten zugunsten ihrer Banken enteignen! :


Die EU enteignet niemanden. Das ist so eine extreme populistische Schlagzeile, dass mir das Grauen kommt.

Beschlossen haben das übrigends 17 Finanzminister aller Euro-Länder, und nicht die von einigen so verhassten und als "Bürokraten" bezeichneten EU-Mitarbeiter.

Habt ihr schon mal drüber nachgedacht wieso es dazu gekommen ist? Fehlende Regeln im Banksystem, maßlose Verschwendungssucht der Nationalstaaten, eine schlechte Organisation des öffentlichen Sektors. Aber es ist natürlich einfacher alles auf die EU zu schieben, weil die ist ja soo böse. Der Sündenbock für alles mögliche was derzeit so schiefläuft.

Es ist eine weltweite Finanzkrise, die die Europäische Schuldenkrise ausgelöst hat. Sie hat Konstruktionsfehler der Währungsunion aufgedeckt, keine Frage. Jedoch liegen die Ursachen ganz woanders, es ist die Schuld der nationalen Staaten, der Schuld eines Bankensystems, was quasi fast ohne Regeln arbeitete.

Aber bei mehr europaweiten Regeln wird ja auch wieder gleich auf die böse EU reingehauen, es wird ja alles zu Tode reguliert.
Was die EU tut, gewissen Leuten wird sie es nie recht machen können.

Die Konstruktionsfehler der Währungsunion (fehlende Sanktionen, gefältsche Statisiken) sind mit ein Grund für die derzeitige Lage, aber eben nur ein Grund unter vielen anderen.

Aber bevor man sich selbst eingesteht, dass man Scheiße gebaut hat, drückt man das halt gern mal ab - die EU eignet sich dafür wunderbar als universeller Sündenbock.

Zitat
Detektordeibel

Friedensprojekt Euro.. von wegen...

Diese Psychopathen treiben diese Euroscheisse noch soweit das man wieder aufeinander schießt...


Absoluter Blödsinn. So einen Schmarrn will ich gar nicht kommentieren. Noch nie ging es Europa so gut wie jetzt, noch nie war Krieg so weit weg wie jetzt. Wenn Leute wie Du lautstark nach einen Ende der Eu schreien wird dieser aber rasch wieder zurückkehren.

Aber zum Glück haben viele eingesehen, dass eine Gemeinschaft sinnvoller ist in einer globalisierten Welt als einmauernder Nationalismus.

von RTL 102.5 Fan - am 19.03.2013 15:20
Zitat

Noch nie ging es Europa so gut wie jetzt, noch nie war Krieg so weit weg wie jetzt.


Schlaf weiter in deiner "Ein Volk, Ein Reich, Ein Euro" Zauberwelt.

Das ist gewaltig Druck auf dem Kessel. Neuauflage vom "Großen Spiel" und den 30er Jahren Depression, Währungskrieg, als nächstes kommt der Handelskrieg, und danach ists kein großer Schritt zum Weltkrieg mehr, auf der anderen Seite vom Mittelmeer haben se schon angefangen, Franzosen sind auch schon drüben.

Warum demonstrieren die Leute denn da in Zypern vor der deutschen Botschaft?

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=L-YF1PZjNGg


In Griechenland laufen schon die Hakenkreuze auf der Straße herum so gut geht es den Leuten...
50/60% Jugendarbeitslosigkeit Portugal, italien spanien... Das ist alles nix... Die tragen das alles ewig mit für den Euro... Unter diesen Voraussetzungen ist das nix weiter als Sprengstoff für den europäischen Einigungsprozess. Europa geht auch ohne Euro oder ohne Brüssel.. dieser schwachsinn führt aber zwangsläufig dazu das die leute von allem wo "Europa" irgendwo draufsteht die Nase voll haben..

http://www.cnbc.com/id/100564095

Mittlerweile will sich Gazprom was Zypern angeht sogar reinhängen... ob das zufällig was mit den neu gefundenen Ölvorkommen vor Zypern zu tun hat? Rate mal welche anderen Ölfirmen hier schon den Daumen vorher draufhaben... huch... könnte das unstimmigkeiten geben?

von Detektordeibel - am 19.03.2013 15:48
Zitat
Detektordeibel
Das ist gewaltig Druck auf dem Kessel. Neuauflage vom "Großen Spiel" und den 30er Jahren Depression, Währungskrieg, als nächstes kommt der Handelskrieg, und danach ists kein großer Schritt zum Weltkrieg mehr, auf der anderen Seite vom Mittelmeer haben se schon angefangen, Franzosen sind auch schon drüben.


Natürlich sind die derzeitigen Zeiten keine einfachen. Aber die Welt hat nichts aus der Geschichte gelernt - das Bankensystem, insbesondere das spekulative arbeitet im Grunde noch gleich oder ähnlich wie damals.
Daher kam es zur Finanzkrise 2008 - die Staaten haben diese dann abgefedert durch enorme Neuverschuldungen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Und da haben wir das Problem: Wenn man auf einen ohnehin schon großen Schuldenberg (wie bei Griechenland/Italien/etc.) noch mehr Schulden rauflegt, kippt das System irgendwann.
Genau das ist jetzt der Fall, die Refinanzierung funktioniert nicht mehr sowie vorher.
Die Krise ist also quasi eine Auswirkung der Finanzkrise einerseits und mangelnen Sparwillens der nationalen Regierungen in den Perioden von 1960 - 2000.

Auch ich sehe leider gefährliche Ähnlichkeiten zu den 1930er Jahren - aber: Der falsche Weg ist Nationalismus und Einzelstaaten. Dann wachsen die ohnehin schon viel zu vielen Vorurteile weiter an.

Zitat
Detektordeibel
Warum demonstrieren die Leute denn da in Zypern vor der deutschen Botschaft?


Das ist genau der falsche Weg. Zypern ist selbst für seine Lage verantwortlich, so schlimm wie das klingt. Man sucht aber nach Sündenböcken, um sich nicht selbst seine Fehler einzugestehen - und man findet sie in der EU und Deutschland.

Zitat
Detektordeibel
50/60% Jugendarbeitslosigkeit Portugal, italien spanien... Das ist alles nix... Die tragen das alles ewig mit für den Euro... Unter diesen Voraussetzungen ist das nix weiter als Sprengstoff für den europäischen Einigungsprozess.


Die hohe Jugendarbeitslosigkeit hat aber nichts mit der EU zu tun, sondern ist Landessache. In Italien bei der Wahl hat keine Partei wesentlich sich diesem Thema angenommen, aber die Leute sind in großen Mengen zu einem Komiker gewandert, der erst jetzt langsam mal sein Programm herausbringt.

Wie schon geschrieben: Macht die EU etwas, ist es falsch. Macht sie nichts, ist es ebenso falsch.

Die Leute wollen immer den einfachen Weg - im Moment mag es vielleicht erscheinen, dass wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht die Welt wieder wunderbar heil wird, für viele Leute die richtige Alternative ist - ist sie aber letztendlich nicht.

Es braucht ein mehr an Europa, ein mehr an EU - allerdings mit besser durchdachten Plänen. Dem Volk muss vermittelt werden, dass das Europaparlament durch sie gewählt wird, die Entscheidungen von ihren gewählten Staats/Regierungschefs + Ministern getroffen werden und das es genug Möglichkeiten gibt sich selbst einzubringen (die gibt es nämlich).

Der derzeitige Weg des Populismus, Sündenbock finden und eine Auflösung der EU zu fordern ist wie eine Zeitreise zurück in die Tiefen des letzten Jahrhunderts und wir alle wissen, was dann gefolgt ist..

von RTL 102.5 Fan - am 19.03.2013 16:39
Was das alles mit dem Euro zu tun hat, erschließt sich mir allerdings nicht. Ob die Währung nun mark oder Forint oder Schilling heißt, dürfte keinen Unterschied ausmachen. Dass die selbe Währung in verschiedenen Ländern gilt, legt nur die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Länder offen.

Der Euro ist nur 'ne Währung, mehr nicht.

Zur Bankenkrise, und damit zur Schuldenkrise, wäre es so oder so gekommen, denn das waren Spekulationsblasen in mehreren Ländern sowie gewaltige Strukturdefizite in anderen.

Und der dumme Spruch vom "Zahlmeister Deutschland" war schon an den Stammtischen populär, da gab es noch längst keinen Euro.

Insofern verstellt das Euro-Bashing den Blick auf das Wesentliche Problem: Den Zügellosen Kapitalismus, in dem das eine Prozent absahnt ud der Rest blechen muss. Gleichzeitig wird auf die Hartz-IV-Empfänger eingedroschen.

Das ist doch alles vorne und hinten nicht stimmig!

Die Radikalen profitieren, aber das haben sie historisch immer schon getan, wenn sich die Demokratie von der Diktatur des Geldes hat kaufen lassen.

Kapitalismus und Demokratie sind unvereinbare Gegensätze, der steigende Wohlstand für alle einen Ausnahmephase der Weltgeschichte. Dieser Wohklstand basierte auf hohen Steurn udn einer hohen Staatsquote.

Seit den 1980er Jahrend, beginnend in England und den USA, ab den 1990ern dann auf der ganzen Welt, wurde das "soziale" an der Marktwirtschaft systematisch zurückgefahren.

Das ist das Problem, nicht der Euro.

Der ist ürbrigens seit derr Bargeldeinführung 2001 "spätestens in 6 Monaten zusammengebrochen".

Europa muss endlich ein Projekt der Bürger werden. Bisher "gehört" es den Eliten und dem Kapital. Europa ist der Müllhaufen für unangenheme Entscheidungen, welche die handlungsunfähig gewordenen Nationalstaaten dann auf das "böse" Brüssel abwälzen -- dort aber alles selbst absegnen, was sie später zu Hause populistisch kritisieren.

Der Nationalstaat ist im Ersten Weltkrieg untergegangen, für alle, die das noch nicht gemerkt haben, musste es noch einen Zweiten geben. Erst danach haben die Mächtigen begriffen: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral!". Ersat danach waren sie bereit, ihren Wohlstand mit der Bevökerung zu teilen. Doch deren Söhne und Enkel wollen davon nichts mehr wissen.

Für sie gilt das grenzenlose Recht des Stärkeren.

Ob diese ihre brutale Herrschaft nun in Mark oder Euro ausüben, diese Frage ist gänzlich unerheblich.

von Alqaszar - am 19.03.2013 17:03
Das Parlament der Republik Zypern hat das Sparpaket und damit die EU-Forderungen abgelehnt. Die EU wird Zypern fallen lassen, das Land bereitet sich auf eine Zahlungsunfaehigkeit vor. Geld aus Geldautomaten erhalten die Einwohner baw. nicht, es ist vom Donnerstag die Rede. Daran glaubt allerdings niemand. Von vielen Konten ist die Sonderabgabe bereits seit Tagen eingezogen worden.

von PowerAM - am 19.03.2013 18:30
Zitat
hegi_ms
Ist Zypern nach deutschen Maßstäben ein Rechtsstaat oder erhebt dieses Land überhaupt den Anspruch, ein solcher zu sein?

Im übrigen: Schön ist es nicht, aber es gibt schlimmeres als 6,75 % seines Kapitals zu verlieren. Z.B. wenn in einem Rechtsstaat ein 20jähriger mit Füßen zu Tode getreten wird (Stichwort: Weyhe). Wo bleibt da der empörte Aufschrei aus Weiden?

Ich war zwar selber noch nie in Zypern, aber da Zypern ein EU Mitglied ist, würde man schon erwarten das es ein Rechtsstaat und kein Schurkenstaat oder Staat der Willkür ist.

Der Schläger von Weyhe handelte ja nicht im Auftag des Staates, deshalb kann für man seine Tat, für die er bestraft werden muss, jetzt nicht den Staat verantwortlich machen.

von Martyn136 - am 19.03.2013 18:34
Zypern ist ein Land mit der Staatsform einer Republik. Das Parlament ist nach rechtsstaatlichen Grundsaetzen vom Volk gewaehlt.

von PowerAM - am 19.03.2013 18:42
Das wars dann wohl für die zypriotischen Kleinsparer. Vermögen unter 20 k€ wären erhalten geblieben, die sind nun wohl futsch, wenn die Banken zusammen brechen.

von DH0GHU - am 19.03.2013 19:04
@ RTL 102.5 Fan:
Derart gravierende Probleme innerhalb des geeinten Europas sind eben keine Ländersache, sondern gehen am Ende den ganzen Kontinent an. 50- 60% Jugendarbeitslosigkeit sind purer Sprengstoff für eine Gesellschaft, wer das nicht versteht, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen. Wenn Spanien kippt, wird es auch hier sehr ungemütlich werden. Und wenn schon das kleine Zypern die Aktienbörsen zittern lassen kann... Ob es uns nun gefällt oder nicht, wir sitzen hier alle in einem Boot. Doch was sich mir überhaupt nicht erschließt, ist mit welcher Selbstverständlichkeit man davon ausgeht, dass wieder mal die kleinen Leute mit ihren Sparbüchern für unverschuldete Fehlentwicklungen bluten sollen. Ist doch normal, dass da die Volksseele kocht. Wenn russische Milliardäre, die ihr Geld (ob es wirklich "ihres" ist, ist nochmal eine ganz andere Geschichte) im Ausland anlegen, um Steuern zu sparen (in Deutschland nennt man sowas Steuerhinterziehung) für ihre Gier davon 10 Prozent abgeben müssen, hält sich mein Mitleid allerdings in Grenzen.

von dlf-fan - am 19.03.2013 19:05
Zitat
dlf-fan
Derart gravierende Probleme innerhalb des geeinten Europas sind eben keine Ländersache, sondern gehen am Ende den ganzen Kontinent an. 50- 60% Jugendarbeitslosigkeit sind purer Sprengstoff für eine Gesellschaft, wer das nicht versteht, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen.


Dann muss man diese Kompetenz ganz klar der EU übertragen. Aber macht die EU dann was gemeinsames, dann heißts wieder was diese Leute da in Brüssel entscheiden.

Derzeit ist Jugendarbeitslosigkeit größteils Ländersache, also kann man auch der EU nicht die Schuld an diesem Umstand geben.

Was mir einfach am Zeiger geht ist dieses ständige Einhauen auf die EU. Immer ist die EU Schuld, ob sie was tut oder nichts tut. Nie sind Nationalstaaten Schuld, nie andere Umstände. Es ist nicht immer alles so einfach, dass man sagen kann alleinige Schuld der EU.

Hat die EU Kompetenzen, schreien viele, das ist eine Sauerei und toben rum. Hat sie keine, schreien sie wieder, wieso macht denn die EU das nicht, die tun ja eh nie was.

Ich hätte auch wie geschrieben gern ein Mehr an Europa und EU, aber wenn die Staaten sich gegenseitig blockieren und die Beschlüsse, die sie in Brüssel beschlossen haben in der Heimat dann auf die Schuld der EU abwälzen, kann es nicht funktionieren.

Es geht also um Kompetenzübergaben, die EU darf nicht alles, auch wenn das manche vielleicht glauben. Würden alle wirklich zusammenarbeiten würde viel besser funktionieren.

von RTL 102.5 Fan - am 19.03.2013 20:42
"Der Schläger von Weyhe handelte ja nicht im Auftag des Staates, deshalb kann für man seine Tat, für die er bestraft werden muss, jetzt nicht den Staat verantwortlich machen."

Danke für die Aufklärung!

von hegi_ms - am 20.03.2013 08:38
Das Problem ist, dass selbst wir hier in Deutschland irgendwann mal so weit sein werden wie die in Zypern. Es ist doch nur noch eine Frage der Zeit, bis das ganze System weltweit zusammen bricht. Treffen wird es wie immer die breite Masse, nicht aber die, die ihre Schaefchen schon jetzt im Trockenen haben und die eigentlichen Verantwortlichen sind.

Wenn dann jeder wieder bei 0 beginnt, ohne Geld, ohne Job, ohne Sozialsystem, dann beginnt auch wieder die Zeit, in der man sich gegenseitig die Koepfe einhaut, weil es jemand anderem vielleicht besser geht.

Ich glaube, dass Detektordeibel ziemlich nah dran ist mit seiner Prophezeihung. Ich erwarte wenig Gutes fuer unsere Zukunft. Wir haben die besten Zeiten bereits hinter uns.

von Habakukk - am 20.03.2013 09:01
Zitat
RTL 102.5 Fan
Dann muss man diese Kompetenz ganz klar der EU übertragen.


Die EU muss sich jedoch mangels eigener Ressourcen auf die Verwaltungsorgane der Nationalstaaten stützen, was letztlich wieder nur zusätzliche Bürokratie erzeugt.

Das System Europa krankt vor allem daran, dass die Staaten sehr unterschiedlich strukturiert sind. Im Fall Zypern sieht man deutlich, dass eine Währungsunion ein einheitliches Steuersystem bräuchte. Das hätte man aber vor der Euro-Einführung schaffen müssen.

Stichwort Jugendarbeitslosigkeit: Länder wie Spanien und Griechenland haben seinerzeit die Industrialisierung verschlafen, womit nie international konkurrenzfähige Produktionsbetriebe in größerem Ausmaß entstehen konnten. In den letzten 20 Jahren verschwanden dann auch noch viele der ohnehin nicht reichlichen Industriebetriebe. Der Dienstleistungsbereich konnte dieses Defizit nie auffangen. Man müsste diese Länder zunächst einmal wirtschaftlich durch den Aufbau einer umfangreichen Warenproduktion neu strukturieren, was aber unter den gegebenen marktwirtschaftlichen Bedingungen völlig unrealistisch ist. Das kann auch eine EU nicht managen. Eine merkbare Veränderung würde in jedem Fall Jahrzehnte benötigen.

von Wasat - am 20.03.2013 09:02
Gerade die weit verbreitete Jugendarbeitslosigkeit hat viel Zuendstoff. Wenn einem schon als Jugendlicher jegliche Perspektive fehlt, was waechst da dann fuer eine Generation heran...?

von Habakukk - am 20.03.2013 09:06
Eine kriminelle und vor allem hemmungslose Generation. Wer sich im Falle einer Verurteilung nicht einmal seine Zukunft versauen kann, weil er ohnehin keine hat, der hat auch kaum Hemmungen vor Gewalt, Kapitalverbrechen und schreckt u. U. vor fahrlaessiger oder vorsaetzlicher Toetung nicht zurueck. Fuer solche Faelle hat DE auch schon vorgesorgt. Aufstaende oder einen Generalstreik wuerde man auch hier niederschlagen. Aber beides ist hier noch etwas entfernt, noch geht es den meisten naemlich viel zu gut. Maulen und motzen - mehr passiert nicht.

von PowerAM - am 20.03.2013 09:12
Zitat
Wasat
Das System Europa krankt vor allem daran, dass die Staaten sehr unterschiedlich strukturiert sind. Im Fall Zypern sieht man deutlich, dass eine Währungsunion ein einheitliches Steuersystem bräuchte. Das hätte man aber vor der Euro-Einführung schaffen müssen.


Genau das ist ja auch im Vorfeld von vielen Wirtschaftsfachleuten gefordert worden. Aber wie so oft, wenn sich Politiker ein Denkmal setzen wollen, werden begründete Einwände einfach ignoriert.

Zitat
RTL 102.5 Fan
Was mir einfach am Zeiger geht ist dieses ständige Einhauen auf die EU. Immer ist die EU Schuld, ob sie was tut oder nichts tut. Nie sind Nationalstaaten Schuld, nie andere Umstände. Es ist nicht immer alles so einfach, dass man sagen kann alleinige Schuld der EU.


Mit Dingen wie dem Verbot herkömmlicher Glühlampen macht man sich nunmal keine Freunde, das ist einfach ein Zahn zu viel. Wenn sich die EU in Dingen, die die Nationalstaaten selber regeln können, etwas zurückhalten würde, dann würde auch ihre Akzeptanz wieder steigen. Ich brauche keinen Blockwart, der mir vorschreibt, ob meine Hausschuhe Gummi- oder Filzsohlen haben dürfen.

Zum Thema: die EZB macht Druck, ich hoffe, dass man sich in Zypern jetzt besinnt und die Lösung mit der Abgabe für Guthaben ab 100.000 € umsetzt. Wenn tagelang (oder wochenlang?) die Banken geschlossen bleiben, ist das für Wirtschaft, Handel und vor allem den Tourismus katastrophal.

von dlf-fan - am 21.03.2013 23:18
Und das Chaos wächst und gedeiht:
Zypern: Alle verlangen die bedingungslose Kapitulation

von Nohab - am 21.03.2013 23:43
Zitat
dlf-fan
Zum Thema: die EZB macht Druck, ich hoffe, dass man sich in Zypern jetzt besinnt und die Lösung mit der Abgabe für Guthaben ab 100.000 € umsetzt. Wenn tagelang (oder wochenlang?) die Banken geschlossen bleiben, ist das für Wirtschaft, Handel und vor allem den Tourismus katastrophal.
Ich denke auch das Plan B klappen könnte. Vorstellen könnte ich mir folgendes:

Ein Plan B kann aber durchaus auch funktionieren:

- EU bürgt wie geplant mit 10 Mrd.
- Russland verlängert nicht nur die bisherigen 2,5 Mrd. sondern erhöht um weitere 1,5 bis 2 Mrd.
- Zypern führt mit Stichtag 1.5.2013 eine Kapitalertragssteuer ähnlich wie in Deutschland ein, diese Einnahmen wandern in einem speziellen Fond, welcher als Sicherheit für Bankkredite und spezieller Anleihen dient.

von Martyn136 - am 22.03.2013 01:20


von Detektordeibel - am 22.03.2013 06:25
ich weis in diesem Fall nicht was stimmt oder nicht, vermute aber auch folgendes:

Haettest Du in Deutschland Dein Geld angelegt, taegl. Verfuegbar, haettest Du vielleicht in den letzten Jahren, 1,5 odr 1,3 % bekommen, wenn ueberhaupt.

In Zypern waren es wohl 4.5% oder gar mehr? - ebenfalls taegl. verfuegbar.

D.h. haettest Du Betrag X in Zypern angelegt, hat jeder, egal ob Kleinsparer oder russischer Oligarch weitaus mehr bekommen als in Deutschland.......

Gerade in diesem Kontext stellt sich die Frage, warum Europa, bzw. wieder Deutschland, hier zu Hilfe kommen sollte?

Vermutl. waere die an-diskutierte Loesung jeden mit einer Abgabe zu beteiligen, die bessere Alternative, besser als Unruhe oder lange Bankenschliessungen zu haben..

Dies nur meine Meinung.

von 102.1 - am 22.03.2013 08:55
Absolut richtig.
Warum wohl Russland keine Kredite mehr gibt?
Reiche Russen haben Milliarden ins Schwarzgeldparadies Zypern transferiert, Zinsen kassiert und den russischen Staat geprellt.
Das will und kann der russische Staat nicht auch noch durch Kredite unterstützten. Dafür hätte auch die Bevölkerung in Russland Null Verständnis. So auch von Russen persönlich gehört.

von DH0GHU - am 22.03.2013 09:02
Zitat
102.2

Gerade in diesem Kontext stellt sich die Frage, warum Europa, bzw. wieder Deutschland, hier zu Hilfe kommen sollte?


Ganz einfach: Weil deutsche Banken in Zypern rund 6 Mrd geparkt haben. Durch die Rettung der zypriotischen Banken retten wir also zunächst unsere eigenen Banken. Der zweite Grund ist, wenn wir Zypern hängen lassen und wir die Banken über die Klinge springen lassen, wird kein Investor mehr in die EZB und den Euro haben. Es wird zu einer unglaublichen Kapitalflucht und damit zum Zusammenbruch des Euro kommen. Europa hat gar keine andere Wahl als Zypern zu retten. Wir versuchen das ganze nur noch preiswert über die Bühne zu bekommen. Wenn die EZB wider erwarten am Montag doch den Stecker zieht, springt Russland ein und retten die dortigen Banken. Auf Kosten der europäischen Guthaben, die man dann als Schadensverursacher enteignen wird. Russland bekommt als Dankeschön die Förderrechte für Gas und Öl in Zypern, außerdem einen Militärstützpunkt. Die Englänger werden aus Zypern verjagt.
Möglichkeit 3 wäre die "Isländische Lösung": Das Volk sagt "leckt und im Arsch", man gründet eine Bank für Zyprioten und verschiebt dorthin die Privatvermögen, aus dem Rest macht man eine Badbank und schenkt diese der EZB. So clever sind die Zyprioten aber offenbar nicht. Wenn man dort die Menschen auf der Straße sieht, ist denen noch gar nicht so richtig klar, wer denen die Suppe eingebrockt hat.

Nochmals zur Klarstellung, weil die sogenannte "Bild" Zeitung dies nicht korrekt wiedergibt: Nicht der Staat ist pleite, sondern lediglich die Banken. Der Staat würde nur dann in die Pleite gerissen, wenn er die Banken rettet. Insofern unterscheidet sich Zypern grundlegend von Griechenland, Italien, Portugal oder Spanien! Noch vor 18 Monaten haben die zypriotischen Banken beim Stresstest Bestnoten bekommen. Es gibt keinen Grund, warum das Volk dafür büßen soll, dass die Banken sich verzockt haben. Entweder haben wir Europa und eine gemeinsame Währung, dann müssen wir auch gemeinsam für den Schaden aufkommen. Oder wir vergessen das Ganze, und führen unsere Nationalwährungen wieder ein. Was gar nicht geht, dass die zypriotischen Bankster das Land ins Elend stürzen, und selber ungeschoren davon kommen. Wenn schon Geld fließt, sollten die Banken auch an den Staat übereignet werden und die Verantwortlichen ins Gefängnis geworfen werden. Stattdessen werden aus den Rettungszahlungen sogar noch Boni an die Bankster bezahlt!

von Bolivar diGriz - am 22.03.2013 11:23
Dann hoffen wir doch auf die islaendische Loesung.

von Habakukk - am 22.03.2013 11:31
mache ich als Privatmann so einen Unsinn mit aehnlichen Auswirkungen bekomme ich mit Sicherheit Post von der Staatsanwaltschaft, und nicht nur von einer, sondern derer mehrer Laender.

von 102.1 - am 22.03.2013 13:12
Das ist alles ein Wahnsinn, je mehr man ins Detail geht. Medikamente nur gegen Bargeld usw. Die menschliche Dimension dieser Katastrophe erschließt sich erst langsam. Ich bin gerade an der Dialyse und denke an die Dialysepatienten, welche jetzt vielleicht nicht wissen, ob sie nächste Woche noch behandelt werden können. Wir sind gerade Zeugen wie aus einem Erste- ein Dritteweltland entsteht. Traurig...

von dlf-fan - am 22.03.2013 14:33
Und wenn wegen Mangel an Verbrauchsmaterialien keine Dialyse möglich ist, tritt in den meisten Fällen nach ein paar Tagen Siechtum der Tod ein.

von dlf-fan - am 22.03.2013 20:42
Einige Privatkunden werden wohl ihre Einlagen verlieren. Eine Bank will man abwickeln, das Insolvenzverfahren ist eingeleitet. Deren Kunden kommen erstmal nicht mehr an ihr Geld. Ob sie aus der Insolvenzmasse ueberhaupt irgendwas sehen werden gilt als unwahrscheinlich.

von PowerAM - am 23.03.2013 08:17
Zitat

verschlimmert oder man sterben muss.


Das sind nicht die letzten die für den Euro früher sterben werden.

von Detektordeibel - am 24.03.2013 05:18
Angeblich sollen von den Einlagen über 100.000€ jetzt etwa 60% einbehalten werden. Also das find ich dann doch sehr extrem.

Noch vor einigen Stunden war nämlich "nur" von 37,5% die Rede.

von Martyn136 - am 30.03.2013 19:50
Wenn man manchen Quellen Glauben schenken mag, waren die Banken in Zypern zwar alle geschlossen, aber die Filialen außerhalb Zyperns nicht. So haben sich die Reichen ihr ganzes Geld z. B. von London aus aus dem Land geschafft und nun steht Zypern vor großen Problemen da die Banken immer weniger Geld haben.

von RheinMain701 - am 30.03.2013 21:19
Zitat

So haben sich die Reichen ihr ganzes Geld z. B. von London aus aus dem Land geschafft


Aber auch nur die Spätzünder...

http://www.ft.com/intl/cms/s/0/3ac3f02a-6962-11e2-b254-00144feab49a.html

Das haben die "Großinvestoren" schon vorgewarnt vor Wochen getan. Das man den Spätzündern noch Schlupflöcher lässt ist aber auch verständlich. Am Ende hat man noch die Solnzewskaja oder sonst wen am Hals... und das wollen weder Banker noch Politiker.

Warum sind die Banken "Pleite"? Na, weil das große Geld abgehauen ist und die Depositen plötzlich alle weg sind...

Der Bankrun ist in Zypern eigentlich schon gelaufen... die einzigen die da noch großartig Geld rumliegen haben jetzt sind irgendwelche Leute die gar nix begriffen haben, oder die Zyprioten selber... angesichts der Summen die weg sind wird man aus deren spärlichen Ersparnissen auch nicht großartig viel rausholen könnnen... geschröpft wird also vor allem die Mittelschicht und die Unternehmen dort... Was direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft der Insel haben wird... Die wird zusammen mit den Arbeitsplätzen mit in den Studel der Banken gerissen.


Nachdem die großen Kapitalflüsse auch Griechenland, Italien etc. natürlich schon stattgefunden haben gehen immer und immer mehr jetzt aus der Eurozone generell raus da jeder jetzt weiß wie sicher es ist sein Geld dort hinzulegen... Auch dies wird nicht ohne Folgen bleiben.

von Detektordeibel - am 31.03.2013 05:03
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