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So wenig Geld verdient man wirklich mit normaler, legaler Arbeit! :(

Startbeitrag von Martyn136 am 13.05.2013 21:57

Durch den Thread zum Bürgergeld wollte ich mal durchrechnen wie wenig Geld man wirklich mit legaler, normaler Arbeit verdient.

Als erstes kommt es darauf an was man als Verdienst definiert. Da muss man eigentlich fairerweise sagen, das all das Geld, das sofort im gleichen Monat für die wirklich essentiellen Dinge drauf geht, über das man also quasi nicht wirklich frei bestimmen kann, man eigentlich garnicht als Verdienst sehen kann. Ansetzen müsste man dafür wohl die 760 Euro ALGII Satz, wobei noch 160 Euro Mehraufwand (Fahrtkosten, Arbeitsverpflegung, ...) für die Erwerbstätigkeit hinzu kommen, wie es eben bei Hartz4 vorgesehen ist. Das sind zusammen gerechnet 920 Euro. Bis dahin hat man also keinen einzigen Cent für sich selber verdient, sondern nur dem Staat geholfen ALGII zu sparen.

Nur das was darüber hinaus geht ist quasi "Taschengeld" über das man wirklich frei verfügen kann. Wenn man 1.200 Euro netto bekommt, wären das also 280 Euro. Bei 147 Arbeitsstunden pro Monat sind das gerade mal 1,90 Euro die die Stunde.

Also:

1,90€ pro Stunde
13,30€ pro Arbeitstag
66,50€ pro Arbeitswoche

Gut, aufs ganze Jahr gerechnet könnte man schon auf 3.360€ kommen. Aber eben nur unter der Voraussetzung da man das ganze Jahr über trotz Vollzeitjob auf Hartz4-Niveau gelebt hat. Aber wer will und kann das schon?

So 150€ pro Monat denke ich geht schon für die kleinen Annehmlichkeiten des Alltags drauf, die man einfach braucht damit man sich motivieren kann das man auch fünfmal pro Woche aufsteht und den Grossteil des Tages in der Firme und einen Grossteil der Tageszeit mit arbeiten verbringt, und dann am Abend entsprechend müde ist. Bleiben noch 1.560€. Mit ner typischen 5tägigen Urlaubsreise, das ein- bis zweijährliche Smartphoneupgrade, ein paar Klamotten, Schuhe und Kleinkram ist man auch die los.

Antworten:

Hauptsache gesund. Prost.

von PhanTomAs - am 13.05.2013 22:38
Ich frage mich immer wieder, wie ich mit einem Nettogehalt zwischen 880 und 1200€ im Monat überleben kann...und das mit Wohnung, Auto, Handy, Urlaub, Internet, Fernsehen etc.

Überleg mal, es gibt Familien, die mit dem gleichen Geld auskommen müssen. Die schaffen das auch, ist dann aber nicht mehr schön, gerade Kinder sind teurer als vom Staat veranschlagt. 1200€ Netto für eine Einzelperson sind schon vollkommen in Ordnung, aber vielleicht sehe ich das als einfacher Arbeiter :P auch falsch. Kenne auch Leute, die mit 3000+ nicht auskommen.

Für mich selbst gilt: Lieber mehr Freizeit als mehr Geld, was ich dann nicht ausgeben kann.

von Japhi - am 14.05.2013 09:35
@Martyn136:
Komische Rechnung.
Nur weil es ein Existenzminimum gibt, das im Notfall (Hartz IV) der Staat zahlt, bedeutet das nicht, daß Du den entsprechenden Gehaltsanteil nicht verdienst.
Nicht akzeptabel finde ich auch die Haltung "Arbeiten bringt nur ein paar € mehr als nicht arbeiten, also lass ich es" - denn dann schmälert man das Einkommen dritter, die diese Last tragen müssen. Es ist nicht der Staat, dem man zu sparen hilft, indem man arbeitet - der Staat hilft, wenn man nicht arbeiten kann (mangels Arbeit, mangels Erwerbsfähigkeit, etc).
Was für eine perverse Vorstellung: "Gnädigerweise arbeitet man, damit der arme Staat nicht zahlen muss, was ja eigentlich normal wäre" - oder wie oder was? Nur weil der Staat bereit ist, seinen Bürgern in Notsituationen eine Hilfe zu bieten (was auch richtig und wichtig ist), ist es nicht mehr akzeptabel, wahlweise auch zu arbeiten?


Diverse Grundhaltungen bzw. eben nicht vorhandene Grundhaltungen kann allerdings auch kein Gesetz regeln.
Richtig ist sicher, dass Gehälter fair sein müssen, und dass ein Gehalt nur dann fair ist, wenn jemand mit einem Vollzeit-Job ein einigermaßen sorgenfreies Leben führen kann. Dazu gehört IMHO auch, dass sich jemand ein gewisses Maß an Mobilität und hin und wieder (einmal im Jahr) einen einwöchigen Urlaub leisten kann. Letzteres muss dann aber kein 4-Sterne-Hotel sein.
Wenn ich dann aber lese "ein- bis zweijähriges Smarthphone-Upgrade" - aber hallo - mobiles Internet als Grundbedürfnis? Alle 5 Jahre ein neues Handy reicht auch, das Vorgängermodell bleibt als Backup in der Schublade. Man muß schon mal die Kirche im Dorf lassen. Als nächstes wird dann noch der HD-3D-160cm-Fernseher nebst passendem Entertain-Anschluß als Grundbedürfnis bezeichnet?


@Japhi: Das zeigt mal wieder, wie schwer es ist, pauschale Aussagen zu treffen. Wer in München von einem 1040-€-Einkommen (um mal den Mittelwert Deiner Angaben zu nehmen) leben muß, kann sich wenig leisten, weil nach Miete & Fixkosten das Geld wohl grad noch so mit Müh und Not zum Leben reicht. In Gegenden, wo die 60-qm-Wohnung nur 300 € warm kostet, sieht das natürlich ganz anders aus.

Außerdem: Die Ansprüche steigen mit dem Einkommen. Und auch 3000+ können knapp werden, wenn man Alimente oder Pflege von Angehörigen bezahlen muss, oder gerade einen Häusle-Kredit abbezahlt und dann das Auto vorzeitig den Geist aufgibt. Ja, das sind Luxusprobleme. Die Frage ist: Wo liegt die Norm?

Das bekommen dann nichtmal Statistiker und Gerichte 100% sicher in den Griff. Empfehlenswert: Der zugehörige Wikipedia-Artikel zum Thema Existenzminimum, und dazu insbesondere die Unterscheidung in soziokulturelles Existenzminimum, Schuldrechtliches Existenzminimum und steuerrechtliches Existenzminimum.

von DH0GHU - am 14.05.2013 11:02
Zitat

@Japhi: Das zeigt mal wieder, wie schwer es ist, pauschale Aussagen zu treffen. Wer in München von einem 1040-€-Einkommen (um mal den Mittelwert Deiner Angaben zu nehmen) leben muß, kann sich wenig leisten, weil nach Miete & Fixkosten das Geld wohl grad noch so mit Müh und Not zum Leben reicht. In Gegenden, wo die 60-qm-Wohnung nur 300 € warm kostet, sieht das natürlich ganz anders aus.


Sicherlich, ich habe Glück mit meiner Wohnung. Was anderes könnte ich mir auch nicht leisten, außerdem sind große Ausgaben "mal eben" nicht drin. Das System™ will mir aber nicht mehr als 1300€ netto in Vollzeit geben. Und Vollzeit heißt in meinem derzeitigen Beruf 12 Tage arbeiten, 2 Tage frei. Deshalb gibts demnächst noch ne Ausbildung hinterher, da darf ich dann mit noch weniger auskommen. Solange ich die Miete und laufende Kosten zahlen kann ist es erstmal OK, ich kenne es ja nicht wirklich anders. Und ich gehöre noch zu den "besserverdienenden" (;-)), ich will nicht wissen, wie es ist, unter 6€ die Stunde zu verdienen.
Und genau da sind wir wieder bei der Schwarz-Gelben Mindestlohnverweigerung. "Nur in bestimmten Berufsgruppen" etc. Warum? Haben CDU/CSU und FDP-Politiker schonmal für unter 20€ die Stunde gearbeitet? Rot-Grün kriegen allerdings auch nichts gebacken in der Richtung.

"Leistung muss sich wieder lohnen"... Leistung? Leistung bemisst sich an Gewinn erwirtschaften. Alles, was keinen Gewinn abwirft, braucht die feine Christdemokratisch-Liberale Gesellschaft nicht. Und wer wischt denen hinterher den Arsch ab? Der kleine Pfleger, angestellt bei einer Zeitarbeitsfirma, für 6€ die Stunde. Und wenn die nicht mehr da sind? Ich bin raus aus dem sozialen Bereich...soll sich jemand anderes um sowas kümmern. Rumänen, Bulgaren...die arbeiten für sozialverträgliche 2€ die Stunde.

von Japhi - am 14.05.2013 12:04
@Japhi: Vollste Zustimmung.

Es wäre ja schon mal schön, wenn sich Deutschland endlich eingestehen würde, ein Niedriglohnland zu sein. Aber das will man ja nicht. Das riecht so nach Osteuropa, Ausbeutung und Sklavenmarkt. Und sowas will man ja im westlich-zivilisierten Deutschland nicht haben...

(und ja, ich wohne als Exil-Österreicher in der "wohlhabenden Schweiz", bekomme aber die Situation ein paar Kilometer nördlich dank Medienkonsum und persönlichen Erlebnissen fast täglich in ausreichendem Maße mit)

von Wrzlbrnft - am 14.05.2013 12:14
Das Spannende an der Sache ist ja, dass die Arbeitslosigkeit in anderen EU-Ländern so hoch ist, weil es dort einen Mindestlohn gibt, in Deutschland jedoch nicht. So investiert die Wirtschaft in den Standort Deutschland, weil dort mehr Gewinne gemacht werden können durch Lohndumping, während andere Länder leer ausgehen.

Noch was zum Thema Deutschland: Wie lange will man eigentlich noch Lohnunterschiede zwischen Ost und West dulden? Wir haben kein Ost und West mehr! (Eigentlich wirds mittlerweile zu Nord und Süd :/)

von Japhi - am 14.05.2013 12:22
Es ist immer wieder "nett", was alles Schuld an der hohen Arbeitslosenquote in einigen EU-Ländern ist. Je nach Lust und Laune oder auch je nach Zielsetzung werden da der Euro, der Mindestlohn, die Mentalität oder sonstwas ins Feld geführt. Dass jedes Problemland seine eigenen spezifischeren Gründe hat, wird einfach ignoriert. Wäre ja auch unpraktisch, wenn man das Totschlagargument AL-Quote nicht mehr benutzen könnte. Es gibt komischerweise Länder, die gleichzeitig Mindestlöhne und niedrige Arbeitslosenquoten vorweisen können. Es gibt auch Studien, die nachweisen, dass die Einführung eines Mindestlohns in den meisten Ländern nur geringfügige Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse hatte... Siehe hierzu auch den wikipedia-Artikel zum Thema Mindestlohn.

Gehaltsunterschiede Nord-Süd gibts übrigens durchaus...

von DH0GHU - am 14.05.2013 12:46
Ich führe Tabelle - in München mit seinen astronomischen Mieten muss man das. Sämtliche Fixkosten auf Monate umgelegt (1 Zimmer Wohnung, altes Auto, eher einfaches Handy, normales Internet, Versicherungen und diverse Abgaben) komme ich auf fixe Ausgaben von 851,66€ im Normmonat. Da habe ich noch nichts gegessen oder unternommen. Für Nahrung muss man auch beim Discounter je Person mit 150 im Monat rechnen. Man kommt in München auch mit einem sehr zurückhaltenden Lebensstil also nicht unter 1100-1200€ netto aus. Die Lebenshaltungskosten sind in Deutschland sehr unterschiedlich, während Grundnahrungsmittel im EU-Vergleich sehr günstig sind, kosten Freizeitaktivitäten viel. Na und dass die Leistungsfähigkeit abnimmt, wenn man nurnoch zwischen Arbeit und Wohnung pendelt ist auch klar.

Ich verdiene für einen Unstudierten mit etwa 2000€ netto mittlerweile recht gut, damit kann ich alleine gut wirtschaften - ein ausschweifender Lebensstil ist damit nicht möglich, aber ein guter mit einer beruhigenden Kapitaldecke. Für die Gründung einer Familie benötigt es aber zweier Gehälter, der Staat fordert Leistung und zieht sich aus der Verantwortung - ein Kita kostet unsummen oder wird nur von zwielichtigen Organisationen (allen vorran die Kirche) angeboten, und dann ist man im Gewissen, dass der Nachwuchs in einer heruntergekommenen Schule 10 Jahre auf die Arbeitslosigkeit vorbereitet wird. Da wundert sich in Deutschland noch jemand, warum, mit verlaub, nur die Kümmel und Grattler Kinder werfen - da ist man es gewöhnt, zu zehnt in einem Raum zu schlafen - ihr glaubt das nicht? Fahrt in den neugebauten Münchner Stadtteil Messestadt Riem, die Straßen aus Sand, es stehen ausgeschlachtete Autos auf der Straße und die auf dieser Straße spielenden Kinder haben allesamt einen sichtlichen Migrationshintergrund aus Afrika. Dass da die ganzen braunschwarzen Dummschwätzer Aufwind bekommen (zusammen mit den linken Ökoterroristen die uns was vom grünen Baum und dem strahlenden Müll erzählen) ist ein Trend, den es zu verhindern gilt...

von elchris - am 14.05.2013 16:20
Ja, das Problem ist das man heute mit 1.200€ einfach bei weitem nicht mehr soweit kommt wie früher mit 2.300 DM.

Klar sind viele Sachen einige Sachen wie Grundnahrungsmittel, HiFi- und Computer, ... billiger geworden, aber das sich eben Sachen die man nur in geringen Mengen bzw. relativ selten braucht. Die Sachen die man im Alltag braucht, Kraftstoffe, ÖPNV, Gastronomie, Bekleidung, ... ist alles massiv teurer geworden.

Hab mal nachgerechnet, um heute auf die Kaufkraft von 2.300 DM zu kommen müsste man schon an die 1.800€ verdienen. Das wäre dann auch ein Gehalt das noch wirklich motiviert, weil man dann einerseits Rücklagen bilden aber trotzdem noch gut leben kann.

von Martyn136 - am 14.05.2013 19:48
Schön. Wir reden hier von Nettogehältern von 1200 € aufwärts. Wenn das wenigsten für alle Vollzeit-Jobber Realität wäre. Man erreicht als Single dieses Nettogehalt ab einem Stundenlohn von 10 € brutto mit einer 40-Stunden-Woche.
Die Realität sieht für viele noch viel schlechter aus.
Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man Ausbeuter boykottieren sollte...




A propos Staat: Ich war grad selbst überrascht - mit 44,9 % ist die Staatsquote in D 2012 deutlich niedriger gewesen als in vielen anderen Ländern - u.a. auch als in den Ländern mit marodem Staatshaushalt wie Frankreich (56,2%), Belgien (52,8%), Griechenland (51,0%).


Beim Spritpreis muß man beachten, dass das Niveau in den 90ern extrem niedrig war - was den nachfolgenden Anstieg umso heftiger wirken läßt. Ende der 80er-Jahre kostete Benzin inflationsbereinigt in D sogar nur ungefähr halb so viel wie in den frühen 50er-Jahren.
Da Rohöl eine begrenzte Resource ist, ist ein Preisanstieg auch unvermeidbar, und es ist sogar sinnvoll, die Preise über Steuern frühzeitig zu erhöhen, um einen zu abrupten Peak-Oil-getriebenen Preis-Schock zu vermeiden. Während nämlich unsere Spritpreise von 2002 bis heute nur um ca. 50-60% gestiegen sind, stieg der Rohölpreis in der gleichen Zeit um ca. 300% (!!).

In den USA beispielsweise pendelte der Benzinpreis von 1998 zwischen 1 und 2$, und stieg dann bis 2008 auf 4,11$.
Leider nur bis 2003 zurück geht z.B. diese Webseite mit Überblicks-Chart:
http://gasbuddy.com/gb_retail_price_chart.aspx

von DH0GHU - am 14.05.2013 20:52
Man muss aber sagen das das keine Literpreise sind sondern pro Gallone.

4,11 $/Gal sind also nur 0,933 $/Ltr, mit Sales Tax 1,012 $/Ltr. Der Euro war damals immer über 1,47 USD. Das machte dann 0,689 €/l.

Aktuell sind es 3,58 $/Gal also 0,813 €/lt, mit Sales Tax 0,882 $/Ltr. Beim aktuellen Eurokurs sind das 0,682 €/l.

von Martyn136 - am 14.05.2013 21:51
Die Sales Tax dort ist auch nicht so hoch. Hier ist eine Liste, wieviel das US Military an den Tankstellen in Europa etwa bezahlen muss: http://www.afneurope.net/GasPrices/tabid/87/Default.aspx . Das ist nicht so viel anders als in den Staaten selbst. In der Werbung auf AFN wird aber darauf verwiesen, dass Privatreisen auch mit Lokalen Preisen zu bezahlen sind, nur im Dienst wird erstattet.

von CBS - am 15.05.2013 06:51
cougar1989:

"Heute zahlt man allein für eine Kindereinzelfahrt 1,20€. Erwachsene zahlen pro Einzelfahrt 1,60€."

In vielen Großstädten kostet eine Einzelfahrt für Erwachsene mittlerweile > 2,40 € u8nd dürfte bald die kritische 3€-Grenze erreicht haben.

"Der Staat hat durch Steuererhöungen auch seinen Teil dazu beigetragen."

Damit kann man so drastische Verteuerungen nicht erklären. Tatsächlich ist es eher umgekehrt: Der Staat (in Form der oft praktisch zahlungsunfähigen Kommunen) kürzt die Zuschüsse an die Verkehrsbetriebe immer weiter. Durch die Aufspaltung der klassischen "Stadtwerke" in eigenwirtschaftliche Teilbereiche (Energie, Wasser, Verkehr) fällt auch die Quersubvertionierung der Verkehrsbetriebe durch Überschüsse im Energie- und Wasserbereich weg. Bei mit Erdgas betriebenen Bussen können die Verkehrsbetriebe auch nicht mehr den Einkaufspreis für Gas ansetzen, sondern zahlen wie jeder andere Kunde bei ihrem "Schwesterunternehmen".

von hegi_ms - am 15.05.2013 07:59
Ich finde es immer wieder interessant, wenn ich sehe, dass ich hier für eine Fahrt mit meinem im 15-Minuten-Takt fahrenden Bus ins benachbart-französische St-Louis "nur" 1,30 € zahlen muss, während mir für eine Reise ins ebenfalls nebenliegende Weil am Rhein schon 2,20 € berappt werden (damit bewegt sich der Preis gleichzeitig auch im Rahmen der Tarife auf der Schweizer Seite).

von Wrzlbrnft - am 15.05.2013 08:03
Wenn das Netto wirklich netto wäre, dann wär ja schon was geholfen...

Mit 19% auf fast alles außer Tiernahrung MWST und sonstigen Konsumsteuern bleiben vom Brutto dann noch 30% für einen selber übrig...

Vom hartzIV landet auch 1/3 sofort wieder beim Fiskus. Linke tasche rechte Tasche.

Deutschland ist ein reiches Land mit armen Bürgern.

von Detektordeibel - am 15.05.2013 15:56
Jaja, der böse Staat.

Kein Wunder, dass wir in D beim HDI (Human Development Index) nur auf Platz 5 weltweit liegen.
Beim Jammerindex wären wir sicher #1.

von DH0GHU - am 15.05.2013 16:45
"Kein Wunder, dass wir in D beim HDI (Human Development Index) nur auf Platz 5 weltweit liegen."

Wie gesagt, reiches land, arme Bürger... Riesen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf aber Vermögensverteilung und Medianvermögen miserabel, auch im Vergleich zu wirtschaftlich schwächeren Euroländern.

Aber gut, die meisten sind ja auch selbst Schuld wenn man sie ausnimmt, die wollen das ja so. Hauptsache sie haben nicht das Gefühl jemand anders hat mehr. :rolleyes:

von Detektordeibel - am 15.05.2013 19:31
Nunja, das Vermögen z.B. der Spanier ist so hoch aufgrund der hohen Wohneigentumsrate. Wenn jemand ein Haus im Wert von 400.000 € besitzt, ist er natürlich in gewissem Maß vermögend. wenn er aber 200.000 € Schulden hat, und dabei immernoch ein Vermögen von 200.000 € besitzt, hilft ihm dieser Buchwert wenig, wenn er seinen Kredit nicht mehr bedienen kann.
Insofern sind diese Statistiken sehr mit Vorsicht zu genießen.

Gleichwohl: unterhalte Dich mal mit Leuten aus anderen Ländern. Wenn Du keine kennst, die hier sind, fahr mal hin - und schon wirst Du manche Dinge anders sehen.
Gerade beim Thema Kultur (und somit Bildung) hatte ich kürzlich ein sehr interessantes Gespräch mit einem US-Amerikaner. Die geschilderten Folgen der niedrigeren Staatsquote dort läßt mich nicht gerade in Fan solcher Verhältnisse werden. Das ließe sich für viele Themen fortsetzen - nicht nur bezogen auf die USA.

von DH0GHU - am 15.05.2013 19:57
Zitat
Japhi
Für mich selbst gilt: Lieber mehr Freizeit als mehr Geld, was ich dann nicht ausgeben kann.


Seh ich genauso. Die Vorteile einer Vollzeitwoche mit 35 Stunden habe ich sehr zu schätzen gelernt.
Dabei komme ich netto auf rund 1600 Euro, was zwar auch nicht bedeutend, dass ich mir alles kaufen kann, was ich gerne hätte, aber was mir doch noch ermöglicht, jeden Monat ein bisschen was auf die Seite zu bringen.

von Bengelbenny - am 15.05.2013 20:10
Ja, das stimmt auf jeden Fall. Wenn man nur noch gestresst durchs Leben hetzt und das Geld das man verdient nicht mehr ausgeben, bzw. das was man sich anschafft nicht mehr wirklich geniessen kann, dann hilft alles Geld der Welt nicht weiter.

Andererseits braucht man aber schon auch einen gewissen Lebel über dem Existenzminimum, und nicht von Sorgen erdrückt zu werden, und andererseits sein Leben auch ein bisschen individuell gestalten zu können.

von Martyn136 - am 15.05.2013 23:48
Das seht ihr alle nur falsch. Wir verdienen doch alle mindesten 60.000 € im Jahr. Andernfalls wäre derartige Trommelfeuer (http://www.focus.de/politik/deutschland/fietz-am-freitag/zahlen-sie-gern-drauf-der-grosse-irrtum-der-rot-gruenen-steuerplaene_aid_993737.html) nicht zu erklären.
Leider läßt sich die Masse leicht blenden :-( .

von Thomas (Metal) - am 17.05.2013 21:18
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