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Angela Merkels "#Neuland-Affäre"

Startbeitrag von Martyn136 am 19.06.2013 23:20

Mit Blick auf das Spähprogramm "Prism" des amerikanischen Geheimdienstes NSA sagte die Kanzlerin, Deutschland schätze die Zusammenarbeit mit den USA in Fragen der Sicherheit. Über die richtige Balance sei aber weiter zu reden. Wörtlich sagte die Kanzlerin: "Das Internet ist für uns alle Neuland" und sorgte mit dieser Einschätzung für heftige Reaktionen in den sozialen Netzwerken. >> http://www.stern.de/politik/ausland/obama-und-merkel-vor-der-presse-das-internet-ist-fuer-uns-alle-neuland-2027134.html


Persönlich finde ich so eine Aussage von der Bundeskanzlerin schon sehr beänstigend. Denn in Deutschland wurde das Internet ab etwa 1997 interessant. Als 2000 dann DSL kam, kam das Internet auch bei der weniger technikafinen Bevölkerung an. Und seit spätestens 2005 hat in Deutschland von totalen Technikverweigerern eigentlich so gut wie Jeder Zugang zum Internet.

Das heißt Otto Normalverbraucher hat im Schnitt so gut 10 Jahre Erfahrung mit Internet. Da kann man nicht mehr von Neuland sprechen.

Dabei gäbe es beim Thema Internet viel zu tun für die Politik.

Internetrecht und Urheberrecht sind da eigentlich zweitrangig, am Wichtigsten wäre es erstmal ein Grundrecht auf einen vollwertigen Breitbandzugang gesetzlich zu verankern. Denn die Breitbanddefinition mit 1 MBit/s ist schon seit Jahren überholt. Da müsste man eher 10 MBit/s festschreiben.

Und LTE kann leider auch keinen DSL- oder DOCSIS-Anschluss ersetzen. Denn die DSL Tarife bringen zwar oft bis zu 25 MBit/s in die Haushalte, aber drosseln dann ab 5GB oder 10GB auf ISDN-Geschwindigkeit. Und 5-10 GB reichen bei normaler Internetznutzung je nach Nutzungsverhalten und Personenanzahl meist nur ein paar Tage.


Aber was ebenfalls beänstigend ist: Das was neben Internet noch wichtig für die Bevölkerung ist, das ist der Euro und die Eurokriese.

Die Wurzeln des Euro liegen liegen im ECU, der wie das ARPA Netz als Vorgänger des Internetzs seine Wurzeln in den 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhundert hat. Die Wechselkursfestsetzung und Einführung als Buchgeld (quasi für die Early Adopter) war 1999 und die Einführung als Bargeld (für Otto Normalverbraucher) war dann 2002.

Damit kann man sagen der Euro ist in etwa genauso alt wie das Internet.


Im Umkehrschluss würde das heissen das der Euro für die Bundeskanzlerin ebenso Neuland ist.

Antworten:

Ungeschickte Ausdrucksweise klar.

Ich denke, sie bezog das eher darauf, dass sich
a) Demokratieformen verselbstständigen und
b) das Internert immer mehr zu einem Kriegsschauplatz wird, für den es z.B. weder völkerrechtlich noch militärisch derzeit ein "Regelwerk" gibt wie bei konventionellen Kriegen.
Erst an den Kontext denken, dann lästern. Wie schnell rutscht uns selbst etwas raus, wo wir hinterher denken, was haben wir da gesagt.

Zitat
sueddeutsche.de
Der Kanzlerin ist ein Klassiker gelungen, der am Ende einiges über die Netzpolitik der Bundesregierung, noch mehr aber über die Wirklichkeitswahrnehmung jener Kreise verrät, die sie kritisieren. Denn natürlich bietet es sich an, die schwarz-gelbe Internetpolitik der zu Ende gehenden Legislaturperiode als vier verschenkte Rookie-Jahre zu betrachten. Gleichzeitig aber hat Merkel recht - und zwar auf zwei Ebenen.

Zum einen ist das Internet in all seinen Facetten für eine nicht zu unterschätzende Zahl der Deutschen wirklich Neuland. Zwar sind inzwischen der ARD-ZDF-Onlinestudie (pdf) zufolge 76 Prozent der Deutschen online, doch Details des Nutzungsverhaltens zeigen, dass hier tatsächlich ein langsames Herantasten stattfindet.

Apps, für den internetaffinen Teil der Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit, nutzen nur 15 Prozent mindestens ein Mal pro Woche. Bei Kartendiensten, ohne die mancher sich selbst zwei Straßen von der eigenen Wohnung entfernt verlaufen würde, liegt der Wert mit 17 Prozent nur ungleich höher. Die beliebtesten Nutzungsszenarien bleiben seit zehn Jahren: Herumsurfen, Informationen suchen und E-Mails schreiben.

Geodienste, Twitter, P2P-Angebote mögen für den jüngeren Teil der Internetnutzer den digitalen Standard darstellen, spätestens für den Großteil der Generation 50+ sind sie: Neuland. Und damit ist noch nicht einmal das Verständnis der Mehrheit für die dahinterliegende Technik und den mit ihr einhergehenden Konflikten angesprochen.
Ein Netz ohne Grenzen ist wirklich Neuland

Doch selbst wenn man das außer Acht lässt und von Angela Merkel hier qua Amtes größere Kenntnis fordert - was bei den wenigen im Kanzleramt angesiedelten netzpolitischen Kompetenzen keineswegs per se zwingend ist: Auch auf der politischen Ebene liegt sie richtig.

Denn obwohl sich Fachpolitiker bereits seit Längerem damit beschäftigen, ist die Welt der Beantwortung der entscheidenden Fragen des grenzenlosen Internets nicht näher gekommen. Was ist der internationale rechtliche Rahmen für Cyberangriffe? Wie gehen Welt und Internet-Unternehmen mit den unterschiedlichen Auslegungen von freier Rede in einem internationalen Netzwerk um? Und: Was ist der Rahmen für Auslandsgeheimdienst-Zugriffe auf heimische Internet-Knotenpunkte oder Datenbanken von Internet-Unternehmen?

Darüber würde es sich zu debattieren lohnen, die Forderung nach einer klaren, grundrechtskonformen Haltung der Bundesregierung wäre angebracht. Doch stattdessen diskutieren wir über einen Kanzlerinnen-Nebensatz in einer Pressekonferenz. Wenn der Rest der Deutschen einmal im Neuland der progressiven Internet-Versteher angekommen ist, er dürfte sich wundern, wie spießbürgerlich es dort zugeht.


von rolling_stone - am 20.06.2013 03:28
Auch wenn sie sich wohl etwas verkehrt ausgedrückt hat, so ist der "Shitstorm" der sozialen Netzwerke natürlich maßlos übertrieben und es dürfte wohl jedem klar sein aus welcher Ecke der Wirbel um ein solches Zitat kommt: Natürlich suchen SPD und Grüne zwanghaft nach "Fettnäpfchen" für Angela Merkel aber da sie im Gesamten so professionell und erfahren agiert dass es eigentlich nie zu peinlichen oder widersprüchlichen Aussagen wie bei ihrem Rivalen Steinbrück kommt, sucht man eben nach trivialsten Dingen mit denen man Stimmung gegen die Kanzlerin machen kann.

Hinzu kommt dass die inzwischen wieder bedeutungslose und ziellose Piraten Partei sich auch einmal wieder ins Gespräch bringen will und das können sie eben nur mit ihrem Kernthema "Netzpolitik".

von Hunsrücker - am 20.06.2013 15:15
1492: Columbus entdeckt Amerika.
2013: Angela Merkel entdeckt das Internet.

What the f...?!? :joke:

von DX OberTShausen - am 20.06.2013 22:53
Zitat
sueddeutsche.de
Merkel formulierte ihren Neuland-Satz auf eine Frage zur Internet-Spionage des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Denn dass ein Staat Internetkommunikation im jetzt bekannt gewordenen Ausmaß mithört, das ist ebenfalls neu. Welche Kompromisse zwischen Freiheit und Sicherheit müssen im Netz gemacht werden? Man wird es herausfinden müssen.

Bei all diesen Fragen ist die Gesellschaft sehr dringend angewiesen auf diejenigen, die sich im Netz schon zu Hause fühlen. Doch statt ihr Wissen weiterzugeben und der nachkommenden Masse zu helfen, stehen die ersten Siedler von Neuland lachend am Strand und amüsieren sich über die Menschen, die eben erst ihre Boote verlassen. Das ist dumm.

Wer sich mit Hohn und Spott begnügt, überlässt anderen die Entscheidungen; und zwar, wenn es blöd läuft, Menschen, die sich weniger gut auskennen. Die aber begreifen, dass zur Netzpolitik nicht nur das Netz gehört, sondern vor allem die Politik. Auch deshalb wurde im vergangenen Jahr das Leistungsschutzrecht verabschiedet, ein Gesetz, das die Netz-Szene enorm bekämpft hatte.


von rolling_stone - am 21.06.2013 08:42


:bruell:

von DX OberTShausen - am 21.06.2013 14:13
Ich überlege mir jetzt auch ernsthaft dieses Internet mal anzuschaffen, aber erst mal nur ein kleines. Was meint ihr, hat das Internet eine Chance, oder ist das nur wieder so eine Modeerscheinung :confused: Nicht dass ich in ein zwei Jahren mit dem Kram da sitze und ich es nicht mehr loskriege :eek:

von Harald P. - am 04.07.2013 05:11
Und wenn dann sport1.fm abschaltet springen auch alle anderen von diesem Internet ab :eek:

von Japhi - am 04.07.2013 07:01
Internet? Gibts den Blödsinn immernoch?

von elchris - am 05.07.2013 09:13
Zitat

Internet? Gibts den Blödsinn immernoch?

Ja, das führt so ein Nischendasein, hat sich nicht wirklich durchsetzen können - im Gegensatz zu "Videotext".
Videotext ist wegen der größeren Buchstaben sowieso viel besser lesbar.

von iro - am 05.07.2013 10:14
Ich dachte Internet wird wieder abgeschaltet und das gesparte Geld in die Langwelle investiert :confused:

von Japhi - am 05.07.2013 10:16
dann eher in "langeweile" statt "langwelle", ich nehme an du hast dich nur vertippt

von Felix II - am 06.07.2013 07:41
Gibt es eigentlich auch Mittelweile?

von Japhi - am 06.07.2013 21:33
Es gibt sogar die Dauerwelle.

von Alqaszar - am 07.07.2013 03:34
Zitat
Alqaszar
Es gibt sogar die Dauerwelle.


Figaro.

von Mathias Volta - am 07.07.2013 04:54
Zitat
elchris
Internet? Gibts den Blödsinn immernoch?


Aber ja doch:



von PhanTomAs - am 07.07.2013 07:18
;)

http://www.youtube.com/watch?v=Fk0To_o6NxE

von pete04 - am 07.07.2013 07:41
Heute in RP-Online: http://www.rp-online.de/politik/ausland/nsa-steckt-mit-deutschen-unter-einer-decke-1.3519333

Deutsche stecken mit Amis unter einer Decke und tauschen Infos aus. Was anderes hätte mich gerade den beiden Vorgängern von Friedrichs sehr überrascht. Besonders der boshafte, menschenfeindliche und zynische Rollstuhlfahrer hätte doch am liebsten gleich alle eingesperrt, wenn er sie schon nicht rund um die Uhr bewachen konnte. Entsprechend hat er sich ja erst gestern noch geäußert, er kann die Aufregung um das bisschen Belauschen gar nicht verstehen.

von Bolivar diGriz - am 07.07.2013 11:49
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